Asset Backed Securities

Feda Mecan
| Anzahl Artikel: 323
Geschäftsführer und Investment-Experte Letzte Überarbeitung am 27. Juli 2022
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Asset Backed Securities (ABS) sind durch Forderungen oder Vermögenswerte besichert. Durch den Einsatz dieser Anlageprodukte ergeben sich sowohl Vor- als auch Nachteile, auf die wir in diesem Artikel näher eingehen möchten. Zudem erklären wir dir die Funktionsweise von diesem Anlageprodukt. ABS haben eine große Rolle bei der Entstehung der Finanzkrise in den Jahren 2007 und 2008 gespielt, weshalb wir auch hierauf eingehen und dir die Hintergründe erläutern werden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei den Asset Backed Securities handelt es sich um Wertpapiere, welche durch Vermögenswerte oder Forderungen besichert sind. Gekauft werden diese Anlageprodukte vor allem von institutionellen Investor:innen.
  • Eine Bank kann die Forderungen von ihren Kund:innen bündeln und in Form von ABS an Investor:innen weiterverkaufen. Dabei stellen die Forderungen gegenüber den Kreditnehmern die Sicherheit dar.
  • Für die Bank ergeben sich beim Einsatz von ABS große Vorteile. Denn das Ausfallrisiko muss die Bank nicht mehr tragen, wenn sie die Kredite weiterverkauft. Zudem schafft die Bank so zusätzliche Liquidität, da das Kapital nicht mehr im Kredit gebunden ist.
  • Nachteilig bei ABS ist allerdings, dass das Produkt eine hohe Komplexität aufweist. Ein Bündel aus vielen verschiedenen Krediten ist viel schwerer einzuschätzen als eine einzelne Forderung. Zudem sind mit der Erstellung und dem Vertrieb von ABS hohe Kosten verbunden.
  • Der Einsatz von ABS hat eine große Rolle bei der Finanzkrise in 2007 und 2008 gespielt. Dabei haben Banken das Risiko, welches von Asset Backed Securities ausgeht, als viel zu gering eingestuft. In der Folge hatten die Banken daher einige wertlose Kredite im Portfolio. Viele waren auf staatliche Hilfen angewiesen, um nicht pleitezugehen.

Was sind Asset Backed Securities?

Der Begriff kommt aus dem Englischen und steht für Wertpapiere, die durch Vermögensgegenstände abgesichert sind. Aber auch durch Forderungen können diese Wertpapiere besichert sein. Dabei handelt es sich bei ABS um strukturierte Finanzprodukte, die oftmals mit Bankkreditforderungen besichert sind. Käufer:innen sind in der Regel keine privaten Investor:innen, sondern institutionelle Anleger:innen, wie beispielsweise Versicherungen, Banken oder Pensionsfonds. Denn privaten Anleger:innen ist es nicht möglich, direkt in dieses Finanzprodukt zu investieren. Sie können ausschließlich indirekt über entsprechende Fonds investieren.

Wie funktionieren ABS?

Ein Wertpapieremittent gibt Wertpapiere aus, die entweder durch Vermögenswerte oder durch Forderungen besichert sind. Die Vermögenswerte oder Forderungen stellen dabei eine Sicherheit für die Käufer:innen von diesen Finanzprodukten dar, falls der Emittent zahlungsunfähig wird. Wenn eine Bank zum Beispiel einen Immobilienkredit vergibt, dann kann sie warten, bis der Kredit zurückgezahlt wird oder aber diesen sofort zu Geld machen, indem sie ihn weiterverkauft. Der Käufer hat dann eine Forderung gegenüber der Person, die den Kredit aufgenommen hat. Für die Bank hat dies den Vorteil, dass sie sehr schnell das Geld erhält. Zudem macht ein solches Vorgehen insbesondere dann Sinn, wenn die Bank lukrativere Investmentmöglichkeiten hat.

