Tagesgeldvergleich 2020

Das Tagesgeld ist als Anlageprodukt nach wie vor beliebt, auch wenn die Zinsen sich auf einem geringen Niveau befinden. Grund dafür sind vor allem die hohe Sicherheit und die Flexibilität, die mit einem Tagesgeldkonto verbunden sind. Daher könnte das Tagesgeld auch für dich das passende Anlageprodukt sein, wenn du jederzeit über dein Guthaben verfügen möchtest und eine sehr sichere Anlageform suchst. Was du zum Thema Tagesgeld wissen solltest und warum ein Tagesgeldvergleich sehr sinnvoll ist, das erfährst du in unserem Beitrag.

Anlagebetrag
Euro
Anlagedauer
Einlagensicherung
 
Einlagen-
sicherung
Ertrag
Rendite
Banco do Brasil (Wien)
Tagesgeld/Flexgeld24
3.7
* Werte für gewählten Zeitraum, die Berechnung erfolgt auf Basis der aktuellen Zinssätze vom 01.12.2020. Alle Angaben ohne Gewähr, © 2020 financeAds.net
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Was sind die Vorteile von Tagesgeld?

Dass die Bundesbürger selbst in der Niedrigzinsphase mehrere Hundert Milliarden Euro auf einem Spar-, Festgeld- oder Tagesgeldkonto angelegt haben, kommt nicht von ungefähr. Insbesondere diese drei Anlageformen gelten als sehr sicher. Das ist vor allem auf die Einlagensicherung zurückzuführen. Auch beim Tagesgeld ist dein Guthaben nämlich mindestens bis 100.000 Euro geschützt, falls das Konto bei einer Bank geführt wird, die innerhalb der EU ansässig ist. Die hohe Sicherheit ist der größte Vorteil der Tagesgeldanlage.

Prinzipiell kann eine Geldanlage mit den folgenden Risiken ausgestattet sein:

  • Emittentenrisiko
  • Risiko
  • Zinsrisiko
  • Währungsrisiko

Das Emittentenrisiko ist beim Tagesgeld das einzige Risiko. Aber selbst diese Gefahr wird für die meisten Inhaber durch die gesetzliche Einlagensicherung und eine zusätzliche private Einlagensicherung, die zahlreiche deutsche Banken haben, faktisch ausgeschaltet. Ein Kursrisiko gibt es beim Tagesgeld ohnehin nicht, denn dein Guthaben erhältst du stets zu 100 Prozent zurück.

Währungsrisiken existieren nur dann, wenn du dich für ein Tagesgeldkonto entscheidest, welches nicht in Euro geführt wird. Ein Zinsrisiko gibt es nur insoweit, als dass die Bank die Tagesgeldzinsen jederzeit anpassen kann. Aufgrund der Tatsache, dass du das Guthaben jedoch täglich verfügen kannst, besteht dieses Risiko lediglich auf dem Papier.

Neben der hohen Sicherheit ist es ein weiterer Vorteil der Tagesgeldanlage, dass du dein Guthaben – und zwar ohne vorherige Kündigung – jederzeit verfügen kannst. Du kannst also der Bank werktäglich den Auftrag erteilen, einen Teil oder das gesamte Guthaben, welches sich auf dem Konto befindet, auf dein angegebenes Verrechnungsskonto zu transferieren. Diese jederzeitige Verfügbarkeit unterscheidet das Tagesgeld insbesondere vom Festgeld und auch von Spareinlagen. Dort musst du meistens eine vorherige Kündigung des Kontoguthabens vornehmen.

Ein dritter Vorteil ist die hohe Flexibilität. Du kannst jederzeit Geld einzahlen, Geld abbuchen lassen und der Verwendungszweck des Kontos ist dir vollkommen freigestellt. Somit nutzen zahlreiche Anleger das Tagesgeld beispielsweise, um dort vorübergehend Gelder zu parken, die in wenigen Wochen oder Monaten benötigt werden. Darüber hinaus kann das Tagesgeld ebenso als langfristige Geldanlage oder sogar zum regelmäßigen Sparen in Anspruch genommen werden. Die Tagesgeldanlage ist transparent und leicht verständlich, was ebenso zu den Vorzügen dieses Anlageproduktes zählt.

