Anlageklassen

Feda Mecan Feda Mecan Veröffentlicht am: 28. April 2022 Letztes Update: 25. April 2022 Lesezeit: 6 Minuten
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Anlageklassen teilen Finanzinstrumente, welche die gleichen Merkmale aufweisen, in Gruppen ein. Es gibt viele unterschiedliche Anlageklassen, die alle ein unterschiedliches Renditepotenzial aufweisen und mit unterschiedlich hohen Risiken einhergehen. Damit du weißt, in welche Anlageklassen investiert werden sollte, erklären wir dir nicht nur, was eine Anlageklasse ausmacht, sondern auch welche es gibt und welche Anlagestrategien sich aus diesen Kenntnissen heraus ergeben. Wir stellen dir zudem die wichtigsten Anlageklassen vor und geben dir Tipps zur Geldanlage in diese.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Anlageklasse stellt eine Gruppe von Finanzprodukten dar, die gemeinsame Eigenschaften aufweisen und sich deshalb zusammenfassen lassen.
  • Es gibt viele verschiedene Anlageklassen: Aktien, Anleihen, Geldmarktinstrumente, Immobilien, Rohstoffe und alternative Anlageklassen, zu denen unter anderem Oldtimer oder Kryptowährungen zählen.
  • Je nach Anlagestrategie macht die Investition in bestimmte Anlageklassen Sinn. Wer eine hohe Rendite erzielen möchte, fokussiert sich auf eine Anlageklasse, die dies ermöglichen kann, wie beispielsweise Aktien. Risikoaverse Anleger:innen dagegen sollten in Anlageklassen mit geringem Risiko investieren, wie zum Beispiel Anleihen oder Geldmarktinstrumente.
  • Grundsätzlich sollte das Kapital auf mehrere Anlageklassen gestreut werden. So wird die Abhängigkeit von einer einzelnen Anlageklasse reduziert. Zudem sollte auf eine niedrige Korrelation unter den Anlageklassen geachtet werden, damit die negative Entwicklung einer Assetklasse von der positiven Entwicklung der anderen Anlageklasse aufgefangen werden kann.
  • Viele Fondsmanager steuern das Risiko ihres Portfolios durch die Gewichtung von Aktien und Anleihen. Private Anleger:innen können dies ebenso handhaben. Wer das Risiko seines Portfolios reduzieren möchte, der kann Anleihen entsprechend übergewichten. Wer eine höhere Rendite erwirtschaften möchte, der erhöht den Anteil an Aktien.

Was sind Anlageklassen?

Bei Anlageklassen handelt es sich um eine Gruppe von Finanzprodukten. Diese weisen gemeinsame Merkmale auf und lassen sich dadurch zusammenfassen. Geprägt durch den englischsprachigen Raum (Vermögensgegenstand heißt hier “Asset”), spricht man auch von den sogenannten Assetklassen. Dabei weisen die einzelnen Anlageklassen andere Merkmale als andere Anlageklassen auf. Nur innerhalb der Klasse bestehen dieselben Merkmale.

Diese Anlageklassen gibt es

Es gibt viele verschiedene Anlageklassen und mit der Zeit kommen neue hinzu, wie beispielsweise die der Kryptowährungen. Anlageklassen, die schon sehr lange bestehen, sind Aktien, Anleihen, Immobilien, Geldmarktinstrumente und Rohstoffe. Zudem gibt es noch alternative Anlageklassen, zu denen unter anderem auch Kryptowährungen oder Wertgegenstände wie beispielsweise Oldtimer oder Kunstwerke zählen.

Die wichtigsten Anlageklassen im Überblick

Zu den wichtigsten Anlageklassen gehören Aktien und Anleihen. Bei Aktien handelt es sich um Anteile an einem Unternehmen. Aktionäre sind Eigenkapitalgeber des Unternehmens und beteiligen sich demnach sowohl an den Gewinnen als auch an den Verlusten. Damit geht ein höheres Renditepotenzial einher, allerdings werden Eigenkapitalgeber im Falle einer Insolvenz zuletzt bedient. Bei Anleihen handelt es sich um verbriefte Schuldverschreibungen. Ein Unternehmen gibt Anleihen heraus, um Kapital einzusammeln. Anleger:innen bekommen durch den Erwerb einer Anleihe regelmäßige Zinszahlungen. Am Ende der Laufzeit wird das investierte Kapital zurückgezahlt.

