Acquiring Bank

Philipp Ollenschlaeger Philipp Ollenschläger Veröffentlicht am: 4. März 2022 Letztes Update: 30. März 2022 Lesezeit: 5 Minuten
Warum uns vertrauen?
Als Onlinebanken.com möchten wir dir dabei helfen, die für dich beste finanzielle Entscheidung zu treffen und gleichzeitig auch zu wissen, warum du sie getroffen hast. Deswegen findest du bei uns Ratgeberartikel und Testberichte. Unsere Testberichte schreiben wir und schauen dann im Anschluss erst, ob wir eine Provision erhalten können. Deswegen bewerten wir auch Anbieter mit guten Noten, die uns keine Provision auszahlen.

In diesem Artikel geht es rund um das Thema Acquiring Banking. Du wirst erfahren, was das überhaupt ist und wofür es benötigt wird. Außerdem stellen wir dir sowohl die damit verbundenen Kosten als auch das Geschäftsmodell näher vor. Gegen Ende des Artikels stellen wir dir die besten Acquirer vor und ziehen ein Fazit. Danach beantworten wir noch die am häufigsten gestellten Fragen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Händler kann mit einem sogenannten Acquirer eine Partnerschaft eingehen, um den Kunden die Zahlung per Kreditkarte zu ermöglichen.
  • Ein Acquirer wird auch als Acquirer Bank bezeichnet und übernimmt den kompletten Bezahlvorgang.
  • Es gibt viele unterschiedliche Anbieter von Acquiring Dienstleistungen, sodass die Auswahl sehr groß ausfällt.
  • Die bekanntesten Kreditkarten, Visa und Mastercard, werden von so ziemlich allen Acquirern unterstützt.
  • Für Händler ist es sehr wichtig, möglichst viele Zahlungsmethoden zu ermöglichen, damit die Kunden den Kauf auch abschließen.

Was ist Acquirer bzw. Acquiring Banking?

In der heutigen Zeit ist es für Online-Shops und traditionelle Geschäfte von größter Bedeutung, möglichst viele verschiedene Zahlungsmethoden anzubieten, da die Kunden immer bequemer werden. Eine der am häufigsten verwendeten Zahlungsmethoden ist dabei die Zahlung mittels einer Kreditkarte. Damit diese Zahlungsmöglichkeit jedoch angeboten werden kann, ist ein sogenannter Acquirer notwendig. Dieser wird auch als Acquirer Bank bezeichnet und stellt quasi die Bank des Händlers dar. Der Händler braucht einen Vertrag mit einem Acquirer, um die Kreditkarte als Zahlungsmethode anbieten zu können.

Aufgaben vom Acquirer

Die Acquiring Bank autorisiert die von Kunden getätigten Zahlungen und sorgt zudem dafür, dass die richtigen Summen von den Kundenkonten abgebucht werden. Da der Acquirer für die Transaktionen verantwortlich ist, trägt er auch das Risiko, falls etwas schief läuft. Er muss daher stets die geltenden Sicherheitsregelungen einhalten. Wenn ein Kunde per Kreditkarte zahlt, dann wickelt die Acquiring Bank den kompletten Bezahlprozess ab und sorgt dafür, dass der korrekte Betrag vom Kundenkonto abgebucht wird und der Händler sein Geld erhält.

Die Kreditkartenzahlungen müssen von einem Konto abgebucht werden können. Falls du noch über kein Konto verfügst oder mit deinem jetzigen nicht zufrieden bist, solltest du dir unseren umfassenden Girokonto Vergleich durchlesen, um das für dich passende Konto zu finden.

Kosten und Geschäftsmodell von Acquirer Banking

Die Kosten dafür, dass sich der Acquirer um die Abwicklung von Kreditkartenzahlungen kümmert, variieren je nach Anbieter. Teilweise wird eine einmalige Gebühr bei Vertragsabschluss erhoben sowie monatliche Kosten. Bestimmte Bearbeitungsvorgänge, wie zum Beispiel eine Stornierung, können zusätzliche Kosten verursachen. Dabei können sich die erhobenen Gebühren auch je nach genutzter Kreditkarte und Kartenanbieter unterscheiden. Häufig hängen die Gebühren auch vom Umsatz ab, da viele Acquirer Gebühren für jede einzelne Transaktion verlangen. Das bedeutet, dass sich die Kosten gemeinsam mit dem Umsatz erhöhen, sodass beide Parteien, sowohl Händler als auch Acquirer, großes Interesse an steigenden Umsätzen haben.

Bekannte Acquirer

Nun möchten wir dir noch einige bekannte Acquirer vorstellen, damit du einen besseren Überblick über diese Branche bekommst. Im folgenden Abschnitt erfährst du daher, wer die besten Anbieter in diesem Markt sind und was sie auszeichnet.

Es gibt in dieser Branche viele verschiedene Anbieter mit unterschiedlichen Gebührenstrukturen, sodass sich ein Vergleich durchaus lohnen kann.

Adyen

Der Sitz von Adyen befindet sich in den Niederlanden. Der Finanzdienstleister, der im Jahr 2006 gegründet wurde, unterstützt die Kreditkartenzahlungen von Visa, Mastercard, UnionPay, JCB, Discover und Diners Club. Da Adyen nicht zu den EC-Netzbetreibern gehört, werden lediglich die Debitkarten von VPAY und Maestro akzeptiert. Weiterhin werden unterschiedliche Kartenterminals von Adyen angeboten. Dazu gehören neben tragbaren Terminals auch solche mit großen Displays, auf denen ein Kunde seine Unterschrift setzen kann.

