Der Robo-Advisor Scalable Capital mit Sitz in München wurde im Jahr 2014 von Erik Podzuweit, Florian Prucker und Prof. Mittnik gegründet und ging im Jahr 2016 öffentlich an den Start. Anleger aus Deutschland, Österreich und Großbritannien können das Angebot dieses voll lizenzierten Vermögensverwalters nutzen. Seit neuestem bietet Scalable nicht nur den Robo-Advisor an, sondern auch eine reine Brokerfunktion. Was bieten dir die Münchner und warum schneiden sie im Vergleich immer wieder gut ab?

Die neun wichtigsten Fakten:

  • Der Robo-Advisor basiert auf ETFs auf Aktien, Anleihen, Rohstoffen und Immobilien.
  • 23 Risikokategorien zur Auswahl.
  • Risikoklassen werden anhand des maximalen Verlustrisikos (VaR) definiert.
  • Re-Balancing erfolgt nicht zu festen Terminen, sondern bei Bedarf.
  • Volllizenzierter Vermögensverwalter mit Genehmigung der BaFin.
  • Seit 2020 auch als reiner Broker aktiv.
  • Fünf Standorte in Deutschland für die persönliche Beratung.
  • Kunden der ING können ihr Scalable Depot bei der ING führen lassen.
  • Handelsplätze gettex & Xetra

Über Scalable Capital

Scalable Capital
Robo Advisor
4.0
  • 23 Anlagestrategien
  • Einmalige Einlage möglich ab 10.000 €
  • oder Sparplan (mtl.) ab 50 €
* Werte für gewählten Zeitraum, die Berechnung erfolgt auf Basis der aktuellen Zinssätze vom 22.01.2021. Alle Angaben ohne Gewähr, © 2021 financeAds.net
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Scalable Capital zählt zu den Urgesteinen unter den deutschen Robo-Advisors. Bis zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf die Börsen verzeichneten die Portfolios überdurchschnittliche Leistungen. Scalable konnte sich in einschlägigen Tests immer in der Spitzengruppe behaupten.

Nach eigener Aussage nimmt Scalable die Rolle des führenden Robo-Advisors in Europa ein und verwaltet ein Kundenvermögen von rund zwei Milliarden Euro. Vor dem Hintergrund der zahlreichen Vorschusslorbeeren lohnt es sich für dich, Scalable detaillierter zu betrachten.

Die Produkte

Scalable bietet neben der Vermögensverwaltung mit Einmalanlagen oder Sparplänen auch das klassische Brokerage mit extrem günstigen Konditionen. Produktübergreifend bietet Scalable auch Depots für Kinder an. Als Nebenbeiprodukt kannst du bei Scalable noch auf Tages- und Festgelder über Weltsparen zugreifen. Schwerpunkt unseres Tests soll jedoch der RoboAdvisor sein.

Die Einmalanlage

In Bezug auf die Einmalanlage sind wir ein wenig enttäuscht. Scalable wendet sich damit nicht an die breite Masse, sondern an diejenigen, die schon ein paar Groschen auf dem Sparbuch haben. Du kannst Scalable leider erst ab einem Einmalanlagebetrag von 10.000 Euro nutzen.

Der Sparplan

Der Sparplan von Scalable wendet sich dagegen an eine Vielzahl von Sparern. Der Vermögensaufbau ist bereits mit einer Sparrate von 25 Euro im Monat darstellbar. Die Rate für den Sparplan kann jederzeit angepasst werden, darf aber 25 Euro im Monat nicht unterschreiten.

Scalable bietet seinen Kunden auch das Gegenstück zu einem Sparplan, einen Auszahlplan an. Diese Variante hat zum Beispiel Charme, wenn das im Laufe der Jahre Angesparte als Ergänzung zur gesetzlichen Rente im Alter gedacht ist.

In die Gruppe der beiden Sparpläne fügt sich der Scalable Rentenrechner ein. Mit diesem kostenlosen Tool kannst du ermitteln, wie hoch deine Rente vermutlich ausfallen wird und wie viel du monatlich sparen musst, um die Lücke zu schließen. Scalable Capital bietet den Handel von rund 1.300 ETFs über die Börse gettex an. Sparpläne rein mit Aktien oder klassischen Fonds bietet Scalable allerdings nicht an.

