Tagesgeld-Vergleich 2022

Wer bietet die beste Rendite?

Feda Mecan
| Anzahl Artikel: 383
Geschäftsführer und Investment-Experte Letzte Überarbeitung am 5. September 2022

Du investierst eher in klassische Anlageprodukte? Tagesgeldkonten sind nach wie vor sehr beliebt, weil sie eine hohe Sicherheit und Flexibilität bieten. Obwohl die Zinsen aktuell auf einem geringen Niveau sind, könnte ein Tagesgeldkonto dennoch das Richtige für dich sein, wenn du jederzeit über dein Guthaben verfügen möchtest.

Wir helfen dir bei der Auswahl.

  • Schnell: Du findest sofort den besten Zins für dein Geld.
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Gib deinen Anlagebetrag in unseren Rechner ein, wähle die Anlagedauer aus und entscheide, ob du eine deutsche Einlagensicherung bevorzugst. Unterhalb der Tabelle helfen wir dir unter anderem mit wichtigen Themen, die sich um das Tagesgeld drehen. Viel Spaß beim Investieren!

Unsere Top 3 Empfehlungen zum Tagesgeldvergleich

Nach wie vor rangieren Tagesgelder in der Gunst konservativer Anleger:innen ganz weit oben. Im Gegensatz zu Anleihen fallen keine Kosten mit dem Erwerb an. Die Konten werden gebührenfrei geführt und unterliegen der europäischen Einlagensicherung. Auch wenn der Kapitalmarkt für alle Teilnehmer derselbe ist, gibt es doch deutliche Unterschiede. Unsere Empfehlungen zielen zwangsläufig in erster Linie auf die Zinsen ab, da die Rahmenbedingungen bei Tagesgeldkonten, bis auf kleinste Unterschiede, identisch sind. Bei der Auswahl des geeigneten Anbieters solltest du auch einmal einen Blick über die deutschen Grenzen hinaus werfen. Wir tun es, denn mit Zinsbrokern steht dir der gesamte europäische Markt offen. Wir haben zwar eine Europäische Zentralbank, aber durchaus nationalstaatliche Unterschiede bei den Zinsen.

pbb direkt

Starten wir unsere Empfehlungsreihe doch gleich einmal mit einem Exoten. Die Deutsche Pfandbriefbank, pbb, ist zwar nicht exotisch, ihr Tagesgeldangebot setzt sich jedoch von den Mitbewerbern ab. Die Geschichte der Bank geht zurück zum Jahr 1869. Heute ist die pbb Bestandteil der auf Finanzierungen spezialisierten Hypo Real Estate Holding (HRE). Das Besondere am Angebot der pbb direkt ist, dass die Anlage in US-Dollar erfolgt und die Verzinsung entsprechend höher als bei Euro-Anlagen ausfällt.

Die wichtigsten Daten

  • Deutlich höhere Verzinsung bei Anlage in US-Dollar
  • 0,25 Prozent Rendite (Stand September 2022)
  • Einzahlung erfolgt in Euro
  • Mindestanlagebetrag 5.000 US-Dollar
  • Ab 500.000 US-Dollar Einlage Zinssatz nur noch 0,05 Prozent jährlich (Stand September 2022)
  • Optional auch Konten für Minderjährige möglich
Vorteile
  • Anlagebetrag unterliegt der europäischen Einlagensicherung bis zu einer Höhe von 100.000 Euro je Anleger:in
  • US-Dollar bieten auch die Option auf zusätzliche Kursgewinne bei Konvertierung
  • Maximale Flexibilität und Gebührenfreiheit
  • Kontoeröffnung vollständig digital möglich
  • Zinsgutschrift erfolgt in US-Dollar
Nachteile
  • Mögliche Kursrisiken beim Rücktausch von US-Dollar in Euro
* Werte für gewählten Zeitraum, die Berechnung erfolgt auf Basis der aktuellen Zinssätze vom 27.11.2022 . Alle Angaben ohne Gewähr, © 2022 financeAds.net
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Südtiroler Sparkasse

Orientieren wir uns bei der Auswahl eines Tagesgeldkontos an der Rendite, ist in Deutschland mit Euro-Anlagen gerade kein Blumentopf zu gewinnen. Südtirol bietet offensichtlich mehr als die Obstblüte in Meran oder das Après-Ski an der Sella Ronda. Zumindest die Südtiroler Sparkasse setzt mit ihrem Tagesgeldangebot auch für Deutsche Akzente abseits des Tourismus. Und praktischerweise ist das Institut mit einer Niederlassung in München vertreten. Damit entfällt der Umweg über einen Zinsbroker.

