Whitebox Robo Advisor Test und Erfahrungen 2020

Whitebox, als RoboAdvisor aktiv seit dem Jahr 2016, zählt zweifellos zu den Anbietern, die einen zweiten Blick wert sind. Abgesehen von den Wertentwicklungen bieten die Freiburger ein differenziertes Konzept, dass vielen Anlegerbedürfnissen entgegenkommt. Grundlage ist eine aktive Vermögensverwaltung mit ausschließlich passiven Produkten.

Die wichtigsten Fakten:

  • Value-to-Risk-Ansatz (VaR)
  • BaFin-Lizenzierte Vermögensverwaltertätigkeit
  • Mindestanlage 5.000 Euro.
  • Sparplan ab fünf Euro monatlich.
  • Auszahlpläne möglich.
  • Spezielle Strategien für die Altersvorsorge.

Über Whitebox

Whitebox
Robo Advisor
4.7
  • 23 Anlagestrategien
  • Einmalige Einlage möglich ab 5.000 €
  • oder Sparplan (mtl.) ab 5 €
    * Werte für gewählten Zeitraum, die Berechnung erfolgt auf Basis der aktuellen Zinssätze vom 30.09.2020. Alle Angaben ohne Gewähr, © 2020 financeAds.net
    In Kooperation mit financeAds: Datenschutzhinweise

    Whitebox sieht seinen Namen laut eigener Aussage als Programm. Größtmögliche Transparenz ist das Credo des RoboAdvisors. Whitebox agiert völlig konzernunabhängig. Die Entwicklung der Anlagestrategien erfolgte in Kooperation mit Blackrock, der größten Fondsgesellschaft der Welt. Die Verwahrung eurer Fondsanteile erfolgt über den Direktbroker Flatex.

    Whitebox wendet sich nicht nur an private Anleger. Unternehmen haben die Option, Firmenvermögen ohne Strafzinsen wie bei Festgeldkonten zu parken. Zahlreiche Auszeichnungen belegen den Erfolg von Whitebox:

    Die Produkte

    Die Produkte reduzieren sich auf den ersten Blick auf Einmalanlage, Sparplan und Auszahlplan. Allerdings gibt es noch einmal Unterschiede im späteren „Verwendungszweck“.

    Einmalanlage

    Einmalanlagen sind ab 5.000 Euro möglich. Im Rahmen der Antragstellung fragt Whitebox allerdings danach, welchen späteren Verwendungszweck ihr mit eurem Investment verfolgt. Entscheidet ihr euch für Altersvorsorge, werden euch andere Strategien vorgeschlagen als für die Finanzierung einer Weltreise. Einmalanlagen sind auch für Unternehmen möglich.

    Sparplan

    Möchtet ihr zunächst mit dem Vermögensaufbau beginnen, empfiehlt sich ein Sparplan. Der Whitebox Sparplan ist auch für Anleger mit kleinem Geldbeutel bestens geeignet. Ihr könnt bereits mit fünf Euro im Monat anfangen, den Grundstock für einen späteren größeren Kapitalstock zu legen.

    Der Kapitalstock kann später dazu verwendet werden, einen Auszahlplan zu finanzieren und so ein zusätzliches monatliches Einkommen zu erzielen.

    Die Kosten für Einmalanlagen und Sparpläne sind klar gegliedert und absolut transparent. Sie beinhalten sowohl die Aufwendungen für ein Re-Balancing als auch die Kosten für Ankauf und Verkauf. Whitebox greift bei seiner Gebührenkalkulation auf ein volumenabhängiges Modell zurück:

    AnlagevolumenGebühren
    < 30.000 Euro0,93%
    30.000 Euro bis 50.000 Euro0,83%
    50.001 Euro bis 99.999 Euro0,73%
    100.000 Euro bis 249.999 Euro0,58%
    250.000 Euro bis 499.999 Euro0,44%
    ab 500.000 Euro0,34%

    Als einer der wenigen RoboAdvisor bietet Whitebox ein Zielsparen an. Ihr gebt im Depotantrag an, welchen Zielbetrag ihr erreichen möchtet. Euer Anlageziel ist erreicht, wenn der Gegenwert im Depot vorhanden ist. Der Zeitraum, bis das Ziel erreicht ist, lässt sich allerdings nicht im Vorfeld festlegen, da er auch von der Entwicklung der Börsen abhängt.

