Zahlungsverkehr Definition

Bare und unbare Transaktionen

oliverschoch
| Anzahl Artikel: 90
Letzte Überarbeitung am 16. August 2022
Warum uns vertrauen?
Als Onlinebanken.com möchten wir dir dabei helfen, die für dich beste finanzielle Entscheidung zu treffen und gleichzeitig auch zu wissen, warum du sie getroffen hast. Deswegen findest du bei uns Ratgeberartikel und Testberichte. Unsere Testberichte schreiben wir und schauen dann im Anschluss erst, ob wir eine Provision erhalten können. Deswegen bewerten wir auch Anbieter mit guten Noten, die uns keine Provision auszahlen.

Im Allgemeinen verbindest sicherlich auch du mit dem Zahlungsverkehr das Girokonto, von dem du zum Beispiel Rechnungen bezahlst oder auf dem die Bank dein Gehalt verbucht. In der Fachsprache wird meistens vom Zahlungsverkehr gesprochen. Damit sind im Grunde sämtliche Transaktionen gemeint, die von einem Konto zum anderen oder durch ein anderes Zahlungsmittel stattfinden.

In unserem Beitrag erfährst du, wie die Definition des Zahlungsverkehrs aussieht und welche Arten von Zahlungsverkehr es gibt. Ferner erläutern wir dir, welche Formen des nationalen Zahlungsverkehrs existieren, welche Daten die Bank im Rahmen des Zahlungsverkehrs prüfen muss und worin die Kosten für dich als Kunden bestehen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Wenn Transaktionen finanzieller Art durchgeführt werden, die einer Gegenleistung dienen, spricht man vom Zahlungsverkehr
  • Bankkunden verstehen unter dem Zahlungsverkehr im Allgemeinen, dass sie ein Girokonto nutzen und davon Geld überweisen, Geld abheben und Geld empfangen können
  • Es gibt unterschiedliche Formen des nationalen Zahlungsverkehrs, insbesondere den baren und den unbaren Zahlungsverkehr
  • Der Zahlungsverkehr lässt sich nach mehreren Arten unterteilen, wie zum Beispiel in Überweisungen, Lastschriften oder Kreditkarten

Definition des Zahlungsverkehrs

Per Definition wird dann vom Zahlungsverkehr gesprochen, wenn Transaktionen finanzieller Art dazu dienen, eine entsprechende Gegenleistung zu erfüllen. Typisch sind hier Käufe, die du zum Beispiel in einem Geschäft getätigt hast. In dem Zusammenhang gibt es eine ganze Reihe von Kontobuchungen, die in den Bereich des Zahlungsverkehrs fallen, weil sie stets mit einer Zahlung verbunden sind. Die Zahlungen finden in den allermeisten Fällen heutzutage bargeldlos statt, nämlich durch Überweisungen oder – je nach Zahlungsempfänger – manchmal auch in Form einer Lastschrift. Typische Buchungen der Banken, die auf deinem Konto stattfinden und in den Bereich der Zahlungsvorgänge fallen, sind:

  • Gehaltsgutschriften
  • Überweisungen
  • Lastschriften
  • Bezahlung von Rechnungen
  • Kreditkartenbuchungen

Immer dann, wenn die entsprechenden Transaktionen zwischen den bekannten Wirtschaftssubjekten stattfinden, wird dies in der Fachsprache nationaler Zahlungsverkehr genannt. Im Rahmen des Zahlungsvorganges werden die Transaktionen dann zum Beispiel von Privatpersonen auf die Konten von Unternehmen durchgeführt. Die in Deutschland typischen Wirtschaftssubjekte, die an vielen Zahlungsvorgängen beteiligt sind, sind:

  • Staat
  • Institutionen
  • Unternehmen
  • Privatpersonen

Unter dem Zahlungsverkehr wird also per Definition die Summe aller Geldtransaktionen zusammengefasst, bei denen Finanzmittel den Besitzer wechseln.

Welche Arten des Zahlungsverkehrs existieren?

