Google Pay: Funktionen, Gebühren und Besonderheiten

Feda Mecan
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Geschäftsführer und Investment-Experte Letzte Überarbeitung am 5. Juli 2022
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Schon im Jahre 2015 schickte Google mit dem Zahlungsdienst Android Pay seine Antwort auf Apples Apple Pay ins Rennen. 2018 änderte Google den Namen von Android Pay in Google Pay, der seit jenem Jahr auch in Deutschland zur Verfügung steht. Mittels Google Pay können Nutzer:innen sowohl im stationären Handel als auch in mobilen Apps oder im Web sichere und schnelle Zahlungen abwickeln. Wir verraten im Folgenden, was Google Pay so besonders macht, wie die Zahlungen funktionieren und welche Gebühren hierfür möglicherweise anfallen.

Das wichtigste in Kürze

  • Seit 2018 ist Google Pay in Deutschland verfügbar. Der Dienst wurde aber bereits 2015 unter dem Namen Android Pay ins Leben gerufen.
  • Google Pay verzichtet bei der Abwicklung von Zahlungen auf die Speicherung oder Weitergabe von sensiblen Informationen der Nutzer:innen.
  • In Deutschland lässt sich Google Pay derzeit nur mit Android-Geräten nutzen. In den USA ist der Dienst auch mit iOS kompatibel.
  • Google verlangt für die Nutzung von Google Pay keine Gebühren von den Endverbraucher:innen.

So funktioniert Google Pay

Google Pay basiert auf einem einfachen System. Nutzer:innen müssen lediglich ihre Kredit- oder Debitkarte in der Google Pay App hinterlegen. Alternativ ist mittels PayPal auch die Integration eines eigenen Girokontos in der App möglich. Wurde die App eingerichtet, dient Google Pay als Zahlungsdienst für Online-Shops, den stationären Handel oder auch In-App-Käufe. Im stationären Handel wird das Smartphone oder Google-Endgerät gehandhabt wie eine Kreditkarte und kann so zum kontaktlosen Bezahlen verwendet werden. Online erfolgt die Übermittlung aller relevanten Daten über das Internet.

Der wirklich spannende Prozess hinter den Transaktionen mit Google Pay spielt sich außerhalb der Sichtweite der Nutzer:innen ab. Google übermittelt bei keiner Transaktion die wirklichen Karten- oder Kontodaten der Nutzer:innen. Stattdessen erstellt der Dienst eine virtuelle und verschlüsselte Kontonummer. Händler:innen haben ausschließlich Zugriff auf die virtuelle Kontonummer und können keinerlei sensible Informationen der Nutzer:innen einsehen. Wie Google angibt, werden diese Informationen auch zu keiner Zeit auf dem Smartphone oder den Servern von Google gespeichert.

Je nach Kreditinstitut kann es sein, dass weitere Sicherheitsmaßnahmen bei der Nutzung zum Einsatz kommen. Einige Unternehmen verlangen zum Beispiel zusätzlich die Entsperrung des eigenen Geräts.

Google Pay: Kosten und Gebühren

Auf die Endverbraucher:innen kommen bei der Nutzung von Google Pay keine zusätzlichen Kosten oder Gebühren zu. Alle Nutzer:innen sollten sich aber zum Beispiel im Vorfeld einer Reise über mögliche Gebühren des Kartenausstellers informieren, die etwa bei Zahlungen im Ausland anfallen können. Diese Gebühren werden aber nicht von Google Pay erhoben.

Voraussetzungen für die Nutzung und Anmeldung

Für die Nutzung von Google Pay gibt es nur wenige Voraussetzungen. Eine davon ist die Verfügbarkeit einer eigenen Kredit- oder Debitkarte oder alternativ eines eigenen Girokontos. Nutzen lässt sich die App zudem ausschließlich mit den Kredit- oder Debitkarten von teilnehmenden kartenausstellenden Unternehmen. In Deutschland gehören dazu eine Vielzahl von Unternehmen wie ING Diba, die Commerzbank oder die DKB. Sparkassen allerdings zählen nicht zu den Kooperationspartnern von Google Pay. Neben einer Kredit- oder Debitkarte von einem Partnerunternehmen liegt die Voraussetzung für die Nutzung zudem in einem NFC-fähigen Android-Gerät mit dem Betriebssystem Android 5.0 (Lollipop) oder höher. Zumindest dann, wenn dieses für das Bezahlen im stationären Handel genutzt werden soll. Für Zahlungen in mobilen Händler-Apps muss das Gerät nicht NFC-fähig sein.

