OnlineBanken

Alles zu den Angeboten bei Onlinebanken

Die Historie der Online Banken reicht weit zurück. Banken ohne eigenes Filialnetz gibt es nicht erst seit dem Internet oder dem Fax. Einige der heutigen Internet Banken haben ihre Wurzeln noch in der Zeit, in der Kreditinstitute ohne eigene Filialen als Direktbanken populär wurden. Der Fokus dieser Vorläufer der reinen online Banken lag jedoch nicht auf dem Universalbankgeschäft, wie es heute der Fall ist. Es handelte sich vielmehr um sehr spezialisierte Häuser. Wer eine schnelle Übersicht braucht, für den haben wir hier unseren Girokonto-Rechner. Wir informieren hier jedoch noch viel tiefergehend und versuchen möglichst viele Vor- und Nachteile einzelner Produkte zu erklären, da ein Konto mehr ist als nur “keine Kontoführungsgebühr”.

Zwei Beispiele für die Entwicklung von Online-Banking

Die Norisbank, seit 2006 einhundertprozentige Tochter der Deutsche Bank AG, ist ein schönes Beispiel für den Wandel einer Bank im Laufe der Jahre. 1954 wurde sie vom Versandhaus Quelle unter dem Namen Noris Kaufhilfe mit der Funktion einer reinen Teilzahlungsbank ins Leben gerufen. Nach einem wechselvollen Bankenleben, welches auch eine Zeit lang das Geschäftsmodell einer Filialbank mit einschloss, wurde sie im Jahr 2012 von der Konzernmutter zur reinen Online-Banking Anlaufstelle umfunktioniert. Dabei wurden alle Filialen geschlossen. Die Norisbank setzt beim Banking heute ihren Schwerpunkt auf Privatkredite, Girokonto und Kreditkarte. Einlagen und Wertpapiere spielen keine nennenswerte Rolle bei dem Berliner Geldhaus. Der Startschuss für die ING DiBa, nach eigener Auskunft Deutschlands größte Direktbank mit über acht Millionen Kunden fiel im Jahr 1965 als Bank für Spareinlagen und Vermögensbildung auf Betreiben des damaligen SPD-Politikers Gerhard Leber. Die Bank sollte Arbeitnehmern die Chance geben, die neu eingeführten Vermögenswirksamen Leistungen mit überdurchschnittlichen Zinsen anlegen zu können. Nach zahlreichen Fusionen und Übernahmen präsentiert sich die ING DiBa heute als Full Service Bank mit dem kompletten Produktportfolio für private Kunden. Bei der Betrachtung der Onlinebanken muss zwischen drei Institutsarten unterschieden werden:

  • Reine Onlinebank
  • Onlinebanken als Ableger von Filialinstituten
  • Von den etablierten Filialbanken gezielt ausgelagerte Onlinebanken, die nur das reine Internetgeschäft betreiben.
  • Rein für Smartphone und Table Nutzer ausgelegte Unternehmen, die manchmal am Ende nur ein Frontend anbieten wie N26 bei ihrem Anfang (inzwischen hat man eine eigene Banklizenz)

Unterschiedliche Motivationen für die Gründung

Den vier genannten Banktypen liegen seitens der Betreiber unterschiedliche Motivationen zugrunde. Grundsätzlich war das Ziel, über eingesparte Personal- und Filialkosten günstigere Konditionen anzubieten. In der Zeit vor dem Internet waren Direktbanken nur für eine kleine Kundengruppe interessant. Die Affinität der nachwachsenden Kunden zu Onlinekäufen, dies schließt auch Bankgeschäfte mit ein, hat die Filialbanken aber teilweise zu Aktivitäten genötigt, um den Anschluss an Onlinebanken nicht zu verlieren. Während es bei einigen Geschäftsmodellen völlig reibungslos verläuft, bedingen andere Modelle konzerneigene Konkurrenz und „Kannibalismus“.

