Aktienanalyse

Sercan
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Letzte Überarbeitung am 3. August 2023
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Aktienanalysen können Investor:innen dabei helfen, den Aktienmarkt besser einzuschätzen. Daher sollte sich jeder Börsianer mit den Arten der Aktienanalyse vertraut machen. Deshalb werden wir dir im Rahmen dieses Artikels erläutern, was man unter einer Aktienanalyse versteht, welche Formen der Analyse es gibt und welche Kennzahlen Anleger:innen bei der Bewertung eines Unternehmens unterstützen können. Zudem erklären wir dir, wo du gute Aktienanalysen finden und wie du diese selbst erlernen kannst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Unter einer Aktienanalyse versteht man die Untersuchung eines Wertpapiers oder eines ganzen Marktes von Anleger:innen, welche dem Börsenerfolg dienen soll.
  • Mithilfe von Aktienanalysen können Anleger:innen erfolgreichere Investments tätigen und eine höhere Rendite erzielen. Eine Garantie besteht jedoch nicht.
  • Bei der fundamentalen Analyse analysieren Anleger:innen ein Unternehmen basierend auf den wirtschaftlichen Faktoren, wie zum Beispiel Umsatz und Gewinn.
  • Bei Verwendung der technischen Analyse werden wirtschaftliche Faktoren nicht berücksichtigt, stattdessen suchen Trader:innen nach bestimmten Mustern in Charts.
  • Die Aktienanalyse kann auch erlernt werden. Empfehlenswert sind hierbei Bücher von bekannten und sehr erfolgreichen Investor:innen.

Definition der Aktienanalyse

Bei einer Aktienanalyse handelt es sich um die Untersuchung einer einzelnen Aktie oder eines Aktienmarkts. Basierend auf dieser Analyse treffen Anleger:innen ihre Kauf- und Verkaufsentscheidungen. Die Untersuchung von Wertpapieren dient dazu, Investor:innen einen Überblick über einen bestimmten Markt bzw. ein bestimmtes Unternehmen zu verschaffen.

Hinweis

Häufig wird die Aktienanalyse auch als Wertpapieranalyse oder Marktanalyse bezeichnet.

Nutzen und Aufgaben

Anleger:innen wenden die Aktienanalyse an, um ihren Erfolg an der Börse zu erhöhen. Denn die durch eine Aktienanalyse erhaltenen Informationen lassen Rückschlüsse über die zukünftige Entwicklung des Aktienkurses zu. Dementsprechend besteht die Aufgabe der Aktienanalyse darin, die Zukunftsaussichten einer Aktie bzw. des zugrunde liegenden Unternehmens zu bewerten. Eine solche Analyse kann sehr nützlich sein, da sich so die Wahrscheinlichkeit steigern lässt, dass die eigene Kursprognose richtig ist.

Je ausführlicher ein Unternehmen analysiert wird, desto besser kennen sich Investor:innen mit dem Geschäftsmodell aus. Das erlaubt eine genauere Bewertung des Unternehmens. Dadurch können Anleger:innen besser einschätzen, ob der Kurs einer Aktie noch Luft nach oben hat, oder ob sie eventuell sogar überbewertet ist.

Hinweis

Auch wenn eine sorgfältige Aktienanalyse den Erfolg beim Investieren erhöhen kann, besteht keine Garantie, dass sich der Kurs wie erhofft entwickeln wird.

Fundamentale Aktienanalyse

Es existieren mehrere Arten von Aktienanalysen. Eine davon ist die Fundamentalanalyse. Was man genau unter dieser Form von Analyse versteht und wodurch sie sich auszeichnet, erfährst du in den folgenden Abschnitten.

Charakterisierung und Funktionsweise

Bei der fundamentalen Aktienanalyse wird vor allem das zugrunde liegende Unternehmen und dessen Ertragsstärke analysiert. Das bedeutet, dass wichtige wirtschaftliche Rahmenbedingungen untersucht werden. Hierzu gehören insbesondere die fundamentalen Aktienkennzahlen. Zu diesen zählen Kennzahlen, die den Gewinn, den Umsatz, den Buchwert, den Cashflow sowie viele weitere wichtige Unternehmensdaten ins Verhältnis zum Aktienkurs bzw. zum Börsenwert des jeweiligen Unternehmens setzen.

Das bedeutet, dass Anleger:innen bei der Fundamentalanalyse die Wirtschaftskraft eines Unternehmens beurteilen, indem die wirtschaftlichen Informationen des Betriebs evaluiert werden. Dabei gilt, dass ein Unternehmen unter Umständen zwar eine sehr hohe Profitabilität aufweist, aber trotzdem ein schlechtes Investment sein kann.