    Für Unternehmen gilt ebenfalls der Satz von 0,34 Prozent. Zusätzlich zu den Gebühren fallen allerdings noch die Fondskosten von 0,2 Prozent an. Whitebox zählt nicht zu den billigsten Anbietern. Auf der anderen Seite relativiert die Performance allerdings auch wieder den Mehraufwand gegenüber einigen Mitbewerbern.

    Ein Satz zu Rebalancing. Unter Rebalancing versteht man die wiederkehrende Anpassung des Depots an die ursprüngliche Strategie. Angenommen, ihr habt euch für eine ausgewogene Strategie, grob formuliert 50 Prozent Aktien und 50 Prozent Anleihen, entschieden. Durch eine starke Aufwärtsbewegung an den Börsen legen die Aktien im Wert so zu, dass sie 70 Prozent des Depotgegenwertes ausmachen. Dieser Sachverhalt stimmt aber nicht mehr mit euerer 50:50 Strategie überein. Folglich werden so viele Aktien verkauft und Anleihen hinzugekauft, dass am Ende das Gleichgewicht wieder hergestellt ist.

    Bei vielen RoboAdvisors findet das Rebalancing nur einmal jährlich statt. Whitebox behält es sich vor, dies durchzuführen, wann immer eine Notwendigkeit besteht.

    Wichtige Details – worauf muss man bei Whitebox achten?

    Whitebox ist ein zugelassener Vermögensverwalter. Einige RoboAdvisor haben nur die BaFin-Erlaubnis für die Vermittlung von Wertpapieren. Bei Whitebox profitiert ihr davon, dass der RoboAdvisor aktiv in euer Portfolio eingreifen darf, um Neuausrichtungen vorzunehmen. Gerade bei über längere Zeit uneinheitlichen Märkten kann sich diese Zusatzfunktion bezahlt machen.

    Bezüglich der Gebühren gibt es keinerlei Fallstricke. Die Aussagen sind klar, versteckte Kosten oder Servicegebühren, die am Ende des Jahres im Depotauszug auftauchen, gibt es nicht.

    Die Strategie

    In Bezug zur übergeordneten Strategie zählt Whitebox zu den RoboAdvisors, die sich am „Value-at-Risk“-Ansatz orientieren. Die meisten Mitbewerber stellen ihre Strategie anhand der Aktienquote auf. Eine niedrigere Risikostufe heißt geringerer Aktienanteil, für risikoaffinere Anleger gibt es Strategien mit mehr Aktien.

    Im Grunde ist das bei Whitebox auch der Fall, aber das Grundprinzip ist ein anderes. „Value-at-Risk“, VaR, bedeutet, dass das mögliche Verlustrisiko für einen bestimmten Zeitraum mit einer vorgegebenen Wahrscheinlichkeit definiert wird. Natürlich wollen alle Fonds im Plus abschneiden. Zur Risikobeurteilung der Risikoklassen wird aber der schlechtere Fall, der mögliche Verlust, herangezogen. Die Höhe und die Dauer der Verlustphasen steigen abhängig von der Aktienauswahl. Bei einem Aktienanteil von zehn Prozent, der im DAX investiert ist, fällt die Value-at-Risk Kennziffer deutlich niedriger aus, als bei einem Portfolio, das 50 Prozent Aktien aus den Emerging Markets beinhaltet.

    Bei der Auswahl des geeigneten Portfolios könnt ihr euch also daran orientieren, welche Risikostufe, ausgedrückt durch VaR, ihr einzugehen bereit seid.

    In der Summe bietet Whitebox zehn unterschiedliche Portfoliovarianten an. Wir bedauern, dass Whitebox im Rahmen des Internetauftritts keine Musterportfolios vorweist. Es wäre schon hilfreich, sich im Vorfeld der Angebotsanforderung ein Bild zu machen. Ebenso verzichten die Breisgauer darauf, die zugrunde liegenden Fonds zu benennen. Allerdings verweisen sie darauf, dass Anleger auf über 35.000 Titel weltweit zugreifen können. Diese umfassen neben Aktien und klassischen Anleihen auch inflationsindexierte Anleihen, Anleihen, Gold und andere Rohstoffe. Aktuell greift Whitebox auf 23 Anlageklassen zurück.