American Express

Um die Kreditkarten, welche von American Express ausgestellt werden, in seinem Geschäft akzeptieren zu können, muss ein direkter Vertrag mit American Express geschlossen werden. Denn American Express vertreibt keinerlei Lizenzen, sodass andere Acquirer dies nicht anbieten dürfen. Die Gebühren von Transaktionen variieren hierbei je nach Branche und umgesetzten Volumen. Eigene Kartenterminals befinden sich nicht im Angebot von American Express.

SIX Payment Services AG

Die SIX Payment Services AG hat ihren Sitz in der Schweiz und wurde bereits im Jahr 1985 gegründet. Es befinden sich verschiedene Terminals im Angebot. Akzeptiert werden viele Kredit- sowie Debitkarten. Dazu gehören neben Visa und Mastercard, auch Maestro, Discover, Diners Club, VPAY, UnionPay und JCB. Da das Unternehmen zu den EC-Netzbetreibern gehört, kann auch die Girocard als Zahlungsmethode genutzt werden.

CardProcess GmbH

Zu der genossenschaftlichen Finanzgruppe der Volks- und Raiffeisenbanken gehört die CardProcess GmbH. Die Zahlungslösung trägt den Namen VR pay Kompakt. Unterstützt werden Kreditkarten von Visa, Mastercard, VPAY, JCB, Diners Club, Discover, Maestro und UnionPay. Auch über die Girocard kann bezahlt werden, da die CardProcess GmbH zu den EC-Netzbetreibern zählt.

Concardis

Concardis gehört zu den deutschen Anbietern. Das Unternehmen wurde im Jahr 2003 gegründet. Als Netzbetreiber der Girocard stellen Zahlungen mit dieser Karte keinerlei Problem dar. Zudem werden Zahlungen ermöglicht über Visa, Mastercard, Diners Club, UnionPay, Discover, VPAY, JCB und Maestro. Es gibt keine Grundgebühren. Wenn Kartenterminals gemietet werden, fallen allerdings Gebühren in Höhe von 9 Cent pro Transaktion an. Dazu kommen dann noch Transaktionskosten, die von der eingesetzten Karte abhängig sind und Kontogebühren.

PaySquare SE

Da PaySquare SE mittlerweile von dem französischen Finanzunternehmen Worldline aufgekauft wurde, werden die Dienstleistungen nun unter dem Namen Worldline angeboten. Neben mobilen Kartenlesegeräten werden auch stationäre Kartenterminals angeboten. Die Bezahlung per Girocard wird dadurch ermöglicht, dass PaySquare SE zu den EC-Netzbetreibern zählt. Unterstützt werden einige Kreditkarten, wie Mastercard, Visa, Discover, UnionPay, JCB und Diners Club. Zudem werden Zahlungen über die Debitkarten Maestro und VPAY akzeptiert.

Falls du noch auf der Suche nach der richtigen Kreditkarte bist, die von den meisten Händlern akzeptiert wird, dann sieh dir unbedingt unseren ausführlichen Kreditkarten Vergleich an.

Fazit

Ein sogenannter Acquirer ist zwingend notwendig, um es Kunden zu ermöglichen, per Kreditkarte im Geschäft oder online zu zahlen. Damit die Kunden mit ihrer gewohnten Zahlungsmöglichkeit bezahlen können und den Kauf auch abschließen, ist es von größter Bedeutung, möglichst viele Zahlungsmethoden anzubieten. Das bedeutet, dass man als Besitzer eines Geschäfts nicht mehr um eine Acquiring Bank herumkommt. Der Vorteil ist allerdings, dass diese den kompletten Bezahlvorgang übernimmt und zudem das Risiko trägt, falls etwas dabei schief geht. Zudem gibt es viele verschiedene Anbieter in dieser Branche, sodass die Auswahl groß ist.

FAQ: Acquiring Bank

Was macht eine Acquiring Bank?

Eine Acquiring Bank ermöglicht die Kreditkartenzahlung in Geschäften. Dabei übernimmt sie den kompletten Bezahlprozess für den Händler. Ein Vertrag mit einem Acquirer ist zwingend notwendig, wenn Händler Kreditkartenzahlungen in ihrem Geschäft anbieten möchten.

Wie viel kostet ein Acquirer?

Die Kosten unterscheiden sich je nach Anbieter. Teilweise wird eine einmalige Gebühr bei Abschluss des Vertrags und eine monatliche Gebühr verlangt. Dabei können die Gebühren auch variieren, je nachdem, welcher Kreditkartenanbieter genutzt wird. Es können auch zusätzliche Gebühren anfallen, wenn zum Beispiel eine Zahlung storniert wird. Häufig orientieren sich die Gebühren am Umsatz.

Welche bekannte Acquirer gibt es?

Zu den bekanntesten Acquirern zählen Adyen, American Express, SIX Payment Services AG, CardProcess GmbH, Concardis und PaySquare SE.

Philipp Ollenschläger

Veröffentlicht von

Parallel zu meinem Journalismus-Studium habe ich großes Interesse an Wirtschaftsthemen entwickelt, das sich während meiner Arbeit bei einem großen Medizin-Publisher verfestigt hat. Hier habe ich mich häufig mit gesundheitsökonomischen Fragestellungen beschäftigt. Als Vielreisender kenne ich schon lange die Vorteile des bargeldlosen Bezahlens. Diese Erfahrungen helfen mir sehr bei meiner Arbeit als Autor von Ratgebern rund um die Themen Banken, Vermögensaufbau und Kreditkarten.