Apple Pay: Funktionen, Besonderheiten und Kosten

Feda Mecan Feda Mecan Veröffentlicht am: 4. Januar 2022 Letztes Update: 6. Januar 2022 Lesezeit: 9 Minuten
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Apple Pay ist ein weiterer Beleg für den Innovationsgeist vom US-Konzern Apple. Das Tech-Unternehmen hat den hauseigenen Zahlungsdienst bereits im Jahre 2014 ins Leben gerufen und diesen in den Vereinigten Staaten eingeführt. Ein Jahr später begann Apple damit, die Verfügbarkeit auf weitere Länder auszuweiten. Seit 2018 ist der Dienst auch in Deutschland verfügbar und längst einer der meistgenutzten Bezahlwege. Doch wie genau funktioniert Apple Pay und was macht diesen Dienst so besonders? Im Folgenden klären wir über alle Besonderheiten, die Funktionsweise, die Einrichtung und die möglichen Gebühren für die Nutzung auf.

Das Wichtigste in Kürze

  • Apple Pay wurde vom US-Konzern Apple bereits im Jahre 2014 eingeführt und steht seit 2018 in Deutschland zur Verfügung.
  • Der Zahlungsdienst kooperiert mit einer Vielzahl von deutschen Banken und deren Kredit- bzw. Debitkarten.
  • Apple Pay sendet beim Bezahlvorgang keine Daten der hinterlegten Kredit- oder Debitkarte, sondern erstellt eine einmalige Pseudo-Kreditkartennummer.
  • Verwenden lässt sich Apple Pay auf verschiedenen Geräten von Apple. Darunter das iPhone oder auch die Apple Watch.

So funktioniert Apple Pay

Apple Pay genießt einen Ruf als denkbar sichere Zahlungsmethode. Warum, lässt sich mit einem Blick auf die Funktionsweise erklären. Aus Sicht der Nutzer:innen ist dieser ziemlich simpel. Die jeweilige Kredit- oder Debitkarte kann im Apple Wallet hinterlegt werden. Das Wallet ist bereits auf Apple-Geräten installiert, so dass kein zusätzlicher Installationsprozess durchlaufen werden muss. Wurde die Kredit- oder Debitkarte hinzugefügt, kann diese sowohl für die Online-Zahlungen als auch für Zahlungen im stationären Handel genutzt werden. Im stationären Handel wird das Apple-Gerät hierfür wie eine Kreditkarte über das Lesefeld eines Lesegeräts gehalten. Anschließend werden die Zahlungen durch die Nutzer:innen mit Hilfe der Touch ID oder Face ID bestätigt. Die Zahlung wird sofort abgewickelt, der jeweilige Betrag auf der Kredit- oder Debitkarte sofort belastet.

Die Sicherheit während der Transaktionen gewährleistet das technische Prinzip hinter Apple Pay. Der Zahlungsdienst übermittelt niemals die tatsächlichen Daten der hinterlegten Kreditkarte an den Händler. Stattdessen erstellt Apple Pay eine sogenannte Device Account Number, die für jedes Gerät individuell und einmalig erstellt wird. Die Device Account Number besteht aus insgesamt 16 Stellen und wird unter anderem aus Geräteinformationen, dem Gerätenamen oder Ziffern der Mobilfunknummer gebildet.

Der große Vorteil: Durch die Pseudo-Kreditkartennummer haben Händler:innen niemals Zugriff auf die sensiblen Daten der Nutzer:innen. Abgesehen von den möglichen Informationen der Kreditkarten gehören dazu auch weitere sensible Daten wie etwa der Name oder das Geburtsdatum. Die Adresse wird lediglich dann übermittelt, wenn Nutzer:innen ihre Bestellungen per Postversand erhalten wollen. Wie Apple erklärt, werden die Kartendaten für Apple Pay weder auf dem Gerät noch auf den Servern des Unternehmens gespeichert. Das bedeutet, dass keine beteiligte Partie mit Ausnahme der Nutzer:innen die Kreditkartennummer bei einer Transaktion einsehen kann.

