Depotgebühren: Welche Kosten können anfallen?

thomasbaer Thomas Bär Veröffentlicht am: 21. August 2021 Letztes Update: 3. Dezember 2021 Lesezeit: 17 Minuten
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Wichtiges auf einen Blick

  • Depotgebühren berechnen Banken und Broker beim Handel und der Verwahrung von Wertpapieren.
  • Bei den Kosten für ein Depot wird unterschieden in Depotführungsgebühren und Ordergebühren.
  • Hohe Depotgebühren können die Rendite zunichtemachen. Wer sie niedrig hält, hat mehr von seinem Anlagegewinn.
  • Depotanbieter verlangen unterschiedliche Depotgebühren in ihrer Art und Höhe für Aktien, ETFs und andere Wertpapiere. Anleger:innen können sich ein Depot entsprechend ihrer Strategie zulegen.
  • Anleger:innen brauchen hohe Depotkosten nicht hinnehmen, denn ein Depotwechsel ist jederzeit und kostenfrei möglich.

Wer mit Aktien und anderen Wertpapieren handelt, benötigt ein Depot bei einem Depotanbieter seiner Wahl. Die Bank oder der Online-Broker stellt dem Depotinhaber:in den Service in Rechnung. Häufig ist die Depotführung kostenlos. Einige Broker bieten neben dem gratis Depot den Aktienkauf ab 0 Euro je Order an. Andere Depotanbieter verfolgen Preismodelle mit Ordergebühren von günstig bis teuer.

Oftmals werden von Anleger:innen bei der Geldanlage in Aktien, ETFs oder Fonds die mit verbundenen diversen Gebühren wenig Beachtung geschenkt. Die jeweiligen Kosten für das Depot, die Wertpapierverwahrung und den Handel belasten die Rendite. Bei uns erfährst du welche Depotgebühren es im Einzelnen gibt und wie du diese niedrig halten kannst.

Welche Depotgebühren gibt es?

Bei der Depoteröffnung erwarten Anleger:innen keine Gebühren. Online-Broker und Depotbanken berechnen für die Eröffnung des Depots kein Entgelt. Darin eingeschlossen sind die Einrichtung von Depot und Verrechnungskonto. Etwaige Depotführungsgebühren und Orderkosten werden später auf Basis des Nutzungszeitraums bzw. für einen Handelsauftrag vom Guthaben des Verrechnungskontos abgezogen.

Die Eröffnung eines Aktiendepots ist einfach und dauert vielfach online nur wenige Minuten. Die jeweils anfallenden Depotgebühren unterscheiden sich je nach Depotanbieter. Während bei einem Broker die Aktienorder kostenlos, aber ein ETF-Kauf gebührenpflichtig ist, berechnet ein anderer für die Aktienorder ein Entgelt und dafür ist der ETF-Handel gebührenfrei.

Die unterschiedliche Preisgestaltung ist unserer Meinung nach ein Grund, dass die meisten Depots ihre Berechtigung haben. Investoren verfolgen unterschiedliche Anlagestrategien, sodass bei der Depotauswahl individuelle Kriterien wichtig sind.

Legst du Wert auf ETF-Sparpläne oder handelst du aktiv Einzelaktien, sind die jeweils dafür geltenden Ordergebühren für dich wichtig. Das erfordert, dass du die Kosten kennst und ein Depot entsprechend deiner Strategie auswählst. Nichts spricht dagegen, mehrere Depots zu führen, wenn du damit deine Depotkosten günstiger gestaltest.

Jährliche Depotkosten für Depotführung & Wertpapierverwahrung

Die Depotführungsgebühr lässt sich mit der Kontoführungsgebühr bei einem Girokonto gut beschreiben. Du bezahlst dem Anbieter einen bestimmten Betrag für die Nutzung des Depots.

Die Banken nennen das Gebühren für Depotführung, Depotverwaltung oder Verwahrung der Wertpapiere. Je nach Anbieter fallen sie unabhängig von eigentlichen Handelsaktivitäten monatlich, vierteljährlich oder jährlich an. Wer gelegentlich an der Börse handelt, ist gut beraten, ein Depot mit geringen Depotgebühren zu wählen.