Reine Onlinebanken

Institute wie die ING DiBa, die historisch schon als Direktbank sehr erfolgreich agiert hat, mussten ihr Geschäftsmodell lediglich um den Vertriebskanal Internet erweitern als der Computer ins Spiel kam. Die Bestandskunden waren es gewohnt, nur per Telefon, Post oder Telefax mit dem Haus zu korrespondieren. Die günstigeren Konditionen waren es ihnen wert. Das Internet war also kein Motivationsfaktor, um den Geschäftsbetrieb als Online- oder Direktbank zu betreiben. Gleiches gilt für die sogenannten Autobanken. Die bekanntesten Institute sind die Mercedes-Bank, VW-Bank und Audi-Bank. Ursprünglich auch schon einige Jahrzehnte zurückliegend gegründet um Absatzfinanzierungen für die Händler zu ermöglichen, handelt es sich heute um Vollbanken, die ebenfalls vom Girokonto über Wertpapiere, Einlagen, Kredite und Baufinanzierungen das gesamte Privatkundenportfolio abdecken. Die Kunden dieser Nischenbanken kennen ihr Kreditinstitut nur als Direktbank, das Internet und der Computer, bzw. das Tablet und das Smartphone haben lediglich den Zugang und Kontakt erleichtert.

Ob mobiles Banking, eine einfache Möglichkeit die Debitkarte (bzw. die Kreditkarte) zu beantragen oder das Einholen des Kontoauszugs, alles das machte das Internet viel leichter für die Direktbanken. Das Konto ist damit für die Kunden viel fühlbarer geworden.

Spezialinstitute aus dem Ausland etablieren sich als Onlinebanken

Anders verhält es sich, wenn sich Anleger einen Tagesgeldvergleich anschauen. Die besten Konditionen werden von Banken angeboten, die zum einen kein Filialnetz unterhalten, zum anderen aber auch rein auf das Einlagengeschäft fokussiert sind. Dabei handelt es sich um deutsche Töchter ausländischer Institute, die den Kunden als reine Onlinebanken nur Tagesgelder oder Termingelder anbieten. Seitens dieser Institute gibt es weder einen Grund noch das Interesse, im Filialgeschäft zusätzlich aktiv werden zu müssen.

Online-Banking als Ableger von Filialinstituten

Die DKB Bank, Tochter der Bayerischen Landesbank, verfolgt eine zweigleisige Vertriebsstrategie. Mit der Gründung im Jahr 1990 wurde sie die erste private Bank der DDR. Nach einem wechselvollen kurzen Vorleben wurde das Unternehmen im Jahr 1995 an die Bayerische Landesbank verkauft. Während sie im Westen als reine Onlinebank wahrgenommen wird und eine überdurchschnittliche Popularität erfahren hat, verfügt sie in den neuen Bundesländern noch über 15 Filialen. Eine ähnliche Zwitterfunktion findet sich bei der WüstenrotDirect. Dieses Unternehmen, gegründet von der Wüstenrotbausparkasse als Wüstenrot Bank AG, sollte zunächst die Finanzierungen der Bausparer abwickeln. Mit der Gründung der Bank und deren Filialen sah aber der klassische Außendienst seine Tätigkeit und damit die Einnahmen gefährdet. Da sich das Filialgeschäft nicht entsprechend entwickelte, wurden die Filialen wieder geschlossen und es kam zu einer Fusion mit der Wüstenrot Hypothekenbank AG. Das Ergebnis war die erste Universalbank mit Pfandbrieflizenz. Für die Kunden bedeutete die Schließung der Filialen allerdings nicht, dass sie ohne persönliche Betreuung blieben. Die WüstenrotDirect als reines Online-Banking Unternehmen greift auf Kundenwunsch auf die Betreuung durch den Außendienst vor Ort zurück. Dabei bietet das Unternehmen die volle Angebotspalette einer Universalbank inklusive eines überdurchschnittlichen Investmentfondsuniversums an. Die Beispiele DKB und WüstenrotDirect zeigen, dass es für eine augenscheinliche Onlinebank durchaus die Möglichkeit gibt, mit Onlinekonditionen zu operieren, andererseits aber einen, wenn auch eingeschränkten, persönlichen Service vor Ort zu bieten.

