Aktionärsrechte

Feda Mecan
| Anzahl Artikel: 323
Geschäftsführer und Investment-Experte Letzte Überarbeitung am 28. Juli 2022
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Aktionärsrechte sind Rechte, die sich speziell an Aktionäre richten. Dabei handelt es bei Aktionären um die Inhaber von Unternehmensanteilen. Es gibt einige verschiedene Rechte, die Aktionäre mit dem Erwerb von Aktien erhalten. Wir werden dir im Detail erklären, worum es sich bei diesen Rechten handelt. Allerdings hat man als Aktionär nicht nur Vorteile, sondern auch Nachteile. Denn mit dem Erwerb von Aktien gehen auch entsprechende Pflichten einher, auf die wir ebenfalls eingehen werden. Außerdem erklären wir dir, welche wichtigen Aufgaben eine Hauptversammlung zu erfüllen hat.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei Aktionärsrechten handelt es sich um Rechte, die Inhaber von Aktien erhalten. Welche das genau sind, kann im Detail im Aktiengesetz nachgelesen werden. Die Rechte lassen sich in 3 Kategorien einteilen: Mitwirkungsrechte, Vermögensrechte und Informations- und Schutzrechte.
  • Die Mitwirkungsrechte stellen Rechte dar, die eine Mitwirkung an der Entwicklung des Unternehmens ermöglichen. Das wichtigste Recht ist hierbei das Stimmrecht. Dieses kann auf der Hauptversammlung bei Abstimmungen ausgeübt werden.
  • Je größer der Aktienanteil eines Aktionärs, desto größer ist auch sein Stimmenanteil. Dementsprechend kann mehr Einfluss bei Abstimmungen und somit auf die Entwicklung des Unternehmens genommen werden.
  • Die Vermögensrechte betreffen die Finanzen eines Unternehmens. Das bedeutendste Recht ist das Recht auf die Auszahlung einer Dividende. Entscheidet sich das Unternehmen dafür, einen Teil des Gewinns auszuschütten, dann haben Aktionäre einen Anspruch hierauf. Aktiengesellschaften können sich allerdings auch dafür entscheiden, ihre Gewinne vollständig innerhalb des Unternehmens zu reinvestieren.
  • Zudem haben Aktionäre Informations- und Schutzrechte, zu denen unter anderem das Klagerecht gehört. Werden die Rechte von Aktionären verletzt oder ist ein Beschluss nicht im Sinne der Ziele des Unternehmens, dann kann dieser Beschluss von einem Aktionär gerichtlich angefochten werden. Notwendig hierfür ist, dass der Aktionär diesem Beschluss nicht zugestimmt hat.

Was sind Aktionärsrechte?

Bei den sogenannten Aktionärsrechten handelt es sich um Rechte, die mit dem Besitz von Aktien eines bestimmten Unternehmens verbunden sind. Um welche Rechte es sich dabei genau handelt, ist im Aktiengesetz (AktG) geregelt. Aktionär werden die Besitzer von Aktien genannt. Aktien stellen Anteile an einem bestimmten börsennotierten Unternehmen dar. Dementsprechend verfügt der Aktionär als Miteigentümer der Firma auch über gewisse Eigentümerrechte. Dabei lassen sich diese verschiedenen Rechte in mehrere Kategorien einteilen: Mitwirkungsrechte, Vermögensrechte und Informations- und Schutzrechte.

Mitwirkungsrechte

Aktionäre haben unter anderem sogenannte Mitwirkungsrechte. Dazu gehört zum Beispiel das Recht eine Hauptversammlung einzuberufen. Außerdem kann die Traktandierung einer bestimmten Thematik gefordert werden. Das bedeutet, dass über ein bestimmtes Vorgehen verhandelt wird. Dies ist allerdings Aktionären vorbehalten, die Aktien im Wert von über einer Million Euro besitzen oder über 10% der Aktien des Unternehmens verfügen. Alle Aktionäre haben das Recht an der Hauptversammlung teilzunehmen und ihr Stimmrecht auszuüben.

Beim Stimmrecht handelt es sich um das wichtigste Mitwirkungsrecht des Aktionärs, da dieser über seine Stimmabgabe die Entwicklung des Unternehmens mitbestimmen kann. Je mehr Aktien ein Aktionär besitzt, desto größer ist der Einfluss bei Abstimmungen. Außerdem hat der Aktionär das Recht auf eine Einladung zur Hauptversammlung sowie vorab darüber informiert zu werden, welche Verhandlungsgegenstände Thema auf der Hauptversammlung sind.

