Auto leasen, finanzieren oder kaufen?

Was ist besser?

oliverschoch
| Anzahl Artikel: 90
Letzte Überarbeitung am 9. August 2022
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Über 30 Prozent aller Neuwagen und Gebrauchtwagenkäufe werden in Deutschland finanziert. Die meisten Autokäufer:innen wenden sich entweder an ihre Hausbank oder an die Händler:innen, wenn es um die passende Finanzierung geht. Meistens ist allerdings nicht bekannt, welche unterschiedlichen Finanzierungsvarianten es mittlerweile am Markt gibt, worin sich diese unterscheiden und was im Einzelfall die beste Option darstellt.

Aus dem Grund möchten wir uns im Beitrag mit den einzelnen Finanzierungsmöglichkeiten auseinandersetzen, die es im Bereich der Automobilfinanzierung heutzutage gibt. Ferner gehen wir darauf ein, ob es grundsätzlich besser ist, das neue Auto zu leasen, zu finanzieren oder direkt zu kaufen. Du erfährst somit alles Wichtige zu diesem Thema, um im Idealfall anschließend für dich eine Entscheidung treffen zu können, wie du dich bei deinem nächsten Neu- oder Gebrauchtwagenkauf verhältst.

Das Wichtigste im Überblick

  • Die meisten Autokäufer in Deutschland erwerben das neue Fahrzeug direkt vom Händler und überweisen den entsprechenden Kaufpreis, ohne eine Finanzierung in Anspruch zu nehmen
  • Mehr als ein Drittel sämtlicher Autokäufe werden allerdings – zumindest teilweise – finanziert, wozu mehrere Alternativen bereitstehen
  • Banken bieten zur Finanzierung insbesondere einen Ratenkredit oder manchmal einen speziellen Autokredit an
  • Flexible Finanzierungen sind über Händler:innen möglich, denn manche Autohändler stellen mehrere Optionen zur Auswahl
  • Insbesondere für die gewerbliche Nutzung eines Automobils kann auch das Leasen eine gute Alternative zum Kauf oder der Finanzierung darstellen

Auto kaufen und komplett bezahlen: Meistens die beste Option

Rein wirtschaftlich betrachtet ist der Autokauf mit anschließender, vollständiger Bezahlung des Kaufpreises normalerweise die beste Option. Der Grund besteht darin, dass sowohl beim Leasing als auch bei einer Finanzierung zusätzliche Kosten anfallen, nämlich entweder in Form des Leasingszinses oder des entsprechenden Kreditzinses. Kannst du den Kaufpreis hingegen vollständig aus eigenen Mitteln heraus zahlen, gibt es diese Finanzierungskosten nicht. Der Kauf hat allerdings noch einen weiteren Vorteil, nämlich dass du einen Barzahlerrabatt in Anspruch nehmen kannst.

Mit Barkauf ist heutzutage nicht gemeint, dass du den Autohändler:innen tatsächlich zum Beispiel 20.000 Euro in bar auf den Tisch legen musst. Stattdessen bedeutet Barkauf (Barzahlung), dass du den entsprechenden Kaufpreis als Überweisung von deinem Girokonto transferierst. Bei den meisten Autohändler:innen erhältst du heutzutage einen Barzahlerrabatt, der zwischen 10 bis zu 20 Prozent betragen kann. Es gibt allerdings auch eine Situation, in der das Kaufen und die vollständige Bezahlung des Kaufpreises aus Eigenmitteln nicht die wirtschaftlich beste Option ist.

