Order und Ordertypen

Feda Mecan
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Geschäftsführer und Investment-Experte Letzte Überarbeitung am 5. Juli 2022
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Um überhaupt an der Börse handeln zu können, ist es wichtig zu wissen, was eine Order ist. Es ist nämlich nötig eine Order zu platzieren, damit man zum Beispiel bei einer Aktie „long“ oder „short“ gehen kann. In manchen Situationen oder Marktlagen können verschiedene Ordertypen für ein optimaleres Ergebnis sorgen. Durch den Einsatz der Ordertypen können die Gewinne teilweise vergrößert werden. Auf der anderen Seite ist es möglich die Verluste und das Risiko stark zu minimieren. Was eine Order ist, welche Ordertypen es gibt und unter welchen Umständen welcher Ordertyp einzusetzen ist, erfährst du in diesem Beitrag.

Das Wichtigste in Kürze

  • Es gibt verschiedene Ordertypen, die in verschiedenen Situationen einsetzbar sind.
  • Handelsstrategien lassen sich durch den Einsatz optimieren und perfektionieren.
  • Nicht jeder Broker bietet alle Ordertypen an. Gebühren sind möglich.

Was ist eine Order?

Kaum fängt man an sich mit der Börse und dem Investieren in verschiedene Wertpapiere zu beschäftigen, taucht überall immer wieder der Begriff „Order“ auf. Im normalen englischen Bereich ist bestimmt bekannt, dass der Begriff so etwas wie „Bestellung“ oder „Befehl“ bedeutet. Nichts Anderes bedeutet das Wort an der Börse. Kurz gesagt nennt man einen Kauf- oder Verkaufsauftrag für Wertpapiere eine Order. Denkt man in der Zeit zurück, fallen einem höchstwahrscheinlich das alte Aufgeben von Orders durch lautes Zurufen oder durch das Heben einer Hand ein. Heutzutage funktioniert das Platzieren einer Order mit Abstand sehr viel moderner.

Wie beinahe alles in dieser Zeit, funktioniert die Aufgabe einer Order mittlerweile bequem vom Computer aus. Da es die Möglichkeit gibt von überall ins Internet zu kommen, muss man dafür nicht einmal mehr zu Hause sitzen. In diesem Fall ist es so, dass die Order von deinem Online-Depot, über die Bank, sicher an die Börse gebracht wird. Von dort aus funktioniert alles automatisch und es muss nichts weiter unternommen werden, damit die Platzierung durchgeführt wird.

Was sind die verschiedenen Ordertypen?

Normalerweise gibt es zwei Orderarten. Entweder platziert eine Person eine Buyorder oder eine Sellorder. Davon ab existieren weitere, speziellere Ordertypen, die das Handeln bzw. Traden an der Börse mit den unterschiedlichsten Wertpapieren vereinfachen soll. Erwähnenswert sind hauptsächlich die Limit Order, die Stop Market Order, die Stop Limit Order, die Trailing Stop Order und die sogenannte One Cancels the Other Order (=OCO). Diese sind die gängigsten Ordertypen und sollten bei dem Gang an die Börse gekannt werden. Noch speziellere Ordertypen gibt es zwar, diese sind allerdings nicht sehr alltäglich und können gerade am Anfang ignoriert werden.

Warum gibt es verschiedene Ordertypen?

Jetzt tut sich die Frage auf, was das Ganze soll, warum es all die verschiedenen Ordertypen gibt und was diese für das Handeln an der Börse bringen. Die Frage ist nicht ganz unberechtigt. Die Ordertypen sollen dabei helfen, die eigene Strategie der Anleger verfolgen und bestmöglich umsetzen zu können. Durch das Platzieren der verschiedenen Orders ergibt sich die Möglichkeit zu wählen, wie und zu welchem Preis eine Order ausgeführt werden soll. Dadurch können gute Preise beim Kaufen oder Verkaufen von Aktien erzielt werden, sodass die eingefahrenen Gewinne sich vergrößern.