Dies machen Banken aber in der Regel nicht nur mit der Forderung einer einzelnen Person, sondern mit einer großen Anzahl an Kreditnehmern. Der Käufer kann diese vielen Forderungen finanzieren, indem er diese bündelt und sie an Investor:innen verkauft. Wenn der Käufer nun die Zinsen nicht zahlt, haben die Investor:innen die Forderungen als Sicherheit.

Welche Formen von ABS gibt es?

Es gibt verschiedene Formen von Asset Backed Securities. Damit du einen besseren Überblick darüber erhältst, was für ABS es auf dem Markt gibt, werden wir dir in den nächsten Abschnitten die wichtigsten Arten von ABS genauer vorstellen.

Mortgage Backed Securities

Bei Mortgage Backed Securities handelt es sich um ein Anlageprodukt, welches Anleihen sehr ähnlich ist. Dabei ist das zugrunde liegende Wertpapier durch ein Bündel aus Immobiliendarlehen besichert. Anleger:innen, die in dieses Anlageinstrument investieren, erhalten somit regelmäßige Zahlungen, wie bei Anleihen auch. Dabei sieht der Prozess so aus, dass eine Bank ihren Kund:innen Hypotheken für eine Immobilie zur Verfügung stellt. Diese bündelt die Bank anschließend und verkauft sie mit einem Abschlag zur Einbindung in ein MBS. Die Bank kann den Verkauf als Plus in ihrer Bilanz verbuchen und geht dabei kein Risiko ein, falls der Immobilienbesitzer seine Raten nicht mehr zahlen kann.

Es existieren 2 Arten von Mortgage Backed Securities. Die sogenannten Pass-Throughs und die Collateralized Mortgage Obligations (CMOs). Bei Pass-Throughs, welche als Trust strukturiert sind, werden Hypothekenzahlungen gesammelt und an die Investor:innen weitergeleitet. Im Normalfall beträgt die Laufzeit 5, 15 oder 30 Jahre, wobei Ausnahmen bestehen. CMOs dagegen bestehen aus mehreren Bündeln von Wertpapieren, welche auch als Tranchen bezeichnet werden. Diese erhalten ein Kreditrating, das die Höhe der Zinsen bestimmt, welche die Investor:innen erhalten.

Collateralized Debt Obligations (CDO)

Bei Collateralized Debt Obligations handelt es sich um komplexe, strukturierte Anlageprodukte, welche durch ein Bündel an Krediten sowie anderen Vermögensgegenständen abgesichert sind. Gekauft werden diese Produkte von institutionellen Anleger:innen. CDOs haben eine große Rolle bei der Finanzkrise in den Jahren 2007 und 2008 gespielt, werden aber trotzdem immer noch eingesetzt. Denn diese Anlageprodukte dienen der Risikoverlagerung sowie der Freisetzung von Kapital, was für viele institutionelle Investor:innen von großer Bedeutung ist.

Vor- und Nachteile von Asset Backed Securities

Der Einsatz von Asset Backed Securities geht sowohl mit Vor- als auch mit Nachteilen einher. Ein großer Vorteil von ABS besteht darin, dass das Ausfallrisiko übertragen wird. Denn die Bank verkauft die Forderung gegenüber einem Kreditnehmer an Anleger:innen weiter. Wenn dieser also nicht zahlen kann, ist die Bank nicht davon betroffen. Zudem erhöht sich die Eigenkapitalquote wenn die erhaltenen Gelder für das Zahlen von Verbindlichkeiten zum Einsatz kommen. Es wird Liquidität freigesetzt, da das Kapital nicht mehr im Kredit gebunden ist. In der Regel sind auch die zu zahlenden Zinsen niedriger, da es sich um besicherte Wertpapiere handelt.

Außerdem ist ein besseres Rating möglich, wenn ein Unternehmen ein schlechtes Rating hat, die Kund:innen des Unternehmens, deren Forderungen verbrieft werden, aber über eine gute Bonität verfügen. Nachteilig dagegen ist die hohe Komplexität solcher Produkte. Ein Anlageprodukt, welches etliche unterschiedliche Forderungen verbrieft, ist viel schwerer einzuschätzen als eine einzelne Forderung. Zudem ist das Erstellen und Verkaufen von Asset Backed Securities sehr aufwändig und mit hohen Kosten verbunden.

