Rendite

Der Ertrag einer Geldanlage

oliverschoch
| Anzahl Artikel: 94
Letzte Überarbeitung am 23. August 2022
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Die meisten Anleger:innen setzten die Rendite mit dem Ertrag bei einer Kapitalanlage gleich. Etwas differenzieren muss man bei ähnlichen Begriffen wie diese allerdings manchmal. Bei einer Geldanlage ist zum Beispiel der Bruttoertrag nicht zwangsläufig identisch mit der Nettorendite, die du als Anleger:in erzielen kannst.

In unserem Beitrag beschäftigen wir uns zunächst damit, was eigentlich eine Rendite ist und welche unterschiedlichen Arten es im Anlagebereich gibt. Ferner erläutern wir, wo überall Renditen erzielt werden können, was der Unterschied zwischen der Brutto- und der Nettorendite ist, wie Rendite berechnet wird und worin genau der Unterschied zwischen Gewinnen auf der einen und Renditen auf der anderen Seite liegt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Rendite bezeichnet im allgemeinen Erträge, die mit Kapitalanlagen erzielt werden können
  • Einen Unterschied gibt es unter anderem zwischen der Nettorendite und der Bruttorendite
  • Renditen dürfen nicht mit Gewinnen verwechselt werden, da auch die Kosten einer Anlage mit eingerechnet werden müssen
  • Unterschiedliche Erträge können zu einer Rendite führen, wie zum Beispiel Zinsen, Dividenden oder Kursgewinne

Worum handelt es sich bei der Rendite?

Ein anderer Begriff für die Rendite ist der Ertrag bei einer Kapitalanlage. Angegeben werden sowohl Brutto- als auch Nettorendite in Prozent, bezogen auf die jeweiligen Geldanlagen und das von den Anleger:innen investierte Kapital. Darüber hinaus bezieht sich die Rendite meistens auf ein Jahr und wird dementsprechend als „p.a.“ angegeben.

Mit der Rendite lässt sich aber nicht nur eine Aussage zu den Erträgen von Geldanlagen treffen, sondern es handelt sich ebenfalls um eine Vergleichszahl. Stellst du mehrere Anlageformen gegenüber, beispielsweise verschiedene Anleihen oder Aktien, kannst du aufgrund der durchschnittlichen Rendite ermitteln, welche Wertpapiere oder sonstigen Anlageformen besonders attraktiv sein können.

Unterschiedliche Arten von Renditen

Der Begriff der Rendite ist ein Oberbegriff für verschiedene Arten, die es im Hinblick auf die Erträge gibt. Zunächst unterscheiden Fachleute in erster Linie zwischen der Bruttorendite und der Nettorendite. Bei der Bruttorendite setzt du den Gesamtertrag einer Geldanlage in ein Verhältnis zum investierten Kapital, ohne dass allerdings eventuelle Kosten in die Berechnung mit einbezogen werden. Manchmal ist die Bruttorendite allerdings identisch mit dem Effektivzins, weil es zum Beispiel bei der Geldanlage keine Kosten gibt, die sich negativ auf die Rendite auswirken können. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Spareinlagen
  • Tagesgeld
  • Festgelder

Im Gegensatz zur Bruttorendite werden bei der Nettorendite die anfallenden Kosten in die Berechnung mit einbezogen. Beim Berechnen subtrahierst du demzufolge zum Beispiel Gebühren vom Ertrag bzw. von den Gewinnen, die du auf Grundlage deines Kapitals mit der Geldanlage erzielt hast. Auf die Berechnung der Rendite gehen wir in einem weiteren Abschnitt noch näher ein.

Die Nettorendite lässt sich wiederum in zwei Gruppen einteilen, nämlich zum einen in die Nettorendite vor und zum anderen in die Nettorendite nach Steuern. Der Unterschied besteht darin, dass in der Nettorendite nach Steuern bereits auf die Kapitalerträge zu zahlende Steuern abgezogen wurden und ebenfalls normalerweise die Inflationsrate berücksichtigt wird.

Unterschiedliche Arten von Renditen gibt es auch im Hinblick auf die Art des Wertpapiers oder einer sonstigen Anlageform, die du als Investment nutzt. Auf dieser Grundlage gibt es am Markt zum Beispiel die folgenden Rendite-Arten:

  • Aktienrendite
  • Dividendenrendite
  • Anleihenrendite
  • Immobilienrendite
  • Sparrendite

Mit der Aktienrendite ist vor allen Dingen der Kursgewinn gemeint, den du mit dem Investment in das Wertpapier erzielen kannst. Geht es hingegen in erster Linie darum, mit den Aktien Gewinne in Form einer Dividende zu erzielen, wird das häufig unter der Bezeichnung Dividendenrendite zusammengefasst. Bei der Anleihenrendite wiederum setzt sich der Ertrag in erster Linie aus den Zinssatz, manchmal auch zusätzlich aus Kursgewinnen, zusammen. Begriffe wie Immobilienrendite werden vor allem gebraucht, wenn du eine Anlage in Immobilien in Anspruch nimmst und zum Beispiel durch die Mieteinnahmen Erträge generierst.

