Ratenkredit Vergleich

Ratenkredite sind einer wichtigsten Motoren unserer Wirtschaft. Ohne das sogenannte Nachsparen wäre der Konsum in der heutigen Form kaum darstellbar, praktisch jeder Industriezweig ist darauf angewiesen, dass Verbraucher Teile ihrer Anschaffungen finanzieren. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Rede von Autos, Möbeln oder Urlaubsreisen ist. Die ersten Hinweise auf Kreditvergabe finden sich übrigens nicht im Italien des Mittelalters, sondern 3.000 Jahre vor Christus in Mesopotamien.

Ratenkredite sind inzwischen eine Ware wie Laptops oder Fernseher. Darlehensnehmer gehen nicht mehr gebeugten Hauptes zu ihrer Hausbank, um einen Kredit zu beantragen. Sie nutzen die Vergleichschancen, die ihnen das Internet bietet. Ebenso, wie sie Fernseher vor dem Kauf auf das Preis-Leistungsverhältnis prüfen, vergleichen sie vor dem Abschluss über Kreditportale die Zinsen und die Kreditbedingungen.

Ratenkredit Vergleich 2017

Für die Filialbanken wird es immer enger

Da Kredite eine Ware sind, müssen sie verkauft werden. Der Anteil an Darlehen, welche über das Internet abgeschlossen wurden, lag im Jahr 2015 bereits bei annährend 25 Prozent. Es ist klar, dass hier in Bezug auf die Kostenseite die Institute im Vorteil sind, die keinen Filialbetrieb unterhalten und reines Direktgeschäft praktizieren. Für die Mitarbeiter der Filialbanken wächst der Druck. Auf der einen Seite stehen die Vertriebsvorgaben, auf der anderen Seite Kreditkonditionen, welche mit denen der Direktbanken nicht mithalten können. Der Rückgang im Filialgeschäft betrug im Jahr 2014 fast ein Fünftel gegenüber dem Jahr 2013 (WiWo-online, 17.4.2015).

Kreditmarktplätze auf dem Vormarsch

Der Rückgang der Vertriebszahlen bei den Geldhäusern dürfe noch einen anderen Grund haben. Die Reputation der Banken hat hierzulande seit dem Jahr 2008 massiv gelitten. Demgegenüber etablieren sich immer mehr Marktplätze für Kredite von privat an privat. Die Zeiten, in denen sogenannte Privatkredite fast ausschließlich von Kreditnehmern mit schlechter Schufa nachgefragt wurden, sind vorbei. Auch gute und beste Bonitäten finanzieren sich heute lieber an den Geschäftsbanken vorbei und suchen den Weg über einen solchen Marktplatz.

Dabei muss aber auch berücksichtigt werden, dass dies Marktplätze durchaus auch Anforderungen an die Bonität des Kreditnehmers stellen. Auch wenn der Rahmen weiter gefasst ist als bei einer Geschäftsbank oder Sparkasse, fallen Antragsteller mit harten negativen Fakten wie Privatinsolvenz oder dunkelschwarzem Schufaeintrag durch das Raster.

Worauf sollten Verbraucher bei der Auswahl eines Ratenkredites achten?

An erster Stelle stehen natürlich die Zinsen. Für einen Ratenkredit gilt in erster Linie, je billiger, desto besser. Aber ist das der einzige Faktor, welcher die Auswahl bestimmt?

Nachdem die Kreditabschlussgebühr vom Bundesgerichtshof als unerlaubt gekippt wurde, entfällt die Betrachtung, welche Bank diese Gebühr erhebt und welche nicht. Wer im Rahmen eines Online-Kreditvergleiches ein Angebot seiner Hausbank im Internet findet, sollte aber nicht dem Glauben verfallen, dass er jetzt nur noch in seine vertraute Filiale gehen muss, um bei einer Tasse Kaffee den Kreditvertrag zu unterschreiben. Filialbanken unterscheiden bei den Konditionen sehr wohl zwischen Darlehen, die in Filiale bearbeitet werden und ihren Onlinekrediten. Die Filialdarlehen fallen deutlich teurer aus.

Die Zinsen sind natürlich ein erster Anhaltspunkt, bergen aber auch einen Fallstrick. In der Regel setzen die Banken diese in Abhängigkeit von der Bonität des Antragstellers und der Dauer der Kreditlaufzeit fest.

Ein Unternehmen, welches bei einem Kreditvergleich an erster Stelle rangiert, muss bei dem individuellen Angebot für den Interessenten nicht zwangsläufig die günstigste Offerte haben. Es ist für die Antragsteller fast schon zwingend, mehrere Angebote einzuholen. Möglicherweise ist der im Vergleich Drittplatzierte aufgrund der persönlichen Lebensumstände es Antragstellers mit einem Mal der günstigste Anbieter.