    Whitebox stellt ein Beispiel für eine Musterallokation zur Verfügung:

    Die Aufteilung nach Assetklassen wird noch um eine Aufteilung nach Regionen und nach Sektoren ergänzt.

    Sonderfall Altersvorsorge

    Allerdings müsst ihr eines beachten. Wenn ihr euch für den Aufbau einer Altersvorsorge entscheidet, reduziert sich die Auswahl auf drei Strategien. Diese beinhalten auch, dass Whitebox gegen Ende der Laufzeit der Anlage beginnt, von möglichen offensiveren Anlagezielen in zunehmend konservative Investments umzuschichten. Hintergrund ist, dass sichergestellt sein soll, dass zum Laufzeitende negativ tendierende Börsen die Altersvorsorgeplanung nicht auf den Kopf stellen.

    Sicherheitsaspekte

    Die Sicherheit der positiven Kursentwicklung hängt von den Börsen und der Risikostufe des gewählten Portfolios ab. Zwingende Aussagen dazu sind nicht möglich.

    Möglicherweise fragt ihr euch aber auch, wie sicher euer Investment im Fall von Ausfällen eines der beteiligten Akteure ist. Hier können wir euch beruhigen. Sollte einer der Beteiligten, Whitebox, Flatex oder eine Fondsgesellschaft zahlungsunfähig werden, hat das für euer Investment keine Bedeutung. Fondsanteile zählen immer zum Sondervermögen der verwahrenden Bank. Ginge Flatex in die Insolvenz, würde der Insolvenzverwalter einfach eine andere Depotbank suchen. 250.000 Euro in ETFs angelegt, sind sicherer als 250.000 Euro Tagesgeld bei einer Einlagensicherung von 100.000 Euro.

    Müsste der Fonds seine Geschäftstätigkeit einstellen, wäre es ebenfalls Sache des Insolvenzverwalters, eine andere Fondsgesellschaft zu finden, welche die Geschäfte fortführt. Gleiches gilt, wenn Whitebox die Tore schließen würde. Mancher Skeptiker wird vielleicht den Kopf schütteln, aber ETFs sind im Fall einer Insolvenz sicherer als Sparbücher.

    Der Ablauf der Depoteröffnung bei Whitebox

    Ihr stimmt uns bis hierher zu, dass Whitebox ein RoboAdvisor ist, der einen zweiten Blick rechtfertigt und wollt jetzt wissen, wie ihr dort ein Depot eröffnen könnt?

    Über den Button „Jetzt anlegen“ startet ihr den Antragsprozess. Im ersten Schritt fragt Whitebox, ob es sich um ein Einzelkonto, ein Gemeinschaftskonto oder ein Firmenkonto handelt. Im Schritt zwei gebt ihr vor, welches euer Anlageziel ist. Neben allgemeingültigen Definitionen, sicher, ausgewogen oder renditeorientiert, kommen noch spezifischere Definitionen wie Altersvorsorge oder Immobilienerwerb dazu. Ihr habt die Option, mehrere Anlageziele vorzugeben. Für das erste Anlageziel gebt ihr jetzt den gewünschten Anlagebetrag ein. In den nächsten Schritten legt ihr

    • Liquiditätsbedarf
    • Risikoneigung

    fest.

    Ihr seht jetzt ein Chart, das die mögliche Gewinnerwartung unter verschiedenen Performance-Szenarien wiedergibt.

    Für mögliche Fragen ist jederzeit ein Kontakt auf der Bildschirmseite eingeblendet. Im Anschluss müsst ihr eure E-Mail-Adresse eingeben, um den Antragsprozess fortzuführen. Da wir bei unseren Tests nicht mit Klarnamen arbeiten, haben wir die Anmeldeprozedur an dieser Stelle abgebrochen.

