Robo-Advisor-Vergleich 2021

Digitale Vermögensverwalter

thomasbaer Thomas Bär Veröffentlicht am: 19. Oktober 2021 Letztes Update: 9. November 2021 Lesezeit: 26 Minuten

Zu investieren und an internationalen Kapitalmärkten mitzuwirken ist komplex? Robo-Advisors machen es einfach. Sie sind digitale Vermögensverwalter, die auf Basis mathematischer Algorithmen und Handelssysteme basieren. Und sie bieten dir verschiedene, chancenreiche Anlagestrategien, ohne dass du dich mit Geldanlage allzu sehr auszukennen brauchst. Allerdings gibt es am Markt inzwischen etliche Robo-Advisors, alle mit ihren Vorteilen und Nachteilen.

Wir ordnen sie für dich.

  • Schnell: Du findest sofort den momentan günstigsten Robo-Advisor.
  • Einfach: Du hast sofort Überblick über Mindesteinlagen und Anlagestrategien.
  • Ehrlich: Verlass dich drauf, dass Provisionen auf dieser Seite keine Rolle spielen.
  • Privat: Diese Seite verzichtet auf Cookies – deine Daten bleiben bei dir.

Gelange hier zu unseren Empfehlungen

Gelange hier direkt zu unserem Vergleichsrechner

Unterhalb der Tabelle findest du alle weiteren Informationen: Was muss ich bei der Auswahl meines Robo-Advisors beachten? Wie genau setzen sich die Kosten zusammen? Und was sind ganz allgemein die Vorteile und Nachteile der automatisierten Vermögensverwalter?

Die besten Robo-Advisors

Viele Anleger schauen als erstes auf die Kosten, wenn es um gemanagte Anlagen oder Roboadvisor geht. Dieses Vorgehen birgt allerdings ein gewisses Risiko. Was bringt es, wenn bei einer Rendite von zwei Prozent p.a. nur 0,5 Prozent Kosten anfallen, bei einem Mitbewerber aber ein Prozent Gebühren, allerdings bei einer Rendite von fünf Prozent? Die Gebühren sind bei einem Roboadvisor keine Nebensächlichkeit, stehen aber auch nicht im Fokus. Wir schauen bei unseren Empfehlungen auf Dinge wie Anzahl der Strategien oder die Sparplanoptionen. Natürlich erfährst Du in der Übersicht auch, welche Gebühren anfallen.

Investify

Investify, gegründet in Luxemburg, ist seit dem Jahr 2017 auch in Aachen mit einer Niederlassung vertreten. Das Unternehmen bietet seinen Kunden neben klassischen Anlagestrategien auch die Möglichkeit, sich themenorientiert aufzustellen. Seit dem Jahr 2016 verfügt Investify über die notwendige Lizenz für Vermögensverwaltung der Commission de Surveillance du Secteur Financier (CSSF), Luxemburg. Damit ist es Invesify möglich, bei Bedarf aktiv die Portfolios seiner Kunden umzuschichten, beispielsweise beim Re-Balancing.

Die wichtigsten Daten

  • Sieben Basisinvestmentstrategien
  • Durch individuelle Beimischung unbegrenzte Anzahl von Anlagemöglichkeiten.
  • Sparplan ab 25 Euro monatlich.
  • Einmalanlage bereits ab 500 Euro möglich.
  • Gebühren bis 100.000 Euro ein Prozent pro Jahr darüber hinaus 0,8 Prozent.
  • Kosten für Fondsankauf zwischen 0,07 Prozent und 1,6 Prozent.
Vorteile
  • Neben sieben Standardportfolios entsprechend Risikoklassen können durch individuelle Beimischung unendlich viele Strategien entwickelt werden.
  • Basisportfolios basieren ausschließlich auf kostengünstigen ETFs.
  • Für die Individualisierung sind auch klassische Fondsbeimischungen möglich.
  • Die jährliche Vergütung beinhaltet auch die Kosten für An- und Verkauf der Fondsanteile.
  • Durch die niedrigen Einstiegsgrößen auch für Neulinge oder Sparer mit kleinerem Budget geeignet.
Nachteile
  • Keine Junior- oder Gemeinschafsdepots.
investify
Robo Advisor
4.9
  • 200000 Anlagestrategien
  • Einmalige Einlage möglich ab 500 €
  • oder Sparplan (mtl.) ab 0 €
* Werte für gewählten Zeitraum, die Berechnung erfolgt auf Basis der aktuellen Zinssätze vom 29.11.2021. Alle Angaben ohne Gewähr, © 2021 financeAds.net
In Kooperation mit financeAds: Datenschutzhinweise

Evergreen

Evergreen hat, anders als der Name vielleicht vermuten lässt, seinen Sitz in Leipzig. Obwohl erst seit 2019 am Markt, verfügten die Gründer, jeder für sich, zu Beginn der Aktivitäten schon über 15 Jahre Erfahrung im Fondsgeschäft und der Risikosteuerung bei Banken. Evergreen wird von der BaFin reguliert und verfügt über die notwendige Lizenz gemäß Paragraf 32 Gewerbeordnung für die Verwaltung von Finanzanlagen.
Ziel des Roboadvisors ist es, möglichst kostengünstig und maximal transparent zu sein. Anders als andere Roboadvisor investiert Evergreen die Kundengelder nicht in fremde ETFs oder klassische Investmentfonds, sondern ausschließlich in zwei eigene „hausgemachte“ Fonds. Die übliche Risikoneigung der Anleger wird bei Evergreen um eine altersgerechte Einstufung der Kunden ergänzt. Die Anlagestrategie basiert folglich auf einem zweidimensionalen Modell.

Die wichtigsten Daten

  • Gegründet im Jahr 2019.
  • Anlage der Kundengelder in zwei hauseigene Fonds.
  • Mindestanlagesumme ein Euro.
  • Unbegrenzte Anzahl an Unterdepots.
  • 0,59 Prozent Produktkosten
  • Null Euro Depot- oder Transaktionskosten.
  • Zehn verschiedene Anlagestrategien.
Vorteile
  • Risikoeinstufung sowohl anhand eines Risikoprofils als auch anhand des Alters.
  • Ideal für Einsteiger und Anleger mit kleinem Geldbeutel, da Mindestanlagesumme nur ein Euro.
  • Minimale Kosten.
  • Direktanlage der Kundengelder in Anleihen und Aktien.
  • Kontinuierliche Risikoüberwachung
  • Anlagestrategien können jederzeit gewechselt werden.
Nachteile
  • Wir konnten nichts Nachteiliges finden.
Evergreen
Robo Advisor
4.5
  • 10 Anlagestrategien
  • Einmalige Einlage möglich ab 1 €
  • oder Sparplan (mtl.) ab 1 €
* Werte für gewählten Zeitraum, die Berechnung erfolgt auf Basis der aktuellen Zinssätze vom 29.11.2021. Alle Angaben ohne Gewähr, © 2021 financeAds.net
In Kooperation mit financeAds: Datenschutzhinweise

Ginmon

Die Performance eines Roboadvisors ist immer ein Thema. Du darfst aber nicht vergessen, dass es „solche Jahre gibt und solche“, heißt, ein Roboadvisor, der in einem Jahr zum Überflieger wird, kann im nächsten Jahr nur noch Durchschnitt sein. Ginmon hat sich seit 2014 in der Szene als von der BaFin lizenzierter Vermögensverwalter etabliert. Die Frankfurter blicken auch schon auf eine Auszeichnung als Performance-Sieger im Dreijahresbereich zurück. Für uns zählt Ginmon auf jeden Fall zu den Empfehlungen bei Rovoadvisors.

