Hebelprodukte

thomasbaer
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Letzte Überarbeitung am 4. September 2022
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Strukturierte Wertpapiere werden von Anleger:innen immer häufiger zur Risikostreuung bei der Vermögensanlage eingesetzt. Anlage- und Hebelprodukte können ein Portfolio unter Berücksichtigung des persönlichen Anlage- und Risikoprofils ergänzen. Was sind Hebelprodukte und wie lassen sie sich von Privatanleger*innen sinnvoll einsetzen? Um diese Fragen und mehr geht es in unserem Ratgeber.

Das Wichtigste in Kürze

  • Hebelprodukte gehören zur Kategorie strukturierte (derivative) Wertpapiere. Sie eignen sich für erfahrene Anleger:innen zum Spekulieren auf Basiswertentwicklungen und zur Absicherung.
  • Ein Merkmal gehebelter Derivate ist, dass sie überproportional auf Kursbewegungen eines zugrunde gelegten Basiswertes reagieren. Durch den Hebel reicht für eine hohe Wertsteigerung des Finanzinstruments ein geringerer Kapitaleinsatz aus.
  • Ein grundsätzliches Risiko bei Hebelprodukten ist die Möglichkeit eines Totalverlusts. Das besteht auch für den Fall, dass der zugrunde gelegte Basiswert nicht wertlos wird.
  • Zu den Hebelprodukten gehören u.a. Optionsscheine, Faktorzertifikate und Knock-Out-Produkte. Sie werden durch einen Emittent aufgelegt, wobei Kassa- und Termininstrumente bei der Produktgestaltung zum Einsatz kommen.
  • Ein spezielles Hebelprodukt und eine Alternative zu strukturierten Wertpapiere sind CFD-Kontrakte auf Aktien, Indizes oder Rohstoffe.

Disclaimer: Bei den nachfolgend aufgeführten Informationen handelt es sich um keine Anlageempfehlung. Sie dienen lediglich zu Informationszwecken und geben keine Auskunft über zukünftige Entwicklungen oder Renditen. Daher übernimmt Onlinebanken.com keinerlei Gewährleistung für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Informationen.

Was sind Hebelprodukte?

Vom Deutschen Derivateverband (DDV) wird eine kurze wie prägnante Definition von Hebelprodukten sinngemäß wie folgt angegeben. Ein Hebelprodukt als derivatives Finanzinstrument bildet überproportional Kursveränderungen seines Basiswertes ab.

Dabei besteht die Möglichkeit, sowohl auf steigende als auch auf fallende Entwicklungen des Basiswerts zu setzen. Für die überproportionale Wertentwicklung gegenüber dem zugrunde liegenden Basiswert sorgt die Hebelwirkung.

Je größer der Hebeleinsatz, desto stärker profitieren Anleger:innen von einer Wertsteigerung. Mit einem vergleichsweise geringen Kapitaleinsatz lassen sich hohe Gewinne erwirtschaften.

Da Hebel auch die entgegengesetzte Richtung wirken, werden mögliche Verluste gehebelt. Das kann zu einem Totalverlust führen, bei bestehender Nachschusspflicht auch über den Kapitaleinsatz hinaus. Die Chance auf hohe Renditen ist nur gegen hohes Risiko erhältlich.

Darunter fällt das Emittentenrisiko, denn Derivate sind Inhaberschuldverschreibungen und gehören nicht wie etwa Aktien, Anleihen oder ETFs zum Sondervermögen. Für den Fall, dass der Herausgeber (Banken, Wertpapierhäuser) der Hebelprodukte insolvent wird, ist das Ergebnis mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Totalverlust. Das bekannteste Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit ist die Pleite der Lehman Brother Investmentbank, wo Anleger:innen ihr gesamtes in Derivate investiertes Kapital verloren.

Mit Hebelprodukten können Anleger:innen ihre Marktprognose und Handelsstrategien mit geringerem Kapitaleinsatz umsetzen. Bei diesen gehebelten Derivaten auf Aktien, Indizes oder Anleihen profitieren sie überproportional von der Wertentwicklung. Für einen direkten Erwerb von Aktien, Anleihen, Fonds und ETFs sind im Vergleich größere Kapitalsummen notwendig. Zudem wirken sich Veränderungen der Kurse 1:1 aus.

