Robo-Advisor Vergleich 2020

Die meisten Anleger sind der Auffassung, dass sie sich keine Vermögensverwaltung leisten können. Ein wesentlicher Grund besteht darin, dass man unter 500.000 Euro Vermögen in der Regel ohnehin keine Chance hat, den Service einer klassischen Vermögensverwaltung zu nutzen. Seit wenigen Jahren trifft dies in der Realität nicht mehr zwangsläufig zu, nämlich spätestens seitdem die sogenannten Robo-Advisors am Markt präsent sind.

Robo-Advisors – so werden digitale Vermögensverwalter genannt, die ihren Service ausschließlich online und für eine Vielzahl von Anlegern zur Verfügung stellen. In unserem Beitrag erfährst du, warum vielleicht auch für dich ein Robo-Advisor die optimale Lösung ist, wenn du dein Kapital mit einer guten Rendite anlegen möchtest.

Vorteile
Service-
gebühr
Testsiegel
Evergreen GmbH
Robo Advisor
4.5
  • 10 Anlagestrategien
  • Einmalige Einlage möglich ab 1 €
  • oder Sparplan (mtl.) ab 1 €
Raisin Invest
Raisin Invest
3.5
  • 4 Anlagestrategien
  • Einmalige Einlage möglich ab 500 €
  • oder Sparplan (mtl.) ab 50 €
quirion
Robo Advisor
  • 11 Anlagestrategien
  • Einmalige Einlage möglich ab 1.000 €
  • oder Sparplan (mtl.) ab 30 €
Peaks B.V.
Robo Advisor
4.2
  • 4 Anlagestrategien
  • Einmalige Einlage möglich ab 1 €
  • oder Sparplan (mtl.) ab 1 €
growney
Robo Advisor
4.1
  • 10 Anlagestrategien
  • Einmalige Einlage möglich ab 500 €
  • oder Sparplan (mtl.) ab 25 €
fintego
Managed Depot
4.6
  • 5 Anlagestrategien
  • Einmalige Einlage möglich ab 2.500 €
  • oder Sparplan (mtl.) ab 50 €
Kapilendo
Allwetter ETF-Portfolio
  • 4 Anlagestrategien
  • Einmalige Einlage möglich ab 10.000 €
  • oder Sparplan (mtl.) ab 50 €
  • 16 Anlagestrategien
  • Einmalige Einlage möglich ab 500 €
  • oder Sparplan (mtl.) ab 1 €
Scalable Capital
Robo Advisor
4.0
  • 23 Anlagestrategien
  • Einmalige Einlage möglich ab 10.000 €
  • oder Sparplan (mtl.) ab 50 €
Ginmon
Robo Advisor
4.4
  • 10 Anlagestrategien
  • Einmalige Einlage möglich ab 50 €
  • oder Sparplan (mtl.) ab 50 €
OSKAR
OSKAR
4.6
  • 5 Anlagestrategien
  • Einmalige Einlage möglich ab 1.000 €
  • oder Sparplan (mtl.) ab 25 €
Openbank
Robo Advisor
4.3
  • 5 Anlagestrategien
  • Einmalige Einlage möglich ab 500 €
  • oder Sparplan (mtl.) ab 1 €
Whitebox
Robo Advisor
4.7
  • 23 Anlagestrategien
  • Einmalige Einlage möglich ab 5.000 €
  • oder Sparplan (mtl.) ab 5 €
comdirect
cominvest
4.3
  • 5 Anlagestrategien
  • Einmalige Einlage möglich ab 3.000 €
  • oder Sparplan (mtl.) ab 100 €
investify
Robo Advisor
4.9
  • 200000 Anlagestrategien
  • Einmalige Einlage möglich ab 5.000 €
  • oder Sparplan (mtl.) ab 0 €
* Werte für gewählten Zeitraum, die Berechnung erfolgt auf Basis der aktuellen Zinssätze vom 01.12.2020. Alle Angaben ohne Gewähr, © 2020 financeAds.net
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Die wichtigsten Fakten zu Robo-Advisors

  • Als Robo-Advisors werden sowohl Finanzanlagenvermittler als auch digitale Vermögensverwalter bezeichnet, die ihr Angebot ausschließlich online präsentieren.
  • Eine Besonderheit vieler Robo-Advisors besteht darin, dass das Kapital der Kunden automatisiert auf Grundlage von mathematischen Algorithmen und Handelssystemen investiert wird.
  • Die Grundlage für ein Invest ist bei nahezu jedem Robo-Advisor das sogenannte Onboarding. Dabei handelt es sich um einen Fragebogen, den der Kunde zuvor ausfüllen muss.
  • Ein großer Vorteil der Robo-Advisors – im Vergleich zur klassischen Vermögensverwaltung – sind die niedrigeren Kosten und die Tatsache, dass die Mindestanlagesumme wesentlich geringer ist.

