Depot Vergleich

Sparer, die ihr Geld in Wertpapieren anlegen möchten, benötigen ein Depot. An diesem Umstand führt kein Weg vorbei, gleich, ob die Wahl auf Anleihen, Aktien oder Investmentfondsanteile fällt. Wer sich erst frisch mit dem Gedanken trägt, ein Depot zu eröffnen, sollte bei der Auswahl der Anbieter extrem aufmerksam vorgehen. Der Weg zur Hausbank erweist sich nach der Nutzung eines Depotvergleichs schnell als Renditekiller für die Anlagen. Die Kosten, welche die Filialbanken und Sparkassen immer noch für die Depotverwaltung, aber auch für die Transaktionen in Rechnung stellen, sind nicht mehr zeitgemäß. Die Onlinebanken und Onlinebroker beweisen dies eindrücklich. Direkt zu unserem Depotvergleich.

Wenn zwei Anleger absolut identische Geschäfte bei zwei unterschiedlichen Banken tätigen, werden sie am Ende des Jahres eine unterschiedliche Nettorendite mit dem Depot erwirtschaften. Während der eine Grund zur Freude hat, wird der andere ins Grübeln kommen. Warum das so ist, zeigen wir hier auf.

Bei der Auswahl des richtigen Depots kommt es aber nicht nur auf die Gebühren an, sondern auch um spezielle Angebote der Institute. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, dass sich ein künftiger Anleger genau überlegt, wie er im Handel agieren möchte, um wirklich den perfekten Partner zu finden. Der Depotvergleich zeigt, in welchen Bereichen welches Institut seine Schwerpunkte setzt.

So funktioniert der Depotvergleich

Zur Berechnung, welches Depot das günstigste ist, werden lediglich wenige Eingaben benötigt. Die Anzahl der Transaktionen pro Jahr, das durchschnittliche Ordervolumen, der durchschnittliche Depotbestand und die Anzahl der online aufgegebenen Orders. Im Ergebnis werden die Anbieter auf der Grundlage der jährlichen Gesamtkosten aufgelistet. Nicht aufgezeigt werden zwangsläufig andere Gebühren, die individuell anfallen, beispielsweise für den Zugriff auf Echtzeitkurse oder für Orderänderungen.

Depot Vergleich 2017

Das Depot und die Auswahlkriterien

Für einen durchschnittlichen Anleger spielen die Kosten ein enormes Kriterium in Bezug auf die Nettorendite seiner Investments. An der Abgeltungssteuer auf die Erträge aus seinen Kapitalanlagen kann er keinen Einfluss nehmen, diese wird von den Banken automatisch an das zuständige Finanzamt abgeführt. Auf die Höhe der Gebühren lässt sich jedoch durch die Wahl der richtigen Bank Einfluss nehmen. Neben den Gebühren spielt es auch eine Rolle, ob beispielsweise überwiegend an Auslandsbörsen gehandelt wird, das Traden im außerbörslichen Geschäft eine Rolle spielt oder schlicht mit einem Investmentfondssparplan der Start in den Vermögensaufbau beginnt.

Ein kostenloses Depot – gibt es das wirklich?

Die erste Frage, die sich ein Anleger stellt, lautet, ob es nicht ein kostenloses Depot gibt. Die Antwort lautet zunächst begrenzt „ja“. Viele Onlinebanken stellen zumindest im ersten Jahr keine Depotverwaltungsgebühren in Rechnung, einige verzichten ganz darauf. Die Institute in der Fläche kalkulieren eine vom Depotvolumen abhängige Depotgebühr. Selbst wenn keine Wertpapiere mehr hinterlegt sind, wird eine Mindestzahlung fällig. Einige Onlinebroker sind dazu übergegangen, zumindest eine feste, volumenunabhängige Berechnung vorzunehmen. Diese Kosten lassen sich definitiv mit der Auswahl des entsprechenden Anbieters einsparen. Auch Onlinebanken müssen betriebswirtschaftlich kalkulieren. Dennoch ist es ihnen möglich, die bei den Filialinstituten ebenfalls prozentual vom Ordervolumen abhängig berechnete Courtage zu umgehen. Immer häufiger finden Anleger ein Gebührenmodell, das vom Handelsvolumen unabhängige Transaktionskosten vorsieht. Diese Flatrate unterscheidet nur noch, ob der Handel an einer inländischen oder ausländischen Börse stattfindet.