Von Filialbanken ausgelagerte Onlinebanken

Dass eine Filialbank durch die Kostenstruktur andere Konditionen aufrufen muss, als eine personal- und fast mietkostenfreie Onlinebank, versteht sich von selbst. Nun handelt es sich bei den meisten Banken um Konzerne oder Konzernbestandteile. Größere Sparkassen zählen ebenfalls zu der hier angesprochenen Gruppe von Instituten. Die Abwanderung der Kunden von den Filialinstituten hin zu den Onlinebanken konnte von den Filialbanken nicht ignoriert werden. Es boten sich für einige Chefetagen daher zwei Optionen. Entweder sah man zu, wie Kunden zu anderen Instituten wechselten, was schade für die Filialen, aber auch schlecht für den Konzern war. Oder es wurde ein eigenes Onlineinstitut gegründet, was schade für die Filialen, aber gut für den Konzern war. Die Norisbank, reduziert auf das Kreditgeschäft, ist ein solcher Fall. Die Konditionen sind deutlich besser als die der Deutsche Bank PGK AG, auch in Bezug auf deren spezielle Onlinekredite. Der Vorteil für die Deutsche Bank PGK AG liegt darin, dass die Filialen im Kreditgeschäft zwar Geschäftsrückgänge verzeichnen, im Konzern dafür das Ergebnis wahrscheinlich nach wie vor gleich gut ist. Ein ähnliches Beispiel bietet die Frankfurter Sparkasse. Mit der Gründung der 1822Direkt als Onlinetochter haben die Filialen zwar Kunden und damit Umsatzvolumina eingebüßt. Für die Geschäftsleitung der Gesamtsparkasse zeichnete sich aber ein deutlich besseres Bild, da Abwanderungen der Kunden aus dem Konzern verhindert werden konnten. Das populärste Beispiel liefert die comdirect. Als reine Onlinetochter der Commerzbank gehört sie heute mit der ING DiBa und der DKB zu den drei großen deutschen Onlinebanken. Natürlich generieren die Norisbank, die 1822Direkt und die comdirect eigene Kunden. Die Ausgründungen fußten zu Beginn jedoch auf der Tatsache, dass, wenn es schon Abwanderungen aus der Filialbank gab, dann bitte zu den Onlinetöchtern, damit es im Konzern nur Verschiebungen, aber keinen Verlust gab. Der Konkurrenzkampf innerhalb des eigenen Hauses macht den Filialen allerdings massiv zu schaffen.

Reine Benutzeroberflächen als “Banken”

Klingt immer etwas kompliziert aber mit dem Smartphone-Boom kamen auch die ersten Unternehmen, die nicht unbedingt das Bankgeschäft neu erfinden wollten, sondern viel mehr die Art wie man Banking benutzt. Ein kostenloses Girokonto gibt es fast überall subventioniert, aber vielen Kunden was die Bedienung zu schlecht. Da kamen Unternehmen wie N26 um die Ecke, die eine deutlich bessere und einfachere Bedienung des gesamten Kontos anbieten wollten. N26 hat damals noch alle über die Wirecard Systeme abgewickelt womit man nur ein Frontend für die Kunden war. Doch was heißt das im Klartext? Plötzlich benachrichtigten Push-Nachrichten die Kunden über die Nutzung ihres Kontos. Ein voller Funktionsumfang eines Kontos, aber eben mit leichter Bedienung. Vor allem Sicherheit war hier ein wichtiges Thema, doch die neuen Apps konnten bisher viel Vertrauen aufbauen, ob durch TÜV-geprüfte Sicherheit oder mit anderen Verfahren. Sie zeigten bisher, dass es durchaus möglich ist Kunden zu gewinnen, indem man wirklich zu 100% mobil und online agiert, also keine absurden Dinge dabei entstehen wie unzureichende “häufige Fragen”-Sektionen auf den Webseiten oder endlose Online-Banking-Hotlines, die auch keiner will. 

Ein echtes elektronisches Postfach schien früher die klassischen Banken zu überfordern, doch genau das wurde mit den Apps zunehmen angegriffen. Bis heute muss bei manchen Banken das Online-Banking-Verfahren erst separat freigeschaltet werden und dann gilt es sich durch den Dschungel von ChipTAN-Verfahren, chipTAN Optimal und chipTAN kostenfrei vs. kostenpflichtig zu wühlen. Es war die Einfachheit, die eben nicht nur beim TAN Verfahren ihre Wirkung zeigte, die die Startups erfolgreich werden ließ. 

Produktportfolio der Onlinebanken

Bei der Betrachtung der oben beschriebenen Banktypen im Onlinegeschäft muss natürlich auch auf die unterschiedlichen Produktpaletten eingegangen werden. Welche Institute wo ihre Schwerpunkte haben und weshalb es sinnvoll ist, nicht nur bei einer Bank Kunde zu sein, erfahren Sie auf den jeweiligen Produktseiten. Wir versuchen so viele weitere Informationen anzubieten wie es nur möglich ist, aber wir sind auch dankbar wenn Fragen aktiv von unseren Lesern kommen. Wir versuchen die Essentials abzudecken wie ddie Vorstellung praktischer Funktionen, neuer Produkte oder Hinweise zur sicheren Lösungen im Online Banking.