Warum brauchen wir hier einen Brokervergleich?

Natürlich ist dies ein etwas anderer Brokervergleich als sonst. Schließlich haben wir hier einen automatisierten Trader und nicht das klassische Despot, das verglichen wird. Doch auch bei Robo-Adviorn muss ein sehr genauer Brokervergleich stattfinden um Kosten und Möglichkeiten genauer zu betrachten. Wie bei allen Anlageformen, so gibt es auch hier Vor- und Nachteile. Sich hier auf die Aussagen der Bankberater zu verlassen kann wie immer ein Fehler sein. Auf der einen Seite empfehlen sie Robo-Adviser sehr ungern und auf der anderen: wenn dann nur die von der eigenen Bank.

Wie funktioniert ein Robo-Advisor?

Gehörst du zu den Anlegern, die ihr Vermögen zwar gerne in die Hände von Profis legen möchten würden, aber der Auffassung sind, dass eine Vermögensverwaltung ohnehin erst ab sechsstelligen Anlagesummen zugänglich ist? Unter dieser Voraussetzung ist es für dich vielleicht eine interessante Neuigkeit, dass dies seit wenigen Jahren nicht mehr grundsätzlich zutrifft. Mit den Robo-Advisors sind mittlerweile Finanzdienstleister am Markt präsent, die selbst Kleinanlegern die Möglichkeit bieten, eine professionelle Vermögensverwaltung online zu nutzen.

Zwar gibt es teilweise große Unterschiede zwischen den Robo-Advisors, aber die Funktionsweise ist bei allen Anbietern ähnlich oder sogar identisch. Prinzipiell sind es die folgenden Schritte, auf deren Grundlage digitale Vermögensverwalter funktionieren:

  1. Onboarding: Neukunde füllt Online-Fragebogen aus, um den individuellen Risikotyp zu bestimmen
  2. Portfolio wird mit den entsprechenden Anlageklassen vorgeschlagen bzw. bestimmt
  3. Ausgewähltes Portfolio nebst Strategie wird in die Praxis umgesetzt

Eine wichtige Grundlage für die Funktionsweise der Robos ist demnach im ersten Schritt, dass der Risikotyp des Kunden bestimmt wird. Dazu stellen digitale Vermögensverwalter durchschnittlich zwischen 10 bis 20 Fragen. Diese beziehen sich zum Beispiel auf die bisherigen Erfahrungswerte mit Wertpapieren, dem zu investierenden Vermögen, der Einstellung zu Sicherheit und Risiko sowie der geplanten Anlagedauer. Anhand der Antworten erstellt der digitale Vermögensverwalter ein Risikoprofil, welches jedem Anleger zugeordnet wird.

Auf Grundlage dieses erstellten Profils ordnet der Robo-Advisors dem Anleger ein bestimmtes Portfolio zu. Die meisten Online-Vermögensverwalter haben zwischen 5 bis 20 unterschiedliche Portfolios, die je nach Risiko des Kunden eingesetzt werden. Die Portfolios unterscheiden sich zum Beispiel in den Asset-Klassen und in der jeweiligen Gewichtung der einzelnen Finanzprodukte.

Im letzten Schritt setzt der Robo-Advisor das zugeordnete Portfolio mitsamt der Strategie auf technischer Basis um. Das bedeutet, dass für den Anleger ein Depot eröffnet wird und anschließend zum Beispiel ETFs oder Aktienfonds gewählt werden, die für den zur Verfügung stehenden Anlagebetrag gekauft werden. Ab diesem Zeitpunkt sollte sich das Vermögen im besten Fall nach und nach vermehren. Der Anleger muss sich bei seiner Kapitalanlage um nichts weiter kümmern.

Worin besteht der Unterschied zwischen aktiven und passiven Robo-Advisors?