Stell dir vor, du möchtest ein Fahrzeug zu einem Preis von 30.000 Euro kaufen und hast diesen Betrag in Form von Wertpapieren auch zur Verfügung, die du allerdings erst veräußern müsstest. Erzielst du mit den Wertpapieren allerdings bisher durchschnittlich zum Beispiel eine Rendite von sechs Prozent im Jahr, würdest du einen Autokredit jedoch zu einem Zins von beispielsweise 2,9 Prozent erhalten, wäre es vielleicht unwirtschaftlich, die Wertpapiere zu verkaufen und den Kaufpreis damit zu bezahlen. Es kommt dann darauf an, ob du einen Rabatt erhältst und wie hoch dieser ausfällt. Wenn also Eigenkapital vorhanden ist, solltest du stets abwägen, ob die Aufnahme eines Kredites oder auch dasjenige sind tatsächlich teurer ist, als den Kaufpreis sofort aus Eigenmitteln heraus zu bezahlen.

Viele Autokäufer:innen haben natürlich erst gar nicht die Möglichkeit, sich zwischen dem Zahlen des Kaufpreises und einer Finanzierung zu entscheiden, weil nicht ausreichende Eigenmittel vorhanden sind, um den Kaufpreis komplett zu begleichen. Dann stellt sich nur noch die Frage, ob Leasing oder Finanzierung die bessere Variante ist und vor allem, welche Finanzierungsoption die geeignete Lösung darstellt. Auf dieses Thema möchten wir in den folgenden Abschnitten näher eingehen.

Hinweis

Wenn du den Kaufpreis sofort aus Eigenmitteln bezahlen kannst, sparst du dir Finanzierungskosten und kannst einen Barzahlerrabatt nutzen. Auf der anderen Seite solltest du vorhandenen Guthaben nicht zu voreilig auflösen, denn möglicherweise ist die damit erzielte Rendite höher als ein Kreditzins, den du bei einer Autofinanzierung zahlen müsstest.

Autofinanzierung – die Finanzierungsalternativen im Überblick

Beschäftigen wir uns nun neben dem Kauf und der sofortigen Bezahlung des Kaufpreises mit einer zweiten Option, nämlich die Anschaffung des nächsten Neu- oder Gebrauchtwagens zu finanzieren. Mit einer Finanzierung ist gemeint, dass du zumindest einen Teil des Kaufpreises nicht sofort zahlen kannst, sondern dafür entweder einen Kredit aufnehmen musst oder mit den Händler:innen eine Ratenzahlungsvereinbarung trifft. Oftmals wird übrigens die Differenz zwischen dem Verkaufspreis des bisherigen Fahrzeuges und dem Kaufpreis des Neu- oder Gebrauchtwagens finanziert. Am Markt stehen dazu mehrere Optionen zur Auswahl, mit denen wir uns im Folgenden näher beschäftigen möchten, nämlich:

  • Ratenkredit
  • Autokredit
  • Ratenzahlungsvereinbarung mit Händler:innen
  • Drei-Wege-Finanzierung
  • Crowdlending

Lass uns im Folgenden einen näheren Blick auf die einzelnen Finanzierungsoptionen werfen. Wir erläutern deren Eigenschaften und gehen unter anderem darauf ein, unter welchen Voraussetzungen die jeweilige Finanzierungsvariante eine sinnvolle Lösung darstellen kann.

Ratenkredit: Universal einsetzbar auch zur Autofinanzierung

Der Ratenkredit der Banken ist ein sehr flexibles und universell einsetzbares Darlehen, weil er im Prinzip für jeden Verwendungszweck in Anspruch genommen werden kann. Ein Großteil der Ratenkredite wird sogar aufgenommen, um den Kauf eines Neuwagens oder Gebrauchtwagens zu finanzieren. Die Konditionen des Ratenkredites eignen sich in der Regel sehr gut zur Autofinanzierung, da sich zum Beispiel die Darlehenssumme für gewöhnlich zwischen 3.000 und 50.000 Euro bewegen kann. Die Kosten der weitaus meisten Fahrzeuge können daher mit einem Ratenkredit problemlos finanziert werden.

