Gasumlage

Sercan
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Letzte Überarbeitung am 24. Oktober 2022
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Hinweis

Der Beschluss zur Gasumlage wurde am 29. September wieder gekippt. Stattdessen soll nun eine Gaspreisbremse Privathaushalte und Unternehmen entlasten. Hierfür hat die Bundesregierung einen Abwehrschirm in Höhe von 200 Milliarden Euro gespannt.

Unser Artikel gibt lediglich die Informationen wider, die im Vorfeld dieser Entscheidung gegolten haben.

Ende Juli 2022 hat die Bundesregierung die sogenannte Gasumlage beschlossen. Hierdurch können für viele Verbraucher:innen Mehrkosten entstehen, weshalb wir in diesem Artikel beleuchten möchten, warum diese Zusatzabgabe eigentlich genau eingeführt wurde und wie hoch die Mehrbelastung für verschiedene Personengruppen ausfallen wird. Zudem gehen wir auf die Zahlungsweise der Gasumlage ein. Weiterhin wirst du eine Einschätzung unsererseits hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung erhalten sowie einige Tipps, wie du deinen Gasverbrauch verringern und so einiges an Kosten sparen kannst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Aufgrund der angespannten Situation am Energiemarkt sind die Beschaffungskosten für Gas deutlich gestiegen und einige Energieunternehmen haben finanzielle Probleme bekommen.
  • Die Bundesregierung hat die Gasumlage eingeführt, um mit den Einnahmen kriselnde Energieversorger zu unterstützen. Denn bei einer Pleite drohen Lieferausfälle.
  • Die Gasumlage wird sich auf 2,419 Cent pro Kilowattstunde belaufen. Eine Familie mit einem jährlichen Gasverbrauch von 20.000 Kilowattstunden muss demnach fast 500 Euro mehr zahlen.
  • Die Gasumlage soll ab dem 1. Oktober 2022 und bis zum 1. April 2024 gelten. In diesem Zeitraum soll auch die Umsatzsteuer auf Gas von 19 % auf nur noch 7 % gesenkt werden.
  • Bei Verträgen mit Preisgarantie dürfen Unternehmen die durch die Gasumlage gestiegenen Kosten nicht auf ihre Kund:innen abwälzen.

Was ist die Gasumlage?

Bei der Gasumlage handelt es sich um eine Zusatzabgabe, welche Ende Juli 2022 von der Bundesregierung beschlossen wurde. Hierdurch entstehen sowohl für Privatpersonen als auch für Unternehmen zusätzliche Kosten, sofern Gas verbraucht wird. In den folgenden Abschnitten möchten wir dich unter anderem über die Gründe der Einführung der Gasumlage aufklären und aufzeigen, welche Kosten auf dich zukommen werden.

Einführung der Gasumlage

Die Gasumlage wurde aufgrund des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine eingeführt. Denn die Bundesregierung möchte die Abhängigkeit vom russischen Gas Schritt für Schritt verringern. Aber auch der russische Gaskonzern Gazprom hat die Lieferungen nach Deutschland in den letzten Monaten mehrmals reduziert. Diese Entwicklung bedeutet, dass die Energieversorger Gas aus anderen Quellen beziehen müssen. Dies führt allerdings zu deutlichen Mehrkosten. Auch eine Planungssicherheit ist so nicht gegeben.

Dementsprechend ist zum Beispiel das deutsche Energieversorgungsunternehmen Uniper bereits in erhebliche finanzielle Schwierigkeiten geraten und musste staatliche Hilfen beantragen. Die Gasumlage wurde eingeführt, um dieser für die Energiekonzerne negativen Entwicklung entgegenzuwirken. Es gelten Ankündigungsfristen von 4 bis 6 Wochen, sodass die Umlage aller Voraussicht nach bei einigen Anbietern erst ab November oder Dezember gezahlt werden muss. Die Gasumlage kann unter Umständen aber auch schon ab dem 1. Oktober auf den Rechnungen ausgewiesen werden. Enden soll die Zusatzabgabe am 1. April 2024.