Ab dem Zeitpunkt, ab dem der Robo-Advisor das Portfolio zugeordnet hat, lassen sich die digitalen Vermögensverwalter bezüglich ihres weiteren Vorgehens in zwei große Gruppen einteilen. Zum einen handelt es sich um aktive und zum anderen um passive Robo-Advisors. Digitale Vermögensverwalter, die einem aktiven Ansatz folgen, nehmen häufig Umschichtungen vor. Sie reagieren dabei auf das aktuelle Marktgeschehen, zum Beispiel auf steigende oder fallende Aktienkurse. Das wesentliche Ziel des aktiven Ansatzes besteht darin, zum einen eine optimale Rendite zu erreichen und zum anderen möglichst größere Verluste zu verhindern.

Die zweite Gruppe von Robo-Advisors folgt hingegen dem sogenannten passiven Ansatz. In diesem Fall besteht das Hauptziel darin, dass einmal gestaltete Portfolio in der Form möglichst kontinuierlich bezüglich Gewichtung der einzelnen Anlageprodukte beizubehalten. Zu diesem Zweck setzen Robo-Advisors oft das sogenannte Rebalancing ein. Damit ist gemeint, dass bei größeren Abweichungen vom Ursprungsportfolio die entsprechenden Veränderungen vorgenommen werden. Ziel ist es, dass das Portfolio möglichst immer so aufgeteilt ist, wie es dem Kunden auf Grundlage seines Risikoprofils zugeordnet wurde.

Wie sind die Kosten bei einem Robo-Advisors?

Bist du der Auffassung, dass eine Vermögensverwaltung sehr teuer ist? Diese Annahme ist – dank der Robo-Advisors – heutzutage nicht mehr ganz zutreffend. Warum, das zeigen wir im folgenden Abschnitt. Bei der klassischen Vermögensverwaltung können sich die jährlichen Kosten prozentual bezogen auf das Vermögen durchaus im Bereich zwischen zwei bis mehr als drei Prozent bewegen. Anders ausgedrückt: Bei einer Anlagesumme von beispielsweise 100.000 Euro könnten die Kosten pro Jahr zwischen 2.000 und 3.000 Euro liegen.

Robo-Advisors hingegen können ihren Service in der Regel deutlich kostengünstiger anbieten. Nicht immer ist die Kostenstruktur auf den ersten Blick transparent und leicht verständlich, auch wenn mittlerweile die meisten digitalen Vermögensverwalter mit einer sogenannten All-In-Fee arbeiten. Das bedeutet, du zahlst – meistens eine prozentuale – Servicegebühr pro Jahr. Es gibt keine weiteren direkten Kosten, wie zum Beispiel Depotgebühren oder Transaktionsgebühren.

Meistens kommen allerdings noch die Fondskosten hinzu, die sowohl bei ETFs als auch bei aktiv gemanagten Fonds anfallen. Bei manchen Online-Vermögensverwaltern gibt es einen weiteren Kostenfaktor, nämlich die sogenannte Performance-Fee. Diese findet sich heutzutage allerdings nur noch selten, da die weitaus meisten Robo-Advisors ausschließlich auf die zuvor beschriebene All-In-Fee umgestiegen sind. Ein typisches Kostenbeispiel für einen Robo-Advisor sieht wie folgt aus:

  • Servicegebühr (All-In-Fee): 1,1 % pro Jahr
  • Fondskosten (ETFs): 0,40 % pro Jahr
  • Sonstige Kosten: keine

Durchschnittlich belaufen sich die Gesamtkosten für die Dienste des Robo-Advisors heutzutage zwischen 1,1 und 1,3 Prozent. Allerdings gibt es unter den Anbietern teilweise große Abweichungen, sodass ein Vergleich der Robo-Advisors definitiv sinnvoll ist.

Wichtig ist auch auf die Höhe der Mindesteinlage zu achten. Dieser Punkt ist neben den Optionen für die Einmalanlage für viele Kunden sehr wichtig.

Wie wähle ich den passenden Robo-Advisor aus?

Im letzten Satz des vorherigen Abschnittes haben wir bereits darauf hingewiesen, dass ein Robo-Advisors Vergleich unbedingt empfehlenswert ist. Fragst du dich an dieser Stelle, wie du den passenden Robo-Advisor auswählen kannst? Wenn du unter anderem auf die folgenden Kriterien achtest, dürfte die Auswahl des passenden Online-Vermögensverwalters leichter fallen.

Full-Service oder Half-Service?