Ein Vorteil des Ratenkredites besteht darin, dass dieser schnell und unkompliziert aufgenommen werden kann. Darüber hinaus sind die Konditionen, genauer gesagt die Zinssätze, insbesondere bei einer guten Bonität seitens der Kreditnehmer:innen relativ günstig. Handelt es sich beim Ratenkredit um einen digitalen Kredit, der online aufgenommen werden kann, dauert es in der Regel nur wenige Tage, bis die entsprechende Darlehenssumme zur Verfügung steht. Im direkten Vergleich mit einer möglichen Finanzierung kann sich der Ratenkredit dadurch auszeichnen , dass du gegenüber dem/der Autoverkäufer:in dann weiterhin als Barzahler:in auftreten kannst. Auf diesen Punkt, nämlich die Berücksichtigung eines möglichen Barzahlerrabattes, gehen wir im weiteren Verlauf des Beitrages noch näher ein.

Autokredit: Spezieller Ratenkredit mit Autofinanzierung als Verwendungszweck

Der Autokredit ist im Grunde nichts anderes als ein spezieller Ratenkredit, der mit einem festen Verwendungszweck versehen ist. Zur Verfügung gestellt werden Autokredite heutzutage nicht nur von Banken, sondern ebenfalls von einigen Automobilclubs. Diese arbeiten zwar ebenso mit Banken als Finanzierungspartner zusammen, du kannst den entsprechenden Kredit allerdings direkt beim jeweiligen Automobilclub, wie zum Beispiel dem ADAC, beantragen.

Für solche Autokredite spricht, dass die Konditionen manchmal noch etwas günstiger als der gewöhnlichen Ratenkrediten sind. Darüber hinaus gibt es jedoch keine wesentlichen Unterschiede zwischen dem Auto- und dem Ratenkredit. Daher solltest du beide Finanzierungsvarianten in einen Vergleich mit einbeziehen, um die günstigsten Darlehensangebote in dieser Sparte zu finden. Beim Autokredit hast du natürlich ebenfalls den Vorteil, dass du anschließend gegenüber den Autoverkäufer:innen weiterhin als Barzahler:in auftreten kannst.

Händlerfinanzierung: Ratenzahlungsvereinbarung mit Autoverkäufer:innen

Die meisten Autoverkäufer:innen sind heutzutage dazu bereit, mit den Kund:innen eine Ratenzahlungsvereinbarung zu treffen. Dies gilt insbesondere für die Vertragshändler:innen der großen Automobilkonzerne, wie zum Beispiel Opel, Ford, Mercedes oder Toyota. Die entsprechenden Händler:innen arbeiten nahezu immer mit einer Autobank zusammen, welche anschließend die Finanzierung übernimmt. Die klassische Ratenzahlungsvereinbarung bei Händler:innen sieht so aus, dass du den fälligen Kaufpreis innerhalb eines bestimmten Zeitraums in monatlichen Raten begleichen kannst. Vom Ablauf her ist die Ratenzahlungsvereinbarung also faktisch mit einem Ratenkredit oder dem Autokredit identisch, nur dass eben keine Darlehenssumme zur Auszahlung gelangt.

Der Vorteil einer Ratenzahlungsvereinbarung mit Autohändler:innen besteht zum einen darin, dass du die Finanzierung aus einer Hand erhältst, nämlich seitens der Autoverkäufer:innen. Du musst dich also nicht zusätzlich zum Autokauf noch um eine externe Finanzierung bei einer Bank kümmert. Ein zweiter Vorteil kann darin bestehen, dass die Händler:innen mit den angeschlossenen Banken oft besonders günstige Konditionen bei den Zinsen offerieren können. Der Grund ist meist, dass das Hauptgeschäft der Automobilhändler:innen darin besteht, Fahrzeuge mit einer guten Marge zu verkaufen und nicht darin, mit der Finanzierung zusätzlich viel Geld zu verdienen. Aus den genannten Gründen entscheiden sich mittlerweile durchaus zahlreiche Autokäufer:innen für eine Händlerfinanzierung, und dort konkret für den Abschluss einer Ratenzahlungsvereinbarung.