Auch wenn der Bonitätsbeurteilung inzwischen ein industrialisierter Kreditprozess zugrunde liegt, gibt es bei den hinterlegten Kriterien durchaus Abweichungen. Folgende Faktoren fließen in die Bonitätsprüfung grundsätzlich mit ein:

  • Schufa-Scoring
  • Familienstand
  • Finanzieller Hintergrund
  • Berufsbranche
  • Arbeitgeber
  • Wohnort, teilweise bis auf die Straße heruntergebrochen

Die Bonitätsprüfung dient dazu, das Kreditausfallrisiko für die Bank einzuschätzen. Ein alleinstehender Beamter in guter Wohnlage hat eine Spitzenbonität. Der Familienvater rutscht schon ein wenig ab, da das Risiko einer Scheidung und daraus folgender Unterhaltszahlungen mit in die Bonitätsprüfung einfließt. Beim Beruf hat der Bankkaufmann dem Bauarbeiter aufgrund eines geringeren Kündigungsrisikos gegenüber die Nase vorne. Diese Risiken spiegeln sich dann im Zinssatz wider, da der Zins das Kreditausfallrisiko einpreist.

Die Preisangabenverordnung (PAngV) verpflichtet die Banken zu zwei Angaben bei einem unverbindlichen nicht individualisierten Kreditangebot. Zum einen muss der effektive Jahreszins benannt werden. Zum anderen muss das Angebot den Zinssatz widerspiegeln, den mindestens zwei Drittel der Kunden zahlen.

Der effektive Jahreszins berücksichtigt alle Kosten, welche mit dem Kredit verbunden sind. Dazu zählt beispielsweise die Tilgungsverrechnung. In der Regel wird die Tilgung erst am Ende des Jahres berücksichtigt. Der Kreditnehmer tilgt zwar jeden Monat ein Stück seines Darlehens, bezahlt aber für volle zwölf Monate den Zinssatz auf die Restschuld, die am ersten Tag eines Jahres bestand.

Die Prämie für eine Restschuldversicherung fließt, zum Ärger der Verbraucherschützer, nicht in den effektiven Jahreszins mit ein. Dieser wäre dann um ein Vielfaches höher. Der Grund, weshalb die Restschuldversicherung nicht berücksichtigt werden muss, liegt darin, dass es sich um zwei rechtlich voneinander unabhängige Verträge mit unterschiedlichen Produktgebern handelt.

Da die Prämie von Versicherer zu Versicherer unterschiedlich ausfällt, kann dies folgende Konsequenz haben, die dem Kreditnehmer in keiner Weise bewusst ist: Der günstigere Kreditgeber bietet eine deutlich teurere Restschuldversicherung an, als der zweitgünstigste. Obwohl der effektive Jahreszins niedriger ausfällt, ist die monatliche Belastung und damit der Gesamtaufwand deutlich höher. Die Restschuldversicherung wird mit einer Einmalprämie kalkuliert, die innerhalb des Kredites mitfinanziert wird.

Hier können sich Verbraucher, die diesen Versicherungsschutz wünschen, nur schützen, in dem sie jedes Angebot zweifach anfordern: Einmal mit Restschuldversicherung, einmal ohne.

Restschuldversicherungen werden nicht mehr nur noch für den Todesfall, sondern auch für Arbeitslosigkeit und Arbeitsunfähigkeit angeboten, aber Achtung: Der Leistungsfall ist so eng gehalten, dass dem Abschluss eine gründliche Lektüre des Bedingungswerkes vorangehen sollte.

Die Rahmenbedingungen

Neben dem Zinssatz gibt es noch allerlei Rahmenbedingungen, auf die ein Kreditnehmer achten sollte. Stehen unerwartet freie finanzielle Mittel zur Verfügung, ist es verlockend, den Kredit vorzeitig zu tilgen. Einige Institute räumen diese Option ohne eine Vorfälligkeitsentschädigung ein. Andere bieten die Möglichkeit, pro Jahr bis zu 50 Prozent der Restschuld ohne weitere Kosten zu tilgen. Die Vorfälligkeitsentschädigung ist bei Ratenkrediten, im Gegensatz zu Baufinanzierungen, klar definiert und auch für einen Laien nachvollziehbar:

  • Bis zu einer Restlaufzeit von zwölf Monaten beträgt sie 0,5 Prozent der Restschuld.
  • Bei einer Restlaufzeit von mehr als zwölf Monaten dürfen die Banken maximal ein Prozent der Restschuld in Rechnung stellen.