Bezüglich des Serviceumfangs lassen sich die am Markt präsenten Robo-Advisors in drei Gruppen einteilen, nämlich:

  • Full-Service Robo-Advisors
  • Half-Service Robo-Advisors
  • Self-Service Robo-Advisors

Bei den Full-Service Robo-Advisors handelt sich um die „echten“ digitalen Vermögensverwalter. Diese werden in aller Regel von der Finanzaufsicht BaFin überwacht und besitzen eine Erlaubnis nach Paragraph 32 Kreditwesengesetz. Sie dürfen demnach das Vermögen ihrer Kunden offiziell verwalten.

Bei den Robo-Advisors, die einen sogenannten Half-Service anbieten, handelt es sich offiziell nicht um Vermögensverwalter, sondern lediglich um Finanzanlagenvermittler. Diese besitzen meistens eine Erlaubnis nach Paragraph 34f der Gewerbeordnung. Sie dürfen das Vermögen der Kunden nicht eigenverantwortlich verwalten, sondern lediglich Finanzanlagen vermitteln. Daraus resultiert, dass eventuell vorzunehmende Umschichtungen des Portfolios die jeweilige Zustimmung des Kunden benötigen.

Eine dritte Gruppe von Robo-Advisors ist eher selten zu finden, soll aber der Vollständigkeit halber erwähnt werden. Die sogenannten Self-Service Robo-Advisors geben lediglich Tipps, welche Anlageprodukte aktuell besonders Erfolg versprechend sind. Handeln und investieren muss der Kunde jedoch eigenverantwortlich und somit aktiv am Markt durch Kauf oder Verkauf der Fonds oder sonstiger Wertpapiere agieren.

Machen Performance-Gebühren etwas aus?

Manche Robo-Advisors berechnen eine sogenannte Performance-Fee. Die Performance-Gebühren sind in der Regel so gestaltet, dass ab dem Erreichen einer bestimmten Rendite der Online-Vermögensverwalter einen Anteil am Gewinn des Anlegers erhält. Üblich sind Spannen zwischen 15 bis 20 Prozent von der Rendite. Es macht also etwas aus, ob digitale Vermögensverwalter eine solche Performance-Gebühr veranschlagen oder nicht. Zumindest gilt dies für den Fall, dass die Rendite erreicht wird, ab der die Performance-Fee berechnet wird.

Die wichtige Anlagestrategie beim Robo-Advisors

Ein wichtiges Auswahlkriterium beim Vergleich der Robo-Advisors ist die Anlagestrategie. Zuvor hast du bereits gelernt, dass es Online-Vermögensverwalter mit einer aktiven und passiven Anlagestrategie gibt. Manche digitale Vermögensverwalter möchten die ursprüngliche Portfolio-Struktur erhalten und nehmen somit ein Rebalancing vor. Andere Robo-Advisors hingegen führen die Risikoverteilung direkt im Portfolio durch. In diesem Fall finden häufiger Umschichtungen statt, weil die Struktur des Portfolios öfter an die Marktverhältnisse angepasst wird. Letztendlich entscheidest du dich also bei diesem Auswahlpunkt zwischen einem passiven und einem aktiven Ansatz. Auch bei Robo-Advisern gibt es unterschiedliche Risikoklassen, die man aussuchen kann. Es ist daher auch sehr wichtig darauf zu achten welche Risikoklassen verglichen werden wenn man über Robo-Adviser im Netz liest.

Nicht vergessen, auch hier gibt es neben Risikoklassen natürlich auch Dinge wie Aktienquoten und Co.

Was sind die Vorteile eines Robo-Advisors?

An dieser Stelle fragst dich vielleicht, warum du dich für einen Online-Vermögensverwalter entscheiden solltest. Ein starkes Argument sind eine Reihe von Vorteilen, durch die sich Robo-Advisors auszeichnen können. Im Folgenden nennen wir einige dieser Vorteile, die dich eventuell überzeugen, dein Kapital einem professionellen digitalen Vermögensverwalter anzuvertrauen.

Geringer Zeitaufwand

Wer sich für einen digitalen Vermögensverwalter entscheidet, der legt sein Kapital in die Hände eines Profis. Robo-Advisors arbeiten keineswegs weniger professionell als klassische Vermögensverwaltungen, nur weil sie ihren Service vollständig online anbieten. Für Anleger bedeutet dies einen zum Teil deutlich ersparten Zeitaufwand, da sie sich nicht selbst mit dem Thema Geldanlagen beschäftigen müssen.