In der Übersicht zeichnet sich das Tagesgeld durch die folgenden Vorzüge aus:

  • Hohe Sicherheit
  • Jederzeitige Verfügbarkeit des Guthabens (ohne vorherige Kündigung)
  • Hohe Transparenz und Flexibilität
  • Leicht verständliches Anlageprodukt

Entscheidend ist die Sicherheit der Bank

Falls du dich für eine Tagesgeldanlage entschieden hast, wirst du dies vermutlich aufgrund der hohen Sicherheit getan haben. Wusstest du aber, dass das Emittentenrisiko zwar durch die gesetzliche Einlagensicherung minimiert ist, es aber dennoch entscheidend für die Sicherheit deiner Anlage ist, für welche Bank du dich entscheidest? Warum das so ist, möchten wir dir gerne im Folgenden erläutern.

Äußerst gering ist das Risiko dann, wenn die Bank zum einen innerhalb der Europäischen Union ansässig ist und dein Guthaben zum anderen maximal 100.000 Euro beträgt. In diesem Fall bist du durch die gesetzliche Einlagensicherung, die für die gesamte EU gilt, in vollem Umfang abgesichert. Was aber passiert, wenn die Bank nicht in einem EU-Staat beheimatet ist oder du mehr als 100.000 Euro anlegen möchtest? In dem Fall ist tatsächlich die Sicherheit der Bank entscheidend, welches Risiko du mit einem Konto eingehen könntest.

Gehen wir davon aus, dass du – vielleicht aufgrund eines höheren Zinses – eine Bank wählen möchtest, die außerhalb der Europäischen Union ihren Hauptsitz hat. In diesem Fall greift nicht die gesetzliche Einlagensicherung, die innerhalb der EU verpflichtend ist. Trotzdem kann es sein, dass in dem Staat, in dem die Bank beheimatet ist, ebenfalls eine Einlagensicherung existiert. Du solltest dann prüfen, bis zu welchem Betrag diese Einlagensicherung reicht und zudem, ob es sich zumindest um eine bekannte und größere Bank handelt.

Gleiches gilt für den Fall, dass du mehr als 100.000 Euro anlegen möchtest. Die meisten deutschen Kreditinstitute sind zwar zusätzlich Mitglied in einem privaten Einlagensicherungsfonds. Daraus resultiert, dass bei manchen Banken Guthaben sogar bis in den Millionen Euro-Bereich pro Kunde abgesichert sind. Allerdings ist dies nicht zwangsläufig der Fall, sodass du im Detail prüfen solltest, wie hoch die Einlagensicherung ist. Umso sicherer und stabiler die kontoführende Bank ist, desto höher ist deine Sicherheit bezüglich des Guthabens.

Zinsbonus und Zinsgarantie erklärt

Noch vor einigen Jahren haben Anleger als Neukunden eine Prämie erhalten, wenn sie ein Tagesgeldkonto eröffnet haben. So wurden beispielsweise 50 bzw. teilweise sogar 100 Euro für die Eröffnung gutgeschrieben oder der Kunde konnte sich alternativ für eine Sachprämie entscheiden. Diese Zeiten sind allerdings vorbei, was vor allem auf die niedrigen Zinsen zurückzuführen ist. Dennoch gibt es bei manchen Tagesgeldanbietern auch heute noch einen sogenannten Zinsbonus. Worum es sich dabei handelt, erfährst du im folgenden Abschnitt.

Der Zinsbonus ist ein zeitlich begrenzter, höherer Tagesgeldzins, den manche Banken für Guthaben auf dem Tagesgeldkonto zahlen. Allerdings erhält nicht jeder Tagesgeldinhaber einen Bonus, sondern in der Regel müssen Anleger die folgenden Voraussetzungen erfüllen:

  • Neukunde
  • Mindest- oder Maximalguthaben
  • Guthaben mehrere Monate nicht verfügen

Nahezu ausnahmslos gibt es den Zinsbonus oder die Zinsgarantie für mehrere Monate nur für Neukunden, die ein Tagesgeldkonto eröffnet haben oder in naher Zukunft eröffnen möchten. Die meisten Banken betrachten solche Anleger als Neukunden, die innerhalb der letzten zwei Jahre kein Tagesgeldkonto bei der Bank geführt haben. Ferner gilt der Zinsbonus in aller Regel nur für ein bestimmtes Guthaben, wobei manche Kreditinstitute ein Mindestguthaben verlangen, andere Banken den Bonus auf ein Maximalguthaben beschränken.

