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Banken in 2016

aktuelle Zahlen und Trends
by Feda Mecan7. Januar 2016

Die Bankenbranche befindet sich nicht erst seit Kurzem im Umbruch. Der Prozess scheint immer weiter voran zu schreiten und dauert bereits seit mehreren Jahren an. Beginnend mit dem Zerfall der Filialbanken bekommen nun zunehmend auch Direktbanken Konkurrenz seitens der FinTech Start-Up Szene. Dabei stieg der Anteil der Kunden bei den Direktbanken seit 2000 laut Statista rapide an und verzeichnete zwischen 2012-2015 den stärksten Zuwachs.

Entwicklung Direktbanken 2016

Bildquelle: Eigene Darstellung

Sowohl bei klassischen Bankprodukten wie Girokonten als auch in der Vermögensberatung sollten sich Direktbanken auf einiges gefasst machen. Während Vergleichsportale längst den Bereich der gängigen Bankprodukte abdecken, kommen nun etwa Robo-Advisor und Kick-Back-Portale auf den Plan, nur um einige davon zu nennen.

Robo-Advisor stellen ein automatisches Portfolio je nach Belieben und Risikobereitschaft des Kunden zusammen und können dieses im Verlauf der Anlage sogar voll automatisiert verwalten. Umgesetzt mit Hilfe von passiven Anlagemitteln wie ETFs, sinken die Transaktionskosten auf das minimalste. Einige Anbieter lassen die Transaktionskosten ganz wegfallen, profitieren dabei aber von Anteilen an der erzielten Rendite. Jüngstes Beispiel ist die Deutsche Bank. Längst etabliert dagegen sind die Anbieter Easyfolio, Cashboard oder Vaamo.

Das Kölner Start-Up Unternehmen moneymeets ist neu auf dem Markt und bringt erfolgreiche Anlagestrategien von privaten Anlegern und Interessierte zusammen, sodass eine Art Beratung auf Basis bereits vorhandener Portfolios stattfinden kann. Jeder, der sein Portfolio über moneymeets aufbaut, bekommt eine Rückvergütung also ein Kick-Back und kann dabei bei den Provisionen, die sonst dem Vertriebler zu Gute kommen sparen. Folgend eine Liste der bekanntesten Robo-Vermögensverwaltungen und Berater.

  1. Betterment (US)
  2. Wealthfront (US)
  3. Schwab Intelligent Portfolios (US)
  4. Cashboard (DE)
  5. Vaamo (DE)
  6. Easyfolio (DE)
  7. Quirion (DE)
  8. Comdirect (DE)
  9. DAB Bank (DE)
  10. Financescout24 (DE)

Norisbank- zu zweit in die Offensive

Die Entwicklung geht an den großen Banken nicht vorbei. Wie haben sich diese bisher geschlagen und auf welche Weise? Einige behelfen sich mit neuen Strategien wie etwa Joint Ventures oder dem Ausbau in anderen Bereichen. So startet beispielsweise die Norisbank, die Noch- Tochter der Deutschen Bank, nun mit der Postbank den Angriff auf Sparkassen und Volksbanken.

Die Zusammenführung fand ihr Highlight in der Eröffnung des neuen Sitzes in Bonn. Laut Postbank Chef Frank Strauß werden auf diese Weise Synergien im Bereich der Digitalisierung sowie auch der Filial-Beratung möglich. Bis 2020 mindestens, soll das Filialnetz der deutschen Postbank, das bei der deutschen Post integriert ist, erhalten bleiben.

Die Norisbank ist unter den Direktbanken führend, da anfänglich als eine der wenigen Direktbanken, noch ein kleines Filialnetz vorhanden war. Auch unter dem Dach der Deutschen Bank konnte sich die Direktbank durchsetzen, trotz Filialschließungen in 2012. Wer ein Konto bei der Norisbank führt, kann neben den Deutsche Bank Automaten auf den Verbund der Cash-Group zurückgreifen und deutschlandweit an 9.000 Geldautomaten Geld abheben. Über 2.700 Banking Terminals stehen dem Kunden zur Verfügung. Einzahlungen sind an 700 Geldeinzahlautomaten möglich.

Die DKB- die solide deutsche Kreditbank

Mit der deutschen Kreditbank DKB scheinen die privaten Kunden ebenfalls nicht enttäuscht zu sein. Die traditionelle Kredit- Bank kann ihren eigenen Angaben zu Folge auf einen Kundenstamm von über 3 Mio. Kunden per Juni 2015 zählen. Dabei hat sie einen Zinsüberschuss von 390 Mio. € erwirtschaftet und ein Ergebnis vor Steuern von 108,1 Mio. €. In der Niedrigzinsphase, die ihr Ende noch nicht gefunden hat, keine schlechte Leistung.

Die DKB Bank setzt vor allem auf solide Kredite und weniger auf rasches Wachstum. Damit gewinnt sie das Vertrauen ihrer Kunden oft schneller als manch protzigem Wettbewerber lieb wäre. Mit ethisch bewussten Projekten, wie der eigenen Crowdfunding Plattform startnext, behält sie sich ihr Image bei, während sie gleichzeitig auf neue Trends nicht verzichten möchte.

