Jim Rogers Effekt

Feda Mecan
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Geschäftsführer und Investment-Experte Letzte Überarbeitung am 5. Juli 2022
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Dieser Artikel dreht sich rund um den Jim Rogers Effekt. Zuerst werden wir dir erklären, was es überhaupt mit diesem Begriff auf sich hat. Außerdem zeigen wir dir Fehleinschätzungen von Jim Rogers auf, die eine besonders große Bekanntheit genießen. Anschließend werden wir genauer auf bekannte Crash-Propheten und deren Aussagen eingehen. Gegen Ende des Artikels erläutern wir noch die Gründe dafür, warum die meisten Prognosen, die den Finanzmarkt betreffen, niemals eintreffen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Jim Rogers ist ein bekannter Börsenprofi, der die Krise im Jahr 2008 erfolgreich vorhergesagt hat. Denn er hat mit seiner Warnung vor der extremen Schuldenlast privater Haushalte in den USA Recht behalten.
  • Viele der Crash-Prognosen von Jim Rogers sind allerdings nicht eingetreten. So hat er beispielsweise im Jahr 2011 eine Krise vorhergesagt, die schlimmer ausfallen würde als der Finanzcrash im Jahr 2008, was nicht eingetreten ist.
  • Die meisten Crash-Prognosen treten niemals ein. Denn der Finanzmarkt ist unglaublich komplex und daher ist es unmöglich genau vorherzusehen, wann ein Crash eintreten wird.
  • Anleger:innen, die auf Crash-Propheten hören, sind nur selten im Markt investiert und profitieren daher nicht von den Kursanstiegen in dieser Zeit.

Was ist der Jim Rogers Effekt?

Anleger:innen aus Deutschland wird der Name Jim Rogers wohl in den meisten Fällen nichts sagen. Dabei ist der Börsenprofi in den USA sehr bekannt. Bereits im Jahr 1970 hat Jim Rogers mit George Soros zusammen den Quantum-Fonds gegründet. Zwar hat Jim Rogers im Jahre 2008 mit seiner Warnung vor der extremen Schuldenlast, die private Haushalte in den USA angehäuft hatten, Recht behalten. Allerdings folgten danach etliche weitere Warnungen vor Börsencrashs, die nicht eingetreten sind.

Anleger:innen, die es vermieden haben, ihr Kapital am Aktienmarkt zu investieren, aufgrund der Crash-Prognosen von Jim Rogers, haben dementsprechend einiges an Kursgewinnen verpasst. Dies zeigt, dass nur oft genug Prognosen abgegeben werden müssen. Stellen sich diese als falsch heraus, wird es schnell wieder vergessen. Hat man aber einmal Recht, wie Jim Rogers im Jahr 2008, gilt man als Börsenguru und bekommt entsprechendes Gehör. Auch wenn die zukünftigen Prognosen dann meist doch nicht eintreten.

Was bedeutet Aufmerksamkeits-Effekt?

Nachdem er 1980 das Management des Fonds aufgegeben hatte, schrieb Jim Rogers einige Bücher, in denen es um den Finanzmarkt und Investments ging. Dabei zeichnet sich das, was Jim Rogers an Ratschlägen gibt, oftmals dadurch aus, dass es das Gegenteil davon ist, zu dem die meisten anderen raten. Während also die meisten Ratschläge an Anleger:innen dahin gehen, dass ausreichend diversifiziert werden sollte, rät Jim Rogers dazu, dass man sich auf möglichst wenige Werte konzentrieren solle. Zumindest dann, wenn man schnell viel Geld verdienen möchte, da dies über Diversifikation nicht möglich sei.

Anleger:innen, die eine deutlich höhere Rendite als der Durchschnitt einfahren möchten, sollten ihre Aufmerksamkeit daher auf einzelne Werte richten und nicht in breit gestreute ETFs investieren. Dies kann zwar funktionieren, hat aber den Nachteil, dass das Verlustrisiko entsprechend höher ausfällt.

Bekannte Fehleinschätzungen von Jim Rogers

Im Jahr 2020 hat Jim Rogers vorhergesagt, dass im folgenden Jahr der schlimmste Bärenmarkt überhaupt eintreten wird. Trotzdem haben sich sowohl der Dow Jones als auch der MSCI World in den folgenden 12 Monaten mit einer Steigerung von jeweils fast 60% sehr gut entwickelt. Im Jahr 2011 hat er eine Krise vorhergesagt, die schlimmer als 2008 ausfallen sollte. 12 Monate später waren sowohl der MSCI World als auch der Dow Jones um über 8% gestiegen. Einen Börsencrash von biblischen Ausmaßen hat er im Jahr 2016 prognostiziert. Ein Jahr später lag der Kurs des Dow Jones um ca. 18% höher, der MSCI World war um etwa 15% angestiegen.