Vorteile
  • Das Ausfallrisiko wird übertragen
  • Höhere Eigenkapitalquote
  • Freisetzung von Liquidität
  • Geringerer Zinsaufwand
  • Besseres Rating möglich
Nachteile
  • Hohe Kosten
  • Komplexität
  • Großer Aufwand
Hinweis Für Banken kann sich der Einsatz von ABS somit sehr lohnen, da sie hierdurch ihre Liquidität verbessern und die Risiken verringern können.

ABS in der Subprime-Finanzkrise

Vor der Finanzkrise waren ABS ein richtiges Erfolgsmodell, da sie mit vielen Vorteilen verbunden waren. Das Eintreten der Finanzkrise hat allerdings die erheblichen Schwächen dieses Anlageprodukts aufgezeigt sowie die enormen Risiken, die hierdurch entstehen können. Das Problem hierbei war, dass Anleger:innen durch die große Diversifikation und den guten Ratings der Ratingagenturen von einem sicheren Anlageinstrument ausgingen. Dies war aber in der Realität nicht der Fall. Aufgrund der vielen Vorteile hatten Banken ein sehr großes Interesse daran, so viele ABS wie möglich zu verkaufen. Dementsprechend wurden vielen Menschen Kredite gewährt, obwohl nicht absehbar war, dass diese die Kredite langfristig auch bedienen können.

Allerdings war das für die Banken kein Problem, da sie das Risiko eines Ausfalls nicht selbst tragen mussten, weil sie die Kredite bündelten und im Paket weiterverkauften. Als es allerdings vermehrt zu Zahlungsausfällen kam, wurde klar, dass es sich um ein sehr riskantes Anlageprodukt handelt, bei dem hohe Verluste auftreten können. Denn viele Kredite würden nicht bezahlt werden können. Die Immobilienpreise sanken stark, sodass auch der Wert der hinterlegten Immobilien litt. Als auch die Großbank Lehman Brothers pleite ging, welche viele ABS emittiert hatte, wurden die ABS panisch verkauft.

Hinweis Viele Banken hatten das Risiko von Asset Backed Securities falsch eingeschätzt, denn diese waren viel riskanter als erwartet. Dementsprechend gerieten die Banken in große Probleme als es vermehrt zu Zahlungsausfällen kam und einige mussten vom Staat gerettet werden.

Fazit

Bei Asset Backed Securities handelt es sich um durch Forderungen oder Vermögenswerte besicherte Wertpapiere. Der Einsatz dieses Anlageprodukts bringt viele Vorteile mit sich. So können Banken das Risiko eines Kreditausfalls auslagern und zusätzliche Liquidität schaffen. Die Finanzkrise hat allerdings gezeigt, dass diese Produkte bei der falschen Verwendung auch äußerst riskant sein können. Da die Banken die Kredite weiterverkauften und das Ausfallrisiko nicht selbst tragen mussten, war die Kreditvergabe entsprechend lasch und es bekamen viele Menschen Kredite, die eigentlich nicht die notwendige Bonität dafür hatten. Dies war das Hauptproblem bei der Entstehung der Finanzkrise.

FAQ: Fragen und Antworten zu Asset Backed Securities

Was sind Asset Backed Securities?

Asset Backed Securities sind mit Vermögensgegenständen oder Forderungen besicherte Wertpapiere.

Welche Vorteile bieten ABS für Banken?

Banken können durch den Einsatz von ABS das Ausfallrisiko auslagern und zusätzliche Liquidität schaffen.

Feda Mecan

Veröffentlicht von

Ich investiere seit mehreren Jahren in internationale Start-ups und habe 2015 OnlineBanken.com gegründet, um ein transparentes und unabhängiges Finanzportal in Deutschland zu etablieren.