Riester-Rente

Feda Mecan
| Anzahl Artikel: 362
Geschäftsführer und Investment-Experte Letzte Überarbeitung am 23. August 2022
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Bei der Riester-Rente handelt es sich um eine staatlich geförderte Form der privaten Vorsorge fürs Alter. Da es hierbei allerdings allerhand von Faktoren zu berücksichtigen gibt, möchten wir dir diesen Artikel zur Verfügung stellen, in welchem wir ausführlich auf alles Wissenswerte rund um die Riester-Rente eingehen werden. Zum Schluss ziehen wir ein Fazit und beantworten die am häufigsten gestellten Fragen bezüglich der Riester-Rente.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Riester-Rente dient der privaten Altersvorsorge.
  • Die Riester-Rente wird vom Staat mit verschiedenen Zuschüssen gefördert.
  • Es gibt einige unterschiedliche Riester-Produkte.
  • Insbesondere für Gutverdiener:innen und Familien mit Kindern ergeben sich große Vorteile.
  • Die private Vorsorge sollte unbedingt ernst genommen werden.

Was ist die Riester-Rente?

Da die gesetzliche Rente für viele Menschen in Zukunft nicht mehr ausreichen wird, um den vorherigen Lebensstil fortzuführen, ist ein gewisses Maß an Eigeninitiative gefragt. Um diese Eigeninitiative zu unterstützen, hat der deutsche Staat die Riester-Rente eingeführt. Diese soll den Menschen dabei helfen, neben der gesetzlichen Rente auch privat vorzusorgen, um im höheren Lebensalter nicht unter Altersarmut zu leiden. Der große Vorteil hierbei ist, dass der Staat die Riester-Rente mit Zuschüssen fördert, um sie attraktiver zu machen, damit mehr Menschen selber fürs Alter vorsorgen. Dabei wird ein jährlicher Betrag, welcher frei gewählt werden kann, im Normalfall monatlich in die Riester-Rente eingezahlt. Auf diesen Betrag kommen dann noch Zuschüsse vom Staat. Das Ganze ist zudem mit steuerlichen Vorteilen verbunden.

Steuerliche Vorteile sowie die Kinderzulage können die staatliche Förderung sehr hoch ausfallen lassen.

Für wen ist die Riester-Rente geeignet?

Grundsätzlich kann sich die Riester-Rente für jeden eignen, der sich nicht alleine auf die gesetzliche Rente verlassen will oder kann und dementsprechend privat vorsorgen möchte. Insbesondere Elternteile können von einer hohen Förderung profitieren, da sie nicht nur die Grundzulage, sondern auch eine Kinderzulage erhalten. Diese fällt besonders hoch aus, wenn das Kind noch jung ist. Zudem können sich gutverdienende Sparer:innen über entsprechende steuerliche Vorteile freuen.

Zulagen für die Riester-Rente im Überblick

Nun möchten wir dir einen Überblick über die unterschiedlichen Zulagen der Riester-Rente mit auf den Weg geben, damit du weißt, mit welchen Förderungen du persönlich rechnen kannst. Es gibt die Grundzulage und die Kinderzulage für Elternteile. Zusätzlich dazu gibt es den sogenannten Berufseinsteigerbonus, den sich Bürger:innen sichern können, die besonders früh anfangen in die Riester-Rente einzuzahlen.

Grundzulage

Die Grundzulage kann bis zu 175 Euro pro Jahr und pro Person betragen. Dies ist der größtmögliche Zuschuss, den man seit 2018 erreichen kann. Dafür muss allerdings der Mindesteigenbeitrag auf das Riester-Konto überwiesen werden. Das ist die Summe, die gezahlt werden muss, damit die volle Zulage der Riester-Rente erhalten werden kann.

Kinderzulage

Zusätzlich zur Grundzulage kann auch eine Kinderzulage erhalten werden. Voraussetzung hierfür ist ein Kind, dass im Haushalt lebt und für welches Kindergeld ausgezahlt wird. Für jedes Kind, für das diese Voraussetzungen erfüllt sind und das bis Ende 2007 zur Welt kam, beträgt die Kinderzulage 185 Euro pro Jahr. Pro Kind, das später geboren wurde, erhöht sich die Zulage auf 300 Euro jährlich.