Die wichtigsten Daten

  • 0,15 Prozent Zinsen jährlich (Stand September 2022)
  • Gelder unterliegen der gesetzlichen italienischen Einlagensicherung mit 100.000 Euro je Anleger:in
  • Konto kann als Gemeinschaftskonto eröffnet werden
  • Kein Mindestanlagebetrag
  • Kein maximaler Anlagebetrag
Vorteile
  • Mangels Mindestanlagebetrag ist das Konto für jede/n eine Option
  • Zinszahlung erfolgt vierteljährlich, was wiederum den Zinseszinseffekt steigert
  • Vollständig digitale Kontoeröffnung möglich
  • Sehr einfache Verwaltung durch Onlinebanking
Nachteile
  • Das Angebot der Südtiroler Sparkasse weist keine Defizite oder Risiken auf
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Aion Bank

Die Aion Bank dürfte hierzulande nur den wenigsten Anleger:innen ein Begriff sein. Sie ist allerdings ein Beleg dafür, dass Belgien einiges mehr zu bieten hat als Pommes frites und Pralinen. Die Aion Bank existiert in der heutigen Form erst seit dem Jahr 2020, allerdings ging sie aus der Banca Monte dei Paschi di Siena hervor. Bei der italienischen Mutter handelt es sich um die älteste Bank der Welt. Die Aion Bank unterscheidet bei den Zinsen nicht zwischen Neu- und Bestandskund:innen. Wir bieten dir den Zugriff auf die Aion Bank und den damit verbundenen Bonus über den Zinsbroker Zinspilot.

Die wichtigsten Daten

  • Mindestanlagebetrag 1 Euro
  • Maximaler Anlagebetrag 100.000 Euro
  • Kund:innengelder unterliegen bis zu einer Höhe von 100.000 Euro der europäischen Einlagensicherung
  • Referenzkonto für Zinspilot bei der Sutor Bank notwendig
  • Zinsen sind Tagesgeld-üblich variabel
  • 0,06 Prozent Rendite pro Jahr (Stand September 2022)
Vorteile
  • Mit 1 Euro Mindestanlagebetrag für jede/n eine Option
  • Einfache und schnelle Abwicklung durch Zinspilot, keine gesonderte Kontoeröffnung notwendig
  • Keinerlei Kosten oder Gebühren
Nachteile
  • Einzahlungen und Auszahlungen sind nur zum 1. oder 15. eines Monats möglich
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Tagesgeldvergleich Vergleichsrechner

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Was sind die Vorteile von Tagesgeld?

Dass die Bundesbürger:innen selbst in der Niedrigzinsphase mehrere Hundert Milliarden Euro auf einem Spar-, Festgeld- oder Tagesgeldkonto angelegt haben, kommt nicht von ungefähr. Insbesondere diese 3 Anlageformen gelten als sehr sicher. Das ist vor allem auf die Einlagensicherung zurückzuführen. Auch beim Tagesgeld ist dein Guthaben nämlich bis mindestens 100.000 Euro geschützt, falls das Konto bei einer Bank geführt wird, die innerhalb der EU ansässig ist. Die hohe Sicherheit ist der größte Vorteil der Tagesgeldanlage.

Prinzipiell kann eine Geldanlage mit den folgenden Risiken ausgestattet sein:

  • Emittentenrisiko
  • Kursrisiko
  • Zinsrisiko
  • Währungsrisiko

Das Emittentenrisiko ist beim Tagesgeld das einzige der genannten Risiken. Aber selbst diese Gefahr wird für die meisten Anleger:innen durch die gesetzliche Einlagensicherung und eine zusätzliche private Einlagensicherung, worüber zahlreiche deutsche Banken verfügen, faktisch ausgeschaltet. Ein Kursrisiko gibt es beim Tagesgeld ohnehin nicht, denn dein Guthaben erhältst du stets zu 100 Prozent zurück.

Währungsrisiken existieren nur dann, wenn du dich für ein Tagesgeldkonto entscheidest, welches nicht in Euro geführt wird. Ein Zinsrisiko gibt es nur insoweit, als dass die Bank die Tagesgeldzinsen jederzeit anpassen kann. Aufgrund der Tatsache, dass du das Guthaben jedoch täglich verfügen kannst, besteht dieses Risiko lediglich auf dem Papier.

