CFD-Risiken

Feda Mecan Veröffentlicht am: 3. Juni 2022 Letztes Update: 23. Mai 2022 Lesezeit: 7 Minuten
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Wenn du vorhast, mit CFDs zu handeln, dann solltest du dir vorher unbedingt zuerst diesen Artikel genau durchlesen. Denn der Handel mit CFDs ist mit gewissen Risiken verbunden. Um dich vor unnötigen Kursverlusten zu schützen, möchten wir dir daher in diesem Artikel aufzeigen, was es alles an Risiken beim Handel von CFDs zu beachten gilt.

Das Wichtigste in Kürze

  • CFDs sind Anlageprodukte, die nicht direkt in Wertpapiere investieren. Denn bei CFDs handelt es sich um hochspekulative Derivate. Mittels CFDs wird eine Forderung erworben, deren Preisentwicklung vom zugrunde liegenden Basiswert abhängig ist.
  • Durch den Einsatz von CFDs kann von einer Hebelwirkung profitiert werden, die zu überdurchschnittlichen Gewinnen führen kann. Dies gilt allerdings auch für möglicherweise auftretende Verluste.
  • Ein großes Risiko für Anleger:innen stellt hier der sogenannte Margin Call dar. Sind die Kursverluste einer Position größer als die beim Broker hinterlegte Sicherheit, dann verlangt dieser einen Nachschuss an Kapital oder er stellt die Position glatt.
  • Beim Handel mit CFDs kann es auch zum sogenannten Overtrading kommen. Dabei gehen Anleger:innen entweder zu große Risiken beim Handel mit CFDs ein oder handeln viel zu oft, sodass sehr hohe Transaktionskosten anfallen.

Disclaimer: Bei den nachfolgend aufgeführten Informationen handelt es sich um keine Anlageempfehlung. Sie dienen lediglich zu Informationszwecken und geben keine Auskunft über zukünftige Entwicklungen oder Renditen. Daher übernimmt Onlinebanken.com keinerlei Gewährleistung für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Informationen.

Was ist ein CFD?

CFD ist die Abkürzung für “Contracts for Difference”. Dabei handelt es sich um sehr spekulative Derivate. Im Gegensatz zu Aktien wird nicht direkt in die Unternehmen investiert. Stattdessen wird eine Forderung erworben, deren Preisentwicklung vom zugrunde liegenden Basiswert abhängt.

CFD Risiken im Überblick

Da es sich bei CFDs um sehr spekulative Anlageprodukte handelt, fallen auch die Risiken entsprechend hoch aus. Daher solltest du dir genau darüber im Klaren sein, welche Risiken du bei einem Investment in CFDs eingehst. Zuerst einmal bekommst du von uns einen groben Überblick, bevor wir im Detail auf die einzelnen Risiken eingehen:

  • Margin Call
  • Nachschusspflicht
  • Große Hebelwirkung
  • Volatilität und Marktrisiken
  • Haltekosten
  • Overtrading

Margin Call

Bei CFDs gibt es bestimmte Marginanforderungen. Um eine Position zu eröffnen, muss zuerst ein bestimmter Geldbetrag eingezahlt werden, dies wird auch als Einschussmargin bezeichnet. Weiterhin wird für das Halten der Position ein weiterer Betrag benötigt, dies wird Halte-Margin genannt. Mithilfe dieser Margins sichert sich der Broker ab, für den Fall, dass sich die Position nicht so entwickelt, wie der Anleger:in es sich vorstellt.

Wenn jemand also mittels CFDs auf steigende Kurse setzt, diese aber stark fallen, dann erhöht sich das Risiko für den Broker. Wenn die Kurse also stark genug gefallen sind, dann reicht die bereits hinterlegte Halte-Margin möglicherweise nicht mehr aus, um das entstandene Risiko abzudecken, sodass der Broker einen Nachschuss an Kapital verlangt. Diese Aufforderung wird als Margin Call bezeichnet.

