Was ist Volatilität?

thomasbaer Thomas Bär Veröffentlicht am: 4. April 2022 Letztes Update: 1. April 2022 Lesezeit: 13 Minuten
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Volatilität ist ein im Kontext mit dem Finanzmarkt häufig gebrauchter Begriff, der auf den ersten Blick kompliziert erscheinen mag. In einfachen Worten lässt sich verständlich verdeutlichen, was damit gemeint ist. Abgeleitet aus dem Englischen „volatility“ beschreibt er Schwankungen von Aktien, Fonds oder Zinssätzen um einen Durchschnittspreis. Aus mathematischer Sicht und bezogen auf die Börse ist die Volatilität ein Risikomaß einer Kapitalanlage, darstellbar als historische und als erwartete Messgröße von Kursschwankungen.

In diesem Ratgeber gehen wir auf die Bedeutung der Volatilität für den Kapitalmarkt, ihre Entstehung und Auswirkungen ein.

Das Wichtigste in Kürze

  • Volatilität beschreibt die Schwankung des Preises einer Kapitalanlage (Aktien, Fonds, Zinsen) innerhalb einer bestimmten Zeitspanne.
  • Die Ermittlung der Volatilität erfolgt u.a. unter Einbeziehung der Preisänderungen aus der Vergangenheit (historische Volatilität) und von erwarteten Preisschwankungen in der Zukunft (implizite Volatilität).
  • Hohe Volatilität steht für höheres Risiko. Aktienanlagen mit niedriger Volatilität sind nicht immer risikoarm.
  • Kursschwankungen lassen sich vorhersehen. Starke Bewegung zeichnet die Kapitalmärkte in Zeiten politischer und gesellschaftlicher Unruhen aus. Langfristige Preistrends erweisen sich häufig als Ursache für volatile Entwicklungen.
  • Anleger:innen können Volatilität unterschiedlich je nach Markt und Anlageziel u.a. mithilfe von Volatilitätsprodukten wie Optionen, VDAX und Short-ETFs handeln.

Was bedeutet Volatilität?

Volatilität beschreibt, wie stark der Wert einer Kapitalanlage oder eines Vermögenswertes innerhalb eines bestimmten Zeitraums um einen festgelegten Mittelwert schwankt. Geringere Änderungen eines Kurses eines Assets weist auf wenig Volatilität hin. Stark schwankende Kurse sind ein Hinweis einer sehr volatilen Anlage.

Gilt eine Aktie als volatil, verfügt sie über eine höhere Schwankungsbreite. Volatilität zeigt jene Schwankungsspanne an, in der sich Kurse bewegen. In einem einfachen Wort lässt sich Volatilität mit Kursschwankung beschreiben.

Am Aktienmarkt geht es mit den Werten auf und ab. Auslöser für die Bewegungen der Werte ist, dass der Markt den Gesetzen von Angebot und Nachfrage folgt. Bei steigender Nachfrage werden Aktien, Anleihen, Gold, Rohstoffe oder Kryptowährungen teurer. Sinkt die Nachfrage, geben die Preise nach. Volatile Aktien zeichnet eine stärkere Schwankung als bei wenig Volatilen aus.

Faktoren, die die Volatilität beeinflussen

Eine Reihe von Faktoren beeinflussen die Volatilität. Faktoren sind u.a.:

  • Unternehmensnachrichten
  • Veränderung des Marktzinsniveaus
  • Geopolitische Ereignisse
  • Allgemeine wirtschaftliche Entwicklungen
  • Wetterkatastrophen

Börsennotierte Unternehmen veröffentlichen regelmäßig Quartalszahlen und Jahresberichte. Bereits einige Tage vor der Veröffentlichung der erwarteten positiven Finanzberichte wichtiger Technologieunternehmen wie Apple, Google, Amazon oder Microsoft schwanken Optionsscheine, was eine höhere Volatilität anzeigt. Bei anderen Werten wie Pharmaaktien beeinflussen neben den Unternehmensnachrichten u.a. erwartete Medikamentenzulassung oder Nichtzulassung den Kurs. Die Volatilität kann über 200 Prozent betragen.

Die US-Notenbank (FED) und die Europäische Zentralbank (EZB) beeinflussen Märkte durch Änderungen des Leitzinses. Eine Veränderung des Zinsniveaus hat eine steigende Volatilität zur Folge. Unternehmen profitieren von niedrigen Zinsen, sodass Aktienkurse und andere Anlagen bei Zinssenkungen steigen. Erwartete Zinsanhebungen werden Markt meist vorweg. Stark volatile Aktien reagieren bereits bei kleineren News der Notenbanken.