Einige Institute räumen ihren Kreditnehmer sogenannte Ratenpausen ein. Ein- oder zweimal im Jahr kann der Kunde mit der Rate aussetzen, die Laufzeit verlängert sich entsprechend. Ganz ehrlich, gerade Kreditnehmer mit Kindern könnten von dieser Option in der Vorweihnachtszeit gerne Gebrauch machen. Bei einer zweimaligen Ratenpause pro Jahr setzt die Bank allerdings voraus, dass zwischen den Pausen drei Monate mit Ratenzahlung liegen müssen.

Ein weiterer Punkt sind die Sicherheiten. Im industrialisierten Kreditprozess muss der gesamte Vorgang möglichst schlank gehalten sein. Als Sicherheit dient daher in erster Linie die Gehaltsabtretung. An diesem Punkt wird allerdings deutlich, dass es für Selbstständige sehr schwer ist, einen Ratenkredit zu erhalten. Die Zahl der Geldhäuser, die Kredite an Selbstständige vergeben, ist daher auch recht gering, gemessen an der Menge der Anbieter. Bei einer KFZ-Finanzierung zählt auch der KFZ-Brief als Sicherheit. Immer mehr Banken verzichten jedoch inzwischen auf die Abtretung des Briefs.

Das benötigte Kreditvolumen kann ebenfalls für die Auswahl des Anbieters ein Kriterium sein. Im unteren Bereich vergeben nicht alle Banken einen Ratenkredit für 1.000 Euro, einige setzen als Untergrenze 3.000 Euro an. Die Argumentation läuft darauf hinaus, dass die Margen zu gering wären, um kostendeckend arbeiten zu können.

Auf der anderen Seite vergeben nicht alle Institute Darlehen über 75.000 Euro. Dies schränkt bei hohem Geldbedarf die Auswahl der Anbieter ebenfalls ein. Gleiches gilt für die Laufzeiten. In den meisten Fällen liegt die maximale Laufzeit bei 84 Monaten. Es gibt aber auch Ausnahmen mit Dauern von 120 Monaten.

Zu guter Letzt bleibt im Zusammenhang mit den Rahmenbedingungen für einen Ratenkredit noch die Frage, was passiert, wenn der Kreditnehmer tatsächlich die Raten nicht aufbringen kann? Keine Bank hat ein Interesse daran, die Vollstreckung zu erwirken. Das bedeutet aber im Umkehrschluss nicht, dass ein notleidender Kredit wortlos hingenommen wird. Die Unternehmen sind aber bemüht, einvernehmliche Lösungen mit ihren Kunden zu finden. Zu solchen Lösungen zählen

  • Aussetzung der Tilgung, der Kreditnehmer zahlt zunächst nur die Zinsen.
  • Verlängerung der Laufzeit, um die Höhe der Tilgung und damit der gesamten Rate zu senken.

Kredit ohne Schufa – kann man diese Rahmenbedingung wirklich umgehen?

schufabildEs gibt durchaus seriöse Kreditvermittlungsportale in Deutschland, die einen Ratenkredit ohne Schufa ermöglichen. Dabei handelt es sich um so genannte schweizerische Kredite. Die Schweiz kennt keine Institution wie die Schufa, daher erfolgt weder eine Abfrage noch ein Schufa-Eintrag. Dies bedeutet aber nicht, dass die schweizerischen Finanzdienstleister ihre Darlehen ohne Sicherheiten, aber dafür zu Wucherzinsen auf den Markt werfen. Der Zinssatz liegt schon über dem eines Ratenkredites aus Deutschland, jedoch nicht gewaltig.

Es erfolgt, genau wie hier zulande, eine Bonitätsprüfung. Vorzugsweise werden Kredite ohne Schufa an Arbeitnehmer vergeben, die Gehaltsabtretung ist ebenso wie in Deutschland die primäre Sicherheit. Selbstständige können jedoch anstelle der fehlenden Gehaltsabtretung andere Sicherheiten, Lebensversicherungen oder einen Grundschuldeintrag, stellen.

Kredite ohne Schufa können sinnvoll sein, wenn der Antragsteller beispielsweise in naher Zukunft die Aufnahme einer größeren Darlehenssumme plant und sich diese Kreditlinie nicht durch ein kleineres Darlehen schmälern lassen möchte.

Bankkredit oder Händlerkredit?