Neben der hohen Sicherheit ist es ein weiterer Vorteil der Tagesgeldanlage, dass du dein Guthaben – und zwar ohne vorherige Kündigung – jederzeit verfügen kannst. Du kannst also der Bank werktäglich den Auftrag erteilen, einen Teil oder das gesamte Guthaben, welches sich auf dem Konto befindet, auf dein angegebenes Verrechnungskonto zu transferieren. Diese jederzeitige Verfügbarkeit unterscheidet das Tagesgeld besonders vom Festgeld und auch von Spareinlagen. Dort musst du meist vorab eine Kündigung des Kontos vornehmen.

Ein dritter Vorteil ist die hohe Flexibilität. Du kannst jederzeit Geld einzahlen, Geld abbuchen lassen und der Verwendungszweck des Kontos ist dir vollkommen freigestellt. Somit nutzen zahlreiche Anleger:innen das Tagesgeld beispielsweise, um dort vorübergehend Gelder zu parken, die in wenigen Wochen oder Monaten benötigt werden. Darüber hinaus kann das Tagesgeld ebenso als langfristige Geldanlage oder sogar zum regelmäßigen Sparen in Anspruch genommen werden. Die Tagesgeldanlage ist transparent und leicht verständlich, was ebenso zu den Vorzügen dieses Anlageproduktes zählt.

In der Übersicht zeichnet sich das Tagesgeld durch die folgenden Vorzüge aus:

  • Hohe Sicherheit
  • Jederzeitige Verfügbarkeit des Guthabens (ohne vorherige Kündigung)
  • Hohe Transparenz und Flexibilität
  • Leicht verständliches Anlageprodukt

Entscheidend ist die Sicherheit der Bank

Falls du dich für eine Tagesgeldanlage entschieden hast, wirst du dies vermutlich aufgrund der hohen Sicherheit getan haben. Wusstest du aber, dass das Emittentenrisiko zwar durch die gesetzliche Einlagensicherung minimiert ist, es dennoch entscheidend für die Sicherheit deiner Anlage ist, für welche Bank du dich entscheidest? Warum das so ist, möchten wir dir gerne im Folgenden erläutern.

Äußerst gering ist das Risiko dann, wenn die Bank zum einen innerhalb der Europäischen Union ansässig ist und dein Guthaben zum anderen maximal 100.000 Euro beträgt. In diesem Fall bist du durch die gesetzliche Einlagensicherung, die für die gesamte EU gilt, in vollem Umfang abgesichert. Was aber passiert, wenn die Bank nicht in einem EU-Staat beheimatet ist oder du mehr als 100.000 Euro anlegen möchtest? In dem Fall ist tatsächlich die Sicherheit der Bank entscheidend, welches Risiko du mit einem Konto eingehen könntest.

Gehen wir davon aus, dass du – vielleicht aufgrund höherer Zinsen – eine Bank wählen möchtest, die außerhalb der Europäischen Union ihren Hauptsitz hat. In diesem Fall greift nicht die gesetzliche Einlagensicherung, die innerhalb der EU verpflichtend ist. Trotzdem kann es sein, dass in dem Staat, in dem die Bank beheimatet ist, ebenfalls eine Einlagensicherung existiert. Du solltest dann prüfen, bis zu welchem Betrag diese Einlagensicherung reicht und zudem, ob es sich zumindest um eine bekannte und größere Bank handelt.

Gleiches gilt für den Fall, dass du mehr als 100.000 Euro anlegen möchtest. Die meisten deutschen Kreditinstitute sind zwar zusätzlich Mitglied in einem privaten Einlagensicherungsfonds. Daraus resultiert, dass bei manchen Banken Guthaben sogar bis in den Millionen-Euro-Bereich pro Kund:in abgesichert sind. Allerdings ist dies nicht zwangsläufig der Fall, sodass du im Detail prüfen solltest, wie hoch die Einlagensicherung ist. Umso sicherer und stabiler die kontoführende Bank ist, desto höher ist deine Sicherheit bezüglich des Guthabens.

Zinsbonus und Zinsgarantie erklärt

Noch vor einigen Jahren haben Anleger:innen als Neukund:innen eine Prämie erhalten, wenn sie ein Tagesgeldkonto eröffnet haben. So wurden beispielsweise 50 bzw. teilweise sogar 100 Euro für die Eröffnung gutgeschrieben oder Kund:innen konnten sich alternativ für eine Sachprämie entscheiden. Diese Zeiten sind allerdings vorbei, was vor allem auf die niedrigen Zinsen zurückzuführen ist. Dennoch gibt es bei manchen Tagesgeldanbietern auch heute noch einen sogenannten Zinsbonus.