Während viele Online-Broker (Direktbanken, Neo Broker) auf die Variante Gratis-Depot setzen, findest du bei Banken sehr unterschiedliche Preismodelle.

  • Es gibt das Depot mit monatlicher Grundgebühr oder einem jährlichen Festpreis. Einige dieser Depotanbieter befreien ihre Kunden:innen von Depotgebühren, wenn der Depotbestand aus Aktien, Anleihen und Co. einen bestimmten Wert übersteigt. Der Mindestwert bewegt sich zwischen 10.000 Euro bis über 50.000 Euro.
  • Sehr ungünstig ist ein Depot, wenn du pro Jahr einen bestimmten Prozentsatz des Depotvolumens bezahlen musst. Vergrößert sich dein Wertpapiervolumen mit dem Ansteigen der Kurse an der Börse, egal ob Sparplan oder Einmalanlage, erhöhen sich automatisch auch deine Depotgebühren.
  • Das Preismodell gibt es mittlerweile auch bei einigen Online-Brokern. Bei flatex werden Gebühren in Höhe von 0,1 Prozent auf den Depotwert berechnet. Das ist im Vergleich zu vielen Sparkassen-Depots noch wenig. Die Stadtsparkasse München verlangt beispielsweise beim Modell Komfort-Depot je Quartal 60 Euro (inklusive 50 Free-Trades an der Börse) zuzüglich 1,6 Prozent jährliches Verwahrentgelt an. Die persönliche Betreuung durch einen Berater ist mit den Kosten abgedeckt.
  • Bei anderen Brokern ist die Gebührenfreiheit an bestimmte Handelsaktivitäten gebunden. Depotinhaber:innen werden erst zur Kasse gebeten, wenn sie ihren Status als aktiver Kunde verlieren. Verlangt wird beispielsweise, dass je Monat oder Quartal mindestens ein Wertpapier gehandelt wird. Wenn du in einen Sparplan einzahlst, verschafft dir die regelmäßige Order den Kundenstatus „aktiv“, was dir eine Gebührenbefreiung verschafft. Solltest du einmalig einen bestimmten Geldbetrag investieren, würdest du bei diesen Preismodellen monatlich zur Kasse gebeten.
Tipp

Wenn du neben dem Girokonto zusätzlich ein Depot bei deiner Filialbank eröffnen möchtest, solltest du auf die Depotkosten achten. Für gute Kunden:innen besteht die Möglichkeit, persönliche Konditionen auszuhandeln. Wenn du lieber komplett auf Depotgebühren verzichten möchtest, bietet sich ein Depot bei einer Direktbank oder Neo Broker an.

Die Depotgebühren sind nur ein Bestandteil der Kosten beim Wertpapierhandel. Wichtiger Bestandteil der Depotkosten sind vor allem Ordergebühren. Daneben gibt es Börsengebühren und Limitgebühren, die von Anleger:innen nicht unbeachtet bleiben sollten.

Orderkosten

Die Ordergebühren sind ein wesentlicher Bestandteil der Depotkosten. Ist dein Depot kostenlos, bilden die Kosten je Order die größte Kostenposition.

Berechnet werden sie durch den Depotanbieter basierend auf deinen Orders. Kaufst du eine Aktie oder einen ETF zu einem bestimmten Kurswert, wird entweder ein fixer oder variabler Betrag fällig. Ein Mix aus fixer und variabler Gebühr bezogen auf das Ordervolumen ist eine weitere Form der möglichen Ordergebühren.

Die Spanne der Ordergebühren reicht von wenigen Euros bis hin zu 15 Euro. Die meisten Filialbanken und Online Broker der Direktbanken arbeiten mit einem variablen Gebührenmodell. Die Maximalgebühren können abhängig vom Ordervolumen ein Mehrfaches davon betragen.

Tipp

Ordergebühren entscheiden maßgeblich über eine Rendite mit. Das ist der Fall, wenn du mit kleinen Beträgen handelst und wenn du als aktiver Händler viele Order tätigst. Aus Sicht der Rendite macht es einen großen Unterschied, ob du je Aktien-Order von 100 Euro Gebühren von 1 Euro oder 20 Euro zahlst.