Apple Pay: Kosten und Gebühren

Wie die meisten modernen Bezahlmethoden, ist auch Apple Pay für die Nutzer:innen ohne zusätzliche Kosten verfügbar. Apple erhebt keine Gebühren für die Nutzung des Zahlungsdienstes. Weder bei den Online-Zahlungen noch bei den Zahlungsabwicklungen im stationären Handel. Beachten müssen Nutzer:innen aber möglicherweise die regulären Kosten oder Gebühren für Ihre Debit- und Kreditkarte (z.B. Auslandsgebühren).

Voraussetzungen für die Nutzung und Anmeldung

Generell ist Apple Pay ausschließlich auf Geräten von Apple nutzbar. Nutzer:innen müssen zudem ein paar gesonderte Voraussetzungen beachten. Eine Kreditkarte ist in Deutschland üblicherweise erst mit der Volljährigkeit erhältlich, so dass diese als Voraussetzung für die Verbindung mit der eigenen Kreditkarte gilt. Prepaidkarten sind auch für Jugendliche erhältlich, allerdings kann Apple Pay nicht mit einer Apple-ID einer Person genutzt werden, die einer Person unter 13 Jahre gehört. Insgesamt gibt es damit, abgesehen vom Alter, drei Voraussetzungen für die Nutzung von Apple Pay:

  • Kompatibles Apple-Gerät mit der aktuellsten Version von iOS, watchOS, macOS oder iPadOS
  • Eine kompatible Karte eines teilnehmenden Kartenausstellers
  • Eine Apple ID, die bei iCloud registriert ist
Zu den Voraussetzungen für die Nutzung gehört natürlich auch die Akzeptanz der Händler:innen. Achten können Nutzer:innen auf das Symbol für das kontaktlose Bezahlen oder das Logo von Apple Pay. Sind diese Logos vorhanden, gibt es bei der Nutzung von Apple Pay keine Probleme.

Apple Pay einrichten

Das Einrichten von Apple Pay gelingt innerhalb weniger Augenblicke. Nutzer:innen benötigen keine zusätzliche Software oder ähnliches, sondern müssen lediglich die Wallet-App auf ihrem mobilen Endgerät öffnen. Hier findet sich ein kleiner Button mit einem Plus, der zum Hinzufügen einer neuen Karte genutzt werden kann. Im weiteren Verlauf müssen die Nutzer:innen die Bank oder den Kartenaussteller auswählen und die Informationen mit der Bank verifizieren. Letzteres funktioniert in der Regel einfach über die jeweilige Banking App der Bank. Direkt danach wird der Einsatz der Karte über Apple Pay genehmigt und diese kann mit dem Endgerät zum Bezahlen genutzt werden.

Wer sein iPhone etwa mit seiner Apple Watch gekoppelt hat, kann die neue Kreditkarte direkt in das Wallet der Watch übertragen. Das spart den Schritt, diese manuell auf der Watch im Wallet hinzuzufügen.

Besonderheiten von Apple Pay

Apple Pay punktet grundsätzlich mit einer simplen Einrichtung und einer für die Nutzer:innen einfachen Handhabung. Darüber hinaus kann der US-Konzern mit Apple Pay aber auch die eine oder andere echte Besonderheit vorweisen.

Maximal sichere Zahlungen

Die wohl größte Besonderheit von Apple Pay findet sich im technischen Ablauf der Zahlungen. Apple spricht von Transaktionen, die sicherer und schneller als reguläre Kartenzahlungen oder Bargeld-Transaktionen abgewickelt werden können. In der Tat verspricht die Nutzung der individuellen und einmaligen Device Account Number ein Maximum an Schutz. Keine persönlichen Daten werden an den Händler oder Dritte übermittelt. Zudem speichert Apple die Daten laut eigenen Angaben nicht auf seinen Servern. Alle sensiblen Informationen verbleiben somit einzig und allein bei den Nutzer:innen.

Wird die gleiche Karte auf mehreren Apple-Geräten genutzt, hat diese auf allen Geräten eine individuelle Device Account Number. Dies liegt in der individuellen Zusammensetzung des Codes begründet, der unter anderem auch Informationen zum jeweiligen Gerät enthält.