Der Zinsbonus ist ein zeitlich begrenzter höherer Tagesgeldzins, den manche Banken für Guthaben auf dem Tagesgeldkonto zahlen. Allerdings erhalten nicht alle Tagesgeldinhaber:innen einen Bonus, sondern in der Regel müssen sie die folgenden Voraussetzungen erfüllen:

  • Neukund:in
  • Mindest- oder Maximalguthaben
  • Guthaben mehrere Monate nicht verfügen

Nahezu ausnahmslos gibt es den Zinsbonus oder die Zinsgarantie für mehrere Monate nur für Neukund:innen, die ein Tagesgeldkonto eröffnet haben oder in naher Zukunft eröffnen möchten. Die meisten Banken betrachten solche Anleger:innen als Neukund:innen, die innerhalb der letzten 2 Jahre kein Tagesgeldkonto bei der Bank geführt haben. Ferner gilt der Zinsbonus in aller Regel nur für ein bestimmtes Guthaben, wobei manche Kreditinstitute ein Mindestguthaben verlangen, andere Banken den Bonus auf ein Maximalguthaben beschränken.

Die dritte Voraussetzung besteht nicht selten darin, dass das Guthaben für einen bestimmten Zeitraum nicht abgehoben wird. Sind alle Voraussetzungen erfüllt, erhalten Inhaber:innen zum Beispiel für einen Zeitraum von 6 Monaten einen um 0,2 Prozent höheren Zinssatz, also einen Zinsbonus. Charakteristisch für einen solchen Bonus ist, dass dieser nur für einen Zeitraum von meist 3 bis 6 Monaten, selten bis zu einem Jahr, gezahlt wird. Du solltest versuchen, den Tagesgeldzins auf das Maximum zu steigern.

Zinssätze für Bestandskund:innen

Den Zinsbonus erhalten ausschließlich Neukund:innen. Daraus resultiert, dass die Zinssätze für Bestandskund:innen bei den meisten Banken niedriger sind. Findest du das ungerecht? Die gute Nachricht ist: Du kannst aktiv etwas daran ändern! Zunächst ist es empfehlenswert, einen Tagesgeld-Vergleich durchzuführen. Anschließend entscheidest du dich für eine Bank, die für Neukund:innen einen Zinsbonus zahlt.

Da die Führung und Auflösung meist kostenfrei ist, lohnt sich nicht nur der Tagesgeld-Vergleich, sondern mitunter ebenfalls ein häufigerer Wechsel zu anderen Banken. Dann bist du nämlich in Abständen immer wieder Neukund:in und kannst so mehrfach vom Zinsbonus profitieren. Dementsprechend ist es in der aktuellen Situation wenig ratsam, über einen längeren Zeitraum Bestandskund:in einer Bank zu bleiben, weil eben die Zinssätze für Bestandskund:innen meistens niedriger ausfallen als die für Neukund:innen.

Anlagebetrag

Der Anlagebetrag spielt eine eher untergeordnete Rolle. Die meisten Banken haben einen Maximalbetrag, den du auf das Tagesgeldkonto legen kannst. Bei dieser Anlageform solltest du versuchen, sofern die nötigen Mittel vorhanden sind, auch den maximalen Betrag anzulegen. Denn hier steigt bei mehr Einsatz nur der Ertrag, das Risiko bleibt gleich gering.

Wichtige Themen rund ums Tagesgeld

In den nächsten Abschnitten möchten wir näher auf wichtige Aspekte rund um das Tagesgeld eingehen. Mit den entsprechenden Themen und Fragen solltest du dich zumindest grundlegend beschäftigen, damit du für dich selbst feststellen kannst, ob das Tagesgeld überhaupt die geeignete Geldanlage ist.

Warum sollte ich ein Tagesgeldkonto einrichten?

Es gibt im Wesentlichen 3 Gründe, warum es die passende Geldanlage sein kann. Einrichten solltest du es dann, wenn du einen etwas größeren Betrag nur vorübergehend deponieren möchtest. Immerhin gibt es noch einen etwas höheren Zins als auf dem Girokonto, auf dem Guthaben meist gar nicht verzinst werden. Weißt du also, dass du das Geld – zum Beispiel für eine bestimmte Ausgabe – in 4 Wochen benötigst, ist es eine geeignete Geldanlage.

Ein weiterer Grund besteht, wenn du noch nicht genau weißt, wann du einen Geldbetrag benötigst und dein Guthaben daher jederzeit und schnell verfügbar sein soll. In diesem Fall ist das Tagesgeld ebenfalls eine gute Anlageform, die sich natürlich zusätzlich durch eine sehr hohe Sicherheit auszeichnet. Daher eignet sich das Konto zum Beispiel auch als Mietkautionskonto, weil gewährleistet werden muss, dass das Geld äußerst sicher angelegt ist.