Eine weitere Form der Orderkosten sind Sparplangebühren. Bei Aktien- und ETF-Sparplänen wird keine Ordergebühr, sondern eine Gebühr für die Ausführung des Sparplans fällig. Die variable Gebühr (Prozentsatz der Sparsumme) beträgt bis zu 1,75 Prozent der Sparplansumme. Einige Neo Broker wie Trade Republic bieten komplett kostenlose Aktien- und ETF-Sparpläne an.

Börsengebühren

Beim Handel an der Börse zahlen Anleger so genannte unterschiedlich hohe Börsenplatzgebühren als Gegenleitung für die Bereitstellung des Börsenplatzes. Bei zahlreichen Brokern werden die Börsengebühren zuzüglich zu den Ordergebühren berechnet. Die Höhe der Börsengebühren ist vom jeweiligen Börsenplatz abhängig.

  • Aktien u.a. stücknotierte Wertpapiere kosten beim Handel an der Frankfurter Börse ein Mindestentgelt von 2,52 Euro. Das variable Entgelt liegt bei 0,0504 Prozent.
  • Die Börse Stuttgart berechnet für DAX-Werte ein Transaktionsentgelt von 0,62 Prozent bis 15.000 Euro Anlagevolumen (mind. 2,09 Euro & max. 63,00 Euro). Für andere inländische und ausländische Aktion werden beim gleichen Anlagevolumen 0,95 Prozent fällig.

Über die Orderkosten insgesamt entscheiden die vom Broker angebotenen Handelsplätze. Der Handel auf bestimmten Börsenplätzen kann mit Rabatt oder kostenlos erfolgen, da manche Broker spezielle Konditionen mit einzelnen Börsenplätzen vereinbart haben.

Tipp

Bevor du ein Depot eröffnest, solltest du dich über den Handel auf den von dir favorisierten Börsenplätzen informieren. Die Entgelte für die Börsenplätze kannst du anschließend bei den verschiedenen Depotanbietern miteinander vergleichen. Am günstigsten ist der Handel ohne Börsenplatzgebühr und Ordergebühren von 0 Euro.

Limitgebühren

Immer wieder kommt es zu Kursabweichungen zwischen dem Zeitpunkt der Auftragserteilung und der Ausführung. Bei deinem Broker kannst du für einen Auftrag bzw. eine Order ein Limit vorgeben. Die Limitorder verhindert, dass deine Order an der Börse zu einem stark abweichenden Preis ausgeführt wird. Wurde ein Preislimit bestimmt, darf der Ausführungspreis dieses nicht übersteigen.

Da dem Broker durch die Ordererteilung ein gewisser Aufwand entsteht und eine Orderausführung durch die Limitierung nicht zustande kommen kann, wird die Limitgebühr grundsätzlich fällig. Diese Limitgebühr ist anbieterabhängig und bewegt sich im Bereich von 2,50 Euro bis 10 Euro je Monat. Bei vielen Brokern wird die gebühr mit der Ausführung fällig oder bei einer Orderänderung oder Orderstreichung fällig.

Tipp

Wenn du als Vielhändler häufiger Orders ändern oder streichen möchtest, suche dir am besten einen Broker aus, wo du dies kostenlos erledigen kannst. Dazu gehören Broker wie comdirect, ING und flatex.

Negativzinsen

Unter niedrigen EZB-Zinsen leiden nicht nur traditionelle Sparer und Anleger. Banken müssen für bei der Zentralbank deponiertes Geld Strafzinsen zahlen. Daher erheben manche Broker Negativzinsen bzw. Verwahrentgelt auf Guthaben auf dem Verrechnungskonto ab dem ersten Euro oder auf höhere Kundeneinlagen ihrer Kunden nach dem Überschreiten eines Freibetrages von meist ab 50.000 Euro, teilweise 100.000 Euro oder 250.000 Euro.