Wo kann ich Renditen am Markt erzielen?

Im Finanzbereich beziehen sich Renditen nahezu ausschließlich auf Anlageformen, bei denen du Geld investierst und im Gegenzug einen Ertrag generieren kannst. Ob es sich dabei um Zinssätze, Dividenden, Kursgewinne oder Gewinnbeteiligungen handelt, hängt in erster Linie von der jeweiligen Art der Investition und des genutzten Anlageobjektes ab. Ein Großteil der Renditen wird zum Beispiel bei Wertpapieren erzielt, aber auch bei klassischen Bankprodukten, wie zum Beispiel Spareinlagen. Die entsprechenden Anlageformen lassen sich im Hinblick auf ihre Rendite zum Beispiel in die folgenden Kategorien einteilen:

  • Spareinlagen
  • Anlagekonten wie Tages- oder Festgeld
  • Aktien
  • Anleihen
  • Fonds
  • Immobilien
  • Edelmetalle
  • Rohstoffe
  • Beteiligungen

Im Prinzip lassen sich also überall dort Renditen erzielen, wo du dein Kapital in Anlagen investierst. Ob es sich dabei zum Beispiel um eine Anleihe, eine Aktie oder ein Anlagekonto handelt, hat lediglich auf die Art und die Höhe der Rendite eine Auswirkung. Allerdings solltest du beachten, dass beim Anlegen nicht nur ein Ertrag entsteht, sondern häufig Kosten in Form von Gebühren anfallen. Exemplarisch deutlich wird das bei offenen Fonds.

Die Rendite setzt sich dort immer aus mehreren Komponenten zusammen, wie zum Beispiel der – möglichst positiven Preisentwicklung – des Fondsanteils, Ertragsausschüttungen wie Dividenden oder Zinsen auf der einen sowie die Gebühren im Zusammenhang mit den Fonds auf der anderen Seite. Die Nettorendite bei Investmentfonds berechnest du also, indem du von der Preisentwicklung die anfallenden Kosten subtrahierst. Bei der Anlage in Edelmetallen wiederum ergibt sich die Rendite, wenn du die jeweiligen An- und Verkaufskurse gegenüberstellst. Die Differenz wird auch als Spread bezeichnet. Die Rendite ergibt sich demzufolge aus Preis- und Kursgewinnen.

Die Berechnung der Rendite

Bei verschiedenen Anlageformen gibt es teilweise unterschiedliche Konditionen und Bedingungen, beispielsweise im Hinblick auf den Kapitaleinsatz, die Laufzeit oder auch die Höhe des Zinses. Trotzdem existiert eine einheitliche Formel, wie sowohl die Brutto- als auch die Nettorendite berechnet werden können. Die Berechnung im Hinblick auf die Bruttorendite kannst du anhand der folgenden Formel vornehmen:

[(Gesamtbetrag am Ende des Investments / eingesetztes Kapital) – 1] x 100

Angegeben wird die Bruttorendite in Prozent und sie bezieht sich immer auf dein investiertes Kapital. Was das der Praxis bedeutet, möchten wir gerne anhand der folgenden Beispielrechnung darstellen: Nehmen wir an, dass du insgesamt einen Betrag von 10.000 Euro investiert hast. Nach Ablauf eines Jahres sind aus deinen ehemals 10.000 Euro insgesamt 10.560 Euro geworden. Das wiederum bedeutet, dass du wie folgt die Bruttorendite berechnen kannst:

[(10.560 Euro / 10.000 Euro) -1] * 100 = 5,6%

Möchtest du im zweiten Schritt die Nettorendite ermitteln, müssen noch eventuelle Kosten in Verbindung mit der Geldanlage einbezogen werden. In dem Fall nutzt du die folgende Formel:

[(Gesamtbetrag – Kosten / eingesetztes Kapital) – 1] x 100

Gewinn vs. Rendite

Allzu häufig werden in der Praxis die zwei Begriffe Gewinn einerseits und Rendite auf der anderen Seite verwechselt oder synonym verwendet. Ganz korrekt ist das allerdings nicht, denn bei einer Reihe von Anlageformen gibt es einen Unterschied zwischen dem Gewinn und der Rendite. Tatsächlich gibt es allerdings bei vielen Kapitalanlagen einen deutlichen Unterschied zwischen der Rendite und dem Gewinn. Handelt es sich bei dem Investment zum Beispiel um eine Anlage in Fonds und hast du aufgrund des gestiegenen Preises des Fondsanteils einen Gewinn von beispielsweise 400 Euro erzielt, ist das in der Regel nicht identisch mit der Rendite.

