Private Equity

Feda Mecan
| Anzahl Artikel: 383
Geschäftsführer und Investment-Experte Letzte Überarbeitung am 27. Juli 2022
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Bei Private Equity handelt es sich um einen Begriff, welcher aus dem angelsächsischen Raum stammt. Mit diesem Begriff werden Investitionen seitens einer Beteiligungsgesellschaft beschrieben, welche in Unternehmen investiert, die nicht an einer Börse gelistet sind. Dabei handelt es sich um einen sehr spannenden Bereich, in welchem hohe Renditen erzielt werden können. Wir werden dir daher die Funktionsweise von Private Equity erklären und sowohl auf die Vor- als auch auf die Nachteile eingehen. Zudem wirst du erfahren, wer die Zielgruppe ist und ob sich ein Investment für Privatanleger:innen lohnt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Begriff Private Equity stammt aus dem englischen Sprachgebrauch und bedeutet so viel wie Beteiligungskapital. Hierunter versteht man Investments in nicht börsennotierte Unternehmen.
  • Oftmals sammeln Beteiligungsgesellschaften über Fonds Kapital ein, um in bestimmte Unternehmen zu investieren. Dadurch fällt der Eigenkapitalanteil geringer aus, sodass sich eine höhere Eigenkapitalrendite ergibt.
  • Die Laufzeit eines solchen Fonds beträgt in der Regel 10 bis 12 Jahre. Wenn genügend Kapital eingesammelt wurde, kann nicht mehr in den Fonds investiert werden.
  • Für private Investor:innen ist ein Investment in Private Equity in der Regel nicht geeignet. Denn der typische private Anleger verfügt nicht über das nötige Mindestkapital, welches bei mindestens 200.000 Euro liegt.
  • Die Beteiligung eines bekannten Investors kann sehr vorteilhaft für ein Unternehmen sein. Denn das Risiko muss nicht mehr alleine getragen werden. Außerdem kann man auf das Know-How sowie die Ressourcen des Kapitalgebers zurückgreifen.

Was ist Private Equity?

Bei Private Equity handelt es sich um einen englischen Begriff, welcher mit dem deutschen Wort Beteiligungskapital übersetzt werden kann. Grundsätzlich versteht man unter diesem Begriff Kapitalbeteiligungen an Unternehmen, welche an keiner Börse notieren. Dementsprechend geht es hier nicht um Investments in Aktien, sondern um den direkten Erwerb von Anteilen an Konzernen, die nicht öffentlich gehandelt werden. In diesem Bereich gibt es einige professionelle Beteiligungsunternehmen, die sich darauf spezialisiert haben, durch Investments in nicht börsengehandelte Unternehmen hohe Renditen zu erwirtschaften.

So funktioniert Private Equity

Bei Private Equity wird in private Unternehmen investiert. Um diese Transaktionen zu finanzieren, kommt oftmals Fremdkapital zum Einsatz. Grund hierfür ist der sogenannte Leverage-Effekt. Denn die Hebelung mit Fremdkapital führt dazu, dass die Eigenkapitalrendite deutlich gesteigert werden kann. Je mehr Fremdkapital aufgenommen wird, desto geringer ist der Eigenkapitalanteil. Dementsprechend fällt die mit dem Eigenkapital generierte Rendite höher aus, da die gleiche Rendite mit einem geringeren Anteil an Eigenkapital erwirtschaftet wird.

Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die Zinsen für das Fremdkapital in der Regel steuerlich abgesetzt werden können, was die Steuerlast der Beteiligungsgesellschaft verringert. Dieses Vorgehen birgt allerdings auch entsprechende Risiken. Denn die Zinslast fällt bei einem hohen Einsatz von Fremdkapital deutlich höher aus. Kann diese aufgrund schlechter Investments nicht mehr bedient werden, droht die Pleite.