Dies liegt daran, dass auch der Bewertung der Aktie eine sehr große Relevanz beigemessen wird. Schließlich ist die hohe wirtschaftliche Ertragskraft des Unternehmens höchstwahrscheinlich auch anderen Anleger:innen aufgefallen, die der Aktie daher einen hohen Kurs zubilligen. Das ist der Grund, warum Gewinn, Umsatz und Cashflow eines Unternehmens nicht nur für sich analysiert werden, sondern in Form von Kennzahlen ins Verhältnis zur Unternehmensbewertung gesetzt werden.

Hinweis

Ein Unternehmen kann sehr hohe Gewinne erzielen und trotzdem ein attraktives Investment sein, wenn die Aktie sehr hoch bewertet ist.

Top-Down-Ansatz

Unter dem sogenannten Top-Down-Ansatz versteht man die Analyse von gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die Einfluss auf einen Betrieb nehmen können. Hierzu zählen neben Veränderungen bei Angebot und Nachfrage auch viele weitere Faktoren, wie zum Beispiel die Wirtschaftspolitik, staatspolitische Maßnahmen sowie die Zinspolitik von Zentralbanken. Bei diesem Ansatz versuchen Investor:innen, basierend auf der Gesamtentwicklung der Volkswirtschaft bzw. der entsprechenden Branche Rückschlüsse auf die Entwicklung eines bestimmten Unternehmens zu ziehen.

Bottom-Up-Ansatz

Beim Bottom-Up-Ansatz dagegen analysieren Anleger:innen hauptsächlich das Potenzial einer einzelnen Aktiengesellschaft anhand dessen Kennzahlen. Erst im nächsten Schritt erfolgt eine Bewertung der Branche sowie des gesamten Marktes. Dementsprechend steht das jeweilige Unternehmen und dessen Ertragskraft im Vordergrund und nicht die Situation des Gesamtmarkts oder des Sektors.

Kennzahlen der fundamentalen Aktienanalyse

Die Kennzahlen der fundamentalen Aktienanalyse setzen den Wert eines Unternehmens ins Verhältnis zu den wirtschaftlichen Daten. In den nächsten Abschnitten erläutern wir dir, was es mit den einzelnen Kennzahlen auf sich hat und was diese genau bedeuten.

KGV

Beim sogenannten KGV handelt es sich um das Kurs-Gewinn-Verhältnis. Dieses setzt den Gewinn eines Unternehmens ins Verhältnis zu dessen Bewertung. Je höher das KGV ausfällt, desto höher fällt auch die Bewertung aus. Je niedriger das KGV ist, desto attraktiver ist die Aktie bewertet. Da dem Gewinn eines Unternehmens bei der Aktienanalyse eine große Bedeutung beigemessen wird, ist das KGV meist die erste Kennzahl, die Anleger:innen berechnen. In der Regel ist gar keine eigene Berechnung erforderlich, da das KGV der meisten großen Unternehmen bereits auf den einschlägigen Finanzportalen angegeben ist. Wir möchten dir die Berechnung trotzdem anhand eines Beispiels erläutern.

Um das KGV zu erhalten, musst du lediglich den Börsenkurs durch den Gewinn pro Aktie teilen. Nehmen wir einmal an, der Kurs einer Aktie liegt bei 200 Euro und der Gewinn pro Aktie beläuft sich auf 10 Euro. In diesem Fall ergibt sich folgende Rechnung: 200 / 10 = 20. Das bedeutet, in diesem Fall beträgt das KGV des Unternehmens 20. Investor:innen erhalten ihr Investment also quasi nach 20 Jahren zurück. Denn dann hat das Unternehmen ihr eingesetztes Kapital in Form von Gewinnen erwirtschaftet.

Das KGV eignet sich allerdings nicht für jede Branche. Bei bestimmten Unternehmen kann die Anwendung des KGVs sogar sinnlos sein. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn es sich um ein schnell wachsendes Unternehmen handelt, das die gesamten Einkünfte direkt wieder reinvestiert, sodass gar kein Gewinn entsteht.

Hinweis

Wachstumsstarke Unternehmen können ein hohes KGV aufweisen und trotzdem ein attraktives Investment darstellen, wenn sie ihre Gewinne schnell steigern können.