Berufseinsteigerbonus

Für junge Menschen gibt es einen weiteren Bonus. Wird die Riester-Rente noch vor dem 25. Geburtstag gestartet, dann gibt es einen einmaligen Bonus vom Staat in Höhe von 200 Euro. Dieser wird auf das Riester-Konto eingezahlt.

Steuervorteile durch Riester-Rente sichern

Doch nicht nur die verschiedenen Zulagen sind ein Vorteil der Riester-Rente, es gibt auch steuerliche Vorteile beim Riestern. Das liegt daran, dass die Einzahlungen zur Riester-Rente in der Einkommenssteuererklärung angegeben werden können. Sogar die Zulagen werden hier berücksichtigt. Diese verringern dann entsprechend die zu zahlende Einkommensteuer. Insbesondere für Gutverdiener:innen ist das ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Wie groß der steuerliche Vorteil letztendlich ist, ist logischerweise vom eigenen Steuersatz abhängig.

Beispielrechnung: Eigenbeitrag

Gehen wir einmal von einer Person aus, die ein Kind hat, das nach 2008 geboren wurde und im Beitragsjahr 45.000 Euro verdient hat.

4 % von 45.000 Euro1800 Euro
Grundzulage-175 Euro
Kinderzulage-300 Euro
Eigenbeitrag, der mindestens gezahlt werden muss1325 Euro

Aus der Tabelle ergibt sich folgende Situation: Um die volle Förderung zu erhalten, muss eine Person mit einem Einkommen von 45.000 pro Jahr und einem Kind, einen jährlichen Eigenbeitrag von mindestens 1325 Euro leisten.

Wenn weniger als dieser Eigenbeitrag auf das Riester-Konto eingezahlt wird, dann wird nicht mehr die volle Förderung gezahlt. Stattdessen werden die anfallenden Förderungen anteilig auf das Riester-Konto eingezahlt.

Lohnt sich der Sonderausgabenabzug?

In der Einkommensteuererklärung können die Beträge, die auf das Riester-Konto überwiesen wurden, als Sonderausgaben steuerlich geltend gemacht werden. Das Finanzamt führt dann eine Günstigerprüfung durch. Wenn der Steuervorteil, der sich durch die Ausgaben für Riester ergibt, größer ist als die Zulage vom Staat, dann erhält der Sparer:in diese Steuerermäßigung zusätzlich. Die Differenz dieser beiden Faktoren wird dann in der Einkommensteuererklärung berücksichtigt. Dementsprechend lohnt sich der Sonderausgabenabzug insbesondere für Sparer:innen, die sehr gut verdienen, da hier dann größere Steuerersparnisse möglich sind.

Wer bekommt die staatliche Förderung?

Jeder Angestellte kann die Riester-Rente nutzen, wenn er denn in die gesetzliche Rentenkasse einzahlt. Ebenso können alle Beamt:innen die Riester-Rente nutzen. Wer selbst keiner Erwerbstätigkeit nachgeht, der kann unter bestimmten Umständen über den Ehepartner mitriestern.

Für wen ist die Riester-Rente besonders vorteilhaft?

Da jetzt schon klar ist, dass die gesetzliche Rente wohl nicht ausreichen wird, um den eigenen Lebensstandard im Alter halten zu können, ist die Riester-Rente im Normalfall für jeden ein geeignetes Instrument, um für das Alter vorzusorgen. Es gibt allerdings zwei Gruppen, die besonders stark von Einzahlungen in die Riester-Rente profitieren.

Geringverdiener

Früher war die Riester-Rente nicht allzu attraktiv, da das Risiko bestand, dass die Riester-Rente im Alter vollständig auf die staatliche Grundsicherung angerechnet wird. Dann wäre es nämlich sinnlos gewesen, all die Jahre in die Riester-Rente einzuzahlen. Im Jahr 2018 hat sich das allerdings geändert. Seitdem ist es Sparer:innen, die in die Riester-Rente eingezahlt haben, erlaubt bis zu 200 Euro aus der Riester-Rente zu behalten.

