Was sind Anleihen?

oliverschoch Oliver Schoch Veröffentlicht am: 11. Februar 2022 Letztes Update: 11. Februar 2022 Lesezeit: 5 Minuten
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Anleihen gehören zu den Wertpapieren, für die sich zahlreiche Anleger:innen entscheiden. Kennzeichnend ist unter anderem, dass es viele Anleiheformen am Markt gibt, von sehr sicher bis äußerst spekulativ.

In unserem Beitrag gehen wir darauf ein, worum es sich bei Anleihen handelt. Ferner nennen wir dir einige der unterschiedlichen Schuldverschreibungen, etwa Unternehmensanleihen, Bundesanleihen und Währungsanleihen. Weiterhin erfährst du, wie sicher Anleihen sind und mit welcher Rendite du bei den verzinslichen Wertpapieren rechnen kannst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Anleihen sind Schuldverschreibungen, die von Staaten, Banken oder privatwirtschaftlichen Unternehmen ausgegeben werden
  • Die meisten Rentenpapiere, wie Anleihen ebenfalls bezeichnet werden, sind mit einem festen Zinssatz ausgestattet
  • Zahlreiche, allerdings nicht alle, Schuldverschreibungen werden an der Börse gehandelt und können zum aktuellen Kurs gekauft oder verkauft werden
  • Bei Rentenpapieren gibt es zum Teil enorme Unterschiede, was deren Struktur, Rendite und Sicherheit betrifft

Worum handelt es sich bei Anleihen?

Mit Anleihen sind Schuldverschreibungen gemeint, die von bestimmten Emittent:innen ausgegeben werden. Kennzeichnend ist, dass Inhaber:innen der Rentenpapiere zu Gläubiger:innen werden und somit entsprechende Gläubigerrechte besitzen. Ausgegeben werden Anleihen stets zu einem Nominalwert, beispielsweise 1.000 Euro. Darüber hinaus besitzen die verzinslichen Wertpapiere eine fixe Laufzeit, an deren Ende die entsprechende Anleihe fällig ist. Verwahrt werden Anleihen stets in einem Depot.

Am Markt gibt es verschiedene Anleiheformen, die zum Beispiel danach differenziert werden, um welche Art von Emittent:in es sich handelt. Ferner können sich die Renten, wie Anleihen kurz ebenfalls bezeichnet werden, vorrangig im Hinblick auf ihre Struktur unterscheiden. Manche Wertpapiere können zum Beispiel in Aktien getauscht werden, wie es bei der Wandelanleihe der Fall ist.

Wer sind die Emittenten von Anleihen?

Es gibt mehrere große Gruppen von Emittent:innen, die Anleihen ausgeben. Der Hauptgrund ist stets, neues Kapital von den Anleger:innen zu erhalten. Damit werden beispielsweise anderweitig Schulden abgebaut oder Investitionen getätigt. Die Hauptgruppen der Emittent:innen bei Anleihen sind:

  • Staaten
  • Banken
  • Unternehmen aus anderen Branchen

Zu den bekanntesten Anleihearten zählen insbesondere die Staatsanleihe, unter anderem die Bundesanleihe. In dem Fall tritt der Bund, also die Bundesrepublik Deutschland, als Emittentin auf. Hier zeigt sich auch, dass es sowohl äußerste sichere als auch sehr spekulative, verzinsliche Wertpapiere gibt. Sehr risikoreich wäre zum Beispiel eine Staatsanleihe aus einem afrikanischen oder südamerikanischen Land.

Welche Anlageformen gibt es?