Da es sich bei Investor:innen, die in Anleihen investieren, um Fremdkapitalgeber handelt, werden diese auch zuerst aus der Insolvenzmasse bedient. Zudem erhalten sie ihre Rendite, solange das Unternehmen dazu in der Lage ist, die Zinszahlungen zu stemmen, wodurch das Risiko deutlich niedriger ausfällt als bei Aktien. Während Aktien und Anleihen zu so ziemlich jeder Zeit gehandelt werden können, ist die Assetklasse der Immobilien sehr illiquide. Es müssen hohe Summen investiert werden, Kauf und Verkauf nehmen mehr Zeit in Anspruch und sind aufwendiger. Anleger:innen können mit dieser Assetklasse eine Rendite erwirtschaften, indem die Immobilie vermietet wird oder auf eine Wertsteigerung spekuliert wird. Es kann auch beides miteinander kombiniert werden.

Geldmarktinstrumente gehören zu den sehr sicheren und liquiden Assetklassen. Bei Tagesgeld kann das Geld jederzeit komplett abgehoben werden, während es bei Festgeld für einen bestimmten Zeitraum nicht zur Verfügung steht. Ein Verlustrisiko besteht hier nicht, weshalb die Rendite sehr niedrig ausfällt. Rohstoffe, wie beispielsweise Gold, können entweder in physischer Form (beispielsweise Goldbarren) erworben werden oder über eine Börse. Zum Werterhalt des Kapitals kann zum Beispiel langfristig in Gold investiert werden, aber auch Spekulationen mit Nahrungsmitteln sind in dieser Assetklasse möglich. Zu den alternativen Anlageklassen zählen beispielsweise Kryptowährungen, die über ein gewaltiges Renditepotenzial verfügen, dafür aber auch mit sehr hohen Risiken einhergehen und extreme Kursschwankungen aufweisen.

Anlagestrategien

Die verschiedenen Anlageklassen spielen eine sehr wichtige Rolle bei der eigenen Anlagestrategie und der Zusammenstellung des Portfolios. Dabei kann eine Strategie beispielsweise daraus bestehen, dass sich Anleger:innen auf eine bestimmte Anlageklasse fokussieren. So können zum Beispiel hauptsächlich Aktien ausgewählt werden, wenn das Renditepotenzial für Investor:innen im Vordergrund steht und diese bereit sind, dafür größere Risiken einzugehen. Anleger:innen, die weniger risikobereit sind und ein Portfolio aufbauen möchten, welches möglichst wenig Volatilität aufweist, könnten beispielsweise auf Immobilien oder Anleihen setzen.

Investor:innen müssen sich aber nicht zwangsläufig auf eine bestimmte Anlageklasse festlegen. Denn verschiedene Assetklassen lassen sich auch innerhalb eines Portfolios miteinander kombinieren, was zu verschiedenen Vorteilen führt. So kann zum Beispiel die Volatilität eines Portfolios, welches hauptsächlich aus Aktien besteht, dadurch verringert werden, dass Anleihen als Beimischung zugekauft werden. Viele Fondsmanager steuern das Risiko ihres Portfolios durch die Gewichtungen von Aktien und Anleihen. Grundsätzlich macht es Sinn, sein Kapital auf verschiedene Anlageklassen zu streuen, um so für eine breite Diversifikation zu sorgen.

Es gibt quasi unendlich viele Möglichkeiten, das eigene Portfolio nach den eigenen Wünschen zu erstellen. So kann neben Anlageklassen auch in unterschiedliche Branchen oder Länder investiert werden.

Das kennzeichnet eine Anlageklasse

Es existiert keine allgemeingültige Definition dafür, wie die Einteilung in Anlageklassen erfolgen soll. Allerdings gibt es eine Kriterien-Definition, die der US-Ökonom William Sharpe aufgestellt hat und die eine große Akzeptanz aufweist. Demnach darf keine Überschneidung mit anderen Anlageklassen entstehen. Das bedeutet, dass sich die Anlageprodukte eindeutig einer bestimmten Anlageklasse zuordnen lassen müssen und zu keiner anderen Assetklasse zugeordnet werden dürfen.