Die wichtigsten Daten

  • Zehn Anlagestrategien zur Auswahl.
  • Sparplan ab 50 Euro.
  • Neuerdings keine Mindestanlagesumme mehr.
  • Servicegebühr 0,75 Prozent pro Jahr.
  • ETF-Gebühren 0,20 Prozent.
  • Zwei Prozent der Kundeneinlagen werden auf einem Konto als Liquiditätsreserve gehalten.
  • Einlagensicherung bis 100.000 Euro durch DAB-Bank.
Vorteile
  • Wegfall der Mindestanlagesumme.
  • Juniorkonto möglich.
  • Anlagestrategie benötigt nur fünf ETFs für zehn Risikovarianten.
  • Nur Aktien- und Anleihe-ETFs, keine spekulativen Rohstoffinvestments.
  • Aktien-ETFs decken 10.000 Gesellschaften aus 47 Ländern ab.
  • Anlagestrategie bezieht die Theorie von Markowiz mit ein.
Nachteile
  • Es gibt Anbieter mit geringeren Gebühren.
Ginmon
Robo Advisor
4.4
  • 10 Anlagestrategien
  • Einmalige Einlage möglich ab 50 €
  • oder Sparplan (mtl.) ab 50 €
* Werte für gewählten Zeitraum, die Berechnung erfolgt auf Basis der aktuellen Zinssätze vom 29.11.2021. Alle Angaben ohne Gewähr, © 2021 financeAds.net
In Kooperation mit financeAds: Datenschutzhinweise

Roboadvisor Vergleichsrechner

Vorteile
Service-
gebühr
Testsiegel
Evergreen
Robo Advisor
4.5
  • 10 Anlagestrategien
  • Einmalige Einlage möglich ab 1 €
  • oder Sparplan (mtl.) ab 1 €
quirion
Robo Advisor
  • 11 Anlagestrategien
  • Einmalige Einlage möglich ab 500 €
  • oder Sparplan (mtl.) ab 30 €
growney
Robo Advisor
4.1
  • 10 Anlagestrategien
  • Einmalige Einlage möglich ab 500 €
  • oder Sparplan (mtl.) ab 25 €
VTB Direktbank
VTB Invest
4.1
  • 9 Anlagestrategien
  • Einmalige Einlage möglich ab 500 €
  • oder Sparplan (mtl.) ab 50 €
fintego
Managed Depot
4.6
  • 5 Anlagestrategien
  • Einmalige Einlage möglich ab 2.500 €
  • oder Sparplan (mtl.) ab 50 €
  • 11 Anlagestrategien
  • Einmalige Einlage möglich ab 10.000 €
  • oder Sparplan (mtl.) ab 50 €
Ginmon
Robo Advisor
4.4
  • 10 Anlagestrategien
  • Einmalige Einlage möglich ab 50 €
  • oder Sparplan (mtl.) ab 50 €
Scalable Capital
Robo Advisor
4.0
  • 23 Anlagestrategien
  • Einmalige Einlage möglich ab 10.000 €
  • oder Sparplan (mtl.) ab 50 €
  • 16 Anlagestrategien
  • Einmalige Einlage möglich ab 500 €
  • oder Sparplan (mtl.) ab 1 €
OSKAR
OSKAR
4.6
  • 5 Anlagestrategien
  • Einmalige Einlage möglich ab 1.000 €
  • oder Sparplan (mtl.) ab 25 €
Openbank
Robo Advisor
4.3
  • 5 Anlagestrategien
  • Einmalige Einlage möglich ab 500 €
  • oder Sparplan (mtl.) ab 1 €
Whitebox
Robo Advisor
4.7
  • 23 Anlagestrategien
  • Einmalige Einlage möglich ab 5.000 €
  • oder Sparplan (mtl.) ab 5 €
comdirect
cominvest
4.3
  • 5 Anlagestrategien
  • Einmalige Einlage möglich ab 3.000 €
  • oder Sparplan (mtl.) ab 100 €
investify
Robo Advisor
4.9
  • 200000 Anlagestrategien
  • Einmalige Einlage möglich ab 500 €
  • oder Sparplan (mtl.) ab 0 €
Smavesto
RoboAdvisor
4.5
  • 204 Anlagestrategien
  • Einmalige Einlage möglich ab 1.000 €
  • oder Sparplan (mtl.) ab 50 €
* Werte für gewählten Zeitraum, die Berechnung erfolgt auf Basis der aktuellen Zinssätze vom 29.11.2021. Alle Angaben ohne Gewähr, © 2021 financeAds.net
In Kooperation mit financeAds: Datenschutzhinweise

Die wichtigsten Fakten zu Robo-Advisors

  • Robo-Advisor ist ein Begriff, den die öffentlichen Medien geprägt und aus dem englischen Robo-Advisory abgeleitet haben; ins Deutsche übertragen bedeutet es so viel wie Robo-Berater oder Roboter-Beratung.
  • Anleger:innen haben die Wahl zwischen Full-Service, Half-Service- und Self-Service Robo-Advisor. Wesentliche Unterscheidungsmerkmale der Robo-Advsisors sind Art des Risikomanagements und der Service-Umfang.
  • Robo-Advisory-Technologie bietet Chancen und Risiken. Die Technik selbst ist neu und könnte eine Vermögensentwicklung positiv wie negativ beeinflussen.
  • Ein Robo-Advisor verspricht Einsteigern eine professionelle Geldanlage, die sich bei einem längeren Anlagehorizont als profitabel erweisen sollte. Er bietet die Möglichkeit, frühzeitig und langfristig Vermögen für Kinder aufzubauen.
  • Die Steuersituation bei den digitalen Vermögensverwaltern unterscheidet sich nicht von der Besteuerung einer Eigenanlage. Kapitalerträge unterliegen Abgeltungssteuer, wobei steuerliche Freibeträge nutzbar sind.

Was sind Robo-Advisors?

Robo-Advisors sind Bestandteil privater Vermögensberatung und in diesem Zusammenhang meist Anbieter von digitaler Vermögensverwaltung. Diese im allgemeinen Sprachgebrauch sehr häufig anzutreffende Definition greift etwas weit. Häufig stellt der Robo-Advisor lediglich eine digitale Kundenschnittstelle dar, die für die Ermittlung des persönlichen Anlage-Risiko-Profils verwendet wird. Erst danach beginnt der Prozess der eigentlichen Vermögensverwaltung. Entsprechend dem Risikoprofil wird eine Anlagestrategie mit konkreten Anlageprodukten umgesetzt.

Zum Wesen der Robo-Advisors (und Beratungsroboters) gehört, dass der Mensch nicht oder nur begrenzt in den Beratungsprozess eingreift. Der Prozess findet mithilfe eines Computers via Webseite oder in der Smartphone-App statt.

Ein zweites Wesensmerkmal besteht darin, dass der Service auf einen Algorithmus basiert. Die den Kund:innen gemachten Anlagevorschläge haben als Grundlage die vorherige Dateneingabe von objektive und subjektiven Daten.

Privatanleger:innen können in von den Anbietern zusammengestellte automatisierte Online-Portfolios investieren, wobei deren persönliche Risikoneigung, Anlagehorizont und der Umfang des Anlagevolumens berücksichtigt werden. Bei Anbietern wie Ginmon, Evergreen und Investify können sie mit kleinen Kapitalbeträgen in vordefinierte Strategieportfolios investieren.