In den USA können Nutzer:innen seit geraumer Zeit auch mit ihrem iOS-Gerät auf den Zahlungsdienst zurückgreifen. In Deutschland ist dies bislang noch nicht möglich, dürfte in den kommenden Monaten und Jahren jedoch ermöglicht werden.

Google Pay einrichten

Das Einrichten von Google Pay funktioniert problemlos und zügig. Zunächst einmal müssen sich die Nutzer:innen davon überzeugen, dass das eigene Gerät mit dem Betriebssystem Android Lollipop 5.0 oder höher läuft. Anschließend ist der Download der kostenlosen Google Pay App notwendig. Innerhalb der App müssen Nutzer:innen nur noch den Schritten in der Anleitung zur Einrichtung folgen. Zunächst wird eine Karte hinzugefügt, zudem wird möglicherweise eine Sperre der App gefordert. Hierbei handelt es sich um eine Displaysperre, mit der ein Betrug verhindert werden sollen. Google Pay funktioniert unter anderem mit PIN, Passwort, Fingerabdruck oder Gesichtserkennung, mit der Zahlungen bestätigt werden können.

Wer auf seinem Smartphone oder Endgerät noch eine weitere App für das kontaktlose Bezahlen installiert hat, kann in den Einstellungen des Endgerätes den Favoriten festlegen. Wer also künftig mit Google Pay bezahlen möchte, muss diese unter Umständen als Standard-App in den Smartphone-Einstellungen festlegen.

Besonderheiten von Google Pay

Google Pay ist in gleich mehrfacher Hinsicht ein ganz besonderer Zahlungsdienst und nicht mit klassischen Bezahlmethoden vergleichbar. Vor allem der intensive Schutz der Zahlungen ist eine echte Besonderheit und gewährleistet jederzeit sicher Transaktionen.

Sicherheit bei den Zahlungen

Google hat ein ganz wesentliches Problem der digitalen Zahlungen einfach gelöst. Viele Online-Zahlungsdienste benötigen sämtliche privaten Informationen der Nutzer:innen, um die Zahlungen durchführen zu können. Das birgt gewisse Risiken, da die sensiblen Informationen an Händler:innen übermittelt werden und möglicherweise auf dem Weg dorthin von Dritte abgefangen werden könnten. Mit Google Pay wird dieses Problem durch eine virtuelle und einmalige Kontonummer elegant gelöst. Die Zahlung wird so ohne die Weitergabe von tatsächlichen privaten Informationen abgewickelt und bietet dadurch keine Angriffsfläche für Dritte.

Geldversand an Freunde

Der US-Gigant Google arbeitet bekanntlich stetig an Verbesserungen und Innovationen. Das betrifft auch den Zahlungsdienst von Google Pay. In den USA etwa ist mittels Google Pay auch der Versand von Geldern an Freunde möglich. In Deutschland steht dieser Service noch nicht zur Verfügung. Die Entwicklungen im US-amerikanischen Heimatland lassen jedoch darauf schließen, dass Nutzer:innen auch in Deutschland bald auf diese Funktion zurückgreifen können.