Es gibt einige Fehleinschätzungen von Jim Rogers und Anleger:innen, die seinen Empfehlungen gemäß verkauft haben, konnten von den folgenden Kursanstiegen nicht profitieren.

Bekannte Crash-Propheten und ihre falschen Vorhersagen

Neben Jim Rogers gibt es aber noch weitere Crash-Propheten, die für falsche Vorhersagen verantwortlich sind. Ein sehr bekannter Crash-Prophet ist Marc Faber. Im Jahr 2013 sagte er, er könne einen Crash riechen. Allerdings hat sich der Markt seit 2013 insgesamt sehr positiv entwickelt. Ein in Deutschland bei Anleger:innen besonders bekanntes Gesicht ist das von Dirk Müller, der oft in Talkshows vertreten ist. Im Jahr 2011 prognostizierte er einen großen Crash in den kommenden 3 Jahren, welcher sich allerdings nicht einstellte.

Der Wirtschaftsjournalist Wolfgang Münchau schrieb ebenfalls im Jahr 2011 in der Financial Times, dass der Eurozone maximal noch 10 Tage bleiben würden. Wie wir heute wissen, existiert die Eurozone auch über 10 Jahre später immer noch. Der bekannte Ökonom Markus Krall gab für 2020 eine Prognose ab, in welcher es eine große Bankenkrise geben sollte. Auch diese Vorhersage ist nicht eingetroffen.

Prognosen am Finanzmarkt häufig falsch

Wie du bereits durch den vorherigen Abschnitt wahrscheinlich erkannt hast, irren sich auch kluge Köpfe, die in der Wirtschaftswelt angesehen sind, häufig was den Eintritt von einem Crash anbelangt. Prognosen, die den Finanzmarkt betreffen, sind häufig falsch. Dementsprechend sollten Anleger:innen keinen allzu großen Wert auf diese Vorhersagen legen und sich stattdessen auf die eigene Anlagestrategie fokussieren.

Unabhängig von der gewählten Anlagestrategie benötigen Anleger:innen ein Depot, um an der Entwicklung des Aktienmarktes zu partizipieren. Lies dir hierfür unseren umfangreichen Depot-Vergleich durch. Dieser wird dich bei der Entscheidungsfindung unterstützen, sodass du garantiert den richtigen Broker findest.

Für Anleger:innen mit einem sehr langfristigen Anlagehorizont spielt es auch keine allzu große Rolle, wann der Crash eintritt. Denn dann wird das bereits investierte Kapital einfach gehalten und je nach Möglichkeit zu den sehr günstigen Kursen nachgekauft.

Fazit

Selbst sehr bekannte Börsengurus, die in der Vergangenheit bereits den einen oder anderen Börsencrash vorhergesehen haben, können und werden sich in einigen Fällen bezüglich ihrer Prognosen irren. Anleger:innen, die auf solche Crash-Propheten hören, werden wohl die meiste Zeit über nicht im Markt investiert sein und dadurch sehr viel Rendite liegen lassen. Denn Studien haben gezeigt, dass wenige Börsentage sehr großen Anteil an der letztendlich erzielten Rendite haben. Ist man an diesen Tagen nicht investiert, fällt die Rendite viel geringer aus. Daher sollten Anleger:innen lieber langfristig investieren.

FAQ: Jim Rogers Effekt

Was ist der Jim Rogers Effekt?

Der Jim Rogers Effekt zeigt auf, dass sich Börsengurus, die einmal einen Crash erfolgreich vorhergesagt haben, trotzdem oft irren können, sodass Anleger:innen, die auf diese Prognosen hören, hohe Kursgewinne liegen lassen.

Warum sind fast alle Prognosen am Finanzmarkt falsch?

Der Finanzmarkt ist ein unfassbar komplexer Markt. Es ist quasi unmöglich vorherzusagen, wann genau ein Crash eintreten wird.

Welche Fehleinschätzungen gibt es von Crash-Propheten?

Dirk Müller hat im Jahr 2011 einen Crash in den folgenden 3 Jahren prognostiziert. Der Wirtschaftsjournalist Wolfgang Münchau hat im gleichen Jahr einen Zusammenbruch der Eurozone vorhergesagt. Der Markt hat sich trotzdem positiv entwickelt und auch die Eurozone besteht noch.

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Feda Mecan

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Ich investiere seit mehreren Jahren in internationale Start-ups und habe 2015 OnlineBanken.com gegründet, um ein transparentes und unabhängiges Finanzportal in Deutschland zu etablieren.