giropay: Funktionsweise, Besonderheiten und Gebühren

Feda Mecan
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Geschäftsführer und Investment-Experte Letzte Überarbeitung am 1. September 2022
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Während viele Online-Zahlungsmethoden international bekannt sind, ist giropay bislang ein rein deutsches Bezahlverfahren. Ins Leben gerufen wurde dieses von Teilen der deutschen Kreditwirtschaft im Jahre 2005 unter dem Namen giropay GmbH. Zum 1. Dezember 2020 wurde giropay von der Paydirekt GmbH übernommen. Im Jahre 2021 wurden die Bezahlverfahren giropay und paydirekt schließlich zusammengeführt. Wir durchleuchten im Folgenden, wie genau das „neue“ giropay funktioniert, ob Gebühren für die Nutzung anfallen und welche Besonderheiten das Bezahlverfahren mit sich bringt.

Das Wichtigste in Kürze

  • giropay wurde im Jahre 2005 gegründet und fusionierte 2020/21 mit paydirekt
  • Der Bezahldienst steht Kund:innen von nahezu allen deutschen Banken zur Verfügung
  • Eine Registrierung beim Bezahldienst ist für die Nutzung von giropay nicht erforderlich.
  • Kund:innen können die Zahlungen online mit ihren Zugangsdaten für das Online-Banking abwickeln
  • Die Empfänger:innen des Geldes erhalten eine sofortige Bestätigung von giropay und können zum Beispiel Bestellungen direkt bearbeiten.

So funktioniert giropay

giropay ist im deutschen Raum eine der bekanntesten und beliebtesten Bezahlmethoden im Internet. Einer der Gründe hierfür ist die simple Funktionsweise. Um giropay nutzen zu können, müssen Kund:innen kein eigenes Konto beim Zahlungsdienst registrieren. Stattdessen erfolgt die Bezahlung mit den eigenen Angaben aus dem Online-Banking.

Wer etwa in einem Online-Shop mit giropay zahlen möchte, wählt die Zahlungsoption zunächst als gewünschte Zahlungsmethode aus. Anschließend wird die Bank oder Sparkasse festgelegt, bei der das eigene Girokonto zu finden ist. Nutzer:innen müssen sich jetzt nur regulär mit ihren Online-Banking-Zugangsdaten einloggen. Im letzten Schritt erhalten die Nutzer:innen eine TAN ihrer Bank, mit der die vorausgefüllte giropay-Überweisung freigegeben werden kann. Handelt es sich um Kleinstbeträge, kann auf die TAN verzichtet werden.

Durch die Kooperation mit paydirekt wurde die Funktionsweise von giropay noch ein wenig erweitert. Nutzer:innen können im Online-Banking jetzt auch einen giropay-Zugang freischalten. Die Bezahlung wird so noch ein wenig einfacher und künftig mit Hilfe von Benutzername und Passwort abgewickelt. Zudem sind Einkäufe in diesem Fall zusätzlich durch den paydirekt-Käuferschutz geschützt. Mit der Funktion giropay Geld-Senden können Nutzer:innen zudem Geld an Freunde oder Bekannte senden.

giropay: Kosten und Gebühren

giropay ist auch deshalb so beliebt, weil für Privatkunden keine Gebühren beim Zahlungsdienst entstehen. Der Versand von Geldern an Freunde oder auch das Bezahlen in Online-Shops ist mit giropay gebührenfrei möglich. Der Dienst finanziert sich vornehmlich durch die Gebühren für die Händler, die das Bezahlverfahren anbieten wollen. Diese zahlen variable Gebühren, die vorher individuell mit dem Vertriebspartner von giropay abgestimmt werden.

Auch wenn giropay keine Gebühren von Privatpersonen verlangt, kann das eigene Geldinstitut diese im Rahmen der Kontoführungsgebühren möglicherweise erheben. Kund:innen sollten sich deshalb bestenfalls schnell im Preis- und Leistungsverzeichnis ihres Girokontos umsehen, ob für derartige Dienste Gebühren erhoben werden.