Vor- und Nachteile von Google Pay im Überblick

  • Sichere Zahlungsabwicklung ohne Weitergabe und Speicherung privater Daten
  • Weltweite Akzeptanz und zahlreiche Kooperationspartner
  • Keine zusätzlichen Gebühren für die Nutzung von Google Pay
  • Einrichtung und Nutzung sehr einfach
  • In Deutschland noch nicht mit iOS-Geräten kompatibel

Die Vorteile von Google Pay überwiegen die Nachteile eindeutig. Als einziger echter Nachteil gilt in Deutschland der Umstand, dass Google Pay noch nicht mit iOS-Geräten kompatibel ist. Ausschließlich Endgeräte mit dem Betriebssystem von Android können den Zahlungsdienst nutzen. In den USA ist Google jedoch bereits einen Schritt weiter und stellt seinen Service auch für Nutzer:innen mit einem iOS-Gerät zur Verfügung.

Die wohl größten Vorteile des Zahlungsdienstes liegen wiederum in der sicheren Abwicklung und der schnellen Einrichtung. Die Google Pay App ist innerhalb weniger Augenblicke herunterladen, ähnlich schnell funktioniert das Hinterlegen der Kreditkarten oder des Girokontos. Darüber hinaus garantieren die Zahlungen mit Google Pay ein Höchstmaß an Sicherheit, da keine privaten Informationen gespeichert oder übermittelt werden. Die weltweite Akzeptanz der Zahlungsmethode ist riesig, zudem finden sich in Deutschland zahlreiche Kooperationspartner wie klassische Bankhäuser oder reine Onlinebanken. Unabhängig von der jeweiligen Bank und dem Kartenaussteller erhebt Google für die Nutzung von Google Pay keinerlei Gebühren oder Kosten.

Das Unternehmen hinter Google Pay

Das Unternehmen hinter Google Pay dürfte jedem Menschen auf dieser Welt ein Begriff sein. Google Pay gehört zu Google, das bekanntlich bereits im Jahre 1998 von Larry Paige und Sergey Brin gegründet wurde. Im Verlauf der Zeit hat sich Google auch abseits seiner „Kernaufgabe“ als Suchmaschine einen Namen machen können und gehört heute zu den wertvollsten Unternehmen überhaupt. Weltweit arbeiten mehr als 135.000 Menschen für den Mutterkonzern der Alphabet Inc, der im Jahr 2015 durch eine Umstrukturierung von Google entstand. Im Jahr 2020 erzielte das Unternehmen einen beeindruckenden Umsatz von rund 183 Milliarden US-Dollar.

Gründungsjahr:1998 (Google Pay 2015 als Android Pay / 2018 als Google Pay)
Firmenname:Google LLC / Alphabet Inc.
Firmensitz:Mountain View, Kalifornien
Gründer:Larry Paige, Sergey Brin
CEOs:Sundar Pichai
Kundensupport:Hilfe-Sektion, Community, Live-Chat, E-Mail, Hotline
Verfügbarkeit:Google Pay in über 50 Ländern
Umsatz:ca. 183 Mrd. US-Dollar (2020)
Mitarbeiter:ca. 135.000 (2020)

Alternativen zu Google Pay

Wer nicht auf Google Pay zurückgreifen kann oder möchte, findet einige Alternativen unter den bekanntesten Zahlungsmethoden. Drei davon stellen wir im Folgenden einmal vor.

Apple Pay

Apple Pay ist der direkte Konkurrent von Google Pay und ausschließlich mit Endgeräten von Apple kompatibel. Der Dienst des US-Unternehmens funktioniert ähnlich zum Dienst von Google. Auch Apple erstellt eine einmalige und ausschließlich virtuelle Nummer für die Abwicklung der Zahlungen. Hier werden also ebenfalls keinerlei sensible Informationen gespeichert oder an den Händler übermittelt. Die notwendige Apple-Wallet für die Nutzung des Dienstes ist bereits auf allen iOS-Geräten installiert, so dass keine zusätzliche App benötigt wird.

