Futures und Terminkontrakte

Feda Mecan
| Anzahl Artikel: 383
Geschäftsführer und Investment-Experte Letzte Überarbeitung am 29. August 2022
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Futures sind Terminkontrakte, die bestimmte Güter als Basiswert haben. Dabei kann es sich zum Beispiel um Rohstoffe, Indizes, Währungen oder Wertpapiere wie Aktien und Anleihen handeln. Bei Futures handelt es sich um Anlageprodukte, die einen Hebel nutzen. Dieser kann sich sowohl positiv als auch negativ auswirken. Daher möchten wir dir in diesem Artikel nicht nur erklären, was Futures sind und wie sie funktionieren, sondern auch auf die Vor- und Nachteile von Futures eingehen. Zudem werden wir erläutern, für wen sich ein Investment in Futures überhaupt lohnt und welche Anlegergruppe besser die Finger davon lassen sollte.

Das Wichtigste in Kürze

  • Futures stellen Terminkontrakte auf bestimmte Güter dar. Dabei kann es sich bei diesen Gütern beispielsweise um Währungen, Indizes, Rohstoffe, Aktien oder Anleihen handeln. Hierbei verpflichten sich zwei Parteien zu einem Handel. Dieser erfolgt zu einem bestimmten Zeitpunkt. An diesem muss der Käufer den Basiswert zum vorher festgelegten Preis und in der abgemachten Menge erwerben. Der Verkäufer dagegen hat die Verpflichtung, den Basiswert zum festgelegten Preis und in der abgesprochenen Menge zu liefern.
  • Futures haben stets ein bestimmtes Verfallsdatum. An diesem müssen sowohl Käufer als auch Verkäufer ihrer Verpflichtung nachkommen. Dieser Pflicht kann nur entkommen werden, indem die Futures weiterverkauft werden. Dies wird auch Glattstellen der Position genannt.
  • Es gibt viele verschiedene Arten von Futures, die sich auf jeweils unterschiedliche Märkte beziehen. Zu den wichtigsten gehören: Futures auf Aktienindizes, Zins Futures, Währungs Futures, Rohstoff Futures und Volatilitäts Futures.
  • Aufgrund des Hebels sind Futures nicht für Privatanleger:innen geeignet. Denn der Hebel stellt sowohl einen großen Vor- als auch einen gewichtigen Nachteil dar. Denn hierdurch sind hohe Gewinne mit geringem Kapitaleinsatz möglich. Entwickelt sich der Kurs des Basiswerts allerdings nicht so wie erwartet, dann können große Verluste entstehen.
  • Beim Handel mit Futures sollte stets besonderes Augenmerk auf die Sicherheitsleistung gelegt werden. Ansonsten kann der Broker bei ungünstiger Kursentwicklung eine Nachschusspflicht verlangen. Wird dieser nicht Folge geleistet, dann wird die Position geschlossen

Was sind Futures?

Bei Futures handelt es sich um Terminkontrakte auf bestimmte Güter. Bei diesen Gütern kann es sich zum Beispiel um Anleihen, Aktien, Währungen oder Indizes handeln. Dabei verpflichtet ein Futures-Kontrakt den Käufer dieses Kontrakts dazu, einen bestimmten Basiswert (beispielsweise eine Aktie) in einer vordefinierten Anzahl zu einem bestimmten zukünftigen Zeitpunkt zu kaufen. Auch der Preis wird hierbei im Voraus festgelegt. Für den Verkäufer des Future-Kontrakts gilt quasi das gleiche, bloß andersrum. Er verpflichtet sich durch den Verkauf eines Future-Kontrakts dazu, einen Basiswert zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft zu einem vorher festgelegten Preis und einer vorher definierten Menge zu liefern.

Hinweis Es besteht die Möglichkeit, sich dieser Pflicht durch den Weiterverkauf des Future-Kontrakts zu entziehen. Dies wird auch als Glattstellen der Position bezeichnet.

Welche Arten von Futures gibt es?

