Umschuldung: Kredit umschulden und Geld sparen

oliverschoch Oliver Schoch Veröffentlicht am: 26. Februar 2022 Letztes Update: 23. Februar 2022 Lesezeit: 11 Minuten
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Vielleicht hast auch schon einmal von einer Umschuldung gehört oder bereits einen Kredit in der Vergangenheit umgeschuldet. Mit Umschuldung ist in erster Linie gemeint, dass ein bestehendes Darlehen oder mehrere Kredite vorzeitig abgelöst werden, um diese durch einen neuen Kredit zu ersetzen.

In unserem Beitrag erfährst du, worum es sich bei einer Umschuldung handelt und wie diese funktioniert. Ferner geben wir dir Hinweise aus der Praxis, wann eine Umschuldung sinnvoll sein kann und beantworten die Frage, ob man eigentlich jeden Kredit umschulden darf. Ferner erfährst du, was die Voraussetzungen für einen Kreditumschuldung sind und was es mit der Vorfälligkeitsentschädigung auf sich hat.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Umschulden eines Kredites bedeutet, dass ein oder mehrere Darlehen durch eine neue Finanzierung ersetzt werden
  • Eine typische Umschuldung beinhaltet das Ausgleichen eines Dispositionskredites bei gleichzeitiger Aufnahme eines Ratenkredites
  • Umschuldungen finden sich häufig im Bereich der Baufinanzierung, entweder als Anschlussfinanzierung oder nach einer vorzeitigen Ablösung des Immobiliendarlehens
  • Bei einer Umschuldung sind vor allem die aktuellen Konditionen der Bank zu beachten, die das neue Darlehen betreffen

Wie funktioniert die Umschuldung bei einem Kredit?

Im Prinzip besteht das Umschulden immer aus zwei Phasen und Vorgängen. Es gibt stets mindestens einen bisher genutzten Kredit auf der einen und ein neues Darlehen auf der anderen Seite. Ein Umschuldungskredit ist demzufolge schlichtweg ein neues Darlehen, mit dem ein anderer Kredit oder ein Sollbestand auf dem Girokonto ersetzt werden. Die meisten Umschuldungen funktionieren nach einem bestimmten Schema, einer festgelegten Schritt- für-Schritt Abfolge. Diese gestaltet sich in den meisten Fällen wie folgt:

  1. Kreditvergleich durchführen
  2. Darlehensantrag bei der Bank stellen
  3. Genehmigung der Kreditgeber:innen abwarten
  4. Bisheriges Darlehen kündigen
  5. Alten Kredit mit der neuen Kreditsumme ablösen

Die Einzelschritte möchte wir nun etwas näher erläutern, die beim Kreditvergleich beginnen und bei der Ablösung des bisherigen Darlehens enden.

Schritt 1: Kreditvergleich durchführen

Der erste Schritt im Zuge einer Umschuldung ist zwar nicht festgelegt, allerdings für alle Kreditnehmer:innen von Vorteil. Zunächst solltest du die am Markt aktuell vorhandenen Angebote der Banken im Kreditbereich miteinander vergleichen. Dabei geht es vor allem bei den Konditionen darum, die Kreditangebote mit einem möglichst günstigen Zinssatz zu finden. Ein solcher Kreditvergleich kann dir dabei helfen, über die Jahre hinweg Zinsen im höheren drei- oder sogar vierstelligen Bereich einzusparen.

Schritt 2: Angebot auswählen und Kreditantrag stellen

Im zweiten Schritt des Umschuldungsvorgangs entscheidest du dich für ein Kreditangebot, dass du durch den Darlehensvergleich gefunden hast. Du stellst dann bei der entsprechenden Bank einen Kreditantrag, was heutzutage häufig online über die entsprechende Webseite funktioniert. Meistens musst du in dem Zusammenhang einige Unterlagen einreichen, wie zum Beispiel Kontoauszüge oder eine Gehaltsbescheinigung. Im besten Fall erhältst du nach kurzer Zeit eine Zusage und damit eine Kreditgenehmigung seitens der Kreditgeber:innen.

Kreditvertrag zum neuen Darlehen abschließen

Der nächste Schritt besteht folgerichtig darin, den Kreditvertrag zum neuen Darlehen abzuschließen, nachdem du von der Bank die Darlehenszusage erhalten hast. Beim Darlehensvertrag solltest du darauf achten, ob insbesondere die Kreditsumme, der Zinssatz und auch die Laufzeiten stimmen. Erst, nachdem du diesen Darlehensvertrag in Händen hältst, geht es zum nächsten Schritt, nämlich dem Kündigen deines bisherigen Darlehens.

