Privater Darlehensvertrag – So gehst du vor

oliverschoch Oliver Schoch Veröffentlicht am: 24. November 2021 Letztes Update: 24. November 2021 Lesezeit: 8 Minuten
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Das Wichtigste im Überblick

  • Mit einem privaten Darlehensvertrag können die rechtlichen und vertraglichen Konditionen bei einer Darlehensvergabe festgehalten werden
  • Kennzeichnend für private Darlehensverträge ist, dass sowohl Kreditnehmer:innen als auch Kreditgeber:innen Privatpersonen sind
  • Es existieren für Kreditverträge keine Formvorschriften, jedoch ist aus Beweisgründen die Schriftform definitiv empfehlenswert
  • Bei einem privaten Darlehensvertrag sind Kreditnehmer:innen nicht verpflichtet, Zinsen zu verlangen

Bei einem Kreditvertrag denken die meisten Menschen an die Banken, die Geld verleihen. Immer öfter allerdings sind es heutzutage wieder Privatpersonen, die anderen Privatleuten ihr Geld leihen. Dies geschieht meistens auf Basis eines privaten Darlehensantrages.

In unserem Beitrag erfährst du, was ein privater Darlehensvertrag ist und welche Bestandteile er haben sollte. Ferner gehen wir unter anderem darauf ein, wie die Kündigung zu gestalten ist, welche Fragen es häufig gibt und wir stellen dir zudem eine Vorlage für einen privaten Kreditvertrag zur Verfügung.

Was ist ein Darlehensvertrag überhaupt?

Bevor wir näher auf den privaten Darlehensvertrag eingehen, möchten wir kurz zusammenfassen, worum es sich eigentlich grundsätzlich bei einem Kreditvertrag handelt. Ein Darlehensvertrag beinhaltet, dass eine – natürliche oder juristische – Person einer anderen (dem Darlehensnehmer:innen) entweder Geld oder alternativ einen Sachwert zeitlich begrenzt überlässt. In den meisten Fällen wird ein Darlehensvertrag zwischen der Bank und dem/der Kreditnehmer:in abgeschlossen. Verbunden damit ist zum einen die Rückzahlung des Geldbetrages in Raten und zum anderen müssen die Schuldner:innen gegenüber den Kreditgeber:innen einen Zins zahlen.

Darüber hinaus beinhaltet ein Darlehensvertrag allerdings noch einige weitere Konditionen und Fakten. Dazu gehört zum Beispiel die Laufzeit des Kredites, innerhalb derer die entsprechenden Kreditnehmer:innen dazu verpflichtet sind, die – meistens monatlichen – Raten zu zahlen. Ferner beinhalten Darlehensverträge normalerweise Angaben zur vorzeitigen Kündigung, zu eventuellen Sondertilgungen und weiteren Vereinbarungen, die zwischen den zwei Parteien getroffen werden können. Banken schließen einen Darlehensvertrag nahezu ausnahmslos schriftlich, auch wenn es per Gesetzbuch keine Formvorschrift in dieser Hinsicht gibt.

Was ist ein privater Darlehensvertrag?

Vom allgemeinen Verständnis her wir dann von einem privaten Darlehensvertrag gesprochen, wenn es sich bei den Kreditgeber:innen nicht um Banken, sondern stattdessen um Privatpersonen handelt. Kreditnehmer:in ist in dem Zusammenhang ebenfalls eine Privatperson. Da bei einem privaten Darlehensvertrag für gewöhnlich keine Gewerbetreibenden beteiligt sind, gelten zum Teil etwas andere Vorschriften als bei einem typischen Kreditvertrag, den du mit deiner Bank abschließt.