Hinweis

Offensivere Produkte bedeuten immer auch ein höheres Risiko. Daher erfordert die Entscheidung für einen Einsatz von Hebelprodukten genaue Kenntnisse über Preisfaktoren und ihrer Wechselwirkungen. Nur auf dieser Grundlage lässt sich ein dauerhafter Anlageerfolg bewerkstelligen.

Diese Hebelprodukte gibt es

Hebelprodukte werden mit und ohne Knock-out herausgegeben. Ständig streben neu gestaltete Instrumente auf dem Markt. Emittenten möchten mit diesen Abwandlungen Abhängigkeiten von Volatilität oder begrenzter Laufzeit vermindern.
Zu den Hebelinstrumenten ohne Knock-Out gehören:

  • Optionsscheine
  • Faktorzertifikate
  • Optionen
  • Futures
  • CFDs

Zu den Knock-Out-Produkten zählen:

  • Turbo-Zertifikate bzw. Knock-Out-Zertifikate.

Als Klassiker unter den Hebelprodukten gelten Optionsscheine. Deren komplexe Preisberechnung hat zu neuen Entwicklungen von Hebelprodukten geführt, die eine Vereinfachung oder den Wegfall bestimmter Merkmale zum Ziel haben. Zu diesen Neuerungen zählen Discount-Optionsscheine, Faktor-Zertifikate, Turbos, Endlos-Turbos, Short-Knock-Outs und Mini-Futures.

Mit Knock-Out-Produkte können Anleger:innen wie mit Optionsscheinen überproportional an steigenden und fallenden Kursen eines Basiswertes partizipieren. Entwicklungen der Knock-Out-Produkte folgen denen des Basiswertes 1:1. Wird die Knock-Out Barriere erreicht, über- oder unterschritten, hat das regelmäßig den Totalverlust des eingesetzten Kapitals zur Folge.

Zertifikate und CFDs gehören grundsätzlich zu den Hebelprodukten. Einsetzbar sind sie nicht nur mit Hebelwirkung, sondern auch in der Variante ohne Hebel. Einer der Vorteile von CFDs gegenüber anderen Hebelprodukten wie Optionsscheinen und Hebelzertifikaten besteht in ihrer Einfachheit. Bei CFD-Kontrakten gibt es keine Basiskurse, kein Aufgeld oder eine Knock-Out-Barriere.

Hinweis

Neben Hebelprodukten gehören Anlageprodukte zu den Derivaten. Mehr als 400.000 Anlageprodukte gibt es mit und ohne Kapitalschutz. Kapitalschutzanleihen und Kapitalschutzzertifikate versprechen wie der Name sagt einen Kapitalschutz. Dieser besteht bei Aktienanleihen, Index-, Bonus- oder Discount-Zertifikaten nicht.

Die Hebelwirkung (Leverage-Effekt)

Hebelprodukte versprechen Anleger:innen dank der Hebelwirkung hohe Renditen bei geringeren Kapitaleinsätzen. Hebel wirken in beide Richtungen. Daher umfasst die Hebelwirkung (Leverage-Effekt) hohe Verlustrisiken bis zum Totalverlust.

Hebelprodukte mit einem geringen Anschaffungspreis verfügen über höhere Hebel, verbunden mit einem größeren Verlustrisiko. Umgekehrt bedeutet ein niedriger Hebel einen höheren Preis für das Hebelprodukt und einen entsprechend höheren Abstand zur Knock-Out-Schwelle und damit ein wesentlich geringeres Verlustrisiko.

Hebel sind wie der Preis von Optionsscheinen oder Zertifikaten basierend auf der Kursentwicklung veränderlich ist. Ein Hebel kann daher 100 Prozent und mehr betragen. Die Hebelwirkung besagt, dass ein Anleger:in bei einem Hebel von 100 bei Fälligkeit oder Verkauf des Hebelprodukts bei erfolgreichem Kursverlauf das Doppelte seines eingesetzten Kapitals zurückerhält. Im umgekehrten Fall verliert er sein gesamtes Kapital.