Die wichtigsten Ordertypen im Überblick

Der Überblick soll dabei helfen, die Typen der Orders etwas näher kennenzulernen und zu verstehen, was sie bei der Auswahl für die Platzierung der Order nützen.

Market Order

Dieser Typ ist der beliebteste und der am häufigsten verwendete Order. Wird eine Market Order platziert, soll die Order so schnell wie möglich ausgeführt werden. Es ist egal, wie der Kurs sich in der Zeit zwischen Abgabe und Platzierung verändert. Es wird billigst gekauft oder bestens verkauft. Das bedeutet aber nur, dass zum direkt darauffolgenden Zeitpunkt und zu dem dann aktuellen Preis ausgeführt wird. Die Festsetzung eines Stop-Preises ist nicht möglich.

Limit Order

Ist die Limit Order ausgewählt, soll sichergestellt werden, dass bei einem Verkauf ein Mindestpreis erzielt und bei einem Kauf ein Höchstpreis nicht überschritten wird. Die Limit Order bietet die Möglichkeit eine Ober- bzw. Untergrenze für einen Kursbereich festzusetzen.

Stop Market Order

Die Stop Market Order, oder anders genannt, die Stop Order dient dazu sich gegen Verluste im Bereich des Wertpapierhandels abzusichern. Sobald die Order den festgelegten Bereich erreicht, wandelt sie sich so gesehen in eine Market Order um und die jeweilige Order wird sofort ausgeführt.

Stop Limit Order

Hier werden die Limit Order und die Stop Order zusammengefasst. Wird für ein Wertpapier ein bestimmter Kurs festgelegt, wird ein Kauf oder Verkauf erst ausgeführt, wenn dieser Kurs erreicht wurde. Sobald der Kurs den Stop Preis erreicht, resultiert aus der Stop Order eine Limit Order, welche bis zum Erreichen des Preises ausgeführt wird.

Trailing Stop Order

Wie der Begriff bereits verrät, handelt es sich hierbei um die dynamische Anpassung eines Stoppkurses. Es spielt keine Rolle, ob dieser dynamisch nach oben oder nach unten angepasst werden soll – beides ist möglich.

One Cancels the Other (OCO) Order

Durch diesen Ordertypen ist es möglich zwei Aufträge zur gleichen Zeit einzugeben. Findet die Orderausführung einer der beiden Orders statt, kommt es zur automatisierten Löschung der anderen. Die Erzielung von Gewinnen sowohl bei sinkenden, als auch bei steigenden Kursen ist dadurch möglich.

Es existieren weitere Ordertypen, die allerdings etwas exotischer sind und so weniger zum Einsatz kommen.

Kann man jeden Ordertypen bei allen Brokern und Börsen verwenden?

Wird eine Frage bereits in der Überschrift in dieser Form gestellt, dürfte erkenntlich sein, dass nicht jede Orderart bei allen Brokern und Börsen wählbar ist. Gerade Ordertypen, die nicht alltäglich und eher selten genutzt werden, können dafür sorgen, dass teilweise hohe Gebühren anfallen, die durch den Händler zu zahlen sind. Das kann kleine Gewinne kurzzeitig wieder schmälern.

Deshalb ist es wichtig, im Vorhinein nachzusehen, welche Ordertypen durch den Broker unterstützt und nicht mit welchen Gebühren diese bepreist werden. Um diese Einschätzung vornehmen zu können, sollten die Bedingungen durchgelesen werden. Meist zeigt der Broker bereits auf seiner Webseite, welche Ordertypen zu welchen Gebühren auf welchen Handelsplätzen möglich sind.

Wie lange bleibt eine Order im Orderbuch?

Wie lange eine Order bestehen bleibt, bis sie ausgeführt wird oder eben nicht, kommt immer ganz auf die Umstände an. In diesem Zusammenhang wird von der Ordergültigkeit gesprochen, die als zeitliche Festlegung, bis wann oder wann die platzierte Order ausgeführt wird, zu verstehen ist.