Vorteile der Anleger:innen beim Robo-Advisor

Für Anleger:innen haben Robo-Advisor Angebote einige Vorteile:

  • Dank der automatisierten Beratung und Verwaltung müssen sie sich nicht selbst laufend um die Portfolio-Entwicklung kümmern.
  • Sie erzielen attraktive Renditen mit geringem Startkapital und etwas Börsengrundwissen. 
  • Die Servicegebühren bewegen sich unter denen aktiv gemanagter Investmentfonds.
  • Dank Online-Verfügbarkeit kann die Beratung eines Robo-Advisors jederzeit und ortsunabhängig in Anspruch genommen werden.
  • Das Einrichten eines Robo-Advisor-Depots ist einfach und an wenige Bedingungen gebunden.
  • Anbieter leisten umfangreichen Support (Chat, E-Mail, Telefon).

FinTech-Startups forcieren Robo-Advisor-Angebote

Die Entwicklung der Robo-Advisors wurde ab 2010 durch FinTech-Startups vorangetrieben. Deren Ziel bestand darin, traditionellen Banken bei den Geschäftsfeldern Finanzberatung und Vermögensverwaltung Konkurrenz zu machen. 

Mittlerweile gibt es Angebote für die digitale Vermögensanlage auch bei einigen Finanzinstituten. Damit möchten sie vor allem durchschnittlich vermögende Privatkund:innen ansprechen und etwaige Kosten einer persönlichen Betreuung sparen. Als Bankkund:in kannst du bei Bedarf neben der automatisierten Vermögensverwaltung auf das komplette Bankangebot von Girokonto bis Wertpapieranlage zugreifen.

Zunahme digitaler Investments in der Zukunft

Laut einer Umfrage durch das Statista-Portal werden digitale Investments in Zukunft eine noch größere Rolle spielen:

  • In 2021 wird das voraussichtliche Anlagevolumen von 1,7 Billionen Euro betragen. Das durchschnittliche Anlagevolumen pro Nutzer:in beläuft sich auf rund 4.000 Euro.
  • Die USA nimmt bezogen auf das Anlagevolumen von 819 Milliarden Euro im Jahr 2021 den ersten Rang ein.
  • Bis 2025 sehen Prognosen ein Transaktionsvolumen von fast 2,3 Billionen Euro. Die jährlichen Wachstumsraten bewegen sich bei über 18 Prozent. 
  • Die Anzahl der Robo-Advisor Nutzer:innen soll mehr als 475 Millionen Anleger:innen betragen.

Die Robo-Advisor Technologie war nicht unbekannt und wurde von Vermögensberatern und Managern bereits seit den 2000er Jahren bei der Online-Verwaltung von Kundenvermögen eingesetzt.

  • 2008 Robo-Advisor werden einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
  • 2010 Erste Robo-Advisor Angebote starten in den USA und Großbritannien.
  • 2014 In Deutschland gibt es erste Robo-Advisor-Angebote am Markt. 
  • 2020 Rund 30 Robo-Advisors sind in Deutschland tätig, weltweit mehr als 350. 
  • 2021 Scalable Capital ist mit einem Marktanteil von rund 25 Prozent Deutschlands größter Robo-Advisor.

Funktionsweise der digitalen Vermögensverwalter

Beim Robo-Advisor kannst du Geld automatisiert in Produkte unterschiedlicher Anlagestrategien anlegen. Diese basieren auf gängigen Finanzmodellen, denen bestimmte Chance-Risiko-Verhältnisse zugrunde liegen. Ein Anlagevorschlag wird sich auf ein Anlageprodukt und eine Anlagestrategie beziehen, die für dich am geeignetsten ist. Dazu bedarf es deiner Mitwirkung.

Der Robo-Advisor benötigt Informationen zum jeweiligen Anlageverhalten und der Risikoneigung. Notwendige Angaben werden online mittels Fragebogen abgefragt. Auf der Grundlage dieser Angaben erstellt der Robo einen Anlagevorschlag.

Stimmst du der Aufteilung des Geldes auf die vorgeschlagenen Anlageklassen zu, beginnt das eigentliche Umsetzen dieses Portfolio. Die einzelnen Schritte sind

  • Depot eröffnen,
  • günstige Aktienfonds (ETFs) suchen sowie
  • kaufen und verkaufen.

Robo-Advisor-Arten

Mit Robo-Advisors werden allgemein automatisierte Anlageberatung und Vermögensverwaltung beschrieben, deren Service-Angebot variiert. Die Art des Risikomanagements und der Umgang der Leistungen sind dabei die größten Unterschiede.

Grob können Robos in

  • Finanzberatung,
  • Anlage- / Finanzvermittlung und
  • digitale Vermögensverwaltung eingeteilt werden.

Risikomanagement

Das Risikomanagement entscheidet wesentlich über den Erfolg oder Misserfolg einer Kapitalanlage. Robo-Advisors versuchen mit dem Einsatz bestimmter Strategien und spezieller Software-Tools, Verlustrisiken zu minimieren und die Gewinne zu optimieren. Das passive Risikomanagement kommt meist zum Einsatz, in einigen Fällen ein aktives. 

Robo-Advisory ist relativ neu. Erfahrungswerte über einen längeren Zeitraum sind nicht verfügbar. Daher lässt sich keine absolute Aussage treffen, welche Strategie erfolgreicher ist.

Passive Robo-Advisor

Die Risikominimierung erfolgt hauptsächlich über die breite Streuung des Portfolios. Negative Entwicklungen einzelner Wertpapiere wirken nur in geringem Maße auf das Gesamtergebnis. Die Gewinne werden in erster Linie durch die Wertsteigerung der Titel am Markt bestimmt.

Die Software nimmt im Gegensatz zum aktiven Robo-Tool nicht ständig selbstständige Umschichtungen vor. Regelmäßige Anpassungen der Zusammensetzung des Portfolios (Rebalancing) haben das Ziel, das ursprüngliche Chancen-Risiko-Verhältnis wiederherzustellen.

Beim passiven Risikomanagement geht es um langfristiges Investieren. Kursschwankungen werden vernachlässigt. Auf lange Sicht haben sich Märkte positiv entwickelt. Selbst nach stärkeren Einbrüchen hat sich die Wertsteigerung über kurz oder lang fortgesetzt.

Aktive Robo Advisor

Ein aktiver Robo Advisor hat den Markt ständig im Blick und schichtet Anlage-Portfolios mithilfe von Software-Tools selbstständig um. In der Software sind Risikomodelle und Risikokennzahlen eigearbeitet, auf deren Basis das automatische Umschichten geschieht. Sie soll unter Nutzung kurzfristiger Marktschwankungen ermöglichen, Wertpapiere zu einem günstigen Zeitpunkt zu kaufen oder mit Gewinn zu verkaufen.

Leistungen bei den Robos: Angebote für Self- bis Full-Service

Die Leistungen der Robo Advisor gleichen sich bei den Basics weitgehend. Erhebliche Unterschiede gibt es in Details, die sich aus Art der Zulassung bzw. Lizenzierung ergeben. Die Zulassung entscheidet wesentlich darüber, welche Leistungen ein Robo-Advisory erbringt bzw. anbieten darf.

Ein Anbieter mit Zulassung als Vermittler nach § 34f Gewerbeordnung ist auf das Präsentieren von standardisierten Portfolios beschränkt. Als Makler muss er mit einem lizenzierten Dritten beispielsweise mit einer Partnerbank zusammenarbeiten. Anleger:innen müssen empfohlene Anpassungen selbst in die Wege leiten.