Hinweis Die Eigenkapitalrendite wird berechnet, indem der Gewinn durch das eingesetzte Eigenkapital geteilt wird. Hast du beispielsweise einen Gewinn in Höhe von 10.000 Euro mit einem Eigenkapitaleinsatz von 100.000 Euro erzielt, dann beträgt die Eigenkapitalrendite 10.000/100.000 = 0.1, also 10%.

Private Equity Strategien

Im Private Equity Bereich existieren unterschiedliche Strategien. Diese lassen sich zum Beispiel hinsichtlich der Situation der Zielunternehmen unterscheiden. Eine dieser Strategien, welche äußerst bekannt ist, nennt sich Venture Capital. Dabei wird schon sehr früh in aussichtsreiche Unternehmen investiert. Schon in der Gründungsphase stellen Venture Capital Unternehmen den Gründern Kapital zur Verfügung. Da schon in einer so frühen Phase investiert wird, handelt es sich um eine sehr risikoreiche Strategie. Dafür können die Renditen hier umso höher ausfallen, wenn sich das Unternehmen positiv entwickelt. Viele Wagniskapitalgeber sitzen im Silicon Valley, da hier eine große Auswahl an Startups aus der Technologiebranche besteht.

Bei der sogenannten Turnaround Strategie setzen die Beteiligungsgesellschaften darauf, dass ein Unternehmen den Turnaround schafft. Oftmals werden hier Investments in kriselnde Firmen getätigt, um diese zu restrukturieren. Kann das Unternehmen erfolgreich saniert werden, dann können hohe Renditen erwirtschaftet werden. Bei der Mezzanine Strategie werden keine Anteile am Unternehmen selbst erworben, sondern lediglich Fremdkapital in Form von nachrangigen Darlehen zur Verfügung gestellt. Wird die Buy-Out Strategie angewendet, dann werden Anteile an Unternehmen erworben, welche sich bereits am Markt etablieren konnten. Um die Anteile später mit Gewinn verkaufen zu können, werden beispielsweise einzelne Sparten verkauft oder hinzugekauft. Dies soll zu einer Wertsteigerung des zugrunde liegenden Konzerns führen.

Private Equity Fonds

Um das notwendige Beteiligungskapital einzusammeln, welches für Investitionen in die jeweiligen Zielunternehmen benötigt wird, werden oftmals Fonds aufgelegt. Dabei leihen sich die Beteiligungsgesellschaften in der Regel Kapital von institutionellen Anleger:innen. Aber auch private Investor:innen können zum Teil in solche Fonds investieren. Die eingesammelten Gelder werden innerhalb des Fonds dann in die entsprechenden Unternehmen investiert. Sofern die notwendige Menge an Kapital aufgenommen wurde, nimmt der Fonds in der Regel keine weiteren Gelder mehr an. Ein solcher Fonds hat oftmals Laufzeiten, die 10 bis 12 Jahre betragen.

Dabei kann der Investmentprozess in 3 verschiedene Phasen unterteilt werden. Während der ersten Phase werden interessante Unternehmen als potenzielle Investments ausfindig gemacht. Nachdem lukrative Investitionen ausfindig gemacht wurden und das Kapital investiert wurde, beginnt Phase 2. Während dieser Phase werden mit dem Management des Unternehmens Pläne erstellt, um das Unternehmen weiterzuentwickeln. Dies kann beispielsweise die Steigerung der Profitabilität durch effizientere Fertigungsprozesse sein. Dabei beschränkt sich die Private Equity-Gesellschaft auf beratende Tätigkeiten. Das Ziel besteht darin, dass Unternehmen aufzupäppeln und es gewinnbringend zu verkaufen. Die dritte Phase ist dementsprechend der Exit. In dieser Phase werden die notwendigen Vorbereitungen getroffen, um das Unternehmen erfolgreich zu verkaufen.

