Kontaktlos bezahlen mit Kreditkarten, Smartphones und Girokarten dank NFC

Kontaktlos bezahlen mit NFC: Das Wichtigste in Kürze

  • Die NFC-Technologie steht für das Lesen und Senden von Daten über kurze Entfernungen. Dazu werden zwei NFC-fähige Geräte aneinander gehalten.
  • Werden Smartphone oder Zahlungskarte mit NFC-Chip an ein NFC-Terminal gehalten, können Zahlungen kontaktlos abgewickelt werden.
  • Die Anwendung von NFC geht über kontaktloses Bezahlen mit Kreditkarte, Girokarte oder in der App hinaus. Auf sogenannte NFC-Tags können Informationen untergebracht werden, die in Läden oder auf Produkten via NFC ausgelesen werden. eTickets oder Ausweise auf dem Smartphone sind weitere Anwendungen.
  • Kontaktlosen Bezahlen und Mobile Payment mit NFC gelten als relativ sicher, denn das Auslesen der Daten gestaltet sich aufwendig und setzt ein registriertes Lesegerät voraus.
  • Mit einfachen Maßnahmen kannst du den Schutz vor Betrug sicherstellen. Kreditkarten behandelst du wie Bargeld. Dein Smartphone schützt du mit einem eigenen Zugangscode.

Die Corona-Pandemie hat bei den Bürgern:innen hierzulande zu einem Umdenken in ihrem Zahlungsverhalten geführt. Etwa 30 Prozent der 2020 erfassten Zahlungen in Ladengeschäften, in der Freizeit und in Online-Shops wurden mit Karte getätigt. Gegenüber 2017 ist das laut einer Umfrage der Bundesbank eine Steigerung um 9 Prozent. Ein Großteil der Inhaber NFC-fähiger Giro- und Kreditkarten nutzt sie, um damit an Ladenkassen kontaktlos zu bezahlen.

Wir erklären dir, was es mit NFC auf sich hat und wie kontaktloses Bezahlen funktioniert. Mobiles Bezahlen mit dem Smartphone beginnt sich zunächst unter jungen Leuten durchzusetzen. Ist das mobile Bezahlen mit dem Smartphone unsicher oder kompliziert? – Bei uns erfährst du die Antworten.

Was ist eigentlich NFC?

Mit der Bankkarte, Kreditkarte oder dem Smartphone bezahlen, Bilder versenden, Geräte miteinander verbinden. Das geht über Menüs, mit NFC einfacher und schneller: Ein NFC-fähiges Gerät an einen NFC-fähigen Gegenstand halten und alles Weitere geschieht kontaktlos und automatisch.

Der zugrundeliegenden NFC Technologie begegnen wir in unserem Alltag sehr oft. RFID Technik wird u.a. bei Zeiterfassung, Zugangskontrolle, Diebstahlsicherung oder Identifizierung, Überwachung von Personen und Gegenständen sowie in Bezahlsystemen einsetzt.

Bei NFC (Near Field Communication), auf Deutsch Nahfeldkommunikation, handelt es sich um einen internationalen Übertragungs- und Funkstandard. Dessen Hauptmarkmal ist das drahtlose Austauschen von Daten über geringe Distanzen.

Die Basis von NFC bildet die RFID-Technologie (Radio-Frequency Identification). RFID steht für kontaktlosen Datenaustausch über eine elektromagnetische Induktion.

Mittels NFC Funkstandard lassen sich geringe Datenmengen zwischen zwei NFC-Geräten übertragen. Für eine optimale Übertragung müssen sich NFC-Geräte nahe beieinander befinden. Die Entfernung sollte 10 Zentimeter nicht übersteigen.

Ein Pairing der Geräte, wie beispielsweise bei Bluetooth-Übertragungen oder Chromecast/WLAN-Anwendungen, ist nicht notwendig. Der Datenaustausch erfolgt über einen NFC-Mikrochip, indem eine kleine Antenne zum Senden der Signale an andere Computerchips integriert ist.

Hinweis

NFC hat im Vergleich zu Bluetooth oder WLAN hat NFC eine kürzere Reichweite und kann nur geringe Datenmengen übertragen. Die umständliche Einrichtung und Abstimmung der Geräte aufeinander entfällt. Einen zusätzlichen Menü-Zugriff für das Auslösen einer Übertragung bedarf es ebenso nicht.

Wie funktioniert der NFC-Chip?

Der NFC Chip funktioniert in Kombination mit einer integrierten Antenne. Es entsteht ein elektromagnetisches Feld, welches von NFC-Chips für das drahtlose Austauschen von Daten mittels induktiver Kopplung genutzt wird.

