Fallen Angels

Feda Mecan
| Anzahl Artikel: 323
Geschäftsführer und Investment-Experte Letzte Überarbeitung am 28. Juli 2022
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Einem dürfte alles Mögliche in den Kopf kommen, wenn man „Fallen Angels“ liest. Das Letzte, woran dabei gedacht wird, sind wahrscheinlich Anleihen oder Wertpapiere, die an der Börse gekauft werden. Für Menschen, die sich allerdings mit dem Investieren beschäftigen, ist der Begriff „Fallen Angels“ kein unbekannter. Was genau Fallen Angels sind, welche Vorteile sie bieten und, ob sich eine Investition lohnt, wollen wir im Folgenden näher erläutern.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Nicht jeder eingebrochene Kurs hat einen Fallen Angel zur Folge
  • Kriterien wie das KGV, das KBV und die Dividendenrendite müssen vor einem Investment beachtet werden
  • Vor der Investition sollte das Unternehmen hinter der Aktie durchleuchtet werden
  • Fallen Angels haben meistens eine hohe Volatilität

Was sind Fallen Angels?

Kurz gesagt sind Fallen Angels Anleihen, die früher einmal das Anleiherating „Investment Grade“ gehalten haben. Durch verschiedene Ereignisse wurden Sie im Laufe der Zeit allerdings auf ein niedriges Bonitätsniveau herabgestuft. Sie erreichten dann das Niveau sogenannter „Schrottanleihen“. Der Grund ist in den meisten Fällen, dass sich die finanzielle Situation des jeweiligen Emittenten stark verschlechterte.

Hinweis Als Emittent wird jemand bezeichnet, der Wertpapiere ausstellt und ausgibt.

Die großen Ratingagenturen wie Standard & Poor’s, Fitch Ratings und Moody’s sind für die negativen Wertentwicklungen von Anleihen verantwortlich. Unternehmensspezifische Probleme oder allgemeine Veränderungen in der Branche des Unternehmens sorgen meistens dafür, dass die Anleihen des Unternehmens zu einem „gefallenen Engel“ werden und teilweise riesige Summen USD verlieren.

Kommt es soweit, steht das Unternehmen im Normalfall vor Umsatzeinbrüchen und Liquiditätsengpässen. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Schuldner seinen Verpflichtungen nicht mehr nachkommt, steigt somit.

Mittlerweile existieren sogar ETFs, die aus verschiedenen Fallen Angels, wie beispielsweise Indices, bestehen. In diese Fonds kann einfach investiert werden und oft geben sie mehr Sicherheit, als einzelne Aktien.

Lohnt sich ein Investment in Fallen Angels?

Das Kaufen von Aktien lohnt sich über einen langen Zeitraum hinweg fast immer. Wenn man nun aber mit dem Gedanken spielt in Fallen Angels zu investieren, taucht die Frage auf, ob sich dies ebenso lohnt. Ob sich ein Investment lohnt, kommt immer auf den Grund der Herabstufung der Aktie an.

Es sollte sich gefragt werden, warum der Wert abgestraft wurde und ob der Cashflow verloren gegangen ist, ob es sich um ein Geschäftsmodell ohne Zukunft handelt und ob zum Beispiel sogar eine Insolvenz droht. Die Märkte müssen immer im Auge behalten werden. Sind diese Faktoren gegeben, ist bereits Vorsicht geboten.

Hinweis Cashflow meint den Kassenfluss, den das Unternehmen aus Finanzierung und Investitionen erzielt.

Im Gegensatz dazu könnte die Herabstufung aus einer Krise resultieren, die das Unternehmen nun überwunden hat. Zusätzlich ist es möglich, dass das Unternehmen in einer Branche tätig ist, die derzeit nicht so begehrt ist, sodass die Begehrtheit zu einem späteren Zeitpunkt wieder steigen kann. Somit würde die Bewertung an der Börse auch wieder in die Höhe steigen, genau wie die dann anfallende Rendite.

Ist man dazu in der Lage etwaige Faktoren zu erkennen, die für eine Umkehr stehen, kann sich eine Investition sehr wohl lohnen. Schafft der Kurs es aufgrund wieder steigenden Cashflows, einer neuen Bewertung oder durch die Überwindung einer Krise aus der Vergangenheit zu steigen, steigen die Gewinne mit.

Wie riskant sind Fallen Angels?