PEG-Ratio

Der Begriff PEG-Ratio stammt aus dem englischsprachigen Raum und steht für “Price/Earnings to Growth Ratio”. Auf Deutsch übersetzt bedeutet dies soviel wie „Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis“. Hier wird demnach nicht nur der Gewinn und der Aktienkurs eines Unternehmens berücksichtigt, sondern auch das erwartete Gewinnwachstum. Anleger:innen können mithilfe der PEG-Ratio einschätzen, ob die Aktie eines Unternehmens fair bewertet, überbewertet oder unterbewertet ist, gemessen anhand der erwarteten zukünftigen Gewinne.

Berechnet wird diese Kennzahl, indem das Kurs-Gewinn-Verhältnis durch das erwartete Gewinnwachstum pro Jahr geteilt wird. Nach der Berechnung dieser Kennzahl erhalten Anleger:innen einen Wert, der entweder bei 1 liegt oder größer bzw. kleiner als 1 ist.

Erhältst du einen Wert, der kleiner als 1 ist, dann spricht man von einer Unterbewertung. Das bedeutet, dass aktuell aller Voraussicht nach eine gute Einstiegsmöglichkeit besteht. Bei einem höheren Wert als 1 spricht man von einer überbewerteten Aktie. Eine Investition empfiehlt sich in diesem Fall eher nicht. Bei einem Wert von 1 ist die Aktie fair bewertet. Nehmen wir einmal an, ein Unternehmen hat ein KGV von 20 und weist ein erwartetes Gewinnwachstum in Höhe von 10% auf.

In diesem Fall lautet die Rechnung wie folgt: 20 / 10 = 2. Die PEG-Ratio liegt somit bei deutlich über 1, sodass wir von einer deutlich überbewerteten Aktie ausgehen können. Von einem Investment sollte daher eher abgesehen werden. Bei der Ermittlung der PEG-Ratio spielt die Qualität der Daten eine sehr wichtige Rolle. Denn wenn sich das erwartete Gewinnwachstum nicht einstellt, dann führt auch die Aktienanalyse mithilfe dieser Kennzahl nicht zum richtigen Ergebnis.

Hinweis

Bei Anwendung der PEG-Ratio sollten Anleger:innen unbedingt berücksichtigen, dass es sich um erwartete Gewinne handelt. Die Prognosen diesbezüglich müssen nicht zwangsläufig eintreffen.

Charttechnische Aktienanalyse

Neben der Fundamentalanalyse gibt es auch noch die charttechnische Aktienanalyse. Beide Analysearten unterschieden sich jedoch grundlegend voneinander. Bei der Chartanalyse berücksichtigen Anleger:innen ausschließlich den Chart und dessen Entwicklung. Im Gegensatz zur fundamentalen Analyse spielen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen überhaupt keine Rolle. Stattdessen suchen Trader:innen nach bestimmten Chartmustern, um eine Prognose hinsichtlich der zukünftigen Kursentwicklung einer Aktie anstellen zu können.

Parameter der charttechnischen Aktienanalyse

Es gibt einige wichtige Parameter, welche von Anleger:innen im Rahmen der charttechnischen Analyse genutzt werden können. Hierzu zählen zum Beispiel Trendbestimmungen. Dabei handelt es sich um Indikatoren, welche die Stärke eines Trends ermitteln können. Dabei zeigt ein Trend an, welche Richtung der Kurs eines bestimmten Wertpapiers oder Marktes aller Voraussicht nach nehmen wird.

Die hieraus gewonnenen Informationen können Trader:innen nutzen, um profitabel an der Börse zu handeln. Aber auch gleitende Durchschnitte wie zum Beispiel die 200-Tage-Linie oder die 50-Tage-Linie können von Trader:innen genutzt werden, um die richtigen Einstiegszeitpunkte in Aktien oder andere Wertpapiere ausfindig zu machen. Denn mithilfe dieser Parameter können Anleger:innen Auf- und Abwärtstrends ausfindig machen und zu ihrem Vorteil nutzen. Wir haben dir eine Liste von wichtigen Parametern der Chartanalyse bereitgestellt:

  • Relative Vigor Index (RVI)
  • Vertical Horizontal Filter (VHF)
  • Standardabweichung
  • Average Directional Index (ADX)
  • Directional Movement Index (DMI)
  • 200-Tage-Linie
  • 50-Tage-Linie

Wo findet man gute Aktienanalysen?

Es gibt im Internet sehr viele Aktienanalysen, die frei und ohne Kosten zugänglich sind. Allerdings sind nicht alle davon geeignet, um sich Inspirationen für eigene Investments zu holen. Zwar gibt es sehr gute Blogs, die mit qualitativ hochwertigen Informationen auf sich aufmerksam machen, allerdings gibt es auch Finanzblogs mit schlechter Qualität. Zudem können selbst angesehene Expert:innen falsch liegen.