Die dritte Voraussetzung besteht nicht selten darin, dass das Guthaben für einen bestimmten Zeitraum nicht abgehoben wird. Sind alle Voraussetzungen erfüllt, erhält der Inhaber zum Beispiel für einen Zeitraum von sechs Monaten einen um 0,2 Prozent höheren Zinssatz, also einen Zinsbonus. Charakteristisch für einen solchen Bonus ist, dass dieser nur für einen Zeitraum von meistens drei bis sechs Monaten, selten bis zu einem Jahr, gezahlt wird. Ihr solltet versuchen, den Tagesgeldzins auf das Maximum zu steigern.

Zinssätze für Bestandskunden

Den Zinsbonus erhalten ausschließlich Neukunden. Daraus resultiert, dass die Zinssätze für Bestandskunden bei den meisten Banken niedriger sind. Findest du das ungerecht? Die gute Nachricht ist: Du kannst aktiv etwas daran ändern! Zunächst ist es empfehlenswert, einen Tagesgeldvergleich durchzuführen. Anschließend entscheidest du dich für eine Bank, die für Neukunden einen Zinsbonus zahlt.

Da die Führung und Auflösung meistens kostenfrei ist, lohnt sich nicht nur der Tagesgeldvergleich, sondern mitunter ebenfalls der häufigere Wechsel zu einer anderen Bank. Dann bist du nämlich in Abständen immer wieder Neukunde und kannst so mehrfach vom Zinsbonus profitieren. Dementsprechend ist es in der aktuellen Situation wenig ratsam, über einen längeren Zeitraum Bestandskunde einer Bank zu sein, weil eben die Zinssätze für Bestandskunden meistens niedriger als die für Neukunden sind.

Anlagebetrag

Der Anlagebetrage spielt eine eher untergeordnete Rolle. Die meisten Bank haben ein Maximumbetrag, den ihr auf das Tageskonto legen könnt. Bei dieser Anlageform solltet ihr, sofern die nötigen Mittel vorhanden sind, auch den maximalen Betrag anzulegen. Denn hier steigt bei mehr Einsatz nur der Ertrag, das Risiko ist nicht vorhanden.

Wichtige Themen rund um Tagesgeld

In den nächsten Abschnitten möchten wir etwas näher auf wichtige Themen rund um das Tagesgeld eingehen. Mit den entsprechenden Themen und Fragen solltest du dich zumindest grundlegend beschäftigen, damit du für dich selbst feststellen kannst, ob das Tagesgeld überhaupt die geeignete Geldanlage ist.

Warum sollte ich ein Tagesgeldkonto einrichten?

Es gibt im wesentlichen drei Gründe, warum es die passende Geldanlage sein kann. Einrichten solltest du es dann, wenn du einen etwas größeren Betrag nur vorübergehend parken möchtest. Immerhin gibt es noch einen etwas höheren Zins als auf dem Girokonto, auf dem Guthaben meistens gar nicht verzinst werden. Weißt du also, dass du das Geld – zum Beispiel für eine bestimmte Ausgabe – in vier Wochen benötigst, ist es eine geeignete Geldanlage.

Ein weiterer Grund besteht darin, dass du noch nicht genau weißt, wann du einen Geldbetrag benötigst und dein Guthaben daher jederzeit und damit schnell verfügbar sein soll. In diesem Fall ist das Tagesgeld ebenfalls eine gute Anlageform, die sich natürlich zusätzlich durch eine sehr hohe Sicherheit auszeichnet. Daher eignet sich das Konto zum Beispiel auch als Mietkautionskonto, weil gewährleistet werden muss, dass das Geld äußerst sicher angelegt ist.

In der Zusammenfassung existieren insbesondere die zuvor genannten drei Gründe, die für die Einrichtung sprechen:

  • Guthaben vorübergehend parken
  • Guthaben ist jederzeit spontan verfügbar
  • Sehr sichere Anlageform, zum Beispiel als Mündelkonto oder Mietkautionskonto

Wie eröffne ich ein Tagesgeldkonto?