Auswirkungen auf die Volatilität an den Märkten haben geopolitische Faktoren im Allgemeinen und die Politik im Besonderen. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang Kriegsereignisse, Präsidentenwahlen in den USA, Handelskriege oder Ankündigungen über Sanktionen.

Die Entwicklungen der globalen Wirtschaft sorgen für steigende oder fallende Zahlen an den Börsen. Aufgrund der Bedeutung Chinas für die Weltwirtschaft kann ein starkes Wirtschaftswachstum in China Aktien von US-amerikanischen und deutschen Unternehmen beeinflussen. Die Corona-Pandemie hat den Einfluss Chinas auf die Weltwirtschaft deutlich gemacht. Lieferkettenstörungen werden auch 202 anhalten.

Eine immer bedeutender Rolle auf die Marktvolatilität spielen unerwartete Wetterereignisse, die sich der weiteren Klimaänderung verschärfen und vervielfältigen werden. Unwetterartige Stürme, Überschwemmungen, Trockenzeiten oder Vulkanausbrüche nehmen Einfluss auf die Volatilität von Aktien, ETFs und Fonds.

Hinweis

Volatilität gilt als Risikomaß und Risikokennzahl. Während sie für einen Teil der Trader:innen Unsicherheit bedeutet, bietet sie anderen Chancen. In Deutschland schrecken Kursschwankungen private Anleger:innen von Aktienanlagen ab. Erfahrene Händler:innen sichern ihr Portfolio oder einzelne Werte gegen höhere Kursschwankungen ab. Volatilität sorgt für Bewegung im Markt. Kursabweichungen benötigen Profi-Anleger.innen für den Ein- und Ausstieg. Daytrader nutzen die Chancen der Volatilität in beide Richtungen.

Die Arten der Volatilität

Es gibt mehrere Arten der Volatilität, die für Anleger:innen in verschiedenen Situationen von Interesse sind. Die wichtigsten Arten sind

  • Historische Volatilität
  • Implizite Volatilität

Kurz erwähnt werden sollen auch Kategorien der Volatilität wie Preisvolatilität, Aktienvolatilität und Marktvolatilität

  • Die Preisvolatilität beschreibt die Spanne von Kursschwankungen bestimmter Assets, beispielsweise einer Aktie oder von Fonds, Indizes, ETFs, Rohstoffen oder Zinsen. Stärkere Preisschwankungen weisen auf eine hohe Preisvolatilität hin. Das jährliche Schwankungsniveau wird hier als Maßstab verwendet.
  • Die Aktienvolatilität, eine Unterkategorie der Preisvolatilität, beschreibt Kursschwankungen von einzelnen Aktien.
  • Die Marktvolatilität beschreibt Schwankungen eines gesamten Marktes und sie besitzt Auswirkungen auf die Spanne der Kursschwankungen einzelner Wertpapiere. Die Marktvolatilität ist ein eminentes Risiko, welches von Anleger:innen nicht zu 100 Prozent kontrolliert werden können. Aktien unterliegen aufgrund der allgemeinen Marktsituation immer Kursschwankungen.

Historische und implizite Volatilität sind die beiden Hauptarten der Volatilität. Darauf soll im Folgenden eingegangen werden.

Historische und implizite Volatilität – Bedeutung und Berechnung

Historische Volatilität: Die historische Volatilität misst vergangene Kursschwankungen bzw. analysiert die Kursentwicklung von volatilen Aktien. Aussagen zum zukünftigen Wachstum sind damit nicht verbunden. Berechnet wird die historische Volatilität unter Hinzuziehen des durchschnittlichen Kurses eines Basiswerts (beispielsweise Aktie oder ETF) über einen ausgewählte Zeitraum. Mithilfe des Mittelwertes errechnet sich die durchschnittliche Kursabweichung.

Implizite Volatilität: Bei der impliziten Volatilität handelt es sich um eine zukunftsgerichtete Betrachtung, die über die Bewertung von Optionen berechnet wird. Auf dieser Basis wird das Erarbeiten von Handelsstrategien möglich.