Ein Finanzportfolioverwalter mit BaFin-Erlaubnis nach § 32 Kreditwesengesetz ist befugt, auf der Grundlage einer Analyse von Kundenvorgaben notwendige Entscheidungen allein zu treffen und umzusetzen. Vom Robo-Advisor sind die von Kund:innen gemachten Vorgaben den Entscheidungen zugrunde zu legen.

Von Self- über Half- bis Full-Service Robo-Advisors bieten Leistungen auf verschiedenen Serviceniveaus an. Je nachdem, in welchem Umfang der Robo-Advisor für den/die Anleger:in tätig werden soll und aufgrund von Befugnissen und Lizenzen darf, lassen sie sich in Full-Service-, Half-Service- und Self-Service-Robos einteilen.

Full-Service Robos

Full-Service-Robos warten mit dem breitesten Service-Angebot auf und bieten eine umfassende digitale Vermögensverwaltung. Ausgestattet mit einer Lizenz nach § 32 Kreditwesengesetz dürfen sie Anlageberatung betreiben, Geldanlagen vermitteln und Anlageprodukte künftig selbstständig verwalten. Für Umschichtungen der Anlage braucht es nicht die Erlaubnis der Kund:innen. Kundengeld wird in einem Depot der Partnerbank aufbewahrt.

Hinweis

Die Leistungen des Full-Service-Robo Advisors beschränken sich nicht auf das automatisierte Portfoliomanagement. Der Robo-Anbieter regelt alles andere Notwendige für die Kund:innen, darunter Depot- und Kontoführung, Berichterstellung, Rebalancing, Steueroptimierung, Produktauswahl und -überwachung. Anleger:innen haben mit all dem nichts direkt zu tun.

Half-Service Robos

Ein Half-Service-Robo erstellt Anlagevorschläge für ein Depot, die nur mit Zustimmung der Anleger:innen wirksam werden. Das gilt auch für eventuelle spätere Umschichtungen. Der Robo ist als Anlage- und Finanzvermittler nach § 34f Gewerbeordnung tätig, der die Geldanlage an einen Dritten vermittelt. Die Aufgaben bestehen darin, Kund:innen zu werben, notwendige Dokumente einzuholen und den Kundenservice abzusichern. Die Betreuung der Anlagegeschäfte und Verwaltung der Kundeneinlagen liegt in der Hand einer lizenzierten Partnerbank.

Self-Service Robo-Advisor

Self-Service-Robos sind beschränken sich auf reine Finanzberatung und sind eher Tippgeber als Vermögensveraltung. Zu den Leistungen gehört in erster Linie der Bereitstellung eines Tools zur Portfolioermittlung. Mit dem Tool können Anwender:innen ein passendes Portfolio ermitteln. Die Umsetzung erfolgt als Eigeninvestment. Er kauft die vorgeschlagenen ETFs oder andere Wertpapiere im eigenen Depot selbst. 

Self-Service-Robo-Advisor sind zu empfehlen, wenn du deine Geldanlage selbst vornehmen möchtest oder kannst. Um die Abwicklung und eventuelle spätere Optimierungen musst du dich dann selbst kümmern.

Hinweis

Die meisten Robo-Advisor-Anbieter in Deutschland haben sich auf das Portfoliomanagement spezialisiert. Als regulierte Vermögensverwalter (Finanzportfolioverwalter) übernehmen sie die Geldanlage vollständig. Sie können im Gegensatz zu reinen Anlageberatungen und Finanzvermittlungen Anlageentscheidungen für ihre Kund:innen gemäß dem gewünschten Risikoniveau und der Anlageklassen übernehmen.

Anlageklassen bei Robo-Advisors

Bei Robo-Advisor-Produkten werden mehrere Assetklassen wie Aktien, Anleihen, Immobilien und Geldmarkt bei Anlagestrategien bzw. der Risikoklasse berücksichtigt. Anleger:innen haben bei Anlageprodukten meist die Wahl zwischen sicherheitsorientiert, ausgewogen, renditebezogen und chancenorientiert. Aus der Wahl des Risikotyps bestimmt der Robo, in welche Anlageklassen  Kundengeld wie investiert wird. ETFs gehören zu den bevorzugten Anlageprodukten, wobei Anleihen und Geldmarktfonds je nach Risikoprofil den Aktienanteil ergänzen.

Wichtig

Mit höherer Risikoklasse steigt Aktienquote. Bei einer chancenorientierten Anlagestrategie kann das Portfolio zu 100 Prozent aus Aktien gebildet sein. Bei einem sicherheitsorientierten Portfolio bzw. Anlageprodukt mit niedrigster Risikoklasse ist der Aktienanteil gering und besteht zum Beispiel aus höchstens zehn Prozent. Den Rest teilen sich defensivere Anlageinstrumente wie Anleihen und Geldmarkt.

Robo-Advisor-Gebühren: Robos mit und ohne Servicegebühr

Im Vergleich zum menschlichen Bankberater wird dich eine Anlage beim Robo_Advisor bedeutend weniger Geld kosten. Völlig kostenfrei gibt es den Anlageservice nicht. Der Umfang der Gebühren unterscheidet sich je nach gewähltem Anbieter, wobei der investierte Betrag eine Rolle spielt. Bei höheren Anlagesumme sind die Kosten vielfach günstiger. Wenn du bei einem Robo-Advisor mit einem kleineren Betrag starten möchtest, lohnt sich ein Blick auf die Gebühren insgesamt.

Die zwei typischen Gebühren eines Robos sind Servicegebühr (Verwaltungskosten) und Produktgebühr (Fondskosten). Weitere mögliche Gebühren sind Performancegebühren und Spread-Kosten.

  • Die Verwaltungsgebühren der Robo-Advisors reichen von 0 Prozent bis 1,5 Prozent. Häufig kommt zur Servicegebühr eine weitere Fondsgebühr hinzu, die beim jeweiligen Investment direkt mit verrechnet wird. 
  • In der Servicegebühr können Transaktions-, Fonds- und Spreadgebühren oder einzelne Gebühren davon bereits enthalten sein. Performancegebühren sind eher selten anzutreffen.

Verwaltungs- oder Servicegebühr

Die meisten Anbieter von Robo Advisors berechnen eine Servicegebühr. Sie wird jährlich oder monatlich erhoben und beträgt durchschnittlich 0,75 Prozent pro Jahr bezogen auf die Anlagesumme. Mitunter wird mit Staffelgebühren gearbeitet. Ab einer bestimmten Anlagesumme werden Gebühren günstiger. Fällig wird die Servicegebühr meist einmal pro Quartal oder jeden Monat.

Fondskosten

Fondskosten fallen bei jedem Robo-Advisor an, während einige Anbieter auf die Verwaltungsgebühr verzichtet. Bei den Fondskosten handelt es sich um reine Produktkosten, die von den jeweiligen Fondsgesellschaften erhoben werden. Fondsgebühren bewegen sich in einer Spanne von 0,20 bis 0,40 Prozent bezogen auf die Anlagesumme. 

  • Wenn der Robo-Advisor den Fonds selbst aufgelegt hat, kann es auch mehr sein. Dafür wird an anderer Stelle gespart.
  • Die Fondskosten sind vom reinen Finanzdienstleister nicht zu beeinflussen. Allerdings lassen sich die Kosten durch die Auswahl günstiger Finanzprodukte optimieren.
  • Der einzige Robo-Advisor in Deutschland, der weder Servicegebühren noch Transaktionsgebühren kennt und lediglich Fondsgebühren berechnet, ist der Robo-Anbieter Evergreen.

