ROBIN Test und Erfahrungen 2020

Das RoboAdvisor Konzept „Robin“ stammt aus dem Haus der Deutsche Bank AG und wird über Maxblue, den Broker der Deutsche Bank vertrieben. Während andere RoboAdvisor praktisch ausschließlich auf Algorithmen setzen und es kein menschliches Portfoliomanagement gibt, setzt die Deutsche Bank auf die letztendliche Entscheidung des Portfoliomanagers. Darüber hinaus gibt es noch einen anderen wesentlichen Unterschied zu anderen RoboAdvisors.

Die wichtigsten Fakten

  • Vermögensverwaltung mit BaFin-Zulassung.
  • 16 verschiedene Risiko-Level (Value at Risk), die sich je nach Aktienanteil unterscheiden.
  • Einmalanlage ab 500 Euro möglich.
  • Sparplans schon ab einem Euro.
  • Tägliche Überwachung des Portfolios.

Über Robin

  • 16 Anlagestrategien
  • Einmalige Einlage möglich ab 500 €
  • oder Sparplan (mtl.) ab 1 €
    * Werte für gewählten Zeitraum, die Berechnung erfolgt auf Basis der aktuellen Zinssätze vom 07.08.2020. Alle Angaben ohne Gewähr, © 2020 financeAds.net
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    Die Deutsche Bank AG rief Robin im Jahr 2017 ins Leben. Das größte deutsche Geldhaus wollte sich aber nicht mit der klassischen RoboAdvisor-Vorgehensweise zufrieden geben. So stellt Robin eine Mixtur aus „Mensch und Maschine“ dar. Auf der einen Seite erfolgt die Auswahl der jeweiligen ETFs anhand eines Algorithmus. Auf der anderen Seite sind es jedoch Menschen, die letztendlich das o.k. für ein Investment geben.

    Die Verwahrung und Verwaltung der Depots erfolgt logischerweise über die Deutsche Bank. Bei der letztendlichen ETF-Auswahl steht ebenfalls die Expertise der Deutsche Bank im Hintergrund. Immerhin kann der noch relativ junge RoboAdvisor schon auf seine erste Auszeichnung schauen:

    ROBIN Testsiegel Focus Money

    Die Produkte

    Robin beschränkt sich, wie die meisten Mitbewerber, auf zwei Produkte. Zum einen könnt ihr Einmalanlagen für das Depot tätigen, zum anderen einen Sparplan für den Vermögensaufbau nutzen.

    Die Mindestanlage

    Einmalanlagen sind bereits ab 500 Euro möglich. Damit eröffnet Robin auch Kleinstanlegern bereits die Chance, eine Vermögensverwaltung auf ETF-Basis zu nutzen. Die Ausrichtung des jeweiligen Anlagelevels erfolgt völlig unabhängig vom Volumen der Anlage.

    Die Servicegebühr für das Depot beläuft sich auf 0,75% p.a. des Nettoinventarwertes des Depots. Die Abrechnung erfolgt quartalsweise. Zusätzlich entstehen Gebühren in Zusammenhang mit den ETFs selbst, die von den jeweiligen Emittenten in Rechnung gestellt werden. Im Mittel betragen diese Fondskosten ebenfalls 0,25% pro Jahr. Die Höhe hängt allerdings auch davon ab, um welche ETFs es sich handelt.

    Der Sparplan

    Mit dem Sparplan könnt ihr bereits mit ganz kleinem Geld den Weg in einen computerbasierten Vermögensaufbau einschlagen. Der Sparvorgang ist bereits ab einem Euro im Monat möglich. Allerdings stellt sich bei der Höhe einer solchen Sparrate die Sinnfrage. Wenn ihr noch ganz am Anfang der Vermögensbildung steht, aber das Geld noch knapp ist, stellen zehn Euro monatlich aber schon eine Startgrundlage dar. Anpassen könnt ihr den Betrag immer noch. Die Besparung kann jederzeit unterbrochen oder abgebrochen werden. Es gibt keine zeitlichen Vorgaben. Wie üblich müsst ihr dazu ein Verrechnungskonto hinterlegen, von dem die Sparrate abgebucht wird.