Es gibt einige verschiedene Arten von Futures. In diesem Abschnitt möchten wir dir daher einen Überblick über die wichtigsten Future-Arten geben, die am Markt gehandelt werden können. Dazu gehören beispielsweise Futures auf Aktienindizes. Diese bilden einen Aktienindex ab. Zu dieser Kategorie gehören Futures auf Indizes, die ausschließlich Aktien enthalten, wie zum Beispiel der DAX. Zins Futures dagegen beziehen sich auf den Anleihe- und Geldmarkt.

Es gibt auch Futures auf Wechselkurse. Dementsprechend können durch solche Futures Wetten auf Währungspaare abgeschlossen werden. Sogenannte Commodity Futures beziehen sich auf Rohstoffe oder einen Index, welcher Rohstoffe abbildet. Hierzu gehört beispielsweise der Bloomberg Commodity Index, welcher unter anderem Kaffee, Getreide, Rohöl und Gold enthält. Bei Volatilitäts Futures handelt es sich um Terminkontrakte, welche sich auf Indizes beziehen, die Volatilität messen.

  • Aktienindex Futures
  • Zins Futures
  • Futures auf Wechselkurse
  • Rohstoff Futures
  • Volatilitäts Futures

Funktion von Futures einfach erklärt

Bei Futures handelt es sich um unbedingte Termingeschäfte. Denn der Verkäufer verpflichtet sich zur Lieferung des Guts, während der Käufer dazu verpflichtet ist, dieses Gut zu einem bestimmten Zeitpunkt und Preis sowie einer vorher festgelegten Menge abzunehmen. Dabei gibt es bestimmte Begriffe, die du zwingend kennen musst, wenn du die genaue Funktionsweise von Futures verstehen möchtest. Beim sogenannten Kontraktwert handelt es sich um den konkreten Wert des Termingeschäfts. Um diesen zu ermitteln, wird die Menge der Kontrakte mit der Größe des Kontrakts sowie dem Preis des zugrunde liegenden Basiswerts multipliziert.

Die Fälligkeit gibt an, zu welchem Datum der Kontrakt ausläuft. Also wann der Handel letztendlich durchgeführt werden muss. Bei Futures handelt es sich um gehebelte Anlageprodukte. Da bei dieser Anlage ein Hebel zum Einsatz kommt (wodurch du mehr Kapital bewegen kannst, ohne dieses zu besitzen) muss eine Sicherheitsleistung hinterlegt werden. Ist diese hinterlegte Sicherheitsleistung aufgebraucht, etwa weil sich der Kurs in die entgegengesetzte Richtung entwickelt hat, dann wird der Broker verlangen, dass du mehr Kapital hinterlegst. Dies wird auch als Nachschusspflicht bezeichnet.

Hinweis Beim Handel mit Futures sollte daher stets darauf geachtet werden, dass die hinterlegte Sicherheitsleistung hoch genug ist. Denn wenn du der Nachschusspflicht nicht nachkommen kannst, dann schließt der Broker die Position für dich.

Vor- & Nachteile vom Handel mit Futures

In diesem Abschnitt möchten wir dir kurz und knapp einen Überblick über die Vor- und Nachteile geben, die beim Handel mit Futures entstehen. Die wohl größten Vorteile von Futures bestehen darin, dass durch den Hebel schon mit geringem Kapitaleinsatz sehr hohe Gewinne erzielt werden können. Der Hebel stellt allerdings ein zweischneidiges Schwert dar, denn er kann auch in die entgegengesetzte Richtung wirken, wodurch ein hohes Risiko entsteht. Denn läuft der Kurs gegen dich, dann besteht ein großes Verlustpotenzial.