Vor- und Nachteile von Private Equity

Ein Investment in Private Equity bringt sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich. Zu den Vorteilen gehört, dass der Einstieg einer bekannten Beteiligungsgesellschaft das Image des Zielunternehmens verbessern kann. Denn dieser Einstieg bedeutet, dass die investierende Gesellschaft daran glaubt, dass das Unternehmen in Zukunft Erfolg haben kann. Außerdem werden durch die beratende Tätigkeit der Private Equity-Gesellschaft bestimmte Probleme analysiert und verbessert. Es werden unter anderem Prozesse effizienter gestaltet, was zu höheren Umsätzen sowie Gewinnen führen kann.

Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass das Unternehmen die Risiken nicht mehr alleine trägt. Dabei kann das Management des Unternehmens aber nicht nur auf das Know-How des Investors zurückgreifen, sondern erhält oft auch Kapital oder andere wichtige Ressourcen. Nachteilhaft ist allerdings, dass die alleinige Entscheidungsgewalt nicht mehr beim Unternehmen selbst liegt, da das Beteiligungsunternehmen eingreift. Aufgrund der großen Beteiligung hat der Investor ein Mitspracherecht und kann Entscheidungen unter Umständen auch verhindern. Zudem kann durch den Einstieg eines großen Investors viel Druck auf die Mitarbeiter entstehen, weil hoch angesetzte Ziele innerhalb gewisser Zeiträume erreicht werden sollen.

Vorteile
  • Verbessertes Image
  • Effizientere Prozesse
  • Risiko wird nicht mehr alleine getragen
  • Zugriff auf Know-How und Ressourcen des Investors
Nachteile
  • Keine alleinige Entscheidungsgewalt mehr
  • Großer Leistungsdruck
  • Investor kann Entscheidungen verhindern
Hinweis Der Einstieg einer Beteiligungsgesellschaft kann zu gewissen Vorteilen führen, bedingt aber auch ein Mitspracherecht des Investors, sodass das Unternehmen Entscheidungen nicht mehr alleine trifft.

Renditeerwartung bei Private Equity

Da Private Equity-Gesellschaften nicht in börsennotierte Konzerne investieren, sondern in private Unternehmen, fallen die Renditemöglichkeiten entsprechend gut aus. Denn ein solcher Investor kann auch in vielversprechende mittelständische Unternehmen investieren, die an keiner Börse gelistet sind. Dementsprechend fällt die Rendite bei kluger Auswahl deutlich höher als bei gewöhnlichen Aktien aus, in die auch private Investor:innen ohne Probleme investieren können.

Laut dem Global Private Equity Barometer sollen 42% der institutionellen Anleger:innen im Private Equity Bereich eine Rendite von über 16% erwirtschaftet haben. Seit der Erstellung dieses Barometers im Jahr 2004 lag die Rendite nur einmal höher. In den vergangenen 2 Jahrzehnten konnten Private Equity Fonds Anleger:innen eine Rendite von fast 13% jährlich einbringen. Dies zeigt das enorme Renditepotenzial dieses Marktes. Dementsprechend handelt es sich hierbei um eine der Anlageklassen, bei der Investor:innen mit einer sehr hohen Rendite rechnen können.

Hinweis Zum Vergleich: der Aktienmarkt konnte lediglich eine einstellige Rendite erwirtschaften. Diese lag bei ca. 7,1% pro Jahr.

Zielgruppe von Private Equity

Die Zielgruppe von Private Equity besteht hauptsächlich aus institutionellen und semiprofessionellen Anleger:innen. Zwar fallen die Renditen sehr hoch aus und der Markt wirkt dadurch sehr attraktiv, allerdings bestehen dadurch auch hohe Risiken. Das bedeutet, dass sich ein Investment in diesen Markt nur für risikobereite Anleger:innen eignet, die über das notwendige Know-How verfügen. Zur Gruppe der institutionellen Investor:innen zählen unter anderem Investmentgesellschaften, Pensionsfonds, Banken, Staatsfonds und Versicherungen.