Wird Guthaben auf dem Verrechnungskonto mit einem Minuszins von 0,5 Prozent pro Jahr belegt, würden dich 50.000 Euro pro Jahr 250 Euro Zinsen kosten. Die Zinskosten würden zusätzliche Depotgebühren bedeuten.

Rechenbeispiel für Depotgebühren

JahresgebührKosten / Aktien-OrderGesamtkosten bei 10 Aktien-Aufträgen
flatex0,1 % €5,90 €59,00 € zzgl. 0,1 % vom Depotwert (10 € Gebühr bei 10.000  € Depotvolumen)
Trade Republic0 €1 €10 €
comdirect23,40 €
(Keine Kontogebühr in den ersten drei Jahren)
9,90 €
(In den ersten 12 Monaten 3,90 €.)
99,00 € zzgl. 23,40 €
Sparkassen Broker47,88 €
(Keine Depotge­bühren ab einem Trade/ Quartal oder ab Depotwert von 10.000 €.)
8,99 €89,90 €
Tipp

Als Viel-Trader mit mehreren hundert Orders pro Jahr kannst du bei deinem Depotanbieter nach einem Viel-Trader-Rabatt anfragen. Du musst aktiv werden, denn nur dann hast du die Möglichkeit auf Preisnachlässe von 5 bis 50 Prozent auf die Orderkosten. Die Grundlage für die jeweilige Rabattstufe ist meist die Orderzahl des Vorjahres. Weitere Rabatte auf Gebühren sind für Realtime-Kurse oder Sparpläne erhältlich.

Filialbank oder Online-Depots: Was ist zu empfehlen?

Die Wahl eines Depots ist für den späteren Anlageerfolg bzw. die Depotrendite nicht unwichtig. Du kannst dein Depot bei einer Filialbank, einer Direktbank oder einem Online-Broker eröffnen.

Ein wesentlicher Aspekt sind die Gebühren, wobei die Online-Broker und Direktbanken ihren Kunden:innen meist die günstigeren Konditionen bereitstellen. Dazu gehört häufig eine kostenlose Depotführung. Im Vergleich mit den Filialbanken sind Transaktionskosten meist günstiger.

Depotkostenvergleiche durch die Stiftung Warentest in der Vergangenheit haben erhebliche Kostenunterschiede aufgezeigt. Die Kostendifferenz zwischen dem günstigsten und teuersten Depotangebot beträgt mehrere Hundert Euro Gebühren jährlich.

Bei Filialbanken zahlen Anleger:innen im Durchschnitt etwa ein Prozent der Anlagesumme je Order. Günstiger ist Aktienkaufen bei Direktbanken und vor allem Online-Brokern, wo Transaktionskosten nur einen Bruchteil davon ausmachen.

Natürlich sind die Kosten wichtig, eine Rolle spielen auch andere Faktoren. Beim Filialbankdepot besteht die Möglichkeit, sich persönlich beraten zu lassen und Anlageentscheidungen entsprechend des persönlichen Risikoprofils vorzubereiten.

Für Börsen-Einsteiger mit wenig Börsenerfahrung kann das hilfreich sein. Ein Online-Broker nimmt Orders entgegen, führt Aufträge entsprechend der Händlervorgaben aus und verwaltet das Depot.

Gut zu wissen

Hausbanken sind im Gegensatz Online-Banken verpflichtet, Anleger:innen entsprechend ihrer persönlichen Risikobereitschaft (Skala 1 bis 5 von konservativ bis riskant) Produkte anzubieten. Bankberater haften bei nachweislicher Falschberatung, falls Händler:innen Verluste bei zu riskanten Anlagen entstehen.

Handelsmöglichkeiten beim Depot

Die Handelsmöglichkeiten beim Depot spielen für einen reibungslosen Handel eine große Rolle. Unter den Depotanbietern finden sich sowohl einfache Depotlösungen als auch Angebote für anspruchsvolle Anleger:innen. Das wird besonders mit Blick auf vorhandene Börsenplätze deutlich.

Börsenplätze: Wo können Sie handeln?