Voraussetzungen für die Nutzung und Anmeldung bei giropay

Einfach abwickeln lassen sich bei giropay nicht nur die Zahlungen. Auch die Anmeldung beim Zahlungsdienst ist simpel, denn es muss keine Registrierung im herkömmlichen Sinne durchlaufen werden. giropay kooperiert mit einer Vielzahl von deutschen Banken. Die Verfügbarkeit können Nutzer:innen auf der Webseite des Zahlungsdienstes einfach überprüfen. Besteht eine Kooperation, kannst du giropay mit den Zugangsdaten deines Online-Bankings verwenden. Existiert keine Kooperation zwischen deiner Bank und giropay, musst du auf ein anderes Bezahlverfahren zurückgreifen.

Im Wesentlichen gibt es für die Nutzung von giropay damit nur zwei Voraussetzungen. Die Volljährigkeit, da ohne diese kein eigenes Girokonto bei einer Bank geführt werden könnte. Und ein Girokonto bei einer Partnerbank von giropay.

giropay einrichten

Eine Einrichtung im klassischen Sinne entfällt bei giropay. Du musst dich also nicht beim Zahlungsdienst registrieren und dementsprechend auch kein Konto beim Anbieter einrichten. Möchten Nutzer:innen mit giropay bezahlen, erfolgt die Abwicklung einzig und allein durch die Eingabe der Online-Banking-Zugangsdaten und der dazugehörigen TAN.

Besonderheiten von giropay

giropay bringt einige Besonderheiten mit sich. Hierzu gehört zum einen bereits die Tatsache, dass keine Kontoeröffnung für die Nutzung des Zahlungsdienstes erforderlich ist. Zum anderen stehen mit dem Zahlungsdienst neben der reinen Abwicklung von Zahlungen weitere Türen offen. Nutzer:innen können mit giropay auch Geld an Freunde oder Bekannte verschicken, ihre Volljährigkeit in einem Online-Shop nachweisen oder ihre Kontoverbindung online bestätigen.

Geld an Freunde senden

Eine der interessantesten Besonderheiten von giropay ist die Möglichkeit, Geld an Freunde zu senden oder dieses von Freunden anzufordern. Bei der Funktion giropay Geld-Senden handelt es sich um eine Funktion in der Banking-App der jeweiligen Bank oder Sparkasse. Freigeschaltet werden kann diese mit wenigen Schritten. Im Anschluss an die Freischaltung können Nutzer:innen mit dem Smartphone Geld an ihre Freunde senden. Hierfür ist lediglich die Handynummer erforderlich, zusätzlich können auch Nachrichten verschickt werden. Kosten entstehen beim Versand der Gelder an Freunde nicht.

Beim Versand von Geldern an die Freunde erfolgt die Gutschrift auf deren Girokonto in der Regel umgehend. Je nach beteiligten Banken kann es aber zu Unterschieden und somit auch leichten Verzögerungen bei der Gutschrift kommen.

Volljährigkeit nachweisen

Mit Hilfe von giropay-ID können giropay-Nutzer:innen auch ihre Volljährigkeit bei einem Online-Shop nachweisen. Dies kann zum Beispiel erforderlich sein, um überhaupt Waren im Shop bestellen zu können. Der Prozess ist identisch zur Abwicklung einer Zahlung. Du meldest dich mit deinen Online-Banking-Zugangsdaten an und kannst deine Volljährigkeit anschließend mittels einer TAN bestätigen. Der Händler erhält sofort eine Bestätigung darüber, dass du volljährig bist.

Kontoverbindung online bestätigen

Neben dem Nachweis der Volljährigkeit kann giropay auch den Nachweis einer Kontoverbindung erbringen. Auf diesem Wege können sich Nutzer:innen die üblichen Bestätigungs-Überweisungen sparen. Bei diesen überweist der jeweilige Händler in der Regel einen Cent in Verbindung mit einem Code, der für die Bestätigung der Kontoverbindung beim Händler eingegeben werden muss. Mit giropay-ID entfällt dieser Schritt und die Kontoverbindung kann einfach per TAN bestätigt werden.

In Kombination mit paydirekt können giropay-Nutzer:innen noch von einer weiteren Besonderheit profitieren: Dem paydirekt-Käuferschutz. Dieser steht allerdings nur dann zur Verfügung, wenn paydirekt als Zahlungsmethode aktiviert wird. giropay selbst bietet für seine Zahlungen keinen Käuferschutz an.