Für die Einrichtung eines Tagegeldkontos sprechen folgende Vorzüge:

  • Guthaben kann vorübergehend deponiert werden
  • Guthaben ist jederzeit spontan verfügbar
  • Sehr sichere Anlageform, zum Beispiel als Mündelkonto oder Mietkautionskonto

Wie eröffne ich ein Tagesgeldkonto?

Es existieren grundsätzlich 2 Optionen, wie du ein Konto eröffnen kannst. Der erste Weg ist, die Geschäftsstelle einer Bank aufzusuchen und dort die Eröffnung zu beantragen. Alles Weitere wird dann vom dortigen Personal veranlasst. Insbesondere jüngere Kund:innen neigen heutzutage allerdings eher dazu, die Eröffnung online vorzunehmen. Dies ist nicht nur bei deutschen, sondern ebenso bei zahlreichen internationalen Banken möglich. Wenn du also online eröffnen möchtest, kannst du dich an der folgenden Schritt-für Schritt-Anleitung orientieren:

  1. Tagesgeld-Vergleich durchführen
  2. Bank auswählen und Webseite aufrufen
  3. Menüpunkt „Tagesgeldkonto eröffnen“ auswählen
  4. Onlineformular ausfüllen
  5. Eröffnungsantrag an die Bank senden (meistens online)
  6. Legitimation durchführen (Post- oder VideoIdent-Verfahren)
  7. Zugangsdaten erhalten
  8. Geld vom Verrechnungskonto auf das neue Konto transferieren
Info

Die gesamte Kontoeröffnung dauert in der Regel weniger als 20 Minuten – zumindest der Teil, den du aktiv beisteuern musst.

Wie sicher ist mein Geld?

Die Sicherheit des Geldes hängt von mehreren Faktoren ab, insbesondere:

  • Wird das Tagesgeld in Euro geführt?
  • In welchem Land ist der Hauptsitz der Bank?
  • Gibt es eine gesetzliche und /oder private Einlagensicherung?
  • Wie hoch ist das Guthaben?

Als hochgradig sicher kannst du dein Guthaben vor allem dann bezeichnen, wenn du maximal 100.000 Euro bei einer Bank angelegt hast, deren Hauptsitz sich innerhalb der EU befindet. In dem Fall greift die gesetzliche Einlagensicherung bis zu einem Betrag von 100.000 Euro. Weniger sicher ist dein Geld unter der Voraussetzung, dass die Bank nicht in der EU beheimatet ist oder das Tagesgeldkonto nicht in Euro geführt wird. Dann kommt nämlich ein zusätzliches Währungsrisiko hinzu. Entwickelt sich der Devisenkurs ungünstig, kann es sogar sein, dass du – in Euro umgerechnet – Verluste erleidest. Die Sicherheit hängt also maßgeblich davon ab, bei welcher Bank oder in welchem Land du dein Tagesgeldkonto eröffnest und führen lässt.

Warum Tagesgeldkonto statt Girokonto nutzen?

Hast du dir schon einmal die Frage gestellt, warum du überhaupt ein Tagesgeldkonto eröffnen sollst, wenn du dein Geld doch eigentlich ebenso auf dem Girokonto verwahren kannst? Berechtigt ist diese Frage definitiv, allerdings lässt sie sich auch eindeutig beantworten. Das Tagesgeldkonto ist auf der einen Seite genauso sicher wie das Girokonto und du kannst bei beiden Bankkonten dein Guthaben jederzeit ohne vorherige Kündigung verfügen. Bezüglich dieser zwei Eigenschaften gibt es also einen „Patt“ zwischen den beiden Kontoarten.

Allerdings hat das Tagesgeldkonto in einer Hinsicht einen deutlichen Vorteil gegenüber dem Girokonto: Beim Tagesgeld erhältst du einen – wenn auch relativ geringen – Zins für dein Guthaben. Auf dem Girokonto ist dies – bis auf ganz wenige Ausnahmen – nicht der Fall. Daher lohnt es sich insbesondere bei etwas größeren Guthaben, diese auf einem Tagesgeld- statt auf dem Girokonto zu verwahren. Ferner kannst du als Neukund:in vom bereits angesprochenen Bonuszins profitieren, den es auf dem Girokonto nicht gibt.

Wie ist die Besteuerung beim Tagesgeld?

