Auslandsüberweisung

Feda Mecan Feda Mecan Veröffentlicht am: 10. März 2022 Letztes Update: 3. März 2022 Lesezeit: 7 Minuten
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Auslandsüberweisungen haben mit Beginn der Globalisierung einen immer höheren Stellenwert eingenommen und gehören mittlerweile zum „Daily Business“ von Unternehmen und auch Privatpersonen. Doch bei den Überweisungen in fremde Länder gelten oft besondere Bestimmungen und als Versender:in solltest du dir darüber im Klaren sein. Worauf es beim Geldtransfer ins Ausland ankommt, erfährst du in diesem Artikel.

Das Wichtigste in Kürze

  • Prinzipiell lässt sich das Ausland in Bezug auf Überweisungen in EU und Nicht-EU Länder teilen.
  • Bei Überweisungen in Länder mit anderen Währungen solltest du als Überweiser:in immer den Wechselkurs im Blick haben.
  • Bei Auslandsüberweisungen in Nicht-EU Länder können zusätzliche Transaktionsgebühren fällig werden.

Wie viel kostet eine Auslandsüberweisung?

Ob eine Auslandsüberweisung kostenpflichtig ist, hängt von vielen Faktoren ab. Eine Überweisung innerhalb Europas ist mittlerweile so gut wie immer kostenlos. Eine Gebühr fällt nur dann an, wenn die Überweisung an eine:n Empfänger:in geht, welche:r außerhalb des EWR Raumes sitzt. In Ausnahmefällen können jedoch auch innerhalb Europas Kosten für Transaktionen anfallen. Wenn eine Überweisung nicht in Euro durchgeführt wird oder der Betrag die Grenze von 50.000€ überschreitet, wird eine Auslandsüberweisung auch innerhalb des EWR Raumes kostenpflichtig. Bei einer Auslandsüberweisung musst du also mit folgenden Kosten rechnen:

  • Eine Überweisungsgebühr, die in der Regel 1 bis 5 Prozent des Überweisungsbetrages ausmacht.
  • Wechselkursgebühren, die tagesabhängig sind.
  • Zusätzliche Gebühren für Fremdwährungen, wenn deine Bank die Überweisung als Devisengeschäft ansieht.

Auslandsüberweisungen im SEPA-Raum kostenlos

Seit dem 01. August 2014 gilt das SEPA-Verfahren. Dieses hat den Überweisungsverkehr innerhalb des EWR Raumes deutlich vereinfacht und kostenfrei gemacht. Beim SEPA Verfahren werden die Kontodaten über die IBAN identifiziert. Klassische Kontonummern und Bankleitzahlen gehören hier also der Vergangenheit an.

SEPA ist die Abkürzung für Single Euro Payments Area und regelt den einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum.

Anleitung: Auslandsüberweisung über die Hausbank aufgeben

Wenn du über deine Hausbank eine Auslandsüberweisung tätigen möchtest, hast du mittlerweile mehrere Optionen, die wir dir nun Schritt für Schritt erklären möchten.

Die erste Möglichkeit besteht darin, dass du in eine Filiale vor Ort gehst und dich durch eine:n Bankberater:in am Schalter unterstützen lässt.

Die zweite Möglichkeit eine Auslandsüberweisung durchzuführen ist online, entweder direkt über die Website deiner Bank oder via Banking App. Hierzu befolgst du am besten folgende Schritte:

  1. Logge dich ein, um zu deiner Kontoübersicht zu gelangen.
  2. Wähle bei den Überweisungsmöglichkeiten den Punkt Auslandsüberweisung.
  3. Gib wie gewohnt die Daten der Empfänger:in ein.
  4. Wähle den zu überweisenden Betrag aus und entscheide dich für eine Währung.
  5. Trage wie gehabt eine Zahlungsreferenz ein.
  6. Prüfe die eingegebenen Daten und bestätigte die Überweisung.

Eine weitere Möglichkeit ist die Auslandsüberweisung per Beleg. Den Beleg kannst du ganz einfach über das Internet bei deiner Hausbank downloaden oder entsprechend in der Filiale abholen und mit den korrekten Daten aufgeben.