Transaktionskosten (Spread-Kosten)

Transaktionskosten sind vielfach Bestandteil der Servicegebühr. Sie entstehen durch das Rebalancing bzw. Portfolio umschichten und betragen meist weniger als 0,1 Prozent der Anlagesumme. Häufig sind Transaktionskosten Bestandteil der allgemeinen Servicegebühr.

Performancegebühren

Wenige Anbieter berechnen anstelle von Fondskosten eine leistungsabhängige Performancegebühr. Die Höhe der Erfolgsbeteiligung kann bis zu 10 Prozent betragen. Berechnet wird sie auf Basis des reinen jährlichen Vermögenszuwachses.

Hinweis

Geringe Servicegebühren bedeuten mehr Rendite. Eine generelle Empfehlung zu optimalen Gebühren lässt sich nicht geben, da die Portfolios unterschiedlich strukturiert sind und Anbieter unterschiedlich umfangreichen Aufwand betreiben. Bei Anlageprodukten mit hohem Risiko sind die Chancen auf Rendite höher. Eine Servicegebühr über 0,50 Prozent könnte gerechtfertigt sein. Bei einem sicherheitsorientierten Portfolio sollte sie weit darunter liegen. Letztlich muss das Gesamtpaket stimmen.

Voraussetzungen für die Nutzung

Die Voraussetzungen für die Nutzung eines Robo-Advisor Angebots sind mit denen einer Girokonto Eröffnung oder einer Wertpapierdepot-Einrichtung vergleichbar. Gewisse Unterschiede gibt es bei den Robos selbst.

Zu den Voraussetzungen für Nutzung gehören: Nutzer:innen

  • sind EU-Bürger oder Staatsbürger weiterer EWG-Länder (Schweiz, Island, Norwegen),
  • sind volljährig,
  • sind im Besitz eines gültigen Personaldokuments (Personalausweis, Reisepass),
  • haben den Identifikationsprozess erfolgreich abgeschlossen.

Mindestanlage als wesentliche Nutzungsvoraussetzung

Ein wesentliches Detail betrifft die Anforderungen an eine Mindestanlage. Nutzer:innen können zwischen Einmalanlage und Sparplan wählen. Die Mindestrate beim Sparplan beginnt im Durchschnitt bei 50 Euro. Einige Anbieter erlauben geringere Sparraten von 25 Euro oder einem Euro.

Für eine Einmalanlage reichen die Anforderungen von minimal bis erheblich. Häufig beträgt die Mindestanlage 500 bis 1.000 Euro. Einige Anbieter verlangen mehrere tausend Euro. Das können 10.000 oder auch 100.000 Euro sein.

Wichtig

Sollte der Depotwert aufgrund von Kursschwankungen unter den Mindestanlagebetrag fallen, brauchst du kein Geld nachschießen. Teilauszahlungen darfst du vornehmen, soweit sie die vorgeschriebene Mindestanlage nicht beeinflussen. Die Lösung in diesem Fall wäre die Kündigung des Vertrages und die Auszahlung des gesamten Anlagebetrag auszahlen.

Die Eröffnung des Depots erfolgt unmittelbar nach Abschluss der Kunden-Identifikation. Die Identifizierung findet entweder bei Mitarbeiter:innen in der Filiale der Deutschen Post per PostIdent-Verfahren oder bequem per Video-Chat vom Smartphone oder Tablet aus per VideoIdent-Verfahren statt. Wird ein Reisepass bei der Depoteröffnung verwendet, ist die aktuelle Adresse mittels aktueller Meldebescheinigung zu belegen.

Nachdem die Einzahlung auf dem Verrechnungskonto verbucht wurde, beginnt der Robo mit dem Umsetzen der Anlagestrategie.

Hinweis

In der Regel lässt sich mit einem Robo Advisor Account nur ein Depot eröffnen. Keine Selbstverständlichkeit ist das Depot für Minderjährige oder ein Gemeinschaftsdepot. Teilweise werden diese Depotmodelle nicht aktiv beworben. Wende dich im Zweifelsfall direkt an den Kundesupport des gewünschten Robo-Advisors.

Ermittlung eines Risikoprofils

Zur Ermittlung deines persönlichen Anlage- und Risikoprofils füllst du online einen Fragebogen. Zu beantworten sind Fragen zum Investitionsbetrag, Anlagehorizont und zur Risikobereitschaft.

Weitere benötigte Angaben betreffen die finanziellen Verhältnisse, den Investitionszweck sowie mögliche Wertpapiererfahrungen. Während sich ein Robo-Advisor mit der Kenntnisnahme von Infomaterial zum Wertpapierhandel und der Risikohinweise begnügt, erwartet ein anderer ein mindestens zweijährige Erfahrung  mit Wertpapieranlagen.

Mithilfe der erfassten Daten wird durch den Algorithmus dein persönliches Anlageprofil ermittelt. Auf dieser Grundlage wird ein Produkt passend zu einer Anlagestrategie bzw. ein Produktportfolio vorgeschlagen.

Hinweis

Du bist nicht verpflichtet, den anhand des ermittelten Risikoprofils erstellten Anlagevorschlag anzunehmen. Du darfst eine Anlagestrategie mit niedrigerer Risikoklasse wählen. Den Wechsel in eine höhere Klasse wird der Robo-Advisor meist mit dem Hinweis ablehnen, dass diese Anlagestrategie vom ermittelten Risikoprofil abweicht. Du kannst versuchen, den Robo-Advisor mit dem Ändern deiner Angaben von einer höheren Risikobereitschaft zu überzeugen und zu einem neuen Anlagevorschlag zu veranlassen.

Chancen und Risiken: Gut zu wissen

Bei der Finanzkrise des Jahres 2008 haben etliche Anleger:innen viel Vermögen verloren, weil sie auf ihre Berater:innen hörten. Mit Robo-Advisery können sie ihre Finanzgeschäfte einer nicht provisionsorientierten und künstlichen Intelligenz anvertrauen.

Chancen

  • Kostenvorteile durch Einsatz der IT-Systeme
  • Software-Tools sind schneller und besser informiert
  • Einfacher Zugang online für Kund:innen
  • Rationalere Entscheidungen ohne Einfluss persönlicher Beziehungen
  • Transparenz der Anlageprozesse durch Online-Dokumentation
  • Vermögensaufbau über längeren Zeitraum im diversifizierten Portfolio

Risiken

  • Risiko durch Kursschwankungen bis hin zum Totalverlust
  • Keine Beratung bei internetbasierter Vermögensverwaltung 
  • Interessenskonflikte nicht gänzlich auszuschließen
  • Fehlen verlässlicher Erfahrungswerte (Rendite oder Bewältigung von Krisenfall)
  • Intransparenz bei Kosten und Gebühren
  • Fehlerhafte oder manipulierte Tools

Die digitale Geldanlage per Robo-Advisor verspricht mindestens marktübliche Profite. Viele Anleger:innen treffen ihre Entscheidung nach dem Motto „Mach mich reich, Robo!“. Die Robo-Methode ist neu. Technik und Programme sind möglicherweise nicht fehlerfrei. Neben all den Chancen der automatisierten digitalen Geldanlage sollten mögliche Risiken nicht komplett ausgeblendet werden.

Für wen eignen sich die Robos?

