Cost-Average-Effekt

Feda Mecan
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Geschäftsführer und Investment-Experte Letzte Überarbeitung am 4. September 2022
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Im Zusammenhang mit dem Thema Geldanlage taucht der Begriff Cost-Average-Effekt oder auch Durchschnittskosteneffekt auf und verspricht den Anleger:innen eine sichere Rendite. Ob das tatsächlich der Fall ist, erfährst du im Nachfolgenden. Wir erklären, worum es sich beim Cost-Average-Effekt handelt und wie er entsteht. Außerdem zeigen wir, welche Vor- und Nachteile der Durchschnittskosteneffekt mitbringt und wann er von Nutzen ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Cost-Average-Effekt – auch Durchschnittskosteneffekt genannt – gleicht bei einer Geldanlage die Risiken von Kurzschwankungen aus.
  • Vom Cost-Average-Effekt profitieren vor allem Anleger:innen, die über einen längeren Zeitraum in Aktiensparpläne investieren.
  • Der Cost-Average-Effekt schützt unerfahrene Anleger:innen vor Fehlentscheidungen und erleichtert den Einstieg ins Börsengeschäft.

Was ist der Cost-Average-Effekt?

Der Begriff Cost-Average-Effekt bezeichnet den Durchschnittskosteneffekt und kommt bei einer Investition in einen Sparplan zum Tragen. Bei einem Sparplan zahlen die Anleger:innen jeden Monat einen festen Sparbetrag ein. Mit der monatlichen Sparrate werden je nach Sparplan, Aktien, ETFs, Fondsanteile oder andere Wertpapiere gekauft. Ziel eines Sparplans ist der Aufbau von Vermögen, weshalb die Rendite möglichst hoch ausfallen sollte. Durch den Cost-Average-Effekt können Anleger:innen die Rendite erhöhen und das Risiko von Kursschwankungen senken. Fallen die Kurse, werden mit der Sparrate mehr Anteile erworben. Steigen die Preise wiederum an, werden weniger Anteile erworben. Da der Sparplan jedoch in der Regel auf mehrere Jahre angelegt ist, werden die Anteile zu einem Durchschnittspreis erworben und die Kursschwankungen werden langfristig geglättet.

Wie verändert der Durchschnittskosteneffekt die Rendite?

Der Cost-Average-Effekt sorgt bei Sparplänen für eine sichere Rendite, da Kursschwankungen ausgeglichen werden können. Sinken die Kurse, werden in diesem Monat mehr Anteile gekauft, wodurch die Anleger:innen von einer höheren Rendite profitieren. Zwar werden weniger Anteile gekauft, wenn die Kurse steigen, doch entscheidet am Ende der Durchschnittspreis über die Rendite und dieser wird wiederum von Monaten, in denen die Kurse sanken, positiv beeinflusst.

Wie entsteht der Cost-Average-Effekt?

Mit einem Sparplan erwerben die Anleger:innen monatlich für einen festen Sparbetrag Aktien- oder Fondsanteile. Da die Kurse jedoch stetig schwanken, erhalten die Anleger:innen für ihre Sparrate nicht immer die gleiche Zahl an Anteilen. Nach einem gewissen Zeitraum, etwa 6 bis 12 Monaten, kann der Durchschnittspreis ermittelt werden, zu dem die Anteile eingekauft wurden. Der Durchschnittspreis wird dem Betrag gegenübergestellt, den andere Anleger:innen, unabhängig von einem Sparplan, für eine bestimmte Anzahl von Fondsanteilen bezahlt haben. In der Regel liegt der Durchschnittspreis unterhalb des regulären Preises und die Anleger:innen profitieren von einer höheren Rendite. Noch verständlicher wird die Entstehung des Cost-Average-Effekts durch das folgende Berechnungsbeispiel.