Die Technik hinter der NFC Funktion mag kompliziert erscheinen, die Verwendung könnte nicht einfacher sein. Durch Induktion schaltet sich der NFC-Chip des Geräts ein, wenn es in das Magnetfeld eines anderen NFC-fähigen Gerätes (z.B dem Kartenlesegerät) gelangt.

NFC-Chips können den Modus passiv oder aktiv annehmen. Aktiver NFC Modus heißt, dass beide Geräte ein elektromagnetisches Feld erzeugen, sodass ein wechselseitiger Datenaustausch zwischen den Geräten möglich ist.

Passiver NFC Modus heißt, dass nur von einen NFC-Gerät ein elektromagnetisches Feld erzeugt. Das zweite Gerät wird durch einen Datenträger ersetzt. Das kann beispielsweise ein Zugangsausweis oder eine Kreditkarte sein. Das Gerät greift auf die Informationen zu und öffnet bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen die Tür oder bucht eine Geldsumme von der Kreditkarte ab.

Beispiele für Geräte im aktiven Modus:

  • NFC-Kassenterminals im Einzelhandel
  • Smartphones
  • Wearables (digitale Armbänder wie Smartwatches)

Beispiele für Geräte im passiven Modus:

Soll zwischen zwei Geräten eine Datenübertragung erfolgen, müssen beide NFC-fähig sein. Bei den Smartphones und Tablets der neueren Generation sind bereits ab Werk NFC-Chips eingebaut. Ältere Geräte lassen sich mithilfe eines NFC-Stickers von der Bank für mobiles Bezahlen aufrüsten. Ein Funkwellen-Symbol weist auf ein entsprechend fähiges Gerät hin.

Wegen der geringen Funkfrequenz müssen Geräte nahe aneinander gehalten werden. Die 424 Kbits/s Übertragungsrate reicht für schnelle Übertragungen einzelner Fotos, Dokumente oder von Kontodaten aus.

Hinweis

NFC erlaubt sowohl das Senden als auch das Empfangen von Daten. Diese Eigenschaft bildet die Voraussetzung beispielsweise für das Versenden von Dateien oder für mobiles Bezahlen. Reichweite ist nicht hoch, denn das Empfangen von NFC-Signalen ist nicht über Meter hinweg möglich.

Wie funktioniert NFC in Kreditkarten?

Kreditkarten gehören zu den wichtigsten bargeldlosen Zahlungsmitteln. Laut dem Statista-Portal gibt es in Deutschland mehr als 45 Millionen Kreditkarten, wobei die Marken Visa und Mastercard mit insgesamt über 35 Millionen Karten führend sind. In Deutschland können Nutzer dank NFC kontaktlos mit Kreditkarten bezahlen.

Ob deine Kreditkarte mit dem Kontaktlos-Feature ausgestattet ist, erkennst du am NFC-Symbol. Diese WLAN-ähnliche Grafik oder ein Aufdruck von Visa payWave oder MasterCard paypass befindet sich auf der Kartenvorderseite oder Rückseite.

Alle neu ausgegebenen Kreditkarten verfügen über einen NFC-Chip und lassen an geeigneten Kassenterminals kontaktlos zum Bezahlen einsetzen. Wer eine alte Kreditkarte ohne NFC-Chip besitzt, kann sich bei seinem Anbieter eine neue Karte mit NFC ausstellen lassen.

Daten von NFC-Kreditkarten lassen sich nicht nur über Lesegeräte an den Terminals, sondern mithilfe spezieller Apps über Smartphones auslesen.

  • Ein NFC-fähiges Kassenterminal ist leicht erkennbar. Ein Funkwellen-Symbol bzw. „Kontaktlos“-Wellen-Symbol oder ein Aufdruck NFC zeigt an, dass am Terminal kontaktlos mit Karte bezahlt werden kann.
  • Ein Blinken oder Piep-Ton am Terminal bestätigen die erfolgreiche Kontaktlos-Zahlung
  • Zum Bezahlen hältst du deine Karte nahe an das Kassenterminal. Der maximale Abstand muss weniger als vier Zentimeter betragen.
  • Die Bestätigung einer Datenübertragung zeigt ein Signal oder ein Blicken am Terminal an. Bei mehr als 50 Euro gibst du deine PIN ein. Die Zahlungsführung wird auf dem Terminal angezeigt.

Wenn dir mit deiner Kreditkarte kontaktloses Bezahlen durch das Terminal verweigert wird, kann das an einer Deaktivierung der NFC-Funktion oder an einem Defekt der Karte liegen. Der NFC-Chip darf nicht nahe an einen Magneten gehalten werden, da dabei die NFC-Funktion verloren geht. Diese ist aber die Grundvoraussetzung für kontaktlose Zahlungen.