Vor- und Nachteile von giropay im Überblick

  • Sofortige Bearbeitung der Zahlungen
  • Keine Registrierung beim Zahlungsdienst erforderlich
  • Große Akzeptanz bei Online Shops und Banken
  • Kostenloser Geldversand an Freunde möglich
  • Vollständige Angabe aller Kontodaten und der TAN notwendig

Mit der Nutzung von giropay gehen einige Vorteile einher. Sicherlich das beste Argument für den Zahlungsdienst ist die Tatsache, dass die Zahlungen sofort bearbeitet werden können. Gerade bei Bestellungen in Online-Shops wirkt sich dies in der Regel positiv auf die Lieferzeiten aus, da die Bestellungen sofort vom Shop bearbeitet werden können. Ein weiterer Vorteil ist die Tatsache, dass keine Registrierung für die Nutzung von giropay notwendig ist. Die Zahlungsabwicklung erfolgt bequem durch die Eingabe der Zugangsdaten für das eigene Online-Banking.

Nutzen kannst du giropay in zahlreichen Online Shops. Darüber hinaus kooperiert der Bezahldienst mit dem Großteil aller deutschen Banken. Möglich ist seit geraumer Zeit zudem der kostenlose Geldversand an Freunde. Ein nicht ganz unwesentlicher Nachteil ist die Weitergabe von allen kontospezifischen Daten. Neben deiner Kontonummer und Bankleitzahl musst du hier auch dein Passwort für das Online-Banking hinterlegen und zudem mit einer TAN die Zahlung bestätigen. Gegenüber anderen Zahlungsmethoden ist dies mit Blick auf den Datenschutz ein spürbarer Nachteil.

Das Unternehmen hinter giropay

Die giropay GmbH wurde bereits im Jahre 2005 von Teilen der deutschen Kreditwirtschaft ins Leben gerufen. Auch wenn nicht offiziell ausgesprochen: Vor allem, um dem internationalen Anbieter PayPal Konkurrenz machen zu können. Im Jahre 2020 wurde die giropay GmbH von der Paydirekt GmbH übernommen. Seit 2021 verschmelzen die Angebote beider Unternehmen nach und nach miteinander und werden seit dem unter der Dachmarke von giropay angeboten. Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich in der deutschen Banken-Metropole Frankfurt. Als CEOs des Unternehmens sind Christian von Hammel-Bonten in der Rolle des Vorsitzenden und Dr. Helmut Wißmann aktiv.

Gründungsjahr:2005 (2021 Fusion mit Paydirekt)
Firmenname:Paydirekt GmbH
Firmensitz:Frankfurt am Main
Gründer:Teile der deutschen Kreditwirtschaft
CEOs:Christian von Hammel-Bonten, Dr. Helmut Wißmann
Kundensupport:FAQ-Sektion, Hotline, Kontaktformular
Verfügbarkeit:Deutschland
Umsatz:k.A. (0,47 Mio € in 2017)
Mitarbeiter:k.A. (1 in 2017)

Alternativen zu giropay

Wer seine Bezahlungen online abwickeln möchte, findet neben giropay natürlich einige Alternativen auf dem Markt. Einige der bekanntesten und besten Alternativen zu giropay stellen wir hier einmal kurz vor.

PayPal

Der wohl prominenteste Konkurrent von giropay ist der US-Zahlungsanbieter PayPal. PayPal besitzt eine eigene Banken-Lizenz und wird als Zahlungsdienst weltweit akzeptiert. Nutzer:innen können ihr PayPal-Konto kostenlos einrichten und Zahlungen gebührenfrei bezahlen. Lediglich im Falle von Wechselkursen können mögliche Wechselkursgebühren erhoben werden. Auch PayPal bietet neben der Abwicklung der klassischen Zahlungen viele Besonderheiten wie den Käuferschutz, das kontaktlose Bezahlen, den Geldversand an Freunde und Bekannte oder den Kauf auf Rechnung.

