John Law

Gründer der ersten Zentralbank in Frankreich

Feda Mecan
| Anzahl Artikel: 366
Geschäftsführer und Investment-Experte Letzte Überarbeitung am 5. September 2022
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Anfang des 18. Jahrhunderts stand Frankreich kurz vor der Staatspleite. John Law führte ein neuartiges Kreditsystem ein und schaffte es damit das Land vor der Pleite zu retten. Der Schotte gründete Frankreichs erste Zentralbank, führte das Papiergeld ein und verkaufte Goldminenaktien. Sein Erfolg war jedoch nur von kurzer Dauer. Denn als kein Gold gefunden wurde, scheiterte sein System.

Das Wichtigste in Kürze

  • John Law gilt als Erfinder des Papiergelds, was jedoch nicht ganz der Wahrheit entspricht. Er führte zwar das Papiergeld in Frankreich ein, doch arbeitete die Bank von Amsterdam bereits davor mit Papiergeld.
  • John Law besaß einzigartige Kopfrechenfähigkeiten, durch die er beim Glücksspiel überaus erfolgreich war.
  • Beim Verkauf der Goldminenaktien zeigte sich sein Hang zum Glücksspiel. Denn ob die erwarteten Goldvorkommen tatsächlich existieren, wusste Law nicht, als er die Aktien verkaufte.

Wer war John Law?

John Law wurde als fünftes von zwölf Kindern geboren. Sein Vater William Law war Innungsmeister der Edinburgher Goldschmiede und Geldverleiher. Nach dem Tod des Vaters im Jahr 1688 zog es John nach London, wo er als professioneller Glücksspieler tätig war. Hierfür machte er sich seine einzigartigen Kopfrechenfähigkeiten zunutze, um die Gewinnchancen zu berechnen. 1694 verließ er England und floh nach Holland, um der Todesstrafe zu entgehen, zu der er nach einem tödlichen endenden Duell verurteilt wurde. Hier befasste er sich mit dem Finanzsystem der Amsterdamer Bank, von dem er überzeugt war. Nach dem gescheiterten Versuch sein Heimatland vor einer finanziellen Katastrophe zu bewahren, die aufgrund des Darién-Projekts drohte, ging John Law nach Paris, wo er sich durch Glücksspiel ein Vermögen verdiente.

Gründung der Banque Royale und Einführung des Papiergelds

Als Law 1715 die Bekanntschaft des Herzogs von Orléans machte, ergriff er die Gelegenheit seine einstige Idee, mit der er Schottland vor der Finanzkrise retten wollte, in die Tat umzusetzen und Papiergeld einzuführen. Da Frankreich hoch verschuldet war, wurde John Laws Vorschlag dankend angenommen. Im Jahr 1716 gründete der Schotte die Banque Royale, die erste Zentralbank Frankreichs. Das Papiergeld wurde zum Erfolg und John Laws Rettungsplan ging aufzugehen. Im nächsten Schritt gründete Law die Mississippi-Gesellschaft, die Goldvorkommen in der französischen Kolonie in Louisiana erschließen sollte. Hierfür übereignete der Herzog von Orléans John Law Louisiana. Um die Kosten für die Expeditionen nach Louisiana und der Erschließung der Goldvorkommen decken zu können, verkaufte Law Goldaktien. Die Aktien wiederum wurden mit dem zuvor ausgegeben Papiergeld finanziert. Auch die Mississippi-Aktien wurden zu einem vollen Erfolg.

Was jedoch nicht berücksichtigt wurde, war die Tatsache, dass John Law nicht wusste, ob es tatsächlich Goldvorkommen in Louisiana gab. Schon bald sollte sich diese Risikobereitschaft jedoch rächen, denn das erwartete Gold wurde nicht gefunden. Die Anleger wurden zunehmend misstrauisch und das Vertrauen in die Aktien und das Papiergeld sank. Das führte wiederum dazu, dass sie beides schnellstmöglich abstoßen wollten. Infolgedessen brach das französische Finanzsystem 1720 zusammen und John Law floh nach Venedig. An sein Vermögen kam er jedoch nicht heran. Später übereignete er es als Schadenersatz an die Mississippi-Kompanie. 1721 führte ihn sein weg nach London, wo er als Geheimagent für England tätig war. Fünf Jahre später kehrte er jedoch nach Venedig zurück und war bis zu seinem Tod als Gemäldehändler tätig.

Steckbrief

Vollständiger NameJohn Law of Lauriston
Geburtsdatum16. April 1671
Geburtsort/-landEdinburgh, Schottland
Todesdatum21. März 1729
SterbeortVenedig, Italien
BerufBankier und Nationalökonom
VermögenKeine Angabe

Besonderheiten

Das Todesurteil, das 1694 gegen ihn verhängt wurde, hob der englische König 1717 durch eine Begnadigung auf. Dadurch war es ihm möglich, im Jahr 1720 nach England zu gehen. Vor der Begnadigung galt er als flüchtiger Verbrecher und musste fürchten, dass das Urteil vollstreckt wird.

Bekannte Aussagen von John Law

Zu den bekannten Aussagen von John Law gehören unter anderem:

„Die Wirtschaft, das bin ich.“
„Der Staat, das bin ich.“

Bücher über John Law

John Law findet sowohl in Fachliteratur als auch Belletristik Erwähnung:

  1. Antoin E. Murphy – John Law. Ökonom und Visionär
  2. Karl Walker – Das Geld in der Geschichte
  3. Micaela Jary – Die Pastellkönigin (historischer Roman)
  4. Janet Gleeson – Der Mann, der das Geld erfand
  5. Ernst Samhaber – Der Magier des Kredits. Glück und Unglück des John Law of Lauriston

Kritik an John Law

John Law wird häufig als Erfinder des Papiergeldes bezeichnet, was jedoch nicht korrekt ist. Schon vor der Einführung seines Finanzsystems in Frankreich nutzte die Bank von Amsterdam Papiergeld. Im Gegensatz zu Law wurde hierbei jedoch darauf geachtet, dass eine ausreichende Deckung durch Münzgeld vorhanden war.

Weiterführende Quellen

https://de.wikipedia.org/wiki/John_Law
https://www.sueddeutsche.de/leben/john-law-compagnie-d-occident-papiergeld-mississippi-kompanie-mississippi-blase-philippe-d-orleans-1.5461814
https://www.faz.net/aktuell/finanzen/anlagebetrueger-john-law-der-reichste-mann-der-welt-1143622.html

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Feda Mecan

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Ich investiere seit mehreren Jahren in internationale Start-ups und habe 2015 OnlineBanken.com gegründet, um ein transparentes und unabhängiges Finanzportal in Deutschland zu etablieren.