Kostengünstige professionelle Vermögensverwaltung

Ein sehr starkes Argument für Online-Vermögensverwalter sind die vergleichsweise geringen Kosten, die Anleger zu tragen haben. Wenn wir uns einmal die durchschnittlichen Gebühren betrachten, die mehr als 30 Robo-Advisors am Markt verlangen, kommen wir auf eine Gesamtkostenquote von etwa 1,1 bis 1,3 Prozent. Darin enthalten sind zum einen die Servicegebühr und zum anderen die Fondskosten, die für ETFs anfallen. Bei einer klassischen Vermögensverwaltung belaufen sich die jährlichen Gesamtkosten hingegen nicht selten auf zwei bis drei Prozent des Depotvolumens.

Keine Emotionen

Ein nicht zu unterschätzender Vorteil besteht bei Robo-Advisors darin, dass Emotionen und vor allem Fehler, die menschliche Anlageexperten und Berater machen, in großem Umfang ausgeschlossen werden können. Dies ist darauf zurückzuführen, dass viele digitale Vermögensverwalter mit Handelsprogrammen und mathematischen Algorithmen arbeiten. Diese treffen letztendlich Entscheidungen oder machen zumindest einen fundierten Anlagevorschlag. So kann zumindestens ausgeschlossen werden, dass Fehler durch emotionales Handeln geschehen.

Geringe Mindestanlagesumme

Dass Robo-Advisors auch Kleinanlegern und zum Teil sogar Sparern zugänglich sind, ist ein weiterer Vorteil. Der Grund besteht darin, dass die Mindestanlage wesentlich geringer als bei einer klassischen Vermögensverwaltung ist. Im Durchschnitt musst du bei einem Robo-Advisors lediglich mindestens 500 bis 2.000 Euro anlegen, um den Service nutzen zu können. Einige digitale Vermögensverwalter verlangen sogar gar keine Mindesteinlage, sodass du den gesamten Leistungsumfang ab dem ersten Euro in Anspruch nehmen kannst.

Breite Diversifikation des Kapitals

Die meisten Robo-Advisors arbeiten mit ETF-Fonds, manche auch mit aktiv gemanagten Fonds. In beiden Fällen besteht der Vorteil für den Anleger in der breiten Diversifikation. Jeder einzelne Fonds investiert meistens in mindestens 20 bis 30 unterschiedliche Aktien, Rohstoffe oder sonstige Basiswerte, sodass allein dadurch eine gute Diversifikation vorhanden ist. Darüber hinaus arbeiten die digitalen Vermögensverwalter in ihren Portfolios mit mehreren Fonds, sodass faktisch eine doppelte Risikostreuung erfolgt.

Zusammenfassend sind es die zuvor genannten und noch einige weitere Vorteile, durch die Robo-Advisors am Markt überzeugen:

  • Geringer Zeitaufwand
  • Günstige Kostenquote
  • Emotionen und menschliche Fehler zum Großteil ausgeschlossen
  • Geringe Mindestanlagesumme
  • Breite Diversifikation
  • Unabhängigkeit (der meisten Robo-Advisors) von speziellen Anbietern und Provisionen
  • Hohe Transparenz

Was sind die Nachteile eines Robo-Advisors?

Es gibt am Finanzmarkt nahezu kein Angebot, bei dem neben den Vorteilen nicht auch Nachteile existieren würden. Diesbezüglich machen Robo-Advisors keine Ausnahme.

Kleinere Auswahl an Assets und Anlageprodukten

Die meisten Robo-Advisors arbeiten mit einer vergleichsweise geringen Anzahl an ETFs oder zum Teil aktiv gemanagter Fonds. Dadurch ist die Auswahl an Anlageprodukten im Vergleich zum Markt relativ eingeschränkt. Der Nachteil besteht insbesondere darin, dass eventuell Marktchancen vertan werden, da die genutzten Fonds bestimmte Branchen oder Regionen außen vor lassen.

Große Unterschiede zwischen den digitalen Vermögensverwalter

Ein weiterer Nachteil für den Anleger ist es, dass zum Teil gravierende Unterschiede zwischen den Robo-Advisors existieren. Der Kunde sollte sich daher intensiver mit der Materie beschäftigen, um überhaupt die Differenzen zwischen den Anbietern zu erkennen. Beim Vergleich sollte nicht nur auf die Kosten geachtet werden. Darüber hinaus empfiehlt es sich, die Unterschiede hinsichtlich der Strategien und der genutzten Anlageprodukte zu kennen.