Berechnungsbeispiel

Eine Anleger:in bezahlt monatlich 200 Euro in einen Fondssparplan ein, der über 5 Jahre läuft. Im ersten Jahr des Sparplans liegen die Kosten für einen Fondsanteil bei 200 Euro, was bedeutet pro Monat kann ein Anteil gekauft werden. In einem Jahr kommen so also 12 Anteile zusammen. Im zweiten Jahr steigt der Kurs jedoch erheblich an und die Kosten für einen Fondsanteil liegen bei 400 Euro. Es kann pro Monat also nur ½ Anteil gekauft werden, was im Jahr zu einer Summe von 6 Anteilen führt. Im dritten Jahr fällt der Kurs wieder auf das Niveau des ersten Jahres und es können wieder 12 Anteile erworben werden. Im vierten Jahr fällt der Kurs abermals und ein Anteil kostet nun nur noch 100 Euro. Somit können pro Monat 2 Anteile erworben werden und im gesamten Jahr 24 Anteile. Im fünften Jahr steigt der Kurs wieder auf 200 Euro pro Anteil und es werden 12 Anteile erworben.

Während der Laufzeit des Sparplans wurden insgesamt 12.000 Euro eingezahlt und 66 Fondsanteile gekauft. Auf den ersten Blick scheint kaum Rendite erzielt worden zu sein, ein Blick auf den Cost-Average-Effekt zeigt jedoch, wie viel Geld tatsächlich verdient wurden. Die Fondsanteile sind 13.200 Euro Wert, bezahlt wurden jedoch nur 12.000 Euro. Das bedeutet es liegt ein Gewinn von 1.200 Euro vor, der durch den Cost-Average-Effekt erzielt wurde.

Vor- und Nachteile

Der Cost-Average-Effekt bietet für Anleger:innen ein hohes Maß an Sicherheit, denn Kursschwankungen müssen bei dem Investment in einen Sparplan nicht im Auge behalten werden. Gerade für Börseneinsteiger bietet der Cost-Average-Effekt eine gute Möglichkeit, um sich mit dem Börsenmarkt vertraut zu machen und zu lernen, Risiken richtig abzuschätzen. Damit sich die Vorteile des Cost-Average-Effekt jedoch bemerkbar machen, muss über einen längeren Zeitraum investiert werden. Umfasst der Sparplan Fonds, bei denen es kaum zu größeren Schwankungen kommt, fällt der Renditezuwachs durch den Cost-Average-Effekt eher gering aus. Ebenso bleibt die Rendite aus, wenn die Kurse ständig auf einem hohen Niveau bleiben und nur wenige Anteile gekauft werden können.

Die Vorteile des Cost-Average-Effekts:
  • Hohe Sicherheit bei ständig schwankenden Märkten
  • Ermöglicht Börsenneulingen einen einfachen Einstieg
  • Kursschwankungen müssen nicht im Auge behalten werden
  • Niedrige Kurse führen zum Erwerb von mehr Anteilen
Nachteile des Cost-Average-Effekts:
  • Zeigt seine Wirkung nicht bei Fonds mit geringen Kursschwankungen
  • Ständig steigende Kurse mindern die Rendite

Wann ist der Cost-Average-Effekt nützlich?

Der Cost-Average-Effekt ist primär bei volatilen Märkten nützlich, also bei Märkten, deren Kurse starken Schwankungen unterliegen. Hier erweist es sich bei Einmaleinlagen oftmals als schwierig, den richtigen Zeitpunkt für die Investition zu bestimmen. Bei einem Sparplan wird regelmäßig investiert, wodurch die Gefahr einzusteigen, wenn der Kurs am höchsten ist, reduziert wird.

Wann verliert man mit dem Cost-Average-Effekt Geld?

Der Vorteil des Cost-Average-Effekts kann für die Anleger:innen durchaus auch zu einem Nachteil werden. Steigen die Kurse stetig an und es kommt nur zu einer geringen Entspannung, werden mit dem Sparbetrag nur wenige Anteile gekauft, was wiederum dazu führt, dass die Rendite sinkt.

Seinen Nutzen entfaltet der Cost-Average-Effekt nur, wenn die Kurse nach einem Anstieg auch wieder fallen. Bleiben die Kurse auf einem Niveau, zeigt der Cost-Average-Effekt hingegen keine Wirkung.