Fallen bei dem Fonds zum Beispiel noch 120 Euro an Kosten pro Jahr an. Das sind insbesondere Managementgebühren und der Ausgabeaufschlag muss ebenfalls mit einkalkuliert werden. Der Nettoertrag beträgt also nicht 400 Euro, sondern nach Abzug der Kosten nur 280 Euro. Diese Angaben lassen sich natürlich ebenfalls in Prozent umrechnen, was allerdings ebenfalls beinhaltet, dass sich Rendite und Gewinn unterscheiden können. Identisch wären beide Begriffe nur dann, wenn keine Kosten zu berücksichtigen wären.

Hinweis

Beim Vergleich verschiedener Anlageformen solltest du immer auf die Rendite und nicht auf den reinen Gewinn oder den Zinssatz achten. Die Nettorendite beinhaltet auch die Kosten, die den Nettoertrag bei einer Kapitalanlage beeinflussen. Bei verzinslichen Geldanlagen kannst übrigens die Rendite mit dem Effektivzins gleichsetzen.

Risiken und Rendite?

Im Hinblick auf die Rendite gibt es vor allem das Risiko, dass Erträge nicht gezahlt werden oder geringer als prognostiziert ausfallen. Das trifft insbesondere für solche Anlageformen zu, in denen zum Beispiel kein fester Zins im Jahr gezahlt wird, sondern die Rendite auch von Gewinnen des Unternehmens abhängig ist. Ein klassisches Beispiel sind Aktien, bei denen Kursgewinne entstehen können oder / und eine Dividende gezahlt wird. Man bezeichnet das Risiko im Zusammenhang mit der Rendite auch als Ertragsrisiko.

Ebenfalls interessant ist, dass Rendite und Sicherheit der Anlageform bzw. das Risiko auf Seiten der Anleger:innen durchaus in einem Verhältnis zueinander stehen. Es gilt in dem Zusammenhang die Maßgabe, dass das Risiko einer Anlage umso höher ist, desto höher die mögliche Rendite ausfällt. Andersherum gelten Kapitalanlagen mit einem recht geringen Risiko als vergleichsweise renditeschwach.

Fazit zur Rendite

Allgemein beschreibt die Rendite den Ertrag, den du mit einer Kapitalanlage erzielen kannst. In der sogenannten Nettorendite sind auch die Kosten enthalten, die im Zusammenhang mit einer Geldanlage stehen. Exakt diese Nettorendite oder auch den Effektivzins solltest du beim Vergleich mehrere Anlageformen nutzen, wenn du wissen möchtest, welche Geldanlage dir den besten Nettoertrag beschert. Angegeben wird die Rendite stets im Prozent und lässt sich auf Grundlage deines investierten Kapitals relativ einfach ermitteln.

Häufige Fragen und unsere Antworten zur Rendite

Mit welchen Geldanlagen kann eine Rendite erzielt werden?

Im Grunde lässt sich mit allen Geldanlagen, die am Markt angeboten werden, bei der positiven Entwicklung eine Rendite erzielen. Dazu zählen zum Beispiel Spareinlagen, Tages- und Festgelder, Aktien, Anleihen, Immobilien oder auch Sachwerte wie Edelmetalle und Beteiligungen.

Wie berechne ich die Rendite?

Du berechnest die Rendite, indem du dein investiertes Kapital zugrunde legst und schaust, wie sich der Wert verändert hat. Du setzt demzufolge den Gewinn in ein Verhältnis zum eingesetzten Kapitals und ermittelst auf diese Weise die Rendite, wobei allerdings auch die Kosten einbezogen werden sollte.

Wie stehen Rendite und Risiko zueinander?

Klassischerweise stehen Rendite und Risiko in einem Verhältnis zueinander. Je höher die Rendite ausfällt, desto höher ist auch das Risiko der Anlage, dass du Verluste erleiden könntest.

Welche Steuern fallen bei Renditen an?

Bei der Geldanlage handelt es sich bei den Renditen um Kapitalerträge, die zu versteuern sind. Die zuständige Steuer ist in dem Fall die Abgeltungssteuer, wobei du allerdings aufgrund des Sparer-Pauschbetrages in Höhe von 801 Euro pro Jahr die Möglichkeit hast, zumindest einen Teil der Rendite steuerfrei zu vereinnahmen.

Welche Arten von Renditen gibt es?

Renditen lassen sich einerseits in Brutto- und andererseits in die Nettorendite einteilen. Bei der Nettorendite werden auch die Kosten der Anlage mit berücksichtigt. Ferner gibt es unterschiedliche Renditen im Hinblick auf die Anlageform, wie zum Beispiel Aktienrenditen, Anleiherenditen oder Immobilienrenditen.

Oliver Schoch

Veröffentlicht von

Als gelernter Bankkaufmann habe ich mich 2008 als Finanz-Journalist selbstständig gemacht. Seitdem verfasse ich nun in Vollzeit als Freiberufler nahezu ausnahmslos Beiträge zu Finanz- und Wirtschaftsthemen, wie Börse, Aktien, Geldanlage, Vermögensaufbau, Versicherungen und Finanzierungen. Zu meinem Repertoire zählen u.a. Ratgeber, Fachtexte, News, Blogbeiträge und eBooks.