Sterbegeldversicherung Vergleich

Wozu benötigen Menschen eine Sterbegeldversicherung? Ein böses Sprichwort sagt, dass noch nicht mal der Tod umsonst sei, er koste das Leben. Das Thema Tod ist nach wie vor ein Tabuthema, die wenigsten Menschen beschäftigen sich zumindest einmal im Leben mit den Folgen ihres Ablebens. Neben möglicherweise emotionalen Lücken, die sie bei ihren Hinterbliebenen hinterlassen, bleibt auf jeden Fall eine finanzielle Lücke.

Gesetzliche Vorschrift zur Bestattung

Es gibt in Deutschland eine gesetzliche Vorschrift, dass ein Toter bestattet werden muss. Die Grundlage dafür findet sich im Paragraf 1968 BGB: „Der Erbe trägt die Kosten der Beerdigung des Erblassers.“ Dabei spielt der familiäre Zusammenhang zwischen Erbe und Erblasser keine Rolle. Anders schaut es allerdings aus, wenn es keinen benannten Erben gibt. In diesem Fall greift die gesetzliche Erbfolge. Die Kosten dafür gehen folglich zu Lasten der Angehörigen.

Die Kosten für eine Beerdigung belaufen sich auf Beträge zwischen 2.260 und über 20.000 Euro, wie die nachfolgende Tabelle verdeutlicht:
kostenbestattung
Quelle: Geldidee.de

Sterbegeldversicherungen sind keine Erfindung der Neuzeit, bereits die Römer kannten diese Form der Vorsorge. Sterbekassen, im Mittelalter von den Handwerksgilden gegründet, zählen zu den ältesten Versicherungen überhaupt. Sie sind die Vorläufer zahlreicher Versicherungsunternehmen, die auch über Sterbegeldversicherungen hinaus Versicherungsprodukte anbieten.

Sterbegeldversicherung Vergleich 2017

Auf bei der Sterbegeldversicherung lohnt sich ein Vergleich:

Gibt es Zuschüsse für eine Beerdigung?

Bis zum Jahr 2003 erhielten die Angehörigen eines gesetzlich Krankenversicherten noch einen Zuschuss in Höhe von 526 Euro, für in der Familienversicherung mitversicherte Personen die Hälfte. Seit dem 1. Januar 2004 ist diese Regelung jedoch abgeschafft, die Kosten für eine Beisetzung liegen jetzt in voller Höhe bei den Angehörigen. Die Bundesregierung begründete diesen Schritt seinerzeit damit, dass eine Beisetzung keine „gesundheitsfördernde Maßnahme“ sei.

Tritt der Tod bei einem Arbeitnehmer durch einen Arbeitsunfall oder infolge einer Arbeitserkrankung ein, zahlt die Berufsgenossenschaft einen gewissen Betrag. Die einmalige Leistung beträgt ein Siebtel der Bezugsgröße auf der Basis des siebten Sozialgesetzbuches. Die Höhe hängt nicht vom Einkommen des Verstorbenen ab.

Das Beamtenrecht sieht ebenfalls einen Zuschuss zu den Bestattungskosten vor. Im Paragraf 18 des Beamtenversorgungsgesetzes ist diese Zahlung geregelt. Sie beträgt einmalig das Doppelte der Bezüge des Verstorbenen. Bei der IG Metall ergibt sich die Höhe des Zuschusses aus der Höhe der gezahlten Mitgliedsbeiträge des verstorbenen Mitglieds und der Dauer der Zahlung. Ein Bruttoeinkommen von 3.000 Euro im Monat und eine zehnjährige Mitgliedschaft würde den Hinterbliebenen eine Summe von 300 Euro bescheren – nicht wirklich viel.

Zahlreiche Tarifverträge und firmeninterne Regelungen sehen ebenfalls eine einmalige finanzielle Unterstützung der Angehörigen vor. Diese reicht aber nicht aus, um die Kosten für eine Beerdigung tatsächlich vollständig abzudecken, wie ein Blick auf die obige Tabelle zeigt.

Was genau ist eine Sterbegeldversicherung?

Die Sterbegeldversicherung ist im weitesten Sinn eine Lebensversicherung. Sie hat mit der Kapitallebensversicherung eine Gemeinsamkeit. Der Versicherer muss die Leistung auf jeden Fall erbringen. Bei der Kapitallebensversicherung steht der späteste Zeitpunkt der Leistungserbringung, das Ende der Vertragslaufzeit, fest. Bei der Sterbegeldversicherung kann dies nicht vorhergesagt werden. Der Unterschied zur Risikolebensversicherung fällt noch größer aus. Bei der Risikolebensversicherung ist nicht gesagt, dass der Versicherer eine Leistung erbringen muss. Diese wird nur fällig, wenn die versicherte Person während der vereinbarten Versicherungsdauer verstirbt.