Familien mit vielen Kindern

Familien mit Kindern können sich auf die Kinderzuschläge freuen, wodurch sich das Riestern für sie besonders rentiert. Denn für jedes Kind, welches im Jahr 2008 oder später geboren wurde, gibt es eine Förderung in Höhe von 300 Euro pro Jahr. Das bedeutet, dass sich bei 5 Kindern die jährliche Förderung schon auf satte 1.500 Euro belaufen würde. Pro Kind, das bis zum Ende 2007 geboren wurde, gibt es immerhin noch 185 Euro jedes Jahr an Förderung.

Welche Riester-Produkte gibt es?

Es gibt einige unterschiedliche Riester-Produkte. So gibt es in diesem Bereich neben Banksparplänen auch Fondssparpläne, Rentenversicherungen und Bausparverträge. Diese werden auch als Geld-Riesterverträge bezeichnet. Es gibt allerdings auch eine andere Form des Riesterns: den sogenannten Wohn-Riester. Wir möchten dir in den folgenden Abschnitten daher die unterschiedlichen Produkte vorstellen, um dir einen Überblick zu verschaffen. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass die Förderung seitens des Staates für alle Produkte gleich ist. Die Höhe der Förderung hängt einzig und allein von den gezahlten Beiträgen ab.

Riester-Banksparpläne

Riester-Banksparpläne bieten die Möglichkeit zu riestern und das auf eine simple Art und Weise, die mit geringen Kosten einhergeht. Es wird jeden Monat ein bestimmter Betrag auf das Riester-Konto eingezahlt. Dafür erhältst du dann eine Vergütung in Form von Zinsen. Aufgrund des sehr niedrigen Zinsniveaus betragen die Zinsen hierfür momentan quasi Null. Zudem gibt es nur noch sehr wenige Angebote, weil solch ein Sparplan für Banken nicht mehr lohnenswert ist. Daher ist der Abschluss eines Riester-Banksparplans in der heutigen Zeit nicht mehr allzu sinnvoll. Einen bestehenden Vertrag zu behalten, kann jedoch Sinn machen, da hier die Konditionen wesentlich besser sein sollten. Allerdings beginnt die ein oder andere Bank die Gebühren zu erhöhen oder den Zinssatz anzupassen. Ob das mit den deutschen Gesetzen vereinbar ist, ist jedoch fraglich. Daher bleibt hier nur abzuwarten, was die Gerichte diesbezüglich entscheiden.

Riester-Fondssparpläne

Bei Riester-Fondssparplänen wird ein Teil der eingezahlten Beiträge in Aktien investiert. Die Besonderheit dieser Verträge liegt allerdings darin, dass trotzdem die Gesamtheit der eingezahlten Beiträge garantiert ist. Das bedeutet, obwohl ein Teil der Einzahlungen in die eher risikoreiche Anlageklasse der Aktien angelegt wird, hier keine Verluste möglich sind. Damit ist dieses Produkt für all diejenigen geeignet, die an der Entwicklung des Aktienmarkts partizipieren möchten, dabei aber kein Risiko eingehen möchten. Allerdings muss auch hier berücksichtigt werden, dass mit dieser Garantie auch eine Minderung der möglichen Renditen einhergeht. Denn es wird nur ein Teil der Beiträge in Aktien investiert. Zusätzlich dazu müssen die Anbieter auch in Anleihenfonds investieren, da sie keine zu großen Risiken eingehen dürfen. Schließlich müssen die Beiträge zu Beginn der Rente vorhanden sein, um sie dem Sparer:in auszahlen zu können.

Riester-Rentenversicherungen

Bei der Riester-Rentenversicherung handelt es sich um ein Produkt, das prinzipiell genauso funktioniert wie normale Rentenversicherungen. Bei dieser klassischen Variante steht allerdings der Sicherheitsaspekt im Vordergrund. Im Gegensatz zu anderen Riester-Produkten sind hier nicht die Renditechancen ausschlaggebend. Da die Zinsen im Moment sehr niedrig sind, gibt es von Versicherungsgesellschaften kaum noch Angebote für die klassische Riester-Rentenversicherung. Stattdessen versuchen manche Versicherungen die Sparer:innen, die noch über einen solchen Vertrag verfügen, zum Wechsel zu einer Riester-Rentenversicherung zu überreden, die fondsgebunden ist. Allerdings sollten Sparer:innen sich das sehr gut vorher überlegen, da die älteren Verträge noch über einen recht hohen garantierten Zins verfügen.