Über die implizite Volatilität können Rückschlüsse auf die Preise von Optionen und eine Angebot-Nachfrage-Situation gezogen werden. Steigt die Nachfrage nach Optionen steigt die Optionsprämie. Am Markt wird eine höhere Volatilität in der Zukunft angenommen.

Vereinfacht dargestellt, wird bei der Berechnung der impliziten Volatilität der jeweils real am Markt offerierte Optionspreis abgerufen. Dieser wird in einer mathematischen Formel erfasst und damit die Abweichung ermittelt. Wird davon ausgegangenen, dass die Optionen zum korrekten Marktpreis gehandelt werden, beschreibt die implizite Volatilität die zu erwartende Schwankungsintensität aus.

Berechnung der historischen Volatilität am Beispiel Aktienrenditen

Mit Tabellenkalkulationsprogrammen wie Excel oder Google Sheets lässt sich die Volatilität anhand spezieller Formeln direkt aus einer Zeitreihe herausberechnen. Um die Größenordnung der Kursschwankungen messen zu können, bedarf es der Festlegung eines Betrachtungszeitraumes und weiterer einzubeziehender Merkmale, beispielsweise Aktienrenditen).

Soll die Volatilität bei Aktienrenditen berechnet werden, sind die jeweiligen Renditen hinzuzuziehen. Gilt die Berechnung der täglichen Volatilität einer Aktie sind die täglichen Aktienrenditen die Grundlage. Aus den täglichen Renditen lässt sich einfach der Mittelwert durch die Addierung der Renditen und dem Dividieren durch die Anzahl der Messpunkte ermitteln.

Beispiel Aktie A

Messpunkt 1: 30 Tage Kursrendite -10 Prozent

Messpunkt 2: 30 Tage Rendite 15 Prozent

Messpunkt 3: 30 Tage Rendite 8 Prozent

Mittlere Volatilität aus -10% + 15% + 8% / 3 ist gleich 4,33%.

Mit dem Mittelwert kann jetzt die Standardabweichung bzw. Volatilität berechnet werden. Die Formal für die Standardabweichung lautet: „Wurzel aus (Summe / Anzahl der Werte)“, in unserem Beispiel Wurzel aus: (1/3)((-10-4,3%)²+(15-4,3%)²+(8-4,3%)²). Die durchschnittliche Abweichung beträgt rund 10,8 Prozent.

Wichtig

Soll die Volatilität als Vergleichsmaß dienen, muss die Berechnung unter Bezug gleichen Zeitraums erfolgen. Bei täglichen Renditen wird als Zeitraum häufig die letzten 200 oder 360 Tage verwendet.

Wichtig ist die Betrachtung der Volatilität über Zeitperioden

Interessant ist es zudem, die Volatilität über verschiedene Zeitperioden zu betrachten. Eine grobe Unterscheidung Volatilität von Aktien über verschiedene Zeitperioden ist:

  • Kurzfristige Volatilität (Schwankungen über Stunden, Tage und Wochen)
  • Mittelfristige Volatilität (Monate und einzelne Jahre)
  • Langfristige Volatilität (Jahre bis Jahrzehnte)

Kurzfristige Volatilität (Betrachtungszeitraum 60 Tage) kann sich von der langfristigen Volatilität (beispielsweise Betrachtungszeitraum 1 Jahr) erheblich unterscheiden

So weisen Anlage wie Währungspaare kurzfristig hohe Volatilität auf, langfristig verändern sie sich nur wenig. ETFs oder Investmentfonds sind innerhalb kurzer Betrachtungszeiträume wenig volatil. Langfristig verändern sich ihre Kurse ändern stark. Anleger:innen müssen je nach Markt und Anlageklasse verschiedene Zeitspannen einbeziehen.

Hinweis

Während die historische Volatilität ein in der Vergangenheit gemessener Risikoindikator darstellt, wird die implizite Volatilität in den aktuellen Optionspreisen und als ein in die Zukunft gerichteter Risikoindikator sichtbar. Eine implizite Volatilität von 45 Prozent bezogen auf ein Jahr würde tägliche Kursschwankungen von 3 Prozent (+/-) bedeuten. Beträgt die Volatilität 16 Prozent, wäre die Schwankung nur 1 Prozent (+/-).

Diese Märkte sind besonders volatil?