Wie funktioniert die Sterbegeldversicherung?

Je nach Versicherer stehen zwei Tarifvarianten zur Verfügung. Eine Sterbegeldversicherung ist mit oder ohne Gesundheitsprüfung erhältlich. Entfällt die Gesundheitsprüfung, besteht eine Wartezeit von meist drei Jahren, bis die Angehörigen im Fall des Ablebens einen Anspruch auf die volle Versicherungssumme haben. Verstirbt die versicherte Person in den ersten zwölf Monaten der Wartezeit, erhalten sie nur die bis zum Zeitpunkt des Todes eingezahlten Beiträge zurück. In der Folgezeit quotieren die Versicherer die Auszahlung, bis die Wartezeit vorbei ist. Verstirbt die versicherte Person während der Wartezeit durch einen Unfall, entfällt der Passus der Wartezeit und die volle Versicherungsleistung kommt zur Auszahlung.

Entscheidet sich die versicherte Person für einen Vertrag mit Gesundheitsprüfung, entfällt die Wartezeit und es besteht von Anfang an ein Anspruch auf die volle Versicherungssumme. Allerdings kann es passieren, dass aufgrund einer Vorerkrankung ein Beitragszuschlag erhoben oder der Versicherungsschutz sogar abgelehnt wird.

Neben Verträgen mit laufender Beitragszahlung bieten einige Versicherer auch Verträge gegen Einmalzahlung an.

Besonders gravierende Unterschiede bestehen beim Eintrittsalter. Einige Gesellschaften ermöglichen einen Versicherungsschutz bereits für Kinder, andere ab dem 18. Lebensjahr und wieder andere erst ab dem 40. Lebensjahr. Analog zu Lebensversicherungen fällt der Beitrag um so niedriger aus, je jünger der Versicherungsnehmer bei Vertragsabschluss ist.

Unterschiede bestehen auch beim Höchstalter in Bezug auf den Versicherungsbeginn. Während die einen Versicherer eine Aufnahme nur bis zum 65. Lebensjahr vorsehen, setzen andere die Grenze erst bei dem 75. Lebensjahr.

Die Versicherungsdauer gilt, wie bereits erwähnt, lebenslang. Die Beitragszahlung bei Ratenzahlung ist jedoch zeitlich beschränkt. Ebenfalls abhängig vom Unternehmen endet sie zwischen dem 65. und 85. Lebensjahr. Es gibt allerdings auch Verträge, welche eine lebenslange Beitragszahlung vorsehen. Einige Versicherer bieten eine Beitragsfreistellung an, sobald eine Pflegestufe festgestellt wird. Endet die Beitragszahlung regulär, wird der Vertrag dann bis zum Leistungsfall beitragsfrei fortgeführt.

Was kostet die Sterbegeldversicherung?

Auf die Antwort für diese Frage spielen vier Faktoren hinein:

  • Das Eintrittsalter
  • Die Höhe der Versicherungssumme
  • Die Beitragszahlungsdauer
  • Wartezeit oder Gesundheitsfragen

Welche Leistung erbringt die Sterbegeldversicherung?

Klassische Verträge sehen im Leistungsfall nach Ablauf der Wartezeit die Auszahlung der Versicherungssumme zusammen mit den erwirtschafteten Zinsen vor. Einige Anbieter bieten alternativ auch Sachleistungen an. Dies funktioniert wie folgt:

Die versicherte Person entscheidet sich aus einer Reihe von Angeboten für ein Leistungspaket. Dieses Leistungspaket hat einen monetären Gegenwert, aus dem sich die Versicherungssumme und damit der Beitrag ergeben. Die Leistungsbandbreite reicht von einer einfachen Bestattung bis hin zu einer mittelgroßen Veranstaltung.

Dabei muss aber beachtet werden, dass die Sterbegeldversicherung nicht in unbegrenzter Höhe abgeschlossen werden darf. Es gibt eine Regelung, der zufolge die maximale Versicherungssumme, auch bei Kombination mehrerer Verträge, 25.000 Euro nicht übersteigen darf.

In den meisten Fällen kann die Versicherungssumme nicht frei gewählt werden. Die Versicherer bieten Abstufungen an, beispielsweise 5.000 Euro, 10.000 Euro und 15.000 Euro. Die Höhe der Versicherungssumme orientiert sich zwangsläufig an der gewünschten Art der Bestattung, Feuer-, Erd- oder Seebestattung und dem Umfang, in dem die Feierlichkeiten stattfinden sollen.