Das Brokerage

Wenn du Robo-Advisor gut findest, aber nebenbei auch noch selbst traden möchtest, bietet dir Scalable die Brokerfunktion an. Hier müssen wir sagen: Das Angebot für den Handelsplatz ist fast schon sensationell. Für nur 2,99 Euro im Monat kannst du unbegrenzt mit ETFs handeln.

Das Kinderkonto

Für Eltern gibt es zwei Motivationsgründe, schon für die Kinder ein Wertpapierdepot einzurichten. Zum einen möchten sie bereits frühzeitig beginnen, für den Nachwuchs einen soliden Kapitalstock aufzubauen. Die andere Motivation besteht darin, dass der eigene Freistellungsauftrag bereits ausgeschöpft ist, aber über die Kinder noch Freiräume bestehen.

Unabhängig, weshalb, Eltern können bei Scalable auch Kinderdepots einrichten. Allerdings gilt es zu beachten, dass die Konten bei Scalable nur als Einzelkonten geführt werden. Gemeinschaftskonten sind nicht erhältlich.

Tagesgeld und Festgeld

Scalable hat eine Kooperation mit der Raisin GmbH, die unter dem Namen „Weltsparen“ den Zugang zu Fest- und Tagesgeldkonten europaweit ermöglicht.

Die Kosten

Da es die „Produkte“ sind, die Scalable verkauft, ist natürlich interessant, welchen Preis dir Scalable für seine Dienstleistung berechnet. Scalable kalkuliert auf einer absolut transparenten Grundlage, die sich weder durch die Anlagevolumen noch durch die Portfoliozusammensetzung ändert. Grundsätzlich fallen für die Vermögensverwaltung 0,75 Prozent Servicegebühr (darin enthalten sind alle Kosten für die Konto- beziehungsweise Depotführung) pro Jahr und für die Fremdkosten der ETFs 0,15 Prozent jährlich an. Diese wird taggenau berechnet und monatlich incl. dem Guthaben auf dem Verrechnungskonto verrechnet.

Wichtige Details – worauf man bei Scalable achten muss

Üblicherweise werden unter einer solchen Überschrift auf mögliche Fallstricke hingewiesen. Wir können bei Scalable nichts dergleichen finden. Es gibt auch keine Besonderheiten, die am Ende dazu führen, dass der Anleger ratlos zurückbleibt. Dieser Umstand ist eigentlich allen Robo-Advisors gemein – sie tendieren alle zu einer größtmöglichen Transparenz.

Die Strategie

Gleich, für welche Strategie du dich entscheidest, am Ende möchtest du mehr Geld im Depot haben, als du angelegt hast. Allerdings unterscheiden sich die Wege, die Anleger zu diesem Ziel bringen sollen, gewaltig. Der eine möchte auf keinen Fall einen Verlust erleiden, lieber nur einen marginalen Zuwachs. Der andere denkt sich „no risk, no fun“ und investiert bei einem ausreichend langen Zeithorizont auch in ETFs mit einem höheren Chance-Risiko-Profil.

Grundsätzlich definiert Scalable das Risiko der Anlageklassen auf der Basis des möglichen Verlustes, dem Value-at-Risk-Prinzip, kurz VaR. Es gilt die Annahme, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein maximaler Verlust von x Prozent in einem festgelegten Zeitraum eintritt. Die Risikobrandbreite beläuft sich bei Scalable auf maximale Verluste zwischen drei Prozent und 25 Prozent. Bei einer Risikoaffinität von drei Prozent liegt der Schwerpunkt der ETFs auf Anleihen und Immobilien, Aktien und Rohstoffe finden kaum Beachtung. Im Gegensatz dazu wird bei einem VaR von 25 Prozent der Schwerpunkt auf Aktien, auch in Emerging Markets, liegen.

Alternativ steht dir auch noch ein nachhaltiges Portfolio zur Auswahl. Die Risikogewichtung erfolgt hier ebenfalls nach Aktienanteil, allerdings nicht aufgrund des VaR, sondern anhand der Aktienquote. Diese kann sich wahlweise zwischen null und 100 Prozent bewegen. Damit ist das nachhaltige Portfolio gewichtsbasiert, nicht risikobasiert.

Die im nachhaltigen Portfolio genutzten Papiere orientieren sich alle am ESG-Ansatz. Das Kürzel ESG steht für

  • E = Environmental, umweltverträglich
  • S = Social, sozialverträglich
  • G = Governance, saubere Unternehmensführung

Ein Vergleich des MSCI-World Index mit dem MSCI World ESG Index ist verblüffend. Dass es sich um zwei Linien im Chart handelt, ist erst auf den zweiten Blick ersichtlich. Nachhaltigkeit geht also nicht zulasten der Rendite.