Viele Robo-Advisors noch relativ neu am Markt

Die ersten Robo-Advisors traten im Jahre 2016 an den Markt. Besonders in den vergangenen zwei Jahren ist die Anzahl deutlich gewachsen. Das digitale Vermögensverwalter noch nicht lange am Markt sind, ist zunächst einmal kein genereller Nachteil. Allerdings folgt daraus, dass viele Anbieter noch nicht mit historischen Renditen aufwarten können. Häufig wird somit mit Simulationen gearbeitet. Eine echte Performance lässt sich zum Beispiel bei erst 1,5 Jahre am Markt  aktiven Anbietern meistens nicht belegen.

Anleger können Kapitalanlage schwer oder gar nicht individualisieren

Die meisten Robo-Advisors arbeiten mit festgelegten Fonds und geben Kunden keine Möglichkeit, selbst ETFs oder aktiv gemanagte Fonds sowie einzelne Aktien auszuwählen. Dies ist zwar eigentlich Sinn und Zweck einer Vermögensverwaltung, denn die meisten Anleger möchten bewusst nicht beraten werden. Trotzdem wünschen sich manche Kunden, dass sie zumindest einen Teil des Portfolios selbst mitgestalten können. Bei manchen Robo-Advisors besteht diese Möglichkeit. Es werden zumindest für einen kleineren Portfolio-Anteil Anlagethemen zur Auswahl gestellt, für die sich Anleger entscheiden können.

Im Überblick sind es folgende Nachteile, die bei einem Robo-Advisors berücksichtigt werden sollten:

  • Begrenzte Auswahl an Anlageprodukten
  • Teilweise große Unterschiede zwischen den Robo-Advisors
  • Meistens keine validen Daten zu Rendite und Performance
  • Kaum individualisierbare Kapitalanlagen
  • Mehr Kosten als eigenständige Kapitalanlage
  • Arbeitet der Robo-Advisors mit ETFs, ist ein Outperformen des Marktes nicht möglich
  • Oftmals starre Asset-Allocation

Wie sicher ist mein Geld bei einem Robo-Advisor?

Bei Online-Finanzdienstleistern fragst vielleicht auch du dich, wie sicher dein Geld eigentlich ist. In der Hinsicht können wir dich beruhigen: Prinzipiell ist dein Vermögen bei einem Robo-Advisors genauso sicher wie bei einer klassischen Vermögensverwaltung. Dies bedeutet allerdings nicht, dass mit dem Investment keine Verluste entstehen können. Gemeint ist vor allem, dass die digitalen Vermögensverwalter einiges an Sicherheitsmaßnahmen ergreifen, um zum Beispiel unberechtigte Fremdzugriffe zu vermeiden. Zu diesem Zweck werden Daten in der Regel verschlüsselt versendet und sind meistens auf deutschen Servern gespeichert.

Darüber hinaus bieten mittlerweile immer mehr digitale Vermögensverwalter die sogenannte 2-Faktor-Authentifizierung an. Somit reicht es für ein Login und den Zugriff auf dein Konto nicht aus, wenn du lediglich einen Benutzernamen und Passwort eingibst. Darüber hinaus musst du zur Identifizierung einen Code erfassen, der zum Beispiel auf das Smartphone gesendet wurde.

Ein weiterer Sicherheitsaspekt besteht bei Robo-Advisors darin, dass diese selbst keinen Zugriff auf das Vermögen der Kunden haben. Stattdessen werden zum Beispiel die Fondsanteile in einem Depot einer Partnerbank in Deutschland verwahrt. Die Fondsanteile wiederum werden als Sondervermögen verwaltet und fließen daher selbst bei einer Insolvenz des Robo-Advisors oder der Partnerbank nicht in die entsprechende Insolvenzmasse.

Zur Sicherheit trägt ebenfalls bei, dass Auszahlungen deines Vermögens ausschließlich auf ein angegebenes Referenzkonto erfolgen können. Damit wird gewährleistet, dass Unbefugte nicht einfach Kapital auf ihr eigenes Konto umleiten können.

Wir haben sich Robo-Advisors bisher in der Krise geschlagen?