Die Funktion des Hebels soll ein Beispiel deutlich machen. Angenommen eine Aktie wird im Wert von 10 Euro gekauft. Ein Kursanstieg von 10 Prozent bedeutet, dass dieser auf 11 Euro steigt. Investierst du 10 Euro direkt in die Aktie, beträgt dein Gewinn vor Steuern 1 Euro. Das entspricht 10 Prozent deiner Investitionssumme.

Wenn du auf dieselbe Aktie eine Option mit einem Hebel von mit einer Sicherheitsleistung von 1 Euro kaufst, bedeutet eine Wertentwicklung von 10 Prozent wiederum einen Gewinn von 1 Euro. Im Vergleich zur Aktieneinlage von 10 Euro macht das dann 100 Prozent.

Hinweis

Eine Hebelwirkung tritt immer dann ein, wenn Anleger:innen weniger Kapital investieren müssen, als es der Kauf des zugrunde gelegten Basiswerts (Aktie, Index, Rohstoff, etc.) erfordern würde. Kursbewegungen eines Hebelprodukts fallen grundsätzlich stärker aus als die Veränderungen des Basiswerts.

Hebelprodukte an der Börse

An der Börse werden alle möglichen Hebelprodukte gehandelt. Zu den von Banken und Wertpapierhandelshäusern herausgegebenen und für den Börsenhandel zugelassenen Hebelprodukten gehören Optionsscheine, Hebelzertifikate und Turbo/Knock-Out-Zertifikate, jeweils in der Produktvariante Call und Put.

Zu den an der Börse Stuttgart gehandelten Hebelprodukten gehören Optionsscheine, Knock-Outs und Faktor-Zertifikate. An der Terminbörse Eurex Exchange werden einige der umsatzstärksten Optionen und Futures gehandelt.

Hinweis

Börsennotierte Hebelprodukte können auch außerbörslich direkt beim Emittenten gehandelt werden. Der außerbörsliche Direkthandel hat den Vorteil, dass keine Börsenentgelte anfallen. Während der regulären Börsenhandelszeiten sind die an den Börsen gestellten Kurse gleich denen beim Kauf und Verkauf direkt beim Emittenten. Viele Broker bieten den Derivatehandel bei Premium-Partnern kostenfrei oder zu Sonderkonditionen.

Interessante Hebelprodukte für Privatanleger*innen

Zu den interessanten und bei einem Broker erhältlichen Hebelprodukten für Privatanleger:innen zählen Optionsscheine und Zertifikate.

Ausführliche Ausführungen zu den Hebelprodukten findest du in unserem gesonderten Ratgeber Optionsscheine und Zertifikate.

CFDs gehören ebenfalls zu Hebelprodukten, die spezielle CFD-Märkte umfassen und ausschließlich außerbörslich bei einem CFD-Broker handelbar sind.

CFD-Kontrakte: Hebelprodukte beim CFD-Broker

Im Gegensatz zu Optionsscheinen und Hebelzertifikaten notieren CFDs nicht an einer Börse. Aufgeld oder Knock-Out-Barrieren kennen sie nicht. Für den Handel benötigst du ein Depot bei einem CFD-Broker. Du kannst CFD Positionen Long oder Short traden. Die kannst auf den DAX-Index spekulieren oder Aktien Leerverkaufen.

Als CFD-Händler:in musst du nicht aus den hunderttausenden Hebelzertifikaten und Optionsscheinen ein für dich passendes Produkt ausfindig machen. Die Auswahl bei CFDs gestaltet sich um einiges einfacher, was dir viel Zeit und Aufwand spart.

Über den Erfolg des Trades entscheidet der Kursverlauf des Basiswertes. Bei anderen Hebelprodukten musst du Kennzahlen und Indikatoren beobachten. CFD-Handelsangebote findest du u.a. bei comdirect, eToro und Flatex. Abgerechnet werden deine Trades direkt über deinen CFD Market Maker. Das Hinzuziehen einer Bank entfällt.