Hinweis

Hast du ein technisches Problem mit deiner Kreditkarte beim kontaktlosen Bezahlen, wende dich am besten an deinen Anbieter und fordere eine neue Kreditkarte an. Die Kontaktlos-Funktion der neuen Kreditkarte wird automatisch aktiviert. Dazu musst du bei der ersten Transaktion die Karte an einem Ladenterminal oder Geldautomaten einstecken und dabei die PIN eingeben.

NFC bei Smartphones – Bezahlen ist nur eine von vielen Funktionen

Gerade haben sich deutsche Verbraucher mit dem kontaktlosen Bezahlen mit Kreditkarte und Girokarten angefreundet, da gibt es mit dem mobilen Bezahlen das nächste Kontaktlos-Zahlungsangebot.

In den neuen Smartphones, Tablets und Wearables sind NFC-Chips eingebaut. Die dazu gehörigen Apps und Bezahldiensten gibt es bereits, an weiteren wird noch gearbeitet. Mit dem Smartphone sollen Zahlungen schneller, übersichtlicher und einfacher durchgeführt werden.

Bezahlmethoden mit dem Smartphone

Das mobile Bezahlen mit dem Smartphone gleicht einer kontaktlosen Zahlung im Vorbeigehen mittels einer NFC-Karte. Die Voraussetzung für Smartphone-Zahlungen ist eine App, über die der Datenaustausch zwischen Terminal und Zahlungsmittel beim Zahlungsvorgang an der Kasse läuft.

Der Zahlungsdienstleister gibt vor, welche App eingesetzt wird. Zu den bekanntesten Anbietern dieser kontaktlosen Bezahltechnik gehören Bezahldienste wie Apple Pay und Google Pay zählen zu den bekanntesten Anbietern dieser mobilen Bezahltechnik.

Die Zahlungs-App funktioniert entweder auf Prepaid-Basis (Wertbetrag vorab aufgeladen) oder durch das Verbinden mit einem anderen Zahlungsmittel (Kreditkarte, Guthabenkarte, Girokonto, PayPal). Das kann sein:

  • Kreditkarte: In der App werden Kreditkartendaten eingegeben und gespeichert. Danach lässt sie sich wie eine Kreditkarte benutzen.
  • Guthabenkarte: In zahlreichen Geschäften wie Drogerien, Tankstellen oder Kiosken sind Guthabenkarten in bestimmten Wertbeträgen für die Bezahl-App Google Pay erhältlich. Mit Eingabe des Codes der Guthabenkarte in der App steht das eingelöste Guthaben per App zum Bezahlen zur Verfügung.
  • Lastschriften: In Bezahl-Apps der Banken, Sparkassen und weiterer Fintechs lassen sich Zahlungen über das Girokonto abwickeln. Das setzt das Angeben der Daten zum Girokonto voraus.
Hinweis

Über die Google Pay App lässt sich PayPal für Smartphone-Zahlungen verwenden. Für Zahlungen wird das vorhandene PayPal-Guthaben verwendet. Bezahlt werden kann darüber hinaus mit jeder im PayPal-Konto gespeicherten Bank.

Das kontaktlose Bezahlen per NFC und Mobilgerät ist einfach. Dazu muss man das Smartphone nahe an das Lesegerät an der Kasse halten, die Zahlung per Fingerabdruck bestätigen und sofort wird der Zahlungsbetrag von der auf dem Mobilgerät hinterlegten Kreditkarte abgebucht. Bis 50 Euro Zahlungssumme ist keine Bestätigung erforderlich.

Apps für kontaktloses Bezahlen

Die Auswahl an Apps beschränkt sich nicht auf Google Pay und Apple Pay. Diese gehören zu den führenden Anbietern, wenn es um das mobile Bezahlen mit dem Smartphone oder der Smartwatch geht. Die Apps sind im Angebot von:

  • Banken (u.a. Deutsche Bank Mobile, BW Bank, Commerzbank, Comdirect, DKB, Paydirekt, N26, Sparkassen-Wallet, Volksbanken Raiffeisenbanken)
  • Technunternehmen (u.a. Apple Pay, Google Pay, Garmin Pay, SwatchPay, Samsung Pay, Fitbit Pay)
  • Zahlungsdienstleister (z.B. Paypal, boon., Revolut, VIMPay)
  • Bonusdienste (z.B. Telekom myWallet, Edeka, PaybackPay)

NFC bei Smartphones: Weitere Funktionen

NFC-Smartphones mit Android können Android Beam nutzen und Daten zwischen zwei Handys übertragen. Daten können Webseiten, Videos, Fotos, Wegbeschreibungen und Kontakte sein. Zum Teilen wird weder WLAN noch Mobilfunk benötigt.