Es existieren grundsätzlich zwei Optionen, wie du ein Konto eröffnen kannst. Der erste Weg ist es, die Geschäftsstelle einer Bank aufzusuchen und dort die Öffnung zu beantragen. Alles Weitere wird dann vom jeweiligen Mitarbeiter veranlasst. Insbesondere jüngere Kunden neigen heutzutage allerdings eher dazu, die Eröffnung online vorzunehmen. Dies ist nicht nur bei deutschen, sondern ebenso bei zahlreichen internationalen Banken möglich. Wenn du also online eröffnen möchtest, kannst du dich an der folgenden Schritt-für Schritt-Anleitung orientieren:

  1. Tagesgeldvergleich durchführen
  2. Bank auswählen und Webseite aufrufen
  3. Menüpunkt „Tagesgeld Konto eröffnen“ auswählen
  4. Online-Formular ausfüllen
  5. Eröffnungsantrag an die Bank senden (meistens online)
  6. Legitimation durchführen (Post- oder VideoIdent-Verfahren)
  7. Zugangsdaten erhalten
  8. Geld vom Verrechnungsskonto auf das neue Konto transferieren

Die gesamte Kontoeröffnung dauert in der Regel weniger als 20 Minuten, zumindest für den Teil, den du aktiv beisteuern musst.

Wie sicher ist mein Geld?

Die Sicherheit des Geldes hängt von mehreren Faktoren ab, insbesondere:

  • Wird das Tagesgeld in Euro geführt?
  • In welchem Land ist der Hauptsitz der Bank?
  • Gibt es eine gesetzliche und /oder private Einlagensicherung?
  • Wie hoch ist das Guthaben?

Als hochgradig sicher kannst du dein Guthaben vor allem dann bezeichnen, wenn du maximal 100.000 Euro bei einer Bank angelegt hast, deren Hauptsitz sich innerhalb der EU befindet. In dem Fall greift die gesetzliche Einlagensicherung bis zu einem Betrag von 100.000 Euro. Weniger sicher ist ein Geld unter der Voraussetzung, dass die Bank nicht in der EU beheimatet ist oder das Tagesgeldkonto nicht in Euro geführt wird. Dann kommt nämlich ein zusätzliches Währungsrisiko hinzu. Entwickelt sich der Devisenkurs ungünstig, kann es sogar sein, dass du – in Euro umgerechnet – Verluste erleidest. Die Sicherheit hängt also maßgeblich davon ab, bei welcher Bank bzw. in welchem Land du dein Tagesgeldkonto eröffnest und führen lässt.

Warum Tagesgeldkonto statt Girokonto nutzen?

Hast du dir schon einmal die Frage gestellt, warum du überhaupt ein Tagesgeldkonto eröffnen sollst, wenn du dein Geld doch eigentlich ebenso auf dem Girokonto verwahren kannst? Berechtigt ist diese Frage definitiv, allerdings lässt sie sich auch eindeutig beantworten. Das Tagesgeldkonto ist auf der einen Seite genauso sicher wie das Girokonto und du kannst bei beiden Bankkonten dein Guthaben jederzeit ohne vorherige Kündigung verfügen. Bezüglich dieser zwei Eigenschaften gibt es also einen „Patt“ zwischen den beiden Kontenarten.

Allerdings hat das Tagesgeldkonto in einer anderen Rubrik einen deutlichen Vorteil gegenüber dem Girokonto. Dieser Vorteil besteht darin, dass du auf dem Tagesgeldkonto – wenn auch einen relativ geringen – Zins für dein Guthaben erhältst. Auf dem Girokonto ist dies – bis auf ganz wenige Ausnahmen – nicht der Fall. Daher lohnt es sich insbesondere bei etwas größeren Guthaben, diese auf einem Tagesgeld- statt auf dem Girokonto zu verwahren. Ferner kannst du als Neukunde vom bereits angesprochenen Bonuszins profitieren, den es auf dem Girokonto nicht gibt.

Wie ist die Besteuerung beim Tagesgeld?

Die Zinsen, die als Ertrag für die Tagesgeldanlage gezahlt werden, müssen vom Inhaber versteuert werden. In diesem Fall greift die sogenannte Abgeltungssteuer, die auf alle Erträge aus Kapitalvermögen gezahlt werden muss. Die Abgeltungssteuer beträgt 25 Prozent der Zinsen, die du für deine Tagesgeldanlage erhältst. Allerdings: Du kannst zuvor deinen persönlichen Sparer-Pauschbetrag in Anspruch nehmen, der sich auf 801 Euro (alleinstehend) bzw. 1.602 Euro (verheiratet) beläuft. Was bedeutet das?