CFDs sind zudem kostengünstig. Ordergebühren fallen nicht an. Bezahlt wird ein Spread und gegebenenfalls Swap-Gebühren für das Halten von Positionen über Nacht. Der CFD-Spread (Spanne zwischen An- und Verkaufskurs) ist niedriger als bei Optionsscheinen und Zertifikaten. Bei einem Optionsschein mit Bezugsverhältnis 10:1 musst du 10 Scheine erwerben, um deine Rechte ausüben zu können. Das erhöht den Kapitaleinsatz enorm.

Hinweis

Beim Kaufen von Optionsscheinen und Zertifikaten an der Börse oder beim außerbörslichen Handel fallen meist Transaktionskosten des Brokers an. Hinzu kommen Finanzierungskosten beim Halten über Nacht, die nicht wie bei CFDs offen ausgewiesen werden, sondern im Kurs selbst versteckt sind.

So kannst Du mit Hebelprodukten handeln

Wenn du beabsichtigst, Hebelprodukte zum Umsetzen deiner Handelsstrategie einzusetzen, solltest du über eine gewisse Börsenerfahrung verfügen. Börsenneulingen sind derart risikoorientierte Produkte nicht zu empfehlen.

Eine erste Voraussetzung um loszulegen, ist ein Depot. Bei der Suche nach einem Depotanbieter hilft dir ein Depot Vergleich. Bei der Brokerentscheidung sollten deine Handelspräferenzen ausreichend Berücksichtigung finden.

Viele Aktiendepots ermöglichen vor allem den Handel mit traditionellen Wertpapieren wie Aktien ETFs oder Anleihen. Sie sind daher optimal auf langfristig Investitionen ausgerichtet. Für Vieltrader:innen eignen sich auf Hebelprodukte spezialisierte Broker besser.

Geeignete Broker bieten tausende unterschiedlicher Hebelprodukte an. Du kannst dir entsprechend der gewünschten Marktrichtung die passenden Call oder Put Instrumente aussuchen.

Ein wesentlicher Aspekt ist die Frage der Kosten, die der Broker berechnet. Die meisten der Broker bieten Derivatehandel in Partnerschaft mit ausgewählten Emittenten wie HSBC, Vontobel, UBS, Commerzbank oder PNB Paribas an. Deren Produkte sind häufig zu Sonderkonditionen erhältlich.

Hinweis

Kaufen und Verkaufen kannst Hebelprodukte jederzeit via Brokerplattform oder Trading-App. Die Börse Stuttgart oder auch die Terminbörse Eurex veröffentlichen regelmäßig die am meisten gehandelten Kontrakte. Das kann die zwar als Orientierung dienen. Du musst natürlich wissen, was die jeweiligen Hebelprodukte bezwecken und ob diese zu deiner Handelsstrategie passen.

Vor- und Nachteile von Hebelprodukten

Banken und andere Emittenten von Hebelprodukten werben mit einer Vielzahl von Vorteilen ihrer Produkte. Auf die Nachteile gehen sie weniger intensiv ein. Börsenunerfahrene Anleger:innen sollten sich nicht von den möglichen Renditen blenden lassen und das Verlustrisiko zu keiner Zeit ausblenden.