Alten Kredit kündigen und Restschuld ablösen

Im vierten Schritt geht es bei der Umschuldung darum, dass du deinen bisherigen Kredit kündigst und abgelöst. Das geschieht, indem die Bank dir die verbleibende Restschuld mitteilt. Diese begleichst du mit der neuen Kreditsumme, die du aufgrund deines neuen Darlehens mittlerweile von der Bank auf dein Girokonto überwiesen bekommen hast. Damit ist der gesamte Prozess der Umschuldung abgeschlossen und du zahlst künftig nur noch Raten für den neuen Kredit.

Wann ist eine Umschuldung in der Praxis sinnvoll?

Im Finanzierungsbereich mehrere Gründe und Situationen, in denen die Umschuldung eine geeignete oder sogar optimale Maßnahme darstellen kann. Daher möchten wir im Folgenden einige, sie typische Situationen nennen, wann für Kreditnehmer:innen das Umschulden eine gute Option darstellen kann.

Dispositionskredit in größerem Umfang und länger beansprucht

Eine der sinnvollsten Umschuldungen ist die eines Dispositionskredites in einen Ratenkredit. Zahlreiche Kontoinhaber:innen nutzen auf ihrem Girokonto oft seit Jahren ihren Dispokredit in nicht geringem Umfang aus. Oftmals wird in dem Zusammenhang nicht realisiert, dass die Höhe des beanspruchten Dispositionskredites zu einer vergleichsweise hohen Zinssumme im Jahr führen kann. Immerhin kostet der Dispo durchschnittlich nach wie vor zwischen 7,9 bis 11,9 Prozent an Zinsen.

Wenn dann noch das Girokonto ohnehin häufig in großem Umfang und über mehrere Jahre überzogen wird, wäre es an dieser Stelle ratsam, in einen wesentlich günstigeren Ratenkredit umzuschulden. Der Vorteil ist, dass der Dispositionskredit bei der Bank nicht in dem Sinne gekündigt werden muss, sondern einfach vom Kreditinstitut ausgesteuert wird. Anschließend musst du nur noch dein Girokonto ausgleichen, nämlich mit dem neu aufgenommenen Ratenkredit.

Mehrere Ratenkredite in einen größeren Kredit umschulden

Eine ebenfalls typische Situation, in der eine Umschuldung sinnvoll sein kann, ist es, mehrere alte Darlehen in einem größeren Kredit zusammenzufassen. Der Grund ist in dem Fall nicht nur eine mögliche Zinsersparnis, sondern eine bessere Ordnung der finanziellen Verhältnisse. Oft bekommen Kreditnehmer gar nicht mehr mit, welche Raten sie im Monat für wie viele Kredite zahlen und was das an Gesamtbelastung ausmacht. Dementsprechend kann eine Umschuldung sinnvoll sein, nach der zum Beispiel aus bisher fünf unterschiedlichen Krediten nur noch ein großes Darlehen wird. Die Vorgehensweise ist dabei wie üblich, nämlich erst einen neuen Kredit aufzunehmen und anschließend bestehenden Darlehen zu kündigen sowie anschließend abzulösen.

Umschuldung einer Baufinanzierung: vorzeitig oder fristgerecht

Die dritte Form der Umschuldung, die in der Praxis neben dem Ersetzen eines Dispositionskredites durch den Ratenkredit oder dem Zusammenfassen mehrerer Kredite durch einen Ratenkredit am häufigsten vorkommt, bezieht sich auf Baufinanzierungen. Dort gibt es ebenfalls sowohl vorzeitige als auch fristgerechte Umschuldungen. Mit einer vorzeitigen Umschuldung ist gemeint, dass du den Immobilienkredit ablöst, obwohl die Dauer der Zinsfestschreibung noch nicht abgelaufen ist. Dies setzt allerdings voraus, dass Kreditgeber:innen mit dem vorzeitigen Ablösen und damit der Umschuldung einverstanden sind. Grund für das Umschulden ist in erster Linie eine zukünftige Zinsersparnis, wenn nämlich das neue Immobiliendarlehen einen günstigeren Zinssatz als der bisherige Immobilienkredit hat.

Vom Umschulden wird auch dann im Bereich der Immobilienfinanzierung gesprochen, wenn die bisherige Zinsfestschreibung abgelaufen ist und dich entscheidest, einen neuen Immobilienkredit einer anderen Bank aufzunehmen. Wählst du hingegen die gleiche Bank als bisher, würde es sich korrekt bezeichnet nicht um eine Umschuldung, sondern stattdessen um eine Prolongation (Verlängerung) des Darlehens zu den aktuellen Konditionen handeln.