Drei-Wege-Finanzierung: Die Ballonfinanzierung als neuere Variante

Die neueste der bisher aufgeführten Finanzierungsvarianten im Zuge der Autofinanzierung ist die sogenannte Drei-Wege-Finanzierung, häufig auch als Ballonfinanzierung bezeichnet. Der Namensteil „Drei-Wege“ ist darauf zurückzuführen, dass du dich als Kund:in bei Ablauf der Finanzierung für eine der folgenden Alternativen entscheiden kannst:

  • Zahlung der Schlussrate
  • Anschlussfinanzierung der Schlussrate
  • Rückgabe des Fahrzeuges an Händler:in

Aufgrund dieser drei Optionen kommt die Bezeichnung Drei-Wege-Finanzierung zustande. Aber auch der alternative Name Ballonfinanzierung hat seinen Sinn. Die Bezeichnung ist darauf zurückzuführen, dass die zuvor kurz erwähnte Schlussrate deutlich höher als die vorherigen monatlichen Raten sind, sodass sich die Finanzierung am Ende praktisch bildlich gesprochen wie ein Ballon aufgebläht. In gewissem Sinne hat die Ballonfinanzierung somit Eigenschaften eines Kredites, aber auch des Leasings.

Kennzeichnend für eine Drei-Wege-Finanzierung ist, dass zu Beginn – allerdings meistens optional – eine etwas höhere Anzahlung geleistet werden kann. Dies ist zwar kein Muss, wird aber von manchen Händler:innen durchaus angeboten. In der Folge zahlst du als Kreditnehmer:in typische Monatsraten, die sowohl den Tilgungs- als auch den Zinsanteil beinhalten. Die letzte Rate wird als Schlussrate bezeichnet und liegt deutlich über dem Niveau der bisherigen Monatsraten. Wenn du also beispielsweise über einen Zeitraum von 48 Monaten hinweg zuvor einer Rate von monatlich 239 Euro gezahlt hast, kann es durchaus sein, dass sich die Schlussrate auf 3.000 Euro beläuft. Dadurch wird allerdings erreicht, dass die monatlichen Raten moderater ausfallen können, als wenn es diese hohe Schlussrate nicht geben würde.

Exakt das ist auch der große Vorteil, den viele Kreditnehmer:innen in der Drei-Wege-Finanzierung sehen. Zudem kannst du die Höhe der Schlussrate und eine eventuelle Anzahlung zu Beginn in der Regel sehr frei mit den Händler:innen vereinbaren. Am Laufzeitende kannst du dich entscheiden, ob du die offene Schlussrate zahlst oder diese durch eine Anschlussfinanzierung – entweder bei der Bank oder wieder über den/die Händler:in – finanzierst . Eine dritte Option besteht bei der Drei-Wege-Finanzierung darin, das Fahrzeug mit dem entsprechenden Restwert an den/die Händler:in zu verkaufen.

Infobox

Die Drei-Wege-Finanzierung ist insbesondere für solche Autokäufer:innen geeignet, die großen Wert auf eine moderate, monatliche Rate legen. Hier hat die Finanzierung Gemeinsamkeiten mit dem Leasing, denn auch dabei ist die monatliche Belastung meistens vergleichsweise gering. Wie hoch die monatliche Rate bei der Ballonfinanzierung ausfällt, hängt vor allem von der Höhe der späteren Schlussrate ab.

Crowdlending: Moderne Finanzierungsalternative ohne Banken

Neben dem Ratenkredit, dem Autokredit und den zwei Varianten der Händlerfinanzierung gibt es noch eine weitere Möglichkeit der Autofinanzierung, die sogar völlig unabhängig von Banken ist. Gemeint ist das sogenannte Crowdlending. Manche Personen ist diese Finanzierungsvarianten sicherlich besser unter der Bezeichnung Crowdinvesting oder Crowdfunding bekannt, auch wenn es kleine Unterschiede zwischen den insgesamt drei Varianten gibt. Das Crowdlending funktioniert so, dass du dich auf einer Plattform anmeldest und dort deinen Finanzierungsbedarf äußerst. Dazu musst du lediglich eine kurze Projektbeschreibung veröffentlichen, also zum Beispiel, dass du 10.000 Euro für den Autokauf benötigst.