Professionelle Depotanbieter ermöglichen den Handel an allen deutschen Börsenplätzen. Zu gehören Xetra, Tradegate, Börse Frankfurt und die Stuttgarter Wertpapierbörse sowie weitere Regionalbörsen (u.a. Berlin, München, Düsseldorf, Hamburg).

Bei den verfügbaren Auslandsbörsen lassen sich Unterschiede ausmachen. Als Anleger:in kannst du eine Vielzahl ausländischer Wertpapiere günstig an deutschen Börsenplätzen kaufen und verkaufen. Anders sieht das bei weniger bekannten Auslandsaktien aus. Die handelst du besser an deren Heimatbörsen.

Von den weltweit handelbaren mehr als 42.000 Aktien ist nur ein Teil an deutschen Börsen gelistet. Darunter befinden sich viele wenig gehandelte Auslandsaktien, wodurch ein Aktienhandel hierzulande nahezu ausgeschlossen ist.

Wer Auslandsaktien an wichtigen US-Börsen wie die NYSE und NASDAQ oder an der Londoner Börse London Stock Exchange handeln möchte, sollte sich beim jeweiligen Broker mit den Konditionen und Bedingungen vertraut machen.

Wertpapiere außerbörslich handeln

Die Bedeutung des außerbörslichen Handels ist in den letzten Jahren gewachsen. Für Anleger:innen ist der Aktienkauf abseits der Börsen und außerhalb der börsenüblichen Handelszeiten bequem und schnell.

Wichtige Vorteile sind die sofortige Bestätigung der Wertpapierorders und geringe Kosten. Es entfallen Börsen- und Maklergebühren. Bekannte Anbieter sind Lang & Schwarz und Baader Bank, wo der Aktienhandel vor und nach den offiziellen Börsenzeiten, teilweise auch an Wochenenden möglich ist.

Wichtig

Nicht bei jedem Online-Broker stehen Handelsplätze in ganzer Breite zur Verfügung. Bei der Depotwahl solltest du das Angebot an börslichen Handelsplätzen und außerbörslichen Handelsmöglichkeiten genauer ansehen. Vor allem Neo Broker bieten nur wenig Auswahl bei Handelsplätzen. Dank spezieller Kooperationen mit Kurslieferanten und Auftragsabwicklern können Kunden:innen dafür ab 0 Euro Orders tätigen.

Handel mit Fonds über die Kapitalgesellschaft & an Börse

Beim Investieren in Fonds haben Anleger:innen die Wahl zwischen dem Kauf direkt bei der Fondsgesellschaft oder beim Broker. Die besten Broker bieten tausende Investmentfonds ohne oder mit rabattiertem Ausgabeaufschlag an. Händler:innen zahlen meist lediglich die übliche Orderprovsion. Das gilt auch für Anleger:innen, die in börsengehandelte ETFs investieren. Im Rahmen von Aktionen wird der Erwerb von ETFs ohne Gebühren angeboten.

Hinweis

Wer Vermögen mittels Sparplan bilden möchte, sollte neben der Auswahl Fonds- ETF- oder Aktien-Sparplänen auf günstige Konditionen für die Sparplanausführung achten.

Ordertypen und Handelszusätze

Risikobewusste Anleger:innen handeln an der Börse niemals ohne Limit. Je nach Broker werden verschiedene Ordertypen und Handelszusätze angeboten. Die Aufgabe von Orderlimits oder deren Änderung kann Gebühren verursachen. Komplexe Ordertypen wie Trailing-Stops haben den Vorteil, dass sich Buy/Sell-Limits dynamisch anpassen.

Einlagensicherung deutscher Broker

In Deutschland ansässige Depotanbieter sichern Kundengelder grundsätzlich über die gesetzliche Einlagensicherung ab. Über die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH (EdB) besteht Einlagenabsicherung bis 100.000 Euro und bis zu 20.000 Euro der Verbindlichkeiten aus Wertpapiergeschäften.

Bei Depotbanken sind Kunden:innen zusätzlich durch die freiwillige Einlagensicherung der deutscher Banken abgesichert. Für Kunden:innen der comdirect Bank AG beläuft sich der Einlagenschutz auf jeweils 80 Millionen Euro.