Quelle: https://de.scalable.capital/vermoegensverwaltung-esg

Das Re-Balancing nimmt bei der Vermögensverwaltung generell einen wichtigen Standpunkt ein. Durch Kursveränderungen verschieben sich die Gewichtungen innerhalb der einzelnen Portfolios. Steigt der Wert des Aktienanteils, steigt auch das Kursrisiko. Während einige Anbieter das Re-Balancing nur zu festen Terminen, ein- oder zweimal jährlich vornehmen, überprüft Scalable die Risikogewichtung der Portfolios börsentäglich. Ist eine Intervention notwendig, um das alte Gleichgewicht wieder herzustellen, wird Scalable aktiv. Dies ist übrigens der Vorteil eines lizenzierten Vermögensverwalters.

Als Anleger kannst du deine Anlageschwerpunkte jederzeit ändern und an ein verändertes persönliches Chance-Risiko-Profil anpassen.

Sicherheitsaspekte

Wer Geld anlegt, möchte ein gewisses Maß an Sicherheit. Über die Anlagestrategie definierst du das wertpapierabhängige Risiko selbst. Es stehen aber auch andere Fragen im Raum, beispielsweise was im Fall einer Insolvenz einer der beteiligten Parteien mit deinem Ersparten passiert.

Wir können dich auf ganzer Linie beruhigen. Beginnen wir mit Scalable selbst. Was passiert, wenn Scalable vom Markt verschwindet? Der Insolvenzverwalter sucht einen anderen Robo-Advisor, der die Tätigkeit von Scalable für dich fortführt.

Deine Fondsanteile müssen bei einer Depotbank verwahrt werden. Diese Aufgabe nehmen wahlweise die ING, wenn du dort schon Kunde bist, oder die Baader Bank für Scalable wahr. Wertpapierdepots gelten anders als Tagesgelder als Sondervermögen einer Bank. Im Fall einer Insolvenz zählen sie nicht zur Insolvenzmasse. Sollte die ING oder die Baader Bank die Tore schließen, sucht der Insolvenzverwalter eine andere Bank, auf die dein Depot übertragen wird.

Und was passiert, wenn eine Fondsgesellschaft in den Konkurs geht? Auch hier gilt das Prinzip des Sondervermögens. Der Insolvenzverwalter sucht eine andere Gesellschaft, welche die Aufgaben der bisherigen fortführt. Du siehst, ein Depot mit 150.000 Euro Gegenwert bei einer Bank ist unter dem Insolvenzgesichtspunkt sicherer, als ein Tagesgeld bei gesetzlicher Einlagensicherung.

Scalable Vermögensverwaltung

Lege dein Geld sorgenfrei an. Basierend zu jeder Risikoneigung stellen wir das Portfolio mit global diversifizierten ETFs zusammen. Fortlaufend überwacht. Digital und kostengünstig.

Der Ablauf der Depoteröffnung bei Scalable

Robo-Advisor sind „modern“ und „Internet“. Es versteht sich also von selbst, dass die Kontoeröffnung vollständig digital erfolgt. Allerdings ist eine Depoteröffnung und die Wahl einer Anlagestrategie ein wenig aufwendiger, als die Eröffnung eines Festgeldkontos.

Der Robo-Advisor muss im Vorfeld prüfen, ob die Anlagestrategie, die du wählen möchtest, zu dir passt. Er muss gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) eine Geeignetheitsprüfung durchführen. Dabei stellt Scalable mehrere Fragen, die unter die Oberbegriffe Anlageziele, Kenntnisse, Risikoneigung und finanzielle Situation fallen:

  • Welches Ziel verfolgen Sie mit Ihrer Anlagestrategie? (Risikokategorie)
  • Was ist Ihr Anlagehorizont (Zeitraum, für den Sie Ihr Geld anlegen wollen)?
  • Welche negative Wertentwicklung würden Sie für eine Chance auf höhere Renditen in Kauf nehmen? (Angaben in Prozent)
  • In welchen Anlagen haben Sie Kenntnisse und/oder Erfahrungen?
  • Mit welchen Finanzdienstleistungen sind Sie vertraut?
  • Wie hoch ist Ihr Netto-Monatseinkommen?
  • Wie hoch sind Ihre monatlichen Ausgaben und Verpflichtungen?
  • Wie hoch ist Ihr frei verfügbares Vermögen?
  • Wie lange reichen Ihre Reserven, um Ihre laufenden Ausgaben und Verpflichtungen zu decken?