Höhe der Gasumlage

Die Höhe der Gasumlage beläuft sich auf 2,419 Cent pro Kilowattstunde. Dabei ging das Wirtschaftsministerium davon aus, dass sich die zusätzlichen Kosten auf zwischen 1,5 bis 5 Cent pro Kilowattstunde belaufen werden, sodass sich die finalen Kosten eher am unteren Ende dieser Spanne befinden dürften.

Umsatzsteuer

Da die Energiepreise ohnehin schon sehr hoch sind und viele Verbraucher:innen vor große finanzielle Herausforderungen stellen, möchte die Bundesregierung die Bürger:innen entlasten. Daher soll die Mehrwertsteuer auf Gasverbrauch von 19 auf nur noch 7 Prozent abgesenkt werden. Dies wurde bereits von Olaf Scholz verkündet.

Hinweis Die reduzierte Umsatzsteuer auf den Gasverbrauch soll so lange gelten wie auch die Gasumlage gezahlt werden muss. Also bis zum 1. April 2024.

Mehrkosten je Haushaltsgröße

Abhängig von der Haushaltsgröße können sich die anfallenden Mehrkosten stark unterscheiden. Wir möchten dir einen kurzen Überblick geben, wie hoch die zusätzlichen Kosten aller Voraussicht nach ausfallen werden. Dabei sind wir davon ausgegangen, dass ein Single-Haushalt 5.000 Kilowattstunden verbraucht, ein Pärchen auf einen Verbrauch von 10.000 Kilowattstunden kommt und eine Familie einen Verbrauch in Höhe von 20.000 Kilowattstunden erreicht.

  • Single: 120,95 Euro
  • 2-Personen-Haushalt: 241,90 Euro
  • Familie: 483,80 Euro
Hinweis Insbesondere Familien werden von den Mehrkosten getroffen: Diese liegen bei einem angenommenen jährlichen Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden bei fast 500 Euro.

Gasumlage bei Verträgen mit Preisgarantie

Wie sieht es bei Verträgen aus, die eine Preisgarantie beinhalten? Dürfen Unternehmen Kund:innen die Gasumlage in Rechnung stellen, wenn vorher eine Garantie des Gaspreises vereinbart wurde? Es kann vorkommen, dass manche Anbieter versuchen werden, die gestiegenen Kosten an ihre Kund:innen weiterzugeben. Dies ist rechtlich allerdings nicht erlaubt. Das Düsseldorfer Landgericht hat hierzu geurteilt, dass Unternehmen die gestiegenen Beschaffungskosten für Gas und Strom nicht auf ihre Kund:innen umlegen dürfen, wenn die geschlossenen Verträge eine Preisgarantie beinhalten.

Zahlungsweise

Die Abrechnung erfolgt entweder über die Verträge oder die Nebenkosten. Immobilienbesitzer:innen zum Beispiel haben in der Regel einen Liefervertrag mit einem Gasanbieter. Dann wird der Gasversorger die Umlage direkt berechnen. Mieter:innen, die keinen eigenen Gasliefervertrag abgeschlossen haben, werden die Umlage aller Voraussicht nach bei der Nebenkostenabrechnung zahlen müssen, da Vermieter:innen die gestiegenen Kosten an die Mieter:innen weitergeben werden. Diese müssen also mit entsprechenden Nachzahlungen sowie anschließend höheren Zahlungen rechnen.

Hinweis Es ist ratsam, sich für die in Zukunft steigenden Kosten bereits jetzt einen finanziellen Puffer zurückzulegen.

Gas und Gasumlage sparen

Auf die Kosten für Gas und den starken Anstieg der Preise kannst du leider keinen Einfluss nehmen. Was du allerdings beeinflussen kannst, das ist die Höhe deines Verbrauchs. Diesen solltest du mithilfe unserer Tipps senken können, sodass du langfristig einiges an Kosten sparen kannst. Wichtig ist vor allem, dass du Räume nicht auskühlen lässt. Durch kontinuierliches Heizen kannst du einiges an Energie sparen, da für das Erwärmen eines Zimmers ein viel größerer Energieverbrauch erforderlich ist. Hilfreich kann hierbei zum Beispiel ein programmierbares Thermostat sein, welches die Raumtemperatur dann verringern kann, wenn du nicht zu Hause bist. Achte darauf, dass deine Fenster nicht gekippt sind, wenn die Heizung angeschaltet ist. Denn dadurch fließt die Wärme ab, sodass mehr Energie benötigt wird, um das Zimmer warm zu halten.