Für einen Laien ist nur sehr schwer erkennbar, welche Aktienanalysen gut und welche eher schlecht sind. Daher empfiehlt es sich zuerst einmal das notwendige Know-How und Verständnis von der Börse aufzubauen, bevor man sich die Analysen von fremden Personen durchliest. Grundsätzlich sollten keine Investmententscheidungen getroffen werden, bei denen man sich ausschließlich auf andere Anleger:innen oder Analyst:innen verlässt.

Aktienanalyse selber lernen

Um die Aktienanalyse selbst zu erlernen, gibt es mehrere Methoden. So kannst du zum Beispiel das Internet nach guten Finanzblogs durchforsten und kostenlos dein Verständnis des Aktienmarkts und dessen Bewertung erhöhen. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, Bücher von sehr bekannten Investor:innen zu konsumieren, wie zum Beispiel von Peter Lynch. Dies ist allerdings mit Kosten verbunden, auch wenn diese in der Regel sehr gering ausfallen.

Sofern du die gewünschten Bücher in einer Bibliothek vorfindest, kannst du sie unter Umständen sogar kostenlos lesen. Es gibt auch kostenpflichtige Online-Kurse, die das Versprechen abgeben, einem das Investieren beizubringen. Diese sind in der Regel jedoch mit deutlich höheren Kosten verbunden. Dementsprechend empfiehlt es sich, die Aktienanalyse anhand von Büchern oder Blogs zu erlernen.

Fazit

Die Aktienanalyse stellt ein sehr wichtiges Instrument für Anleger:innen dar, um profitabel an der Börse zu handeln. Denn ohne eine vorangegangene sorgfältige Analyse des jeweiligen Unternehmens bzw. Marktes wäre die Investition in Wertpapiere reine Zockerei. Investor:innen können grundsätzlich auf 2 verschiedene Varianten der Aktenanalyse zurückgreifen.

Für kurzfristig orientierte Trader:innen empfiehlt sich die technische Analyse, da hier anhand von Charts und Trends ermittelt werden kann, in welche Richtung sich der Aktienkurs in der nächsten Zeit bewegen wird. Investor:innen mit langfristigem Anlagehorizont müssen sich nicht zwangsläufig mit der Analyse von Charts auseinandersetzen, da sich auf lange Sicht die wirtschaftliche Ertragskraft eines Unternehmens durchsetzen und zu höheren Aktienkursen führen wird.

FAQ: Fragen und Antworten zur Aktienanalyse

Wie funktioniert eine Aktienanalyse?

Bei der Aktienanalyse untersuchen Anleger:innen einen bestimmten Markt oder ein bestimmtes Wertpapier und wägen ab, ob sich ein Investment lohnt.

Was sind die Vorteile einer Aktienanalyse?

Der Vorteil der Aktienanalyse besteht darin, dass Anleger:innen nicht planlos investieren, sondern die Situation eines Unternehmens anhand von Charts oder fundamentalen Kennzahlen analysieren. Dies steigert den Erfolg an der Börse.

Warum greift man auf die Aktienanalysen zurück?

Man greift deshalb auf Aktienanalysen zurück, weil nur so ein profitables Handeln am Aktienmarkt möglich ist, ohne sich auf Glück und Zufälle zu verlassen.

Warum sollte man Aktienanalyse lernen?

Anleger:innen sollten die Aktienanalyse lernen, weil sie so selbst Unternehmen und deren Aktien analysieren und auf diese Weise ihren Investmenterfolg steigern können.

Welche Aktienanalysen sind die besten?

Es gibt nicht die eine beste Aktienanalyse. Grundsätzlich ist die technische Analyse empfehlenswert, wenn ein kurzfristiger Anlagehorizont besteht. Für langfristig orientierte Investor:innen empfiehlt sich die fundamentale Analyse.

Welches KGV ist normal?

Welches KGV als normal anzusehen ist, hängt auch stark von der Branche ab, in welcher das jeweilige Unternehmen ansässig ist. Daher muss ein KGV immer auch mit der Konkurrenz und dem vergangenen KGV des Unternehmens verglichen werden.

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Sercan Kahraman

Veröffentlicht von

Ich bin seit Jahren Privatanleger und bin bei OnlineBanken.com der Projektleiter sowie dafür zuständig, dass die Inhalte im Internet gut gefunden und oft gelesen werden.