Anwendungsfall Sparplan

Ein Sparplan bietet die optimale Möglichkeit, den Cost-Average-Effekt zu nutzen und die Rendite der Anlage zu erhöhen. Da Sparpläne über einen längeren Zeitraum laufen, werden Kursschwankungen durch den Cost-Average-Effekt optimal ausgeglichen. Durch die Anlage von monatlichen Beträgen wird außerdem das Risiko reduziert, zum falschen Zeitpunkt zu investieren. Bei langen Laufzeiten macht sich der Durchschnittskosteneffekt bei Aktien- oder Fondssparplänen bei der Rendite bemerkbar.

Einmalanlage oder Sparplan?

Unabhängig davon, ob sich Anleger:innen für eine Einmalanlage oder einen Sparplan entscheiden, die Rendite steht bei beiden Anlageformen im Vordergrund. Wer sich für eine Einmalanlage entscheidet, sollte sich mit dem Börsenmarkt auskennen, um einschätzen zu können, ob der Zeitpunkt für eine Investition optimal gewählt ist. Hierfür ist es von Vorteil, wenn die Kursentwicklungen vorab beobachtet werden, um investieren zu können, bevor ein Kursanstieg zu erwarten ist.

Bei einem Sparplan wird über einen festgelegten Zeitraum monatlich ein fester Betrag in Aktien, Fonds oder ETFs investiert und bei entsprechender Kursentwicklung kommt der Cost-Average-Effekt zum Tragen. Da mit dem Sparbetrag automatisch Anteile gekauft werden, benötigen die Anleger:innen kein Börsenwissen und müssen nicht den optimalen Zeitpunkt für die Anlage auswählen. Da der Durchschnittspreis beim Sparplan unter dem Preis der Einmalanlage liegt, erzielen Anleger:innen mitunter attraktive Renditen.

Da die Entwicklung der Kurse nur schwer einzuschätzen ist, kann es bei einem Sparplan auch zu einem negativen Cost-Average-Effekt kommen. Steigen die Kurse kontinuierlich an, können wenig Anteile gekauft werden und die Rendite sinkt. In diesem Fall kann eine Einmalanlage dann durchaus die besseren Renditechancen bieten.

Das beste Depot finden

Ob Einmalanlage oder Sparplan, in beiden Fällen wird ein Depot benötigt. Für die Auswahl empfiehlt sich ein Depot Vergleich, um sich einen Überblick über die Angebote zu verschaffen. Wer sich für den Börsenhandel interessiert, für den könnte auch unser Robo Advisor Vergleich hilfreich sein.

Fazit

Der Cost-Average-Effekt bietet für Börseneinsteiger und Kleinanleger Vorteile und attraktive Rendite-Chancen. Allerdings müssen die Bedingungen hierfür stimmen, ansonsten bleibt die Wirkung aus. Langfristig gesehen bietet der Cost-Average-Effekt jedoch gute Möglichkeiten, um die Rendite zu erhöhen und Vermögen aufzubauen.

FAQ

Was ist der Cost-Average-Effekt?

Der Cost-Average-Effekt gibt Auskunft über die Durchschnittskosten einer Geldanlage.

Wann lohnt sich der Cost-Average-Effekt?

Der Cost-Average-Effekt lohnt sich, wenn die Kurse schwanken. Denn so können bei niedrigen Kursen mehr Anteile gekauft werden, wodurch die Rendite steigt.

Wann ist der Cost-Average-Effekt nachteilig?

Bei steigenden Kursen ist der Cost-Average-Effekt hinfällig, denn hier profitieren die Anleger:innen von einer positiven Renditeentwicklung.

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Feda Mecan

Veröffentlicht von

Ich investiere seit mehreren Jahren in internationale Start-ups und habe 2015 OnlineBanken.com gegründet, um ein transparentes und unabhängiges Finanzportal in Deutschland zu etablieren.