Die Zinsen, die als Ertrag für die Tagesgeldanlage gezahlt werden, müssen von Inhaber:innen versteuert werden. In diesem Fall greift die sogenannte Abgeltungssteuer, die auf alle Erträge aus Kapitalvermögen gezahlt werden muss. Die Abgeltungssteuer beträgt 25 Prozent der Zinsen, die du für deine Tagesgeldanlage erhältst. Allerdings: Du kannst zuvor deinen persönlichen Sparerpauschbetrag in Anspruch nehmen, der sich auf 801 Euro (alleinstehend) oder 1.602 Euro (verheiratet) beläuft. Was bedeutet das?

Der zuvor genannte Pauschbetrag steht allen Bürger:innen in Deutschland zu. Es handelt sich dabei um einen Freibetrag, bis zu dessen Grenze Einkünfte auf Kapitalvermögen nicht besteuert werden. Damit dieser Sparerpauschbetrag greift, kannst du der kontoführenden Bank einen sogenannten Freistellungsauftrag erteilen. Damit weist du das Institut an, keine Abgeltungssteuer abzuführen, falls die Zinserträge diesen freigestellten Betrag nicht überschreiten.

Was das für deine Tagesgeldanlage bedeuten kann, verdeutlicht folgendes Beispiel:

  • Guthaben: 100.000 Euro
  • Zinssatz: 0,4 Prozent
  • Zinsen pro Jahr: 400 Euro
  • Freistellungsauftrag über: 500 Euro
  • Steuerlast: 0 Euro

In diesem Fall beträgt ein Freistellungsauftrag 500 Euro und es fallen Zinserträge von 400 Euro im Jahr an. Du hast also deinen Sparerpauschbetrag von 801 Euro nicht ausgeschöpft, sodass in diesem Fall für die Zinsen keine Abgeltungssteuer fällig wird. Liegt der Zinsertrag hingegen zum Beispiel bei 900 Euro, müsste die Bank auf Grundlage des „überschüssigen Ertrages“ (hinsichtlich deines Freistellungsauftrages) von exakt 400 Euro ausgehend Abgeltungssteuer abführen.

Kann ein Tagesgeldkonto eine Altersvorsorge sein?

Klare Antwort: theoretisch ja, praktisch aber nein! Prinzipiell könntest du ein Tagesgeldkonto zwar als Altersvorsorge nutzen, weil es keine begrenzte Laufzeit gibt, das Guthaben äußerst sicher ist und du das Geld jederzeit verfügen kannst. Praktisch aber eher nein. Deutlich dagegen spricht – zumindest in der aktuellen Zinsphase – die viel zu geringe Rendite!

Hinweis

Derzeit erhältst du einen durchschnittlichen Zins von meist weniger als 0,4 Prozent. Mit dem Zins kann nicht einmal die Inflationsrate, also die Geldentwertung, ausgeglichen werden. Aus diesem Grund ist ein Tagesgeld in der Praxis nicht zum Aufbau einer Altersvorsorge geeignet. Diesbezüglich gibt es deutlich bessere Anlageformen wie zum Beispiel Investmentfonds, Aktien oder auch Anleihen.

Referenzkonto

Das Tagesgeldkonto funktioniert nicht wie das übliche Girokonto. In der Regel musst du beim Eröffnen ein sogenanntes Referenzkonto angeben. Auf ebendieses Konto findet die Auszahlung der Zinsen statt. Oder aber deines kompletten Guthabens. Bedenke dabei bitte, dass Tagesgeld zwar relativ schnell verfügbar ist, aber dennoch Verzug entstehen kann, weil du über das Geld erst dann verfügen kannst, wenn es auf dem Referenzkonto angekommen ist.

Tagesgeld- oder Festgeldkonto?

Manche Anleger:innen verwechseln das Tagesgeldkonto mit einem Festgeldkonto oder umgekehrt. Tatsächlich bestehen einige Gemeinsamkeiten zwischen diesen beiden Anlagekonten. Sowohl das Tagesgeld- als auch das Festgeldkonto sind äußerst sicher, weil ein Schutz durch die Einlagensicherung existiert. In beiden Fällen erhalten Anleger:innen Zinsen für Guthaben, die sich auf dem jeweiligen Konto befinden. Allerdings gibt es einige Unterschiede zwischen beiden Anlagekonten, die – je nach Ziel und Situation des / der Kund:in – entscheidend für die Wahl sein können.

