Openbank Robo Advisor Test und Erfahrungen 2020

Openbank ist die erste europäische Bank, die aktuell grenzüberschreitend in Spanien, Portugal, Deutschland und den Niederlande aktiv ist. Es handelt sich heute um ein Branding der Banco de Santander. Gegründet wurde die Bank als spanische Digitalbank. Openbank stellt die Produkte grundsätzlich mit spanischer IBAN zur Verfügung.

Die wichtigsten Fakten:

  • Mindestanlage 500 Euro.
  • Danach regelmäßige Zahlungen ab einem Euro möglich.
  • Vorzugsweise Investments in nachhaltige Unternehmen.
  • Vermögensverwaltung durch Black Rock.
  • Re-Balancing alle vier Wochen.
  • Kosten orientieren sich am Einlagevolumen.

Über den Openbank Robo Advisor

Openbank
Robo Advisor
4.3
  • 5 Anlagestrategien
  • Einmalige Einlage möglich ab 500 €
  • oder Sparplan (mtl.) ab 1 €
    * Werte für gewählten Zeitraum, die Berechnung erfolgt auf Basis der aktuellen Zinssätze vom 30.09.2020. Alle Angaben ohne Gewähr, © 2020 financeAds.net
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    Das Institut agierte von Anfang an als Multi-Channel Bank und legte bei Gründung den Schwerpunt auf Telefonbanking. Die Öffnung in Richtung anderer europäischer Märkte unter Beibehaltung der spanischen IBAN für ausländische Kunden ist aktuell noch etwas ungewöhnlich. Deutsche Anleger werden durch die deutsche Niederlassung der Banco de Santander betreut und müssen keine Befürchtungen vor Sprachbarrieren haben. Openbank konzentriert sich mit seinem Angebot für Deutschland ausschließlich auf private Anleger.

    Die Produkte

    Neben dem Openbank RoboAdvisor umfasst die Produktpalette von Openbank noch ein Girokonto, Ein Tagesgeldangebot, verschiedene Debitkarten und klassische Investmentfonds für die eigeninitiative Geldanlage. Unser Test beschäftigt sich ausschließlich mit dem RoboAdvisor. Einige Kriterien haben uns neugierig gemacht.

    Die Einmalanlage

    Wenn ihr die Vermögensverwaltung von Openbank nutzen möchtet, ist ein mindester Anlagebetrag in Höhe von 500 Euro notwendig. Wir denken, dass diese Größenordnung sehr kundenfreundlich ist, da Openbank damit auch Starten den Einstieg in die Welt der Vermögensverwaltung ermöglicht.

    Der Sparplan

    Openbank bietet im Gegensatz zu anderen RoboAdvisors keinen expliziten Sparplan an. Erfolgte die Mindestanlage, könnt ihr von diesem Zeitpunkt an willkürlich oder regelmäßig Beträge ab einem Euro auf euer Anlagekonto einzahlen. Mit diesem Ansatz platziert sich Openbank als einer der ersten Ansprechpartner für diejenigen unter euch, die sagen, ich würde gerne anfangen zu sparen, aber ich habe zu wenig Geld.

    Als kein Produkt selbst, aber produktbegleitend, zählen wir den Sparzielmanager von Openbank. Ihr legt fest, zu welchem Zeitpunkt ihr über welchen Betrag verfügen möchtet und Openbank sagt euch, unter welchen Bedingungen ihr welchen Betrag anlegen müsst.

    Der Openbank RoboAdvisor ist im Vergleich zu vielen Mitbewerbern ein ausgesprochen schlankes Angebot. Sehr klar strukturiert ohne das Risiko, dass ihr euch im Dschungel zahlreicher Vertragskomponenten verlauft.

    Genauso klar gegliedert wie die Anlagemodalitäten sind die Kosten. Vermögensverwaltung kostet Geld, fällt aber mit RoboAdvisors auf ETF-Basis deutlich kostengünstiger aus, als die herkömmliche Betreuung durch eine Bank. Openbank setzt sowohl auf ETFs als auch auf herkömmliche Investmentfonds um eine optimale Diversifizierung des Portfolios zu erreichen. Die monatlichen Aufwendungen für Open Bank schlüsseln sich wie folgt auf:

    • Guthaben unter 25.000 Euro: 1,03 Prozent
    • Guthaben zwischen 25.000 Euro und 100.000 Euro: 0,79 Prozent
    • Guthaben über 100.000 Euro und unter 500.000 Euro: 0,67 Prozent
    • Guthaben über 500.000 Euro und unter einer Million Euro: 0,54 Prozent
    • Guthaben ab einer Million Euro: 0,42 Prozent

    Die Gebühren beinhalten die spanische Mehrwertsteuer in Höhe von 21 Prozent. Die Kosten werden anteilig monatlich durch den Verkauf von Depotanteilen abgegolten.

