Charttechnik Strategien

Feda Mecan Veröffentlicht am: 3. Juni 2022 Letztes Update: 3. Juni 2022 Lesezeit: 8 Minuten
Warum uns vertrauen?
Als Onlinebanken.com möchten wir dir dabei helfen, die für dich beste finanzielle Entscheidung zu treffen und gleichzeitig auch zu wissen, warum du sie getroffen hast. Deswegen findest du bei uns Ratgeberartikel und Testberichte. Unsere Testberichte schreiben wir und schauen dann im Anschluss erst, ob wir eine Provision erhalten können. Deswegen bewerten wir auch Anbieter mit guten Noten, die uns keine Provision auszahlen.

In diesem Artikel dreht sich alles rund um das Thema der Charttechnik. Zuerst einmal werden wir dir erklären, was man darunter versteht und was Charttechnik Strategien eigentlich sind. Danach gehen wir auf die Funktionsweise der technischen Analyse ein und zeigen auf, welche unterschiedlichen Darstellungen von Charts es gibt. Anschließend gehen wir im Detail auf einzelne Charttechnik Strategien ein, äußern Kritik an der charttechnischen Analyse und zeigen zum Schluss noch die Unterschiede zur fundamentalen Analyse auf.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Charttechnik wird auch technische Analyse genannt. Dabei handelt es sich um eine Methode, um Prognosen hinsichtlich der zukünftigen Kursentwicklung anzustellen, indem Charts nach bestimmten Mustern analysiert werden.
  • Die Charttechnik unterscheidet sich sehr stark von der Fundamentalanalyse. Denn hierbei wird ausschließlich der Chart betrachtet. Die fundamentalen Daten, bei denen die wirtschaftliche Ertragskraft eines Unternehmens analysiert wird, spielen keine Rolle.
  • Es gibt viele verschiedene Arten, über die Charts dargestellt werden können. Zu den bekanntesten Charts zählen Liniencharts, Balkencharts und Candlestick-Charts.
  • Es gibt keine wissenschaftlichen Beweise dafür, dass bestimmte Muster eines Charts zu entsprechenden Kursverläufen führen, weshalb die Anwendung dieser Strategie mit gewissen Risiken verbunden ist. Die Chartanalyse kann aber trotzdem Sinn ergeben, da es sich um eine Art selbsterfüllende Prophezeiung handelt, wenn viele Anleger:innen gemäß der Charttechnik handeln.

Was versteht man unter Charttechnik?

Die Charttechnik wird auch als technische Analyse bezeichnet und handelt von der Möglichkeit, Prognosen hinsichtlich der zukünftigen Kursentwicklung eines bestimmten Wertes anzustellen, indem man in den Kursverläufen dieses Wertes nach bestimmten Mustern sucht. Dabei wird der Chart genauestens analysiert, um herauszufinden, in welche Richtung sich der Kurs zukünftig am wahrscheinlichsten entwickeln wird.

Was sind Charttechnik Strategien?

Bei Charttechnik Strategien handelt es sich um bestimmte Vorgehensweisen, anhand derer die Charts von etwa Aktien untersucht werden. Mithilfe von bestimmten Indikatoren versuchen Anleger:innen die zukünftige Entwicklung des Kurses vorauszusehen, um eine höhere Rendite erwirtschaften zu können. Jede charttechnische Strategie beinhaltet dabei eine Analyse des Charts. Dennoch können die Strategien oder die Vorgehensweisen stark voneinander abweichen, da unterschiedliche Faktoren berücksichtigt werden.

Wie funktioniert die technische Analyse?

Bei der technischen Analyse werden nicht die Daten eines Unternehmens analysiert, wie beispielsweise die Umsätze oder die Gewinne. Stattdessen wird ausschließlich die Kurshistorie betrachtet. Anhand der Entwicklung des Kurses in der Vergangenheit werden dann Rückschlüsse auf die zukünftige Kursentwicklung abgeleitet. Die voraussichtliche künftige Entwicklung des Kurses wird dabei durch bestimmte Chartmuster festgestellt, auf die wir noch in den folgenden Abschnitten eingehen werden.