    Wichtige Details – worauf muss man bei Robin achten?

    Erfreulicherweise gibt es bei Robin nichts im Kleingedruckten, das am Ende zu einem bösen Erwachen führt. Der RoboAdvisor wartet mit klaren Aussagen und maximaler Transparenz auf.

    Wir hatten allerdings erwähnt, dass Robin sich in einem wichtigen Punkt von anderen RoboAdvisors unterscheidet. Auch wenn dieser Punkt auf die Anlagestrategie abzielt, wollen wir ihn bei „Beachtenswert“ erläutern.

    Wenn ihr euch schon mit RoboAdvisors beschäftigt habt, kennt ihr die unterschiedlichen Strategien, die sich an dem Chance-Risiko-Profil der Anleger orientieren. In der Regel bieten die Unternehmen fünf Strategien an. Der Unterschied liegt in der prozentualen Gewichtung des Aktienanteils.

    Dies ist bei Robin auf den ersten Blick nicht anders. Allerdings unterteilt Robin die Strategien nach dem Value-at-Risk Prinzip. Was steckt dahinter?

    Value-at-Risk (VaR) stellt eine Kennziffer dar, die in einem bestimmten Betrachtungszeitraum das mögliche Verlustrisiko durch Kursschwankungen wiedergibt. Angenommen, ihr entscheidet euch für eine Strategie mit VaR 10 und investiert 5.000 Euro. Bei einer vorgegebenen Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent wird das Depot im Laufe eines Jahres mit 95 Prozent Wahrscheinlichkeit maximal zehn Prozent Verlust einfahren.

    Natürlich will das niemand, aber diese Wahrscheinlichkeit muss berücksichtigt werden. Je höher der VaR ausfällt, umso höher sind einerseits die Chancen auf überdurchschnittliche Gewinne, zum anderen steigt aber auch das Risiko, dass es zu längeren Durststrecken kommt.

    Diese abweichende Strategiebasis macht es etwas schwierig, Robin mit anderen RoboAdvisors zu vergleichen. Für diesen Fall empfehlen wir euch, in die Details zu gehen und euch die Zusammensetzung der jeweiligen Portfolios zu vergleichen.

    Die Strategie

    Robin bietet euch insgesamt 16 unterschiedliche VaR-Level als Strategien an. Die Bandbreite reicht von einem Level mit VaR 5 bis zu VaR 20. Die folgende Grafik zeigt euch die Zusammensetzung eines Portfolios mit größtmöglicher Sicherheit mit VaR 5:

    Allen Strategien ist gemeinsam, dass ein bestimmter Prozentsatz des Investments immer als Liquidität vorgehalten wir. Liquidität unterliegt zum einen keinen Kursschwankungen, zum anderen kann sie genutzt werden, um mögliche Portfoliokorrekturen oder Umschichtungen zu finanzieren. Wie üblich ändert sich der Aktienanteil, je nach Gewichtung.

    Teil der Strategie von Robin ist es auch, dass das Portfolio täglich überprüft wird. Nachjustierungen finden nicht, wie bei anderen Anbietern, einmal jährlich, sondern im Zweifelsfall jeden Bankarbeitstag statt.

    Sicherheitsaspekte

    Die Deutsche Bank Aktie selbst steht bei Anlegern schon lange nicht mehr als Sicherheitsaspekt. Das gilt aber erfreulicherweise nicht für Robin. Ein Teil eures Investments wird als Liquidität gehalten, ist folglich eine Einlage. Im Rahmen der Einlagensicherung ist der Baranteil im Portfolio bis zu 100.000 Euro abgesichert.

    Wem die kurzfristige Sicherheit seines Investments am Herzen liegt, sollte auf Portfolios mit niedrigem VaR zurückgreifen. Kursverluste sind bei Aktien und Rohstoffen nie auszuschließen.