Android-Nutzer können NFC-Tags schreiben und Routineaufgaben automatisieren. Sehr beliebt sind NFC-Sticker. Die Aufkleber sind zwei bis drei Zentimeter im Durchmesser und kosten wenige Euro. Sie lassen sich praktisch überall platzieren. Auf NFC-Stickern werden per App oder Smartphone App Informationen gespeichert, die bei Kontakt ausgelesen werden und eine bestimmte Aktien herbeiführen.

Beispiel

Du schreibst beispielsweise dein Auto-Kennzeichen auf einen NFC-Sticker und klebst diesen an das Armaturenbrett. Beim Scannen mit dem Handy wird angezeigt, dass du dich im Auto befindest. Diese Information kann das Smartphone zu Aktionen anregen, wie „WLAN ausschalten“ oder „Radio einschalten“ oder „Google Maps“ starten.

Tipp

Bei Android lassen sich die Zugangsdaten für ein WLAN-Netzwerk auf ein NFC-Tag schreiben. Andere Android-User können sich einfach mit dem Netzwerk verbinden. Schreibe die WLAN-Daten auf NFC-Aufkleber und bringe ihn in einem Raum an, wo sich Familienmitglieder, Freunde oder Arbeitskollegen aufhalten.

Wie funktioniert die Near Field Communication (NFC) bei Girokarten?

Girokarten gehören zu Deutschlands beliebtesten Zahlungsmitteln, was das bargeldlose Bezahlen anbelangt. Deutschlandweit kann an rund 900.000 Terminals mit der Girocard bezahlt werden. Seit kurzem gibt es die Girokarte mit Kontaktlos-Bezahlfunktion als digitale girocard in der App zusätzlich zur physischen Girokarte mit NFC. Als Bezeichnungen für die Girokarte sind u.a. Debitkarte oder Bankkarte üblich. Girocard-Nutzer können wählen, ob sie kontaktlos mit Karte oder mobil mit Handy-App bezahlen.

Bei Banken, Sparkassen und Volksbanken, die Girokarten bzw. Bankkarten ausgeben, ist dank NFC die Funktion kontaktloses Bezahlen verfügbar. Das Bezahlen mit NFC-Girokarten funktioniert wie mit der NFC-Plastikkreditkarte oder der digitalen Kreditkarte in der App auf dem Smartphone.

Die App für das mobile Bezahlen mit der Girocard wird entweder vom jeweiligen Geldinstitut oder einem Drittanbieter gestellt. In der Google Pay steht PayPal zur Verfügung. Damit können sich Girokarten-Nutzer via PayPal mit ihren Bank- und Sparkassenkonten verbinden. Die jeweiligen Institute müssen kein Google Pay Partner sein.

Die Girocard (Debitkarte) der Sparkassen wurde 2020 in das iPhone integriert. Consorsbank, fidorbank, comdirect, deutsche Bank oder N26 gehören ebenfalls zu den Apple Pay Partnern, wobei über die hinterlegte Kreditkarte oder virtuelle Debitkarte per iPhone App mobil bezahlt werden kann.

Hinweis

Bei einigen Banken können Kunden wählen, ob sie ihre Girokarte / Debitkarte mit oder ohne NFC-Funktion zum kontaktlosen Bezahlen möchten. Nicht immer ist die Freischaltung des NFC-Chips kostenlos. Die TARGOBANK berechnet für eine Dauer von vier Jahren beispielsweise 10 Euro.

Andere NFC Anwendungen – Wo wird NFC noch verwendet?

Über NFC lassen sich zwar nur begrenzt Datenmengen übermitteln, doch tut das den zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten für die Technologie keinen Abbruch. NFC-Chips werden u.a. in Armbändern, Aufklebern, Schlüsselanhängern und Karten sowie mobile Geräte integriert.

Übertragen werden können mittels NFC wie bereits erwähnt Kontaktdaten, Fotos oder Dokumente zwischen Smartphones. Manche Unternehmen verwenden anstelle des QR-Codes auf ihren Werbeplakaten NFC-Stickern.

NFC Anwendungen gibt es beim Erfassen von Arbeitszeiten, Kontrolle und Gewährung von Zugängen, Verhinderung von Diebstahlsicherung oder dem Überwachen von Personen und Waren sowie beim kontaktlosen Bezahlen. Bezahlmittel und Smart Home zählen zu den häufigsten Anwendungsfällen der NFC Technik.