Riester-Bausparverträge

Wer jetzt schon weiß, dass er in einigen Jahren ein Haus oder eine Wohnung kaufen möchte, die er selbst bewohnen will, der sollte sich mit diesem Produkt auseinandersetzen. So kannst du die Zinsen für das Bauspardarlehen sicherstellen und gleichzeitig die Förderung von Riester für die gezahlten Sparbeiträge erhalten. Nachdem das Bauspardarlehen ausgezahlt wurde, läuft die Förderung dann für die Tilgung des Kredits weiter. Ein Nachteil ist hierbei allerdings, dass ein Bausparvertrag normalerweise geringer verzinst wird als andere Sparprodukte. Das bedeutet, dass sich der Abschluss eines Riester-Bausparvertrags nur dann lohnt, wenn es später auch zum Kauf eines Eigenheims genutzt wird. Sollte dem Sparer nach Abschluss des Vertrags also später erst klar werden, dass keine Immobilie erworben werden soll, dann kann die Umwandlung in eine anderes Riester-Produkt Sinn machen.

Wohn-Riester: staatliche Förderung für Eigenheimfinanzierung

Die Nutzung des sogenannten Wohn-Riesters kann für diejenigen in Frage kommen, die eine selbstgenutzte Immobilie erwerben oder bauen wollen. Die Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass die Immobilie zwingend selber bewohnt werden muss. Zudem muss sich die Immobilie entweder in der EU oder dem Europäischen Wirtschaftsraum befinden. Der Grundgedanke dahinter ist nämlich, dass du dadurch mehr Geld im Alter zur Verfügung hast, da du keine Miete mehr bezahlen musst. Allerdings gilt dies nur für als Wohnung genutzte Räume, Arbeitsräume gehören somit nicht dazu. Das bedeutet, falls ein Zimmer untervermietet oder als Arbeitszimmer genutzt wird, dann werden nur die entstandenen Kosten berücksichtigt, die sich auf die selbst genutzte Wohnfläche beziehen.

Mindest- und Höchstbeträge für Zulagenanspruch

Sparer:innen, die die Riester-Rente in Anspruch nehmen, müssen jährlich 4 % ihres Bruttoeinkommens in die Riester-Rente einzahlen. Von diesem Betrag können dann noch die Zulagen abgezogen werden. Daraus ergibt sich dann der Betrag, der pro Jahr eingezahlt werden muss, um die volle staatliche Förderung zu erhalten. Bei Geringverdienern kann es allerdings dazu kommen, dass dieser Mindesteigenbeitrag weniger als 60 Euro pro Jahr beträgt. Dann kommt der sogenannte Sockelbetrag zum Tragen. Dieser beläuft sich auf 60 Euro pro Jahr, die in jedem Fall gezahlt werden müssen, um Anspruch auf die staatliche Förderung zu erhalten. Grundsätzlich gibt es keinen Höchstbeitrag bei der Riester-Rente und es kann so viel eingezahlt werden, wie man möchte. Allerdings können pro Jahr nur 2.100 Euro steuermindernd geltend gemacht werden. Zudem müssen Sparer:innen, die sehr viel Geld verdienen und dementsprechend extrem hohe jährliche Beiträge zur Riester-Rente entrichten müssten, nur 2.100 Euro pro Jahr einzahlen, um die volle Förderung zu erhalten. Es lässt sich also festhalten, dass so viel eingezahlt werden kann, wie man möchte. Aber über einen Betrag von 2.100 Euro hat dies weder steuerliche Vorteile noch gibt es dadurch eine höhere staatliche Förderung.

Vorsicht vor hohen Kosten

Ein Nachteil der Riester-Rente sind allerdings die eventuell anfallenden Kosten, die sehr hoch ausfallen können. Daher sollte beim Abschluss eines Vertrags unbedingt darauf geachtet werden, wie hoch die Kosten ausfallen. Denn viele Angebote sind mit so hohen Kosten verbunden, dass große Teile der Förderung wieder verschlungen werden. Es gibt Studien, die zu dem Schluss gekommen sind, dass etwa 25 % der eingezahlten Beiträge für Gebühren draufgehen. Bei manchen Verträgen sogar deutlich mehr. Dementsprechend solltest du, bevor du einen Vertrag abschließt, einen Blick auf die anfallenden Gebühren werfen. Hier lässt sich bei der Auswahl des richtigen Vertrags einiges an Geld sparen.