Vom Grundgerüst her allerdings weißt der private Darlehensvertrag zahlreich Gemeinsamkeiten mit einem sonstigen Kreditvertrag auf, der bei einem Kreditinstitut abgeschlossen wird. Besonders wichtig bei privaten Darlehensverträgen ist es, dass du auf die wichtigsten Bestandteile im Vertrag achtest. Welche Fakten, Daten und Konditionen in einem privaten Darlehensvertrag nicht fehlen sollten, erläutern wir dir im folgenden Abschnitt. Ein häufiger Grund für den Abschluss eines privaten Darlehensvertrages ist übrigens, dass du nach einem Kreditvergleich feststellst, dass diese Privatdarlehen manchmal günstiger als Bankkredite sind oder eine geringere Bonität notwendig ist.

Welche Bestandteile sollte ein privater Darlehensvertrag haben?

Es gibt eine Reihe von Bestandteilen, die zwingend in jedem Darlehensvertrag enthalten sein sollten. Dazu gehören in erster Linie:

  • Name und Anschrift der zwei Vertragsparteien
  • Vereinbarter Zinssatz
  • Kreditbetrag
  • Laufzeit des Darlehens
  • Modalitäten zur Auszahlung
  • Dauer der Zinsbindung
  • Eventuelle Zusatzkosten
  • Rückzahlungsform
  • Kreditsicherheiten
  • Regeln zur Kündigung
  • Schuldanerkenntnis

Auf diese einzelnen Bestandteile möchten wir etwas näher eingehen, damit du bei deinem vielleicht nächsten privaten Darlehensvertrag genau weißt, was dieser beinhalten sollte.

Namentliche Nennung der zwei Vertragsparteien

In aller Regel gibt es bei einem privaten Darlehensvertrag zwei Parteien, nämlich zum einen Kreditnehmer:innen/Darlehensnehmer:innen und zum anderen Darlehensgeber:innen. Alleine aus Beweisgründen ist es wichtig, dass innerhalb des Kreditvertrages die zwei Parteien namentlich genannt werden. Ferner sollten die Angaben durch die exakte Anschrift und Geburtsdatum der zwei Beteiligten ergänzt werden. So ist gewährleistet, dass die entsprechenden Personen eindeutig identifiziert werden können und es beweistechnisch später bei eventuellen Streitigkeiten keine Probleme gibt, sowohl Kreditnehmer:innen als auch Kreditgeber:innen nachweisen zu können.

Vereinbarter Zinssatz

Die wohl wichtigste Kondition bei Kreditverträgen, so auch bei einem privaten Darlehensvertrag, ist der zu zahlende Zinssatz. Während die Zinsen bei Kreditverträgen mit Banken häufig seitens der Kreditgeber:innen vorgegeben werden, kommt es im Bereich privater Darlehensverträge häufig zu einer gegenseitigen Vereinbarung. Grundsätzlich sind die Zinsen für Kreditgeber:innen deren Einnahmequelle, die aus dem Verleih des Geldes resultiert. Daher ist es empfehlenswert, den Zinssatz in den Darlehensvertrag aufzunehmen, und zwar den effektiven Jahreszins.

Kreditbetrag festhalten

Von größter Bedeutung bei einem privaten Darlehensvertrag ist natürlich, welche Kreditsumme überhaupt verliehen wird. Daher ist es zwingend erforderlich, den exakten Betrag mit in den Darlehensvertrag aufzunehmen. In dem Fall schreibst du in den privaten Darlehensvertrag also beispielsweise einfach die Darlehenssumme in Höhe von 10.000 Euro hinein.

Laufzeit des Kredites

Ebenfalls zu den wichtigsten Konditionen in einem privaten Darlehensvertrag gehört die Laufzeit. Diese ist maßgeblich dafür verantwortlich, innerhalb welches Zeitraums Kreditnehmer:innen das bereitgestellte Darlehen vollständig getilgt haben müssen. Achten solltest du bei der Vertragslaufzeit vor allem darauf, dass die sich daraus ergebenden monatlichen Kreditraten für die Darlehensnehmer:innen nicht zu hoch und somit gut tragbar sind. Im Zweifelsfall ist es daher empfehlenswert, lieber eine etwas längere Laufzeit zu wählen als dass die Kreditnehmer:innen noch in finanzielle Schwierigkeiten kommen.