Grundsätzlich kann ein Robo-Advisor fast jedem(r) Anleger(in) empfohlen werden. Die Robos bieten Anlagekonzepte für unterschiedliche Risikoprofile.

  • Du solltest ein gewisses Grundverständnis für den Finanzmarkt mitbringen und von Aktien, Indexfonds oder Rendite gehört haben.
  • Du musst bereit sein, Risiken einzugehen. Investierst du Geld am Finanzmarkt, können Verluste bis zum Totalverlust vorkommen. Hinzu kommt, dass die Robo-Advisor-Technologie neu ist. Es fehlen langjährige Erfahrungswerte.
  • Geldanlagen mithilfe eines Robo-Advisors solltest du nicht mit dem Ziel kurzfristiger Gewinnerzielung verbinden. Fünf Jahre, besser zehn Jahre, solltest du als Mindestanlagedauer einkalkulieren.
  • Geld, welches du beim Robo Advisor investierst, sollte zu deiner freien Verfügung stehen und nicht aus deinem Grundeinkommen stammen. Halte Teile der Ersparnisse als eine Art finanzielle Notreserve vor.

Möchtest du für deine Geldanlage Zeit investieren, dann ist ein Robo ideal. Du solltest bereit sein, für den Service eine Gebühr zu zahlen.

Hinweis

Weniger geeignet ist ein Robo-Advisor für jemanden, der vom schnellen reich werden träumt oder glaubt, damit das nächste Amazon zu finden. Die Art von Anlagestrategie dürfte in den meisten Fällen nicht aufgehen. Viele deutsche Sparer:innen trauen sich nicht an die Börse, weil sie Angst vor Verlusten haben. Ein Robo-Advisor wäre eine gute Wahl, um zu überzeugen und Vertrauen aufzubauen.

Selbst investieren vs Robo Advisors: Wo liegen die Unterschiede?

Die Beantwortung der Frage „Selbst investieren oder Robo Advisor?“ hängt davon ab, ob du dir das Eigeninvestment zutraust oder nicht. 

Viele Robo-Advisors setzen bei der Produktauswahl und Portfoliostrategie auf finanzmathematische Algorithmen und automatische Handelssysteme. Sie wählen automatisiert aus mehr als 2.000 ETFs und 10.000 Aktien sowie eine Vielzahl weiterer Wertpapiere geeignete Anlageprodukte aus. Eine solche Software, die das bewerkstelligen kann, ist nicht billig zu haben. Für Anleger:innen ist es nicht einfach möglich, Anlagestrategien eines Robo-Advisors selbst nachzubauen. 

Der Robo-Advisor aktualisiert regelmäßig die Produktauswahl und führt ein systematisches Rebalancing durch. Du brauchst dich um nichts zu kümmern. Du ersparst unnötige Fehler, die du bei einer Wertpapieranlage machen könntest.

Selbst in ETFs investieren

Solltest du selbst investieren wollen oder können, stellt sich dir das Problem von ausreichend Zeit und Lust, um das Portfolio selbst einzurichten und zu verwalten. Emotionales handeln ist ebenso schädlich wie Leichtsinnigkeit in guten Marktphasen. Du brauchst Disziplin, um in schlechten Phasen durchzuhalten.

Nicht jede Robo-Advisor Anlagestrategie beruht auf hunderten von ETFs. Du kannst ein Portfolio aus fünf bis zehn ETFs selbst anlegen. Dazu musst du die Fonds in eigener Regie erwerben oder per ETF-Sparplan investieren. Führt der Robo ein Rebalancing, stellst du dein Portfolio entsprechend um. Das gilt auch für die Wiederanlage von Ausschüttungen. Startest du beim Robo einen Sparplan mit Sparrate, hält dich der Anbieter immer auf dem Laufenden. Du weißt jederzeit, was für einen Strategienachbau zu tun ist.

Tipp

Ein weltweit diversifiziertes Portfolio lässt sich mit 5 bis 6 breit gefassten ETFs einrichten. Ein Eigeninvestment erfordert dann, dass du dich um Rebalancing und die Wiederanlage von Ausschüttungen kümmerst. Ein Robo-Advisor bietet Börsenneulingen auf einfache Art eine professionelle und profitable Geldanlage bei einem längeren Anlagehorizont.

Robo-Advisors für Kinder

Frühzeitig mit dem Vermögensaufbau für den Nachwuchs zu beginnen, ist empfehlenswert und lohnt sich. Robo-Advisors bieten beispielsweise mit einem Sparplan eine einfache Möglichkeit zum Vermögensaufbau.

In der Vergangenheit haben deutsche Aktien durchschnittliche Renditen von über 7 Prozent erzielt, bei US-Aktien liegen sie noch darüber. Vergangene Erträge sind zwar keine Zukunftsgarantie, doch als Orientierung für eine Ertragsschätzung gut zu gebrauchen. 

Pro Kind werden monatlich etwa 200 Euro Kindergeld gezahlt. Werden 100 Euro in einen monatlichen Sparplan eingezahlt, entsteht bei einer Anlagezeit von 18 Jahren und einer Rendite von 3 Prozent ein Endguthaben von 28.000 Euro. Bei gleicher Sparrate und 5 Prozent Rendite wären es knapp 35.000 Euro. 

Du hast die Wahl zwischen einem Robo-Advisor Depot auf eigenem Namen oder dem Namen des Kindes. Beide Varianten haben gewisse Vorteile und Nachteile.

Depot auf Namen des Kindes

Vorteile: Einer der Vorteile hierbei sind steuerliche Freibeträge (Sparerpauschbetrag, steuerlicher Grundfreibetrag), die wie bei Erwachsenen auch für Kinder gelten. Damit sollte der Großteil der Kapitalerträge steuerfrei bleiben. Das Anlagevermögen gehört dem Kind, welches mit Erreichen der Volljährigkeit die volle Verfügungsgewalt erhält. 

Nachteile: Zu den Nachteilen gehört, dass die Kinder-Depoteröffnung der Zustimmung aller Erziehungsberechtigten bedarf. Eine Geburtsurkunde ist einzureichen. Der Anspruch auf BAföG entfällt, wenn das Anlagevermögen 8.200,00 Euro übersteigt. Die kostenlose Familienversicherung fällt weg, sobald die Jahreseinnahmen plus Sparerpauschbetrag 6.441,00 Euro oder die monatlichen Erträge aus dem ETF-Sparplan 536,75 Euro übersteigen.

Depot auf eigenem Namen

Vorteile: Die Kontoeröffnung ist einfach. Einkommen aus dem ETF haben bezüglich BAföG und Familienversicherung keine unmittelbaren Auswirkungen.

Nachteile: Einer der Nachteile ist der Wegfall steuerlicher Vergünstigungen. Zusätzliche Freibeträge des Kindes können nicht genutzt werden.

Hinweis

Kinder können mit dem Depot eines(r) Erziehungsberechtigten versorgt werden. Das Depotvermögen kann dem Kind im Rahmen einer Schenkung (§7 ErbStG) übertragen werden. Die Alternative ist das Eröffnen eines zusätzlichen Depots auf den Namen des(r) Kindes(r). Nicht jede digitale Vermögensverwaltung bietet die Depoteröffnung für Minderjährige an. Zu den Robo-Advisor-Anbietern mit einem Kinder- bzw. Junior-Depot gehören u.a. Oskar, Evergreen, Quirion, Ginmon und Scalable Capital.