Wer keinerlei Erfahrung mit Aktien hat, sich bei einem Anlagehorizont von drei Jahren für ein VaR von 25 entscheidet und sein gesamtes Vermögen einmalig anlegen möchte, erhält von Scalable einen dezenten Hinweis, die Portfolioauswahl noch einmal zu überdenken.

Für Rückfragen steht der Anbieter telefonisch unter der Rufnummer 089 380 380 67 zur Verfügung. Der Antragsprozess beginnt mit der Angabe der E-Mail-Adresse. In der Bestätigungsmail musst du dich durch das Anklicken des Links legitimieren. Danach startet die Antragsroutine mit den oben genannten Fragen. Aufbauend auf deinen Antworten erhältst du einen Anlagevorschlag. Im Rahmen dieses Vorschlages kannst du Änderungen vornehmen, beispielsweise in der Risikogewichtung oder in der Höhe des Anlagebetrages.

Hast du die Anlageroutine durchlaufen, geht es mit der eigentlichen Kontoeröffnung weiter. Folgende Angaben werden benötigt:

  • Angaben zur Person
  • Deine Kontaktdaten
  • Girokonto als Referenzkonto
  • Angaben zu deinem Beruf und deiner Steuerpflicht
  • Steueridentifikationsnummer

Im Nachgang vergibst du noch ein Passwort und bestätigst deine Angaben und dass du die kostenpflichtige Vermögensverwaltung zur Kenntnis genommen hast sowie dir ein Depot bei der Baader Bank wünschst.

Es fehlt nur noch das Legitimationsverfahren, welches du im Rahmen des VideoIdent-Verfahrens durchlaufen kannst. Damit sparst du dir den Weg zur Post. Für das VideoIdent-Verfahren benötigst du einen gültigen Ausweis mit Wohnsitzangabe, einen PC mit Kamera, Mikrofon und Lautsprecher sowie in Smartphone. Der Mitarbeiter führt dich Schritt für Schritt durch das Prozedere.

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Unsere Meinung

Wenn du mit einem Sparplan beginnen willst, solltest du Scalable auf jeden Fall in die engere Wahl ziehen. Einmalanleger müssen leider die recht hohe Hürde der Mindestanlage von 10.000 Euro nehmen, um Kunde zu werden. Scalable überzeugt uns durch ein breites Angebot unterschiedlicher Strategien und das nachhaltige Portfolio. Die Kostenstruktur ist grundsolide und mit der sehr preisgünstigen Flatrate für das Brokerage könnte sich der ein oder andere bemüßigt fühlen, selbst noch ein bisschen zu traden.

Häufige Fragen zu Scalable Capital

💰 Wie hoch ist die Mindesteinlage?

Für Einmalanlagen gilt ein Volumen von 10.000 Euro. Sparpläne beginnen mit 25 Euro.

❓ Welche Anlageklassen sind vorhanden?

Übergeordnet bietet Scalable ein Portfolio, welches in alle Sparten investiert und ein nachhaltiges Portfolio. Als Anlageklassen stehen Aktien, Anleihen, Immobilien und Rohstoffe zur Verfügung. Das nachhaltige Portfolio schließt Immobilien allerdings aus.

✅ Was sind die Vorteile von Scalable?

An erster Stelle steht natürlich die große Bandbreite von 23 verschiedenen Anlagestrategien und alternativ das nachhaltige Portfolio. Ein Pluspunkt ist sicherlich, dass Re-Balancing immer bei Bedarf vorgenommen wird. Die Kosten, die grundsätzlich 0,9 Prozent auf das Anlagevolumen betragen, sind absolut transparent. Im Gegensatz zu manchen anderen Anbietern ermöglicht Scalable auch die Eröffnung eines Kinderdepots.

🤔 Wie transparent ist Scalable

Scalable bietet eine maximale Transparenz. Neben den im Rahmen des Internetauftritts gemachten Angaben finden sich die Antworten auf praktisch alle Fragen in der sehr umfangreichen FAQ-Sektion. Für weitere Fragen steht das Unternehmen auch telefonisch zur Verfügung.

Veröffentlicht von

Ursprünglich komme ich aus dem reinen Marketing, aber mein Interesse an Finanzthemen führte mich zu diesem Hobby, der OnlineBanken.com