Auch wenn es etwas makaber klingt, aber nimmt die versicherte Person die Organisation der eigenen Beerdigung zu Lebzeiten in die eigenen Hände, entlastet er seine Angehörigen im Fall des Todes überdurchschnittlich. Mit klaren Ansagen muss sich niemand den Kopf darüber zerbrechen wie er oder sie es denn gerne gehabt hätte und ob das wirklich alles im Sinne des Verstorbenen ist.

Bei den Versicherern selbst ergeben sich neben der reinen Versicherungsleistung deutliche Unterschiede im Serviceangebot. Während die einen „nur“ die Versicherung selbst anbieten, unterstützen andere Gesellschaften ihre Kunden umfassen im Bereich Todesfallvorsorge. So bieten sie die Kooperation mit Bestattungsunternehmen an, geben Hilfestellungen bei der rechtssicheren Erstellung eines Testamentes und der unterschiedlichen Vorsorgevollmachten. In den beiden letztgenannten Fällen muss der Interessent noch nicht einmal Kunde des Unternehmens sein.

Ist eine Sterbegeldversicherung überhaupt sinnvoll?

Diese Frage gilt für jede Versicherung. Wer über so viel Geld verfügt, dass ihn ein Schaden, welcher Art auch immer, nicht weiter stört, benötigt nur die gesetzlich vorgeschriebenen Versicherungen. Fährt er sein 100.000-Euro Auto an die Wand, kauft er sich halt ein Neues. Verstirbt er, bezahlt die Familie die Seebestattung aus der Portokasse.

Handelt es sich jedoch um einen Normalsterblichen, lautet die Antwort auf die Frage, ob eine Sterbegeldversicherung sinnvoll ist durchaus „ja“. Immerhin geht es darum, die Angehörigen nicht mit dem eigenen Tod auch noch finanziell zu belasten. Ein wiederholter Blick auf die Tabelle zeigt, dass eine Beerdigung kein Schnäppchen ist. Je nachdem, wie sich ein Mensch die eigene Beerdigung vorstellt, kann er durch die Sterbegeldversicherung den Grundstein dafür legen, dass die Feierlichkeiten im gewünschten Rahmen stattfinden können.

Hier noch einmal eine detaillierte Übersicht der Kosten für die einzelnen Bestattungsarten:

Quelle: Bestattungsvergleich.de

Quelle: Bestattungsvergleich.de

Am preiswertesten fällt eine Erdbestattung in Köln aus, Stuttgart und München liegen nicht nur bei Immobilienpreisen zu Lebzeiten an der Spitze, auch die ewige Ruhe ist hier am teuersten. Dies sind, wohlgemerkt, nur die Preise für die Bestattung ohne die Kosten für Grabstein, Feierlichkeiten etc.

Hält man sich noch einmal die einzelnen Positionen einer Beerdigung vor Augen, ist es nicht verwunderlich, wenn am Ende eine Summe zwischen 12 und 15 Tausend Euro aufläuft:

  • Bestatter
  • Grabstein
  • Blumen
  • Trauerfeier
  • Trauerfeier in einem Lokal
  • Friedhofsverwaltung
  • Folgekosten für die Grabpflege

Natürlich wäre es wünschenswert, wenn das Erbe die Kosten für die Beerdigung deckt, das muss aber nicht zwingend der Fall sein. Nicht jeder Mensch verfügt über so viel Geld, dass seine Erben einen nennenswerten Nachlass erhalten. Die Zahl der Sozialrentner steigt kontinuierlich an.

Das Sozialamt ist nur die letzte Lösung, wenn keiner der Angehörigen über die notwendigen finanziellen Mittel verfügt. Die nachfolgende Grafik zeigt, wie sich die Zahl der von den Sozialämtern bezahlten Beerdigungen entwickelt hat:

sozialamtsterbegeld

Viele können sich eine Bestattung nicht mehr leisten!

Eine Sterbegeldversicherung stellt eine sinnvolle Lösung dar, um eine Beerdigung „light“ zu vermeiden.

Wer ist der Begünstigte aus der Sterbegeldversicherung?

Eine Sterbegeldversicherung ist nicht an die gesetzliche Erbfolge gebunden, der Versicherungsnehmer kann den Begünstigten frei bestimmen. Der Versicherungsnehmer muss nicht zwangsläufig auch die versicherte Person sein. Genau wie bei Kapitallebensversicherungen kann es bei einer Sterbegeldversicherung bis zu vier beteiligte Personen geben:

  • Versicherungsnehmer
  • Beitragszahler
  • Versicherte Person
  • Begünstigter für den Leistungsfall

Wurde der Vertrag nicht als Sachleistung, sondern als Geldleistung gewählt, steht die Versicherungssumme nach der Auszahlung zur freien Verwendung. Die Sterbegeldversicherung ist keine zweckgebundene Versicherung. Geht der Begünstigte nach dem Ableben der versicherten Person mit dem Geld auf Weltreise, kann ihn niemand daran hindern.