Dauer der Zinsbindung

Bei Darlehensverträgen mit Banken kann es je nach Kreditart vorkommen, dass die Dauer der Zinsbindung von der Gesamtlaufzeit des Kredites abweicht. Dies ist vor allem bei Immobilienkrediten typisch. Bei privaten Darlehensverträgen hingegen handelt es sich meistens um Ratenkredite. Dafür ist kennzeichnend, dass Dauer der Zinsbindung und Laufzeit des Kredites identisch sind. Falls du in den privaten Darlehensvertrag also nichts Abweichendes vereinbaren möchtest, ist der Zeitraum der Zinsbindung normalerweise identisch mit der Laufzeit des Kredites. Trotzdem kann es nicht schaden, diesen Zeitraum der Zinsbindung explizit noch einmal zu erwähnen.

Gebühren und eventuelle Zusatzkosten

Für private Darlehensverträge ist es eher untypisch, dass auf Kreditnehmer:innen neben den zu zahlenden Zinsen weitere Kosten zukommen. Gebühren werden in aller Regel ausschließlich von Banken vereinbart, selten jedoch von privaten Kreditgeber:innen. Sollten dennoch Zusatzkosten vereinbart werden, ist es empfehlenswert, diese ebenfalls in den Darlehensvertrag aufzunehmen.

Rückzahlung

Ebenfalls typisch für private Darlehensverträge ist, dass die Rückzahlung in Form monatlicher Raten stattfindet. So genannte endfällige Darlehen, bei denen Kreditnehmer:innen die gesamte Darlehensschuld erst am Ende der Laufzeit tilgen, sind bei privaten Darlehensverträgen unüblich. Abweichend von der monatlichen kann allerdings problemlos in gegenseitigem Einverständnis auch eine vierteljährliche oder halbjährliche Zahlung der Kreditraten vereinbart werden. Hier gibt es offiziell keine Einschränkungen, sodass im Prinzip jeder Zeitpunkt und Zeitraum für die Rückzahlung möglich ist.

Auszahlungsmodalitäten

Bei den Auszahlungsmodalitäten handelt es sich in der Regel um die Auszahlung der vereinbarten Darlehenssumme in einem Betrag nach Unterschrift der Kreditverträge. Eher selten findet zum Beispiel eine Teilauszahlung statt, sodass Kreditnehmer:innen zum Beispiel den Darlehensbetrag von 12.000 Euro in drei gleichgroßen Beträgen von jeweils 4.000 Euro in einem vierteljährlichen Abstand ausgezahlt bekommen würden. Daher müssen die Auszahlungsmodalitäten im Grunde nur dann in den Vertrag aufgenommen werden, wenn sie vom Standard abweichen.

Kreditsicherheiten (wenn vereinbart)

Manchmal werden bei privaten Darlehensverträgen auch Sicherheiten vereinbart, die dem/der Geldgeber:in zur Verfügung gestellt werden. Infrage kommen auch bei privaten Darlehensverträgen insbesondere die folgenden Kreditsicherheiten:

  • Abtretung von Forderungen
  • Verpfändung von Wertpapieren
  • Verpfändung von Sparguthaben
  • Bürgschaft

Ob und in welcher Form eine Sicherheit verlangt wird, hängt naturgemäß in erster Linie von den Darlehensgeber:innen ab. In den meisten privaten Darlehensverträgen werden allerdings keine Sicherheiten aufgenommen. Das hat den Grund, dass es sich bei den Kreditgeber:innen häufig um Verwandte oder nahe Familienmitglieder handelt, sodass Sicherheiten eher untypisch sind.