Neue Anbieter ersparen hohe Überweisungskosten

Mit der steigenden Anzahl an Auslandsüberweisungen haben sich Unternehmen auf dieses Tätigkeitsfeld spezialisiert. Vor allem Online-Anbieter und Geldtransferdienste wie Paypal, Wise und Moneygram bieten Auslandsüberweisungen oft deutlich günstiger an als die herkömmlichen Banken. Mit dem Girokonto Vergleich findest du das Konto, welches am besten zu dir passt. Die Vorteile dieser Online-Dienste liegen klar auf der Hand. Auslandsüberweisungen gehören zum Standardangebot und sind deswegen oft sehr kostengünstig. Auch die Geschwindigkeit der Überweisungen ist ein klares Plus für die Geldtransferdienste. Meist kann Geld in nur 24 Stunden über den gesamten Globus transferiert werden. Herkömmliche Banken haben hier oft eine Überweisungsdauer von bis zu einer Woche vorzuweisen und sind zudem noch deutlich teurer.

Welche Daten brauche ich für eine Auslandsüberweisung?

Eine Auslandsüberweisung kann natürlich nur dann durchgeführt werden, wenn du alle notwendigen Daten korrekt angibst. Falsche oder nicht vollständige Angaben sorgen nicht nur für einen weiteren Arbeitsaufwand deinerseits. Eine Rückholung der Überweisung ist meist auch entsprechend mit weiteren Kosten verbunden. Deswegen solltest du folgende Punkte ganz genau beachten.

Empfängername und vollständige Adresse

Natürlich ist es klar, dass der Name und die vollständige Adresse der Empfänger:in korrekt angegeben werden müssen. Doch aufgrund dieser Selbstverständlichkeit schleichen sich hier gerne Fehler ein. Deswegen lohnt es sich, diese Daten trotzdem mit besonderer Sorgfalt auszuwählen.

Zielland & Währung

Transferierst du Geld ins Ausland, braucht es eine Angabe über das Zielland und die Währung, in der du deinen Betrag versenden möchtest. Eine Korrektur ist im Nachhinein nicht mehr möglich. Da der Euro als sehr starke Währung gilt, würdest du in den meisten Fällen einen Verlust hinnehmen müssen, wenn nicht die korrekte Währung angegeben wird.

Kontonummer und IBAN

Je nachdem, wo ein:e Empfänger:in sitzt, muss entweder die IBAN oder Kontonummer angegeben werden. Auch hier gilt besondere Vorsicht. Die vielen Zahlen erhöhen das Fehlerpotenzial bei der Eingabe. Auch hier solltest du daher lieber kontrollieren, ob die Daten korrekt eingegeben wurden.

SWIFT & BIC

Der Swift- oder BIC-Code besteht aus 8 bis 11 Zeichen und Zahlen. Ohne die Angabe dieses Codes ist es nicht möglich, eine internationale Zahlung abzuwickeln. Deswegen ist auch bei dieser Eingabe Genauigkeit gefragt.

Swift ist die Abkürzung für Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication und dient als Grundlage für einen sicheren internationalen Zahlungsverkehr.

US-Überweisungen: Fedwire, Routing Numbers & ABA-Code erklärt

Wie so oft gelten auch bei Überweisungen in den USA ganz andere Regeln und Grundlagen als in Europa. Vor allem wenn du das erste Mal eine Überweisung in die USA tätigst, kann das eine ziemliche Herausforderung darstellen. Deswegen lohnt es sich bei einer Überweisung in die Vereinigten Staaten umso mehr die Gegebenheiten vorab zu kennen.

  • Fedwire ist das Pendant zum europäischen TARGET2-System. Über dieses Clearinghaus werden schnelle und sichere Transaktionen geschaffen.
  • Routing Numbers und ABA-Codes ersetzen in den USA die bei uns bekannten Bankleitzahlen.

Verwendungszweck und Betrag

Zu guter Letzt solltest du noch einen Verwendungszweck angeben, damit die Empfänger:in den erhaltenen Betrag zuordnen kann. Und natürlich musst du beachten, ob du den Betrag in deiner Kontowährung oder in der Währung der Empfänger:in versenden möchtest.

Nicht immer muss man als Versender:in alle Bankgebühren tragen. OUR, SHA und BEN regeln den Gebührenübergang bei Auslandsüberweisungen.