Vorteile
  • Verminderter Kapitaleinsatz: Es wird nicht in das Basisprodukt, sondern in das Hebelprodukt mit einem bestimmten Bezugsverhältnis von beispielsweise 4:1 oder 100:1 zum Basiswert investiert. Dadurch ist der notwendige Kapitaleinsatz bei gleichen Gewinnchancen wesentlich geringer.
  • Hebelwirkung: Hebelprodukte erfahren bei Veränderung des Basispreises einen überproportionalen Anstieg. Die unbegrenzte Veränderung des Basiswerts erzeugt grenzenlose Wachstumsmöglichkeiten. Der Verlust beschränkt sich auf das eingesetzte Kapitals.
  • Handel in beide Richtungen: Mit Hebelprodukten können Märkte in alle Richtungen gehandelt werden. Anleger:innen können mit Call-Instrumenten auf steigende und mit Put-Instrumenten auf fallende Kurse des Basiswerts spekulieren. Ein Put auf eine bestimmte Aktie kann zur Verlustbegrenzung der entsprechenden Einzelaktie dienen. Praktisch ist er eine Versicherung gegen Kursverluste. Mit einem Put lässt sich bei fallenden Kursen Rendite erwirtschaften.
Nachteile
  • Verlustrisiko: Hebelprodukte sind hochspekulativ. Der Großteil der Privatanleger:innen verliert beim Handel mit Hebelprodukten Geld. Häufig endet der Trade mit einem Totalverlust. Bei Knock-Out-Produkten kann die Knock-Out-Schwelle in sehr kurzer Zeit erreicht werden, sodass das Kapital schnell komplett verloren geht. 
  • Emittentenrisiko: Emittenten der Hebelprodukte sind Banken und Wertpapierhandelshäuser. Bei Zahlungsunfähigkeit bzw. Pleite der Emittentin verlieren Anleger:innen ihren Einsatz, da Derivate nicht zu den geschützten Sondervermögen zählen. Die Pleite der Lehman Brothers Investmentbank ist ein Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit.
Hinweis

Hebelprodukte bieten viele Möglichkeiten zum Spekulieren auf hohe Gewinne und zur Absicherung von Portfolios und Märkten. Dem stehen hohe Verlustrisiken entgegen. Aufgrund ihrer Vorteile und Nachteile sind Hebelprodukte bei Banken und professionellen Anleger:innen im Einsatz.

Was gibt es für Alternativen zu Hebelprodukten?

Einige der Hebelprodukte erfordern einen vergleichsweise niedrigen Kapitaleinsatz, wodurch sie für Kleinanleger:innen interessant zu sein scheinen. Um die Rechte aus einem Optionsschein oder einer Option wahrnehmen zu können, müssen Käufe unter Beachtung des Bezugsverhältnisses erfolgen. Möchtest du eine Optionsschein mit einem Bezugsverhältnis von 100:1

Kaufst du einen Call-Optionsschein auf eine Aktie mit einem Basispreis von 50 Euro und einem Bezugsverhältnis von 100:1 bzw. 1 sein Kaufrecht ausüben, benötigst du 100 Scheine, um eine Aktie von 50 Euro zu beziehen. Das erhöht den Kapitaleinsatz deutlich. Hinzu kommen weitere Verlustrisiken.

Mit Hebelprodukten handeln – niedriger Hebel bedeutet weniger Risiko

  • Börsenerfahrungen sind für den Handel mit Hebelprodukten unbedingt erforderlich.
  • Die Verlustrisiken solltest du durch die Produktwahl begrenzen und geringen Hebel zwischen 2 und 4 wählen. Damit begrenzt du die Gewinnchancen auf das Zweifache oder Vierfache. Die Wirkung erstreckt sich auch auf das Verlustrisiko.
  • Ohne die Funktionsweise des Produktes zu kennen, solltest du nicht investieren.
  • Sinnvoll ist ebenfalls sich mit Handelstechniken zu beschäftigen. Das beginnt mit der täglichen Analyse der Markt- und Kursentwicklung und umfasst letztlich das Einsetzen von Limits und Stopp Loss-Marken.

Viele Hebelprodukte sind für den kurzfristigen Anlagehorizont ausgelegt, obwohl es zahlreiche Produkte mit mehrjähriger Laufzeit und sogenannte Open-End-Produkte gibt. Zum langfristigen Investieren mit kalkulierbarem Risiko gibt es geeignetere Anlageinstrumente.

  • Für die langfristige Geldanlage an der Börse bieten sich Aktien, Indexfonds (ETF) und Investmentfonds an. Kleinanleger:innen können bereits ab 25 Euro investieren.
  • Digitale Vermögensverwaltungen sogenannte Robo-Advisor helfen dir bei der Geldanlage, indem sie entsprechend deiner Risikovorgaben dein Geld automatisiert in ETFs anlegen.
  • Crowdinvesting kommt ebenfalls als renditestarke Alternative infrage. Über Plattformen für alternative Geldanlagen kannst du dich an der Finanzierung von Immobilienprojekten und Unternehmen beteiligen. Zinsen von 5 bis 15 Prozent pro Jahr sind je nach Risikobereitschaft möglich.

