Kreditkartengebühren im Detail

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei Kreditkarten können verschiedene Gebühren anfallen, die seitens der Banken berechnet werden
  • Beim Vergleich der Kreditkarten solltest du nicht nur auf die Jahresgebühr, sondern beispielsweise ebenfalls auf das Auslandseinsatzentgelt und weitere Kartengebühren achten
  • Eine kostenlose Kreditkarte bedeutet nicht automatisch, dass gar keine Gebühren anfallen können
  • Am besten kannst du bei deiner Kreditkarte an der Grundgebühr einsparen, denn eine Reihe von Banken bietet kostenlose Kreditkarten im Hinblick auf die Jahresgebühr an
  • Besonders bei Auslandseinsätzen solltest du im jeweiligen Land beachten, welche Gebühren belastet werden und wie hoch die Kartengebühren sind

Bei Kreditkartengebühren denken die meisten Menschen automatisch vor allem an die Jahresgebühr. Darüber hinaus gibt es allerdings noch weitere Kreditkartengebühren, beispielsweise für Bargeldabhebungen oder falls du als Karteninhaber:in eine Zahlung in einer Fremdwährung vornimmst. In unserem Beitrag möchten wir daher ausführlich informieren, welche Kreditkartengebühren es prinzipiell geben kann und wie hoch diese im Durchschnitt ausfallen.

Welche Kreditkartengebühren können anfallen?

Zunächst einmal gibt es diejenigen Kreditkartengebühren, die nicht in direktem Zusammenhang mit der aktiven Nutzung der Kreditkarte stehen. Es macht bei diesen Kosten keinen Unterschied, ob du zum Beispiel Bargeld abheben möchtest oder die bargeldlose Zahlungsfunktion der Kreditkarte nutzt. Es handelt sich dabei in erster Linie um fixe Gebühren, nämlich:

  • Jahresgebühr
  • Zinsen bei Kreditkarten
  • Kosten für Ersatz- oder Partnerkarte

Jahresgebühr

Die Jahresgebühr wird nach wie vor bei vielen Kreditkarten berechnet. Sie ist unabhängig davon, ob und in welchem Umfang du deine Kreditkarte aktiv nutzt. Diese Kartengebühren sind darüber hinaus sehr abhängig von der Art der Kreditkarte. Insbesondere Prepaid- und Classic-Kreditkarten bieten mittlerweile viele Banken – zumindest im ersten Jahr – kostenfrei an. Das bedeutet, dass die Jahresgebühr entweder für einen begrenzten Zeitraum oder sogar dauerhaft entfällt. Manchmal ist dies mit einer zu erfüllende Bedingung verbunden, beispielsweise einem Mindestkartenumsatz pro Monat oder pro Quartal.

Wenn die Kreditkarte mit einer Jahresgebühr verbunden ist, dann hängt deren Höhe ebenfalls oft von der Art der Kreditkarte ab. Bei einer Prepaid- oder Classic-Kreditkarte fallen selten mehr als 30 Euro pro Jahr an Gebühren an. Handelt es sich hingegen um eine sogenannte Premium-Kreditkarte, also um eine Gold-, Platinum- oder Black-Card, können sich die Jahresgebühren durchaus zwischen 50 und 200 Euro bewegen. Abhängig ist die Höhe der Jahresgebühr zudem davon, welche Leistungen die Kreditkarte neben den Zahlungsverkehrsfunktionen zusätzlich enthält.

Zinsen bei Kreditkarten

Die Zinsen bei Kreditkarten haben nur insofern etwas mit der aktiven Nutzung der Karte zu tun, als dass diese anfallen, wenn du dein Kreditkartenkonto im Soll führst. Nutzt du also beispielsweise den Kreditrahmen, gerätst du somit ins Soll und musst für die Kontoüberziehung entsprechende Sollzinsen zahlen. Diesbezüglich solltest du die Angebote ebenfalls vergleichen und vor allem beachten, dass die Zinsen bei Kreditkarten durchschnittlich sehr hoch sind.

Sollzinsen zwischen 12 und 16 Prozent sind durchaus keine Seltenheit, sodass die Inanspruchnahme des Kreditrahmens deiner Kreditkarte oftmals noch teurer als der ohnehin nicht preiswerte Dispositionskredit ist. Berechnet werden die Sollzinsen bei Kreditkarten immerhin taggenau, sodass du tatsächlich nur für den Betrag und den Zeitraum Zinsen zahlen musst, den du wirklich in Anspruch genommen hast.