Praktische Anwendungen:

  • Zugangsident zu Parkhäusern per NFC-Handy
  • Identifizierung und Verfolgung von Haustieren
  • Digitale Eintrittskarte (eTicket)
  • NFC-Poster, Prospekt, Werbetafel
  • NFC Kleidung
  • NFC-Implantat
  • Mobile Kundenkarte im Einzelhandel

Welche Daten befinden sich auf dem NFC Chip?

Auf einem NFC-Chip können die verschiedenste Informationen gespeichert werden. Mit einem entsprechenden Lesegerät lassen sich die Daten über Funk auslesen. Bei den gespeicherten Daten kann es sich um einen definierten Text oder um Zahlen- / Buchstaben- Codes handeln.

Zu diesen öffentlichen Daten zählen unter anderem Kontakt- und Zugangsdaten, Kreditkartennummer sowie das Ablaufdatum der Kreditkarte. PIN-Code, der dreistellige Sicherheitscode (Card Validation Code (CVC)) oder Namen werden nicht auf dem Chip gespeichert, sodass sie nicht ausgelesen werden können.

Beim kontaktlosen Bezahlen via NFC werden die Bankdaten zum Lesegerät verschlüsselt gesendet. Die echten Bankdaten bekommt jemand, der die Transaktion möglicherweise ausspäht, nicht zu Gesicht. Mit der verschlüsselten Datenkopie kann ein potentieller Betrüger nichts anfangen.

Wie sicher sind meine Daten und wie schütze ich mich vor NFC-Betrug?

Die Datenübertragung über NFC (Nahfeldkommunikation) ist im Vergleich mit Bluetooth oder WLAN sicherer. Der Grund ist die niedrige Reichweite der NFC-Tags. Auch bei einer Reichweite von wenigen Zentimetern könnte es theoretisch Attacken und Datendiebstähle geben. Allerdings erfordert das einen hohen Aufwand.

Zum einen müsste der Angreifer sich sehr nah am Nutzer aufhalten und zum anderen ein NFC-Fähiges Lesegerät dabei haben. In der Praxis ist das schwer vorstellbar. Für den Datendieb könnte sich die Datenmenge kaum lohnen.

Abgefangen werden könnten nur die auf dem Chip gespeicherten Informationen und die beim Ausspähen übertragen werden. Der Datendiebstahl würde nur dann gelingen, wenn Daten nicht verschlüsselt übertragen werden. Fast immer erfolgt die Datenübertragung verschlüsselt.

Viele Anwendungsmöglichkeiten gelten aufgrund der verschlüsselten Datenübertragung zwischen zwei Geräten als sicher.

Beim Bezahlen via NFC erhält das Lesegerät keinen Zugriff auf die echten Bank- und Kartendaten des Nutzers, denn gesendet wird eine verschlüsselte Kopie. Damit kann praktisch niemand mit derart abgefangenen Informationen etwas anfangen.

Die Sicherheit einer Zahlungskarte mit NFC-Chip gerät dann in Gefahr, wenn sie in die Hände von Kriminellen fällt. Ohne PIN lassen sich nur kleinere Beträge unberechtigt abbuchen.

Für Beträge ab 50 Euro braucht es eine persönliche Authentifizierung via PIN-Eingabe. Nutzer sollten NFC-Tags nicht aus unbekannten Quellen auslesen. Durch Schadsoftware könnten die Kartendaten manipuliert oder gestohlen werden.

Banken und Kartenanbieter: Pflicht zur Aufklärung & Datenschutz

Die Karten ausgebenden Banken und Kartenanbieter müssen ihre Kunden:innen umfassend über Datenhaltung und Datenverarbeitung informieren. Bei Bezahlverfahren unter Nutzung von Smartphones sind über die besonderen Risiken Erklärungen zu liefern. Außerdem müssen Kunden:innen Hinweise zur Risikominimierung erhalten.

Die Kunden:innen sind darüber zu unterrichten, dass eine kostenlose Schutzhülle in der Standardversion zur Verfügung steht. Die NFC-Funktion muss sich jederzeit deaktivieren oder abschalten lassen. Karten ohne NFC-Funktion sind weiterhin anzubieten.