Ein Zahlungsvorgang lässt sich unter anderem danach in unterschiedliche Gruppen einteilen, um welche Art von Zahlungsverkehr es sich handelt. Auf eine prinzipielle Unterscheidung im Bereich Zahlungsverkehr gehen wir im nächsten Abschnitt näher ein, wenn es nämlich um die Formen des nationalen Zahlungsverkehrs geht. Zunächst allerdings möchten wir kurz die wichtigsten Arten des Zahlungsverkehrs beschreiben, bei denen es vor allem darum geht, welche Form des Zahlungsverkehrs genutzt wird: Die Arten von Zahlungsverkehr lassen sich insbesondere die folgenden Rubriken unterteilen:

  • Überweisungen
  • Debit- und Kreditkarten
  • Lastschriften
  • Bargeld
  • Mobiltelefone

Überweisungen

Die meisten Arten des Zahlungsverkehrs fallen in die Rubrik der unbaren Zahlungen. Die Transaktion resultiert dementsprechend nicht aus einer Barzahlung, sondern es werden zwei Konten direkt angesprochen, ohne dass eine Bareinzahlung oder sonstiges Bargeld verwendet wird. Am bekanntesten ist definitiv die Überweisung. Die Überweisenden sind gleichzeitig die Zahlungspflichtigen und weisen die Bank an, einen bestimmten Betrag auf das Girokonto der Empfänger:innen zu überweisen. Es handelt sich demzufolge um einen elektronischen Geldtransfer, bei dem kein Bargeld zum Tragen kommt.

Kredit- und Debit-Karten

Eine weitere Zahlungsmethode, die in den Bereich der unbaren Zahlungen fällt, wird mittels einer Kreditkarte vorgenommen. Bei dieser Art von Zahlungsverkehr setzt du deine Kreditkarte zum Beispiel in Geschäften, in Onlineshops oder Tankstellen ein. In dem Fall wird vom Konto der Zahlungsempfänger:innen eine Art Auftrag generiert, nämlich von deinem Kreditkartenkonto den entsprechenden Betrag einzuziehen. Dies funktioniert mittlerweile bei allen Kreditkartenzahlungen, die in den Bereich der bargeldlosen Transaktionen fallen. Zusätzlich kannst du natürlich deine Kreditkarte ebenso im Rahmen des Inlands- und Auslandszahlungsverkehrs einsetzen, um an den entsprechenden Geldautomaten von dir gewünschte Beträge als Bargeld abzuheben.

Lastschriften

Wenn Überweisende nicht aktiv tätig werden möchten, können sie den Zahlungsempfänger:innen alternativ eine Lastschrifteinzugsermächtigung erteilen. Der Einzug dieser Lastschrift geht dann nicht von den Zahlungspflichtigen, sondern stattdessen von den Zahlungsempfänger:innen aus. Eine solche Form des Zahlungsverkehrs wird insbesondere für regelmäßige Zahlungen in teilweise unterschiedlicher Höhe genutzt, denn dann würde es weniger Sinn machen, einen festen Dauerauftrag einzurichten.

Bargeld

Ursprünglich entstand der Zahlungsverkehr auf Grundlage des Bargeldes, sodass das Bargeld nach wie vor eine Art des Zahlungsverkehrs darstellt. Allerdings wird es in der Praxis immer weniger genutzt, sodass bargeldlose Zahlungen mittlerweile deutlich überwiegen. Gleiches gilt übrigens für halbbare Transaktionen, denn auch diese nehmen immer weiter ab. Die Besonderheit des Bargeldes im Bereich des Zahlungsverkehrs ist allerdings nach wie vor, dass Kreditinstitute und auch Gewerbetreibende grundsätzlich dazu verpflichtet sind, Barzahlungen in Form von Banknoten und bis zu gewissen Grenzen auch Münzen anzunehmen.

Mobiltelefone

Die modernste Form des Zahlungsverkehrs ist mittlerweile das Bezahlen per Mobiltelefon. Das fällt ebenfalls in den Bereich der unbaren Zahlungsmethoden, weil eben kein Bargeld die Eigentümer:innen wechselt. Der oder die Überweisende ist faktisch Inhaber:in des Smartphones, der/die meistens über eine spezielle App die entsprechende Zahlung vornimmt, die dann dem Konto der Zahlungsempfänger:innen gutgeschrieben wird.