Welche Darstellungen von Charts gibt es?

Charts lassen sich dabei sehr unterschiedlich darstellen, je nachdem welche Strategie zum Einsatz kommt, bzw. welche Darstellung den Anleger:innen besser gefällt. Die häufigsten Darstellungsformen stellen wir dir in den nächsten Abschnitten vor.

Balkencharts

Zu den Chart Darstellungen, die am häufigsten auftreten, gehört der Balkenchart. Dabei werden die wichtigsten Informationen, wie Tagestief, Tageshoch, Schlusskurs und Eröffnungskurs in Form eines Balkens dargestellt. Grüne Balken stellen eine steigende Kursentwicklung dar, während rote Balken für sinkende Kurse stehen.

Liniencharts

Die Darstellung von Kursverläufen erfolgt auch regelmäßig über Liniencharts. Unterschied im Vergleich zu Balkencharts ist hierbei, dass bei Liniencharts ausschließlich die fortlaufenden Schlusskurse angezeigt werden. Dadurch entsteht eine Linie, welche den Verlauf des Kurses darstellt. Ein gewichtiger Nachteil dieser Darstellungsform ist allerdings, dass die Schwankungen innerhalb eines Tages keine Berücksichtigung finden.

Candlestick-Charts

Eine häufig genutzte Darstellung der Kurse ist der sogenannte Candlestick-Chart. Dabei wird der Chart so genannt, weil die Kurse in Form einer Kerze dargestellt werden. Wenn der Körper der Kerze grün ist, dann ist der Kurs gestiegen. Fallende Kurse werden durch einen roten Kerzenkörper wiedergegeben. Dabei stellt der Kerzenkörper die Differenz zwischen Eröffnungs- und Schlusskurs dar. Der Docht unten stellt das Kurstief dar, während der Docht oben den höchsten gemessenen Kurs wiedergibt. Aufgrund der vielen Informationen ermöglicht diese Chart Darstellung eine sehr genaue Analyse des Kursverlaufs.

Weitere Arten von Charts

Es existieren allerdings noch viele weitere Arten von Charts, über die sich die Kursverläufe darstellen lassen. Anleger:innen können sich diesbezüglich also über eine große Auswahl freuen. Dazu gehören beispielsweise die Folgenden:

  • Kagi Chart
  • Renko Chart
  • Point & Figure Chart
  • Heikin Ashi Chart
  • Three Line Break Chart

Welche Arten von Charttechnik Strategien gibt es?

Es gibt verschiedene Arten von Strategien, die auf der Chartanalyse basieren. In den folgenden Abschnitten möchten wir dir daher die bekanntesten Strategien vorstellen. Dabei verfügt jede einzelne Strategie über bestimmte Indikatoren und gewisse Schwerpunkte. Daher ergeben sich aus der Anwendung jeder einzelnen dieser Strategien entsprechende Vor- und Nachteile. Zu jeder einzelnen dieser Strategien haben wir eigene ausführliche Artikel geschrieben, in denen wir ins Detail gehen. Lies dir diese gerne durch, um mehr über die einzelnen Strategien zu erfahren.

Trendfolgeindikatoren

Trendfolgeindikatoren können von Anleger:innen dazu genutzt werden, um die Intensität, bzw. die Stärke eines Trends aufzuzeigen. In der Regel wird hier das Verhältnis von 2 gleitenden Durchschnitten betrachtet, um einen Trend und seine zukünftige Richtung möglichst genau einschätzen zu können. Dementsprechend kann durch den Einsatz von Trendfolgeindikatoren die Richtung, in welche sich ein bestimmter Wert in Zukunft entwickeln wird, besser prognostiziert werden. Bedeutende Trendfolgeindikatoren sind:

  • Directional Movement Index (DMI)
  • Average Directional Index (ADX)
  • Vertical Horizontal Filter (VHF)
  • Standardabweichung
  • Relative Vigor Index (RVI)