Apple Cash-Karte und Geld senden

Auf Besonderheiten wie die Apple Cash-Karte oder die Funktion des Geldversands müssen die Nutzer:innen in Deutschland noch ein wenig warten. In den USA stehen diese beiden Features bereits zur Verfügung. Wer Apple kennt, dürfte wissen, dass die Services auch auf anderen Märkten angeboten werden sollen. Bislang fehlt es in Deutschland aber noch am Kooperationspartner, da der Tech-Konzern keine eigene Banken-Lizenz besitzt. In den USA übernimmt die Green Dot Bank die Rolle des Kooperationspartners. Zudem wird die Apple Card von der Bank Goldman Sachs ausgestellt. Wann der Geldversand und die Apple Cards auch in Deutschland verfügbar sind, ist aktuell noch nicht klar.

Vor- und Nachteile von Apple Pay auf einen Blick

  • Sichere Zahlungen ohne die Weitergabe privater Informationen
  • Sofortige Zahlung im Internet oder stationären Handel möglich
  • Weltweite Akzeptanz und zahlreiche teilnehmende Kartenaussteller
  • Schnelle Einrichtung ohne zusätzliche App-Installation möglich
  • Nur mit Geräten von Apple nutzbar

Der wohl größte Nachteil von Apple Pay trifft diejenigen, die kein Apple-Gerät nutzen. Verfügbar ist der Zahlungsdienst nämlich nur auf den Endgeräten des US-Unternehmens. Wer ein Apple-Gerät besitzt, profitiert bei der Nutzung von Apple Pay von zahlreichen Vorteilen. So ist die sichere Zahlung im stationären Handel oder Internet ohne Weitergabe sensibler Informationen möglich. Darüber hinaus werden die Zahlungen sofort abgewickelt.

Ein weiterer Vorteil von Apple Pay ist die weltweite Akzeptanz und die große Anzahl an teilnehmenden Kartenausstellern auch in Deutschland. Zusätzlich müssen die Nutzer:innen für Apple Pay keine besondere App installieren und können den Zahlungsdienst innerhalb weniger Augenblicke auf ihrem Endgerät einrichten.

Das Unternehmen hinter Apple Pay

Das Unternehmen hinter Apple Pay ist bestens bekannt. Im Jahre 1976 wurde Apple als „Garagenfirma“ von Steve Jobs, Steve Wozniak und Ron Wayne gegründet. Die drei Tüftler hatten damals keine Vorstellung, dass sie einen der größten Konzerne aller Zeiten ins Leben rufen würden. Mit innovativen Produkten und einem einzigartigen Design hat sich Apple einen großen Anteil am Gesamtmarkt gesichert. Insbesondere das iPhone ist maßgeblich für den Erfolg des Konzerns verantwortlich, wobei die Palette heutzutage aus zahlreichen Hard- und Softwareprodukten besteht. Apple Pay ist eines davon und steht in mehr als 60 Ländern dieser Erde zur Verfügung. Mutterkonzern Apple vertreibt seine Produkte aber generell weltweit und erzielte so mit seinen rund 150.000 Angestellten im Jahr 2020 einen Umsatz von mehr als 275 Milliarden US-Dollar.

Gründungsjahr:1976 (Apple Pay 2014)
Firmenname:Apple Inc.
Firmensitz:Cupertino, USA
Gründer:Steve Jobs, Steve Wozniak, Ron Wayne
CEO:Tim Cook
Kundensupport:FAQ-Bereich, Community, Hotline, Live-Chat, E-Mail
Verfügbarkeit:über 60 Länder
Umsatz:ca. 275 Mrd. US-Dollar (2020)
Mitarbeiter:ca. 150.000

Alternativen zu Apple Pay

Apple ist eine der modernsten und beliebtesten Zahlungsmethoden in Deutschland. Gleichzeitig stehen auch einige interessante Alternativen bereit.

Google Pay

Google Pay ist das Pendant zu Apple Pay und wurde vom US-Konzern Google ins Leben gerufen. Nutzer:innen können im digitalen Wallet ihre Kredit- oder Debitkarte hinterlegen. Darüber hinaus ist es via PayPal möglich, Google Pay auch mit dem eigenen Girokonto zu verknüpfen. Auch bei Google kommt im Falle der Zahlungsabwicklung eine virtuelle Kontonummer zum Einsatz, so dass die eigene Kartennummer zu keiner Zeit gespeichert oder weitergeleitet wird.