Kann ich jeden Kredit nach Belieben umschulden?

Da das Umschulden häufig das vorzeitige Ablösen eines Kredites beinhaltet, müssen die Banken dem oft erst einmal zustimmen. Bei manchen Kreditarten ist es allerdings prinzipiell so geregelt, dass Kreditgeber:innen dem Umschulden nicht widersprechen können. Das trifft insbesondere auf die folgenden Kreditarten zur:

  • Dispositionskredit
  • Abruf-und Rahmenkredit
  • Ratenkredit
  • Kurzzeitkredite

Sowohl Dispositionskredite als Kreditlinie auf dem Girokonto, Abruf- und Rahmenkredite, Kurzzeitkredite als auch Ratenkredite darfst du im Grunde stets – auch ohne Einverständnis der Bank – jederzeit ablösen und in einen anderen Kredit umschulden. Differenzierter zu betrachten ist das allerdings unter der Voraussetzung, dass es sich um ein Immobiliendarlehen handelt. Dann kommt es zunächst darauf an, ob es sich um ein variabel verzinsliches Darlehen oder um ein sogenanntes Festzinsdarlehen handelt.

Bei einem variabel verzinslichen Immobilienkredit muss die Bank einer Umschuldung nicht zustimmen, denn dort kannst du minus allenfalls unter Einhaltung einer kurzen Kündigungsfrist den Kredit jederzeit vorzeitig ablösen. Bei der Zinsfestschreibung trifft das nicht zu, es sei denn, diese läuft bereits mehr als zehn Jahre. Unter dieser Voraussetzung darfst du auch diesen Immobilienkredit jederzeit ohne Zustimmung der Bank umschulden.

Läuft die Zinsbindungsfrist hingegen seit acht Jahren und hast du eine zehnjährige Zinsfestschreibung vereinbart, muss die Bank im ersten Schritt der vorzeitigen Ablösung nicht zustimmen. Dies wird sie in der Regel jedoch unter Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung tun, sodass du auch in diesem Fall eine Umschuldung vornehmen kannst. Auf das Thema Vorfälligkeitsentschädigung gehen wir in einem weiteren Abschnitt unseres Beitrages noch näher ein.

Hinweis

In der Regel können Privatkunden:innen nahezu jeden Verbraucherkredit umschulden und damit vorzeitig ablösen. Bei Immobiliendarlehen kann die Bank allerdings unter Umständen die vorzeitige Rückzahlung verweigern oder es fällt eine Vorfälligkeitsentschädigung an, weshalb die Umschuldung dann nicht zwingend sinnvoll sein muss.

Was sind die Voraussetzungen für eine Kreditumschuldung?

Die Voraussetzungen für eine Kreditumschuldung ergeben sich aus der Tatsache heraus, dass beim Umschulden nicht nur ein bestehendes Darlehen abgelöst wird, sondern immer auch ein neuer Kredit aufgenommen wird. Das wiederum führt dazu, dass du zum einen kreditfähig sein musst und zum anderen eine ausreichende Bonität benötigst, damit dir ein Kreditinstitut Geld leiht. Schulden machen dürfen in Deutschland nur Volljährige, sodass eine Grundvoraussetzung auch für eine Kreditumschuldung ist, dass du volljährig und damit voll geschäftsfähig bist. Die Banken bezeichnen das auch als Kreditfähigkeit.

Die weiteren Voraussetzungen für eine Kreditumschuldung richten sich an deine Bonität und sind im Prinzip die gleichen, als wenn du ein neues Darlehen aufnimmst, ohne damit einen bestehenden Kredit umzuschulden. Das bedeutet, dass du eine aus Sicht des Kreditgebers ausreichende Bonität haben muss, die für gewöhnlich an den folgenden Eigenschaften festgemacht wird:

  • Kein negatives Merkmal in der Schufa
  • Kreditsumme und Kreditrate gut tragbar aufgrund der Einnahmen-und Ausgabenrechnung
  • Regelmäßiges Einkommen vorhanden
  • Je nach Darlehenssumme: Sicherheiten können gestellt werden

Neben der Kreditfähigkeit muss also auch deine Kreditwürdigkeit stimmen, weil die Bank dir neues Geld leiht. Somit ist es fast immer ein Hindernis für eine Umschuldung, wenn du einen negativen Eintrag in der Schufa hättest, wie zum Beispiel einen Mahnbescheid oder eine Eidesstattliche Versicherung. Zudem sollte deine Einnahmen- und Ausgabenrechnung ein frei verfügbares Einkommen ergeben, mit dem du mindestens die angedachte Rate zahlen kannst. Beim Ablösen des alten Kredites sind hingegen keine Voraussetzung zu erfüllen, da deine Bonität in dem Fall keinerlei Rolle spielt.