Bedingungen zur Kündigung des Darlehens

Ebenfalls aufgenommen werden sollten in den privaten Darlehensvertrag Bestimmungen zur Kündigung. Dies gilt sowohl für Kreditgeber:innen als auch für Kreditnehmer:innen, falls eine vorzeitige Kündigung möglich sein soll. Typische Gründe, wann Kreditgeber:innen den privaten Darlehensvertrag vorzeitig kündigen dürfen, sind vor allem:

  • Darlehensnehmer:in gerät mit Ratenzahlung in Verzug (Kündigung nach drei säumigen Raten)
  • Vereinbarte Sicherheiten werden nicht geleistet
  • Darlehensraten werden ständig zu spät bezahlt

Aber auch für Kreditnehmer:innen können Modalitäten zur Kündigung festgehalten werden, wie zum Beispiel ein jederzeit mögliches Kündigungsrecht ohne das Zahlen einer Vorfälligkeitsentschädigung.

Schuldanerkenntnis

Eine durchaus wichtige Klausel innerhalb eines privaten Darlehensvertrages, die jedoch häufig vergessen wird, ist das Schuldanerkenntnis. Dies ist rechtlich von Relevanz, denn damit erkennen Kreditnehmer:innen ihre Verpflichtungen gegenüber den Darlehensgeber:innen an. Im besten Fall wird das Schuldanerkenntnis sogar notariell beurkundet, sodass du einen absolut wasserdichten privaten Darlehensvertrag in Händen hältst.

Vorlage für einen privaten Darlehensvertrag

An dieser Stelle möchten wir dir gerne eine Vorlage zur Verfügung stellen, wie ein privater Darlehensvertrag aussehen könnte. Wie eingangs bereits erwähnt, gibt es diesbezüglich zwar keine festen Vorschriften. Allerdings dürfen die Klauseln und auch Konditionen innerhalb des Vertrages nicht gegen gesetzliche Bestimmungen oder geltendes Recht verstoßen. Daher kann dir unsere folgende Vorlage als Muster dienen, wenn du zukünftig einmal einen privaten Darlehensvertrag ausfertigen möchtest.

Vorlage: privater Darlehensvertrag (.DOC-Format) downloaden

Hinweis

Wenn du zum ersten Mal einen privaten Darlehensvertrag anfertigen möchtest, sind Vorlagen und Muster definitiv hilfreich. Unsere Vertragsvorlage zum Beispiel hilft dir dabei, keine wichtigen Konditionen und Vertragsdetails zu vergessen und dementsprechend an alle wichtigen Punkte zu denken, die typisch für einen privaten Darlehensvertrag sind.

Schriftform beim privaten Darlehensvertrag dringend zu empfehlen

Wie eingangs bereits erwähnt, gibt es im Hinblick auf Kreditverträge zwischen Privatpersonen die sogenannte Formfreiheit. Das bedeutet, dass du den Vertrag grundsätzlich auch mündlich abschließen könntest. Das große Problem besteht allerdings darin, dass du in diesem Fall – außer es sind Zeugen vorhanden – kein Beweis für die Existenz der Vereinbarung hast. Daher ist es dringend zu empfehlen, einen Darlehensvertrag stets schriftlich zu schließen und die Vereinbarung durch eine Unterschrift beider Parteien festzuhalten.

Häufige Fragen und unsere Antworten zum privaten Darlehensvertrag

Darlehen an Freunde und Familie: Muss ich Zinsen verlangen?

Bei Privatdarlehen, die von engen Freunden oder Familienmitgliedern vergeben werden, verlangen die Kreditnehmer:innen häufig keine Zinsen. Manchmal stellt sich daher die Frage, ob es beim Darlehensvertrag nicht vielleicht verpflichtend ist, einen Zins zu berechnen. Dem ist allerdings nicht so. Der Gesetzgeber schreibt in keiner Weise vor, dass Geld ausschließlich entgeltlich, also mit Zinsen, verliehen werden darf. Daher kannst du bei einem Darlehen an Freund:innen, Familienmitglieder oder sonstige Privatpersonen problemlos auf Zinsen verzichten.

