Bärenmarkt

thomasbaer
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Letzte Überarbeitung am 28. November 2022
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Der letzte Bärenmarkt infolge der Corona-Krise 2020 ist nicht lange her. Die Auswirkungen sind noch nicht komplett überwunden, da wird für 2023 ein starkes Absinken der Wirtschaftsleistung prognostiziert. Ursachen sind unter anderem teure Energierohstoffe und Lieferkettenstörungen. Unser Ratgeber möchte dir Möglichkeiten zur Vorbereitung auf einen Bärenmarkt inklusive einer Depotabsicherung und zum Investieren in Zeiten bärischer Aktienmärkte aufzeigen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Bärenmarkt tritt auf, wenn Aktienmärkte um mehr als 20 Prozent fallen. Weitere Faktoren sind eine negative Anlegerstimmung und ungünstige Wirtschaftsprognosen.
  • Der Verlauf von Bärenmärkten kann zyklischer oder längerfristiger Natur sein. Während ein zyklischer Bärenmarkt mehrere Wochen oder einige Monate dauert, kann sich eine Baisse auch über mehrere Jahre oder sogar Jahrzehnte hinziehen.
  • Beendet werden Bärenmärkte, wenn die Bullen die Oberhand gewinnen. Das meint, dass Anleger:innen günstiger gewordene Aktien in größerem Umfang zu kaufen beginnen.
  • Leerverkäufe, Short-ETFs und Put-Optionen gehören zu den Möglichkeiten, um in Zeiten fallender Aktienkurse Geld verdienen zu können.

Was ist der Bärenmarkt?

Eine allgemein übliche Definition für den Bärenmarkt bei Wertpapieranlagen geht davon aus, dass Aktienkurse für längere Zeit um mehr als 20 Prozent gegenüber dem Höchstkurs fallen. Fallende Kurse in 2 aufeinanderfolgenden Monaten haben sich als ein Kennzeichen durchgesetzt.

Die großen Indizes wie der S&P 500, Nasdaq oder Euro Stoxx 50 gelten als Maßstab. Es handelt sich um preisbasierte Indizes, die Kurswerte abbilden. Anders sieht es bei Performance-Indizes aus, bei denen Dividenden und das Reinvestieren von Ausschüttungen mit einfließen.

Eine andere gebräuchliche Definition meint, dass ein Bärenmarkt entsteht, wenn die Anlegerstimmung am Markt über einen bestimmten Zeitraum negativ ist, Anleger:innen in sichere Wertpapiere (Anleihen) umschichten und möglichst Risiken vermeiden.

Während des Bärenmarktes, der Monate oder Jahre dauern kann, werden sichere Anlagen gegenüber spekulativen Instrumenten bevorzugt. Damit soll das Risiko spekulativer Aktieninvestments mit seinen kurzfristig stärker auftretenden Schwankungen verhindert werden.

Im Bärenmarkt bewegen sich die großen Indizes im roten Bereich, wobei deren Kursbahnen nicht alle gleichmäßig verlaufen. Euro Stoxx 50, der Aktienindex der Eurozone, verzeichnete Anfang März 2022 einen Kursabschlag von teilweise über 20 Prozent. Erst im Mai 2022 erreichten der Nasdaq Composite und der Nasdaq 100 den Bärenmarkt. Der S&P 500 und der MSCI World gerieten im Juni 2022 unter die 20-Prozent-Verlustmarke.

Phasen eines Bärenmarktes

Bärenmärkte lassen sich in 4 verschiedene Phasen unterteilen:

  • 1. Phase: Den Markt kennzeichnen hohe Preise und eine positive Anlegerstimmung. Mit Einsetzen eines Stimmungsumschwungs beginnen Anleger:innen Gewinne mitzunehmen und von neuen Investitionen abzusehen.
  • 2. Phase: Sie ist gekennzeichnet durch stark fallende Aktienkurse, verminderte Handelsaktivität und sinkende Unternehmensgewinne. Vormals positive Wirtschaftsindikatoren weichen negativen Zukunftsaussichten. Ein Teil der Anleger:innen gerät in Panik, daher wird diese Phase als Kapitulation bezeichnet.
  • 3. Phase: Durch den Markteintritt von Spekulant:innen steigen Preise und das Handelsvolumen nimmt zu.
  • 4. Phase: Aktienkurse fallen leicht weiter. Preise auf Tiefststand und gute Nachrichten ermuntern Anleger:innen zum Investieren. In der Folge führt dies Bärenmärkte zu Bullenmärkten.