Am Markt werden diverse, unterschiedliche Anlageformen angeboten. Zu den bekanntesten und am häufigsten genutzten Schuldverschreibungen zählen insbesondere:

  • Staatsanleihen
  • Unternehmensanleihen
  • Fremdwährungsanleihen
  • Auslandsanleihen
  • Wandelanleihen
  • Optionsanleihen
  • Inhaberschuldverschreibungen
  • Nullkupon-Anleihen (Zerobonds)
  • Floating Rate Notes (variabel verzinsliche Anleihen)

Unabhängig von der Anleiheform gibt es stets ein Schuldverhältnis zwischen den Emittent:innen als Schuldner:innen auf der einen und den Anleger:innen als Gläubiger:innen auf der anderen Seite. Gläubiger:innen haben in dem Zusammenhang das Recht, zum einen am Ende Laufzeit ihr Kapital zurück zu erhalten. Zum anderen sind nahezu alle Rentenpapiere, bis auf die Zerobonds, mit einem Zins ausgestattet. Der Zinssatz steht von Beginn an fest und die Zinszahlungen erfolgen in der Regel jährlich. An der Höhe der Verzinsung lassen sich bei Anleihen zum Teil die Risiken erkennen, die Anleger:innen mit dem Investment eingehen.

Welche Risiken beweisen Anleihen auf?

Welches Risiko ein Rentenpapier aufweist, ist von dessen Struktur und auch von den Emittent:innen abhängig. Grundsätzlich kann eine Schuldverschreibung – je nach Papier – mit den folgenden Risiken für Anleger:innen verbunden sein:

  • Emittentenrisiko
  • Ertragsrisiko
  • Kursrisiko
  • Währungsrisiko

Das Emittentenrisiko besitzen alle Rentenpapiere, weil die Ausgeber:innen der Anleihen insolvent und damit zahlungsunfähig werden könnte. Ein Ertragsrisiko gibt es in dem Zusammenhang zwar auch, bildet sich alleine genommen jedoch nur in Verbindung mit sogenannten Floating Rate Notes, den variabel verzinslichen Anleihen.

Das Kursrisiko existiert nur unter der Voraussetzung, dass du mit dem Verkauf nicht bis zur Fälligkeit warten, sondern stattdessen das Rentenpapier zum aktuellen Börsenkurs vorzeitig veräußern möchtest. Dann kann es passieren, dass du zu einem Kurs von unter 100 Prozent verkaufen musst. Das vierte, mögliche Risiko in Form des Währungsrisikos existiert nur bei solchen Renten, die nicht auf Euro lauten.

Hinweis

Wie risikoreich eine Anleihe ist, kannst du gut am sogenannten Rating erkennen. Hier bewerten Rating-Agenturen wie Standard & Poor's oder Moody's die Kreditwürdigkeit der Emittent:innen. Zudem kannst du am angebotenen Zins erkennen, wie dringend Ausgebende der Rentenpapiere Geld benötigen und wie es dementsprechend mit ihrer Bonität voraussichtlich bestellt ist.

Welche Vor- und Nachteile haben Anleihen?

Vorteile
  • Meistens fester Zinssatz (gut kalkulierbar)
  • Kapitalrückzahlung am Laufzeitende zu 100 Prozent
  • Große Auswahl am Markt
  • Einige Staatsanleihen wie Bundesanleihen mit sehr hoher Sicherheit
  • Interessante Renditen bei Anleihen von Emittenten mit mittlerer bis schlechte Bonität
Nachteile
  • Manchmal nicht besonders transparente Konstruktion der Anleihe
  • Geringen Renditen bei sehr guter Bonität des Emittenten
  • Vorzeitiger Verkauf mit Kursrisiko verbunden

Die Vorteile von Anleihen

Ein Vorteil bei Anleihen besteht unter anderem darin, dass es diese Schuldverschreibungen sowohl für sehr sicherheitsorientierte als auch chancenorientierte Anleger:innen gibt. Darüber hinaus Profitieren Käufer:innen von einem meistens festen Zinssatz und je nach Rentenpapier von einer großen Auswahl am Markt. Interessante Renditen lassen sich ebenfalls erzielen, wenn ein gewisses Risiko in Kauf genommen wird.

Die Nachteile von Anleihen?