Oszillatoren

Charttechnische Oszillatoren stellen Indikatoren dar, die extreme Phasen eines Kursverlaufs wiedergeben. Mithilfe dieser Indikatoren lässt sich somit feststellen, ob der Kursverlauf eines Marktes zu stark in eine bestimmte Richtung ausgefallen ist. Denn dies signalisiert eine baldige Umkehr. Wenn also ein Markt zu sehr abverkauft wurde, dann gibt es irgendwann kaum noch Verkäufer, sodass der Markt wieder ansteigen wird. Umgekehrt gilt natürlich das Gleiche: Ist ein Markt zu stark gestiegen, dann existiert nur noch eine sehr geringe Anzahl an Käufern, sodass der Markt bald wieder fallen wird. Bekannte Oszillatoren lauten:

  • Momentum
  • Moving Average Convergence/Divergence (MACD)
  • Relative Strength Index (RSI)
  • Overbought/Oversold (OBOS)
  • Money Flow Index (MFI)

Volumen-Indikatoren

Bei den sogenannten Volumen-Indikatoren handelt es sich um eine charttechnische Strategie, die sich nicht anhand von Kursverläufen orientiert, sondern das Handelsvolumen aufzeigt. Mithilfe dieser Indikatoren können Anleger:innen erkennen, wie sich das Volumen in einem bestimmten Markt oder einem bestimmten Wert entwickelt. Dieses lässt Rückschlüsse auf die zukünftige Kursentwicklung zu. Grundsätzlich geht man bei einem sinkenden Volumen davon aus, dass ein Trend enden wird. Ein steigendes Volumen dagegen signalisiert, dass sich ein bestimmter Trend fortsetzen wird. Beispiele für Volumen-Indikatoren sind:

  • Money Flow Index (MFI)
  • On Balance Volume (OBV)
  • Accumulation Distribution Line (ADL)
  • Volumen-Preis-Trend (VPT)
  • Chaikin Oszillator

Kritik an der Charttechnik

Bei der Chartanalyse werden die fundamentalen Daten, die einem bestimmten Unternehmen zugrunde liegen, komplett ignoriert. Es wird einzig und allein der Chartverlauf betrachtet, um eine Investmententscheidung zu treffen. Das bedeutet, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie die Ertragskraft des Unternehmens, in das Kapital investiert werden soll, überhaupt keine Rolle spielen. Dabei besteht ein Chart ausschließlich aus der Kurshistorie eines Wertpapiers. Es werden hierbei lediglich Daten aus der Vergangenheit wiedergegeben.

Die zukünftigen Kurse lassen sich hieraus nicht ablesen, sie sind völlig unbekannt. Trotzdem glauben viele Anleger:innen, dass sie aufgrund der Informationen von vergangenen Kursverläufen dazu in der Lage sind, die zukünftige Kursentwicklung vorauszusagen. Es gibt allerdings keinerlei wissenschaftliche Beweise dafür, dass die Chartanalyse tatsächlich funktioniert, also in der Lage ist, die künftigen Kurse verlässlich zu prognostizieren.

Außerdem hat die technische Analyse einen weiteren gravierenden Nachteil. Denn die Charttechnik erlaubt es lediglich einen einzelnen Wert isoliert zu betrachten. Es findet hierbei also keinerlei Vergleich zu ähnlichen Werten derselben Branche statt, was eine bessere Einschätzung des jeweiligen Wertpapiers ermöglichen würde.

Bei der Charttechnik handelt es sich wohl um eine Art selbsterfüllende Prophezeiung. Wenn viele Anleger:innen auf bestimmte Muster achten und dementsprechend handeln, dann kann dies zu den erwarteten Kursverläufen führen.