Nachschusspflicht

Diese Nachschusspflicht kann sehr negative Auswirkungen auf Anleger:innen haben. Denn wird dieser Aufforderung nicht nachgekommen, zum Beispiel weil das benötigte Kapital gar nicht vorhanden ist, dann wird die Position geschlossen und der Anleger:in muss die angefallenen Kursverluste hinnehmen. Wenn du also beispielsweise 10.000 Euro in CFDs investiert hast und dafür eine Margin in Höhe von 5.000 Euro hinterlegt hast, dann ist der Broker bis zu diesem Betrag auch abgesichert.

Fällt der Kurs also um nicht mehr als die Hälfte, dann passiert gar nichts. Du musst diese Verluste nicht realisieren. Fällt der Kurs allerdings auf zum Beispiel 4.000 Euro, dann wird der Broker von dir verlangen, dass du die zusätzlichen 1.000 Euro nachschießt, oder aber deine Position glattstellen, sodass du die Verluste hinnehmen musst.

Es ist daher von größter Bedeutung, dass du sehr auf die jeweiligen Margin Bedingungen achtest, da du bei einem Margin Call, dem du nicht nachgehen kannst, außerordentlich hohe Verluste erleiden kannst.

Große Hebelwirkung

CFDs verfügen über eine sehr große Hebelwirkung, da hier nicht direkt in Wertpapiere investiert wird. Dies wird auch als Leverage Effekt bezeichnet. Bei CFDs wird ein Derivat erworben und eine Sicherheit hinterlegt. Diese Sicherheit wird Margin genannt und führt dazu, dass nur ein Teil des Kaufpreises bezahlt werden muss, um mit einem Anlageprodukt zu handeln. Dadurch entsteht eine nicht unerhebliche Hebelwirkung, welche sich sowohl positiv als auch negativ auswirken kann.

Setzt man mittels CFDs auf steigende Kurse, dann profitiert man überdurchschnittlich von einer positiven Kursentwicklung und kann satte Gewinne einstreichen. Das große Risiko besteht hierbei darin, dass sich die Kurse möglicherweise nicht so entwickeln, wie man es prognostiziert hat. Entwickeln sich die Kurse in die entgegengesetzte Richtung, dann fallen auch die Kursverluste überdurchschnittlich hoch aus.

Konservative und/oder unerfahrene Anleger:innen sollten daher auf keinen Fall mit hoch spekulativen Anlageprodukten wie CFDs handeln, da die Risiken einfach zu groß sind.

Volatilität und Marktrisiken

Eine hohe Volatilität kann Gift für Anleger:innen sein, die in CFDs investieren. Denn wenn durch starke Kursschwankungen ein Margin Call ausgelöst wird, dann wird der Broker entweder einen Nachschuss an zusätzlichem Kapital verlangen oder die Position auflösen. Auch die Marktrisiken sind nicht zu vernachlässigen. Denn wenn sich ein bestimmter Markt nicht so entwickelt, wie man es sich ausgemalt hat, dann können aufgrund der Hebelwirkung von CFDs schnell hohe Verluste auftreten.

Haltekosten

Abhängig davon, welche Positionen gehalten werden und wie lange sich diese im eigenen Besitz befinden, können entsprechende Haltekosten anfallen. Die Berechnung dieser Gebühren erfolgt jeden Tag immer dann, wenn die Positionen nach 17 Uhr New Yorker Zeit noch nicht geschlossen sind. Diese können recht hoch ausfallen, insbesondere dann, wenn Positionen über einen langen Zeitraum gehalten werden. Daher sollten Anleger:innen diese Kosten stets im Blick haben. Denn diese Gebühren können nicht nur die erzielten Gewinne auffressen, sondern auch angefallene Verluste verstärken.

Um die Haltekosten bezahlen zu können, sollten Anleger:innen unbedingt darauf achten, dass stets ausreichend Guthaben auf ihrem Konto vorhanden ist.

Overtrading

Beim sogenannten Overtrading handelt es sich um einen sehr aggressiven Handel von Anleger:innen. Diese kaufen und verkaufen einzelne Positionen viel zu häufig und müssen daher viel mehr Gebühren bezahlen als eigentlich notwendig wäre. Hierfür kann sowohl eine mangelnde Geduld oder aber einfach nur Langeweile der Auslöser sein. Oftmals haben Anleger:innen, die so handeln keine Handelsstrategie oder schenken ihr nicht genügend Beachtung, sodass auch dann getradet wird, wenn es eigentlich kein Einstiegssignal gibt.