Welche Formen des nationalen Zahlungsverkehrs gibt es?

Nicht zu verwechseln mit den Arten des Zahlungsverkehrs sind die Formen, die es im Bereich des nationalen Zahlungsverkehrs gibt. Dort wird zwischen den folgenden drei Varianten differenziert:

  • Barzahlung
  • Halbbare Zahlung
  • Bargeldlose Zahlung

Bargeldloser Zahlungsverkehr bedeutet in dem Fall, dass eben mit einigen zuvor beschriebenen Zahlungsverkehrsarten eine Transaktion durchgeführt wird, insbesondere per Überweisung, Lastschrift oder mittels Mobiltelefon. Was aber ist unter einer halbbaren Zahlung zu verstehen?

Halbbar bedeutet, dass ein Teil der Zahlungen mit Bargeld vorgenommen wird, der andere Teil jedoch unbar erfolgt. Ein typisches Beispiel sind Bareinzahlungen unter Wirtschaftsobjekten. Du kannst zum Beispiel bei Kreditinstituten an der Kasse Bargeld auf ein fremdes Konto oder auf dein eigenes einzahlen. Die Einzahlung fällt demzufolge in den Bereich der Barzahlung, die Verbuchung auf dem Konto ist hingegen eine unbare Transaktion, weshalb in dem Bereich vom halbbaren Zahlungsverkehr gesprochen wird.

Als dritte Variante gibt es noch die Möglichkeit der Barzahlung. In dem Fall sind an den Transaktionen für gewöhnlich keine Konten beteiligt. Stattdessen bezahlst du zum Beispiel dadurch eine Rechnung, dass du den entsprechenden Zahlungsempfänger:innen den vereinbarten Betrag in Form von Scheinen und / oder Münzen übergibst. Üblich ist die Barzahlung heutzutage vor allem in Geschäften, wenn es um kleinere Beträge bis 50 Euro geht.

Hinweis

Die meisten Händler und Unternehmen stellen ihren Kund:innen heutzutage mehrere Arten des Zahlungsverkehrs zur Verfügung. So kannst du beispielsweise in Onlineshops häufig mit Kreditkarte bezahlen, eine Banküberweisung nutzen oder zum Beispiel Online-Bezahldienste in Anspruch nehmen. Du solltest stets auf die jeweiligen Kosten achten und letztendlich den Zahlungsweg nutzen, der für dich am vorteilhaftesten ist.

Welche Daten muss die Bank beim Zahlungsverkehr prüfen?

Weit verbreitet ist die mittlerweile falsche Auffassung, dass Kreditinstitute im Bereich des Zahlungsverkehrs stets einen Namensabgleich durchführen müssten, ob nämlich die angegebene IBAN mit dem Namen der entsprechenden Kontoinhaber:innen übereinstimmt. Dies ist tatsächlich seit geraumer Zeit nicht mehr der Fall, denn dazu sind die Banken nicht verpflichtet. Stattdessen müssen die Kreditinstitute ausschließlich zum einen die IBAN und zum anderen den sogenannten BIC-Code überprüfen. Das muss das Kreditinstitut beachten, damit die Zahlung korrekt ausgeführt wird. Wenn du also beispielsweise eine Überweisung tätigst und versehentlich die IBAN eines(r) anderen Empfänger:in erfasst, fällt das der Bank in aller Regel nicht auf, da sie eben keinen Namensabgleich durchführen muss. Daher solltest du bei einer Überweisung genau hinsehen, dass du keine fehlerhaften Daten erfasst.