Die Geschichte des Bärenmarktes

Bärenmärkte sind normale Erscheinungen. Sie kommen im Durchschnitt bezogen auf S&P-500-Bärenmärkte seit 1871 alle 7 Jahre vor. Das letzte Dutzend Bärenmärkte dauerte durchschnittlich 15 Monate. Der Kursverlust bei Aktien lag bei durchschnittlich 40 Prozent.

Wann traten Bärenmärkte in der Vergangenheit auf?

Bezogen auf den S&P 500 und auf das Jahr 1872 ist der aktuelle Bärenmarkt die Nummer 20. Hier eine Liste der Top 12:

  • 1929: Schwarzer Donnerstag
  • 1938: Weltwirtschaftskrise
  • 1942: Zweiter Weltkrieg
  • 1947: Kalter Krieg
  • 1968: Vietnamkrieg
  • 1974: erste Ölkrise
  • 1980: zweite Ölkrise
  • 1987: Schwarzer Montag
  • 2000: Platzen der Dotcom-Blase
  • 2007: Finanzkrise
  • 2020: Corona-Crash
  • 2022: Lieferkettenprobleme & Russlands Krieg gegen die Ukraine

Deswegen heißt es „Bärenmarkt“

Für den Einsatz des Begriffs Bärenmarkt in der Börsensprache gibt es verschiedene Erklärungen. Wenn ein Bär zuschlägt, führt er seine Pranke grundsätzlich von oben nach unten. Dem Bären wird im Gegensatz zum kraftstrotzenden Bullen zudem eine eher pessimistische Einstellung zugesprochen. Das ist der Verweis auf fallende Kurse.

Für Finanzfachleute und Anleger:innen sind Märkte „bärisch“ (engl.: bearish), wenn Börsenkurse über längere Zeit fallen. Wie der Bär entwickeln Anleger:innen im Bärenmarkt eine pessimistische Stimmung. Sie erwarten sinkende Kurse und vermeiden daher neue Investitionen. Dabei besteht die Gefahr, in die Bärenfalle zu tappen. Ein häufiges Szenario im beginnenden Bärenmarkt ist eine Bärenmarktrallye. Hierbei handelt es sich um einen vorübergehenden Anstieg der Kurse vor neuen Tiefstständen.

Hinweis

Wer an den Börsen erfolgreich sein will, braucht Geduld. Mit zu viel Hin und Her könnte man in die Bärenfalle geraten. Haben Anleger:innen ihre Aktien voreilig und in Panik verkauft, um Verluste zu begrenzen, können sie viel Geld verlieren, wenn die Kurse kurze Zeit später wieder steigen. Mehr Geduld hätte sich dann durch geringere Verluste oder gar Gewinne ausgezahlt.

Bärenmarkt erkennen – mögliche Anzeichen

Die Prognose des Zeitpunkts zum Eintritt in den Bärenmarkt ist nahezu unmöglich. Am Markt sind viele Börsengurus unterwegs, die bereits Jahre vor einem Börsencrash davor warnen. Irgendwann gibt der Markt ihnen recht, denn der nächste Bärenmarkt kommt mit Sicherheit und durchschnittlich alle 7 Jahre.

Dennoch gibt es Anzeichen, die Anleger:innen zu einem Überdenken ihres Risikomanagements anhalten könnten:

Bärenmärkte sehen bei späterer Betrachtung immer offensichtlich aus. Der Nutzen aus diesem Wissen hält sich natürlich in Grenzen. Es gibt keine Möglichkeit, festzustellen und mit Sicherheit zu sagen: Jetzt haben die Aktienkurse ihren Höchststand erreicht, sodass sie in einen Bärenmarkt eintreten. Die Vorhersage, ob ein Bärenmarkt einer weniger starken Korrektur folgen wird, ist unmöglich.

  • Eine Faustregel lautet: Zinssätze beobachten. Zentralbanken reagieren häufig mit Zinssenkungen auf eine schwächer werdende Wirtschaftsleistung. Für Anleger:innen wird dies sichtbar durch geringere Zinsen für lang laufende festverzinsliche Wertpapiere.
  • Anzeichen für eine Baisse lassen sich aus der negativen Entwicklung von Konjunkturindikatoren ableiten. Bekannt ist hierzulande der ifo-Geschäftsklimaindex. In den USA gibt es den Purchasing Managers Index (PMI). Deutlich sinkende Indizes deuten auf eine Verschlechterung der konjunkturellen Lage großer Unternehmen hin.
Tipp

Wenn Manager:innen und Vorstände die eigenen Aktien nicht mehr kaufen, ist das ein Zeichen dafür, dass sie mit einem Abschwung bzw. einer ungünstigen Unternehmensentwicklung rechnen.