Ali Pay

Ali Pay ist der Zahlungsdienst des chinesischen Unternehmens der Ant Group, dem Mutterkonzern der Alibaba Gruppe. Ali Pay ist vor allem in China ein enorm beliebtes Zahlungsmittel, das im mobilen Bereich einen Großteil des Marktes für sich in Anspruch nehmen kann. Ali Pay funktioniert dabei gewissermaßen wie ein Treuhändler. Käufer:innen wählen das Produkt in einem Shop aus und überweisen den Betrag an Ali Pay. Ali Pay informiert die Verkäufer:innen über den Eingang der Zahlung, die Verkäufer:innen verschicken die Ware an die Käufer:innen. Diese benachrichtigen nach dem Erhalt Ali Pay, das den Betrag an die Händler:innen überweist. Die Bezahlung erfolgt hier über einen QR-Code, der innerhalb der Ali Pay App erzeugt wird. Die Anwendung ist sowohl mit iOS- als auch mit Android-Geräten kompatibel und kann auch auf älteren Geräten genutzt werden.

PayPal

In Europa und Deutschland ist PayPal eine der beliebtesten Zahlungsmethoden im Internet. Nutzer:innen können kostenlos ein PayPal-Konto eröffnen und dieses mit ihrem Bankkonto oder einer Kreditkarte verbinden. Für die Online-Zahlungen ist anschließend nur die Eingabe der PayPal-Daten erforderlich. Nicht aber die Angabe von persönlichen und sensiblen Daten. Die Zahlungen mit PayPal werden sofort bearbeitet, zudem profitieren Käufer:innen von zusätzlichen Extras wie dem Käuferschutz oder dem Kauf auf Rechnung.

Google Pay Fazit: Auf Google ist Verlass

Google bietet mit Google Pay einen sehr fortschrittlichen Zahlungsdienst an. Der US-Konzern verlangt für die Nutzung keinerlei Gebühren, behält sich jedoch vor, einige Daten aus der Bestellung zu verarbeiten. Nicht dazu gehören die sensiblen Informationen der Nutzer:innen. Es werden keine Kreditkartendaten an Google oder die Händler:innen übermittelt und auch zu keinem Zeitpunkt vom Unternehmen gespeichert. Zahlungen lassen sich bequem mit allen Android-Geräten abwickeln – und das sowohl im stationären Handel als auch in Online-Shops.

Google Pay FAQs

Welche Voraussetzungen muss mein Smartphone erfüllen, damit die Nutzung der Google Pay App möglich ist?

Google Pay stellt an das Smartphone der Nutzer:innen nur wenige Anforderungen. Das Endgerät muss NFC-fähig, und mit dem Android-Betriebssystem Lollipop 5.0 oder höher ausgestattet sein. Die Dateigröße und die aktuelle Version der Google Pay App variieren je nach Endgerät.

Ich habe mein Google-Konto gelöscht. Ist die Nutzung der Google Pay App weiterhin möglich?

Die Voraussetzung für die Nutzung der Google Pay App ist ein sogenanntes Zahlungsprofil in Google. Wer die Daten aus diesem Zahlungsprofil löscht und dieses schließt, kann nicht mehr auf Google Pay zurückgreifen. Soll die Verwendung wieder aktiviert werden, ist das Einrichten eines neuen Zahlungsprofils erforderlich.

Ich habe mein mobiles Gerät, auf dem Google Pay aktiviert ist, verloren. Was gilt es zu beachten?

Einen Schutz vor unzulässiger Nutzung nach einem Verlust des mobilen Gerätes bietet die Displaysperre von Google Pay, da diese im Falle eines Kaufs aufgelöst werden müsste. Darüber hinaus können Nutzer:innen mittels „Mein Gerät“ ihr verloren gegangenes Endgerät sperren oder die Daten darauf löschen.

Kann ich Google Pay weiter nutzen, wenn meine Kreditkarte gesperrt ist?

Die Nutzung der Kreditkarte innerhalb von Google Pay ist nicht mehr möglich, wenn die Kreditkarte gesperrt ist. Allerdings können Nutzer:innen in diesem Fall noch mit ihrem Bankkonto bezahlen, wenn dieses über PayPal bei Google Pay hinterlegt wurde.

Feda Mecan

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Ich investiere seit mehreren Jahren in internationale Start-ups und habe 2015 OnlineBanken.com gegründet, um ein transparentes und unabhängiges Finanzportal in Deutschland zu etablieren.