Es ist zu unterscheiden:

  • Good for Day: Dies sind Aufträge, die nur für den laufenden Handelstag gelten, an dem sie aufgegeben werden. Kommt es nicht zur Ausführung, beispielsweise weil der Kurs nicht erreichbar wurde, wird die Order gelöscht
  • Good till Date: Diese Order ist bis zu dem durch den Händler festgelegten Datum gültig
  • Good till cancelled: Gelöscht wird diese Art erst nach 360 Tagen automatisch. Davor nur, wenn die Order ausgeführt wird oder eine manuelle Löschung stattfindet

Anwendung von Ordertypen

Die verschiedenen Ordertypen sind also dafür da, die Strategien des Investors bestmöglich zu verfolgen. Es gibt sie, da mit der Ordererteilung noch nicht bekannt ist, wie der kommende Marktpreis aussehen wird. Theoretisch beruhen die angewendeten Ordertypen auf der Erwartungshaltung des Investors. Das Anwenden ist relativ einfach und die Ordertypen sollten leicht in die Trades zu integrieren sein. Als wichtiges Instrument für den Trader lassen sich damit die Handelsstrategien verbessern.

Grundsätzlich bieten die Ordertypen den Vorteil, dass sich damit größere Verluste vermeiden lassen. Sie dienen zur Absicherung. Gleichzeitig können sie den Gewinn vergrößern, wenn ein Kauf oder Verkauf so in Auftrag gegeben wird, dass der bestmögliche Einstieg gewählt wurde. Dies wäre ein typischer Fall der normalen Market Order, wenn billigst gekauft oder bestens verkauft wird. Beachte trotzdem, dass der Einsatz der Ordertypen nicht in jeder Situation passend ist.

Die Auswahl des Ordertypen geschieht bereits bei der eigentlichen Platzierung. Jeder Ordertyp verlangt unterschiedliche Angaben.

Depot Vergleich

Wie im Laufe des Beitrags bereits erwähnt, ist es sinnvoll die verschiedenen Broker und die zur Verfügung gestellten Depots miteinander zu vergleichen und einen Depot Vergleich durchzuführen. Nicht alle Ordertypen werden von jedem Broker angeboten. Und wenn doch, kann es dazu kommen, dass für manche der Typen eine Gebühr fällig ist, die eventuell eingefahrene Gewinne wieder schmälern kann.

Fazit

Während des Tradings werden die Ordertypen sehr oft ein Thema sein. Es kann auf der einen Seite hilfreich sein die Ordertypen in bestimmten Situationen einzusetzen, auf der anderen Seite ist es nicht immer ratsam dies zu tun.

Je nachdem, wie die eigenen Handelsstrategien aussehen und wie die Trades geplant werden, kann es sich lohnen die Orders mit Hilfe von Ordertypen zu platzieren. So lässt sich die Strategie deutlich perfektionieren und stetig verbessern. So können Gewinne vergrößert und Verluste geschmälert werden.

FAQ

Welche Vorteile haben die verschiedenen Ordertypen?

Jeder Ordertyp bringt seinen eigenen Vorteil mit sich. Im Prinzip sollen so immer die besten Einkaufs- und Verkaufspreise erzielt werden.

Was sind die verbreitetsten Ordertypen?

Die bekanntesten Ordertypen lauten Market Order, Limit Order, Stop Market Order, Stop Limit Order, Trailing Stop Order und One Cancels the Other Order.

Wie kann ich Ordertypen sinnvoll anwenden?

Das kommt immer ganz darauf an, wie die Strategie aussieht. Möchtest du sicherstellen, dass ein Mindestpreis bei einem Verkauf erzielt wird, ist zum Beispiel die Limit Order eine gute Wahl. Möchtest du, dass ein Wertpapier bei einem bestimmten Kurs ge- oder verkauft wird, solltest du dich für die Stop Limit Order entscheiden.

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Feda Mecan

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Ich investiere seit mehreren Jahren in internationale Start-ups und habe 2015 OnlineBanken.com gegründet, um ein transparentes und unabhängiges Finanzportal in Deutschland zu etablieren.