Welche Nachteile Anleihen haben können, hängt vor allem von der Struktur und von den Emittent:innen ab. Entscheidest du dich beispielsweise für eine Staatsanleihe aus Brasilien, ist das Emittentenrisiko relativ groß. Darüber hinaus sind bei Rentenpapieren vorzeitige Verkäufe mit einem Kursrisiko verbunden, denn der Kurs von 100 Prozent gilt nur als Rückzahlung bei Fälligkeit. Zudem sind die Konstruktionen der Anleihen nicht immer leicht verständlich, zum Beispiel bei Wandelschuldverschreibungen.

Fazit zu Anleihen

Anleihen zählen zu den beliebtesten Anlageprodukten, weil eine große Auswahl am Markt vorhanden ist. Die verzinslichen Wertpapiere sind je nach Art und Emittent:in sowohl für auf Sicherheit bedacht Anleger:innen als auch für spekulativ eingestellte Kund:innen bestens geeignet.
In der Regel haben Rentenpapiere eine Laufzeit zwischen 1 bis 20 Jahren und sind mit einem festen Zins ausgestattet, wobei manche Anleihen zum Nominalwert in Aktien getauscht werden können. Zum regelmäßigen Sparen sind Anleihen allerdings nicht gedacht, weil sich der Nennwert und damit die Mindestinvestitionssumme in der Regel auf 1.000 Euro belaufen.

Häufige Fragen und unsere Antworten zu Anleihen

Wie kann ich Anleihen kaufen?

Zahlreiche Anleihen kannst du einfach über die Börse kaufen, indem du deiner Bank oder deinem Broker einen entsprechenden Auftrag erteilst. Darüber hinaus kannst du manche Schuldverschreibungen alternativ ebenfalls direkt von den Emittent:innen erwerben, beispielsweise bei einer Bank.

Fallen Anleihen unter die Einlagensicherung?

Manche Anleihen wie die Bundesanleihen gelten zwar als sehr sicher. Allerdings fallen die verzinslichen Rentenpapiere dennoch nicht unter die gesetzliche Einlagensicherung, denn diese greift ausschließlich bei Spareinlagen, Tages- und Festgeld sowie Sichteinlagen. Dennoch sind beispielsweise Staatsanleihen aus westeuropäischen Ländern mit einer hohen Sicherheit bezüglich des Emittentenrisikos ausgestattet.

Welchen Zinssatz erhalte ich bei Anleihen?

Wie hoch die Verzinsung bei Anleihen ausfällt, hängt vor allem von den jeweiligen Emittent:innen ab. Je höher deren Bonität ist, desto geringer ist in der Regel der festgeschriebene Zinssatz. Daher erhältst du aktuell zum Beispiel Bundesanleihen kaum zu einem Zins von über 1,5 Prozent, während auf der anderen Seite Unternehmensanleihen aus dem Ausland zum Teil mehr als fünf Prozent verbriefen.

Gibt es Alternativen zum Direktkauf von Anleihen?

Falls du dich grundsätzlich für Anleihen interessiert, dich aber nicht mit der Auswahl der Rentenpapiere beschäftigen möchtest, existieren sogenannte Rentenfonds als Alternative. In dem Fall sucht die Fondsgesellschaft für dich bestimmte Rentenpapiere aus, integriert diese in ihrem Fonds und du kannst die entsprechenden Fondsanteile erwerben. Auf diese Weise investierst du indirekt mit einer guten Diversifikation in verschiedene Renten.

Oliver Schoch

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Als gelernter Bankkaufmann habe ich mich 2008 als Finanz-Journalist selbstständig gemacht. Seitdem verfasse ich nun in Vollzeit als Freiberufler nahezu ausnahmslos Beiträge zu Finanz- und Wirtschaftsthemen, wie Börse, Aktien, Geldanlage, Vermögensaufbau, Versicherungen und Finanzierungen. Zu meinem Repertoire zählen u.a. Ratgeber, Fachtexte, News, Blogbeiträge und eBooks.