Schutz vor NFC-Betrug beim kontaktlosen Bezahlen: Tipps für Kreditkarten & App

In der Praxis hängt die Sicherheit von NFC-Anwendungen nicht nur vom jeweiligen Anbieter ab. Es kommt wesentlich auf den Umgang der Verbraucher:innen mit der Nahfunktechnologie an. Sicherheitsrisiken kannst du auf diesem Weg minimieren:

Kontaktloses Bezahlen mit NFC-fähigen Debit- oder Kreditkarten

  • Verwahre deine NFC-fähige Bank- oder Kreditkarte in einer geeigneten Schutzhülle, die Funkwellen blockiert und den NFC- Chip vor dem unbefugten Ausspähen schützt.
  • Nimm die Karte nur dann aus der Schutzhülle, wenn du sie zum Bezahlen benötigst.
  • Kontrolliere online regelmäßig alle Kontobewegungen regelmäßig. Bei vielen Banken kannst du einen E-Mail oder SMS-Service nutzen. Du wirst über jede Kartennutzung schnell informiert. Stellst du auffällige Buchungen fest, zeige das unverzüglich deinem Kreditinstitut oder dem Kartenherausgeber an.
  • Bewahre deine Kreditkarte sicher auf, sodass sie nicht in die falschen Hände gelangt. Wenn das passiert, können unabhängig von einer NFC-Funktion unberechtigte Abbuchungen erfolgen.
  • Kreditkarte und Smartphone sollten nicht eng zusammen liegen. Es klingt zwar sehr theoretisch, aber wenn dein Smartphone mit einer Schadsoftware infiziert ist, könnte es als Lesegerät verwendet werden.

Mobile Payment via App

  • Aktiviere die NFC-Funktion deines Smartphones oder anderen Mobilgeräts nur dann, wenn du eine Bezahl-App (für den Bezahlvorgang) einsetzen möchtest. Deaktiviere die NFC-Funktion nach erfolgreichem Abschluss des Bezahlvorgangs.
  • Regelmäßige Updates der Gerätsoftware deines Smartphones und Mobile-Payment-Apps halten Sicheranforderungen auf dem neusten Stand.
  • Anbieter stellen häufig mehrere Sicherheitsfunktionen zur Verfügung, die du nutzen solltest. Dazu gehören Authentifizierung via PIN oder Finger-Scan. In Zukunft werden vermehrt biometrische Authentifizierungsverfahren wie Gesichts-Scan eingesetzt werden..
  • Viele Apps informieren über eine Kartennutzung per Push-Nachricht oder E-Mail. Schaue die immer genau an, damit du beim Feststellen auffälliger Buchungen reagieren kannst.
  • Schütze dein Smartphone mit einem eigenen Geheimcode vor dem Zugriff Unbefugter.
  • Geht deine NFC-fähige Bankkarte oder dein Smartphone mit NFC-App verloren, solltest du schnell reagieren. Zum Sperren deiner Bank- oder Kreditkarte nutzt du die Notrufnummer deines Kreditinstituts.
  • Girokarten- & weitere Zahlungskarten-Inhaber können sich auf der Webseite von Sperr-Notruf 116 116 e.V. einen SOS-Infopass für die Geldbörse oder auf Google play eine Sperr-App auf ihr Smartphone herunterladen. Du trägst die Daten deiner Zahlungskarten ein und kannst anschließend im Notfall Zahlungskarten direkt aus der App sperren. Auf der Webseite findest du auch ein Formular Sperr-Fax für Sprach- und Hörgeschädigte.

Vorteil von Mobile Payment via App: Handy-Sperre statt Kartensperre

Ein Vorteil von Mobile Payment via App besteht darin, dass du im Fall eines Verlusts deines Smartphone keine in der Bezahl-App hinterlegten Zahlungskarten sperren lassen musst. Es reicht aus, dein Smartphone bei Google über die „Mein Gerät finden“-Funktion oder bei Apple zu sperren.

Google Pay oder Apple Pay speichert die hinterlegten Kartendaten nicht auf dem Smartphone und nicht im Zahlungssystem des Händlers. Wenn du mit Google Pay, Apple Pay oder digitalen Girokarte kontaktlos bezahlst, werden die Kartendaten nicht an das Terminal gesendet.

Für den Zahlungsvorgang wird eine künstlich erzeugte bzw. anonymisierte Kartennummer (Token) erstellt. Die Nummer ist einmalig gültig und dient der Verifizierung der Zahlung.

Tipp

Hast du die Rufnummer deines Kartenanbieters bzw. Kreditinstituts nicht zur Hand, nutze den zentralen Sperr-Notruf unter 116 116. Anrufen kannst du rund um die Uhr und innerhalb Deutschlands kostenfrei. Bereithalten muss du für Bankkarten die IBAN oder Bankleitzahl und Kontonummer; für Kreditkarten die Kredit-Kartennummer. Die SIM-Karte eines verlorenen Smartphones kannst du ebenfalls über den Sperr-Notruf sperren. Dazu musst du deine Rufnummer bereithalten.