    Wichtige Details – worauf muss man bei Openbank achten?

    Openbank weist in seinem Angebot keinerlei Fallstricke oder verdeckte Gebühren auf. Es gibt allerdings eine Einschränkung. Sogenannte Juniordepots sind nicht möglich. Das heißt, Eltern können keine Depots auf den Namen der Kinder abschließen.

    Die zu Mitbewerbern vergleichsweise hohen Kosten haben einen ganz bestimmten Hintergrund. Black Rock als Vermögensverwalter greift auch auf klassische Investmentfonds mit aktivem Fondsmanagement zurück. Diese sind von Haus aus mit höheren Managementgebühren ausgestattet als passive Fonds. An dieser Stelle müsst ihr im direkten Vergleich mit anderen RoboAdvisors aufpassen. VisualVest beispielsweise berechnet für seine GreenFolios zwischen 1,16 und 1,79 Prozent pro Jahr.

    Als nettes Add-on bietet Openbank mit ausgewählten Partnern aus dem Onlineeinzelhandle spezielle Rabattaktionen. Openbank-Kunden profitieren dabei von attraktiven Preisvorteilen, beispielsweise bei Booking.com, Avis oder Women’s World.

    Über euer Guthaben könnt ihr im Übrigen jederzeit ohne weitere Kosten ganz oder teilweise verfügen.

    Die Strategie

    Wir müssen es noch einmal betonen, Openbank bietet euch ein extrem schlankes Instrument, um mit eurem Vermögensaufbau zu starten. So verzichten die Spanier auf 15 oder 20 Anlagestrategien, und begeben sich zurück zu den Wurzeln. Entsprechend eurer Risikoklasse habt ihr die Auswahl aus fünf Anlageoptionen:

    • Niedrig
    • Niedrig-mittel
    • Mittel
    • Mittel-hoch
    • Hoch

    Die Begriffe stehen für nichts anderes als den Aktienanteil in eurem Portfolio. „Niedrig“ zielt auf eine möglichst stabile, allerdings auch weniger rentierliche Anlage mit wenigen Aktien ab. „Hoch“ stellt potenzielle Chancen in den Vordergrund, beinhaltet aber auch das Risiko, dass es einmal zu Kursrückgängen im Portfolio kommt.

    Hier eine mögliche Zusammenstellung für ein Depot mit mittlerer Ausgewogenheit:

    Openbank setzt bei der Auswahl der Basiswerte auf nachhaltige Anlageklassen. Um diese zu identifizieren, wurde der ESG-Schlüssel als Standard eingeführt. Als nachhaltig gelten Unternehmen, welche die Kriterien

    • E=Environmental, umweltverträglich
    • S=Social, sozialverträglich
    • G=Governance, saubere Unternehmensführung

    erfüllen.

    Nun ist es nicht so, dass ihr euer Geld an Openbank überweist, diese entsprechend euren Vorgaben Fonds kaufen und alles weitere sich selbst überlässt.

    Ein Schlüsselbegriff bei einer Vermögensverwaltung, unabhängig davon, ob durch Menschen oder durch RoboAdvisor, ist das Re-Balancing oder auch das Umschichten. Mit der Vorgabe eurer Anlagestrategie sagt ihr dem Vermögensverwalter genau, wie hoch die Risiken im Portfolio ausfallen dürfen.

    Angenommen, die Aktienkurse in eurem Depot mit der Strategie „Mittel“ ziehen deutlich an. Damit kommt es innerhalb des Depots zu einer massiven Werteverschiebung hin zu Aktien. In Euro gemessen beträgt der prozentuale Aktienanteil dann nicht mehr rund 50 Prozent, sondern beispielsweise 70 Prozent. Dieser Sachverhalt widerspricht eurer Risikoklasse. Um dem entgegenzuwirken, greift die Umschichtung. Der Vermögensverwalter verkauft in diesem Fall so viele Aktienanteile und investiert in konservativere Basiswerte, bis das ursprüngliche Verhältnis wieder hergestellt ist.