Besteuerung der Auszahlungen

Die Riester-Rente wird nachgelagert besteuert. Das bedeutet, dass die Einzahlungen in die Riester-Rente nicht besteuert werden und demnach steuerfrei sind. Die Auszahlungen hingegen müssen versteuert werden. Für die meisten Sparer:innen dürfte dies ein großer Vorteil sein, da das Einkommen im Rentenalter in der Regel deutlich niedriger ausfällt als im Erwerbsalter. Dementsprechend fallen hier dann weniger Steuern an.

Folgen einer Kündigung der Riester-Rente

Eine vorzeitige Kündigung der Riester-Rente hat negative Auswirkungen auf die staatlichen Förderbeiträge. Dementsprechend führt die Kündigung einer Riester-Rente nicht nur zum Verzicht auf eine lebenslange Rente, sondern auch dazu, dass alle Steuerermäßigungen sowie die komplette staatliche Förderung zurückgezahlt werden muss. Die staatlichen Zuschüsse dürfen also nicht behalten werden. Daher sollte eine Kündigung des Riester-Vertrags vorher gut überlegt werden, da diese mit erheblichen Nachteilen einhergeht. Eine Beitragsfreistellung sollte zuvor geprüft werden.

Appell: Altersvorsorge nicht auf die lange Bank schieben!

Hoffentlich ist mittlerweile auch bei jedem angekommen, dass die gesetzliche Rente aller Voraussicht nach nicht ausreichen sein wird, um den bisherigen Lebensstandard auch im Rentenalter beizubehalten. Daher ist die private Altersvorsorge für die meisten Menschen unerlässlich, sie sollte auf keinen Fall auf die lange Bank geschoben werden! Stattdessen sollte sie so früh wie möglich in die eigene Hand genommen werden, um so vom Zinseszinseffekt zu profitieren. Im Falle der Riester-Rente bekommt man bei einem sehr frühen Abschluss nicht nur einen einmaligen Bonus, sondern kann so über die Zeit viel größere Beiträge an staatlicher Förderung erhalten. Zusätzlich dazu können jedes Jahr die Steuervorteile geltend gemacht werden.

Bist du jung und / oder risikobereiter, dann gibt es für dich noch weitere Alternativen zur Riester-Rente. So kannst du beispielsweise in Aktien investieren und dadurch an den Kursgewinnen des Aktienmarkts partizipieren. Falls du Hilfe bei der Einrichtung eines Depots brauchst, dann lies dir gerne unseren ausführlichen Depot-Vergleich durch. Nach der Lektüre dieses Ratgebers wirst du wissen, worauf es bei der Auswahl eines Depots ankommt und wirst dadurch einiges an Gebühren sparen können.

Falls du es dir nicht zutraust, selbst zu investieren, dann ist eventuell ein Robo-Advisor genau das Richtige für dich. Denn ein Robo-Advisor kann die Verwaltung des Depots für dich übernehmen und auch die Gewichtungen anpassen, falls diesbezüglich Bedarf besteht. Du müsstest dich dann lediglich für eine Anlagestrategie entscheiden und könntest dich danach entspannt zurücklehnen. Damit du dich für den passenden Robo-Advisor entscheidest, haben wir einen umfassenden Robo-Advisor-Vergleich geschrieben, anhand dessen du dich orientieren kannst.

Fazit

Der Abschluss eines Riester-Vertrages kann sich aufgrund der staatlichen Bezuschussung durchaus lohnen. Besonders gut verdienende Sparer:innen können von den Steuervorteilen profitieren, während die staatlichen Förderbeiträge bei Familien mit Kindern aufgrund der Kinderzulage besonders hoch ausfallen. Dementsprechend profitieren insbesondere diese beiden Gruppen. Aber auch für Geringverdiener kann sich eine Riester-Rente lohnen, da hier keine besonders hohen Beiträge anfallen, um die maximale staatliche Förderung zu erhalten.