Ein gravierender Unterschied zwischen dem Tagesgeld- und dem Festgeldkonto besteht darin, dass das Guthaben auf Ersterem jederzeit verfügbar ist, beim Festgeldkonto jedoch nicht. Bei einer Festgeldanlage wird das Kapital von Anleger:innen – wie der Name bereits verrät – für einen bestimmten Zeitraum festgelegt. Die üblichen Laufzeiten bewegen sich bei Festgeldanlagen zwischen 30 Tagen und mehreren Jahren. Wenn du also beispielsweise dein Geld für 3 Jahre auf dem Festgeldkonto angelegt hast, kannst du während dieser Zeit nicht auf das Guthaben zugreifen.

Ein zweiter Unterschied zwischen Tages- und Festgeld ist meistens die Mindestanlagesumme. Diese ist beim Tagesgeld entweder gar nicht vorhanden oder sehr gering, während bei der Festgeldanlage meistens – je nach Bank – zwischen mindestens 5.000 und 10.000 Euro angelegt werden müssen.

Aus diesen Unterschieden resultiert, dass das Tagesgeldkonto in erster Linie für Anleger:innen, die ihr Geld schnell verfügbar haben möchten oder noch nicht genau wissen, wann sie das Guthaben benötigen, die bessere Wahl ist. Das Festgeldkonto hingegen ist dann die bessere Entscheidung, wenn du ungefähr absehen kannst, wie lange du das Guthaben auf jeden Fall nicht angreifen musst. Dann profitierst du davon, dass der Zinssatz – insbesondere bei den längeren Laufzeiten – etwas höher als beim Tagesgeldkonto ausfällt.

Stay-at-home-Tagesgeld mit VideoIdent

In der aktuellen Coronakrise ist der Slogan „Stay at home“ allseits bekannt. Damit ist nicht wortwörtlich gemeint, dass man den ganzen Tag zu Hause bleiben soll, sondern dass unnötige Kontakte und Menschenansammlungen vermieden werden. Daraus abgeleitet gibt es inzwischen auch den Begriff des Stay-at-home-Tagesgeldes. Damit ist gemeint, dass die Eröffnung vollständig von zu Hause aus funktioniert.

Der Vorteil ist, dass du nicht zur Filialbank musst, sondern alles online erledigen kannst. Ebenfalls weg fällt die Legitimation per Postident-Verfahren, denn auch dafür müsstest du das Haus verlassen, um dich in der nächsten Postfiliale vorzustellen. Mit dem Stay-at-home-Tagesgeld ist also ein Tagesgeldkonto gemeint, bei dem die Beantragung vollständig online erfolgen kann. Das bedeutet, dass es sich um ein Tagesgeldangebot mit der Legitimationsart VideoIdent handeln muss.

In diesem Fall weist du deine Identität gegenüber der Bank dadurch nach, dass du mit einem / einer Mitarbeiter:in eine Webcam-Verbindung aufbaust und deinen Ausweis in die Kamera hältst. Alternativ oder zusätzlich funktioniert dieses Verfahren mittlerweile auch per App. Unter dieser Voraussetzung ist der gesamte Prozess der Kontoeröffnung nebst Legitimation online und somit von zu Hause aus möglich. Da immer mehr Banken – sowohl im Anlage- als auch im Finanzierungsbereich – das VideoIdent-Verfahren anbieten, gibt es entsprechend immer häufiger das Stay-at-home-Tagesgeld.

Wo bekommt man höhere Zinsen?

Für das Tagesgeld entscheiden sich die weitaus meisten Anleger:innen nicht aufgrund der Rendite, sondern wegen der hohen Sicherheit. Unter dem Rendite-Aspekt ist es eine äußerst schlechte Wahl, denn es gibt eine Reihe von Anlageformen, mit welchen du wesentlich bessere Erträge erzielen kannst. Dies ist bei nahezu allen anderen Formen der Geldanlage der Fall.

Solltest du aber nicht zwingend auf Zinsen festgelegt sein und könnte eventuell auch eine andere Ertragsform infrage kommen, bieten sich die folgenden Anlage-Alternativen an:

  • Investmentfonds
  • Aktien
  • Beteiligungen
  • Anleihen

Möchtest du hingegen bei den Zinsen als Renditeart bleiben, gibt es weitere interessante Alternativen. Es handelt sich dabei zum einen um Immobilien-Crowdinvesting und zum anderen um die sogenannten P2P-Kredite. Noch nie gehört? Wir erklären es dir.