Der zuvor genannte Pauschbetrag steht jedem Bürger in Deutschland zu. Es handelt sich dabei um einen Freibetrag, bis zu dem Einkünfte auf Kapitalvermögen nicht besteuert werden. Damit dieser Sparer-Pauschbetrag greift, kannst du der kontoführenden Bank einen sogenannten Freistellungsauftrag erteilen. Damit weist du das kontoführende Institut an, keine Abgeltungssteuer abzuführen, falls die Zinserträge diesen freigestellten Betrag nicht überschreiten.

Was das für deine Tagesgeldanlage bedeuten kann, möchten wir im folgenden Beispiel verdeutlichen:

  • Guthaben: 100.000 Euro
  • Zinssatz: 0,4 Prozent
  • Zinsen pro Jahr: 400 Euro
  • Freistellungsauftrag über: 500 Euro
  • Steuerlast: 0 Euro

In diesem Fall beträgt ein Freistellungsauftrag 500 Euro und es fallen Zinserträge von 400 Euro im Jahr an. Du hast also deinen Sparer-Pauschbetrag von 801 Euro nicht ausgeschöpft, sodass in diesem Fall für die Zinsen keine Abgeltungssteuer fällig wird. Liegt der Zinsertrag hingegen zum Beispiel bei 900 Euro, müsste die Bank auf Grundlage des „überschüssigen Ertrages“ (hinsichtlich deines Freistellungsauftrages) von exakt 400 Euro ausgehend Abgeltungssteuer abführen.

Kann ein Tagesgeldkonto eine Altersvorsorge sein?

Klare Antwort: theoretisch ja, praktisch aber nein! Prinzipiell könntest du ein Tagesgeldkonto zwar als Altersvorsorge nutzen, weil es keine begrenzte Laufzeit gibt, das Guthaben äußerst sicher ist und du das Geld jederzeit verfügen kannst. Praktisch aber eher nein. Deutlich dagegen spricht – zumindest in der aktuellen Zinsphase –  die viel zu geringe Rendite!

Derzeit erhältst du einen durchschnittlichen Zins von meistens nicht einmal 0,4 Prozent. Mit dem Zins kann nicht einmal die Inflationsrate, also die Geldentwertung, ausgeglichen werden. Aus dem Grund ist ein es in der Praxis nicht zum Aufbau einer Altersvorsorge geeignet. Diesbezüglich gibt es deutlich bessere Anlageformen, wie zum Beispiel Investmentfonds, Aktien oder auch Anleihen.

Referenzkonto

Das Tagesgeldkonto funktioniert nicht wie das übliche Girokonto. Normalerweise müsst ihr beim Eröffnen ein sogenanntes Referenzkonto angeben. Auf eben dieses Konto findet die Zinsauszahlung statt. Oder aber euer komplettes Guthaben. Bedenkt dabei bitte, dass Tagesgeld zwar relativ schnell verfügbar ist, dadurch aber noch ein bisschen Verzug entstehen kann, weil ihr über das Geld erst wieder verfügen könnt, wenn es auf dem Referenzkonto angekommen ist.

Tagesgeldkonto oder Festgeldkonto?

Manche Anleger verwechseln das Tagesgeldkonto mit einem Festgeldkonto oder umgekehrt. Tatsächlich bestehen einige Gemeinsamkeiten zwischen diesen zwei Anlagekonten. Sowohl das Tagesgeld- als auch das Festgeldkonto sind äußerst sicher, weil ein Schutz durch die Einlagensicherung existiert. In beiden Fällen erhalten Anleger Zinsen für Guthaben, die sich auf dem jeweiligen Konto befinden. Allerdings existieren einige Unterschiede zwischen beiden Anlagekonten, die – je nach Ziel und Situation des Kunden – entscheidend für die Wahl sein können.

Ein gravierender Unterschied zwischen dem Tagesgeldkonto und dem Festgeldkonto besteht darin, dass das Guthaben auf dem Ersteren jederzeit verfügbar ist, beim Festgeldkonto jedoch nicht. Bei einer Festgeldanlage wird das Kapital des Anlegers – wie der Name bereits verrät – für einen bestimmten Zeitraum festgelegt. Die üblichen Laufzeiten bewegen sich bei Festgeldanlagen zwischen 30 Tagen und mehreren Jahren. Wenn du also beispielsweise dein Geld für drei Jahre auf dem Festgeldkonto angelegt hast, kommst du vorher nicht an das Guthaben heran.