Ist ein privater Darlehensvertrag mit späterer Rückzahlung möglich?

Bei einem privaten Darlehensvertrag herrscht grundsätzlich Form- und Vertragsfreiheit. Das bedeutet, die beiden Parteien können natürlich – ohne gegen Gesetze zu verstoßen – frei vereinbaren, welche Bedingungen und Konditionen der Darlehensvertrag beinhaltet. Das wiederum bedeutet, dass natürlich bei einem privaten Darlehensvertrag auch eine spätere Rückzahlung seitens der Kreditnehmer:innen möglich ist, wenn die Darlehensgeber:innen damit einverstanden sind.

Privater Darlehensvertrag: Was mache ich, wenn ich keine Rückzahlung erhalte?

Wenn Kreditnehmer:innen bei einem privaten Darlehensvertrag wider Erwarten mit den monatlichen oder vierteljährlichen Darlehensraten in Verzug geraten, hast du als Kreditgeber:in natürlich rechtliche Möglichkeiten, dagegen vorzugehen. Zunächst einmal kommt es darauf an, was in dem Vertrag vereinbart wurde. Bleiben zum Beispiel drei Kreditraten hintereinander aus und hast du schriftlich fixiert, dass dann ein Kündigungsrecht besteht, kannst du auch den privaten Darlehensvertrag vorzeitig kündigen. Das wiederum bedeutet, dass Kreditnehmer:innen dazu verpflichtet sind, die gesamte Restschuld sofort und auf einen Schlag zurückzuzahlen. Durchsetzen musst du dies allerdings anschließend häufig mit rechtlichen Mitteln, also einen Mahnbescheid erwirken oder im letzten Schritt ein gerichtliches Mahn- und Vollstreckungsverfahren anstrengen.

Darf ich einen privaten Darlehensvertrag einseitig kündigen?

Die einseitige Kündigung eines privaten Darlehensvertrages ist dann möglich, wenn dazu etwas im Vertrag vereinbart wurde. So könnte es zum Beispiel ein Passus geben, dass Kreditnehmer:in jederzeit und ohne das Zahlen einer Vorfälligkeitsentschädigung den Vertrag vorzeitig kündigen darf. Für Kreditgeber:innen gilt das Gleiche, wenn zum Beispiel fixiert wurde, dass nach ausstehenden Raten eine Kündigung möglich ist. Gibt es diesbezüglich im Vertrag keinerlei Vereinbarung, greift meistens die gesetzliche Kündigungsfrist von drei Monaten. Diese gilt dann sowohl für Darlehensgeber:innen als auch für den Darlehensnehmer:innen. Du kannst allerdings natürlich mit einem Passus auch vorzeitige Kündigungen ausschließen, wenn dies im Vertrag festgehalten ist.

Wenn eine Person einem privaten Darlehensvertrag nicht nachkommt, kann ich das dann der Schufa melden?

In der Regel ist das nicht möglich, und zwar aus folgendem Grund: Die Schufa arbeitet normalerweise ausschließlich mit ihren Vertragspartnern zusammen. Dabei handelt es sich insbesondere um Banken, Versicherungsgesellschaften und Telekommunikationsunternehmen. Diese Unternehmen teilen der Schufa mit, wenn sich Kunden vertragswidrig verhalten und ihren Verpflichtungen nicht nachkommen. Privatpersonen allerdings haben in der Regel nicht die Option, beispielsweise bei einem privaten Darlehensvertrag Kreditnehmer:innen bei der Schufa zu melden, sollten dieser ihren Verpflichtungen nicht nachkommen.

Bis zu welchem Betrag zu dürfen private Darlehen vergeben werden?