Tipp: Vorfälligkeitsentschädigung nicht vergessen!

Wie zuvor bereits erwähnt, kannst du normalerweise Dispositionskredite, Abrufkredite und Ratenkredite jederzeit abgelöst und somit umschulden, ohne dass die Bank eine Vorfälligkeitsentschädigung berechnet. Bei Ratenkrediten werden die Zinsen meistens sogar zurückgerechnet, sodass ein Teil der im Voraus gezahlten Zinsen indirekt erstattet werden. Bei einer Umschuldung im Bereich der Immobilienfinanzierung solltest du hingegen unbedingt auf eine eventuell anfallende Vorfälligkeitsentschädigung achten.

Eine solche Entschädigung verlangen die Banken fast immer, solltest du den Kredit vorzeitig innerhalb der Zinsbindung ablösen wollen. Durch die Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung kann es sogar passieren, dass die Umschuldung keinen finanziellen Sinn mehr macht, weil die geplante Zinsersparnis durch einen günstigeren Kredit vollständig durch die zu zahlende Vorfälligkeitsentschädigung kompensiert wird. Daher solltest du stets gegenrechnen, ob sich die Umschuldung auch nach Einbeziehen der Vorfälligkeitsentschädigung noch lohnt.

Hinweis

Bei den meisten Krediten musst du von der Bank kein ausdrückliches Einverständnis einholen, wenn du das Darlehen umschulden möchtest. Eine Ausnahme bilden Immobilienkredite mit Zinsfestschreibung, denn unterhalb von zehn Jahren dürfen Banken in der Regel eine Vorfälligkeitsentschädigung berechnen. Die Entschädigung solltest du dir unbedingt zunächst ausrechnen lassen, bevor du die Umschuldung durchführst.

Vor- und Nachteile einer Umschuldung

Vorteile
  • Günstigere Zinskonditionen bei neuem Kredit
  • Zukünftige Zinsersparnis durch geringere, monatliche Belastung
  • Finanzen durch Zusammenfassen mehrerer Kredite besser ordnen
  • Passende Darlehensart für Finanzierung nutzen
Nachteile
  • Bank darf vorzeitiger Ablösung des Darlehens eventuell widersprechen
  • Vorfälligkeitsentschädigung kann bei Immobilienkrediten anfallen
  • Neuer Kredit könnte aufgrund gestiegener Kapitalmarktzinsen teurer als das bisherige Darlehen sein
  • Voraussetzungen für Umschuldung können eventuell nicht erfüllt werden, insbesondere aufgrund mangelnder Bonität

Die Vorteile eine Umschuldung

Die Vorteile einer Umschuldung liegen im Grunde auf der Hand: Meistens können Kreditnehmer:innen auf diese Weise eine Zinsersparnis realisieren, wenn zum Beispiel der teure Dispo in einen Ratenkredit umgeschuldet wird. Gleiches gilt für die Umschuldung mehrerer Kredite in einen Ratenkredit, wenn die Kapitalmarktzinsen in der letzten Zeit gesunken sind. Zu den Vorteilen einer Umschuldung gehört ebenfalls, die eigenen finanziellen Verhältnisse besser zu ordnen. Nur eine Kreditrate im Monat ist deutlich übersichtlicher, als wenn du zum Beispiel fünf unterschiedliche Darlehen zur gleichen Zeit abzahlst.

Die Nachteile einer Umschuldung

Eine Umschuldung ist nicht immer sinnvoll und kann deshalb durchaus im Einzelfall Nachteile haben. Das wäre zum Beispiel der Fall, wenn du für den neuen Kredit höhere Zinsen als für deine bisherigen Darlehen zahlst, weil beispielsweise deine Bonität in den letzten Jahren gesunken ist. Darüber hinaus kann die Umschuldung eines Immobilienkredites aufgrund der zu zahlende Vorfälligkeitsentschädigung im schlechtesten Fall sogar dazu führen, dass die zu zahlende Entschädigung höher als die zukünftig geplante Zinsersparnis ist.

Fazit zur Umschuldung von Krediten

Bevor du dich für die Umschuldung eines Kredites oder mehrerer Darlehen entscheidest, solltest du vorab stets prüfen, ob diese Maßnahme sinnvoll ist. Uneingeschränkt empfehlenswert ist die Umschuldung faktisch im Bereich Dispositionskredit, den du schon länger in großem Umfang nutzt, denn der Ratenkredit ist nahezu immer günstiger.