Ein zweiter Unterschied zwischen dem Tagesgeldkonto und dem Festgeldkonto ist meistens die Mindestanlagesumme. Diese ist beim Tagesgeld entweder gar nicht vorhanden oder sehr gering, während bei der Festgeldanlage meistens – je nach Bank – zwischen mindestens 5.000 und 10.000 Euro angelegt werden müssen.

Aus diesen Unterschieden resultiert, dass das Tagesgeldkonto in erster Linie für Anleger die bessere Wahl ist, die ihr Geld schnell verfügbar haben möchten oder noch nicht genau wissen, wann sie das Guthaben benötigen. Das Festgeldkonto hingegen ist dann die bessere Entscheidung, wenn du ungefähr absehen kannst, wie lange du das Guthaben auf jeden Fall nicht angreifen musst. Dann zeigt sich der Vorteil des Festgeldkontos darin, dass der Zinssatz – insbesondere bei den längeren Laufzeiten – in der Regel etwas höher als beim Tagesgeldkonto ist.

Stay at home Tagesgeld mit VideoIdent

In der aktuellen Coronakrise ist der Slogan „Stay at home“ allseits bekannt. Damit ist nicht wortwörtlich gemeint, dass man den ganzen Tag Zuhause bleiben soll, sondern unnötige Kontakte und Menschenansammlungen vermeidet werden. Daraus abgeleitet gibt es inzwischen auch den Begriff des Stay at home Tagesgeldes. Damit ist gemeint, dass die Eröffnung vollständig von Zuhause aus funktioniert.

Die Folge ist, dass du nicht zur Filialbank musst, sondern alles online erledigen kannst. Ebenfalls weg fällt die Legitimation per PostIdent-Verfahren, denn auch dann müsstest du das Haus verlassen, um dich in der nächsten Postfiliale zu legitimieren. Aus diesen Gründen ist mit dem Stay at home Tagesgeld ein Tagesgeldkonto gemeint, bei dem Beantragung und Legitimation vollständig online funktionieren. Das bedeutet, dass es sich um ein Tagesgeldangebot mit der Legitimationsart VideoIdent handeln muss.

In diesem Fall weist du deine Identität gegenüber der Bank dadurch nach, dass du mit einem Mitarbeiter eine Webcam-Verbindung aufbaust und deinen Ausweis in die Kamera hältst. Alternativ oder zusätzlich funktioniert dieses Verfahren mittlerweile auch per App. Unter dieser Voraussetzung ist der gesamte Prozess der Kontoeröffnung nebst Legitimation online und somit von Zuhause aus möglich. Da immer mehr Banken – sowohl im Anlage- als auch im Finanzierungsbereich – das VideoIdent- Verfahren anbieten, gibt es dementsprechend öfter das Stay at home Tagesgeld.

Wo bekommt man höhere Zinsen?

Für das Tagesgeld entscheiden sich die weitaus meisten Anleger nicht aufgrund der Rendite, sondern wegen der hohen Sicherheit. Unter Renditegesichtspunkten ist es eine äußerst schlechte Wahl, denn es gibt eine Reihe von Anlageformen, bei der du wesentlich bessere Erträge erzielen kannst. Daher stellst du dir eventuell die Frage, wo man höhere Zinsen bekommt.

Die Antwort ist relativ einfach und dennoch zutreffend: nahezu überall! Falls du nicht zwingend auf Zinsen festgelegt bis, sondern ebenfalls eine andere Ertragsform infrage kommt, bieten sich zum Beispiel die folgenden Anlagealternativen an:

  • Investmentfonds
  • Aktien
  • Beteiligungen
  • Anleihen

Möchtest du hingegen bei den Zinsen als Renditeart bleiben, gibt es weitere interessante Alternativen. Es handelt sich dabei zum einen um Immobilien Crowdinvesting und zum anderen um die sogenannten P2P-Kredite. Noch nie gehört? Wir erklären es dir.