Hinweis Das wichtigste Mitwirkungsrecht ist das Stimmrecht eines Aktionärs, aber nicht alle Aktienarten enthalten ein Stimmrecht. Achte vor dem Kauf also unbedingt darauf, die richtigen Aktien zu auszuwählen.

Vermögensrechte

Bei den Vermögensrechten handelt es sich um Rechte, welche die finanzielle Situation des Unternehmens betreffen. Hierzu gehört das Recht auf eine Gewinnausschüttung in Form einer Dividende, sofern die Zahlung einer Dividende vom Unternehmen beschlossen wurde. Zudem haben Aktionäre Bezugsrechte. Wenn ein Unternehmen sich also für eine Kapitalerhöhung entscheidet und neue Aktien ausgeben möchte, dann haben Aktionäre dieses Unternehmens die Möglichkeit, neue Aktien zu zeichnen. Dahinter steckt der Sinn, dass Aktionäre die Möglichkeit haben sollen, eine Verwässerung ihrer Unternehmensanteile zu verhindern.

Zusätzlich dazu bestehen weitere Vermögensrechte. So haben Aktionäre das Recht am Erlös einer Liquidierung des Unternehmens beteiligt zu werden, falls die Aktiengesellschaft aufgelöst wird. Im Rahmen einer Kapitalherabsetzung haben Aktionäre zudem das Recht auf entsprechende Rückzahlungen.

Hinweis Zu den wichtigsten Vermögensrechten zählt der Anspruch auf die Auszahlung einer Dividende. Ein Unternehmen kann sich allerdings auch gegen die Zahlung einer Dividende entscheiden, wenn das Kapital stattdessen innerhalb des Unternehmens reinvestiert werden soll.

Informations- und Schutzrechte

Weiterhin haben Aktionäre das Recht, den Geschäftsbericht des Unternehmens einzusehen. Hierzu gehören unter anderem die Bilanz und der Jahresabschluss. Zudem verfügen Aktionäre über Auskunftsrechte gegenüber dem Unternehmen. Wenn bestimmte Informationen angefordert werden, welche nicht aus dem Geschäftsbericht hervorgehen, aber für die Ausübung der Rechte auf der Hauptversammlung vonnöten sind, dann ist das Unternehmen verpflichtet hierüber Auskunft zu geben. Der Verwaltungsrat hat allerdings eine Treuepflicht und darf dementsprechend keine Geschäftsgeheimnisse herausgeben.

Kann dem Aktionär eine Missbrauchsabsicht nachgewiesen werden, dann ist das Unternehmen nicht verpflichtet, die angeforderten Informationen zur Verfügung zu stellen. Außerdem bestehen Klagerechte, die Aktionäre zu ihrem Schutz einsetzen können. Werden die Rechte von Aktionären durch einen Beschluss verletzt oder ist ein Beschluss nicht im Sinne der Ziele der Aktiengesellschaft, dann kann ein Aktionär gegen diesen Beschluss gerichtlich vorgehen. Dafür ist allerdings notwendig, dass dieser Aktionär dem Beschluss auf der Hauptversammlung nicht zugestimmt hat.

Hauptversammlung

Bei der Hauptversammlung handelt es sich um das Treffen der Aktionäre eines Unternehmens. Diese findet mindestens einmal pro Jahr statt. In der Hauptversammlung können Aktionäre ihr Stimmrecht ausüben und so über die Entwicklung des Unternehmens bestimmen. Dementsprechend gehört die Hauptversammlung neben Aufsichtsrat und Vorstand zu den leitenden Organen eines börsennotierten Unternehmens. Zu den wichtigsten Aufgaben einer Hauptversammlung gehört unter anderem die Wahl des Aufsichtsrats.

Denn der Aufsichtsrat erfüllt eine wichtige Kontrollfunktion. Er soll die Entscheidungen des Vorstands überprüfen und sicherstellen, dass sowohl die Interessen des Unternehmens als auch die der Aktionäre gewahrt bleiben. Zudem erfolgt auf der Hauptversammlung die Entlastung von Aufsichtsrat und Vorstand. Dabei handelt es sich um einen Vertrauensnachweis der Anteilseigner, wodurch diese sich mit der Arbeit zufrieden zeigen können. Falls es zu keiner Entlastung kommt, müssen einzelne Manager ihren Posten räumen. Weiterhin wird auf der Hauptversammlung entschieden, wie die Gewinne verwendet werden.