Steuersituation bei den digitalen Vermögensverwaltern

Steuerpflichtige Personen in Deutschland, die Erträge aus Kapitalanlagen erzielen, müssen Abgeltungssteuer zahlen. Bei Kapitalerträgen handelt es sich u.a. um Ausschüttungen oder dem Gewinn aus dem Verkauf von ETFs. 

Die Höhe der Abgeltungssteuer liegt seit der Einführung im Jahr 2009 bei 25 Prozent. Der Steuerbetrag erhöht sich um Solidaritätszuschlag und unter Umständen Kirchensteuer. Die maximale Steuerbelastung erreicht damit fast 28 Prozent. Die Abgeltungssteuer wird von einer deutschen Depotbank direkt einbehalten und das Finanzamt abgeführt.

Beim Robo-Advisor kommt es infolge von Rebalancing (Umschichtung) regelmäßig zum Verkauf von ETFs. Dabei entstehen häufig steuerrelevante Gewinne. Die zur Verfügung stehende Liquidität für einen erneuten ETF-Kauf verringert sich, da die Depotbank die Abgeltungsteuer einbehält. 

Thesaurierte ETF-Erträge werden pauschal und nicht laufend besteuert. Ein Teil der Steuerlast für ausgeschüttete Erträge verschiebt sich in die Zukunft. Damit steht mehr Liquidität für eine Wiederanlage zur Verfügung.

Bei der steuerlichen Belastung (Quellensteuer und Doppelbesteuerungsabkommen) spielen Fonds-Domizil des ETFs und nachgebildeter Index eine Rolle. Ein guter Robo-Advisor wird die für Anleger:innen günstigsten ETFs auswählen.

Sparerpauschbetrag & Freistellungsauftrag

Private Anleger:innen müssen dank des Sparerpauschbetrages nicht ihre kompletten ETF-Erträge versteuern. Die steuerlichen Regelungen sehen eine Freistellung jährlicher Kapitaleinkünfte in einer Höhe von bis zu 801 Euro (Single & Einzelveranlagung) vor.

Wenn deine Kapitalerträge pro Jahr weniger als 801 Euro betragen, zahlst du als Einzelperson keine Abgeltungssteuer. Der Sparerpauschbetrag verdoppelt sich bei Zusammenveranlagung (Verheirate, anerkannte Partnerschaften) auf 1.602 Euro. Kindern steht gleichfalls der Sparerpauschbetrag zu, der im Rahmen eines Kinderdepots ausgenutzt werden kann. Der Kinder-Sparpauschbetrag gilt wie bei Einzelveranlagung in Höhe von 801 Euro pro Kind.

Ein Freistellungsauftrag bei der Depotbank verhindert, dass eine fällige Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge innerhalb der Freigrenzen des Sparer-Pauschbetrags abgeführt wird. Der Sparerpauschbetrag kann auf mehrere Banken bzw. Depots beispielsweise in 400 Euro und 401 Euro aufgeteilt werden. Freistellungsaufträge können während eines Steuerjahres jederzeit bis zum Maximalbetrag von 801 Euro angepasst werden.

Stellst du keinen Freistellungsauftrag, lässt sich zu viel gezahlte Abgeltungssteuer über die jährliche Einkommenssteuererklärung zurückholen. Ein Überschreiten des Sparer-Pauschbetrages führt nicht automatisch zur Steuerpflicht bzw. Zahlung der Abgeltungssteuer. 

Jedem steuerpflichtigen Bürger in Deutschland steht im Jahr 2021 ein steuerlicher Grundfreibetrag von 9.744 Euro zu. Erträge unterliegen nur dann der Abgeltungssteuer, wenn sie über 10.581 Euro liegen. Dieser Freibetrag setzt sich aus dem Grundfreibetrag, Sonderausgabenpauschbetrag (36 Euro) und Sparerpauschbetrag zusammen. Das gilt auch für Kapitalerträge aus einem Kinderdepot beim Robo-Advisor.

Tipp

Erkundige dich beim Robo-Advisor über die Vorgehensweise bezüglich der Handhabung der Abgeltungssteuer und steuerlichen Optimierungsmöglichkeiten. Bei einem nichtausgeschöpften Freistellungsauftrag könnte der Verkauf von ETFs und der dabei realisierten Kursgewinne für bestmögliche Auslastung des Sparerpauschbetrages sorgen. Aus steuerlicher Sicht ist das günstiger als eine Versteuerung aller kompletten Erträge in der Zukunft.

Fazit Robo-Advisor: Einfach & automatisiert Vermögen bilden

Mit dem Internetzeitalter sind neue Formen der Geldanlagen entstanden. Mithilfe digitaler Kundenschnittstellen funktioniert Geld anlegen praktisch auf Knopfdruck.

Fintech-Firmen haben sich aufgemacht, das Bankgeschäft zu revolutionieren. Die Entwicklung von Software und Apps zur Automatisierung der Vermögensanlage und -verwaltung stellt dabei einen Schwerpunkt dar. 

Ein Robo-Advisor bietet eine professionelle Geldanlage mit auf langer Sicht guten Rendite. 

Den Gebühren der digitalen Vermögensverwaltungen steht meist ein Mehrwert gegenüber. Die Produktauswahl wird regelmäßig aktualisiert. Das Anlagemodell folgt wissenschaftlichen Grundsätzen. Das Portfolio unterliegt einer systematischen Umschichtung (Rebalancing). Anleger:innen müssen sich um nichts kümmern. Sie vermeiden jegliche Fehler, die ein:e Privatanleger:in machen könnte.

Häufige Fragen zum Thema Robo-Advisors

Hier haben wir ein paar Fragen für dich, die uns am meisten gestellt werden. Wenn eine Frage fehlt, schick uns eine E-Mail.

Kann ich die Strategien einfach selbst nachbauen?

Viele Robo-Advisors arbeiten auf der Grundlage finanzmathematischer Algorithmen und automatischer Handelssysteme. Eine solche Software ist nicht nur teuer, sondern teilweise sehr komplex. Aus dem Grund ist es für Anleger nicht ohne Weiteres möglich, die daraus resultierenden Strategien einfach selbst nachzubauen. Arbeitet der Robo-Advisor allerdings beispielsweise nur mit fünf bis zehn unterschiedlichen ETFs, könnten Anleger diese Fonds natürlich ebenso in eigener Regie erwerben. Es ist daher durchaus möglich, die Strategie vollständig oder in größerem Umfang auf eigene Faust zu realisieren.

Wie schnell komme ich an mein Geld?

Robo-Advisors arbeiten zu 90 Prozent entweder mit ETFs oder aktiv gemanagten Fonds, bei denen die Fondsanteile jederzeit veräußert werden können. Es gibt für gewöhnlich weder Bindungsfristen für das Kapital noch zu beachtende Kündigungsfristen. Daher ist es bei den weitaus meisten digitalen Vermögensverwaltern so, dass Anleger ihr Geld täglich abrufen können. Es kann lediglich einige Tage dauern, bis der Verkauf der Fondsanteile abgeschlossen wurde.

Wie setzen Robo-Advisor eine Anlagestrategie um?

In der Regel liegen der Anlagestrategie Finanzmodelle zugrunde, die ein bestimmtes Verhältnis von Aktien zu Anleihen widerspiegeln. 

Umgesetzt wird die Anlagestrategie entsprechend dem jeweiligen Anlage-Risiko-Profil von konservativ bis chancenreich. Dabei wird der Aktienanteil oder der Anleiheanteil hoch oder gering ausfallen.

Anlagestrategien basieren meist auf börsengehandelten Indexfonds (ETFs). Mit ETFs lässt sich eine breite Diversifikation sicherstellen. Ein aktives Fondsmanagement wird für das Abbilden unterschiedlichster relevanter Indizes nicht benötigt.

