Quantencomputing ist nicht länger nur ein Thema für Forschungslabore oder Science-Fiction Filme. Die Technologie schreitet mit großen Schritten voran und verspricht, in den kommenden Jahren zahlreiche Industrien grundlegend zu verändern. Ob in der Pharmaforschung, Kryptographie, Materialentwicklung oder Finanzwelt: Quantencomputer könnten Probleme lösen, an denen klassische Computer scheitern.
Für dich als Anleger:in bedeutet das: Es gibt jetzt die Chance, frühzeitig in Unternehmen zu investieren, die an der Spitze dieser technologischen Revolution stehen. In unserem Beitrag erfährst du, welche Quantencomputing Aktien besonders aussichtsreich sind und worauf du bei einer Investition achten solltest.
Im Gegensatz zu klassischen Computern, die mit Bits arbeiten (0 oder 1), nutzen Quantencomputer sogenannte Qubits. Diese können gleichzeitig 0 und 1 sein (Superposition) und durch Verschränkung komplexe Zustände erzeugen.
Dadurch lassen sich bestimmte Berechnungen exponentiell schneller durchführen. Während klassische Computer alle Möglichkeiten nacheinander testen, analysieren Quantencomputer viele Zustände gleichzeitig.
Das macht sie besonders für Aufgaben wie Simulation, Optimierung oder Verschlüsselung interessant. Wichtig ist jedoch: Sie ersetzen klassische Rechner nicht, sondern ergänzen sie dort, wo deren Grenzen erreicht sind. Als Anleger:in profitierst du also nicht vom Ersatz, sondern vom Zusatznutzen.
Die Quantencomputing-Industrie steckt noch in den Kinderschuhen, doch die Fortschritte der letzten Jahre sind beeindruckend. Unternehmen wie IBM, Google und Rigetti haben erste funktionierende Quantencomputer vorgestellt. Noch sind diese Geräte nicht leistungsstark genug für großflächige kommerzielle Anwendungen, aber sie zeigen, dass die Grundlagen vorhanden sind.
Aktuell befinden wir uns in der sogenannten „NISQ“-Ära (Noisy Intermediate-Scale Quantum). Das bedeutet, dass heutige Quantencomputer eine begrenzte Anzahl von Qubits besitzen und anfällig für Fehler sind. Trotzdem wird bereits an praxisnahen Anwendungen geforscht. Unternehmen und Forschungseinrichtungen weltweit investieren Milliardenbeträge in die Weiterentwicklung der Technologie.
Das globale Marktvolumen für Quantencomputing könnte laut Prognosen von McKinsey und anderen Analysten bis 2030 mehrere Milliarden Dollar erreichen. Anwendungen reichen von der Optimierung logistischer Prozesse bis zur Entwicklung neuer Medikamente oder Materialien. Gerade in der Finanzbranche könnte Quantencomputing zur Modellierung komplexer Risiken oder zur Beschleunigung von Handelsalgorithmen genutzt werden. In der Chemie könnten neue Moleküle simuliert werden, ohne sie real synthetisieren zu müssen. Für Pharmaunternehmen ergibt sich daraus ein enormer Wettbewerbsvorteil.
Am sichersten legst du dein Geld in etablierte Technologieunternehmen wie IBM, Google (Alphabet) oder Microsoft an, die bereits Milliarden in Quantencomputing investiert haben. Diese Firmen haben stabile Geschäftsmodelle, sodass das Risiko einzelner Fehlschläge gering ist. Wenn du risikofreudiger bist, kannst du auch auf spezialisierte Start-ups wie IonQ oder Rigetti setzen. Diese bieten höhere Renditechancen, sind aber auch volatiler. Eine weitere Möglichkeit ist die breite Streuung über Technologie ETFs oder Fonds, die Quantenpioniere enthalten. Achte immer auf eine gute Diversifikation und investiere nur Kapital, dessen Verlust du verkraften kannst, denn der Markt ist noch jung.