Wertpapierdepot bei der Filialbank

Bei Kunden:innen von Filialbanken und Sparkassen erfreut sich das klassische Wertpapierdepot nach wie vor großer Beliebtheit. Das Geldinstitut kümmert sich um die Ausführung von Wertpapieraufträgen und die Verwaltung des Depotbestandes.

Für die Kundschaft bedeutet das kaum Arbeit. Sie können das Börsengeschehen außen vor lassen (was nicht angeraten ist). Auch mit Software oder komplizierten Handelssystemen müssen sie sich nicht beschäftigen.

Zu Nachteilen gehören Objektivität der Anlageberatung sowie teilweise hohe Kosten. Jeder Anlageberater des Finanzinstituts ist daran interessiert, Produkte aus dem eigenen Haus zu verkaufen und damit Provisionen zu verdienen. Das schränkt den Zugang zu einer möglicherweise wesentlich besseren Lösung ein. Den Service ihrer Banken bezahlen Anleger:innen häufig teuer.

Vor- und Nachteile eines Filialbank-Depots

Vorteile
  • Anspruch auf Beratung gemäß Risikoprofil
  • Kostenfreie Beratungsleistungen
  • Auf Kundenansprüche ausgerichtet Produktangebote
  • Orders online, per Telefon & per Post
  • gesetzliche Einlagensicherung, meist zuzüglich freiwilliger Absicherung
Nachteile
  • Kostenbeteiligung am Beratungsservice auch ohne Inanspruchnahme
  • Vergleichsweise hohe Depotgebühren
  • Eingeschränkte Objektivität der Anlageempfehlung

Online-Depot: Filialbank, Direktbank & Onlinebroker

Online-Depots lassen sich bei Direktbanken und Onlinebrokern sowie bei Filialbanken eröffnen. Beim Online-Depot bei der Filial-Bank wird günstiges Online-Brokerage angeboten, wobei Beratung vor Ort in der Filiale entfällt. Bei Direktbanken sind neben dem Online-Depot weitere Bankprodukte wie Girokonten oder Kreditkarten erhältlich.

Bei reinen Online-Brokern ist das Merkmal die Spezialisierung, beispielsweise auf den Aktien und ETF-Handel oder Derivatehandel. Ihre Angebote richten sich an erfahrene Händler:innen, die bewusst und eigenständig Anlageentscheidungen treffen. Zudem bieten sie gegen die bereits günstigen Direktbanken einen Preisvorteil.

Vor- und Nachteile eines Online-Depots

Vorteile
  • Einfache Depoteröffnung innerhalb weniger Minuten
  • Niedrige Depotgebühren oder Gratis-Depot
  • Unkomplizierte Ordererteilung online
  • Wertpapierhandel per Smartphone-App jederzeit und ortsunabhängig
  • Zugriff auf Tools zur Analyse, Aktien-Finder & Demokonto
Nachteile
  • Kein(e) Beratungsservice und Anlageempfehlungen
  • Zusätzliche Bankgeschäfte nur beim Direktbankdepot möglich
  • Sicherheit des Computers oder Smartphones ist Voraussetzung

Zu hohe Kosten: Depotwechsel möglich?

Das Einsparpotential bei Depots ist hoch. Mehrere hundert Euro können laut Stiftung Warentest Anleger:innen beim günstigsten Depotanbieter sparen. Das muss nicht in jedem Fall das persönlich optimale Depot sein, doch lohnt sich ein Depot Vergleich aus Kostensicht unter Berücksichtigung der eigenen Handelsansprüche.

Ein Depotwechsel ist die Alternative zum preislich ungünstigen oder handelstechnisch unzureichenden Depot. Es gibt keine gesetzlichen und vertraglichen Beschränkungen, wann, wie viele und wo du dein Depot führst. Da nicht jedes Depotangebot die gleichen Vorteile (Handelsangebot, Services) vereint, kann es sinnvoll sein, mehrere Depots nebeneinander zu führen.

Entscheidest du dich für einen neuen Broker, ist ein Depotwechsel jederzeit und kostenlos möglich.