Volatile Märkte kannst du dir am besten wie die Kurven eines EKG vorstellen. In Marktchart geht es wie bei der EKG Kurve ständig Auf und Ab. Kursschwankungen liegen zwischen Maximum und Minimum. Bei länger andauernden steigenden bzw. fallenden Kursen zeigt sich einer lineare Chartkurve, kleiner Schwankungen inklusive.

Als volatil gelten Märkte:

  • Aktienmärkte zur Öffnung und kurz vor Schließung (Opening & Closing)
  • Aktien mit geringer Marktkapitalisierung (Micro Caps bzw. Pennystocks)
  • Rohstoffe, insbesondere Edelmetalle
  • Währungen

Volatile Märkte sind gekennzeichnet durch enorme Preisschwankungen und große Handelsvolumen. Die Ursachen sind vielfältig und können das Resultat sein von Ereignissen wie:

  • Veröffentlichung von Unternehmensdaten
  • Analystenrating
  • Börsengang (IPO)
  • Politische Entscheidungen
  • Daytrading-Aktivitäten
  • Leer verkaufen von Wertpapieren in großen Stil
  • Orders institutioneller Marktteilnehmerinnen
Hinweis

Unter Experten werden diese Ursachen genannt, aber nicht einheitlich in ihrer Wichtigkeit betont. In der Vergangenheit gab es durch Hochfrequenz-Computerhandel bereits einige kleinere volatile Marktphasen. Die weitere Digitalisierung könnten einzelne Marktteilnehmer:innen nutzen, um Märkte stärker in ihre Richtung zu beeinflussen.

Volatilitäts-Index für deutsche Aktien

Als Volatilitätsbarometer für deutsche Aktien wurde der VDAX erstmals am 5. Dezember 1994 auf der Basis fiktiver Optionspreise erstellt. Der alte VDAX wurde zum letzten Mal Ende Juli 2016 berechnet. Mit dem bereits in 2005 erstmals berechneten VDAX änderte sich der Betrachtungszeitraum von 45 Tagen auf nunmehr 30 Tage. Außerdem liegen der Rechnung reale Optionenpreise zugrunde.

Der Volatilitätsindex auf den deutschen Aktienindex DAX stellt bezogen auf eine 30-tägige Zeitspanne die erwartete Schwankungsbreite des DAX dar. Seine Funktion besteht in der Abbildung der impliziten Volatilität. Am 16. März 2020, während der Corona-Pandemie, verzeichnete der VDAX-NEW seinen bisherigen Indexhöchststand von 93,3 Punkten.

Der VDAX wird unter Einsatz von DAX-Optionskontrakten mit Laufzeiten von bis zu zwei Jahren berechnet. Die Veröffentlichung des VDAX-NEW liegt in den Händen der Deutsche Börsen AG. Sie informiert einmal börsentäglich um 13:45 Uhr über den Stand des Volatilitätsindex.

CBOE Volatility Index – Der “Angstindex”
Neben dem VDAX gibt es mit dem CBOE Volatility Index (VIX) einen Anlageexpert:innen häufiger genutzten Volatilitätsindikator, der bezogen auf einen 30-Tage-Zeitraum die zu erwartende Volatilität des US-Aktienmarktes misst. Er wird zudem als Indikator der weltweiten Aktienmarktvolatilität bzw. Barometer für die Marktunsicherheit angesehen.

Weist der VIX Index einen hohen Punktwert auf, wird kurzfristig eine höhere Schwankungsbreite vermutet. 50 Punkte sind das Maß für eine hochvolatile Marktlage. Eine Aussage zu fallenden oder steigenden Preisen ist daraus nicht abzuleiten.

Wie nutzt man Volatilität?

Volatilität ist eine nahezu tägliche anzutreffende Erscheinung und keineswegs ungewöhnlich. Volatile Märkte sind normal, was sich an schwankenden Aktienkursen ablesen lässt. Phasen besonders starker Volatilität machen Charts großer Indizes wie Dow Jones oder S&P 500 sichtbar.

Nutzen kannst du Volatilität wie folgt:

  • Die historische Volatilität dient dir als Standardabweichung bzw. zeigt dir das Schwanken der realen Werte um einen bestimmten Mittelwert an.
  • Die implizite Volatilität, ermittelt auf der Basis marktrealer Optionspreise, zeigt dir die Erwartungen des Marktes an.
  • Bei der Intraday-Volatilität werden die Kurse zum Handelsbeginn und Handelsschluss für Trades genutzt. Verwendet werden außerdem Tageshöchst- und Tagestiefstkurse
Hinweis

Als Anleger*in kannst du mit deinem Kapital investiert bleiben oder bei stärkerer Volatilität Märkte handeln. Wenn du in volatilen Märkten mit Aktien oder CFDs handeln möchtest, solltest du dich ausgiebig mit den Marktbedingungen auseinandersetzen und höhere Risiken akzeptieren.