Zusätzlich dazu muss die Anlageklasse über eine ausreichende Anzahl an Anlageprodukten verfügen, sodass eine Diversifikation innerhalb der Anlageklasse möglich ist. Außerdem sollten die verschiedenen Anlageklassen möglichst wenig miteinander korrelieren. Damit ist gemeint, dass sich die Anlageklassen unabhängig voneinander entwickeln sollten.

Auf die Korrelation verschiedener Anlageklassen sollten Anleger:innen unbedingt achten, da dann die negative Kursentwicklung der einen Anlageklasse durch die positive Entwicklung der anderen Assetklasse aufgefangen werden kann.

Tipps zur Geldanlage in Anlageklassen

Bei der Geldanlage in Anlageklassen sollte immer auf eine ausreichende Diversifikation geachtet werden. Das bedeutet, dass Anleger:innen am besten in mehrere Anlageklassen investieren, um unabhängiger von der Entwicklung einer einzelnen Anlageklasse zu sein. Denn wer ausschließlich in Aktien investiert, der wird hohe Kursverluste tragen müssen, wenn sich der Aktienmarkt negativ entwickelt. Dies kann dann nicht durch die positive Entwicklung einer anderen Anlageklasse aufgefangen werden.

Zudem sollte die Auswahl der Anlageklasse zur eigenen Anlagestrategie sowie des eigenen Risikoprofils passen. Investor:innen, die eine hohe Rendite generieren möchten, sollten demnach auch in eine Anlageklasse investieren, die ein hohes Renditepotenzial aufweist. Dies wäre zum Beispiel die Anlageklasse Aktien. Dann sollte das Portfolio in diesem Fall zu einem großen Teil aus Aktien bestehen. Wer keine hohen Risiken eingehen möchte, dessen Portfolio sollte eher aus Anlageklassen bestehen, die ein geringes Risiko aufweisen, wie beispielsweise Anleihen oder Geldmarktinstrumente.

Die Anlageklasse der Kryptowährungen weist ein sehr hohes Renditepotenzial auf, geht aber auch mit einer sehr hohen Volatilität und einem großen Risiko einher, weshalb die meisten Anleger:innen maximal einen sehr kleinen Teil ihres Portfolios in diese Anlageklasse investieren sollten.

Fazit

Es gibt viele verschiedene Anlageklassen, sodass Investor:innen hier eine recht große Auswahl an unterschiedlichen Finanzinstrumenten haben. Dabei eignet sich eine Investition in unterschiedliche Anlageklassen, je nachdem, welche Anlagestrategie und welches Risikoprofil Anleger:innen aufweisen. Grundsätzlich ist aber davon abzuraten, alles auf eine Karte zu setzen und sein Kapital in nur eine einzige Anlageklasse zu investieren. Stattdessen sollte das Kapital auf mehrere Anlageklassen gestreut werden, um das Risiko zu reduzieren.

FAQ: Anlageklassen

Welche Arten von Anlageklassen gibt es?

Es gibt Anlageklassen, die aus Wertpapieren bestehen, wie Aktien oder Anleihen und Assetklassen, die aus physischen Werten bestehen, wie Immobilien. Rohstoffe können sowohl physisch als auch über Börsen erworben werden. Zudem gibt es noch Geldmarktinstrumente und alternative Anlageklassen (beispielsweise Kryptowährungen).

Was sind klassische Anlageklassen?

Zu den traditionellen Anlageklassen gehören Aktien, Anleihen und Geldmarktinstrumente.

Für wen sind Anlageklassen relevant?

Anlageklassen sind für alle Anleger:innen von größter Relevanz, da eine Investitionsentscheidung stets vom Renditepotenzial sowie dem Risiko einer Anlageklasse abhängig ist.

Ist es möglich, direkt in eine Anlageklasse zu investieren?

Das hängt von der jeweiligen Anlageklasse ab. Bei Wertpapieren wie Aktien oder Anleihen ist dies kein Problem. Bei Immobilien wird es dagegen schwieriger, da hierfür ein sehr großer Kapitaleinsatz vonnöten ist.

Feda Mecan

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Ich investiere seit mehreren Jahren in internationale Start-ups und habe 2015 OnlineBanken.com gegründet, um ein transparentes und unabhängiges Finanzportal in Deutschland zu etablieren.