Fazit: Hebelprodukte zur Gewinnmaximierung mit Risiko Totalverlust

Hebelprodukte sind nicht für „Jedermann“ geeignet. Nicht ohne Grund gelten sie als die Kür an der Börse. Börsenanfänger:innen scheinen sie wegen der kurzfristigen Gewinnaussichten attraktiv. Doch endet der Handel mit Hebelprodukten für Privatanleger:innen meist mit einem Verlust.

Für kurzfristig orientierte Trader sind Hebel sicherlich attraktiv. Für Investor:innen mit Fokus auf der langfristig orientierten Kapitalanlage ist zum einen das Risiko der Hebelwirkung zu hoch. Zum anderen ist der gehebelte Handel nicht ihr Anlagemetier.

Den Erfolg mit dem Handel mit Hebelprodukten setzt grundlegendes Verständnis der Produkte, Hebelwirkung und Risiken voraus. Für den Einstieg in den Handel mit Hebelprodukten empfiehlt sich ein professioneller Broker. Eine Gewinngarantie bietet er zwar nicht, doch können Analysetools, Real-Time-Kurse und Demokonto die Erfolgswahrscheinlichkeit erhöhen.

FAQ: Unsere Antworten auf typische Fragen rund um Hebelprodukte

Welche Hebelprodukte gibt es?

Zu den wichtigsten Hebelprodukten, die an einer Börse notieren, gehören Optionsscheine, Faktor-Zertifikate, Knock-Outs/Turbozertifikate, Optionen und Futures. Das Angebot an Hebelprodukten hat die Millionengrenze schon längst überschritten. Bei CFD-Brokern können CFDs auf verschiedene Basiswerte mit einem Hebel von bis 30:1 gehandelt werden.

Wie funktioniert ein Hebelprodukt?

Hebelprodukte beziehen sich auf einen bestimmten Basiswert. Gehandelt werden Aktien, Indizes, Währungen, Edelmetalle und Rohstoffe.

Wo kann man Hebelprodukte kaufen?

Hebelprodukte wie Optionsscheine und Zertifikate kannst du bei deinem Online-Broker, deiner Hausbank und direkt beim Emittenten kaufen. Das Handelssegment EUWAX der Börse Stuttgart umfasst über 1,1 Millionen Hebelprodukte mit und ohne Knock-Out. Die Terminbörse Euro ist einer der weltweit bedeutendsten Handelsplätze für Optionen- und Futures-Kontrakte.

Darf jeder mit Hebelprodukten handeln?

Ja, jeder beim Broker verifizierte Kund:in darf mit Hebelprodukten handeln. Aufgrund des hohen Verlustrisikos eignen sich nur für erfahrene Händler:innen. Häufig musst du vor der ersten Derivate-Order deine Finanztermingeschäftsfähigkeit per Unterschrift in einem Antragsformular bestätigen. Diese dient zum Nachweis, dass er seiner Aufklärungspflicht nachgekommen ist.

Wie kannst du mit Hebelprodukten handeln?

Um Hebelprodukte zu handeln, benötigst du ein Depot bei einem geeigneten Anbieter. Hebelprodukte gehören neben traditionellen Wertpapieren wie Aktien und ETFs bei den meisten Brokern zum Handelsportfolio. Bei der Brokersuche sollten neben dem Angebot an gewünschten Hebelprodukten die anfallenden Kosten als ein Auswahlkriterium beachtet werden.

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Thomas Detlef Bär

Veröffentlicht von

Als studierter Ökonom habe ich mich jahrelang in erster Linie mit betriebswirtschaftlichen Problemen befasst. Seit mehr als zehn Jahren sehe ich meine Berufung darin, Wissen und Erfahrungen rund um private Finanzen aufzubereiten und in Ratgeberform zu vermitteln.