Auch hier gilt die Form- und Vertragsfreiheit. Du kannst also einen privaten Darlehensvertrag über alle denkbaren Kreditsummen abschließen, angefangen von einem bis hin zu mehreren Millionen Euro. Gewährleistet sein muss lediglich, dass zum Beispiel Laufzeit, monatliche Kreditrate und Darlehenssumme zueinander passen. Das bedeutet, dass es völlig unsinnig wäre, zum Beispiel ein privates Darlehen über 500.000 Euro mit einer Laufzeit von zwei Jahren zu vergeben, wenn die monatliche Rate zum Beispiel lediglich 2.000 Euro beträgt. Generell kannst du jedoch jede beliebige Darlehenssumme vereinbaren.

Ist ein privater Darlehensvertrag rechtsgültig?

Ein privater Darlehensvertrag ist selbstverständlich rechtsgültig, wenn er nicht gegen gesetzliche Verbote und Vorschriften verstößt. Dies ist durch die prinzipielle Vertragsfreiheit in Deutschland gewährleistet. Das bedeutet, dass jede rechtsfähige Person mit einer anderen ebenfalls rechtsfähigen Person Geschäfte machen und Verträge abschließen kann. Rechtsfähig sind im Allgemeinen alle Privatpersonen, die das 18. Lebensjahr vollendet haben. Zudem gilt auch für private Darlehensverträge die Formfreiheit, sodass der Vertrag nicht einmal schriftlich abgeschlossen werden muss.

Wann ist ein privater Darlehensvertrag empfehlenswert?

Die meisten Personen werden vermutlich gar nicht auf die Idee kommen, einen privaten Darlehensvertrag anzufertigen. In der Regel wendet man sich an seine Bank, wenn man zum Beispiel 10.000 Euro für die Finanzierung einer Konsumausgabe haben möchte. Trotzdem können private Darlehensverträge unter Umständen und in bestimmten Situationen sinnvoll sein und Vorteile gegenüber dem Bankkredit haben. Das wäre zum Beispiel der Fall, wenn die Bonität der Kreditnehmer:innen nicht sehr gut ist und Banken den Darlehensantrag voraussichtlich ablehnen würden. Darüber hinaus sind Familienangehörige oft dazu bereit, den Darlehensnehmer:innen ein zinsloses Darlehen zu gewähren, welches später zurückgezahlt wird. In dem Fall wäre das Privatdarlehen also günstiger als ein Bankkredit.

Welchen Zinssatz darf ich bei einem privaten Darlehen berechnen?

Bezüglich des Zinssatzes gilt auch bei privaten Darlehensverträgen wiederum die generelle Vertragsfreiheit. Allerdings: Die Zinsen dürfen ein bestimmtes Maß dennoch nicht überschreiten. Hier würde dann nämlich der Tatbestand des Wuchers greifen, der strafrechtliche Konsequenzen haben kann. Im Allgemeinen wird dann von Wucher gesprochen, wenn der vereinbarte Zinssatz mehr als doppelt so hoch wie der momentan übliche Marktzins ist. In der Praxis ist es allerdings nicht immer einfach, diesen übliche Marktzins festzuhalten. Er bewegt sich momentan bei den Ratenkrediten der Banken zum Beispiel zwischen 1,9 bis 8,9 %. Du solltest also beim Abschuss eines privaten Darlehensvertrages darauf achten, dass sich der Zinssatz in einem zumindest einigermaßen üblichen Rahmen bewegt.

Oliver Schoch

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Als gelernter Bankkaufmann habe ich mich 2008 als Finanz-Journalist selbstständig gemacht. Seitdem verfasse ich nun in Vollzeit als Freiberufler nahezu ausnahmslos Beiträge zu Finanz- und Wirtschaftsthemen, wie Börse, Aktien, Geldanlage, Vermögensaufbau, Versicherungen und Finanzierungen. Zu meinem Repertoire zählen u.a. Ratgeber, Fachtexte, News, Blogbeiträge und eBooks.