Kosten für Ersatz- und Partnerkarten

Neben der Hauptkarte fallen oftmals bei Kreditkarten zusätzliche Kosten für das Ausfertigen einer Ersatz- oder Partnerkarte an. Die Ersatzkarte wird insbesondere notwendig, wenn die bisherige Hauptkarte entweder defekt ist oder gestohlen wurde. Die Partnerkarte erhält meistens ein weiterer Kontoinhaber, häufig der/die Ehepartner:in. Die Kosten für Ersatz- oder Partnerkarte belaufen sich durchschnittlich meistens auf 10 bis 30 Euro.

Kreditkartengebühren in Deutschland

Bei den Kreditkartengebühren ist zu unterscheiden, ob die Karte – hauptsächlich – im In- oder Ausland eingesetzt wird. Im Prinzip gibt es sogar drei Regionen, nämlich:

  • Inland
  • Europäisches Ausland (Eurozone)
  • Außereuropäisches Ausland

Sowohl bei den Kreditkartengebühren in Deutschland als auch im Ausland solltest du im zweiten Schritt differenzieren, ob die Kosten sich auf Bargeldabhebungen oder das bargeldlose Bezahlen mit der Karte beziehen.

Gebühren bei Bezahlung in Deutschland

Die meisten Kreditkarten werden am häufigsten im Inland eingesetzt, um damit in Deutschland zum Beispiel in Geschäften, Hotels oder an Tankstellen zu bezahlen. In aller Regel sind diese Transaktionen kostenfrei. Das ist damit zu begründen, dass die Kreditkartengesellschaften normalerweise bereits von den Händler:innen eine Gebühr erhalten. Deshalb müssen die Kund:innen nicht zusätzlich auch noch Kosten tragen, wenn sie in Deutschland bargeldlos mit der Kreditkarte zahlen.

Gebühren bei Bargeldabhebungen in Deutschland

Im Gegensatz zur bargeldlosen Zahlung mittels Kreditkarte in Deutschland kann es bei Bargeldabhebungen durchaus passieren, dass eine Gebühr anfällt. Zwar gibt es auch in diesem Bereich Banken und somit Kreditkarten, bei denen das Abheben von Bargeld am Automaten kostenfrei ist. Andere Institute hingegen berechnen schon im Inland für die Bargeldverfügungen eine Gebühr, die nicht selten zwischen 1 bis 3 Prozent des Umsatzbetrages ausmacht. Darüber hinaus existiert oft ein Mindestbetrag pro Abhebung, der sich zum Beispiel auf fünf Euro beläuft. Daher macht es in diesem Bereich besonders Sinn, die Angebote am Markt miteinander zu vergleichen.

Gebühren für Kreditkartenvorgänge im Ausland

Zahlreiche Verbraucher:innen entscheiden sich auch deshalb für eine Kreditkarte, weil sie häufiger privat oder dienstlich im Ausland sind. Tatsächlich muss auch bei den Kreditkartengebühren differenziert werden, ob diese im Inland oder Ausland anfallen. Im Ausland ist zudem noch eine weitere Unterscheidung notwendig, nämlich ob das Bargeld abheben oder das bargeldlose Zahlen mittels Karte in Euro oder in einer Fremdwährung erfolgt.

Gebühren bei Bezahlung im Ausland

Bei unbaren Zahlungen mittels der Kreditkarte gilt in der Eurozone normalerweise die gleiche Regel wie im Inland. Das bedeutet, dass Zahlungen in Euro, zum Beispiel in Italien oder Österreich, in den meisten Fällen kostenfrei sind. Einige Ausnahmen gibt es allerdings, sodass du bei der Wahl der Kreditkarte darauf achten solltest, ob tatsächlich sämtliche bargeldlose Zahlungen mit der Karte innerhalb der Eurozone bzw. innerhalb der Europäischen Union kostenfrei sind.

Anders stellt sich die Situation dar, falls zu außerhalb der Europäischen Union mit deiner Kreditkarte zahlst. In dem Fall geschieht dies in einer Fremdwährung, sodass das sogenannte Auslandseinsatzentgelt bzw. die Fremdwährungsgebühr zum Tragen kommt. Diese wird aufgrund der vorzunehmenden Umrechnung der Fremdwährung in Euro in Rechnung gestellt. Je nach Anbieter und Bank ist das Auslandseinsatzentgelt durchaus ein größerer Kostenfaktor, der sich auf 1,5 bis 3,5 Prozent des jeweiligen Umsatzbetrages belaufen kann.