Wie lange dauern Auslandsüberweisungen?

Wie lange eine Auslandsüberweisung dauert, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Gesetzlich ist festgelegt, dass eine Überweisung innerhalb der Europäischen Union nicht länger als einen Werktag dauern darf. Wird dabei eine andere Währung als der Euro genutzt, gibt es eine maximale Frist von 4 Werktagen. Für Zahlungen in das Ausland außerhalb Europas gibt es keine Regelungen und deswegen gibt es hier große Unterschiede. Je nach Land und Währung kann es bis zu 14 Werktage dauern, bis klassische Banken eine Überweisung durchführen. Onlinedienste sind hier in der Regel deutlich schneller und kostengünstiger.

Woraus bestehen die Kosten im Detail?

Die Kosten für eine Auslandsüberweisung sind immer abhängig vom Betrag. Denn von diesem fallen in der Regel zwischen 1 und 5 Prozent als Überweisungsgebühr an. Zusätzlich dazu kommen Wechselgebühren und möglicherweise Fremdwährungsgebühren.

Wer trägt die Kosten von Auslandsüberweisungen?

Nicht immer muss man als Versender:in die Kosten für die Auslandsüberweisung tragen. Hier haben sich drei mögliche Varianten entwickelt, die den Kostenübergang regeln.

  • OUR bedeutet, dass alle anfallenden Gebühren von der versendenden Peson bezahlt werden.
  • SHA bedeutet, dass die Gebühren nach Bank gesplittet werden. Versender:in und Empfänger:in bezahlen jeweils die Gebühren der eigenen Versender- und Empfängerbank.
  • BEN besagt, dass alle anfallenden Gebühren von der empfangenden Person bezahlt werden.

Höchstbeträge und Meldepflichten beachten

Wenn du hohe Summen in das Ausland transferierst, musst du dies ab einer Summe von 12.500 Euro melden. Beim Online Banking erhältst du meist sogar eine automatische Meldung. Eine Meldung kann entweder telefonisch direkt bei der Bundesbank vorgenommen oder über das „Allgemeine Meldeportal Statistik“ durchgeführt werden. Ein Limit nach oben gibt es bei der Auslandsüberweisung nicht.

Fazit

Auslandsüberweisungen können durchaus ihre Tücken mit sich bringen. Deswegen lohnt es sich vorab Informationen darüber einzuholen, Anbieter zu vergleichen und eingegebene Daten doppelt zu prüfen. Dann sind auch Auslandsüberweisungen im Handumdrehen erledigt.

Auslandsüberweisung FAQ

Wie teuer ist eine Auslandsüberweisung?

Die Kosten einer Auslandsüberweisung hängen stark mit der Höhe des überwiesenen Betrages zusammen. Für diesen wird eine Gebühr in Höhe von 1 bis 5 Prozent fällig. Weitere Kosten können Wechselkursgebühren und Gebühren für Fremdwährungen sein.

Wie kann ich kostenlos ins Ausland überweisen?

Dank SEPA kann innerhalb der gesamten EU sowie auch in Norwegen, Island, Liechtenstein, der Schweiz und Monaco eine kostenlose Überweisung getätigt werden.

Wie lange dauert die Überweisung ins Ausland?

Die Überweisung innerhalb der Europäischen Union und der EWR muss gesetzlich innerhalb eines Werktages abgeschlossen werden. Wird dabei nicht der Euro als Geldmittel eingesetzt, darf eine Überweisung 4 Werktage in Anspruch nehmen. Für Überweisungen in alle weiteren Länder gibt es keine Vorgaben. Hier haben Online-Dienstleister die Nase vorne und überweisen weitaus schneller als herkömmliche Banken.

Wie kann ich bei Auslandsüberweisungen Gebühren sparen?

Um Gebühren zu sparen, lohnt es sich, die verschiedensten Anbieter zu vergleichen. Zudem kann SHA oder BEN vereinbart werden, damit nicht nur du als Versender:in die gesamten Gebühren trägst.

Feda Mecan

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Ich investiere seit mehreren Jahren in internationale Start-ups und habe 2015 OnlineBanken.com gegründet, um ein transparentes und unabhängiges Finanzportal in Deutschland zu etablieren.