    Verantwortlich für diesen Prozess ist der Investitionsausschuss, der wiederum von Black Rock, der größten Fondsgesellschaft der Welt, beraten wird. Der Investitionsausschuss tagt einmal im Monat und entscheidet, ob in die einzelnen Strategien eingegriffen wird, und wenn ja, wie.

    Aus diesem Vorgehen wird ein Unterschied zu anderen RoboAdvisors deutlich. Openbank arbeitet nicht nur mit Algorithmen, wie es bei einigen RoboAdvisors üblich ist, sondern auch mit „Menschen“. Damit nutzt die Santander-Tochter das jeweils beste aus zwei Welten: Nüchterne mathematische Kalkulationen und darauf aufbauend die Auswahl aufgrund der menschlichen Expertise.

    Die Sicherheitsaspekte

    Wir müssen das Thema „Sicherheitsaspekte“ aus zwei Blickwinkeln beleuchten. Da ist zum einen die Sicherheit des Investments vor dem Hintergrund schwankender Aktienmärkte. Zum anderen die Sicherheit in Bezug auf eine mögliche Insolvenz der am Openbank RoboAdvisor beteiligten Unternehmen.

    Kommen wir zum Thema Aktien und Sicherheit. Aktien unterliegen im Gegensatz zu Anleihen stärkeren Kursschwankungen. Ihr müsst damit rechnen, dass es immer wieder einmal Kursrückgänge gibt. Wenn ihr euch aber einmal ein Chart wir den DAX oder den MSCI über einige Jahrzehnte hinweg anschaut, werdet ihr sehen, am Ende ging es immer wieder nur bergauf.

    Zum Thema Insolvenz von Openbank oder einer Fondsgesellschaft. Eure Wertpapiere, die im Depot liegen, gelten als sogenanntes Sondervermögen. Das bedeutet, sollte einer der beteiligten Firmen eine Insolvenz anmelden, ist es Aufgabe des Insolvenzverwalters, lediglich eine andere Bank zu suchen, auf die er die Depots übertragen kann und der künftig die Aufgabe des RoboAdvisors übernimmt. Beinhaltet euer Investment Bareinlagen, sind diese im Rahmen der europäischen Einlagensicherung bis zu einer Höhe von 100.000 Euro geschützt.

    Wir sagen, es bestehen keine formalen Risiken durch einen Ausfall einer der beteiligten Firmen.

    Der Ablauf der Depoteröffnung bei Openbank

    Ihr findet das Angebot von Openbank spannend, wüsstet aber gerne im Vorfeld, wie es mit der Kontoeröffnung aussieht? Wir haben die Antragsstrecke für euch gestartet.

    Der Antragsprozess startet mit einem Klick auf den Button „Mit dem Investieren beginnen“. Zunächst stellt ihr einen Antrag für ein kostenloses Girokonto und eine kostenlose Debitkarte. Diese sind der Grundstock für jede Geschäftsbeziehung mit Openbank. Nachdem ihr auf diese Art Kunde geworden seid, könnte ihr mit der Depoteröffnung starten. Für Fragen ist unten rechts am Bildschirmrand ein Chatsymbol eingeblendet.

    Openbank ist gemäß Wertpapierhandelsgesetz dazu verpflichtet, mit euch eine Geeignetheitsprüfung zu durchlaufen. Diese Fragt eure wirtschaftlichen Verhältnisse, eure Kenntnisse mit verschiedenen Wertpapiergattungen und eure Anlageziele ab. Als Ergebnis erhaltet ihr jetzt einen mit euren Angaben harmonisierenden Vorschlag. Ihr könnt diesen Vorschlag noch modifizieren, aber:

    Angenommen, euer monatliches Einkommen beträgt 1.200 Euro netto, euer Sparguthaben 1.000 Euro und ihr möchtet 500 Euro in die Strategie „Hoch“ investieren. Bislang habt ihr keinerlei Erfahrung mit Wertpapieren. An dieser Stelle muss euch Openbank darauf aufmerksam machen, dass es vielleicht hilfreicher wäre, zunächst mit einer Wertpapierstrategie zu beginnen, die nur einen sehr geringen Aktienanteil aufweist.

    Es kommt auch der Punkt, an dem ihr bestätigen müsst, dass ihr alle Informationen zu Wertpapiergeschäften gelesen und verstanden habt. Ohne dieses Häkchen ist ein Weitermachen im Anlageprozess nicht möglich.