Unterschiede zum Bullenmarkt

Mit Bärenmarkt und Bullenmarkt werden allgemeine Entwicklungen der Börsenkurse bzw. 2 gegenläufige Marktphasen an der Börse beschrieben.

Bärenmarkt
(englisch: Bull Market, französisch: Baisse)
Bullenmarkt
(englisch: Bear Market, französisch: Hausse)
Fallende Aktienkurse innerhalb von 2 Monaten um mindestens 20 %Steigende Aktienkurse innerhalb weniger Monate um mindestens 20 %
Das Vertrauen der Marktteilnehmer:innen nimmt abDas Vertrauen am Markt nimmt zu
Anleger:innen erwarten einen Abwärtstrend (pessimistische Marktstimmung)Anleger:innen erwarten einen Aufwärtstrend (optimistische Marktstimmung)
Anleger:innen warten mit dem Investieren selbst bei allgemeinen Positivschlagzeilen und positiveren UnternehmensnachrichtenAnleger:innen neigen zu Optimismus, in dessen Folge bescheidene gute Nachrichten zu immer höheren Aktienkursen führen

Unterschiede zwischen Bärenmarkt und Börsencrash

In turbulenten Börsenzeiten kann man in den Medien Schlagzeilen wie „Der Börsencrash macht vor Superreichen nicht halt“ oder „Es droht kein Bärenmarkt“ lesen. Es fallen ständig Begriffe wie Konsolidierung, Korrektur, Börsencrash oder Bärenmarkt.

Ein Börsencrash tritt dann auf, wenn ein langjähriger Trend dauerhaft umkehrt. Der Zusammenbruch der Börsen im Zuge der Finanzkrise 2007 war ein klassischer Börsencrash. Einer enger gefassten Definition zufolge handelt es sich um einen Crash, wenn Aktienmärkte an einem Börsentag um 20 oder mehr Prozent fallen. Häufig ist der Kurssturz die Folge negativer Wirtschaftsnachrichten, die bei Anleger:innen panikartige Verkäufe auslösen. Ein Beispiel dafür ist die amerikanische Börse im Oktober 1987, als der Dow Jones am sogenannten Schwarzen Montag um 22,6 Prozent abstürzte.

Hinweis

Ein Börsencrash beschreibt einen rasanten Kursverfall über die Mehrzahl der Wertpapiere hinweg. Die Folge kann ein Bärenmarkt sein. Für einen Bärenmarkt müsste die Börse in 2 aufeinanderfolgenden Monaten mindestens 15 Prozent an Wert verlieren. Allgemeine Kennzahlen, die auf einen Bärenmarkt oder einen Börsencrash anwendbar sind, gibt es nicht. Allein mit dem Bezug auf den Kursverlust und den jeweiligen Zeitraum werden diese Begriffe definiert.

Wie lange dauert ein Bärenmarkt?

Bärenmärkte sind in der Regel von nicht allzu langer Dauer. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass auf einen Bärenmarkt meist rasante und starke Aufwärtsbewegungen gefolgt sind. Grundsätzlich halten Bärenmärkte nicht so lange wie Bullenmärkte an. Im Durchschnitt endete eine Baisse im S&P 500 ab 1945 nach 15 Monaten. Zuvor lief der Index rund 40 Monate im Bärenmarkt. In der jüngeren Vergangenheit waren die Phasen deutlich kürzer. Die kürzesten bärischen Phasen betrugen im Herbst 1987 und nach dem Corona-Crash 2020 nur wenige Wochen.

Der S&P 500 gilt als Barometer für Auf- und Abschwünge an der Börse. Anhand eines Charts des Finanzportals MarketScreener kannst du erkennen, dass innerhalb der vergangenen 30 Jahre jedem Bärenmarkt ein relativ zügiger Aufschwung folgte.

Hinweis

Wie lang ein nächster Bärenmarkt dauern wird, kann mangels der viel zitierten „Glaskugel“ niemand genau bestimmen. Als längster Bärenmarkt in den USA gilt die Marktphase zwischen 1937 und April 1942 mit einer Dauer von 61 Monaten. Sie war die Folge einer schweren US-Wirtschaftskrise, die ihren Ursprung in der Großen Depression hatte.

Auf den Bärenmarkt vorbereiten

Anleger:innen sollten auch im Bärenmarkt an der gewählten Strategie festhalten. Der Versuch, den Zeitpunkt einer Trendwende vorherzusagen, gelingt in der Regel nie. Es ist wenig sinnvoll, hektisch Aktien zu kaufen oder zu verkaufen. Bist du aufgrund einer erarbeiteten Anlagestrategie im Markt investiert, heißt es daran festzuhalten.