    Wie sieht es aber mit eurem angelegten Geld generell aus? Wir können euch beruhigen. Sollte die Deutsche Bank / Maxblue als Depotbank in Zahlungsschwierigkeiten kommen, sucht der Insolvenzverwalter eine neue Depotbank. Fondsanteile gelten generell als Sondervermögen und fallen nicht unter die Insolvenzmasse. Gleiches gilt, wenn der Emittent eines Fonds in die Schieflage gerät. Auch in diesem Fall gilt das Sondervermögen.

    Der Ablauf der Depoteröffnung bei Robin

    Wenn ihr bei Robin ein Depot eröffnen möchtet, müsst ihr ein wenig Zeit, rund 20 Minuten, mitbringen. So lange dauert die Kontoeröffnung einschließlich der sehr umfänglichen „Geeignetheitsprüfung“. Im Rahmen dieser Prüfung fragt euch Robin sehr detailliert nach euren bisherigen Erfahrungen mit Wertpapieren. Auf Grund des Umfangs des Fragebogens haben wir die Inhalte nur stichpunktartig aufgelistet. Der Antragsprozess startet mit einem Klick auf den Button „Jetzt abschließen“. Es folgen die Fragen zu eurer Person:

    • Habt ihr bereits einen Onlinezugang bei der Deutsche Bank AG?
    • Geburtsdatum
    • Beruf
    • Monatliches Nettoeinkommen
    • Monatliche Ausgaben
    • Wie wird sich das Nettoeinkommen entwickeln?
    • Wie hoch ist euer bisheriges Vermögen?
    • Welche Verbindlichkeiten habt ihr?

    Phase zwei beschäftigt sich mit euren bisherigen Anlageerfahrungen.

    • Habt ihr in den letzten drei Jahren Wertpapierkäufe oder –verkäufe getätigt.
    • Wie viele Transaktionen habt ihr in den letzten drei Jahren durchgeführt?
    • Wie hoch war das durchschnittliche Transaktionsvolumen?
    • Habt ihr seit mindestens einem Jahr Erfahrungen mit Aktien, Anleihen, Rohstoffen, strukturierten Fonds oder keinerlei Erfahrung?

    Nach der Ist-Aufnahme geht es jetzt um eure Erwartungen in euer künftiges Investment. Sind alle Fragen beantwortet, kann euch Robin als Ergebnis aller eurer Informationen eine auf euren Status zugeschnittene Strategie empfehlen. Hier die Fragen zu euren Erwartungen:

    • Welches Anlageziel verfolgt ihr?
    • Wie lange soll das Kapital angelegt sein?
    • Wisst ihr schon, ob in den nächsten zehn Jahren eventuelle Ausgaben auf euch zu kommen (neues Auto, Immobilienerwerb)
    • Welchen Betrag möchtet ihr einmalig oder mittels Sparplan anlegen?
    • Welchen Kursrückgang könnt ihr während eines Jahres akzeptieren – mindestens acht Prozent, maximal 34 Prozent.

    Ihr habt es fast geschafft. Robin stellt euch jetzt die Anlagestrategie vor, die aufgrund eurer Angaben am zutreffendsten ist. Ihr erfahrt auch, welche Kosten im Laufe der Zeit anfallen. Den Risikolevel könnt ihr noch ändern, allerdings nicht über die von euch definierte Verlustobergrenze hinaus.

    Wenn ihr die Strategie bestätigt, geht es weiter zur finalen Eröffnung, sofern ihr noch kein Depot bei der Deutsche Bank besitzt. Gebt eure persönlichen Daten und die Bankverbindung für das Referenzkonto ein. Bestätigt, die Unterlagen erhalten und gelesen zu haben. Legitimiert euch im Rahmen des PostIdent- oder VideoIdent-Verfahrens. Für die Depoteröffnung benötigt ihr auf jeden Fall

    • Eure Steuer-ID
    • Die IBAN des Referenzkontos
    • Einen gültigen Ausweis mit Wohnsitzangabe
    • Für das VideoIdent-Verfahren braucht ihr auch ein Smartphone und ein Endgerät mit Kamera, Mikrofon und Lautsprecher.