    Openbank ist eine moderne Bank und setzt vollumfänglich auf digitale Prozesse. Dies gilt auch für die Legitimation. Diese erfolgt im Rahmen des VideoIdent-Verfahrens. Dafür benötigt ihr ein Endgerät mit Kamera, Mikrofon und Lautsprecher sowie ein Smartphone. Der gültige Ausweis mit Wohnsitzangabe ist unabdingbar. Der Videochat startet, sobald ihr in aktiviert. Der Mitarbeiter führt euch Schritt für Schritt durch die Anmeldung.

    Nach der Anmeldung ist die vollständige Nutzung von Openbank mittels App möglich.

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    Unsere Meinung

    So leid es uns tut, aber Openbank ist ein Beispiel dafür, dass dort wo Licht ist, sich häufig auch Schatten findet. Wenn euch der Openbank Robo Advisor nicht überzeugen kann, schaut euch auch mal unseren Test zu Growney an.

    Die positiven Aspekte zuerst. Openbank bietet ein RoboAdvisor-Konzept, dass sich in erster Linie an Einsteiger mit kleinem Budget wendet. Damit wird Vermögensverwaltung faktisch für jeden möglich. Das Modell ist so schlank, wie der finanzielle Einsatz, der für den Start benötigt wird. Gut finden wir, dass eine kontinuierliche Besparung bereits mit einem Euro im Monat möglich ist. Gut finden wir auch, dass der Schwerpunkt der Investments auf nachhaltigen Anlagen liegt. Das automatisierte Zielsparen kann bei der Umsetzung finanzieller Pläne durchaus hilfreich sein.

    Was hat uns weniger gut gefallen? Auch wenn das Girokonto kostenfrei geführt wird, empfinden wir es als ein wenig zwanghaft, dass ihr dieses auf jeden Fall eröffnen müsst, um von dem RoboAdvisor zu profitieren. Leider erfahrt ihr davon erst, wenn ihr den Antragsprozess für den RoboAdvisor startet. Die monatlichen Kosten stufen wir im Vergleich zu den Mitbewerbern als eher sportlich ein. Beide Faktoren führen am Ende zu einem Punktabzug von 0,5 bei den Kriterien „Produkt“ und „Andere Optionen“.

    Als Fazit bleibt, dass Openbank trotzdem für viele Starter eine echte Option darstellt.

    FAQs

    💰 Wie hoch ist die Mindesteinlage?

    Die Mindestanlage beträgt 500 Euro. Danach sind Zahlungen, auch kontinuierlich, ab einem Euro im Monat möglich.

    ❓ Welche Anlageklassen sind vorhanden?

    Der RoboAdvisor von Openbank investiert in Geldmarkt, Anleihen, Aktien und Sachwerte. Schwerpunkt sind dabei nachhaltige Investments.

    ✅ Was sind die Vorteile von Openbank

    Openbank bietet zunächst einmal aufgrund der niedrigen Ersteinlage eine Vermögensverwaltung für alle. Durch die Mischung von aktiv gemanagten Fonds und passiven Fonds steht ein sehr breites Anlageuniversum zur Verfügung. Die Kombination von mathematisch ermittelten Investitionskriterien und menschlicher Expertise kombiniert das Beste aus den zwei Welten.

    🤔 Wie transparent ist Openbank

    Openbank bietet eine größtmögliche Transparenz.

    Openbank Robo Advisor Bewertung
    Sicherheit - 4.5/5
    Transparenz - 4/5
    Bedienung - 4.5/5
    Produkt - 4.5/5
    Andere Optionen - 4/5
    Gesamt - 4.3/5
    Vorteile
    • Klar strukturiertes Anlagekonzept.
    • Fünf Strategien zur Auswahl.
    • Sehr niedrige Einstiegsgröße für die Ersteinlage.
    • Sparpläne schon ab einem Euro im Monat möglich.
    • Vorgabe von Sparzielen.
    • Mischung bei der Portfoliozusammenstellung aus Mathematik und menschlichem Ermessen
    • Monatliches Re-Balancing.
    • Gebühren sind eine All-in-Fee dar, die auch An- und Verkauf von Fondsanteilen einschließt.
    Nachteile
    • Girokonto muss eröffnet werden.
    • Vergleichsweise hohe Gebühren.
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    Veröffentlicht von

    Ursprünglich komme ich aus dem reinen Marketing, aber mein Interesse an Finanzthemen führte mich zu diesem Hobby, der OnlineBanken.com

    Openbank Robo Advisor Bewertung
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