Immobilien-Crowdinvesting ist eine Anlageform, bei der du mit wenig Kapital in einzelne Immobilienprojekte investieren kannst. Dies funktioniert über eine sogenannte Crowdinvesting-Plattform. Dort werden interessante Immobilienprojekte von Initiatoren veröffentlicht, die Kapital für ihr Projekt benötigen. Du als Anleger:in kannst oftmals schon ab 250 oder sogar 100 Euro Geld anlegen. Das Kapital ist allerdings in der Regel über mehrere Jahre gebunden. Du erhältst oft eine attraktive Verzinsung von durchschnittlich zwischen 4 und 6 Prozent.

Eine weitere Anlagevariante, bei der du wesentlich höhere Zinsen als beim Tagesgeld erwarten kannst, sind sogenannte P2P-Kredite. Diese Darlehen werden nicht von Banken, sondern von Privatpersonen vergeben, und zwar ebenfalls über Plattformen im Internet. Diese nennen sich allerdings nicht Crowdinvesting-, sondern Crowdlending-Plattformen. P2P-Kredite (Peer-to-Peer-Kredite) sind Darlehen, die von Privatpersonen an Privatpersonen vergeben werden. Kreditgeber:innen verleihen ihr Geld an Privatpersonen und erhalten dafür im Gegenzug einen Zins, wie er für Kredite üblich ist. Je nachdem, wie gut die Bonität der Kreditsuchenden ist, können sich die Zinsen durchaus im Bereich zwischen 3 und 10 Prozent bewegen.

Tagesgeldkonten nur mit Einlagensicherung nach EU-Richtlinie!

Wer sein Geld auf einem Tagesgeldkonto wirklich sicher anlegen möchte, sollte beim Tagesgeld-Vergleich unbedingt darauf achten, in welchem Land die infrage kommende Bank ansässig ist. Die meisten Expert:innen empfehlen, ausschließlich Tagesgeldkonten mit einer Einlagensicherung nach EU-Richtlinie in Anspruch zu nehmen. Das bedeutet: Anleger:innen entscheiden sich für ein Kreditinstitut, welches in einem EU-Staat seinen Hauptsitz hat. Dann greift automatisch die gesetzlich innerhalb der EU vorgeschriebene Einlagensicherung gemäß der bestehenden EU-Richtlinie. Unter dieser Voraussetzung ist das Risiko tatsächlich minimal, dass bei einer Insolvenz der kontoführenden Bank das Guthaben auf dem Tagesgeldkonto verloren ist oder nur in Teilen zurückgezahlt werden kann.

Häufige Fragen zum Tagesgeld

Wie hoch sind die Limits beim Tagesgeld?

Die meisten Banken haben die möglichen Guthaben auf ihren Tagesgeldkonten limitiert. Dies ist vor allem seit der Niedrigzinsphase der Fall. Häufig findet sich die Bedingung, dass das Tagesgeldkonto nur bis zu einem maximalen Guthaben von 20.000 Euro genutzt werden kann. Manche Kreditinstitute staffeln die Zinssätze nach Anlagesumme. Wenn dies der Fall ist, erhältst du zum Beispiel für 10.000 Euro Guthaben auf dem Tagesgeldkonto einen höheren Zinssatz als für 50.000 Euro. Diese Limits sind für dich vor allem dann interessant, wenn du einen größeren Betrag auf dem Tagesgeldkonto anlegen möchtest. Dann ist es empfehlenswert, diesen auf 2 oder mehr Tagesgeldkonten zu verteilen.

Wie kündige ich mein Tagesgeldkonto?

Du musst dein Guthaben auf dem Tagesgeldkonto nicht kündigen. Im Gegensatz zu Sparkonten sind Tagesgeldkonten nicht mit einer Kündigungsfrist versehen. Du kannst das Guthaben demzufolge jeden Tag und ohne vorherige Kündigung abrufen. Lediglich unter der Voraussetzung, dass du eine Barauszahlung in einer Geschäftsstelle wünschst, solltest du der Bank natürlich einige Tage vorher mitteilen, dass du den Betrag benötigst.

Sollte ich das Geld für einen Autokauf auf dem Tagesgeldkonto parken?

Das Tagesgeldkonto ist insbesondere dann die ideale Anlageform, wenn du Geld für wenige Wochen oder Monate zwischenparken möchtest. Daher ist es eine gute Möglichkeit, den Betrag für einen bevorstehenden Autokauf auf dem Konto zu deponieren. Das Guthaben ist sicher und du kannst es jederzeit – auch spontan – verfügen.

Unsere Tagesgeldkonto-Testberichte in der Übersicht

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Feda Mecan

Veröffentlicht von

Ich investiere seit mehreren Jahren in internationale Start-ups und habe 2015 OnlineBanken.com gegründet, um ein transparentes und unabhängiges Finanzportal in Deutschland zu etablieren.