Eine gute Anlagestrategie enthält die Aufteilung der Investitionen auf verschiedene Anlageinstrumente und bestimmt so die Höhe der Aktienquote. Nach einer längeren Hausse könnte es zum Überschreiten der Quote gekommen sein, was ein Umschichten nach sich ziehen müsste.

Durch die Umschichtung bist du gut gegen fehlerhafte Marktprognosen abgesichert. Längst nicht immer kommt es tatsächlich zum Bärenmarkt, obwohl eine Reihe von Börsenexpert:innen diesen aufgrund bestimmter Frühindikatoren vorhergesagt hat.

  • Du solltest Aktien gestaffelt über mehrere Jahre verteilt kaufen. Damit profitierst du von Durchschnittspreisen bzw. dem sogenannten Cost-Average-Effekt.
  • Für ein breit gestreutes Portfolio lohnt es sich, in Aktien, festverzinsliche Wertpapiere und Immobilien zu investieren. Die durchschnittliche Rendite beträgt seit 1970 durchschnittlich 6 Prozent pro Jahr.
Tipp

Risikovollere Anleger:innen sollten breiter aufgestellte Performance-Indizes bevorzugen. So vermeiden sie ein zu starkes Investieren in bestimmte Trend-Aktien oder -Branchen. Außerdem wirken sich Dividendenausschüttungen positiv aus.

Wie verhalte ich mich in einem Bärenmarkt?

Alle Anleger:innnen werden irgendwann ihren ersten Bärenmarkt erleben. Das kann durchaus nervenaufreibend und psychisch anstrengend sein. Selbst unter Börsenprofis bricht bei einem unerwartet starken Abverkauf mitunter Panik aus. Meist handelt es sich hierbei um kurzfristige Spekulant:innen, die mit ihren Call-Wetten auf dem falschen Fuß erwischt wurden. Viele Händler:innen sichern ihre Positionen mit Stop-Limits ab. Computerprogramme sorgen dafür, dass Verkäufe bei Erreichen der Stops sofort ausgeführt werden, was eine regelrechte Abwärtsspirale auslöst.

Als mittel- bis langfristig orientierte:r Investor:in wirst du zunächst einmal nur Buchverluste schreiben, die im nächsten Bullenmarkt zu Buchgewinnen werden. Fallende Kurse bieten dir als Investor:in oder Spekulant:in zusätzliche Profitmöglichkeiten.

Zeitweilige Verluste beim Börsengeschäft als normal hinnehmen

Du solltest zeitweilige Verluste als normales Börsengeschäft hinnehmen. Wenn die Börsen crashen, bleiben selbst solide Blue Chips wie Nestlé, Mercedes-Benz oder SAP nicht vom Abwärtsstrudel verschont. Günstige Kurse kannst du zum Nachkaufen oder zum Einstieg nutzen.

Die Kurssteigerung wird bei wirklichen Qualitätsaktien im Portfolio nach Erreichen des Tiefpunktes mit großer Wahrscheinlichkeit überdurchschnittlich sein.

Tipps zum Verhalten in einem Bärenmarkt

  • Nicht jede größere Kurskorrektur ist eine Gelegenheit zum Einstieg bzw. zum Nachkaufen. In der folgenden Baisse kann dein Investment trotz hoher bisheriger Kursverluste fallen. Das beschert dir anstelle der erwarteten Gewinne erst einmal Buchverluste.
  • Growth-Aktien zeichnen sich durch hohe Volatilität aus. Gut gelaufene Tech-Aktien neigen zu größeren Übertreibungen nach unten, um sich in der Folge ebenso rasant zu erholen. Dies gilt nur für wirkliche Qualitätstitel, die weiter entsprechende fundamentale Daten liefern. Qualität hat sich in der Vergangenheit immer durchgesetzt.
  • Kaufe auch im Bärenmarkt nur mit eigenem Kapital und verzichte auf Wertpapierkredite, die Broker gerne gewähren. Sollten die Kurse der als Sicherheit hinterlegten Aktien auf Talfahrt gehen, wirst du weitere Sicherheiten stellen müssen, weil die Bank auf einem Kontoausgleich besteht.
  • Versuche nicht, Käufe in fallenden Märkten Richtung Tiefkurse zu timen. Stattdessen solltest du in mehreren kleineren Tranchen in fallende Kurse hinein kaufen. Das sorgt für eine Verbilligung der Einstandskurse und verschafft dir eine zusätzliche Rendite, wenn es denn wieder aufwärts geht.
  • Vermeide während einer Bärenmarktrallye eine Übergewichtung von Aktien im Portfolio, damit die Diversifikation deines Portfolios keinen Schaden nimmt. Die maximale Gewichtung sollte 15 Prozent in eine einzelne Aktie sein.
Hinweis

Anleger:innen sollten sich darauf einstellen, dass der Aktienmarkt in Bewegung bleiben wird. Sie müssen immer damit rechnen, dass es Kursrückgänge von 10, 20 oder mehr Prozent geben wird. Einfach auf Geschehnisse zu reagieren, wäre möglicherweise fatal. Man sollte seinem Plan entsprechend handeln oder eben nichts tun.