Hinweis Wird der Aufsichtsrat gewählt oder der Vorstand entlastet, sind hierfür nur 50% der Stimmen notwendig. Bei besonders schwerwiegenden Entscheidungen, wie beispielsweise der Auflösung des Unternehmens, wird jedoch ein Stimmenanteil von 75% benötigt.

Vor- und Nachteile der Aktionärsrechte

Die Aktionärsrechte gehen sowohl mit Vor- als auch mit Nachteilen einher. Zu den großen Vorteilen eines Aktionärs gehört zum Beispiel das Recht auf die Auszahlung einer Dividende, wenn sich das Unternehmen für eine Ausschüttung der Gewinne entscheidet. Hierdurch können Aktionäre passives Einkommen generieren. Ein weiterer sehr großer Vorteil der Aktionärsrechte ist das Stimmrecht. Denn über die Abgabe der Stimme auf der Hauptversammlung können die Geschicke des Unternehmens mit gelenkt werden.

Der Einfluss, der über die Stimmabgabe geltend gemacht werden kann, ist umso höher, je größer der Aktienanteil des Aktionärs ausfällt. Insbesondere kapitalkräftige Großinvestor:innen können sich dadurch großen Einfluss in einem Unternehmen verschaffen. Allerdings bestehen neben diesen Rechten auch gewisse Pflichten für Aktionäre, die sich nachteilig auswirken können. Hierzu gehört die Haltefrist, die ein Unternehmen vorschreiben kann. Dann dürfen Aktionäre ihre Anteile erst nach Ablauf eines bestimmten Zeitraums veräußern. Zudem besteht eine Treuepflicht. Der Aktionär darf nichts unternehmen, was dem Unternehmen und anderen Aktionären schaden würde.

Fazit

Unter Aktionärsrechten versteht man die Rechte, die mit dem Erwerb von Anteilen an börsennotierten Unternehmen einhergehen. Um welche Rechte es sich dabei genau handelt, ist im Aktiengesetz geregelt. Die Inhaber von Aktien haben zahlreiche Rechte. Dazu gehören die Mitwirkungsrechte, über die Aktionäre über die Entwicklung des Unternehmens mitbestimmen können. Das wichtigste Recht hierbei ist das Stimmrecht, welches auf der Hauptversammlung ausgeübt werden kann. Bei den Vermögensrechten ist insbesondere das Recht auf Zahlung einer Dividende zu nennen.

Das Unternehmen kann sich aber auch gegen die Zahlung einer Dividende und für die Reinvestition der Gewinne innerhalb des Unternehmens entscheiden. Zudem hat der Aktionär Informations- und Schutzrechte. Hierzu gehören das Klagerecht und das Recht, den Geschäftsbericht einzusehen. Die Aktionärsrechte gehen aber auch mit bestimmten Pflichten einher. So kann ein Unternehmen Haltefristen vorschreiben, sodass Aktionäre ihre Anteile nicht vor einem bestimmten Datum veräußern können. Dies kann ein großes Risiko darstellen, wenn sich der Kurs negativ entwickelt.

FAQ: Fragen und unsere Antworten rund um Aktionärsrechte

Was sind Aktionärsrechte?

Bei Aktionärsrechten handelt es sich um Rechte, die Inhaber von Anteilen eines börsennotierten Unternehmens erhalten. Diese sind im Detail im Aktiengesetz geregelt.

Ändern sich die Aktionärsrechte?

Ja, das kann passieren. Im Jahr 2020 wurde ein Notfallgesetz entworfen, welches virtuelle Hauptversammlungen ermöglichte. Aktionäre durften ihre Fragen zwar online einreichen, konnten aber nicht aktiv teilnehmen, um Folgefragen zu stellen oder bei Unklarheiten nachzuhaken.

Wie erhält man eine Eintrittskarte zur Hauptversammlung?

In der Regel erhalten Aktionäre ihre Eintrittskarte zur Hauptversammlung von der Bank, bei der die entsprechenden Wertpapiere verwahrt werden.

Wo findet die Hauptversammlung statt?

Aufgrund von Covid-19 finden Hauptversammlungen in der Regel online statt.

Feda Mecan

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Ich investiere seit mehreren Jahren in internationale Start-ups und habe 2015 OnlineBanken.com gegründet, um ein transparentes und unabhängiges Finanzportal in Deutschland zu etablieren.