Wie finden Robo-Advisor die richtige Anlagestrategie für mich?

Wer bei einem Robo Advisor investieren möchte, muss eine Reihe von Fragen beantworten, die dem Bestimmen des persönlichen Rendite-Risiko-Profils dienen. Auf Basis der Antworten erstellt der Anbieter einen Anlagevorschlag passend zur persönlichen Anlagestrategie.

Kann ich meine Anlagestrategie beim Robo-Advisor wechseln?

Ja, du kannst deine Anlagestrategie beim Robo-Advisor jederzeit wechseln. Dazu musst du in der Regel einen entsprechenden Auftrag (Wechselformular) erteilen. In diesem Zusammenhang musst du dir über die Änderung deiner Anlage-Risiko-Klasse bewusst sein. Durch einen Strategiewechsel kann es zum Verkauf von ETFs oder Fonds kommen, was steuerliche Auswirkungen nach sich ziehen kann.

Ist ein Depotübertrag bei Robo-Advisors möglich?

Du kannst ein Depot oder einzelne Wertpapiere abhängig vom jeweiligen Anbieter in ein neues Robo Advisor Depot übertragen. Der neue Depotanbieter würde auf deinen Auftrag hin den Verkauf übertragener Wertpapiere vornehmen.

Bei den Robo Advisors, die sich auf Anlagestrategien spezialisiert haben, ist das Integrieren „anlagestrategiefremder“ ETFs oder Fonds nicht möglich. Du könntest dein altes Depot kündigen und das dort befindliche Kapital auszahlen lassen anschließend zahlst du das Geld in dein neues Robo-Advisor-Depot ein.

Ist mein Geld bei Robo-Advisors sicher angelegt?

Die Anbieter besitzen eine Zulassung durch die BaFin, sodass du von einem gesetzestreuen Verhalten ausgehen kannst.

Geld auf Robo Advisor Konten wird von der Partnerbank verwaltet. Deine Kundeneinlagen fallen unter den Schutz der gesetzlichen Einlagensicherung. Dritte haben keinen Zugriff auf den Geld. Auszahlungen sind nur auf das von dir hinterlegte Referenzkonto möglich.

Einlagen sind bis mindestens 100.000 Euro geschützt. Das beim Robo Advisor vorhandene Kundenvermögen ist als Sondervermögen gegen eine Anbieterpleite geschützt.

Wertpapieranlagen wie Aktien und ETFs unterliegen Kursschwankungen. Es besteht daher das Risiko, erhebliche Kursverluste zu erleiden. Realisiert werden Verluste immer erst mit dem Verkauf.

Was ist der Unterschied zwischen einem Robo-Advisor und einem Robo-Trader?

Ein Robo-Trader ist eine automatisierte Handelssoftware (bekannt als Expert Advisors) und bezieht sich auf einen computergestützten Handelsprozess. Das Softwareprogramm führt selbständig Transaktionen durch. Diese beruhen auf spezifischen Vorgaben der Nutzer:innen (u.a. Zeit, Preis, Menge, etc.).

Ein Robo-Advisor ist ein digitaler Dienst, der für den Vermögensaufbau seiner Kund:innen und die Vermögensverwaltung Computeralgorithmen nutzt. Den Computerprogrammen liegen bestimmte Finanzmodelle zugrunde. Der Robo Advisor verwendet die im System befindlichen Kundendaten und empfiehlt basierend auf der jeweiligen Anlagenstrategie ein Portfolio.

Gibt es bei Robos eine Mindestanlagehöhe?

Ja, bei den meisten Robos gibt es eine Mindestanlage. Im günstigen Fall reicht als Einmalanlage ein Euro. Bei anderen sparerfreundlichen Robos bist du mit 50 Euro oder 100 Euro willkommen. Im Durchschnitt werden 500 Euro bei Einmalanlage und 25 Euro bei Sparrate gefordert. Einige Robos setzen die Höhe der Mindestanlage mit 10.000 Euro bis 100.000 Euro weitaus höher an.

Haben Robo-Advisors eine Mindestanlagedauer?

Nein. Beim Robo Advisor hast du jederzeit die Kontrolle über dein Vermögen. Du musst dich nicht langfristig binden. Kündigungsfristen gibt es nicht, sodass du bei Bedarf schnell über dein Kapital verfügen kannst. Du musst einen Verkaufsauftrag erteilen, dessen Realisierung inklusive der Überweisung auf dein Konto zwei bis drei Tage in Anspruch nehmen sollte.

Gibt es auch anonyme Robo-Advisors?

Nein. Anonym können weder ein Robo Advisor noch du als Investor:in agieren. Anonymes Geld anlegen würde den Grundsätzen der Bekämpfung von Geldwäsche widersprechen.

Selbst wenn sich im Vorfeld einer Anlagevorbereitung die Möglichkeit ergibt, bei bestimmten Eingaben anonym zu bleiben, werden für einen konkreten Antrag und Vertrag der Namen und die Adresse des oder der Nutzers:in verlangt. 

Die Kundenidentifizierung erfolgt via Post- oder Video-Ident-Verfahren. Das Anlagedepot wird zudem bei einer Partnerbank geführt, was schon die Frage nach Anonymität erübrigt.

Kann ich mit Robo-Advisors auch in Kryptowährungen investieren?

Nein. Wenn du über einen Robo Advisor in Deutschland Vermögen aufbauen möchtest, ist das Investieren in Kryptowährungen kein Angebot eines von der BaFin zugelassenen Anbieters. Im Internet wirst du bei Recherchen zum Thema auf Krypto-Roboter mit Bezeichnungen wie Bitcoin Code, Bitcoin Profit oder Bitcoin Revolution stoßen. Es handelt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um betrügerische Angebote. Die BaFin (Mitteilung von 01.07.2021) ermittelt gegen Plattformen bzw. die verantwortlichen Werber.

Was passiert mit meinem Robo-Depot in meinem Todesfall?

Das Robo-Depot wird weitergeführt. Das verwaltete Vermögen gehört zur Erbmasse. Auf das Vermögen haben bevollmächtigte Personen sofort und Erben meist mit einer gewissen Verzögerung Zugriff. Erben müssen zunächst einen Erbschein oder das Testament (inkl. Eröffnungsprotokoll) besorgen und beim Anbieter vorlegen.

Soll das Vermögen einer bestimmten Person zugedacht werden, muss im Testament ein entsprechender Vermerk erfolgen.

Zu beachten ist, dass die zu zahlende Erbschaftsteuer auf der Grundlage des Depotwertes am Todestag ermittelt wird. Bei Nichterreichen der gesetzlichen Freibeträge bleiben Erben steuerfrei. Fällige Abgeltungssteuer geht zulasten künftiger Depotinhaber:innen.

Verliere ich mein Investment, wenn ein Robo-Advisor pleitegeht?

Nein, du verlierst dein Investment nicht, wenn ein Robo-Advisor pleitegeht. Uneingeschränkt gilt das, wenn mittels Robo-Advisor in Deutschland in ETFs und andere Wertpapiere investiert wird. 

Die Einlagensicherheit resultiert aus der Einstufung des Investments als  Sondervermögen. Die Vermögensanlage und -verwaltung erfolgt über Partnerbanken der Robo-Advisor. Weder Robo-Advisor noch Partnerbank besitzen Zugriff auf das Vermögen.

Unsere Testberichte in der Übersicht

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z