Beim neuen Depotanbieter eröffnest du zunächst ein neues Wertpapierdepot. In diesem Zusammenhang füllst du ein Formular zum Depotübertrag aus. Bei einem Online-Abschluss wird es zum Download angeboten. Dieses Formular sendest du unterschrieben entweder an den neuen oder alten Broker. Alles Weitere läuft ohne dein Zutun. Bei einem Teilumzug musst du spezielle Wünsche zu den zu übertragenen Wertpapieren mitteilen.

Bis der Depotübertrag abgeschlossen ist, können mehrere Wochen vergehen. Erst wenn die Wertpapiere übertragen sind, kannst du diese wieder handeln bzw. verkaufen. Nicht immer sind alle Wertpapiere in ein neues Depot übertragbar. Das gilt vor allem Anteilsbruchstücke. Deine bisherige Depotbank wird den Verkauf der nicht übertragbaren Bruchstücke in deinem Auftrag vornehmen und deinem Verrechnungskonto gutschreiben.

Vor allem bei Neo Brokern ist das Angebot auf spezielle Produktanbieter ausgelegt. Das kann bedeuten, dass Papiere bestimmter Emittenten nicht ins neue Depot mitgenommen werden können. Das alte Depot würde in dem Fall weiter bestehen. Du kannst die Papiere verkaufen oder in ein Depot eines geeigneten Brokers übertragen.

Tipp

Zusätzliche Vorteile durch einen Depotwechsel können Prämien oder Sonderkonditionen sein. Neue Depotkunden:innen können beispielweise eine bestimmte Anzahl Free-Trades oder zeitweilig vergünstigte Ordergebühren nutzen. Prämien sind im Rahmen spezieller Werbeaktionen in Form einer Einmalzahlung oder eines attraktiven Tagesgeldangebots erhältlich.

Fallen bei einem Depotwechsel Kosten an?

Beim Depotwechsel fallen keine Kosten. Laut einer Regelung des Bundesberichtshofs aus dem Jahr 2004 dürfen Banken und andere Depotanbieter keine Gebühren beim Depotwechsel verlangen.

Banken sind Verwahrer von Wertpapieren und berechnen für diesen Service ein Entgelt. Papiere müssen sie auf Anforderung ohne Einwände zurückgeben. Der Anleger:in ist Eigentümer:in seiner Aktien, ETFs oder Anleihe-Titel und hat das Gesetz betreffs der kostenfreien Rückgabe auf seiner Seite.

Depotgebühren werden in der Regel nach Ablauf eines Zeitraumes Quartal oder Jahr in Rechnung gestellt. Beim Depotwechsel und Auflösung des Altdepots werden Depotkosten anteilig berechnet und das Verrechnungskonto im Rahmen einer Schlussabrechnung belastet.

Hinweis

Solange ein Depot nicht ausdrücklich gekündigt wurde, werden weiterhin Depotgebühren berechnet. Selbst bei einem Depot ohne Bestand werden unter Umständen gebühren fällig.

Fazit: Depotgebühren – Ein Vergleich lohnt sich

Wer die bestmögliche Rendite mit seinen Wertpapieren erzielen möchte, sollte auf günstige Depotgebühren achten. Zu hohe Depotkosten und Ordergebühren schmälern die Rendite erheblich.

Online-Depots gibt es kostenlos und mit günstigen Ordergebühren bereits ab 0 Euro. Das Sparpotential ist erheblich und kann mehrere hundert Euro betragen. Unnötige Depotkosten solltest du vermeiden, denn dieses eingesparte Geld kannst du profitabel in Aktien oder ETFs anlegen.

Die einfachste Lösung zur Kostenoptimierung bietet ein Depotwechsel. Er ist kostenlos und jederzeit durchführbar. Die Erteilung einer Vollmacht für den neuen Depotanbieter zum Depotübertrag reicht aus.

Ein Depotvergleich sollte immer mit der Bewertung der eigenen Handelsansprüche einhergehen. Eine jederzeit zuverlässige und schnelle Orderausführung ist wichtiger als ein paar Euro gesparte Depotgebühr.