Die aktuelle Coronakrise hat bereits zu einem großen Kursverlust an den Aktien- und zudem vielen Rohstoffmärkten geführt. Alleine der DAX verlor in der Spitze mehr als 30 Prozent seines Wertes. Aus dem Grund ist es nicht ungewöhnlich, dass bisher auch nahezu alle Robo-Advisors Probleme durch das im Zuge der Coronakrise verursachte Chaos haben. Dies bezieht sich insbesondere auf Verluste bei zahlreichen Depots, die schlichtweg auf die drastischen Kursrückgänge von Aktien und sonstigen Wertpapieren an den Märkten zurückzuführen sind. Es handelt sich also um kein spezielles Problem der Online-Vermögensverwalter, sondern an faktisch allen Börsen sind in den vergangenen Wochen teilweise hohe Kursverluste entstanden.

Was passiert bei einer Pleite des Robo-Advisors ?

In der jüngeren Vergangenheit gab es bereits zwei Robo-Advisors, die wieder vom Markt verschwunden sind. Daher stellt sich durchaus die berechtigte Frage, was eigentlich mit dem Vermögen der Kunden bei einer eventuellen Insolvenz des Anbieters passiert. Die gute Nachricht ist: Die meisten digitalen Vermögensverwalter legen das Geld ihrer Kunden in ETFs oder aktiv gemanagte Fonds an. In beiden Fällen werden die Fondsanteile als Sondervermögen verwahrt und sind getrennt vom Vermögen des Robo-Advisors.

Das bedeutet: Bei einer eventuellen Insolvenz können Anleger ihre Fondsanteile auf normalem Weg veräußern und erhalten den entsprechenden Gegenwert gutgeschrieben. Hinzu kommt ein weiterer Sicherheitsaspekt, nämlich dass die Fondsanteile nicht etwa in einem Depot des Robo-Advisors verwahrt werden, sondern bei einer Depotbank. Dabei handelt es sich um ein normales Kreditinstitut, das als Partnerbank mit dem Online-Vermögensverwalter zusammenarbeitet. Sollte es selbst bei dieser Partnerbank zu finanziellen Engpässen kommen, würde sich ein Treuhänder um das entsprechende Fondsguthaben kümmern.

Häufige Fragen zum Thema Robo-Advisors

Hier haben wir ein paar Fragen für euch, die uns am meisten gestellt werden. Wenn eine Frage fehlt, schickt uns eine Email.

❓ Kann ich die Strategien einfach selbst nachbauen?

Viele Robo-Advisors arbeiten auf der Grundlage finanzmathematischer Algorithmen und automatischer Handelssysteme. Eine solche Software ist nicht nur teuer, sondern teilweise sehr komplex. Aus dem Grund ist es für Anleger nicht ohne Weiteres möglich, die daraus resultierenden Strategien einfach selbst nachzubauen. Arbeitet der Robo-Advisor allerdings beispielsweise nur mit fünf bis zehn unterschiedlichen ETFs, könnten Anleger diese Fonds natürlich ebenso in eigener Regie erwerben. Es ist daher durchaus möglich, die Strategie vollständig oder in größerem Umfang auf eigene Faust zu realisieren.

🚄 Wie schnell komme ich an mein Geld?

Robo-Advisors arbeiten zu 90 Prozent entweder mit ETFs oder aktiv gemanagten Fonds, bei denen die Fondsanteile jederzeit veräußert werden können. Es gibt für gewöhnlich weder Bindungsfristen für das Kapital noch zu beachtende Kündigungsfristen. Daher ist es bei den weitaus meisten digitalen Vermögensverwaltern so, dass Anleger ihr Geld täglich abrufen können. Es kann lediglich einige Tage dauern, bis der Verkauf der Fondsanteile abgeschlossen wurde.

🤔 Muss ich hier vergleichen?

Es ist auf jeden Fall empfehlenswert, die am Markt präsenten Robo-Advisors miteinander zu vergleichen. Zu unterschiedlich sind nicht nur die Kosten und weiteren Konditionen, sondern ebenso die genutzten Strategien und Assets. Zudem kommen manche Robo-Advisors für zahlreiche Anleger aufgrund einer relativ hohen Mindestanlagesumme nicht infrage oder weil eine passive statt aktive Anlagestrategie verfolgt wird. Kurz gesagt: Es ist sinnvoll, die Anbieter miteinander zu vergleichen.