Immobilien Crowdinvesting ist eine Anlageform, bei der du mit wenig Kapital in einzelne Immobilienprojekte investieren kannst. Dies funktioniert über eine sogenannte Crowdinvesting Plattform. Dort werden interessante Immobilienprojekte von Initiatoren veröffentlicht, die Kapital für ihr Projekt benötigen. Du als Anleger kannst oftmals schon ab 250 oder sogar 100 Euro Geld anlegen. Das Kapital ist allerdings in der Regel über mehrere Jahre gebunden. Du erhältst oft eine attraktive Verzinsung von durchschnittlich zwischen vier bis sechs Prozent.

Eine weitere Anlagevariante, bei der du wesentlich höhere Zinsen als beim Tagesgeld erwarten kannst, sind sogenannte P2P-Kredite. Diese Darlehen werden nicht von Banken, sondern von Privatpersonen vergeben, und zwar ebenfalls über eine Plattform im Internet. Diese nennen sich allerdings nicht Crowdinvesting-, sondern Crowdlending-Plattformen. P2P-Kredite sind als Peer-to-peer Kredite Darlehen, die von Privatpersonen an Privatpersonen vergeben werden. Der Kreditgeber verleiht sein Geld an eine Privatperson und erhält dafür im Gegenzug einen Zins, wie er für Kredite üblich ist. Je nachdem, wie gut die Bonität des Kreditsuchenden ist, können sich die Zinsen durchaus im Bereich zwischen drei bis zehn Prozent bewegen.

Tagesgeldkonten nur mit Einlagensicherung nach EU-Richtlinie!

Wer sein Geld auf einem Tagesgeldkonto wirklich sicher anlegen möchte, der sollte beim Tagesgeldvergleich unbedingt darauf achten, in welchem Land die infrage kommenden Bank ansässig ist. Die meisten Experten empfehlen, ausschließlich Tagesgeldkonten mit einer Einlagensicherung nach EU-Richtlinie in Anspruch zu nehmen. Das bedeutet: Anleger entscheiden sich für ein Kreditinstitut, welches in einem EU-Staat seinen Hauptsitz hat. Dann greift automatisch die gesetzlich innerhalb der EU vorgeschriebene Einlagensicherung nach der existierenden EU-Richtlinie. Unter dieser Voraussetzung ist das Risiko tatsächlich minimal, dass – bei einer Insolvenz der kontoführenden Bank – das Guthaben auf dem Tagesgeldkonto verloren ist oder nur in Teilen zurückgezahlt werden kann.

Häufige Fragen zum Tagesgeld

✈️ Wie hoch sind die Limits?

Die meisten Banken haben die möglichen Guthaben auf ihren Tagesgeldkonten limitiert. Dies ist vor allem seit der Niedrigzinsphase der Fall. Häufig findet sich die Bedingung, dass das Tagesgeldkonto nur bis zu einem maximalen Guthaben von 20.000 Euro genutzt werden kann. Manche Kreditinstitute staffeln die Zinssätze nach Anlagesumme. In dem Fall erhältst du zum Beispiel für 10.000 Euro Guthaben auf dem Tagesgeldkonto einen höheren Zinssatz als für 50.000 Euro. Diese Limits sind für dich vor allem dann interessant, wenn du einen größeren Betrag auf dem Tagesgeldkonto anlegen möchtest. Dann ist es empfehlenswert, diesen auf zwei oder mehr Tagesgeldkonten zu verteilen.

❌ Wie kündige ich mein Tagesgeldkonto?

Diese Frage ist einfach zu beantworten: du musst dein Guthaben auf dem Tagesgeldkonto nicht kündigen! Im Gegensatz zu Sparkonten sind Tagesgeldkonten nicht mit einer Kündigungsfrist versehen. Du kannst das Guthaben demzufolge jeden Tag und ohne vorherige Kündigung abrufen. Lediglich unter der Voraussetzung, dass du eine Barauszahlung in einer Geschäftsstelle wünscht, solltest du der Bank natürlich einige Tage vorher mitteilen, dass du den Betrag benötigst.

❓ Geld für Autokauf auf Tagesgeldkonto parken?

Das Tagesgeldkonto ist insbesondere dann die ideale Anlageform, wenn du Geld für wenige Wochen oder Monate zwischenparken möchtest. Daher ist es ebenso möglich, Geld für einen bevorstehenden Autokauf auf dem Konto zu deponieren. Das Guthaben ist sicher und du kannst es jederzeit – auch spontan – verfügen.