Aufgepasst werden muss auf jeden Fall aber auf die anfallenden Gebühren, da diese einen Großteil der staatlichen Zulagen wieder auffressen können. Dies sollte vor Vertragsschluss unbedingt beachtet werden, denn dadurch kann einiges an Geld gespart werden.

FAQ: Riester-Rente

Was ist die Riester-Rente?

Die Riester-Rente ist eine Möglichkeit, neben der gesetzlichen Rentenversicherung privat für das Alter vorzusorgen. Sie wurde eingeführt, um die Bürger dazu anzuregen, Eigenverantwortung zu übernehmen und private Altersvorsorge zu betreiben. Denn die gesetzliche Rente wird in den meisten Fällen nicht ausreichen, um den Lebensstandard im Alter zu halten. Daher fördert der Staat die Riester-Rente und bezuschusst die Einzahlungen.

Für wen ist die Riester-Rente sinnvoll?

Grundsätzlich kann sich die Riester-Rente für jeden lohnen. Es gibt allerdings Gruppen, die besonders stark von der Riester-Rente profitieren. Dazu gehören zum Beispiel Familien mit Kindern. Denn pro Kind kann eine staatliche Förderung von mindestens 185 Euro pro Jahr eingestrichen werden. Bei Kindern, die im Jahr 2008 oder später geboren wurden, beträgt die jährlich ausgezahlte Kinderzulage sogar stolze 300 Euro. Zudem profitieren Gutverdiener besonders stark von den steuerlichen Vorteilen, die sich durch die Einzahlungen in die Riester-Rente ergeben. Denn die Einzahlungen auf das Riester-Konto können in voller Höhe von der Steuer abgesetzt werden. Bei einem hohen Steuersatz kann sich das richtig lohnen.

Wie viel muss ich bei Riester mindestens einzahlen?

In die Riester-Rente muss der sogenannte Mindesteigenbeitrag eingezahlt werden. Dieser beträgt 4 % des jährlichen Bruttoeinkommens abzüglich der erhaltenen Zulagen. Sollte diese Zahl aufgrund eines sehr geringen Einkommens allerdings beispielsweise nur 40 Euro betragen, dann kommt der sogenannte Sockelbetrag zum Tragen. Dieser beträgt 60 Euro pro Jahr und muss in jedem Fall gezahlt werden, um Anspruch auf die Zulagen zu haben. Das bedeutet, unabhängig vom eigenen Einkommen müssen immer mindestens 60 Euro pro Jahr in die Riester-Rente eingezahlt werden.

Welche Zulagen gibt es?

Es gibt die Grundzulage, die 175 Euro pro Jahr beträgt. Die Kinderzulage beträgt 185 Euro jährlich, wenn das Kind vor 2008 geboren wurde. Ist das Kind später geboren worden, dann beträgt die Kinderzulage 300 Euro. Zudem gibt es einen einmaligen Berufseinsteigerbonus in Höhe von 200 Euro für Personen unter dem 25. Lebensjahr.

Wie werden die Auszahlungen besteuert?

Während die Einzahlungen steuerfrei sind, werden die Auszahlungen normal besteuert. Da das Einkommen im Rentenalter in der Regel aber deutlich geringer ausfällt als zu Erwerbszeiten, sollte die Steuer hier deutlich geringer ausfallen.

Welche Riester-Rente passt zu mir?

Welche Riester-Rente passend ist, ist individuell unterschiedlich. Für Menschen mit einem hohen Sicherheitsbedarf ist die klassische Riester-Rentenversicherung zu empfehlen. Wer vorhat, später einmal eine Immobilie zu erwerben, der sollte sich näher mit dem Wohn-Riester und Riester-Bausparplänen beschäftigen. Risikofreudigere Sparer können auf Riester-Fondssparpläne setzen und so zum Teil von der Entwicklung der Aktienmärkte profitieren.

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Feda Mecan

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Ich investiere seit mehreren Jahren in internationale Start-ups und habe 2015 OnlineBanken.com gegründet, um ein transparentes und unabhängiges Finanzportal in Deutschland zu etablieren.