Empfehlenswert ist es, 2 mal am Tag die Fenster komplett zu öffnen und für 5 Minuten zu lüften. Zusätzlich dazu sollte die Heizung ausgeschaltet werden, wenn das Fenster geöffnet ist. Damit sich die Wärme im Raum verteilen kann, solltest du darauf achten, dass die Heizung nicht mit Möbeln zugestellt ist. Wenn deine Heizung gluckernde Geräusche von sich gibt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich Luft im Heizkörper befindet. Dadurch sinkt die Wärmeleistung, sodass du die Heizung entlüften solltest. Das kannst du mithilfe eines Schraubenziehers oder eines speziellen Entlüftungsschlüssels vornehmen. Grundsätzlich solltest du Heizkosten sparen, wenn du deinen Gasverbrauch verringern möchtest. Relevant ist hierbei auch der Heizkostenzuschuss, da der Staat dich bei den gestiegenen Heizkosten unterstützen möchte.

Zukünftige Entwicklung

Die zukünftige Entwicklung des Gaspreises ist zum einen von den Beschaffungskosten und zum anderen von der Versorgungssicherheit abhängig. Durch den Krieg in der Ukraine sind die Beschaffungskosten stark angestiegen und auch eine langfristige Planungssicherheit ist momentan nicht gegeben, da niemand weiß, wie sich diese Situation in Zukunft entwickeln wird. Ende Juni hat Wirtschaftsminister Habeck bereits die zweite Alarmstufe des Notfallplans Gas ausgerufen. Die Situation ist dementsprechend weiterhin angespannt und die Bundesregierung bereit dazu, Unternehmen im Energiesektor zu unterstützen, falls dies erforderlich werden sollte. Doch trotz der bereits stark gestiegenen Gaspreise kann die Situation noch kritischer werden, sodass eine höhere Gasumlage eingeführt werden könnte.

Fazit zur Gasumlage

Die Gasumlage wurde von der Bundesregierung beschlossen, um für Entlastungen bei Energiekonzernen zu sorgen. Denn die Preise für Gas sind in den vergangenen Monaten sehr stark angestiegen und einige Unternehmen sind dadurch in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Das bedeutet aber auch, dass sich die Kosten für Gas weiter erhöhen werden. Verbraucher:innen erwartet hier eine finanzielle Mehrbelastung in Höhe von 2,419 Cent pro Kilowattstunde. Bereits ein Single-Haushalt mit einem Gasverbrauch von 5.000 Kilowattstunden wird demnach mit jährlichen Mehrkosten in Höhe von mehr als 120 Euro belastet.

FAQ: Fragen und Antworten zur Gasumlage

Warum gibt es die Gasumlage?

Die Gasumlage wurde seitens der Bundesregierung beschlossen, um strauchelnden Energieunternehmen finanziell unter die Arme zu greifen, damit diese nicht insolvent gehen. Denn dann drohen Lieferausfälle.

Wer muss die Gasumlage tragen?

Die Gasumlage muss grundsätzlich von allen Verbraucher:innen getragen werden, die Gas beziehen. Ausgenommen sind allerdings diejenigen, die einen Vertrag mit einer Preisgarantie abgeschlossen haben.

Wer bekommt die Gasumlage?

Die Gasumlage soll dafür sorgen, dass Importeure von Gas nicht pleitegehen, sodass diese Energieunternehmen die Einnahmen der Gasumlage erhalten sollen.

Gibt es höhere Preise für Gaskund:innen?

Ja, durch die Gasumlage entstehen Gaskund:innen Mehrkosten in Höhe von 2,419 Cent pro Kilowattstunde.

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Sercan Kahraman

Veröffentlicht von

Ich bin seit Jahren Privatanleger und bin bei OnlineBanken.com der Projektleiter sowie dafür zuständig, dass die Inhalte im Internet gut gefunden und oft gelesen werden.