Bargeldloses Bezahlen in naher Zukunft: Ausblick

Durch Bezahl-Wallets wie Apple Pay und Google Pay werden Kreditkartenmarken praktisch unsichtbar. Visa, Mastercard und Co. haben mit Click-to-Pay eine Kreditkarten-Wallet und eine Antwort auf das Vordringen der Wallets geschaffen.

Click-to-Pay wird seit 2020 in den USA und Kanada eingesetzt, steht seit kurzem auch in Deutschland für Visa und Mastercard Karten zur Verfügung 2021. In das Wallet lassen sich die vorhandenen Karten über den Kartenanbieter oder die Webseiten der Kartenmarken aufnehmen.

Die Entwickler der Click-to-Pay App setzen auf den Trend Tokenisierung. Damit sollen echte Kreditkartennummern und alle weiteren Kartendaten aus dem Zahlungsverkehr herausgehalten werden. Die Daten werden über transaktionsspezifisches Kryptogramm übertragen. Der Token hat noch den Vorteil: Nutzer müssen keine Neueinstellungen nach einem Kartenwechsel vornehmen. Eine neue CVV Sicherheitsnummer (Prüfziffer) oder neues Ablaufdatum wird automatisch verarbeitet.

Fazit: Kontaktlos bezahlen mit NFC ist einfach und geht schnell. Die Sicherheit hängt auch von dir ab.

NFC-Technologie kann über kurze Entfernungen Daten lesen oder senden. Beim kontaktlosen und mobilen Bezahlen werden die Möglichkeiten von NFC genutzt. Smartphones oder Zahlungskarten mit integriertem NFC-Chip werden an ein entsprechendes NFC-Terminal gehalten, schon lassen sich Zahlungen bis zu 50 Euro erledigen und automatisch verbuchen.

NFC ist mehr als nur Bezahlen. Sogenannte NFC-Tags lassen sich mit Informationen versehen und in Läden oder auf Produkten sichtbar anbringen. Der:die Kunde:in kann diese Tags mit einem NFC-fähigen Mobilgerät auslesen und beispielsweise zum Beispiel zusätzliche Produktinformationen, Webseitendaten oder Kontaktadressen erhalten.

Anwendungsmöglichkeiten von NFC gibt es vielfältige im privaten Bereich. Mithilfe von NFC-Tags lassen sich technische Geräte blitzschnell durch das Smartphone steuern. Eine gute Alternative zu Eintrittskarten in Papier- oder Plastikform sind eTickets auf dem Smartphone.

Mobile Payment mit NFC gilt als relativ sicher. Für Betrüger gestaltet sich das Auslesen der Daten als aufwendig. Ohne registriertes Lesegerät werden keine Geldbeträge verbucht.

Behandle Kreditkarten so sicher wie Bargeld. Schütze dein Smartphone mit einem eigenen Zugangscode. Prüfe Zahlungsvorgänge regelmäßig und melde Unregelmäßigkeiten deinem Kartenanbieter bzw. deiner Bank.

FAQ Häufige Fragen und Antworten zum kontaktlosen Bezahlen mit NFC

💳 Wie kann ich erkennen, ob meine Giro- oder Kreditkarte einen NFC-Chip besitzt?

Ob deine Karte NFC-fähig ist, siehst du am auf der Karte aufgedruckten Funk- bzw. WLAN-Symbol. Auf den Kreditkarten findest du zusätzlich Hinweise wie „Paywave“  bei Visa oder „Paypass“  bei Mastercard. Auf Sparkassen-Karten ist es das Girogo-Logo.

💸 Verursacht das kontaktlose Bezahlen zusätzliche Kosten?

Nein, Kontaktloses Bezahlen und die Übertragung verursachen keine zusätzlichen Kosten weder für Karteninhaber noch für Smartphone-Besitzer, etc. Bezahlen musst du unter Umständen die übliche Kartenzahlungsgebühr, die je nach Kartenanbieter ab 0 Euro bis 75 Cent pro Transaktion beträgt.

💰 Bis zu welchem Betrag kann kontaktlos bezahlt werden?

Kontaktloses Bezahlen per Girocard, Kreditkarte oder Smartphone funktioniert innerhalb der für die Kartennutzung geltenden Verfügungsrahmen bzw. Limits. Ist dein Tageslimit auf 500 Euro eingestellt, kannst du bis in dieser Höhe Kartenzahlungen vornehmen, die dann abgebucht werden. Bei Zahlungsbeträgen bis 50 Euro ist keine PIN-Eingabe notwendig.

🔍 Kann ich heute noch Karten ohne NFC-Chip erhalten?