Investmentfondsanleger mit null Aufwand

Noch interessanter wird es für die Anleger, welche sich schwerpunktmäßig auf Investmentfonds spezialisieren. Währen die Institute in der Fläche fast ausschließlich Fondsanteile der hauseigenen Kapitalanlagegesellschaft anbieten, stellen die Onlinebanken ein Universum von mehreren Tausend Fonds zur Verfügung. Damit alleine lässt sich jedoch noch kein Geld sparen. Der wesentliche Unterschied liegt darin, dass die Filialinstitute den Ausgabeaufschlag, bei Aktienfonds immerhin bis zu sechs Prozent, komplett berechnen. Direktbanken und Onlinebroker rabattieren diesen Aufschlag grundsätzlich, in vielen Fällen verzichten sie völlig darauf. Das kostenlose Depot ist in der Kombination von Verzicht auf die Depotgebühr und Fondsanteilen ohne Agio als möglich – Anleger müssen nur vergleichen.

Die Qual der Wahl bei diesem üppigen Angebot an Fonds wird durch Anlageempfehlungen und Hintergrundinformationen erleichtert, Anleger stehen hier nicht alleine.

Der außerbörsliche Handel

Der außerbörsliche Handel ist nicht unbedingt gleich für Einsteiger geeignet, bietet aber interessante Chancen. In diesem Fall ist keiner Broker eingeschaltet, der Anleger tradet direkt mit dem Emittenten eines Wertpapieres. In der Regel handelt es sich dabei nicht um Aktien, sondern Zertifikate. Der Depotvergleichsrechner ermittelt in der Übersicht zunächst nur die Kosten der jeweiligen Anbieter. Details, wie beispielsweise Sonderkonditionen im außerbörslichen Handel, finden sich dann auf der Seite der Bank selbst. Bei dieser Handelsform gibt es übrigens immer wieder Aktionen mit reduzierten oder völlig gestrichenen Transaktionskosten.

Auslandsbörsenplätze

Nicht jede Bank stellt die gleichen Möglichkeiten für den Auslandshandel zur Verfügung. Trader, die sich jenseits unserer Landesgrenzen engagieren wollen, sind demzufolge gut beraten, zu schauen, an welchen Börsen welche Bank den Handel ermöglicht und wie hoch die Courtagen für Auslandsdeals sind. Die Courtagen richten sich in der Regel nach dem jeweiligen Handelsplatz.

Echtzeitkurse – ja oder nein?

Für Daytrader ist es keine Frage, der Zugang zu Echtzeitkursen muss gewährleistet sein. Dieser ist nicht bei jeder Onlinebank kostenlos möglich, es gibt allerdings zahlreich Bonussysteme, welche die Anzahl der Zugriffe erhöhen. Für Einsteiger wird sich diese Frage zunächst nicht stellen. Für diese Zielgruppe ist es zunächst wichtig, ein Depot zu eröffnen, welches mit absolut geringen Kosten für den klassischen Handel verbunden ist.

Können Onlinebanken Service bieten?

Kunden, die zu ihrer Hausbank vor Ort gehen und Geld in Wertpapieren anlegen möchten, werden mit den im Vertriebsfokus der Bank stehenden Zertifikaten oder Investmentfonds überschüttet. Empfehlungen, so hat es die Vergangenheit immer wieder gezeigt, zu speziellen Aktien oder Anleihen werden nicht ausgesprochen. Der Grund liegt auf der Hand, die Margen sind bei diesen Transaktionen deutlich geringer. Der Service der Onlinebanken ist eine Einbahnstraße, da der Kunde am Bildschirm sitzt. Aus diesem Grund sind die Informationen hervorragend aufbereitet. Analysten liefern Kommentare zum Wirtschaftsgeschehen und zu einzelnen Wertpapieren, verbunden mit Hinweisen, ob diese gekauft, gehalten oder verkauft werden sollen. Abgerundet wird der Service durch ein Musterdepot. Dieses Musterdepot ermöglicht es, Handelsstrategien auszutesten oder einfach einen bestimmten Aktientitel für eine Weile zu verfolgen. Vergleicht man als potenzieller Neukunde die unterschiedliche Servicevielfalt Onlineanbietern und Filialbanken, liegen die Direktbanken nach Punkten ganz klar vorne.