Häufige Fragen und unsere Antworten zu Depotgebühren

❓ Wie werden Depotgebühren berechnet?

Banken und Online-Broker verfolgen unterschiedliche Preismodelle. Abgerechnet werden sie auf Basis von Gebührensätzen gestaffelt nach Wertpapier- und Verwahrungsarten und Depotwert. Depotkontogebühren und Ordergebühren werden als Festpreis oder als volumenabhängige Gebühr oder als eine Kombination von beiden berechnet. Im Vergleich zum Grundpreis ist die volumenabhängige Gebühr teuer, da sich die Depotgebühr automatisch mit dem steigenden Depotwert erhöht.

🤔 Wann fallen Depotgebühren an?

Welche Depotgebühren anfallen und wann diese abgerechnet werden, ist im Preis-Leistungsverzeichnis aufgeführt. Laufende Depotgebühren bzw. ein Grundpreis beim Depot werden je nach Depotanbieter monatlich, quartalweise oder jährlich abgerechnet. Die Depoteröffnung und die Einrichtung eines Verwahrkontos sind kostenlos.

🔍 Wieso zahlt man Depotgebühren?

Als Depotkunde:in einer Bank oder Brokers nimmst du bestimmte Dienstleistungen der Verwahrung und Verwaltung von Wertpapieren in Anspruch. Beim kostenlosen Depot sind sowohl Leistungen rund um den Wertpapierhandel als auch Depotservices komplett kostenfrei.

💸 Sind Depotkosten steuerlich absetzbar?

Depotkosten sind seit der Einführung der Abgeltungssteuer im Jahr 2009  nicht mehr steuerlich abzugsfähig. Seitdem werden sie im Rahmen des Sparer-Pauschbetrages abgegolten. Steuerfrei bleiben Kapitalerträge bis in eine Höhe von 801 Euro bei Alleinstehenden (1.602 Euro bei Paaren).

💰 Muss ich auch dann Gebühren für mein Depot zahlen, wenn ich gar keine Aktien oder Sparpläne besitze?

Ja. Die für dein Depot geltenden Depotgebühren werden unabhängig eines Depotbestandes aus Aktien oder Sparplänen in Rechnung gestellt. Das gilt in jedem Fall für die jährliche fixe Depotgebühr. Volumenabhängige Gebühren werden bei nicht vorhandenem Depotwert nicht berechnet. Unter Umständen wird vom Broker eine monatliche Gebühr aufgrund von Inaktivität erhoben. Du solltest das Depot kündigen, um unnötige Gebühren zu vermeiden.

❓ Fallen bei einem Depotübertrag Kosten an?

Nein. Ein Depotübertrag muss durch den Depotanbieter kostenfrei (Beschluss des Bundesgerichtshofs (Az. XI ZR 49/04) vorgenommen werden. Dieser ist lediglich in deinem Auftrag als Verwahrer deiner Wertpapiere tätig. Du als Depotinhaber:in bist du der Eigentümer der Aktien und anderer Wertpapiere. Auf dein Verlangen hin muss er diese herausgeben und kostenfrei in ein anderes Depot übertragen.

♻ Kann ich jederzeit mein Depot wechseln oder muss ich eine bestimmte Frist einhalten?

Dein Depot kannst du jederzeit ohne Einhaltung von Fristen wechseln. Deinem Broker musst den Depotwechsel und Depotübertrag mit dem dafür vorgesehenen Formular schriftlich mitteilen. Eine bloße Kündigung reicht nicht aus. Für den Übertrag der Wertpapiere in dein neues Depot solltest du zwei bis vier Wochen einplanen. Bei exotischen Wertpapieren kann es länger dauern. Limitorders solltest du vorher kündigen.


Thomas Bär

Veröffentlicht von

Als studierter Ökonom habe ich mich jahrelang in erster Linie mit betriebswirtschaftlichen Problemen befasst. Seit mehr als zehn Jahren sehe ich meine Berufung darin, Wissen und Erfahrungen rund um private Finanzen aufzubereiten und in Ratgeberform zu vermitteln.