Dies kann neben hohen Transaktionskosten auch zu schlechten Trades führen, die mit geringen Gewinnen oder sogar Verlusten verbunden sind. Unter Overtrading kann man aber auch das Eingehen von zu großen Risiken verstehen. Dabei gehen Anleger:innen viel zu große Positionen ein. Dadurch entsteht dann ein Risiko, das gemessen an dem auf das Handelskonto eingezahlten Kapital, unverhältnismäßig hoch ist.

Mögliche Gründe für dieses Vorgehen könnten Überheblichkeit oder Gier sein. Dabei ist jemand möglicherweise so von sich selbst überzeugt, dass er den Risiken keine Beachtung schenkt, weil er der Ansicht ist, dass der Trade sicher aufgehen wird. Möglicherweise ist jemand aber auch einfach nur gierig und hat seinen Fokus einzig und alleine auf die möglichen Gewinne gelegt, sodass das Risiko nicht berücksichtigt wird.

Hierbei handelt es sich allerdings nicht um ein Produktrisiko, dass durch die CFDs selbst entsteht, sondern um ein Risiko, das durch das Verhalten von Anleger:innen entsteht. Anleger:innen können dieses Risiko daher umgehen, wenn sie ihre Emotionen im Griff haben und ein kluges Risikomanagement anwenden.

Für wen lohnt sich der CFD-Handel?

Der CFD-handel lohnt sich vor allem für diejenigen Anleger:innen, die mit einem Hebel investieren möchten. Mittels Investition in CFDs lassen sich deutlich höhere Gewinne erzielen als mit normalen, ungehebelten Anlageprodukten. Da das Risiko dadurch allerdings sehr hoch ausfällt, sollten nur erfahrene Investor:innen, die ihre Emotionen im Griff haben und eine klare Handelsstrategie verfolgen, in den CFD-Handel einsteigen.

Um mit CFDs handeln zu können, wird ein passendes Depot benötigt. Dieses kannst du über unseren umfangreichen Depot-Vergleich finden. Denn in diesem stellen wir dir die besten Depots vor. Dabei gehen wir aber nicht nur auf die Vorteile, sondern auch auf die Nachteile ein, sodass du gut informiert bist.

Fazit

Der Handel mit CFDs kann aufgrund der Hebelwirkung zu sehr hohen Gewinnen führen. Die Hebelwirkung gilt allerdings auch für die möglicherweise auftretenden Verluste, sodass die Risiken unbedingt berücksichtigt werden sollten, bevor man sich für eine Investition in CFDs entscheidet. Insbesondere der Margin Call kann Anleger:innen zum Verhängnis werden, wenn sie der Nachschusspflicht nicht nachkommen können.

FAQ: CFD-Risiken

Welche Risiken gibt es beim CFD Handel?

Beim CFD Handel gibt es das Risiko eines Margin Calls, also einer Nachschusspflicht bei zu großen Kursverlusten einer Position. Zudem sind die große Hebelwirkung, Volatilität sowie Marktrisiken, Haltekosten und Overtrading Risiken von CFDs.

Was ist ein Margin Call?

Wenn die Kursverluste einer Position größer ausfallen als die beim Broker hierfür hinterlegte Sicherheit, dann verlangt der Broker einen Nachschuss von zusätzlichem Kapital, was als Margin Call bezeichnet wird.

Was versteht man unter der Nachschusspflicht?

Wenn die bei einem Broker für das Halten einer bestimmten Position hinterlegte Margin nicht mehr ausreicht, um die eingetretenen Kursverluste zu decken, dann verhängt der Broker eine Nachschusspflicht. Es muss dann zusätzliches Kapital eingezahlt werden oder die Position wird glattgestellt.

Welche Risiken entstehen bei Hebelprodukten?

Die Hebelwirkung entfaltet sich nicht nur bei Gewinnen, sondern ebenfalls bei Verlusten. Das große Risiko bei Hebelprodukten besteht also darin, dass die Verluste sehr viel höher ausfallen können.

Feda Mecan

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Ich investiere seit mehreren Jahren in internationale Start-ups und habe 2015 OnlineBanken.com gegründet, um ein transparentes und unabhängiges Finanzportal in Deutschland zu etablieren.