Denn diese haben das nötige Wissen, um die Risiken kalkulieren zu können und verfügen zudem über große Kapitalbeträge, welche in diesem Bereich unabdingbar sind. Zu der Gruppe der semiprofessionellen Anleger:innen zählen unter anderem auch private Anleger:innen. Allerdings müssen diese nicht nur das Risiko einschätzen können, sondern auch das notwendige Mindestkapital mitbringen. Dieses liegt bei mindestens 200.000 Euro. Dabei gehört dieser Betrag schon zu den geringeren, die als Mindestinvestment in dieser Branche aufgerufen werden. Bei manchen Private Equity Fonds werden Millionen an Euros benötigt, um in diese investieren zu können.

In Private Equity investieren

Dementsprechend ist es für gewöhnliche Privatanleger:innen, die nicht auf einem Berg an Kapital sitzen, so gut wie gar nicht möglich, in diesen Bereich zu investieren. Denn die Mindesteinlage von 200.000 Euro muss erstmal gestemmt werden. Zudem ist diese Branche recht risikoreich, sodass du über ein deutlich größeres Vermögen als diese 200.000 Euro verfügen solltest, um dein Kapital vernünftig zu diversifizieren. Eine mögliche Alternative besteht darin, in Aktien eines Private Equity Unternehmens zu investieren, welches an einer Börse notiert.

Um Aktien überhaupt erwerben zu können, benötigst du allerdings ein Depot. Deshalb haben wir einen umfangreichen Depot-Vergleich geschrieben, welcher dir bei der Auswahl des passenden Anbieters unter die Arme greift. Dadurch wirst du nicht nur viel Zeit sparen, weil du nicht mehr selbst recherchieren musst, sondern kannst dich in Zukunft über sehr geringe Gebühren freuen.

Fazit

Ein Investment in Private Equity Fonds kann extrem lukrativ sein. Denn Investitionen in diese Branche haben den normalen Aktienmarkt deutlich outperformt. Dabei fällt allerdings auch das Risiko höher aus, da in der Regel eher in kleinere Werte investiert wird und nicht in große, börsennotierte Konzerne. Bei kluger Auswahl der Unternehmen sollten auch in Zukunft sehr attraktive Renditen erwirtschaftet werden können. Dabei ist dieser Markt aber hauptsächlich für große institutionelle Investor:innen geeignet, wie zum Beispiel Banken, Versicherungen oder Pensionsfonds. Aufgrund der sehr hohen Mindestanlagesummen besteht eine gewisse Eintrittshürde, weil sich gewöhnliche Privatanleger:innen ein Investment oftmals schlichtweg nicht leisten können. Denn in diesem Bereich müssen mindestens 200.000 Euro investiert werden. Teilweise ist ein Einstieg nur mit mehreren Millionen Euro an Kapital möglich.

FAQ: Fragen und Antworten zu Private Equity

Was bedeutet Private Equity?

Private Equity ist ein englischer Begriff und bedeutet so viel wie Beteiligungskapital. Darunter versteht man Investments in Unternehmen, die nicht an einer Börse gelistet sind.

Für wen lohnt sich Private Equity?

Private Equity lohnt sich vor allem für Investor:innen, die das notwendige Kapital mitbringen und auf hohe Renditen aus sind. Aufgrund des recht großen Risikos und der hohen Mindestanlagesummen ist eine Investition für private Anleger:innen eher ungeeignet.

Wie kann man in Private Equity investieren?

Es gibt 2 Möglichkeiten, um als Privatanleger in Private Equity zu investieren. Hierzu gehört der Erwerb von Anteilen an Private Equity Dachfonds oder der Kauf von Aktien einer Private Equity-Gesellschaft, wenn diese an einer Börse gelistet ist.

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Feda Mecan

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Ich investiere seit mehreren Jahren in internationale Start-ups und habe 2015 OnlineBanken.com gegründet, um ein transparentes und unabhängiges Finanzportal in Deutschland zu etablieren.