Vorteile
  • Handel mit geringem Kapitaleinsatz möglich
  • Es können hohe Gewinne erwirtschaftet werden
  • Absicherung mittels Futures möglich
  • Es können viele Basiswerte ausgewählt werden
Nachteile
  • Sehr risikoreich
  • Hebel wirkt auch in entgegengesetzte Richtung
  • Verfallsdatum ist fix
  • Emittentenrisiko

Für wen sind Futures geeignet

Bei Futures handelt es sich um gehebelte Anlageinstrumente. Dabei wird der Einsatz eines Hebels auch als Leverage Effekt bezeichnet. Aufgrund dieses Hebels steigt das Risiko enorm an, sodass sich eine Investition in Futures auf keinen Fall für Privatanleger:innen lohnt. Diese sollten die Finger von Futures oder anderen sehr riskanten Anlageprodukten lassen. Dementsprechend eignen sich Futures nur für Anleger:innen, die sich sehr gut an der Börse auskennen und genau wissen, was sie tun.

Konkrete Anwendungsfälle von Futures sind zum Beispiel das Wetten auf bestimmte Kursverläufe. Denn selbst mit geringem Einsatz von Kapital können hier große Gewinne erwirtschaftet werden. Daher sind Futures gut für erfahrene Spekulant:innen geeignet. Zudem können Futures dafür verwendet werden, um das eigene Depot gegen Kursverluste abzusichern, indem man über Futures eine entgegengesetzte Position einnimmt.

Hinweis Der Einsatz von Futures erfordert eine gewisse Erfahrung, sodass sie nicht für gewöhnliche Investor:innen geeignet sind.

Depot Vergleich

Unabhängig davon, ob man in einzelne Wertpapiere, Futures oder breit gestreute ETFs investieren möchte, es wird auf jeden Fall ein Depot benötigt. Denn ein Depot ist zwingend vonnöten, um Wertpapiere zu handeln. Es gibt allerdings sehr viele Anbieter, die alle über unterschiedliche Gebührenstrukturen verfügen, sodass die Auswahl sehr schwer fallen kann. Daher haben wir einen ausführlichen Depot-Vergleich geschrieben, welcher dir bei der Wahl des passenden Depot-Anbieters unter die Arme greift.

Fazit

Futures sind unbedingte Termingeschäfte, die sich auf einen bestimmten Basiswert, wie beispielsweise Aktien, beziehen. Das bedeutet, sie haben ein bestimmtes Verfallsdatum, zu dem Käufer und Verkäufer den Handel durchführen müssen. Die einzige Möglichkeit, den Handel zu den vorher festgelegten Konditionen doch nicht durchführen zu müssen, besteht im Weiterverkauf des Futures. Grundsätzlich lassen sich mit Futures hohe Gewinne bei gleichzeitig geringem Kapitaleinsatz erzielen. Dies geht allerdings mit großen Risiken einher, da der Hebel auch in die entgegengesetzte Richtung wirken und die Verluste erhöhen kann. Daher sollten nur sehr erfahrene Anleger:innen in dieses Anlageprodukt investieren.

FAQ: Fragen und unsere Antworten rund um Futures / Terminkontrak

Was sind Futures?

Futures sind Terminkontrakte auf bestimmte Güter, wie beispielsweise Rohstoffe oder Aktien. Zwei Parteien verpflichten sich zu einem Handel, der zu einem bestimmten Zeitpunkt durchgeführt wird. Hierbei muss der Käufer einen Basiswert zu einem bestimmten Preis und einer festgelegten Menge erwerben.

Wie können Futures gehandelt werden?

Futures können an Börsen gehandelt werden, bei denen jeder Kontrakt standardisiert ist. Dabei handelt es sich um streng regulierte Terminbörsen.

Welche Vorteile bieten Futures?

Mithilfe von Futures können Anleger:innen bereits mit geringem Einsatz von Kapital große Summen bewegen, sodass hohe Renditen erwirtschaftet werden können. Zudem können Futures zur Absicherung eines Depots eingesetzt werden.

Feda Mecan

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Ich investiere seit mehreren Jahren in internationale Start-ups und habe 2015 OnlineBanken.com gegründet, um ein transparentes und unabhängiges Finanzportal in Deutschland zu etablieren.