So wird die Volatilität und das Risiko eines Portfolios gemessen

Zum Messen des Risikos eines Portfolios gibt es zahlreiche Methoden, die Vorteile und Nachteile besitzen und daher nicht die Vollständigkeit einer Prüfmethode beanspruchen. Die Kombination mehrerer Methoden ist üblich.

Zum Einsatz kommt beispielsweise die Standardabweichung bzw. quadrierte Abweichung. Die Berechnung der Volatilität kann auf Basis von täglicher, monatlicher oder jährlicher Rendite oder mit Kursdaten erfolgen. Werden tägliche Renditen genutzt, dann sollte der Betrachtungszeitraum mindestens 90 Tage betragen.

Zur Planung der Portfolio-Volatilität wird die Standardabweichung der Renditen des Portfolios insgesamt herangezogen. Ein Vergleich von Standardabweichung von Portfolio und Einzelwerten wird eine geringere Portfolio Volatilität zeigen.

Der Vergleich von Gesamtrendite und Portfolio-Risiko erfolgt unter Mithilfe von Sharpe Ratio (positive Renditen) und Sortino Ratio (negative Renditen). Ein annehmbares Risiko zeigt ein Sharpe Ratio von 1 oder mehr an. Liegt es unter 1, ist das Risiko für die wahrscheinliche Rendite hoch.

Risiko im Portfolio senken

Depotbanken weisen lediglich die Renditen von einzelnen Geldanlagen, aber nicht deren Volatilität und die des Gesamtportfolios aus. An der Kennzahl Volatilität könnten Anleger:innen erkennen, dass die Rendite eines Portfolios nicht nur das Zusammenaddieren von Einzelrenditen (Gewinn und Verlust) ist. Im Endeffekt kommt es auf die Zusammenstellung der einzelnen Portfolio-Werte an.

Hinweis

Mit einem breit diversifizierten Portfolio aus Aktien, Anleihen und Liquidität (alternativ plus weiterer Vermögenswerte wie Rohstoffe, Edelmetalle, Immobilien) lässt sich das Risiko eines Depots gut steuern. Es wird volatile Marktphasen überstehen oder Übertreibungen am Markt aushalten. Auf lange Sicht wird sich die Volatilität in hohen Kursen widerspiegeln. Es gab in der Vergangenheit zahlreiche und auch größere Marktkorrekturen, die bisher immer wieder kompensiert wurden. Hat ein fallender Aktienmarkt seinen Tiefstand überschritten, könnte das eine Kaufgelegenheit sein.

So kannst du Kursschwankungen voraussehen

Kursschwankungen müssen dich als Anleger:in nicht unvorbereitet treffen. Entwicklungen an den Märkten lassen sich durchaus voraussehen. Kapitalmärkte kommen in Phasen politischer oder gesellschaftlicher Unruhen in Bewegung. Durch die Analyse von Charts lassen sich entsprechende Erkenntnisse über die Märkte und das allgemeine Anlegerverhalten gewinnen. Ein Blick auf historische Chartkurven lässt die Größenordnung von Schwankungen erahnen.

Der Chart bildet die Preisentwicklung ab und ist zugleich Basis für die Kursveränderungen. Anleger:innen können durch das Beobachten der Charts, Kursschwankungen gezielt ausnutzen. Für Investor:innen mit langfristigem Anlagehorizont sind diese Kursschwankungen weniger interessant. Anders sieht das für kurzfristig agierende Trader:innen aus, die Marktbewegungen für ihre Profite ausnutzen.

Wer in volatile Märkte investieren möchte, sollte sich mit den Grundlagen der sogenannten „Technischen Analyse“ auseinandersetzen. Nur mit dem richtigen Chart-Verständnis können die richtigen Schlüsse gezogen werden.