Beim Investment in diese Art der Aktien benötigt man starke Nerven. Das Risiko ist hier ziemlich hoch. Denn werden die Anzeichen beispielsweise falsch gedeutet, droht ein noch weiterer Absturz der Aktie und das investierte Geld wird immer weniger. Es ist wichtig eine große Diversifikation zu schaffen, um Totalverluste abfangen zu können. Totalverluste sind bei Fallen Angels ebenso möglich, wie bei allen anderen Wertpapieren, jedoch deutlich wahrscheinlicher.

An welchen Kriterien erkennt man Fallen Angels?

Nicht hinter jeder Aktie, die plötzlich stark sinkt, befindet sich automatisch ein Fallen Angel. Damit man den richtigen Engel findet, muss das Unternehmen hinter der Aktie beinahe komplett durchleuchtet werden. Eine vernünftige Recherche ist an dieser Stelle das A und O. Starke Einbrüche der Kurse können nämlich aus starken Überbewertungen resultieren, sodass der Kurseinbruch nur eine Korrektur darstellt.

Faktoren, wie das KGV, das Kurs-Buchwert-Verhältnis und die Dividendenrendite sind teils sehr hilfreiche Instrumente in so einem Fall.

1. KGV
KGV bedeutet ausgeschrieben „Kurs-Gewinn-Verhältnis“. Angegeben wird dadurch das Verhältnis zwischen dem erwirtschafteten Gewinn einer Aktie und dem Kurs der Aktie. Umso geringer das KGV ist, desto unterbewerteter ist eine Aktie.

2. Dividendenrendite
Gerade die Dividendenrendite ist ein sehr wichtiges Kriterium. In den meisten Fällen ermöglicht der Aktienkurs über den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens lediglich eingeschränkte Aussagen. Neue Aktiengesellschaften sind manchmal dazu fähig, trotz negativer Schlagzeilen, am Ende des jeweiligen Geschäftsjahres einen Gewinn zu verbuchen. Dieser Gewinn wird von den Gesellschaften genutzt, um Aktionäre zufriedenzustellen, sodass jeder seinen Anteil bekommt.

Hinweis Die Dividendenrendite ist eine Prozentzahl für die „Verzinsung“ des investierten Kapitals in einer Aktie.

3. Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV)
Beim KBV werden die ausstehenden Verbindlichkeiten der Summe der Vermögensgegenstände entgegengerechnet. Damit kann berechnet werden, wie viel eine Aktiengesellschaft wert wäre, wenn sie vollständig liquidiert ist. Sobald der Wert des KBV zu 1 tendiert oder darunterliegt, könnte die Investition lohnenswert sein.

Depot Vergleich

Um überhaupt in Wertpapiere, Aktien und andere Vermögenswerte investieren zu können, wird ein Depot benötigt. Es gibt viele Depotanbieter, die unterschiedliche Kosten und Funktionen aufrufen bzw. anbieten. Um das beste Depot zu finden, kommt man um einen Depot Vergleich nicht herum.

Fazit

Festzuhalten bleibt, dass Fallen Angels für fortgeschrittene Anleger eine attraktive Anlagemöglichkeit sein können. Werden die verschiedenen Kriterien vor dem Investment beachtet und es kommt dann zu einer Kursumkehr nach oben, winken teils hohe Gewinne.

Trotz der hohen Gewinne darf das Verlustrisiko nicht vernachlässigt werden. Die hohe Volatilität der Fallen Angels sorgt oft für starke Risiken. Anleger benötigen starke Nerven, um sich nicht aus der Fassung bringen zu lassen. Bei der Analyse können Faktoren wie die Dividendenrendite, das KBV und das KGV behilflich sein.

FAQ: Fragen und unsere Antworten rund um Fallen Angels

Was sind Fallen Angels?

Fallen Angels sind „abgestürzte“ Aktien von Unternehmen, die plötzlich viel schlechter bewertet wurden.

Lohnt sich die Anlage in Fallen Angels?

Die Anlage kann sich lohnen, wenn die richtige Aktie mit Hilfe von bestimmten Faktoren bestimmt wird. Dies ist jedoch nur fortgeschrittenen Anlegern empfohlen.

Welches Risiko ist bei Fallen Angels zu beachten?

Die doch sehr hohe Volatilität ist nicht zu unterschätzen. Es droht bei Fallen Angels, wie bei anderen Investitionen auch, ein Totalverlust bei falschen Entscheidungen.

Feda Mecan

Veröffentlicht von

Ich investiere seit mehreren Jahren in internationale Start-ups und habe 2015 OnlineBanken.com gegründet, um ein transparentes und unabhängiges Finanzportal in Deutschland zu etablieren.