Praktisch der gesamte Einzelhandel bietet heute Händlerkredite an. Dies gilt für das Möbelhaus, den Versandhandel, den Elektromarkt und den Autohändler. Die Kredite werden jedoch nicht vom Einzelhändler selbst vergeben, sondern durch eine kooperierende Bank. Auf den ersten Blick zeigen sich Händlerkredite als extrem ansprechend. Null Prozent Zinsen sind etwas, was sich sehen lassen kann. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass auch Händler und die angeschlossenen Banken nach betriebswirtschaftlichen Kriterien arbeiten. Von null Prozent Zinsen kann keine Bank leben. Es liegt also nahe, dass die Zinssätze durch den Endpreis mitfinanziert werden.

Ein anderer Punkt, der unter Umständen gegen einen Händlerkredit spricht, sind die Rahmenbedingungen. Diese sind häufig sehr strikt und können im Gegensatz zu einem Bankkredit nicht individuell vereinbart werden. „Null Prozent Anzahlung, null Prozent Zinsen bei einer Laufzeit von 36 Monaten“ – was zunächst für eine Autofinanzierung fantastisch klingt, kann bei Betrachtung der daraus resultierenden monatlichen Rate den Billig-Traum schnell zum Platzen bringen. Eine Bankfinanzierung mit 3,5 Prozent effektivem Jahreszins und einer fünfjährigen Laufzeit ist in Bezug auf das frei verfügbare Haushaltseinkommen unter Umständen realistischer.

Händlerkredite mit Einschränkung

Handeln und verhandeln haben durchaus Gemeinsamkeiten. Wer mit Waren handelt, kommt auch h häufig in die Situation, dass er auch verhandeln muss. Dies gilt für Käufer und Verkäufer gleichermaßen. Gerade für Autokäufer gilt, dass Barzahlung, dazu zählt auch die Überweisung des Kaufpreises, immer noch die beste Ausgangslage für ein Verhandlungsgespräch hinsichtlich des Kaufpreises darstellt. Wer bar zahlt, hat finanzielle Freiheiten. Der Händler wiederum muss ja sein Auto verkaufen, was ihm bei einem feilschenden Barzahler schwerer fällt, als bei einem Kunden, der auf die Finanzierung angewiesen ist. An dieser Stelle kommt die Vermutung auf, dass der nicht verhandelbare Kaufpreis bei einer Finanzierung die „null Zinsen“ subventioniert, sprich, dass diese im Preis enthalten sind.

Es soll auch schon vorgekommen sein, dass die Bank, welche die Finanzierung letztendlich übernimmt, dem Händler einen niedrigeren Zinssatz anbietet, als der seinem Kunden berechnet. Verboten ist es nicht.

Grundsätzlich gilt, dass Konsumenten vor einer Händlerfinanzierung gut beraten sind, wenn sie vorher einen Kreditvergleich im Internet nutzen.

So läuft’s beim Onlinekredit

Während der Kreditnehmer bei der Darlehensaufnahme in der Bank nur hin und wieder geduldig nicken muss, und am Ende die Unterschrift leistet, verhält es sich bei einem Onlinekredit etwas anders. Hier das Vorgehen in vier Schritten:

  1. Im Rahmen des Kreditvergleichsrechners die drei individuell passenden Angebote heraussuchen.
  2. Über die Seite des Anbieters die notwendigen Informationen in die Maske eingeben und absenden.
  3. Nach Erhalt der Angebote diese auf die Gesamtkosten, nicht nur auf den individuellen Zinssatz hin, überprüfen.
  4. Den Antrag ausdrucken und mit den benötigten Unterlagen im Rahmen des PostIdent-Verfahrens an den Anbieter zurücksenden. Wichtig: Der Personalausweis muss noch gültig sein.

Ein Wort noch zum Sofortkredit …

Einige Anbieter werben mit einem „Sofortkredit“. Interessenten müssen sich aber darüber im Klaren sein, dass sich das Wort „Sofort“ nur auf die Erstellung des Angebotes bezieht. Diese erfolgt tatsächlich innerhalb weniger Minuten. Die Auszahlung bei einem Sofortkredit hängt jedoch von drei Faktoren ab: Zum einen davon, wie lange der Kreditnehmer benötigt, alle erforderlichen Unterlagen gemäß Punkt 4. zur Post zu bringen, zum anderen davon, wie lange die Postlaufzeit dauert. Als dritter Punkt spielt die Bearbeitungsdauer beim jeweiligen Institut eine Rolle.

Genau genommen unterscheidet sich ein Sofortkredit in keiner Weise von einem klassischen Online-Ratenkredit, da auch hier die Vorschlagserstellung in wenigen Minuten erfolgt. Der Begriff „Sofortkredit“ suggeriert nur denjenigen, die zeitnah Geld benötigen, dass es deutlich schneller ginge – stimmt aber nicht.