Nicht jede Aktie mit dem Etikett „Quanten“ ist automatisch ein lohnendes Investment. Achte bei der Auswahl unter anderem auf die folgenden Kriterien:
Quantencomputing ist ein Zukunftsthema mit riesigem Potenzial, aber auch mit großen Unsicherheiten. Du solltest dir bewusst sein, dass viele der Unternehmen noch keine Gewinne erwirtschaften.
Die Technologie könnte sich verzögern oder durch konkurrierende Ansätze überholt werden. Gleichzeitig gilt: Wer früh einsteigt, kann überdurchschnittlich profitieren.
Gerade die Kombination aus etablierten Tech-Giganten und innovativen Start-ups bietet dir die Möglichkeit, dein Portfolio strategisch zu diversifizieren.
Es gibt bisher wenige spezialisierte Quantencomputing-ETFs. Einige Technologie ETFs enthalten jedoch Unternehmen mit starkem Quantenfokus, zum Beispiel der Global X Future Analytics Tech ETF (AIQ) oder der WisdomTree Artificial Intelligence UCITS ETF. Alternativ kannst du auf breit gestreute Tech-Fonds setzen, die Alphabet, IBM oder Nvidia enthalten.
Im Folgenden stellen wir dir einige Aktien vor, die – unter anderem – im Bereich Quantencomputing beheimatet sind. Es gibt sogenannte BigTechs und kleinere Unternehmen, die sehr spezialisiert in dieser Sparte sind.
IBM ist ein Pionier im Quantencomputing. Das Unternehmen bietet mit IBM Quantum bereits einen Cloud Zugang zu seinen Quantencomputern. Mit der Open-Source-Software Qiskit ermöglicht IBM Entwickler:innen, eigene Quantenprogramme zu schreiben. IBM hat ehrgeizige Roadmaps und könnte durch seine jahrzehntelange Erfahrung und Infrastruktur ein Schlüsselspieler bleiben.
Google sorgte 2019 für Aufsehen, als das Unternehmen den „Quantenvorteil“ (Quantum Supremacy) beanspruchte. In Experimenten konnte Googles Quantencomputer Sycamore eine Aufgabe in Sekunden lösen, für die ein klassischer Computer Tausende Jahre gebraucht hätte. Alphabet investiert weiterhin stark in Forschung und könnte langfristig profitieren.
Microsoft verfolgt mit Azure Quantum einen Plattform-Ansatz. Statt auf eine einzige Technologie zu setzen, bietet Microsoft Zugang zu verschiedenen Quantenprozessoren. Besonders spannend: Microsoft erforscht topologische Qubits, die theoretisch robuster und skalierbarer sind.
Mit AWS Braket bietet Amazon einen Cloud-Dienst ähnlich wie IBM Quantum. Auch wenn Amazon bislang nicht mit eigenen Quantenchips auftritt, investiert der Konzern gezielt in Partnerschaften und Infrastruktur. Als Cloud Gigant hat Amazon das Potenzial, frühzeitig Marktanteile zu sichern.
IonQ ist das erste reine Quantencomputing-Unternehmen, das über einen SPAC Börsengang an die Nasdaq ging. Das Unternehmen setzt auf Ionenfallen-Technologie, die als besonders präzise gilt. Mit Partnerschaften zu Amazon, Google und Microsoft hat IonQ große Reichweite. Auch wenn das Unternehmen noch keine Gewinne schreibt, sind die Wachstumsaussichten hoch.
Rigetti entwickelt supraleitende Quantencomputer und die Aktien sind wie die von IonQ öffentlich handelbar. Mit einem eigenen Quanten-Cloud-Service und Forschungskooperationen positioniert sich Rigetti als ernstzunehmender Konkurrent. Die Technologie ist vielversprechend, aber das Unternehmen steht noch am Anfang.
D-Wave verfolgt einen anderen Ansatz: Quanten-Annealing. Diese Technik ist zwar nicht universell einsetzbar, eignet sich aber gut für Optimierungsprobleme. D-Wave arbeitet bereits mit Unternehmen aus Logistik und Fertigung zusammen. Auch hier gilt: Es existieren große Chancen, aber ebenso hohe Risiken.