Gleiches gilt für das Zusammenfassen mehrerer Kredite mit einem großen Darlehen, wenn die Zinsen im Vergleich zu den der bisherigen Finanzierung nicht gestiegen sind. In den meisten Fällen muss die Bank vorzeitigen Ablösung der alten Kredite nicht zustimmen, sodass der Umschuldung bei einer ausreichenden Bonität normalerweise nichts entgegensteht.

Häufige Fragen und unsere Antworten zur Umschuldung von Krediten

Worauf ist zu achten bei der Kreditumschuldung?

Bei der Kreditumschuldung solltest du darauf achten, dass du zuerst eine neue Darlehenszusage erhältst, bevor du die alten Kredite kündigst. Ferner sind eventuelle Kosten zu berücksichtigen, wie zum Beispiel bei Immobilienkrediten in Form einer Vorfälligkeitsentschädigung.

Wie ermittle ich den Restschuldbetrag aus meinen alten Kreditverträgen?

Diese Aufgabe übernimmt normalerweise die Bank für dich. Möchtest du einen alten Kredit vorzeitig ablösen, wird dir seitens des Kreditinstitutes ein sogenannter Auflösungssaldo mitgeteilt. Das ist der Restschuldbetrag, den du mit dem neuen Kredit auf den Euro genau ausgleichen musst.

Kann ich einen laufenden Kredit umschulden?

Normalerweise ist das problemlos möglich, insbesondere bei Dispositions-, Abruf- und Ratenkrediten. Hier können die Banken in der Regel nichts gegen die vorzeitige Ablösung tun, was sie ohnehin meistens nicht wollen. Anders kann sich die Situation bei Immobilienkrediten mit Zinsfestschreibung darstellen. Dort hat die Bank unter bestimmten Voraussetzungen ein Recht, der vorzeitigen Ablösung und damit der Umschuldung zu verweigern.

Benötige ich besondere Sicherheiten?

Für eine Umschuldung benötigst du oft keine Sicherheiten, zumindest nicht im Bereich der Ratenkredite. Solltest du allerdings ein Immobiliendarlehen umschulden, wird die neue Bank aller Voraussicht nach verlangen, dass die im Grundbuch auf die bisherige Bank eingetragene Grundschuld umgeschrieben wird. Du benötigst also grundsätzlich für eine Umschuldung keine besonderen Sicherheiten, sondern die Bank wird mögliche Sicherheiten (falls überhaupt) verlangen.

Was passiert nach der Umschuldung mit der Restschuldversicherung?

Bei vielen Krediten haben die entsprechenden Kreditnehmer:innen in der Vergangenheit eine Restschuldversicherung abgeschlossen. Er stellt sich bei einer geplanten Umschuldung die Frage, was eigentlich mit dieser Kreditversicherung passiert. Für gewöhnlich ist es so, dass du die Restschuldversicherung kündigen kannst, wenn du auch den zu Grunde liegenden Kredit vorzeitig beenden möchtest. Im Normalfall werden dir die Kosten für die Versicherung sogar anteilig erstattet oder du nimmst einfach zum neuen Darlehen eine neue Restschuldversicherung auf.

Kann ich einen Kredit trotz Schufa-Eintrag umschulden?

Normalerweise wird dies deshalb nicht funktionieren, weil du eben fürs Umschulden ein neues Darlehen benötigst. Banken vergeben allerdings in Deutschland selten Kredite, wenn du einen negativen Schufa-Eintrag hast.

Welche Dokumente muss ich bei einer Umschuldung einreichen?

Im Grunde musst du bei einer Umschuldung, sollte der neue Kredit bei einer bisher nicht genutzten Bank sein, die gleichen Dokumente wie bei einer Erstfinanzierung einreichen. Das bedeutet, dass die Kreditgeber:innen für gewöhnlich deinen Personalausweis zur Identifikation, Gehaltsbescheinigungen, Kontoauszüge und eventuell deinen Arbeitsvertrag sehen möchte. Mitunter musst du bei größeren Krediten auch eine Aufstellung über Vermögen oder Sicherheiten einreichen.

Oliver Schoch

Veröffentlicht von

Als gelernter Bankkaufmann habe ich mich 2008 als Finanz-Journalist selbstständig gemacht. Seitdem verfasse ich nun in Vollzeit als Freiberufler nahezu ausnahmslos Beiträge zu Finanz- und Wirtschaftsthemen, wie Börse, Aktien, Geldanlage, Vermögensaufbau, Versicherungen und Finanzierungen. Zu meinem Repertoire zählen u.a. Ratgeber, Fachtexte, News, Blogbeiträge und eBooks.