    Wir können euch aber so viel sagen, dass die Antragstellung komplett digital erfolgt und die Legitimationsprüfung im Rahmen des VideoIdent-Verfahrens erfolgt. Dafür benötigt ihr einen gültigen Ausweis mit Adressangabe, ein Smartphone sowie ein Endgerät mit Kamera, Mikrofon und Lautsprecher. Die Depoteröffnung erfolgt bei Flatex, Whitebox erhält den Auftrag zur Vermögensverwaltung.

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    Unsere Meinung

    Whitebox unterscheidet sich in einigen Punkten von den Mitbewerbern unter den RoboAdvisors. Wir sagen, dies geschieht im Positiven. Das Angebot der Freiburger lässt sich auf den tatsächlichen Bedarf oder Wunsch ausrichten. Das Thema Altersvorsorge wird mit dem nötigen Ernst und der notwendigen Vorsicht angegangen, um dem Sparer ein böses Erwachen zu „ersparen“.

    Bezüglich der Kosten gibt es durchaus billigere Anbieter. Wenn die Performance jedoch die Kostendifferenz übersteigt, hat sich dieses Thema auch erledigt. Den einzigen Punkt, den wir kritisieren, ist das Fehlen von Musterallokationen.

    Mit einem Sparplan bereits ab fünf Euro monatliche eröffnet sich eigentlich für jeden die Chance, frühzeitig mit dem Vermögensaufbau zu beginnen. Wir sehen Whitebox unter den RoboAdvisors ganz weit vorne und können eine umfassendere Betrachtung des Anbieters nur empfehlen.

    FAQs

    💰 Wie hoch ist die Mindestanlage?

    Für eine Einmalanlage beträgt die Mindestanlage bei Whitebox 5.000 Euro. Sparpläne können bereits ab fünf Euro im Monat eröffnet werden.

    ❓ Welche Anlageklassen sind vorhanden?

    Whitebox bietet zehn Anlageklassen für allgemeine Sparziele an. Für die Altersvorsorge als Sparziel stehen drei andere Anlageklassen zur Verfügung, die im Laufe der Zeit in Bezug auf das Chance-Risiko-Profil immer konservativer ausgerichtet werden.

    ✅ Was sind die Vorteile von Whitebox

    Whitebox bietet verschiedene Vorteile. Zum einen handelt es sich um einen Vermögensverwalter mit BaFin-Lizenz. Das bedeutet, dass Whitebox aktiv in den Anlageprozess eingreifen darf.

    Zum zweiten bietet Whitebox ein „Zielsparen“ an, bei dem der Anleger seinen gewünschten Anlageerfolg vorgibt.

    Für Altersvorsorgesparen stehen alternative Konzepte mit höherer Sicherheitsgewichtung zur Verfügung.

    🤔 Wie transparent ist Whitebox

    In Bezug auf die Kostenseite bleibt Whitebox keine Auskunft schuldig. Beispiele zu den einzelnen Portfoliokonstellationen wären allerdings wünschenswert.

    Whitebox Bewertungen
    Sicherheit - 4.5/5
    Transparenz - 4.5/5
    Bedienung - 4.5/5
    Produkt - 4.5/5
    Andere Optionen - 4.5/5
    Gesamt - 4.5/5
    Vorteile
    • Klares Anlagekonzept.
    • Zehn Strategien zur Auswahl.
    • Sehr niedrige Einstiegsgröße für Sparpläne.
    • Zielgenaue Differenzierung für Sparziele möglich.
    • Gesonderte Anlagestrategien für die Altersvorsorge.
    • Angebot auch für die Anlage von Betriebsvermögen.
    • Fast guter Informationsgehalt des Internetauftritts (s. Contra).
    • Rebalancing nicht nur einmal jährlich, sondern bei Bedarf.
    • Gebühren stellen eine All-in-Fee dar, die auch An- und Verkauf von Fondsanteilen einschließt.
    Nachteile
    • Keine umfassenden Beispiele für alle Portfolioallokationen hinterlegt.
    • Recht hoher Mindestanlagebetrag von 5.000€ für Einmaleinzahlungen
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    Veröffentlicht von

    Ursprünglich komme ich aus dem reinen Marketing, aber mein Interesse an Finanzthemen führte mich zu diesem Hobby, der OnlineBanken.com

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