Anderen Mitglieder:innen können dann ihr Geld zur Verfügung stellen, sodass du in der Regel von einer Reihe unterschiedlicher Personen die insgesamt 10.000 Euro (im Beispiel) erhalten kannst. Kreditgeber:innen sind in dem Fall eben keine Banken, sondern Privatpersonen. Allerdings ist das Crowdlending bisher noch nicht unbedingt für private Kreditsuchende besonders geeignet, sondern bietet sich in erster Linie für Gewerbetreibende an. Dennoch möchten wir diese Finanzierungsmöglichkeit zumindest erwähnen, da es definitiv nicht ausgeschlossen ist, auch eine Autofinanzierung mittels Crowdlending durchführen zu können.

Was hat es mit dem Barzahlerrabatt auf sich?

Den Barzahlerrabatt haben wir jetzt bereits mehrmals angesprochen und möchten nun im Speziellen darauf eingehen, warum du diesen bei der Entscheidung unbedingt berücksichtigen solltest, ob du einen Bankkredit wählst oder dich für die Händlerfinanzierung entscheidest. Zu Beginn hatten wir bereits zu Bedenken gegeben, dass der Kauf und das sofortige Bezahlen des Kaufpreises von Vorteil sein kann, weil du dann gegenüber dem/der Autohändler:in als Barzahler:in auftreten und einen Rabatt von bis zu 20 Prozent erhalten kannst. Gleiches gilt unter der Voraussetzung, dass du dich für einen externen Bankkredit entscheidest, also für einen Raten- oder Autokredit.

In dem Fall ist es so, dass du Händler:innen als Barzahler:in auftrittst, weil du die Finanzierung externen durchführst. Das wiederum bedeutet, dass du im Zuge der Aufnahme eines Raten- oder Autokredites bei der Bank mit den Autohändler:innen über einen Barzahlerrabatt verhandeln kannst. Dies wäre hingegen nicht möglich, wenn du dich für die Ratenzahlungsvereinbarung mit den Autohändler:innen oder für die Drei-Wege-Finanzierung entscheidest. Dann nimmst du bei den Händler:innen selbst eine Finanzierung in Anspruch und bist somit kein(e) Barzahler:in im eigentlichen Sinne mehr.

Es ist unbedingt ratsam, diesen Barzahlerrabatt mit einzubeziehen. Es kann nämlich passieren, dass zwar der Zinssatz bei den Händler:innen im Zuge der Drei-Wege-Finanzierung oder Ratenzahlungsvereinbarung niedriger als der des Raten- oder Autokredites ist. Wenn du aber den Barzahlerrabatt einrechnest, wird die Finanzierung mitunter dennoch bei der Bank in der Summe günstiger. Warum das so ist, möchten wir gerne anhand des folgenden Rechenbeispiels verdeutlichen. Wir stellen dort den Ratenkredit als Finanzierungsoption mit einer Ratenzahlungsvereinbarung bei Händler:innen gegenüber und berücksichtigen dabei auch den möglichen Barzahlerrabatt.