Das Referenzkonto

Der letzte Faktor, der sich auf die Nettorendite eines Depots auswirkt, ist das Referenzkonto. In der Regel handelt es sich dabei um ein Tagesgeldkonto. Die meisten Onlinebroker und Direktbanken honorieren die Eröffnung eines neuen Depots mit einem Zinsbonus auf das Referenzkonto. Dieser ist bei einigen Instituten gestaffelt. Für die Depoteröffnung gibt es die erste Bonusstufe, für einen Wertpapierübertrag die zweite und bei dem Nachweis, dass das alte Depot gekündigt wurde, die dritte Stufe.

Der Depotübertrag

Nachdem deutlich wurde, dass es in Bezug auf das Depot ein enormes Einsparpotenzial für Anleger besteht, bleibt die Frage offen, ob die Einsparungen den möglichen Aufwand für einen Depotübertrag rechtfertigen. Die Depoteröffnung bei einer Onlinebank und der Übertrag vorhandener Wertpapiere dorthin ist ein Kinderspiel. Der Antrag für die Depoteröffnung kann als PDF ausgedruckt werden. Notwendig ist lediglich die Unterschrift unter den Vertrag und den Auftrag für den Wertpapierumzug. Nach Rücksendung der Unterlagen an die neue Bank leitet diese alle notwendigen Schritte in die Wege. Die alte Bank darf für den Übertrag keinerlei Gebühren berechnen, da dieses Bestandteil des alltäglichen Bankgeschäftes ist. Der Kunde hat mit all dem, bis auf seine Unterschriften, nichts zu tun. Die Einsparungen rechtfertigen den Wechsel der Bank auf jeden Fall.

Fazit

Es wird deutlich, dass Anleger bei der Auswahl des geeigneten Depots natürlich auf die Kosten, aber auch auf andere Faktoren schauen müssen, um das individuell beste Depot zu finden. Die Kostenseite ist für diejenigen, welche die ersten Schritte auf dem Börsenparkett gehen, durchaus das wichtigste Entscheidungskriterium, da spezialisierter Handel erst mit zunehmender Erfahrung erfolgt. Onlinebroker und Direktbanken zeichnen sich durch deutlich günstigere und kundenfreundlichere Gebührenmodelle aus.

Begriffe, die man kennen sollte

  • Wertpapierorder: Auftrag für den Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers.
  • Limit: Ober- oder Untergrenze, zu der eine Aktie oder Anleihe ge- oder verkauft werden soll.
  • Dividende: Jährliche Ausschüttung einer Aktiengesellschaft an die Anteilseigner. Die Höhe der Dividende wird jedes Jahr neu festgelegt und orientiert sich am Geschäftsergebnis.
  • Rendite: Ertrag einer Kapitalanlage. Die Nettorendite berücksichtigt alle Kosten, die mit dem Erwerb einer Anlage in Verbindung stehen sowie die Abgeltungssteuer.
  • Investmentfonds: Zusammenstellung verschiedener Wertpapiere unter einem Mantel. Das Fondsmanagement übernimmt den Ankauf oder Verkauf der Einzeltitel innerhalb des Fonds.
  • Agio: Der Ausgabeaufschlag für einen Investmentfonds. Für den Kauf von Fondsanteilen fällt keine Courtage für die Bank an. Alternativ kann ein Fondsanteil auch über die Börse ohne Agio, allerdings dafür mit Courtage erworben werden.
  • Außerbörslicher Handel: Erwerb eines Wertpapiers direkt vom Emittenten ohne Einschaltung einer Bank oder eines Brokers.
  • Echtzeitkurs: Kurs eines Wertpapiers, der nicht, wie allgemein üblich, den Anlegern mit Zeitverzögerung eingespielt wird.
  • Musterdepot: Kostenloses Depot, auf dem keine tatsächlichen Käufe getätigt werden, sondern fiktive Trades stattfinden.
  • Zertifikat: Ein künstliches Wertpapier, ein Derivat, welches zum einen mit einer Mindestverzinsung ausgestattet ist. Unterlegt ist jedoch eine einzelne Aktie oder ein Aktienkorb. Die tatsächliche Rendite zum Ende der Laufzeit hängt von der Entwicklung des Basiswertes ab.