Gebühren bei Bargeldabhebungen im Ausland

Besonders kostspielig können Bargeldabhebungen im außereuropäischen Ausland sein. In dem Fall kommen auf dich mitunter gleich zwei unterschiedliche Kreditkartengebühren zu, nämlich zum einen die Gebühr für das Bargeld abheben als solches und zum anderen ebenfalls eine Fremdwährungsgebühr. Zudem hängen die Kosten in dem Fall auch davon ab, ob und in welchem Umfang die Bank vor Ort für die Bargeldverfügungen Kosten in Rechnung stellt.

Die Kosten für Bargeldabhebungen im Ausland belaufen sich nicht selten auf mindestens fünf, manchmal sogar 7,50 Euro (umgerechnet) je Vorgang. Hinzu kann ferner die Fremdwährungsgebühr kommen, die manchmal bis zu fünf Prozent betragen kann. Es kann also passieren, dass du bei einer Bargeldabhebung im außereuropäischen Ausland insgesamt bis zu sieben Prozent deines Umsatzbetrages an Gebühren zahlen muss. Bei einem Betrag von beispielsweise 300 Euro könnte das immerhin zu Kosten von bis zu 21 Euro führen. Aus dem Grund ist der Vergleich der Angebote in diesem Bereich besonders wichtig.

Tipp

Solltest du dich häufiger im außereuropäischen Ausland aufhalten und dann auch Bargeld verfügen, ist ein Kreditkartenvergleich dringend zu empfehlen. Manche Banken bieten sogar weltweit kostenlose Bargeldabhebungen an, während du bei anderen Instituten für die Nutzung im Ausland zum Teil bis zu sieben Prozent an Gebühren bei Bargeldverfügungen zahlen muss.

Unser Fazit zu Kreditkartengebühren: im Auge behalten

Wie unser Beitrag zeigt, gibt es bei Kreditkarten keineswegs nur die Jahresgebühr. Darüber hinaus können Kosten beim bargeldlos Zahlen – meistens allerdings nur im Ausland – und vor allem bei Bargeldverfügungen am Geldautomaten entstehen. Zudem sollst du wissen, dass es häufig Gebührenunterschiede zwischen der Eurozone und dem außereuropäischen Ausland gibt. Daher solltest du einen Kreditkartenvergleich durchführen und dabei gezielt auf die einzelnen Gebührenarten achten. Solltest du dich natürlich ausschließlich im Inland aufhalten, kannst du die entsprechenden Ausgangsgebühren wie das Auslandseinsatzentgelt vernachlässigen.

Häufige Fragen und unsere Antworten zu Kosten von Kreditkarten

🤔 Wird meine Kreditkarte mit einer Gebühr belastet, wenn ich Geld mit Western Union sende?

Ob für das Versenden von Geld mittels Kreditkarte per Western Union Gebühren anfallen oder nicht, hängt von der jeweiligen kartenausgebenden Stelle ab. Bei manchen Kartenausstellern sind derartige Transaktionen kostenfrei, bei einem hingegen fällt für die Nutzung dieses Services eine zusätzliche Gebühr an.

💰 Muss ich bei Zahlungen im Internet auch mit Kreditkartengebühren rechnen?

In den meisten Fällen kannst davon ausgehen, dass Zahlungen im Internet bezüglich der Kreditkartengebühren ähnlich wie bargeldlose Zahlungen im Inland behandelt werden. Das bedeutet, dass du normalerweise bei einer Zahlung mittels Kreditkarte im Internet keine Kosten tragen muss. Einige Ausnahmen existieren allerdings, denn manche Online-Händler erheben durchaus eine Zusatzgebühr. Eine Zahlung in Fremdwährung zählt ebenfalls zu den Ausnahmen, bei denen du mit Kosten rechnen musst.

💸 Wenn ich mit meiner Kreditkarte über PayPal bezahle, fallen dann auch Gebühren an?

Es kommt durchaus häufiger vor, dass die Kreditkartenanbieter zusätzlichen Gebühren berechnen, wenn eine Zahlung mittels PayPal erfolgt. Dies trifft häufig auf spezielle Angebote zu, wie zum Beispiel Sportwetten. Ob allerdings Gebühren belastet werden oder nicht, ist meistens wiederum eine individuelle Sache des Kreditkartenanbieters bzw. der Bank.

Oliver Schoch

Veröffentlicht von

Als gelernter Bankkaufmann habe ich mich 2008 als Finanz-Journalist selbstständig gemacht. Seitdem verfasse ich nun in Vollzeit als Freiberufler nahezu ausnahmslos Beiträge zu Finanz- und Wirtschaftsthemen, wie Börse, Aktien, Geldanlage, Vermögensaufbau, Versicherungen und Finanzierungen. Zu meinem Repertoire zählen u.a. Ratgeber, Fachtexte, News, Blogbeiträge und eBooks.