Klarna

Hinter Klarna steht ein schwedischer Zahlungsanbieter, der wie giropay im Jahre 2005 gegründet wurde. Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich in der Stadt Stockholm. In Deutschland ist der Zahlungsdienst bestens bekannt, was auch mit der Übernahme vom Bezahldienst „Sofortüberweisung“ im Jahre 2013 zu tun hat. Die Funktionsweise ist identisch zu giropay. Eine Kontoeröffnung bei Klarna ist nicht erforderlich. Abgewickelt werden die Zahlungen mit Hilfe der eigenen Online-Banking-Zugangsdaten und einer TAN.

Paysafecard

Ganz anders als PayPal oder Klarna funktioniert das Bezahlen mit der Paysafecard. Die Paysafecard ist als Wertkarte im stationären Handel erhältlich und kann zum Beispiel an Tankstellen oder in Supermärkten erworben werden. Bedruckt ist die Wertkarte mit einer 16-stelligen PIN, welche für die Abwicklung der Zahlung verwendet wird. Lange Zeit lag der große Vorteil von Paysafecard in der vollkommen Anonymität, da neben der PIN keine weiteren Angaben erforderlich waren. Mittlerweile ist die Nutzung der Karte an ein Konto bei MyPaysafecard gekoppelt, welches jedoch gebührenfrei eröffnet werden kann. Der Vorteil: Auszahlungen aus Online-Diensten sind mit diesem Konto ebenfalls möglich.

Fazit: Hohe Akzeptanz und schnelle Bearbeitung

giropay ist nicht ohne Grund eine der beliebtesten Online-Zahlungsmethoden in Deutschland. Ein wesentlicher Vorteil gegenüber anderen Zahlungsmethoden ist die Tatsache, dass keine Registrierung eines eigenen Kontos erforderlich ist. Mit den eigenen Online-Banking-Zugangsdaten wird der Service komplett bedient. Darüber hinaus fallen keine Kosten durch die Benutzung auf Seiten des Zahlungsanbieters an. Der einzige Nachteil von giropay liegt in der Weitergabe von einigen privaten Informationen. Nutzer:innen sollten deshalb darauf achten, dass neben den intensiven Schutzmaßnahmen von giropay auch Schutzmaßnahmen vom jeweiligen Shop angeboten werden.

giropay FAQs

Muss ich mich für das neue giropay auch freischalten, wenn ich bereits einen paydirekt- oder Kwitt-Zugang habe?

Eine Registrierung für giropay ist nicht erforderlich. Das gilt auch dann, wenn bereits ein Paydirekt- oder Kwitt-Zugang vorhanden ist. In vielen Online-Shops haben Nutzer:innen die Wahl, ob die Zahlung mittels Paydirekt oder giropay abgewickelt werden soll.

Warum heißt giropay Geld-Senden in der Sparkassen-App „giropay | Kwitt“?

Das Geld-Senden von giropay ist eine spezielle Funktion, die in jeder Banking App der Banken und Sparkassen genutzt werden kann. Die beteiligten Banken legen für die Funktion eigene Bezeichnungen fest. Im Falle der Sparkasse ist die Rede von „giropay | Kwitt“. Dies dient vor allem dazu, damit sich Nutzer:innen in der Übergangsphase der Fusion weiterhin orientieren können.

Ich möchte giropay Geld-Senden (vormals Kwitt) nur mit Personen nutzen, die ich auch kenne. Was muss ich tun?

Der Geldversand mit giropay Geld-Senden an bekannte Personen ist simpel. In der eigenen Banking App können Nutzer:innen die Funktion giropay Geld-Senden aktivieren. Anschließend ist der Versand des Geldes an die Handynummer der Freunde und Bekannten möglich. Gutgeschrieben wird der versendete Betrag in der Regel umgehend auf dem Girokonto der Empfänger:innen.

Was passiert mit paydirekt, Kwitt und dem bisherigen giropay?

Die Funktionen und Leistungen von paydirekt, Kwitt und giropay werden weiterhin angeboten und bleiben erhalten. Zusammengefasst werden diese künftig unter der Dachmarke giropay.

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Feda Mecan

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Ich investiere seit mehreren Jahren in internationale Start-ups und habe 2015 OnlineBanken.com gegründet, um ein transparentes und unabhängiges Finanzportal in Deutschland zu etablieren.