ING-Diba- Strategisch stark

Die ING-Diba zählt zu den erfolgreichsten Direktbanken, wenn es um eine breite Palette an Leistungen geht, angefangen vom Giro-Konto bis zur professionellen Geldanlage. Das aus den Niederlanden stammende Finanzinstitut, konnte bereits in 2013 das deutsche Schwergewicht Commerzbank im Privatkundengeschäft verdrängen.

Die Führung der ING-Diba versteht es sehr gut strategisch auf Umwelteinflüße zu reagieren. So bot die Direktbank eine Zeit lang trotz stetig fallender Leitzinsen, den höchsten Satz für Spareinlagen und wälzte die Kosten nicht auf den Kunden um. Darüber hinaus fokussierte sich das Unternehmen weiterhin auf den Ausbau des Brokerages und der Kapitalanlage und kann laut aktuellem Stand über 1. Mio. Depots für Privatkunden verwalten. Als Online-Broker erreichte die ING-Diba als erste diese Anzahl an Depots.

Per Januar 2016 soll Martin Krebs nun aus dem Vorstand ausscheiden und andere Funktionen innerhalb des Konzerns übernehmen. Zeitgleich wird er durch Joachim Schorlemer ersetzt. Beide können auf eine beachtliche Karriereleistung zurückblicken.

Die Postbank- Beteiligungen sollen helfen

Die Zahlen der Postbank für die letzten drei Jahre sprechen für sich. Die Kundenanzahl konnte die Bank in der besagten Zeit mit 14 Mio. halten. Die Entwicklung bei den Girokonten scheint sich jedoch etwas abzuflachen. Per drittes Quartal 2015 beziffert das Institut die Konten mit 5,25 Mio.. In 2014 waren es insgesamt noch 5,26 Mio. Girokonten. Auch die Konten von Unternehmen waren rückläufig. Dennoch stiegen die Giro-Sichteinlagen deutlich an und übertrafen bereits vor Ende 2015 die Gesamteinlagen im Jahr 2014 (35,63 Mrd. € nach 32,80 Mrd. €).

Im Bereich Anlagegeschäft sank das gesamte Sparvolumen in den letzten drei Jahren deutlich, auch die Wertpapierdepots nahmen ab. Das Kreditgeschäft lief in 2015 ebenfalls nur mäßig. Die größten Zugewinne verzeichneten die Privat- sowie Kontokorrentkredite, während die Bauspardarlehen stark abgenommen haben. Somit kommt das Unternehmen auf ein Ergebnis vor Steuern per Q3 2015 von 403 Mio. €, während das Ergebnis vor Steuern in 2014 noch bei 457 Mio. € betrug.

JahrPrivatgirokonten in Mio.Sparkonten in Mio.Privatkredite in Mrd. €
20135,2313,445,05
20145,2613,165,70
Q3 20155,2512,956,17

Gemäß den Zahlen sieht sich die Postbank also durchaus mit den neuen Entwicklungen in der Bankenbranche konfrontiert. Dem begegnet sie durch den Zusammenschluss mit der Norisbank, die bisher in Berlin ihren Sitz hatte. Durch die Aufspaltung der Postbank von der Deutschen Bank, stand es um die Norisbank zunächst ungewiss. Viele vermuteten bereits damals das Verschwinden der Norisbank unter dem Dach der Postbank. Die Postbank plant unter anderem den Börsengang im Frühjahr 2016.

Schaut man auf die Beteiligungen der Postbank AG so tauchen dort Namen wie giropay, oder eurogiro auf. Auch an der Hypoport AG beteiligt sich die Postbank indirekt. Diese Unternehmen stellen Finanzdienstleister dar, die für die stetige Veränderung in der Branche sprechen. Das Unternehmen will sich somit auch indirekt an möglichen zukünftigen Partnern beteiligen um ihre Vertriebs- und Funktionsleistungen weiter ausbauen zu können.

Fazit- neue Trends und großer Wettbewerb

Banken 2016

Können klassische Banken noch wachsen oder werden FinTechs die Finanzbranche übernehmen? Bildquelle: aslysun – 161968790 / Shutterstock.com

Die Einlagezinsen für Geschäftsbanken werden wohl noch eine Zeit lang auf negativem Niveau verharren. Das hat direkte Auswirkungen auf den Einlagezins für Privatkunden. Gleichzeitig können Geschäftsbanken den Einlagezins für private Einlagen kaum in den negativen Bereich setzen, weil sie damit der Gefahr ausgesetzt sind Kunden zu verlieren.

In solchen Zeiten legen Banken ihren Fokus stark auf das Kredit- und Anlagegeschäft. Hier treffen sie jedoch auf einen neuen Konkurrenten, nämlich die FinTech StartUps und Crowdfunding Plattformen. Diese zumeist komplett onlinebasierten Plattformen drücken die Margen auch in den stark laufenden Segmenten nach unten.

Banken müssen daher entweder strategisch klug agieren oder ihren Marketingaufwand hochfahren. In vielen Fällen ist die beste Lösung eine Kooperation, denn StartUps sind nicht selten bereit Kooperationen schon alleine aufgrund des Geschäftsfeldes, beispielsweise der Vermittlung von Fonds, einzugehen. Ein anderer Weg kann über Beteiligungen stattfinden.

Quellen:

  • Pressesprecher der Unternehmen
  • Statista (Premium Account)
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