Ist die Sterbegeldversicherung steuerpflichtig?

Die Frage nach der Steuerpflicht einer Sterbegeldversicherung kann nicht pauschal mit ja oder nein beantwortet werden. Die Leistung fällt nicht unter die Einkommensteuer. Es kann aber durchaus sein, dass Erbschaftssteuer anfällt, wenn die Auszahlung in die Erbmasse des Verstorbenen einfließt.

Der Beitragszahler kann die Aufwendungen währende der Beitragszahlungsdauer theoretisch als Vorsorgeaufwand steuerlich geltend machen. In der Praxis kommt dies allerdings kaum zum Tragen. Die maximalen Aufwendungen in Höhe von 1.900 Euro bei Arbeitnehmern und 2.800 Euro bei Selbstständigen werden in der Regel bereits durch die Beiträge zur Krankenversicherung ausgeschöpft.

Sterbegeldversicherung oder Sterbekasse – was sind die Unterschiede?

Neben Sterbegeldversicherungen, die von Versicherungsunternehmen angeboten werden, gibt es auch noch Sterbekassen. Diese sind in der Regel als Verein organisiert oder als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit. In den meisten Fällen arbeiten sie regional begrenzt. Sie unterliegen aufgrund ihrer Organisationstruktur und der sehr einseitigen Ausrichtung nicht den europäischen Vorschriften für Versicherungsunternehmen. Die Interessenvertretung nimmt der deutsche Sterbekassenverband wahr.

Sterbekassen haben gegenüber Sterbegeldversicherungen sowohl Vorteile als auch Nachteile.

Positiv

  • Niedrige Beiträge
  • Zweckgebundene Auszahlung
  • Zielgruppe sind Versicherungsnehmer mittleren Alters, die über geringe finanzielle Mittel verfügen

Negative Kriterien

  • Extrem niedrige Verzinsung
  • Die Versicherungsleistung kann unter den eingezahlten Beiträgen liegen
  • Kaum Rückkaufswert

Sterbekassen sehen grundsätzlich nur Verträge mit laufender Beitragszahlung und ohne Gesundheitsprüfung vor.

Die Abgrenzung zur Lebensversicherung

Eine Sterbegeldversicherung kann weder mit einer Kapitallebensversicherung noch mit einer Risikolebensversicherung gleich gesetzt werden. Obwohl sie einer Kapitallebensversicherung ähnelt, hat sie eine völlig andere Zielsetzung. Die Kapitalversicherung soll Vermögen aufbauen, aber gleichzeitig Hinterbliebenenschutz, die Kompensation verlorenen Einkommens bei Tod der versicherten Person, sicherstellen. Beiden gemeinsam ist der Umstand, dass der Versicherer die Leistung auf jeden Fall erbringen muss, bei der Kapitallebensversicherung steht der Zeitpunkt allerdings fest. Bei beiden Versicherungen zahlt der Beitragszahler in einen Vertrag ein, der Kapital aufbaut und dieses verzinst. Die Verzinsung fällt bei einer Sterbegeldversicherung jedoch deutlich niedriger aus, da der Versicherer nicht weiß, wann er die Leistung erbringen muss. Die ständig steigende Lebenserwartung in unserer Gesellschaft führt dazu, dass die Leistungsgarantie der Sterbegeldversicherung kontinuierlich angepasst werden muss. Die Sterbegeldversicherung kann zwar bei einigen Unternehmen vorzeitig zurückgekauft werden, allerdings mit entsprechenden Einbußen. Dieses Produkt ist auf keinen Fall für den Vermögensaufbau, auch nicht indirekt geeignet.

Die Risikolebensversicherung soll für einen bestimmten Zeitraum die finanziellen Folgen des Todes der versicherten Person absichern. Eine Versicherungsleistung wird nur erbracht, wenn die versicherte Person während der vereinbarten Versicherungsdauer verstirbt. Dabei muss die Beitragszahlungsdauer nicht mit der Versicherungsdauer identisch sein. Die Leistung der Risikolebensversicherung kann also erfolgen, muss aber nicht, wenn die Bedingungen dafür nicht vorliegen.

Fazit

Beerdigungen sind teuer. Sie kosten nicht nur das Leben. Eine Sterbegeldversicherung ist für alle diejenigen empfehlenswert, die ihre Hinterbliebenen von den Kosten einer Beerdigung entlasten möchten oder eine Beerdigung wünschen, welche den finanziellen Spielraum der Angehörigen sprengen würde. Für die Auswahl stehen die unterschiedlichsten Varianten zur Verfügung, von der nicht-zweckgebundenen Geldleistung bis zur reinen Sachleistung.