Hinweis

Seit an den Börsen der Computerhandel die Hauptrolle spielt, sind bestimmte Kursmarken für den weiteren Kursverlauf von enormer Bedeutung. Vor allem Handelsroboter handeln im Sekundentakt, wenn der programmierte Algorithmus Chancen ausmacht. Sie könnten unsichere Märkte verlassen. Werden Stop-Marken erreicht, kann das aufgrund automatisiert gesetzter Verkaufsorders eine Verkaufswelle auslösen. Die Liquidität würde stark abnehmen und erhebliche Kursrückgänge wären die Folge.

Fazit: Mit der Volatilität kurzzeitliche Kursschwankungen messen

Die Volatilität einer Geldanlage hängt von zahlreichen Faktoren ab. Eine Rolle spielen die Anlageart, Marktvolatilität (Angebot-Nachfrage-Verhältnis) und finanzpolitische Einflussfaktoren wie Zinsen eine Rolle. Je kürzer die gewählte Anlagedauer, desto mehr Risiko besteht für eine Investition am Kapitalmarkt. Außerhalb des Kapitalmarkts bezogen auf Kryptowährungen gilt das umso mehr.

Anleger:innen, die über die Volatilität ausgewählter Finanzinstrumente informiert sind, können ihr Portfolio optimaler diversifizieren. Mit schwankungsärmeren Anlageklassen lässt sich ein Ausgleich höherer Volatilitäten von anderen Anlagen bewerkstelligen.

Beachten solltest du die einfache Formel: Hohe Volatilität bedeutet hohes Risiko. Niedrig volatile Aktien bergen geringere Risiken. Aktien mit geringer Volatilität sind nicht in jedem Fall risikoarm.

FAQ

Wie nutzt man Volatilität?

Volatilität wird in der Finanzwelt, von Anleger:innen und Trader:innen unterschiedlich genutzt. Anleger:innen nutzen Kursschwankungen von Assets für den Einstieg oder Ausstieg. Die erfahrenen unter ihnen handeln Volatilität mithilfe von Volatilitätsprodukte wie VDAX, Short-/ETFs oder Optionen. Kurzfristig orientierte Trader:innen benötigen Kursschwankungen für überdurchschnittlichen Renditen. Besonders volatile Aktien bieten ihnen Chancen in normalen Marktphasen. In der Finanzwelt wird die berechnete Volatilität zur Risikobeurteilung genutzt.

Welche Märkte sind besonders volatil?

Einige Märkte wie Kryptowährungen und Währungen (Forex-Trading) sind sehr volatil und weisen erhebliche Schwankungen an einem Handelstag auf. Aktien, Indizes und Rohstoffe weisen eine mittelhohe Volatilität auf. Einige Assets sind volatiler als andere. Indizes mit vielen Einzelwerten wie der S&P 500 sind weniger volatil als der DAX 40. Gering kapitalisierte Aktien sind volatiler als Indexschwergewichte. Vor allem bei der Marktöffnung und vor Marktschließung ist eine steigende Volatilität zu beobachten. Rohstoffe wie Gold und Rohöl reagieren stark auf politische Entscheidungen.

Was bedeutet Risiko oder Volatilität?

Der Begriff Volatilität hat seinen Ursprung im Lateinischen Wort „volatilis“, was mit Marktschwankungen übersetzt werden kann. Volatilität misst Schwankungen von Wertpapierkursen (Aktien, Währungen) oder Zinssätzen. Je höher die Volatilität einer Aktie, desto stärker die Schwankungen des Wertes und desto höher das Risiko der Anlage.

Misst die Volatilität das Risiko?

Die Volatilität ist ein Risikoindikator, der das Gesamtrisiko eines Wertpapiers anzeigt. Das Risiko ist als historische Volatilität auf die Vergangenheit bezogen und als implizite Volatilität auf die Zukunft ausgerichtet.

Ist eine hohe Volatilität gut oder schlecht?

Hohe Volatilität bei einem Wertpapier bedeutete einst stärkere Kursschwankungen. Für Anleger:innen hatte das erhebliche Kursverluste zur Folge. Aber es wurden mit Anlagen mit hoher Volatilität ebenfalls große Gewinne erzielt. Eine hohe Volatilität ist kein Kriterium für die Beurteilung der Qualität eines Wertpapiers.

Thomas Bär

Veröffentlicht von

Als studierter Ökonom habe ich mich jahrelang in erster Linie mit betriebswirtschaftlichen Problemen befasst. Seit mehr als zehn Jahren sehe ich meine Berufung darin, Wissen und Erfahrungen rund um private Finanzen aufzubereiten und in Ratgeberform zu vermitteln.