PayPal

Ebenfalls eine beliebte Alternativ zu Apple Pay ist der Zahlungsdienst PayPal. PayPal steht ausschließlich für Online-Zahlungen zur Verfügung und kann nicht im stationären Handel verwendet werden. Die Voraussetzung für die Nutzung liegt in einer kostenlosen Registrierung beim Zahlungsdienst. Das PayPal-Konto wird anschließend mit dem eigenen Girokonto oder der Kreditkarte verbunden und kann für sofortige Zahlungen im Internet genutzt werden.

Klarna

Klarna ist ein schwedischer Zahlungsdienstleister, der das Bezahlen im Internet deutlich vereinfacht. Nutzer:innen müssen bei Klarna kein eigenes Konto eröffnen, sondern können die Zahlungen beim Service durch die Angabe der Online-Banking-Zugangsdaten abwickeln. Bestätigt wird die Zahlung anschließend mit einer TAN auf dem Smartphone.

Apple Pay: Sicher online und im Handel zahlen

Mit dem Zahlungsdienst Apple Pay hat der US-Konzern Apple wieder einmal seine ganze Qualität unter Beweis gestellt. Die Zahlungsabwicklung funktioniert hier für die Nutzer:innen denkbar einfach. Darüber hinaus ist der Zahlungsvorgang der individuellen und einmaligen Pseudo-Kreditkartennummer absolut sicher und verlässlich. Verwenden lässt sich Apple Pay bequem mit mehreren Kredit- und Debitkarten und auf mehreren Apple-Geräten. Genau da liegt der einzige Nachteil. Wer kein Endgerät von Apple nutzt, muss auf Alternativen wie etwa Google Pay ausweichen.

Apple Pay FAQs

Kann ich die Vorteile die mir meine Debit- oder Kreditkarte bietet, weiter nutzen, wenn ich Zahlungen mit Apple Pay vornehme?

Wer Zahlungen mit Apple Pay vornimmt, muss auf die Vorteile seiner Kredit- oder Debitkarte nicht verzichten. Auch bei den Zahlungen mit Apple Pay können Nutzer:innen also beispielsweise Prämien, Meilen oder Punkte sammeln.

Kann ich mehrere Karten bei Apple Pay hinterlegen und auf mehreren Geräten verwenden?

Die Hinterlegung von mehreren Debit- und Kreditkarten bei Apple Pay ist problemlos möglich. Ebenso lassen sich diese auf verschiedenen Geräten wie dem iPhone oder einer Apple Watch nutzen. Auf jedem Gerät müssen die Karten aber vor der Verwendung einmal hinzugefügt werden.

Ich möchte mein Gerät verkaufen. Kann ein neuer Besitzer Zahlungen über Apple Pay ausführen?

Für die Einrichtung von Apple Pay sind auf den iOS-Geräten Codes notwendig. Ebenso bei der Nutzung mit der Apple Watch. Wer sein Gerät verkauft, kann diesen Code einfach vom Gerät entfernen oder sich mit diesem aus der iCloud abmelden. Alle Kredit-, Debit- oder Kreditkarten werden dann vom Gerät entfernt. Genau das Gleiche gilt auch für ÖPNV-Karten oder Studierendenausweise.

Kann ich mit jeder Kreditkarte Apple Pay verwenden?

Apple Pay kooperiert mit einer Vielzahl von weltweiten Kartenausstellern. In Deutschland gehören hierzu etwa 50 Unternehmen wie die Consors Bank, die Commerzbank, die Sparkassen oder die DKB. Apple stellt eine übersichtliche Liste mit allen kooperierenden Banken in Europa zur Verfügung. Ebenso können Nutzer:innen im Zweifel bei ihrer Bank nachfragen.

Mein iPhone wurde geklaut, kann ich Apple Pay auf dem geklauten Gerät über die Ferne sperren lassen?

Mit dem Modus „Verloren“ oder „Mein iPhone suchen“ können Nutzer:innen von Apple-Geräten diese im Falle eines Diebstahls oder Verlustes sperren. Möglich ist dies auch der Ferne mit Hilfe der iCloud. Im Falle einer solchen Sperrung wird Apple Pay auf dem Gerät deaktiviert und alle im Apple-Wallet gespeicherten Kreditkarten ebenfalls.

Feda Mecan

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Ich investiere seit mehreren Jahren in internationale Start-ups und habe 2015 OnlineBanken.com gegründet, um ein transparentes und unabhängiges Finanzportal in Deutschland zu etablieren.