Neben den genannten Unternehmen gibt es ebenso Aktien, die in den Bereich Zulieferer fallen und indirekt vom Quantencomputing profitieren. Einige davon sind:
Honeywell hat sein Quantencomputing-Geschäft in das Startup Quantinuum ausgegliedert. Die Verbindung aus industrieller Erfahrung und technologischer Innovation macht Honeywell zu einem spannenden Investment, auch wenn der Quantenanteil im Gesamtkonzern noch klein ist.
Nvidia produziert keine Quantencomputer, stellt aber Tools zur Simulation von Quantenprozessen bereit. Die CUDA Plattform von Nvidia wird bereits genutzt, um Quantenalgorithmen auf klassischen Supercomputern zu simulieren. Als Enabler-Technologie könnte Nvidia vom Trend profitieren.
Keysight stellt Messtechnik her, die für den Bau und das Testen von Quantenhardware entscheidend ist. Wer in die „Pickel und Schaufeln“ der Quanten-Goldgräber investieren will, findet hier eine konservativere Möglichkeit.
Quantencomputer könnten in Zukunft eine zentrale Rolle in der KI spielen. Viele KI-Anwendungen benötigen enorme Rechenleistung, zum Beispiel beim Training großer Modelle oder bei der Optimierung komplexer Entscheidungsprozesse.
Quantenalgorithmen könnten diese Aufgaben deutlich schneller und effizienter lösen. Besonders spannend ist der Bereich „Quantum Machine Learning“, bei dem klassische und Quantenalgorithmen kombiniert werden.
Auch wenn sich Quanten-KI noch im Forschungsstadium befindet, arbeiten Unternehmen wie Google, IBM und Rigetti aktiv daran.
Für dich als Anleger:in bietet diese Verbindung ein zusätzliches Argument, in Unternehmen mit doppelter Kompetenz in Quanten und KI zu investieren.
Es gibt erste praktische Anwendungen, vor allem in der Forschung und Entwicklung. Pharmaunternehmen wie Roche oder Merck nutzen Quantencomputer zur Molekülsimulation, um neue Wirkstoffe zu entdecken.
In der Logistik arbeiten Firmen mit Quanten-Optimierung an effizienteren Lieferketten. D-Wave hat z. B. gemeinsam mit Volkswagen Verkehrsflüsse in Städten analysiert.
Auch in der Finanzbranche werden erste Algorithmen zur Portfoliobewertung getestet. Diese Anwendungsfälle sind noch experimentell, aber sie zeigen: Quantencomputing verlässt Schritt für Schritt das Labor. Für dich bedeutet das, dass reale Fortschritte bereits heute stattfinden, und das trotz der frühen Phase.
Aktuell sind die USA, China und die EU die führenden Regionen im Quantenrennen. Die USA haben mit Unternehmen wie Google, IBM und Microsoft starke Player und investieren Milliardenbeträge über Programme wie den National Quantum Initiative Act.
China verfolgt eine staatlich koordinierte Strategie mit massiven Forschungsausgaben. Auch Europa holt auf, zum Beispiel durch das EU-Programm „Quantum Flagship“.
Für dich als Anleger:in ist das wichtig, weil die politische Unterstützung und staatliche Finanzierung den langfristigen Erfolg der Technologie maßgeblich beeinflussen. Unternehmen in Ländern mit aktiver Förderung haben bessere Chancen, echte Marktführer zu werden.
Quantencomputing ist mehr als ein Hype: Es ist ein echter Gamechanger für viele Branchen. Für dich als Anleger:in bietet sich jetzt die Möglichkeit, frühzeitig in eine Technologie zu investieren, die morgen die Welt verändern könnte. Ob über Einzelaktien wie IonQ oder IBM, oder durch Fonds und ETFs: Wichtig ist, dass du die Risiken kennst und eine langfristige Perspektive einnimmst. Der Megatrend Quantencomputing steht nämlich noch ganz am Anfang.
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