    Leider ist während des Antragsprozesses keine Rufnummer eingeblendet. Ihr könnt eure Eingaben jedoch abspeichern, und nach Klärung von Fragen fortfahren. Die Hotline (069) 910 – 10004 ist an sieben Tagen in der Woche 24 Stunden besetzt.

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    Unsere Meinung

    Die Deutsche Bank wäre nicht die Deutsche Bank, wenn sie nicht wieder Abweichungen zum Mainstream-Angebot in ihren RoboAdvisor eingebaut hätte. Aber deswegen muss der VaR-Ansatz ja gar nicht schlecht sein. Am Ende wollen alle im Plus auslaufen.

    Mit 500 Euro Einstiegsgröße wendet sich die Bank praktisch an alle Anleger. Gleiches gilt für den nach unten nicht limitierten Sparplanbeitrag. Hier sehen wir ganz klare Pluspunkte. Bezüglich der Kostenseite bewegt sich das Unternehmen ausnahmsweise einmal im soliden Mittelfeld.

    Die Kombination aus „Mensch und Maschine“ sowie die tägliche Bewertung der Performance der einzelnen Strategien können am Ende für den Anleger nur von Vorteil sein. Der sehr umfangreiche Antragsprozess geht auf jeden Fall auf Nummer sicher und verhindert, dass ein möglicherweise wesentliches Detail übersehen wird.

    Wir kommen zu dem Schluss, dass Robin eine echte Bereicherung für das Marktsegment „RoboAdvisor“ darstellt und wünschen uns nur, dass Deutschlands größte Bank bei anderen Produkten künftig genauso kundenfreundlich agiert. Lasst euch von „Value at Risk“ nicht abschrecken und studiert das Angebot genauer.

    FAQs zu ROBIN

    💰 Wie hoch ist die Mindesteinlage?

    Für eine Einmalanlage beträgt der Mindestbetrag 500 Euro. Der Sparplan kann bereits mit einem Euro im Monat bedient werden.

    ❓ Welche Anlageklassen sind vorhanden?

    Robin bietet 16 Anlageklassen, die allerdings nach dem „Value at Risk“ Prinzip definiert sind. Es steht nicht die absolute Aktienquote im Vordergrund, sondern die Wahrscheinlichkeit, mit der ein möglicher Verlust eintritt.

    ✅ Was sind die Vorteile von Robin?

    Zum einen punktet Robin mit den niedrigen Einstiegsgrößen. Zum anderen kombiniert Robin die Unbestechlichkeit des Algorithmus mit der menschlichen Expertise der Anlageexperten der Deutsche Bank.

    🤔 Wie transparent ist Robin?

    Robin lässt in Sachen Transparenz keine Wünsche offen. Neben dem Reporting durch den RoboAdvisor kann der Anleger in seinem Onlinezugang jederzeit die Entwicklung seines Investments nachverfolgen. Die Abrechnung erfolgt quartalsweise, ist damit auch übersichtlich.

    ROBIN Bewertung
    Sicherheit - 4/5
    Transparenz - 5/5
    Bedienung - 4/5
    Produkt - 4.5/5
    Andere Optionen - 4/5
    Gesamt - 4.3/5
    Vorteile
    • Breit gefächertes Anlagekonzept
    • 16 Strategien zur Auswahl
    • Sehr niedrige Einstiegsgrößen für Mindestanlagen und Sparpläne
    • Branchenübliche Servicegebühr, Fondskosten sind sowieso überall “gleich”
    • Guter Informationsgehalt des Internetauftritts
    • Gebühren stellen eine All-in-Fee dar, die auch An- und Verkauf von Fondsanteilen einschließt.
    Nachteile
    • Keine negativen Aspekte vorhanden
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    Veröffentlicht von

    Ursprünglich komme ich aus dem reinen Marketing, aber mein Interesse an Finanzthemen führte mich zu diesem Hobby, der OnlineBanken.com

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