Unterschied zur Fundamentaldatenanalyse

Die Fundamentaldatenanalyse dagegen schenkt den historischen Kursverläufen keinerlei Beachtung, sie betrachtet lediglich die wirtschaftlichen Kennzahlen eines Unternehmens. Dazu gehören Faktoren, wie der erwirtschaftete Gewinn, die erzielten Umsätze oder aber auch der Buchwert eines Unternehmens. Also wie viel Kapital die Maschinen und Fabriken eines Unternehmens wert sind. Dementsprechend wird bei der Fundamentalanalyse die wirtschaftliche Ertragskraft eines Unternehmens beurteilt und basierend auf diesen Faktoren eine Bewertung des Unternehmens vorgenommen.

Ist ein Unternehmen anhand der fundamentalen Daten günstig bewertet, dann lohnt sich ein Kauf. Bei der Chartanalyse dagegen finden diese Daten keinerlei Beachtung, lediglich die Kursverläufe werden anhand der Charts analysiert und basierend auf den Chatverläufen eine Investmententscheidung getroffen.

Depot Vergleich

Sofern du noch über kein Depot verfügst, oder dir nicht sicher bist, ob die Konditionen deines bisherigen Brokers gut sind, kannst du dir gerne unseren umfassenden Depot-Vergleich ansehen. Unser Ratgeber wird dir dabei behilflich sein, eine fundierte Entscheidung zu treffen und dich somit für den richtigen Anbieter zu entscheiden. Dadurch wirst du dir jede Menge Zeit an Eigenrecherche sparen, die du dann entweder in die Chart- oder die Fundamentalanalyse investieren kannst.

Um deine Erfolgschancen weiter zu erhöhen, kannst du auch beide Strategien zu deinem Vorteil nutzen. So kannst du beispielsweise mit der Fundamentalanalyse eine Aktie bewerten und die Chartanalyse für den richtigen Einstiegszeitpunkt nutzen.

Fazit

Die Chartanalyse soll es ermöglichen, dass auf Basis der Kurshistorie eine Prognose angestellt werden kann, in welche Richtung sich der Kurs in Zukunft entwickeln kann. Hierfür gibt es nicht nur etliche verschiedene Chart Darstellungen, sondern auch unterschiedlichste Indikatoren und Strategien, die angewandt werden können. Anleger:innen sollten dabei aber nicht vergessen, dass die Chartanalyse keine Garantie für einen bestimmten Kursverlauf darstellt.

Wer die Kurse anhand der technischen Analyse bewerten möchte und seine Strategie darauf aufbauen möchte, der sollte diese Strategie zuerst in sogenannten Musterdepots ausprobieren. Denn diese können dich vor großen Verlusten bewahren, wenn deine Strategie doch nicht aufgeht. Wenn du dagegen zuerst mit echtem Geld handelst, dann kannst du auch echtes Kapital verlieren. Im Musterdepot kannst du in aller Ruhe deine neue Strategie anwenden, ohne ein Risiko einzugehen. Anleger:innen sollten daher unbedingt darauf achten, dass sie ihre Strategien zuerst in einem Musterdepot perfektionieren, bevor sie diese in der Praxis einsetzen.

FAQ: Charttechnik Strategien

Was bedeutet Charttechnik bzw. technische Analyse?

Mit der Charttechnik lässt sich die Kurshistorie eines bestimmten Marktes oder Wertes analysieren. Die Fundamentaldaten, wie beispielsweise Umsätze oder Gewinne, spielen dabei keine Rolle, es wird ausschließlich der Chart betrachtet.

Wie funktioniert die technische Analyse?

Bei der technischen Analyse werden die Kurse hinsichtlich gewisser Muster untersucht, um herauszufinden, wie sich der Kursverlauf in Zukunft entwickeln wird.

Welche Arten von Charttechnik Strategien gibt es?

Es gibt die Trendfolgeindikatoren, Oszillatoren und die Volumen-Indikatoren.

Wie kann man Trends erkennen?

Trends lassen sich erkennen, indem man die Chartanalyse verwendet, bei der die vergangenen Kursverläufe analysiert werden, um einen zukünftigen Trend zu prognostizieren.

Feda Mecan

Veröffentlicht von

Ursprünglich komme ich aus dem reinen Marketing, aber mein Interesse an Finanzthemen führte mich zu diesem Hobby, der OnlineBanken.com