Kosten für Kund:innen beim Zahlungsverkehr

Welche Kosten beim Zahlungsverkehr entstehen und wie hoch diese sind, hängt maßgeblich davon ab, welche Art und Form des Zahlungsverkehrs letztendlich genutzt wird. Wir alle kennen natürlich insbesondere die Kosten, die in Form der Kontoführungsgebühren für die Nutzung des Girokontos anfallen. Dabei handelt es sich entweder um Fixkosten in Form einer monatlichen Grundgebühr oder um variable Kosten, wenn zum Beispiel pro Buchungsposten abgerechnet wird. Oft spielt es zudem eine Rolle, ob du die Überweisung im Rahmen des Online-Bankings durchführen lässt oder tatsächlich noch eine beleghafte Überweisung in der Bankfiliale abgibst, die für gewöhnlich mit deutlich mehr Kosten verbunden ist.

Ähnliches gilt zum Beispiel für den Einsatz von Kreditkarten. Hier hängt es zum Beispiel von jeder einzelnen Kreditkarte ab, ob für Transaktionen im Ausland Gebühren anfallen, für Bargeldabhebungen oder ob sogar alle Transaktionen kostenfrei sind. Die Gebühren im Bereich Zahlungsverkehr sind also zum Teil sehr unterschiedlich, sodass auch ein Vergleich der entsprechenden Zahlungsmethoden sinnvoll ist.

Fazit zum Zahlungsverkehr

Per Definition fällt unter den Zahlungsverkehr alles, was der Bewegung von Geldern dient. Im Allgemeinen bezeichnet der Zahlungsverkehr Transaktionen von unterschiedlichen Konten, aber auch der Bargeldverkehr fällt in diesen Bereich. Vieles läuft beim heutigen Zahlungsverkehr automatisch per Computer, sodass du oft gar nicht mitbekommst, wie viele und welche Zahlungen Tag für Tag vorgenommen werden.

FAQ: Häufige Fragen und unsere Antworten zum Zahlungsverkehr

Was sind die Formen des Zahlungsverkehrs?

Unter den Formen des Zahlungsverkehrs versteht man, ob die entsprechenden Zahlungen bar, unbar oder halbbar getätigt werden. Am häufigsten ist heutzutage die Form des unbaren Zahlungsverkehrs, wenn du zum Beispiel eine Überweisung tätigst oder per Kreditkarte zahlst (im Inland oder auch in anderen Ländern).

Was versteht man unter dem begriff Zahlungsverkehr?

Mit dem Zahlungsverkehr ist im Grunde die Summe aller Transaktionen gemeint, durch die Gelder fließen. Das geschieht entweder von einem zum anderen Konto oder auch teilweise unter Einbezug von Bargeld. Der Zahlungsverkehr dient dazu, dass Geld die Besitzer:innen wechselt und damit als Gegenleistung zum Beispiel Waren bezahlt werden können.

Wie genau läuft der Zahlungsverkehr ab?

Der Zahlungsverkehr ist im Grunde nicht komplex, zumal er heutzutage sehr automatisiert abläuft. Die vereinfachte Form sieht so aus, dass du deiner Bank zum Beispiel im Rahmen des Online-Bankings den Auftrag erteilst, Geld von deinem auf ein anderes Konto zu transferieren. Das Kreditinstitut führt diesen Auftrag aus, sodass in dem Fall die Summe X die Eigentümer:innen durch Verbuchung auf den zwei entsprechenden Konten wechselt.

Worauf muss bei Zahlungen ins Ausland geachtet werden?

Innerhalb der Europäischen Union werden Zahlungen in erster Linie durch eine SEPA-Überweisung oder per SEPA-Lastschrift vorgenommen. Bei Zahlungen ins Ausland solltest du vor allem beachten, welche Angaben notwendig sind und ob zusätzliche Gebühren auf dich zukommen. Dies kann besonders bei Überweisungen ins außereuropäische Ausland durchaus der Fall sein.

Oliver Schoch

Veröffentlicht von

Als gelernter Bankkaufmann habe ich mich 2008 als Finanz-Journalist selbstständig gemacht. Seitdem verfasse ich nun in Vollzeit als Freiberufler nahezu ausnahmslos Beiträge zu Finanz- und Wirtschaftsthemen, wie Börse, Aktien, Geldanlage, Vermögensaufbau, Versicherungen und Finanzierungen. Zu meinem Repertoire zählen u.a. Ratgeber, Fachtexte, News, Blogbeiträge und eBooks.