Ja, Neue Kreditkarten und Girokarten werden zwar meist nur mit NFC-Chip ausgestellt, doch kannst du nach wie vor Karten ohne NFC-Chip erhalten. Dazu musst du bei der Bestellung deiner Kreditkarte oder Bankkarte musst du explizit darauf hinweisen, dass du eine Karte ohne NFC-Funktion möchtest. Eine Karte mit NFC lässt sich unter Umständen gegen eine Karte ohne NFC-Funktion austauschen.

❓ Ist es möglich, die NFC Funktion einer Kreditkarte nachträglich abschalten zu lassen?

Ja, Die Kontaktlosfunktion lässt sich deaktivieren. Entweder die Bank deaktiviert die Kontaktlosfunktion der Karte oder schickt eine Ersatzkarte ohne eingebaute NFC-Schnittstelle. Willst du die NFC Funktion selbst deaktivieren, geht das mit einem kleinen Trick. Die Antenne innerhalb der Karte muss unterbrochen werden. Eine Anleitung dazu findest du im Internet. Die Karte ist danach weiterhin normal verwendbar.

🤑 Kann ich mit meiner NFC-fähigen Karte jeden Betrag bezahlen?

Beim kontaktlosen Bezahlen ist der maximale Zahlungsbetrag vom Kartenlimit, Kreditrahmen und ähnlichen Vorgaben abhängig. Bei Zahlungsbeträgen ab 50 Euro musst du immer deinen PIN-Code eingeben.

🤔 Wie häufig bzw. bis zu welchem Betrag kann ich kontaktlos bezahlen und wann benötige ich die PIN (Geheimzahl)?

Mit einer NFC-fähigen Karte kannst du in Geschäften bis zu 50 Euro kontaktlos und ohne PIN-Nummer Eingabe bezahlen. In der Regel musst du nach der fünften Kontaktloszahlung (aus Sicherheitsgründen auch früher) oder bei einem erreichten Zahlungsbetrag von höchstens 150 Euro deine Karten-PIN für weitere fünf Kontaktloszahlungen ohne PIN-Code eingeben.

❓ Wie erfolgt bei kontaktlosen Zahlungen der Informationsaustausch zwischen Karte und Händlerterminal?

Die Karte mit Kontaktlos-Bezahlfunktion enthält einen Mikrochip (EMV-Chip) und Antenne. Darüber erfolgt die Kommunikation mit dem Händlerterminal (z.B dem Kartenlesegerät). Ein NFC-Terminal ist mit einem speziellen Funkwellen-Lesegerät ausgerüstet.

👔 Können mittels einer NFC-Kreditkarte oder Girokarte kontaktlos Bewegungsprofile von mir erstellt werden?

Nein, Kontaktlose Bewegungsprofile von Kunden können mit einer NFC-Kreditkarte oder Girokarte nicht erstellt werden. Mittels App oder Smartphone können lediglich wenige frei auslesbare Daten zugegriffen werden.

💸 Für welche Beträge ist das kontaktlose Bezahlen mit der Kreditkarte geeignet?

Es gibt keine bestimmten Beträge, die nicht für kontaktloses Bezahlen mit der Kreditkarte geeignet wären. Beim kontaktlosen Bezahlen musst du bis 50 Euro (Visa, Mastercard, Girocard) keine PIN-Nummer eingeben. Das vereinfacht und beschleunigt den Zahlungsvorgang. Der maximale Betrag hängt von der genutzten Kreditkarte und den dabei geltenden Bedingungen ab.

📱 Daten von Kreditkarten mit NFC Chip im Smartphone abfischen - Kann ein Smartphone Karten lesen?

Mit einer speziellen Smartphone Scanner App können von der Kreditkarte Nummer und Ablaufdatum ausgelesen. Dazu das Smartphone mit geöffneter App an die Kreditkarte halten. Ein unbemerktes Auslesen der Karte ist kaum möglich, denn der Abstand von Smartphone und NFC-Frequenzbereich beträgt nur bis zu 2 cm. Für NFC-Karten gibt es schützende Portemonnaies oder RFID-Hüllen, eine Ummantelung mit Alufolie reicht schon aus. Will jemand Kreditkarten per NFC auslesen benötigt er direkten Zugriff auf Karte selbst.

Thomas Bär

Veröffentlicht von

Als studierter Ökonom habe ich mich jahrelang in erster Linie mit betriebswirtschaftlichen Problemen befasst. Seit mehr als zehn Jahren sehe ich meine Berufung darin, Wissen und Erfahrungen rund um private Finanzen aufzubereiten und in Ratgeberform zu vermitteln.