Finanzierung mittels Ratenkredit / Autokredit bei der Bank
Kaufpreis des Fahrzeuges: 25.000 €
Barzahlerrabatt bei Händler:in: 5.000 €
Kreditsumme: 20.000 €
Zinssatz: 3,5 %
Laufzeit: 48 Monate
Zinsbelastung insgesamt: 2.800 Euro

Finanzierung mittels Ratenzahlungsvereinbarung mit Händler:in
Kaufpreis des Fahrzeuges: 25.000 €
Barzahlerrabatt: –
Zu zahlende Kaufpreis: 25.000 €
Zinssatz: 2,9 %
Laufzeit: 48 Monate
Zinsbelastung insgesamt: 2.900 Euro

An dieser Gegenüberstellung erkennst du deutlich, dass zwar der/die Händler:in mit 2,9 Prozent einen etwas günstigeren Finanzierungszins anbietet. Da du aufgrund der Händlerfinanzierung allerdings nicht mehr als Barzahler:in auftreten könntest, hätte der Barzahlerrabatt von 20 Prozent natürlich den Fremdfinanzierungsbedarf deutlich reduziert. Du muss aufgrund des Rabattes nur noch einen Ratenkredit in Höhe von 20.000 Euro bei der Bank aufnehmen und somit ist am Ende die Zinssumme um 100 Euro geringer, obwohl der Kreditzins bei der Bank etwas höher ist.

Leasing: Finanzierungsalternative vorrangig für Gewerbetreibende

Zahlreiche Autohändler:innen bieten nicht nur eine Finanzierung mittels einer Ratenzahlungsvereinbarung oder der Drei-Wege-Finanzierung an, sondern stellen ihren Kund:innen auch die Option Leasing zur Verfügung. In dem Fall würdest du das Fahrzeug weder kaufen noch finanzieren, sondern faktisch mieten. Der Vorteil besteht beim Leasingvertrag in der moderaten, monatliche Leasingrate einerseits.

Zum anderen kannst du auf diese Weise in Abständen immer die neuesten Modelle fahren, da du das Fahrzeug nicht kaufst, sondern mietest und schneller wider wechseln kannst. Rein wirtschaftlich betrachtet ist das Leasing allerdings meistens teurer als die Finanzierung und erst recht als der Kauf, was auch am späteren Restwert liegen kann. Deshalb lohnt sich das Leasing finanziell betrachtet meistens nur für Gewerbetreibende, denn diese können die Leasingraten als Betriebsausgaben von der Steuer absetzen.

Fazit zum Thema Autoleasing, Finanzierung oder kaufen

Wie du unserem Beitrag entnehmen konntest, gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, wie du beim geplanten Kauf eines Neu- oder Gebrauchtwagens vorgehen kannst. Zum einen hast du die Option, das Fahrzeug sofort zu bezahlen, falls die ausreichenden Eigenmittel zur Verfügung steht. Zum anderen gibt es die Möglichkeit der Finanzierung. Hier werden dir sowohl seitens der Banken als auch der Autohändler:innen mehrere Optionen zur Verfügung gestellt.

Das sind insbesondere der Ratenkredit, der Autokredit, die Ratenzahlungsvereinbarung und die Drei-Wege-Finanzierung. Beim Vergleich der Angebote solltest du unbedingt den Barzahlerrabatt mit einbeziehen, den du dann erhältst, wenn du keine Händlerfinanzierung beanspruchst. Eine weitere Option ist das Crowdlending, bei dem die Finanzierung unabhängig von Banken stattfindet. Zudem bieten viele Händler das Leasing an, welches sich finanziell allerdings fast nur für Gewerbetreibende lohnt.

Häufige Fragen und unsere Antworten zum Autokauf sowie zur Autofinanzierung

Was spricht für einen Autokauf mit sofortiger Bezahlung?

Der große Vorteil des Autokaufs mit sofortiger Bezahlung des Kaufpreises ist, dass du keine Finanzierungskosten wie beim Kredit, bei der Händlerfinanzierung oder dem Leasing tragen musst. Allerdings hat nicht jede(r) ausreichende Mittel zur Verfügung. Zudem kann es sogar wirtschaftlich sinnvoller sein, trotz vorhandenem Eigenkapital eine Finanzierung durchzuführen, wenn nämlich zum Beispiel die Geldanlage eine höhere Rendite bringt, als du für den Kredit an Zinsen zahlen müsstest.

Welche Finanzierungen bieten Autohändler:innen an?