Fazit zum Bärenmarkt: Der nächste Bullenmarkt kommt bestimmt

Die Entwicklung der weltweit führenden Aktienindizes deutet auf eine Baisse hin. Wenn sich der Bärenmarkt weiter verstärken sollte, dürften Investor:innen wie in der Vergangenheit Value-Aktien den Vorzug geben. Ein Vorteil sind höhere Ausschüttungen, die den Investments eine Mindestrendite ermöglichen.

In der jüngeren Vergangenheit waren Bärenmärkte meist durch hohe Kursverluste bei Wachstumsaktien und einer längeren Baisse gekennzeichnet.

Für Anleger:innen dürfte die maximale Rendite ein Kapitalerhalt sein. Stark gefallene Technologie-Aktien werden über kurz oder lang wie in der Vergangenheit überdurchschnittliche Renditen erzielen. Damit dürften in erster Linie substanzstarke Titel gemeint sein. Für Langfristanleger:innen lohnt sich bloßes Abwarten.

Risikovolle Anleger:innen können auch in einem Bärenmarkt mit Short-Wetten wie Put-Optionen, Short-ETFs oder Leerverkäufen von Aktien Geld verdienen.

FAQ: Fragen und Antworten zum Bärenmarkt

Wann ist der Boden im Bärenmarkt erreicht?

Der Boden im Bärenmarkt ist dann erreicht, wenn die Marktstimmung bzw. die Anlegerstimmung ins Positive dreht. Auf dem Tiefpunkt des Bärenmarktes beginnen Anleger:innen verstärkt, günstig gewordenen Aktien zu kaufen. Die Kurse erholen sich nachhaltig.

Wie lange dauern Bullen- und Bärenmärkte?

Bullenmärkte dauern im Durchschnitt 7 Jahre, Bärenmärkte durchschnittlich 1,5 Jahre, jeweils bezogen auf den S&P 500 Index.

Wie investiert man im Bärenmarkt?

In Zeiten des Bärenmarktes sind festverzinsliche Wertpapiere, Gold und Aktien substanzstarker Unternehmen eine gute Wahl. Als krisensichere Aktien bzw. defensive Titel gelten Unternehmen aus den Sektoren Energieversorgung, Nahrungsmittel, Wasserversorgung, Medizintechnik und Pharmazie. Dividenden bieten Anleger:innen eine Mindestrendite. Regelmäßige Aktiensparpläne sollten weitergeführt werden, da die Einstiegskurse günstiger sind.

Woher stammt der Begriff Bärenmarkt?

Dem Bären wird ein pessimistisches Wesen nachgesagt. Bärisch denkende Anleger:innen richten ihr Handeln auf einen abwärts laufenden Markt aus. Sie halten sich mit dem Investieren zurück oder spekulieren auf den Bärenmarkt, indem sie Verkaufsoptionen handeln oder Leerverkäufe tätigen. Erfüllen sich die Erwartungen einer großen Anzahl von Bären, kommt es zu fallenden Kursen und zum Beginn des Bärenmarktes.

Was tun, wenn die Aktienkurse fallen?

Wer an den Börsen unterwegs ist, muss sich auf Kursschwankungen einstellen. Kurse können auch wie im Fall von Börsencrash oder Bärenmarkt stark fallen. Bleibe ruhig, denn es handelt sich nur um Buchverluste. Mit Stop-Loss-Aufträgen kannst du das Verlustrisiko einer Portfolioposition bzw. von Gewinnmitnahmen einfach steuern. Fallende Kurse solltest du zum Nachkaufen günstiger gewordener Qualitätsaktien nutzen.

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Thomas Detlef Bär

Veröffentlicht von

Als studierter Ökonom habe ich mich jahrelang in erster Linie mit betriebswirtschaftlichen Problemen befasst. Seit mehr als zehn Jahren sehe ich meine Berufung darin, Wissen und Erfahrungen rund um private Finanzen aufzubereiten und in Ratgeberform zu vermitteln.