Autohändler:innen bieten meistens in Kooperation mit Autobanken mehrere Finanzierungsoptionen an. Standard ist die Ratenzahlungsvereinbarung, im Zuge derer du den Kaufpreis in monatlichen Raten abzahlst. Oftmals wird alternativ die Drei-Wege-Finanzierung angeboten, die sich vor allem durch eine hohe Schlussrate auszeichnet. Die meisten Händler:innen stellen dir auch das Leasing zur Verfügung, welches ebenfalls moderate Monatsraten hat, sich aber meistens nur für Gewerbetreibende lohnt.

Erhalte ich immer einen Barzahlerrabatt von den Händler:innen?

Die meisten Händler:innen sind durchaus dazu bereit, über den Kaufpreis zu verhandeln und einen Barzahlerrabatt zu gewähren. Anspruch hast du darauf natürlich nicht, aber durch gewisses Verhandlungsgeschick sind durchaus Barzahlerrabatte zwischen 10 und 20 Prozent im letztendlichem Vertrag möglich. Dies funktioniert allerdings nur unter der Voraussetzung, dass du das Fahrzeug aus Eigenmitteln bezahlst oder einen Kredit der Bank (extern) nutzt. Nimmst du hingegen die Drei-Wege-Finanzierung oder die Ratenzahlungsvereinbarung von den Händler:innen in Anspruch, wird es normalerweise keinen Barzahlerrabatt geben.

Welche Sicherheiten muss ich bei der Autofinanzierung stellen?

Unabhängig davon, ob du dich für den Autokredit, den Ratenkredit, die Drei-Wege-Finanzierung oder die Ratenzahlungsvereinbarung entscheidest, musst du in der Regel eine Sicherheit stellen. Bei der Autofinanzierung ist das üblicherweise die Sicherungsübereignung des Fahrzeuges. Das bedeutet, dass du den Händler:innen oder Banken deinen Fahrzeugbrief bzw. die Zulassungsbescheinigung I übergibst und so eine Sicherheit in Form des Fahrzeuges stellst. Du darfst das Auto natürlich trotzdem nutzen, jedoch bleiben Bank oder Händler:in bis zu dem Zeitpunkt offiziell Eigentümer:in des Autos, bis der Kaufpreis vollständig bezahlt wurde.

Unter welchen Voraussetzungen erhalte ich einen Autokredit?

Um die Händlerfinanzierung nutzen zu können oder einen Autokredit zu erhalten, musst du einige Voraussetzungen erfüllen. Du musst auf jeden Fall kreditfähig, also mindestens 18 Jahre alt sein. Darüber hinaus muss die Kreditwürdigkeit ausreichen. Sowohl Banken als Händler:innen prüfen dass in der Regel durch Einholen einer Schufa-Auskunft. Du solltest zudem über ein regelmäßiges Einkommen verfügen.

Kann ich mein altes Fahrzeug in die Autofinanzierung einbinden?

Es ist sogar üblich, das bisherige Fahrzeug insofern in die Finanzierung einzubinden, als dass dessen Verkaufspreis quasi als Anzahlung dient. Ideal ist es, wenn du dein bisheriges Fahrzeug an den/die Händler:in verkaufst, bei dem/der du auch den neuen Wagen erwirbst. Dementsprechend wird die Darlehenssumme geringer ausfallen, als wenn du den vollen Kaufpreis finanzieren musst.

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Oliver Schoch

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Als gelernter Bankkaufmann habe ich mich 2008 als Finanz-Journalist selbstständig gemacht. Seitdem verfasse ich nun in Vollzeit als Freiberufler nahezu ausnahmslos Beiträge zu Finanz- und Wirtschaftsthemen, wie Börse, Aktien, Geldanlage, Vermögensaufbau, Versicherungen und Finanzierungen. Zu meinem Repertoire zählen u.a. Ratgeber, Fachtexte, News, Blogbeiträge und eBooks.